Schwedischer Umgang mit Corona: Tegnell antwortet auf Kritik

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tziehmer
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Re: Schwedischer Umgang mit Corona: Tegnell antwortet auf Kritik

Beitrag von tziehmer »

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dalarna
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Re: Schwedischer Umgang mit Corona: Tegnell antwortet auf Kritik

Beitrag von dalarna »

Nach längerer Abstinenz im Forum und Beobachten, hat sich die Frage der so tollen schwedischen "Strategie" wohl langsam selbst geklärt.
Vielen Dank an die schwedische Politik und Herrn Tegnell !!! :-q

villa.vxo
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Re: Schwedischer Umgang mit Corona: Tegnell antwortet auf Kritik

Beitrag von villa.vxo »

dalarna hat geschrieben:
20. Oktober 2020 01:15
Nach längerer Abstinenz im Forum und Beobachten, hat sich die Frage der so tollen schwedischen "Strategie" wohl langsam selbst geklärt.
Vielen Dank an die schwedische Politik und Herrn Tegnell !!! :-q
Wieso sollte die "schwedische Strategie" so falsch sein? ist es deiner Meinung nach besser zuerst einen Lockdown zu machen, dann (fast) alles wieder aufheben um dann wieder in einen (Mini) Lockdown zu gehen oder die Massnahmen wieder zu verschärfen mit dem Wissen dass man eigentlich viel zu locker war im Sommer?
Ich finde die schwedische Strategie ist nicht schlecht und ist auf eine längere Zeit ausgelegt. Dass nun die Möglichkeit zu lokalen Lockdowns geschaffen wurde sehe ich nicht als versagen an, mehr als ein Zeichen dass FHM fähig ist sich anzupassen.

dalarna
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Re: Schwedischer Umgang mit Corona: Tegnell antwortet auf Kritik

Beitrag von dalarna »

Naja, wenn man knapp 6000 Tote bei der geringen Bevölkerungsdichte nicht berücksichtigt, ist die schwedische "Strategie" nicht schlecht. Auch die USA hat ja diese fantastische "Strategie" und dort überleben auch extrem viele.
Grüße

villa.vxo
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Re: Schwedischer Umgang mit Corona: Tegnell antwortet auf Kritik

Beitrag von villa.vxo »

dalarna hat geschrieben:
21. Oktober 2020 14:15
Naja, wenn man knapp 6000 Tote bei der geringen Bevölkerungsdichte nicht berücksichtigt, ist die schwedische "Strategie" nicht schlecht. Auch die USA hat ja diese fantastische "Strategie" und dort überleben auch extrem viele.
Grüße
bin mir nicht sicher ob ~4000 Toten (80+) viel mit der Strategie zu tun haben oder eher der Grund sein kann weil die Älterenversorgung (mir kommt das richtige deutsche Wort nicht in den Sinn :( ) kaputt gespart wurde. Bis auf den Lockdown hatte Schweden nicht lockere Massanhamen als andere Länder. die Schulen waren immer offen bis zu einer gewissen Altersstufe andere Länder machen nun das gleiche.

villa.vxo
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Re: Schwedischer Umgang mit Corona: Tegnell antwortet auf Kritik

Beitrag von villa.vxo »

dalarna hat geschrieben:
21. Oktober 2020 14:15
Naja, wenn man knapp 6000 Tote bei der geringen Bevölkerungsdichte nicht berücksichtigt, ist die schwedische "Strategie" nicht schlecht. Auch die USA hat ja diese fantastische "Strategie" und dort überleben auch extrem viele.
Grüße
doppelter Beitrag wegen Serverfehler, sorry

Petergillarsverige
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Re: Schwedischer Umgang mit Corona: Tegnell antwortet auf Kritik

Beitrag von Petergillarsverige »

Im Alter wo man noch nicht ans Sterben denkt, sagen wir mal bis 70 Jahre, sind bis jetzt in Schweden 652 Personen an und mit Corona gestorben. in etwa einem halben Jahr. So durchschnittlich sterben 230 Personen am Tag in Schweden. So schlimm das für den einzelnen ist, aber der Tod gehört nun mal zum Leben dazu. Wie viele Menschen sind tot, weil sie sich nicht wegen etwas anderem zum Arzt getraut haben? Aufgeschobene OPs?
Covid 19 ist nicht wirklich so anders als Grippewellen.
Ich finde es total spannend wie sich die Geschichte weiter entwickelt in Schweden im Vergleich zu anderen Ländern. Wird es mehr Intensivfälle geben? Todesfälle? Wenn wir Schweden mit dem anderen weg nicht hätten, wir hätten keinen Vergleich. Da Schweden aber den anderen Weg geht, wissen wir demnächst was Sache ist.
In Schweden sind viele alte Leute verstorben. jetzt ist gerade eine extreme Untersterblichkeit. Wird sich das ausgleichen? Dann wäre der tinderwood Effekt nachgewiesen.

Ich mache hier gerade eine bescheuerte Zeit durch. Ich bin so schwerhörig, dass ich meinen Mitmenschen von den Lippen ablese. Die Masken jetzt... :smt010
Ein Teil meiner Freunde geht auf Demos, Querdenker und so. Warum du nicht? Die Gesellschaft wird gespalten. Wie lange werden wir brauchen um diesen nun entstandenen Graben wieder zuzuschütten?
Schweden ist nicht nur ein schönes Land - das ist ein Virus!

dalarna
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Re: Schwedischer Umgang mit Corona: Tegnell antwortet auf Kritik

Beitrag von dalarna »

Vor ca. 2 Monaten (27.8.) wurden wohl die die Zahlen geschönt, da über Nacht ca. 3000 Infizierte und am 7.10 seltsamerweise 12 Tote weniger in der Statistik auftauchten. Wie geht das? Auch wird hier, bis heute wenig oder gar nicht getestet. Es kann sich jeder seine Gedanken machen, was er/sie darüber denken will.
Was sind Statistiken wert, in denen wie unten verkündet:

Aktuellt antal patienter på intensivvårdsavdelning: 1
Totalt antal patienter som avlidit inom Region Dalarnas slutenvård: 102*
Totalt antal patienter som varit inneliggande men blivit utskrivna: 469

* Innefattar inte personer som avlidit i hemmet eller boenden.

von Petergillarsverige
Die derzeitige "Untersterblichkeit" ist auch leicht zu erklären, da viele durch die Pandemie frühzeitig das zeitliche gesegnet haben.

Weiterhin ist es heute noch so, das man im Krankenhaus mit Maske schief angesehen wird und andere Patienten einen Bogen um einen machen. Dieses zeigt doch, das die Bevölkerung nicht, oder falsch informiert ist. Auch das Personal muss ich explizit auffordern, das ich keine Behandlung ohne Schutzmittel möchte.
Es ist doch ein Armutszeugnis, das Personal ungeschützt auf die Patienten losgelassen wird. Und das im Krankenhaus!!! Dann könnten auch Operationen im Heizungskeller stattfinden, da Schutz des Patienten zu vernachlässigen ist.

EuraGerhard
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Re: Schwedischer Umgang mit Corona: Tegnell antwortet auf Kritik

Beitrag von EuraGerhard »

Hallo!
Petergillarsverige hat geschrieben:
21. Oktober 2020 16:36
Wie viele Menschen sind tot, weil sie sich nicht wegen etwas anderem zum Arzt getraut haben? Aufgeschobene OPs?
Gerade die aufgeschobenen OPs dürften sich hier in Schweden bald zu einem echten Problem entwickeln. Der Aufschub dürfte allerdings unvermeidlich gewesen sein, da ja im Vergleich zu Deutschland das Gesundheitssystem viel stärker auf Kante genäht ist. Und man im Gegensatz sowohl zu Deutschland als auch den skandinavischen Nachbarländern wirklich keinerlei Vorsorge für den Pandemiefall getroffen hatte, weder juristisch, noch logistisch, noch sonstwie.
Petergillarsverige hat geschrieben:
21. Oktober 2020 16:36
Covid 19 ist nicht wirklich so anders als Grippewellen.
Leider doch. Durch die wesentlich längere Inkubationszeit, den häufig am Anfang sehr milden Verlauf, der nicht selten zu Verwechslungen mit einer normalen Erkältung führt, die praktisch nicht vorhandene Grundimmunität und durch das (noch) Fehlen eines Impfstoffes ist die Gefahr bei Covid-19 viel größer, dass sich Infektionsketten zunächst unerkannt ausbreiten.
Petergillarsverige hat geschrieben:
21. Oktober 2020 16:36
Wenn wir Schweden mit dem anderen weg nicht hätten, wir hätten keinen Vergleich. Da Schweden aber den anderen Weg geht, wissen wir demnächst was Sache ist.
NOCH gehen sie einen anderen Weg. Aber hinter den Kulissen wird längst nachjustiert. Es wird zwar sehr wahrscheinlich auch weiterhin keinen landesweiten Lockdown geben, aber zumindest für lokale Beschränkungen sind die juristischen Voraussetzungen kürzlich geschaffen worden. Und von der Hoffnung auf eine baldige Herdenimmunität zumindest in den Großstädten hat man sich klammheimlich verabschiedet.
Petergillarsverige hat geschrieben:
21. Oktober 2020 16:36
In Schweden sind viele alte Leute verstorben. jetzt ist gerade eine extreme Untersterblichkeit.
Wie kommst Du darauf? Von Untersterblichkeit kann in Schweden keine Rede sein. Die Sterblichkeit bewegt sich seit etwa der KW 28 im normalen Rahmen, nachdem wir vorher ab etwa der KW 12 eine erhebliche Übersterblichkeit hatten.
Petergillarsverige hat geschrieben:
21. Oktober 2020 16:36
Ich mache hier gerade eine bescheuerte Zeit durch. Ich bin so schwerhörig, dass ich meinen Mitmenschen von den Lippen ablese. Die Masken jetzt... :smt010
Das ist natürlich bitter, das glaube ich Dir.

Ich war Ende September, als es an der Corona-Front gerade relativ ruhig war, für zwei Wochen in Deutschland. Gut, es war zwar lästig, dass man in jedem Laden eine Maske aufsetzen musste, zumal für mich als Brillenträger. Aber mehr halt auch nicht für mich. Und seit meiner Rückkehr nach Schweden trage ich zumindest in stärker frequentierten Läden auch weiterhin freiwillig eine Maske. (Wozu allerdings auch ein Erlebnis einige Zeit vor der Deutschlandreise beigetragen hat: Ich war in einem Baumarkt, habe etwas gesucht. Zuerst war ich alleine, dann kam ein älteres Ehepaar in den gleichen Regalgang, selbstverständlich ohne Maske. Auf einmal fing der Mann an zu husten und zu rotzen, dass geradezu die Wände wackelten!)

MfG
Gerhard

Petergillarsverige
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Re: Schwedischer Umgang mit Corona: Tegnell antwortet auf Kritik

Beitrag von Petergillarsverige »

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dann
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Dann Tabell 1 vom Excel File
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