Krankenversicherung

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Re: Krankenversicherung

von schwedenoma » 6. März 2009 00:51

Antwort für Rentner unter Schwedenoma.

Re: Krankenversicherung

von Tulipa » 3. Februar 2009 10:48

Unsere Tochter wurde mit einer Hüftfehlstellung geboren, und zwar in Deutschland. Dort wurde sie dann einige Tage alt vom Kinderarzt an den Orthopäden überwiesen, dort gleich von Freitag auf Montag einen Termin, der Arzt machte selbst schnell Ultraschall und am selben Tag bekam sie so ein Hüftbeingestell. Das war sehr praktisch, ich konnte die Beinchen immer selbst zum Wickeln und Baden ein- und aushängen.

Dann die Weiterbehandlung in S: Die Termine schickte uns das Krankenhaus zu, da waren die also (bei Babies ?) ziemlich hinterher.
Dort aber: warten warten auf den Orthopäden, zum Ultraschall und warten warten und zurück zum Orthopäden und warten warten. Das deutsche Beingestell fanden die sehr interessant, von so etwas hätten sie ja noch nie gehört ... die schwedischen Babies mit Hüftdysplasie werden in feste Gestelle eingespannt und müssen dann jede Woche einmal zum Baden ins Krankenhaus, wo diese Schiene dann dafür abgenommen wird.
Medizinische Steinzeit, oder was ?

Na, Gott sei Dank und egal durch wen oder was war unsere Tochter ungewöhnlich schnell gesund und ich schenkte dem schwedischen Arzt zum Abschied das Beingestell, der hat sich echt gefreut ...

LG
Tulipa

Re: Krankenversicherung

von vinbär » 3. Februar 2009 09:20

Sind auch nicht deswegen nach D gefahren. Unsere Erfahrungen handelten von "kleineren" Problemchen bei kleinen Patienten, die trotzdem unerfreulich waren und med. Behandlung bedurften. Primärvård sozusagen, nicht unbedingt Akutmottagning. Es freut mich zu hören, dass anscheinend bei Herzinfarkt und Schlaganfall die Specialistvård zufriedenstellend ist, wuenschte mir nur auch fuer nicht potentiell lebensbedrohliche Zustände eine leichtere Zugänglichkeit.
Was aussewrdem noch weitgehend fehlt in Schweden ist eine offenere Einstellung zu alternativen Spektren der Medizin, in Zusammenhang mit Schulmedizin oder auch freistehend.

Re: Krankenversicherung

von hansbaer » 3. Februar 2009 07:16

Gerade eben in der DN: ein umfangreicher Leserbrief von jemandem, dessen Mutter seit 4 Tagen mit einem Oberschenkelbruch im Krankenhaus liegt und auf die Operation wartet.

@Jörg: die Lebenserwartung in Schweden ist ja nicht geringer, sondern ausgesprochen hoch. Die Kritik gilt nicht der Behandlung von lebensbedrohlichen Krankheiten. Dass man da natürlich gleich drankommt, ist klar. Es sind die ganzen anderen Dinge, bei denen man Ewigkeiten wartet, weil die Kapazitäten schon mit Notfällen ausgelastet sind.

Re: Krankenversicherung

von jörgT » 3. Februar 2009 00:41

Ich kann zwar nicht mit einem eingewachsenem Zehennagel dienen, hatte aber durch meinen Schlaganfall alle Möglichkeiten, das schwedische Gesundheitswesen kennenzulernen.
Ich würde nicht nach München fliegen, um mich behandeln zu lassen ...
Jörg :roll:

Re: Krankenversicherung

von vinbär » 2. Februar 2009 22:40

Apropos eingewachsener Zehennagel: Anruf am Morgen (direkt nach der Ankunft mit dem Nachtzug) beim Kinderarzt in D, sofortiger Termin am selben Vormittag beim Kinderchirurgen, Problem behoben, Kind schmerzfrei, und der Arzt machte mir Vorwuerfe warum ich sie nicht frueher vorgestellt hätte. Ha ha, wo denn, ich lebe im Ausland.
Die drei Wochen vorher in S mehrere Anrufe bei der Vårdcentral, endlich ein Termin bei der Krankenschwester, die eine antibiotische Salbe und einen Verband empfahl. Inzwischen eiterte die Geschichte und bereitete erhebliche Schmerzen.
Anderer Fall Platzwunde durch Schlittenunfall in der Schule, nach 4 Stunden sah ein Arzt drauf, der meinte, bei einem Jungen wäre wohl eine Narbe im Gesicht nicht so schlimm, wir fuhren zu einer Bekannten, die ist Ärztin und hatte Nähmaterial zu Hause....
Im Ferienlager brach sich ein Mädchen den Knöchel, wir haben acht Stunden in der akuten gewartet, bis sie versorgt war.
Waren da vorher so viele Herzinfarkte???Oder werden die Bypässe in der akuten eingebaut? Anscheinend hat man es nur im Rentenalter vermeintlich besser getroffen, oder wir haben einfach die falschen Krankheiten. Jedenfalls sollte man sich laut meinen schwedischen Nachbarn die Hueft -oder Knieprothese, sowie notwendige Linsen noch in D einbauen lassen, bevor man herzieht. Oder man geniesst eben in den Jahren der Warterei die gemuetliche Lebensart und die Natur.

Re: Krankenversicherung

von nysn » 2. Februar 2009 22:14

Mein Sohn hatte als Baby und Kleinkind (bis im Alter von ca. 5 Jahren) schweres Asthma - im Herbst und im Frühjahr konnten wir dann ausgiebigst die Akutmottagning im Krankenhaus Östra in Göteborg kennen lernen.

Wenn man Glück hatte, dann saß man mit einem Kleinkind nur so ca. 4-5 Stunden in einem Warteraum mit allen anderen ansteckenden Leuten (mag-/kräksjuka, Windpocken usw.) und dann noch gut 2 Stunden in diversen anderen Wartezimmern, bis er endlich die Inhalationen und Kortison-Tabletten bekam.

Nur wenn mein Sohn schon fast "blau" angelaufen war und ganz matt da hing, dann ging es etwas schneller - dann kam man direkt in den Raum, wo man nur 2 Stunden auf einen Arzt warten musste.

Zur einer Nachsorge wurden wir nie bestellt - wenn wir nach einer Woche dann wieder dort saßen - meistens mit dieser ansteckenden Magenkrankheit (kräksjukan), die hier wohl alle Kinder im Herbst/Winter bekommen - fragte uns auch keiner wie es ihm mit dem Asthma ginge.

Als wir später umgezogen sind - in ein anderes Län - von Västra Götaland nach Halland - hatten wir erst mal überhaupt keinen Arzt für ihn und wir durften auch nicht einfach so ins Kinderkrankenhaus gehen.

Als er seinen ersten Anfall in unserem ersten Herbst in Halland bekam, hatten mich die "kompetenten Krankenschwestern" von der Vårdcentral den ganzen Tag lang abgeblockt - am Abend war ich dann gezwungen, den Krankenwagen zu rufen. Erst so kamen wir in ein Krankenhaus und durften endlich einen Arzt treffen. Dieser hatte dann wohl ein ziemlich schlechtes Gewissen und wir bekamen eine Überweisung zu einem Kinderarzt, zu dem wir bis heute gehen. Wenn wir ein Jahr im Voraus den Termin buchen - können wir ihn auch regelmäßig treffen und er nimmt sich tatsächlich Zeit.

Damit mir das aber nicht nochmals passieren sollte, hatten wir uns ab diesem Zeitpunkt immer selbst geholfen:

Ich hatte mir einen Inhalator (den gleichen, den sie hier in Schweden im Krankenhaus hatten) in Deutschland besorgt, inkl. Medizin - ohne Rezept auf eigene Kosten!
Wir haben die Inhalationen dann immer selbst zu Hause gemacht.
In Schweden wollten Sie mir keinen Inhaltor für zu Hause geben - nicht einmal Adressen, wo ich den beziehen könnte. Anscheinend war das in Schweden eine Sache, die nur von hoch ausgebildetem Gesundheitspersonal ausgeführt werden sollte ... :roll:

Dann habe ich mir immer ausreichend Geld zurückgelegt, damit ich in Notfällen den nächsten Direktflug nach München nehmen und dort problemlos zum Arzt gehen konnte ...

Auf das schwedische Krankensystem vertrauen??? - Wieso denn?? DO IT YOURSELF!
S-nina

Re: Krankenversicherung

von Imrhien » 2. Februar 2009 21:31

hansbaer hat geschrieben: Vielerorts reden wir hier von mehreren Stunden Wartezeit.
Kann ich bestätigen. Bei Verdacht auf Thrombose: 7 Stunden!!!


Grüße
Wiebke

ach ja, als ich zwei Tage später zur Sicherheit zur Kontrolle sollte waren sie erst nicht sicher ob Röntgen oder doch Ultraschall. Ich ging von letzterm aus weil ich das so kannte und weil es so gesagt wurde. Irgendwann war dann klar, dass sie doch röntgen. Das Kontrastmittel in den Fuss konnte erst die 4. Person endlich spritzen. Die anderen haben sich sehr bemüht und mir Schmerzen zugefügt. Darüber haben sie dann und ich habe es in der Aufregung auch nicht gemerkt, vergessen mir einen Schutz umzulegen. Sehr toll. Der Mensch der das Röntgengerät bediente hatte so ein Teil an, ich nicht. Mir fiel erst daheim auf, dass mich auch keiner gefragt hatte ob ich schwanger sei, das fällt mir nämlich immer auf weil ich immer die gleiche Antwort gebe (nicht dass ich wüsste). Jedenfalls fand ich das im Nachhinein sehr unprofessionell und trägt nicht dazu bei, dass ich mehr Vertrauen in das System habe. Wie gesagt, da waren 2 Pfleger und eine Ärztin und eine Frau aus der Anesthesie da.

Re: Krankenversicherung

von hansbaer » 2. Februar 2009 20:53

schwedenoma hat geschrieben: Eh ich zum Arzt gehen werde, da muß ich schon den Kopf unter dem Arm tragen. Dann gehe ich aber nicht in die sogenannte Poliklinik sondern gleich ins Krankenhaus
(Sjukhuset) und zwar in die akutmottagning. Dort ist mir immer geholfen worden, da ich ja wirklich Krank war. Das war auch der Fall bei meinem Herzinfarkt. Innerhalb von 5 Stunden wurde ich total gescheckt und anschließend auf die Herzstation eingewiesen. Mußte ich noch 2005 nach Deutschland fahren, um meine Hämoridden
zu veröden, was selbst die deutschen Ärtzte nicht verstehen konnten,wurde dann mein Herzinfart hier in Schweden behandelt. Ich erhielt 4 Beipässe.
Ja, aber wenn man nicht gerade einen Herzinfarkt hat, kann man in der Akutmottagning warten, bis man schwarz wird. Vielerorts reden wir hier von mehreren Stunden Wartezeit.
schwedenoma hat geschrieben: Auch muß ich denen Widersprechen, die damit Argumentieren, in Schweden bezahlt man ja 25% Mehrwertsteuer. In Deutschland bezahle ich 15,5% Krankenversicherung? Und von meiner Warte her, was bekomme ich noch von der Krankenversicherung: Nichts. Ich bin eine Karteileiche und ich bin in Deutschland auf
die Kullanz des Arztes angewiesen, denn er kann an mir nichts mehr verdienen.
Ich frage mich, ob du das noch genauso siehst, wenn du mal drei Monate lang auf die Operation eines eingewachsenen Zehnagels gewartet hast. Oder 500 € für die Wurzelbehandlung eines Zahns. Die bezahlt nämlich die deutsche Krankenversicherung, die schwedische jedoch nicht.
Du hast bislang kaum erklärt, was du denn mit "Karteileiche" meinst. Ruft dein schwedischer Arzt dich denn regelmäßig an und fragt, wie es dir so geht? Ich bin ja schon froh, dass ich mal mit dem Arzt sprechen durfte, der mich operiert hat.
Die Einwohner Schwedens könnten für ihr Geld wirklich mehr erwarten.

Im Übrigen sind es nicht nur die 25% Mehrwertsteuer, sondern auch um die 30% Einkommenssteuer, die man - von einem sehr bescheidenen Freibetrag abgesehen - auf jegliches Einkommen zahlt. Ich finde das Steuersystem in diesem Land gut, aber stelle es bitte nicht so hin, als würde man in Deutschland viel für wenig bezahlen und in Schweden wenig für viel.

Re: Krankenversicherung

von schwedenoma » 2. Februar 2009 19:56

vinbär hat geschrieben:Thomas schrieb: Wenn der Patient erstmal merkt, dass er mit jedem Problem zu seinem distriktläkare kommen und der ihm gut helfen kann, wird er das System schnell akzeptieren.


Auch viele Schweden wollen das System so nicht mehr akzeptieren, die Unzufriedenheit unter den Schweden ist gross, denn gerade daran mangelt es oft, dass man, wenn man denn endlich zum Distriktsläkare durchgedrungen ist, eben keine "gute Hilfe" bekommt, sondern mit abwarten geheilt wird und monatelang auf eine Ueberweisung wartet, sofern man sie ueberhaupt erst bekommt.
Wuenschte mir einen Allgemeinmediziner zu haben, der so engagiert an seine Arbeit rangeht, wie Du es schilderst.
Hier habe ich als Patient 15 Minuten bei einem 14 Tage vorher gebuchten Termin.

Als Patient habe ich in fuenf Jahren kein Vertrauen in das hiesige System gewonnen, vielleicht habe ich aber auch nur Pech mit der örtlichen Vårdcentral und dem Arzt, die ich nicht frei wählen kann und anrufen beim Arzt ist hier auch nicht. Scheint ein Privileg Stockholms zu sein?
Eigentlich kann ich über Behandlung hier in Schweden nicht klagen. Ich lebe ja schon seit 2000 hier und nun ab 01.01.2009 mit Personen-Nummer und allen.
Eh ich zum Arzt gehen werde, da muß ich schon den Kopf unter dem Arm tragen. Dann gehe ich aber nicht in die sogenannte Poliklinik sondern gleich ins Krankenhaus
(Sjukhuset) und zwar in die akutmottagning. Dort ist mir immer geholfen worden, da ich ja wirklich Krank war. Das war auch der Fall bei meinem Herzinfarkt. Innerhalb von 5 Stunden wurde ich total gescheckt und anschließend auf die Herzstation eingewiesen. Mußte ich noch 2005 nach Deutschland fahren, um meine Hämoridden
zu veröden, was selbst die deutschen Ärtzte nicht verstehen konnten,wurde dann mein Herzinfart hier in Schweden behandelt. Ich erhielt 4 Beipässe.
Viele Dinge spielten bei mir eine Rolle, das ich nun schwedischer EU-Mitbürger geworden bin. Auch das schwedische Krankensystem hat eine Rolle gespielt.
Auch die Apotheke hat mich irgendwie überzeugt. Muß ich für jedes Medikament oder was ich brauche, Schmerzmittel in Deutschland zum Hausarzt gehen, so sind die Rezepte hier so ausgelegt, das ich Medikamente nachholen kann, ohne immer wieder den Arzt in Anspruch zu nehmen.
Auch muß ich denen Widersprechen, die damit Argumentieren, in Schweden bezahlt man ja 25% Mehrwertsteuer. In Deutschland bezahle ich 15,5% Krankenversicherung? Und von meiner Warte her, was bekomme ich noch von der Krankenversicherung: Nichts. Ich bin eine Karteileiche und ich bin in Deutschland auf
die Kullanz des Arztes angewiesen, denn er kann an mir nichts mehr verdienen.
Aber lassen wir alles mal. Ich bin nun schwedischer EU-Mitbürger und genieße mein Leben hier in Schweden. Habe ich doch weniger Stress, Hektik, lebe in der Natur und bin Glücklich. Nur das bestimmt das Leben. Darauf nehme ich auch gewisse Härten in Kauf.

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