Fragen zur Auswanderung

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pueppi8278
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Fragen zur Auswanderung

Beitrag von pueppi8278 »

Hallo,
mein Mann und ich tragen uns mit dem Gedanken nach Schweden auszuwandern. Das Motiv ist allerdings nicht der wirtschaftliche Notstand, sondern die Liebe zum Land Schweden. Wir kennen Schweden allerdings nur aus dem Urlaub.
Mich würden solche Fragen wie Jobsuche bzw Bedarf und Kosten, die auf uns zukommen würden sehr interessieren.
Zu uns gibt es folgendes zu sagen: Mein Mann hat die Berufe Verwaltungsfachangestellter und Kaufmann für Speditions- und Logistikdienstleistung gelernt zusätzlich hat er ein abgeschlossenes Studium im Bereich Logistikmanagement. Ich habe Bauzeichnerin gelernt und schließe ebenfalls dieses Jahr den Studiengang Logistikmangement ab. Wir beide stehen in Deutschland im Berufsleben. Eine Auswanderung würde auch nur in Frage kommen, wenn ein entsprechender Job in Schweden gefunden wird.
Welche Region in Schweden bietet sich besonders für die Jobsuche an für den Bereich Logistik, Betriebswirtschaft oder Management? Wir hätten vor fürs erste zur Miete zu wohnen, würde ein Startkapital von 25000 Euro reichen? Gibt es für eine Auswanderung etwas besonderes in Schweden zu beachten, z. B. Behörden? Das größte Problem ist die Sprache, Mein Mann spricht außer deutsch nur englisch und dänisch, ich nur englisch. Wie kann man am Besten schwedisch lernen. Ich bin für alle Tipps sehr dankbar! Die Auswanderung nach Schweden soll bei uns nicht kurzfristig übers Knie gebrochen werden. Wir wollen vielmehr ein gut durchdachtes Projekt daraus machen. :danke:
Liebe Grüße

Michelle

Sams83
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Lebensmittelpunkt: Deutschland

Re: Fragen zur Auswanderung

Beitrag von Sams83 »

Hallo und herzlich willkommen im Forum!

Ja, das klingt schon alles recht vernünftig. Aus "wirtschaftlichem Notstand" auswandern zu wollen, ist sicherlich keine gute Idee, habt ihr ja aber auch nicht vor.

Leider kann ich zum Thema Logistik nichts sagen, da kann Euch vielleicht jemand anderes weiterhelfen.

Zum Thema Behörden: Der Prozess des Auswanderns ist in der Regel für EU-Mitbürger recht einfach, sofern über einen Job bzw. genügend Eigenkapital verfügt wird.
Bei der Registrierung beim Migrationsverket muss man Entsprechendes nachweisen (z.B. mit Arbeitsvertrag oder sonstigen entsprechenden Belegen); dort muss man innerhalb von 3 Monaten sein Aufenthaltsrecht registrieren lassen.
Beim Skatteverket wird die Steuernummer (Personnummer) beantragt. Diese kann man erhalten, wenn man mindestens ein Jahr in Schweden verweilt. Damit werden die weiteren organisatorischen Dinge (Bank, Telefon,...) um ein Wesentliches vereinfacht, das erste, wonach die Schweden bei solchen Dingen fragen, ist die Personnummer.

Fazit: Sofern ihr mit Job auswandert, sollte alles problemlos über die Bühne laufen...ansonsten kann es beim Migrationsverket schon einmal Probleme mit der Registrierung geben. Hierzu (zu den Problemen mit Migrationsverket) finden sich schon einige Threads im Forum, einfach mal Migrationsverket und Skatteverket in die Suchfunktion eingeben, da werdet ihr vermutlich überhäuft...
Die Regel wird aber vermutlich die problemlose Anerkennung beim Migrationsverket sein, sofern man (wie ihr plant) gut durchdacht und mit einem gewissen Rückhalt auswandert.

Mit der Sprache hat dein Mann sicherlich einen großen Vorteil, da er bereits dänisch kann. Schwedisch und dänisch sind einander doch sehr verwandt, vermutlich wird er (je nachdem wie gut er dänisch kann) auch im Schwedischen (zumindest nach kurzer Eingewöhnungszeit) recht viel verstehen und das Schwedische recht schnell erlernen können.
Deutsche generell haben es recht einfach, schwedisch zu erlernen. Wobei es natürlich auch (wie immer) auf ein bisschen sprachliche Begabung ankommt. Im Gegensatz zu Personen mit anderen Sprachkenntnissen haben Deutsch-Sprechende allerdings schon erhebliche Vorteile, da von der Grammatik und auch vom Wortschatz her vieles recht ähnlich ist. Wenn auch die Sprachmelodie eine komplett andere ist ---
Ich selber hatte nur einen VHS-Kurs in Deutschland besucht, bevor ich nach Stockholm ausgewandert bin. Den Rest habe ich dann hier vor Ort gelernt, nach einem Monat habe ich die ersten schwedischen Versuche mit den Kollegen unternommen, dann nach einigen Monaten nur noch schwedisch. Allerdings hatte ich den großen Vorteil, dass ich einen Job hier hatte und zunächst mal auch nicht von mir erwartet wurde, dass ich schwedisch können sollte. Dass Gastforscher am Institut, wo ich gearbeitet habe, englisch sprechen, war keine Seltenheit.
Ganz anders sieht es wohl aus, wenn man auf Jobsuche ist und sich bei schwedischen Firmen bewirbt. Da sollten recht sichere Sprachkenntnisse wohl Voraussetzung sein.
VHS-Kurse in Deutschland bringen sicherlich den ersten Schritt dazu, allerdings gehen sie ja oft nur recht langsam voran und lehren mehr das "Touristen-Schwedisch", das für den Anfang/ im Smalltalk natürlich ausreicht, nicht aber im Berufsleben.
Es gibt verschiedene Sprachkurse auf CD-ROM oder im Internet, etliche Links dazu finden sich hier:
http://www.schwedentor.de/forum/tipps-f ... ,4384.html

Auch schwedisches Radio/ Fernsehen oder Zeitung/Nachrichten kann man im Internet lesen und hören. Das hilft natürlich schon ein ganzes Stück weiter.
Je nachdem gibt es auch Privatunterricht von in Deutschland lebenden Schweden, vielleicht eine teurere, aber lohnenswerte Alternative, zumindest wenn man schon ein paar Vorkenntnisse gesammelt hat.

Viel Erfolg bei Euren Plänen!
Sams83

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Haro
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Re: Fragen zur Auswanderung

Beitrag von Haro »

Hej Michelle,

da es sich bei euren beiden Berufen um Büroberufe handelt die eine "sehr gute Sprachkenntniss" in Wort und Schrift vorraussetzt denke ich wird das nicht ganz einfach für euch werden. Meine Frau hat in Deutschland als gelernte Bürokauffrau gearbeitet und arbeitet jetzt in Schweden in einer Molkerei und kommissioniert Waren. Als Bürokauffrau hätte sie wegen der Sprache und der Ausbildung keinen Job in Schweden bekommen weil eine Bürokauffrau in Schweden z.B. auch Buchhaltung können muß was in Deutschland nicht der Fall ist. Vielleicht ist es ja besser das man flexibel ist und nicht unbedingt den erlernten Job sucht, es gibt auch andere Jobs die Spaß machen. :wink:
Man muss dem Leben nur gelassen folgen und ihm ein Höchstmaß an Freude entnehmen.

http://www.ferienhaus-smaland.se

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