Nachhilfeuntericht

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Re: Nachhilfeuntericht

von nysn » 2. Dezember 2008 21:23

Der Unterschied ist mir nicht richtig klar aber die Links sagen ja mehr.
Der Artikel in Metro auch.
Hej Hans,
habe mir tatsächlich die Links zu deinem Posting durchgelesen und habe nicht richtig verstanden, was du eigentlich mit deiner Frage meinst.

Ich habe das amerikanische Projekt so verstanden, dass dort Nachhilfe angeboten wird, vor allem in Englisch, von Lehrern und auch anderen Leuten für Kinder aus amerikanischen öffentlichen Schulen - und zwar in einer Art Lernzentren (z. Teil als Läden getarnt).

Dann gibt es auf der Website auch Projekte, die dazu dienen sollen, Kinder beim Lernen durch praktische Arbeiten zu unterstützen - z. B. Projekt Nr. 154 "The Plan - To donate the time and supplies for a class of high school students to build a boat."

Sicher, die Idee ist nicht schlecht und für die USA eine gute Sache - denn dort - so meine ich, ist das öffentliche Schulwesen auf Hilfe durch private Spenden/Einsätze angewiesen. Auch scheint es in den USA keine Berührungsängste zu geben zwischen Unternehmen und Schulen.

Ob diese Idee dann 1:1 übertragbar wäre auf das deutsche Schulsystem erscheint mir fraglich - denn eine Art freiwillige Nachhilfe gibt es in Deutschland ja schon und solche ähnlichen Projekte kannte ich noch aus meiner eigenen Schulzeit.

Möglicherweise könnte man die Idee übernehmen für Migranten-Kinder, um denen Extra-Deutsch-Unterricht in so einer Art "Lernzentrum" zu geben. Bin aber nicht informiert, ob es so was in Deutschland schon gibt.
Dann wundere ich mich, warum man mich fragt,warum ich was wissen möchte.
Einfach darum.
Muss sowas erklärt werden?
Nein, es muss nicht erklärt werden - es erleichtert nur möglicherweise das Verständnis für deine Frage.

Am Ende des von dir geposteten schwedischen Textes - stand dann die Frage:
Vem blir först med att anamma idén i Sverige? Och vad ska vi ha för koncept?

Da du ja auch in Schweden wohnst, dachte ich, du hättest vielleicht dazu auch mehr Informationen - ob und inwiefern das für Schweden umsetzbar ist?
Lieber etwas misszuverstehen als versuchen es zu verstehen.
Es ist nicht immer leicht, alles auf Anhieb richtig zu verstehen - und besonders bei verschiedenen sprachlichen Hintergründen - es steckt keine Missversteh-Absicht dahinter.

S-nina

Re: Nachhilfeuntericht

von Hans » 2. Dezember 2008 20:16

Läxhjälp oder Nachhilfe

Der Unterschied ist mir nicht richtig klar aber die Links sagen ja mehr.
Der Artikel in Metro auch.

Die Ide´finde ich genial.

Dann wundere ich mich, warum man mich fragt,warum ich was wissen möchte.
Einfach darum.
Muss sowas erklärt werden?

Es scheint hier ein kultureller Unterschied vorzuliegen.
Lieber etwas misszuverstehen als versuchen es zu verstehen.

Mit Seufzern
Grüsst
H :smt006 ans

Re: Nachhilfeuntericht

von nysn » 2. Dezember 2008 18:26

Meine Frage war lediglich, ob es was ähnliches in D gibt.
Deine Frage wurde auch beantwortet von Thommy - direkt hinter deinem 2. Posting.

Es gibt in Deutschland schon seit Jahrzehnten Nachilfeunterricht.
Oft frewillig geleistet durch Gymnasiasten oder Studenten. Seit einiger Zeit gibt es auch kommerzielle Angebote.


Das, was in den USA angeboten wird - wird in Deutschland in der Form nicht nachgefragt - da kein eigentlicher Bedarf vorhanden.

An meiner Schule - einem privaten Mädchengymnasium - gab es schon vor 30 Jahren Projekte der Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft/sozialen Trägern. D. h. wir Mädchen konnten ein- bis zweimal die Woche freiwillige Hilfe leisten im Altenheim oder auch bei der Caritas aushelfen.
In jüngerer Zeit gab es mal ein Solarzellen-Projekt - d. h. die Schüler haben in der Schule eine komplette Solaranlage aufgebaut - auch mit Unterstützung örtlicher Firmen.

Diese Aktionen sind aber nicht als "Nachhilfe" zu verstehen. Nachhilfe wird in Deutschland so aufgefasst, dass es was zum "Nachholen" gibt - also Stoff, den man in der Schule nicht gelernt hat oder nicht verstanden hat, wird auf privatem Wege nachgeholt, um zu vermeiden, dass man eine Klasse wiederholen oder die Schule wechseln muss (z. B. vom Gymnasium auf die Realschule).

Aber warum willst du wissen, ob es so was in Deutschland gibt?

Gibt es das in dieser Form in Schweden und inwiefern besteht in Schweden danach ein Bedarf?

S-nina

Re: Nachhilfeuntericht

von Hans » 2. Dezember 2008 18:08

Nachhilfe oder hilflos

Wie man so offeneTüren einschlägt.
Die Links gaben anhand dass es kostenlos und kreativ ist.

Mir schwebte vor, dass man sich die Sache anschaut und liest, bevor
man sich äussert.

http://www.ted.com/index.php/talks/dave ... chool.html

Irgendwo wurde doch scheinbar Nachilfe vermisst.

Meine Frage war lediglich, ob es was ähnliches in D gibt.

Grüsst
H :smt006 ans

Re: Nachhilfeuntericht

von nysn » 2. Dezember 2008 16:32

... im Ernst Thommy - darüber mache ich mir echt Gedanken.

Ich habe schon versucht, ihm Schreibschrift selbst beizubringen - auch mit diesen Kuschelvariationen. Aber ich kann ihn ja nicht zu Hause andauernd damit frustrieren, was in der schwedischen Schule wirklich keine Rolle zu spielen scheint.

Er weiß aber inzwischen selber, dass "man" in Deutschland anders schreibt - seiner Oma und seinem Cousin schreibt er nur noch Briefe auf dem Computer.

Doch wie wichtig ist das Schriftbild außerhalb Schwedens - hat dazu jemand Erfahrungen?

S-nina

Re: Nachhilfeuntericht

von Tommy2 » 2. Dezember 2008 16:19

Nina,
im Sinne der vielen Kuschelpädagogen hier kannst du ihn ja vorsichtig an das Thema heranführen, ohne Forderungen zu stellen, mit ihm das dann spielerisch erarbeiten, ihm Schreibspiele mit hohem Spielwert zu Weihnachten schenken, den Computer ausstellen und ihn extra fördern mit eigenen Aufgaben, die ihn zwanglos dazu ermuntern...

.. genauso weiterzuschreiben. Du hast recht, es ist sicher zu spät. Ich bin auch zu spät aufgewacht.

Re: Nachhilfeuntericht

von nysn » 2. Dezember 2008 15:54

Jetzt im Rückblick hätte ich viel eher fordern müssen, dass z.B. meinen Söhnen richtiges Schreiben beigebracht wird
Wie reagiert man eigentlich "außerhalb" Schwedens auf einen, von einem schwedischen 14-jährigen handgeschriebenen Text, der eigentlich nur aus Druckbuchstaben besteht, die so ziemlich in alle Richtungen zeigen?

In Schweden scheint dieses Schriftbild völlig normal - da man ja keine Schreibschrift mehr lernt.

Hier würde ich mir so eine Art "lustige Schreibstube" als Nachhilfe wünschen - ich mag gar nicht, wie mein Junge schreibt (vom Schriftbild her) - aber ich kann es in der 8. Klasse jetzt "nicht mehr" ändern.

S-nina

Re: Nachhilfeuntericht

von Tommy2 » 2. Dezember 2008 14:07

Jana, ich finde schon,dass du Ansprüche stellen kannst an die schwedische Schule, und nicht nur kneifen. Wir zahlen ja schliesslich eine Teil der Lehrergehälter und sind die umworbenen Kunden der Schule.
Jetzt im Rückblick hätte ich viel eher fordern müssen, dass z.B. meinen Söhnen richtiges Schreiben beigebracht wird, und nicht die ganzen Schreibfehler durchgehen können. Ich hätte darauf bestehen sollen, dass es absolut keine Überforderung ist, wenn die Kinder in der vierten können solen, dass das erste Wort im Satz gross geschrieben wird. Oder dass ein Satz mit einem Satzzeichen aufhört.
Nur stossen solche Anforderungen leider oft auf Unverständnis. Als Ergebnis sehe ich im Arbeitsalltag welch jämmerlichen Schriftstücke einiger meiner schwedischen Kollegen verfassen.

Re: Nachhilfeuntericht

von Aelve » 2. Dezember 2008 13:26

Hallo Jana,

dann würde ich an Eurer Stelle auch die deutsche Schule in Stockholm wählen. Sagtet Ihr nicht, dass die Schulen - auch die Privatschulen - frei sind von Schulgeld?Oder gilt das nicht für alle Privatschulen?

Grüße Aelve

Re: Nachhilfeuntericht

von janaquinn » 2. Dezember 2008 13:20

Na Nina, ob dass wirklich mein Traum ist?? Wenn ich das amerikanische System hätte haben wollen, wären wir nach Amerika gegangen.
Also heisst es fleissig sparen, damit ich meine Tochter hier erst auf die Deutsche Schule in Stockholm schicken kann, die einen guten Ruf geniesst, und dann nach England oder nach Deutschland, damit sie eine Lehre machen kann.

Ich bin wirklich froh, dieses Forum und seine, grösstenteils, kritischen User zu haben, da ich, leider, nunmal keine Erfahrung mit einer "normalen" schwedischen Schule habe, sondern ausschliesslich mit der Särskola.


@ Aleve: Die Schwedische Schule KANN nicht in die Pflicht genommen werden, weil es gegen das berühmt-berüchtigte Gleichheitsprinzip verstossen würde. Würde ich es mir auch nur annähnernd wagen, dass System und seine Lehrer zu kritisieren, würden sowohl meine Tochter als auch ich arge Probleme bekommen. Also entweder ich akzeptiere alles wie es ist und meine Tochter hat keinerlei Chancen auf dem internationalen Arbeitsmarkt, trotz 2 Pässen, oder ich lehne mich privat dagegen auf und hole mir einen Privatlehrer ins Haus.
Ich müsste dann wahrscheinlich akzeptieren, dass sich Taima in der Schule langweilt, weil sie anderen Kindern vorraus ist und man sich ja am schlechtesten orientiert, aber zumindest weiss ich, dass sie ein sehr guten Wissensstand hat und damit auch Chancen auf eine sehr gute Uni zu kommen, die dann aber wahrscheinlich NICHT in Schweden ist, sondern im Europäischen Ausland.
LG JANA

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