Krisensichere Branche: Reinigungsunternehmen steigern Person

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Re: Krisensichere Branche: Reinigungsunternehmen steigern Person

von S_nina » 22. Januar 2009 11:28

in was für einer neighbourhood wohnst du denn? Ich denke, dass ausser in einigen Reichenghettos das Beschäftigen von Putzfrauen/männern doch relativ unüblich und vor allem gesellschaftlich nicht angemessen ist.
Das "Ghetto" nennt sich lt. Wikipedia - Speckgürtel von Göteborg

http://de.wikipedia.org/wiki/Kungsbacka

Einige der Putzhilfen, die hier so ein- und ausgehen, kommen von Unternehmen (z.B. hemfrid o. ä.). Es gibt recht viele hier, die bei den großen Unternehmen in Göteborg als "mellanchef oder sonstige chefs" tätig sind und die bekommen dann die Putzhilfe von der Arbeit als "förmån", ähnlich wie ein Dienstwagen.
Dann gibt es aber auch eine ganze Menge von "neureichen Angebern", die irgendwie selbständig sind oder sonst was - die beschäftigen dann ihre Putze gerne "vid sidan om".

S-nina

Re: Krisensichere Branche: Reinigungsunternehmen steigern Person

von Tommy2 » 22. Januar 2009 11:12

@nina

in was für einer neighbourhood wohnst du denn? Ich denke, dass ausser in einigen Reichenghettos das Beschäftigen von Putzfrauen/männern doch relativ unüblich und vor allem gesellschaftlich nicht angemessen ist. Zu meinem grossen Bedauern.
Nach meiner Auffassung führt der hohe Anteil doppelarbeitender Eltern zusammen mit der Nichtverfügbarkeit von bezahlbaren Haushaltshilfen zu sehr viel Stress/Streit usw in vielen Familien. Vielleicht ist das auch ein Grund für die hohe Scheidungsrate?

Re: Krisensichere Branche: Reinigungsunternehmen steigern Person

von Tulipa » 22. Januar 2009 10:45

Wieder etwas gelernt - bei dem Ausdruck "vid sidan om" habe ich mir nie etwas gedacht, ihn weder verstanden noch für wichtig gehalten. Muss ich mal drauf achten, was hier so alles schwarz läuft.

LG
Tulipa

Re: Krisensichere Branche: Reinigungsunternehmen steigern Person

von nysn » 22. Januar 2009 08:58

dass es politisch nicht korrekt sei, andere Menschen dafür zu bezahlen, den eigenen Dreck wegzumachen. Das solle jeder gefälligst selbst tun, egal wie sozial hochgestellt/betucht er/sie sei. Dienstboten gehörten sich in Schweden ganz einfach nicht.
Ordentlich bezahlte und steuerlich angemeldete "Dienstboten" sind in Schweden tatsächlich nicht besonders häufig anzutreffen - und dadurch wird sich auch durch das neue Haushaltsdienste-Steuergesetz nicht sehr viel ändern.

Etwas Zuwachs haben wohl diese Firmen bekommen, die Putzdienste anbieten. Diese Dienste werden häufig von größeren Unternehmen für ihre Mitarbeiter eingekauft - d. h. da kommt dann einmal in der Woche jemand von "Ulla-Bellas Städservice" und macht sauber. Die Leute, die allerdings für diese Putzunternehmen arbeiten, verdienen in der Regel nicht sonderlich viel und mir ist auch schleierhaft, wie man davon ausgehen kann, dass damit so viele neue Arbeitsplätze geschaffen werden sollen.

Damit meinen die dann wohl, dass alle 2. und 3.-Klasse-Einwanderer (also die, die aus Nicht-EU-Ländern kommen) zukünftig als Putzfrauen/Putzmänner arbeiten sollen - nach dem Motto "besser als nichts". Eine echte Chance, durch eine qualifizierte Tätigkeit auf dem schwedischen Arbeitsmarkt Fuß zu fassen, wird denen wahrscheinlich auch in Zukunft nicht gegeben werden.

In meiner Wohngegend ist man eher "Exot", wenn man keine "Putzhilfe" hat - hier ist es fast schon Status damit anzugeben. Doch zumeist sind die dann - "schwedisch vornehm" ausgedrückt "vid sidan om" beschäftigt - also zu gut Deutsch "schwarz"! Doch so was sagt man nicht - das wäre in der Tat politisch nicht korrekt.

S-nina

Re: Krisensichere Branche: Reinigungsunternehmen steigern Person

von Tulipa » 21. Januar 2009 23:53

Das Thema interessiert/betrifft mich auch.

Nicht weil ich eine Putzfrau/-mann habe, sondern weil das vor Jahren so ziemlich die erste persönlich gemeinte (=bei mir persönlich angekommene) Aussage einer schwedischen Fast-freundin war: dass es politisch nicht korrekt sei, andere Menschen dafür zu bezahlen, den eigenen Dreck wegzumachen. Das solle jeder gefälligst selbst tun, egal wie sozial hochgestellt/betucht er/sie sei. Dienstboten gehörten sich in Schweden ganz einfach nicht.

Ich argumentierte dagegen, es sei doch sehr sozial, jemandem/r durch solche Dienste ein eigenes Einkommen zu ermöglichen und somit vor der Arbeitslosigkeit zu bewahren.

Nun sehe ich, es wird eben auch nur mit Wasser gekocht, wer selbst nicht ´rum kommt, vergisst politische Skrupel.
LG
Tulipa

Krisensichere Branche: Reinigungsunternehmen steigern Person

von svenska-nyheter » 21. Januar 2009 15:19

Nicht alles in Schweden ist durch die abflauende Konjunktur vom Niedergang betroffen. So befinden sich die so genannten haushaltsnahen Dienstleistungen in einem regelrechten Aufschwung. Wie der Schwedische Rundfunk berichtet, steigt die Zahl der Neuanstellungen kontinuierlich. Demnach könnte die Branche dieses Jahr um mehr als 60 Prozent wachsen.
>>ganzer Artikel
(Mit freundlicher Genehmigung von Radio Schweden)

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