Familienpolitik der Christdemokraten unrealistisch

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Speedy
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Re: Familienpolitik der Christdemokraten unrealistisch

Beitrag von Speedy »

Paul,

ich glaube der schwedische Staat will nicht das die Kinder individuell erzogen werden. Alles und alle soll/en gleich sein, "Jäntelagen". Deshalb ist es nicht erwuenscht, das die Eltern selber Hand an die Kinder legen. All das erinnert mich an die ehemaligen DDR, dort war es doch genauso, oder????
Leider sind die Schweden sehr träge und protestieren nicht gegen den alles bestimmenden Staat.

Gruss Speedy

Pink_Panther
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Re: Familienpolitik der Christdemokraten unrealistisch

Beitrag von Pink_Panther »

Speedy hat geschrieben:Paul,

ich glaube der schwedische Staat will nicht das die Kinder individuell erzogen werden. Alles und alle soll/en gleich sein, "Jäntelagen". Deshalb ist es nicht erwuenscht, das die Eltern selber Hand an die Kinder legen. All das erinnert mich an die ehemaligen DDR, dort war es doch genauso, oder????
Leider sind die Schweden sehr träge und protestieren nicht gegen den alles bestimmenden Staat.

Gruss Speedy
Ungefähr das war so mein Gedanke. Tatsächlich kann man Schweden in manchen Dingen mit einigen Ostblockländer vergleichen, finde ich. Schweden hat ja eine lange "linke" Periode hinter sich, und ich meine, zumindest ansatzweise, gewisse Parallelen erkennen zu können. Ich wollte eigentlich wissen, ob nur ich auf solche Dinge wie oben genannt reagiere, oder ob es auch anderen auffällt.

Gruß,

Paul

Petergillarsverige
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Re: Familienpolitik der Christdemokraten unrealistisch

Beitrag von Petergillarsverige »

Wir haben 4 Kinder. Alle Kinder sin mit 3 - 4 in den Kindergarten gegangen. Die ersten 3 Jahre wurden sie ausschließlich durch uns betreut. Alle wurden 1,5 Jahre lang gestillt.
Sie waren ausgeglichen und haben nur wenig Probleme bereitet. Als sie groß wurden, wurden sie problemlos selbständig. Ich bin in einer Freikirche mit etwa 200 Mitgliedern. Dazu gehören noch einmal 100 Kinder. Die Mütter nehmen sich durch die Bank die Zeit um für Ihre Kinder da zu sein. Derzeit habe ich 16 davon im Kindergottesdienst. Alle die ich bis jetzt hatte, so um die 50, sind recht ausgeglichen. Überhaupt keines der Kinder ist verhaltensauffällig oder hätte auch im weiteren Lebenslauf aus der Rolle geschlagen. Dann mache ich ein Zeltlager mit, bei dem etwa 50 Kinder dabei sind und davon die Hälfte gemeindefremd. Man sieht den Unterschied. Kinder brauchen in ihren ersten Lebensjahren körperliche Nähe zu Vater und Mutter. Eine innige Beziehung, die auch Nachts erlebbar ist, bei schlechten Träumen, Krankheit oder seelischer Not. Das können nur Eltern leisten. Menschen sind etwa 45 Jahre berufstätig und zahlen Steuern. Drei Jahre brauchen sie eine intensive Versorgung durch die Mutter, die nicht berufstätig sein sollte. Diese 3 Jahre sind eine wirklich gute Investition in die Menschen. Müttergehalt, Rentenanrechnung, Kindergeld und Erziehungsgeld. Das sind Instrumente die Mutter finanziell besser zu stellen. Die Liebe der Eltern zu ihren Kindern ist aber nicht zu bezahlen. Die Eltern profitieren letztlich davon.
Klar, es gibt leider auch Eltern deren Kinder trotz liebevoller Betreuung aus der Bahn getraten sind, aber es sind doch eher Einzelfälle.
Schweden ist nicht nur ein schönes Land - das ist ein Virus!

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