Schweden im Mittelfeld des Umwelt-Rankings

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Re: Schweden im Mittelfeld des Umwelt-Rankings

von nysn » 19. Mai 2009 21:07

In Deutschland war einer der ausschlaggebenden Punkte der enorm hohe Konsum an Getränken in Einwegflaschen.
Ganz verstehe ich das eigentlich nicht. Den Konsum an Einwegflaschen/Dosen würde ich nach meinem Empfinden in Schweden eher höher einschätzen - man findet im Supermarkt doch äußerst selten Getränke, die nicht in 1 1/2 Liter Plastikflaschen verkauft werden. Sicher, die Flaschen werden hier recycelt und die Anzahl ist insgesamt wahrscheinlich weniger (das Land/die Anzahl der Konsumenten ist ja auch 10 x geringer).

In Deutschland - so wie ich es noch kenne - ist es doch auch üblich, sich einen Kasten Bier/Sprudel usw. im Getränkemarkt zu kaufen. An Kiosken kann man immer noch Glasflaschen bekommen. Getränkemärkte habe ich in Schweden noch nie gesehen (außer Systembolaget vielleicht).

Erst in letzter Zeit habe ich wahrgenommen, dass in Schweden nun allmählich auch Baumwolltaschen angeboten werden, die man zum Einkaufen mitnehmen kann - allerdings sehe ich nur selten jemanden an der Kasse, der dann tatsächlich eine solche mit dabei hat. Der Verbrauch an Plastiktüten muss hier doch auch extrem hoch sein. Und wo hier überall Kunststoffe/Plastik verwendet wird - jetzt denke ich mal an die wunderschönen Bäder - Boden und Wände voll ausgelegt mit PVC. Fußböden aus PVC usw.

Bevor ich nach Schweden kam, dachte ich auch immer - die Schweden sind so naturnah - lieben Holz und natürliche Materialien. Als ich dann hier war, habe ich kaum eine Wohnung/Haus gesehen, die/das tatsächlich aus diesen "natürlichen" Materialien besteht - unser Haus und viele andere aus der Zeit (gebaut z. B. 1994) haben standardmäßig PVC-ausgekleidete Badezimmer, PVC-Fußböden in fast allen Räumen außer Wohnzimmer, die Wände bestehen aus Gips-/Spanplatten - dazwischen Styropor und Plastikfolie ... richtige Holzhäuser - also aus richtigen Holzstämmen, die findet man doch höchstens mal im Bauernhofmuseum.

Möbel aus echtem Holz findet man auch äußerst selten. Auch teuere Möbelhäuser bieten zu 80 % Möbel aus Spanplatten/Furnier an. In Schweden ist doch fast alles Massenproduktion - einfach und billig - für den schnellen Konsum gedacht - slit och släng. Nachhaltigkeit oder Umweltbewusstsein stelle ich mir anders vor.

S-nina

Re: Schweden im Mittelfeld des Umwelt-Rankings

von Eipoksolok » 19. Mai 2009 20:44

Es wäre doch schön, wenn jemand mal die Kriterien gelesen hätte, wonach das Umweltranking einteilt. Farbeimer, die fortgeworfen werden und andere häusliche Unseligkeiten waren das nämlich nicht. Es ging um unscheinbare Dinge, die zusammen genommen einen schlechten Platz ergeben. In Deutschland war einer der ausschlaggebenden Punkte der enorm hohe Konsum an Getränken in Einwegflaschen. Nicht das Verbrennen solcher Flaschen sondern einfach nur der Kauf und die Nutzung. Außerdem der Transport von der Quelle des Mineralwassers zum Verbraucher.

Indien & Co schnitten so "gut" ab, weil dort kaum jemand ein Auto fährt. Das wird sich ändern. Vielleicht zum Glück im Sinne der Mobilität des Einzelnen. Sicher nicht zum Glück der Umwelt.

In Schweden wird sicher viel mehr Sprit verbraten, als dies in anderen hoch entwickelten Ländern der Fall ist. Die Entfernungen sind einfach sehr groß. Da kann das Auto noch so sauber sein. 50 km und mehr zum nächsten Ort sind eben 50 km. Oder noch größere Distanzen.

Re: Schweden im Mittelfeld des Umwelt-Rankings

von Samweis » 19. Mai 2009 18:55

Hallo,
raisalynn hat geschrieben: Aber dein Nachbar zündet nicht seinen Kamin mit Diesel oder so an?
Nein, Kamin hat er keinen. Aber die vedpanna zündet er so. Mindestens einmal täglich.
Teilweise auch im Sommer - sonst gibt's ja kein warmes Wasser.
Skogstroll hat geschrieben: Bauer Svensson könnte es durchaus wissen, wenn er es denn wissen wollte. Bei uns (und soweit ich weiss auch woanders) verteilt die Kommune jedes Jahr Abfallkalender mit allen Abholterminen und Infos zu den umliegenden ÅVC (återvinningscentral)
Klar. Aber Bauer Svensson ist ja von der Entsorgungspflicht freigestellt. Was macht er also mit dem Kalender?
Er tränkt ihn in Diesel und...
Skogstroll hat geschrieben: Da wird fröhlich die ganze E-Nummernliste rauf und runter gefuttert,
Richtig. In D muss es mal einen Fleischskandal gegeben haben durch mit Kochsalzlösung aufgespritztes Geflügelfleisch. Großes Gelächter in der Nachbarschaft. Anschließend geht man in den COOP oder ICA und kauft mit sich selbst zufrieden frisches schwedisches Schweinefilet mit der Aufschrift "gourmet-mörad".
In der Packung ist dann ein nicht-abgehangener Kotelettgrat, der mit (mindestens) der maximal zulässigen Menge Kochsalz und Natriumnitrat aufgepumpt wird (natürlich in wässriger Lösung).
Vorteile:
- Es ist vollkommen legal, da deklariert.
- Es ist lebensmittelrechtlich eine Fleischzubereitung und keine Rohware mehr (soweit ich weiß, darf man es dann auch umetikettieren und weiterverwenden)
- Man verkauft 10% Extra-Gewicht - zusätzlich zu der nicht abgetropften Gewebeflüssigkeit (da nicht abgehangen), die dann anschließend als Eiweiß-Schaum in der Pfanne schwimmt.
Hmmmm - lecker! :P

Ups - aber das wäre wohl ein ganz anderer Thread... :wink:

Viele Grüße

Samweis

Re: Schweden im Mittelfeld des Umwelt-Rankings

von HeikeBlekinge » 19. Mai 2009 18:45

Es mag an der Bevölkerungsdichte liegen, aber Natur wird als eine unendliche Ressource gesehen, die man hemmungslos und ungestraft ausbeuten kann. Jemand, der anderes behauptet, wird im besten Fall als grüner Spinner abgetan.
Ich bin begeistert von euren Äusserungen und dem Thema,
auch wenn es eigentlich zum heulen ist!
Seit beinahe nun schon Ewigkeiten muss ich damit leben als gruene Tussi abserviert zu werden.
Das nervt ungemein. Man kann sagen, das als ich nach Schweden ging ich hoffte, hier auf mehr Verständnis fuer meine Gedanken, Befuerchtungen und Ansichten zu dieser Tematik zu stossen. Weit gefehlt!
Was man im regelmässigen Umgang mit den Schweden erleben kann sprengt bei weitem den Rahmen...

Neulich, zum Ende des Fussballspiels: Der junge Mann wirft kurzerhand die Blechdose an den Wiesenrand und keiner schert sich drum, Vatern sagt gar nichts...
Beim Kochunterricht in der Schule: Jungen schälen Kartoffeln grundsätzlich unter fliessendem Wasser. Ich sie darauf anspreche, die darauf: Geh nach Haus! (Allerdings habe ich jetzt einen erfolgreich "bekehrt" -grins - er macht das Wasser umgehend aus wenn er merkt das ich es sehe... immerhin!)
Garten? Ehemalige Muellkippe! Und ich dachte nach der in D könne mich nichts mehr schocken! Manchmal denk ich ich sollte das alles absperren und meinen Ahnen ein Schreiben hinterlassen, in dem sie zu den Alleinerben dieser archäologischen Sensation erklärt werden! Naja, derweil lebe ich in der Hoffnung das das eine oder andere Eisenteil zur Duengung meines Gemueses beiträgt...
Ach - ich hätte zig Beispiele. Da kommt man aber leicht dahin als Schlechtmacher oder Miesepeter bezeichnet zu werden.
Fuer mich ist FAKT: Der ueberwiegende Teil der Schweden denkt genau das was oben geschrieben wurde: Die Ressourcen sind unerschöpflich. Und schliesslich gehört Schweden ja auch zu den wasserreichsten Ländern. Weshalb da nachhaltig oder vorbeugend handeln und denken?
Ueberhaupt! Das hiesse ja zuzugeben, das etwas faul ist im Staate!
Wo kommen wir denn da hin?
Nein! Da macht man lieber freudestrahlend Schulausfluege zu den fortschrittlichen KKWs (ich lehnte diesen Ausflug entschieden ab: Ich könne mir wesentlich besseres vorstellen als denn gerade ein KKW zu besichtigen ... leichtes Unverständnis seitens der Lehrerin, logischerweise)
Puh - ich hör lieber auf. Obwohl ich gerade dabei bin eine Arbeit ueber das Thema "maten, makt och girigheten" (aus dem gleichnamigen, sehr zu empfehlenden Schulbuch uebrigens, wobei ich mich frage hat das eigentlich kein Schwede gelesen??) zu schreiben - genau mein Ding. Bloss leider auf schwedisch :-( - und das ist ääächt anstrengend!

Re: Schweden im Mittelfeld des Umwelt-Rankings

von Skogstroll » 19. Mai 2009 17:12

Bauer Svensson könnte es durchaus wissen, wenn er es denn wissen wollte. Bei uns (und soweit ich weiss auch woanders) verteilt die Kommune jedes Jahr Abfallkalender mit allen Abholterminen und Infos zu den umliegenden ÅVC (återvinningscentral). In manchem Jahr waren sogar die Fotos richtig schön. Wenn man will, kann man ganz genau nachlesen, was man wie und wohin entsorgen muss. Und zweimal im jahr kommt sogar das Schadstoffmobil, wenn auch nur für 10 Minuten. Da muss man schon aufpassen.

Woran es Bauer Svensson fast immer fehlt, ist das Bewusstsein dafür. Wenn er druckimprägniertes Holz verbrennt, dann ist es hinterher doch WEG, oder? Und was man kaufen kann, das kann doch nicht gefährlich sein. Und wenn man den Müll in den Wald wirft - mein Gott, der Wald ist doch sooo gross! Und dann kommt da so ein deutscher "besserwisser" und erklärt, dass man PVC nicht verbrennen soll!

Auf gleiche Weise erklären sich auch die Essgewohnheiten der meisten Schweden. Da wird fröhlich die ganze E-Nummernliste rauf und runter gefuttert, ohne dass man sich die geringsten Gedanken darüber macht. Beim Anblick des farbenfrohen Lösgodisregals dreht sich mir der Magen um!
Viele Kinder hier sind allergisch gegen alle möglichen Grundnahrungsmittel (Mehl, Eier, Fisch, Milch...), nehmen aber vermutlich mehr synthetische Farbstoffe und Geschmacksverstärker zu sich alle natürlichen Vitamine und Ballaststoffe zusammengenommen. Und Natriumglutamat steht in reiner Form im Gewürzregal.

Es gibt nur einen Grund, weshalb die Schweden ihre natur noch nicht völlig zugrunde gerichtet haben: Es gibt nicht genug von ihnen.

Skogstroll

Re: Schweden im Mittelfeld des Umwelt-Rankings

von raisalynn » 19. Mai 2009 17:06

Er nimmt normales Verpackungsplastik.
Aber dein Nachbar zündet nicht seinen Kamin mit Diesel oder so an? Meiner benutzt das Plastik nämlich dafür. Vielleicht wird DomDom auf den Tread aufmerksam und kann mal seine Meinung als Schornsteinfeger dazu abgeben.

Manchmal stinkt es hier in der Gegend aber schon sehr verdächtig. Man kommt sich vor wie auf einer Müllverbrennungsanlage. In die großen Öfen wird einfach alles, was man tragen kann, geschmissen. So schnell kann man sich ja gar nicht beschweren.

@tilmann: Fand dein posting jetzt nicht so dramatisch, hatte dich gleich als kleinen Abenteurer vor Augen :) .

Re: Schweden im Mittelfeld des Umwelt-Rankings

von Samweis » 19. Mai 2009 16:38

Hallo,
raisalynn hat geschrieben: Mein Nachbar benutzt zum Feuer anzünden Plastik. Als ich ihn darauf ansprach, fehlte ihm völlig das Verständnis. Er empfindet das als ganz normal.
Heute als Verpackung übliches Plastik, also PE oder PP verbrennt (sofern es rein ist) nicht anders als Gas, Benzin oder der Diesel, mit dem mein Nachbar seinen Ofen zündet.
Viel bedenklicher sind die eventuell enthaltenen Weichmacher und Farbstoffe und andere Kunststoffe wie Polystyrol, Gummi usw. Ganz übel wird's dann aber bei einer alten plastmatta aus PVC oder bei altem druckimprägnierten Holz, das noch mit irgendwelchen halogenierten Schweinereien behandelt wurde.
Unterschieden wird hier nicht - wie denn auch? Woher soll Bauer Svensson das wissen?
Er darf ja. Aufklärung gibt's keine.
Da kann dann schnell mal eine Altlast zustande kommen, die sich ein paar tausend Jahre hält....

Viele Grüße

Samweis

Re: Schweden im Mittelfeld des Umwelt-Rankings

von tilmann » 19. Mai 2009 16:31

Ok. Ich bin lernfähig. Ist nicht lustig im Müll zu leben, nur die Vorstellung ein Kinderfahrrad beim Anlegen eines Blumenbeetes zu finden, fand ich komisch.
/Tilmann

Re: Schweden im Mittelfeld des Umwelt-Rankings

von nysn » 19. Mai 2009 16:25

... so richtig lustig muss es wohl sein, wenn man gerade ein neues Haus gekauft/gebaut hat - für 3 Mio. SEK - und dann feststellen muss, dass der Garten nicht angelegt werden kann/darf, weil sich auf dem Grundstück Asphaltreste und Teile von Betonrohren verstecken, von denen angeblich keiner Ahnung hat, wie sie dorthin gekommen sind.

... eine unglaubliche, scheinbar "unendliche" Geschichte - siehe hier - Artikel GP 1. 19.05.2008:

http://www.gp.se/gp/jsp/Crosslink.jsp?d=106&a=421444
Asfalt och betong kvar på tomten
I snart tre år har familjen XXX i Nödinge kämpat för att få sin tomt sanerad. Miljödomstolen har slagit fast att entreprenören XXX ska forsla bort de miljöfarliga massorna, men inget har gjorts.
När familjen flyttat in sommaren 2005 uppmärksammade den att gräsmattan innehöll asfaltrester samt bitar av betongrör. Men varken XXX eller markentreprenören XXX gjorde något.

Re: Schweden im Mittelfeld des Umwelt-Rankings

von raisalynn » 19. Mai 2009 16:18

Nee, das ist wirklich nicht sehr lustig. Bei mir finden sich auch so einige von diesen Asthaufen. Drunter sind alten Ziegel und darunter der Müll. Mein Hund schleppt ständig irgendwelches altes Zeug an. Verrostete Dosen und kaputte Flaschen. Und wenn man relativ kleine Kinder hat, dann hört der Spaß endgültig auf.

Mein Nachbar benutzt zum Feuer anzünden Plastik. Als ich ihn darauf ansprach, fehlte ihm völlig das Verständnis. Er empfindet das als ganz normal.

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