Doppelte Haushaltsführung

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Dragonheart1976
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Doppelte Haushaltsführung

Beitrag von Dragonheart1976 »

Hallo!

Mein Mann steht ja nun kurz vor seiner Auswanderung und irgendwie bekommen wir nun immer wieder völlig andere Auskünfte der Ämter. Nachdem es erst hieß, er müsse sich in D abmelden, wenn er in S dauerhart lebt und arbeitet, da er ja dort seinen Lebensmittelpunkt hat - auch wenn ich noch hier bleibe - heißt es nun, dass eine Abmeldung in D nicht erforderlich ist. Da ich als seine Ehefrau ja hier noch gemeldet bin, muss er sich nicht abmelden, da der Lebensmittelpunkt ja dort ist, wo die Familie aufhältig ist. Gut, dass mit dem Lebensmittelpunkt und der Familie sehe ich anders, aber wie ist dass denn nun, kann er hier gemeldet bleiben und bei der Steuererklärung dann die doppelte Haushaltsführung geltend machen? Eigentlich wollte er sich ja hier richtig abmelden, da ja immer mal wieder behauptet wird, das Skatteverket würde nach einer Abmeldebescheinigung fragen.

Braucht man denn nun eine Abmeldebescheinigung, wenn man seine PN haben will oder braucht man sie nicht... Hilfe!!!!!

LG

hansbaer

Re: Doppelte Haushaltsführung

Beitrag von hansbaer »

Das Skatteverket verlangt nur einen Nachweis der Tätigkeit in Schweden. Sogar die verpflichtende Anmeldung beim Migrationsverket muss man dort nicht vorlegen, wie mir mehrfach zugetragen wurde.

Es gilt laut meinen Recherchen (siehe auch http://hansbaer.p1atin.de/?p=361): wer nicht in Deutschland lebt, muss sich abmelden. Es nicht zu tun, ist eine Ordnungswidrigkeit - was wiederum aber nicht so wahnsinnig erschreckend ist. Viele Deutsche, die hier leben, sind daher noch in Deutschland gemeldet.

Abgesehen davon dreht sich Deine Frage aber ein bisschen im Kreis. Laut Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und Schweden zahlt man in dem Land Steuern, in dem man sich mehr als 183 Tage im Jahr aufhält. Wenn Dein Mann also dann in Schweden lebt, zahlt er dort und nur dort - und kann dementsprechend in Deutschland gar keine doppelte Haushaltsführung geltend machen. Da das schwedische Steuerrecht nicht sonderlich viele Möglichkeiten zur Anrechnung von Ausgaben vorsieht und auch sonst unkompliziert ist, dürfte sich die Frage damit auch ein bisschen erledigen. Wenn es diese Absetzungsmöglichkeiten gibt, steht das dann nächstes Jahr bei der Steuererklärung in der beiliegenden Broschüre.

Krümel7
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Re: Doppelte Haushaltsführung

Beitrag von Krümel7 »

schau mal in dein pn
lg Krümel

blueII
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Re: Doppelte Haushaltsführung

Beitrag von blueII »

es ist richtig dass der Mann solange in D angemeldet bleiben kann, solange die Familie noch in D lebt.---haben wir über 8 Monate so gemacht.
Hattet ihr noch 2008 Einkünfte in D, muß für diesen Zeitraum auch eine Steuererklärung in D gemacht werden. zuzüglich muß eine Auflistung mit Belege der Einkünfte in S für 2008 beigefügt werden. Diese gelten nur zur Information des Finanzamt, werden aber ansonsten nicht beachtet. Die Steuer in S wollte auch die Einkünfte aus D für dieses Überschneidungsjahr wissen. In D kann man für für diesen Zeitraum doppelte Haushaltführung geltend machen, in S weiß ich nicht.

In S muß er sich natürlich anmelden sobald er Einkünfte hat.
Abmelden der gesamten Familie erst zum Zeitpunkt des großen Umzugs.

LG
Heike

Krümel7
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Re: Doppelte Haushaltsführung

Beitrag von Krümel7 »

@blueII, alles korrekt, bis auf die Tatsache, dass die jeweils ausländischen Einkünfte nicht egal sind, sondern zumindest in D dem Progressionsvorbehalt unterliegen und genauso wie Krankengeld oder Algeld den Steuersatz erhöhen.
Gibt es das in Schweden auch?
Die Ermittlung der Einkünfte, die hierfür angesetzt werden, erfolgt dann nach deutschem StR incl. Ansatz der doppelten Haushaltsführung. Kann also unter Umständen zu einer Steuernachzahlung führen! ( in dem Jahr, in dem deutsche und schwedische Einkünfte erzielt werden).
Lg Krümel

blueII
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Re: Doppelte Haushaltsführung

Beitrag von blueII »

Hej Krümel...so wie Du schreibst bist Du wohl vom Fach, ich kann nur aus Erfahrung schreiben.
Unser Steuerberater hat uns aber damals gesagt, dass es nicht angerechtnet wird, da wir ja in Schweden normale Lohnsteuer zahlen und 2x versteuern wer ja schön blöd.
Ist auch so eingetreten. Wenn das deutsche Finanzamt auch noch 7 Monate schwedischen Lohn angerechnet hätte( wenn auch nur progressiv) hätten die sich sicherlich sehr gefreut.

LG
Heike

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