Die supertolle schwedische Schule

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janaquinn
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Re: Die supertolle schwedische Schule

Beitrag von janaquinn »

Hej Aelve,
ich weiss nicht, wo du deine Behauptungen aus meinem Posting rauslesen willst/kannst, aber es wird wohl so sein. Ich habe auch niemanden seine Erfahrungen abgesprochen, sondern schlicht meine Meinung geäußert, wie ich einiges sehe und das man die Alleinschuld nicht ausschliesslich bei den Lehrern suchen sollte, sondern auch bei den Eltern und den Schülern. Wenn es im Elternhaus schon nicht stimmt, wenn dort keinerlei Interesse an der Schulbildung der Kinder vorherrscht, wie sollen es die Kinder und die Lehrer ausbaden? Und sind einzig die Lehrer daran Schuld, wenn es mittlerweile Mode ist über Wochen hinweg nicht zur Schule zugehen, sondern lieber seine Zeit im Park mit einer Bierflasche in der Hand zu verbringen, als im Chemiesaal mit lernen? All dies ist, nach deiner Aussage, einzig die Schuld der Lehrer und des System´s....wenn ich es interpretieren würde, wie ich es möchte.

Und soviel geändert hat sich in den letzten 12 Jahren seid ich aus der Schule bin, sicherlich auch nicht. Nur das wir damals nicht mit Handy und I-Pod im Unterricht sassen, sondern mit einer Zeitung auf dem Schoss. Desinteresse bei Schülern ist so alt wie die Schule selber...es liegt einfach in der Natur.

Und ich habe auch nicht behauptet:
Aelve hat geschrieben:In Deinem posting kann man sich herauslesen, dass nur die Kinder Probleme haben, die gegen Leistungsdruck sind, die nicht lernen wollen
,
sondern ich habe geschrieben, dass ein gewisser Leistungsdruck vorhanden sein muss, weil die Schüler es nunmal nur in Schule lernen können und sie gewappnet sein müssen für einen Arbeitsmarkt der hart umkämpft ist und wo nunmal nur der Stärkere und Bessere siegt, aber nicht der Netteste oder Beliebteste,weil er auf andere wartet.
Vieles in diesem Thread erinnert mich an Diskussionen bezgl. Autoritärer Erziehung und Anti-Autoritärer Erziehung...auf der einen Seite sollen/müssen Kinder Grenzen kennen , aber auf der andere Seite werden ihnen keine gesetzt von seitens des Elternhauses, dies soll doch dann bitte schön der Kindergarten oder die Schule übernehmen, am besten übernehmen diese beiden Stellen die Erziehung gänzlich, aber bitte so, dass es die Eltern nicht merken und sich nicht gegängelt oder übergangen fühlen.
Ein Lehrer soll/muss für 30 Schüler gleichzeitig dasein, wenn nicht ist er ein schlechter Lehrer, der sich nur von Ferien zu Ferien hangelt und die Schüler allein lässt mit ihren Problemen.

Ich stelle nicht mal in Frage, dass es schlechte Lehrer im Deutschen Schulsystem gibt, die gibt es überall und die findet man auch in Schweden,Finnland oder Norwegen. Aber deswegen eine gesamte Berufssparte über die Planke gehen zu lassen und zu verteufeln, ist für mich verda... weit hergeholt.

Ich habe erst vor kurzem eine sehr interessante Reportage über eine deutsche Rektorin gesehen, welche Probehalber 4 Wochen in Finnland gearbeitet hat, weil sie dorthin auswandern wollte. Erstaunt stellte sie fest, dass es dort ebenso viel, wenn nicht gar mehr Bürokratie wie in D. gibt, dass es praktisch keine Mitarbeit der Schüler gibt, sondern die Lehrer, 3 insgesamt, den Schülern den Stoff vorgebetet haben und die Kids einfach nur mitschrieben. Auch bestätigte sie, dass ihre Arbeit in D. mittlerweile mehr durch Schreibtischarbeit geprägt ist, als durch die Arbeit mit den Schülern und gleichzeitig musste sie sich regelmässig anhören, wie unzufrieden doch die Eltern waren mit der Schule, obwohl diese teilweise nicht mal zu den Elternsprechstunden kamen....ein Widerspruch in Sich, oder...

Nunja, es bleibt jedem selber überlassen, wieviel Leistungsdruck er seinen Kindern und sich zumutet, aber vielleicht sollte man wieder mehr Vertrauen in die eigenen Kinder setzen, denn die halten oft mehr aus, als man denkt. Und sollte es wirklich schlimm für ein Kind sein, dass es sich überhaupt nicht mehr wohlfühlt, eben auch über einen Schulwechsel nachdenken, denn auch diese Option besteht ja, sowohl in Schweden als auch in Deutschland.

Grüsse JANA
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Aelve
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Re: Die supertolle schwedische Schule

Beitrag von Aelve »

janaquinn hat geschrieben:Also wie hier teilweise über die deutschen Lehrer gesprochen....übel,wirklich übel und sehr sehr peinlich. Als wenn einzig die Lehrer ausbaden müssen, was die Eltern und die Schüler selber versemmeln. Einen faulen Schüler bekommt auch der beste Lehrer nicht zum lernen und wenn ein Lehrer erst mal gegen 30 Handy´s und/oder I-Pods ankämpfen muss, bevor er mal ein "Guten Morgen" entgegen gemault bekommt...sorry, da kann einem noch so motivierten Lehrer die Lust vergehen. Und was ist gegen einen angemessenen Leistungsdruck zu sagen? WO sollen es die Schüler denn lernen, wenn nicht in der Schule? Im Berufsleben herrscht doch auch kein Kuschelkurs, da bekommt der die Beförderung und den richtigen Job, der die Leistung bringt und nicht der, der am nettesten ist und auf die anderen wartet.Genau aus diesem Grund wird meine Tochter auf die Deutsche Schule gehen, denn dort herrscht Leistungsdruck und dort wird auch das Elternhaus gefordert, nicht nur die Lehrkräfte.
LG JANA
Hallo Jana, wenn das nicht gegen Eltern gerichtet ist, dann muss ich ja sehr viel missverstehen. Du suggerierst mit Deinem postings, dass der beste Lehrer einen faulen Schüler nicht zum Lernen bekommt, hier war aber von Elternseite aus gerade berichtet worden, dass deren Kinder nicht faul sind und auch ich bleibe dabei, dass gerade unsere Kinder nicht faul waren, sondern dass sie ebenfalls darunter gelitten haben, dass andere Schüler den Unterricht gestört haben, wogegen die Lehrkräfte aber nicht vorgegangen sind. Aus Deinen postings lese ich leider heraus, dass Du eben den Berichten hier keinen Glauben schenkst, sondern dass Du der Meinung bist, dass die hier zu Worte kommenden Eltern nur einen Kuschelkurs betreiben und ihre Kinder von jeglichem Leistungsdruck fernhalten. Und auch dazu gibt es viel zu viel verschiedene Auffassungen, genau wie Du es beschreibst mit der 68er Generation. Kinder können auch leistungsbereit und fleißig sein, wenn sie es sich im Elternhaus abgucken, wenn sie es vorgelebt bekommen, dass man fleißig sein muss, um im Leben etwas zu erreichen. Unsere Kinder sind deshalb nicht auf öffentlichen Schulen gescheitert, weil es ihnen an Fleiß, Tüchtigkeit, Ausdauer, Leistungswillen und Leistungsbereitschaft und Ansporn gefehlt hat, sondern weil sie gerade umgedreht alle diese Eigenschaften besaßen und auch heute noch besitzen. Das aber wurde gerade von den Lehrkräften NICHT erkannt, sondern NUR, weil sie eine kleine Schwäche hatten, waren sie den Lehrkräften ein Dorn im Auge. Ich habe hier doch bereits öfter berichtet, unsere Kinder rauchen nicht, unsere Tochter trinkt nicht einen Schluck Alkohol, da sie den gar nicht mag. Wenn Du dann davon berichtest, dass Lehrkräfte unter solchen Verhältnissen, dass Schüler trinken leiden, dann kann ich nur erwidern, darunter litten unsere Kinder genauso.

Also Deine Berichte über Kinder, die den Lehrkräften das Leben und die Arbeit schwer machen, treffen bei uns alle nicht zu, TROTZDEM oder vielleicht gerade deswegen kamen sie auf öffentlichen Schule in D nicht zurecht. So komisch es sich anhört, aber es war so. Und unser Sohn kommt heute bestens zurecht OHNE Ellenbogenmentalität sondern gerade wegen seines netten und ausgeglichenen Wesens.

Was ich damit sagen will, wer will wissen, ob ein Schüler später besser zurecht kommt, wenn er nur an sich denkt, nur daran, ob er Einsen und Zweien schreibt, aber sein Sozialverhalten geht gegen Null oder ein Schüler, der im Mittelfeld liegt, aber ein sehr gutes Sozialverhalten an den Tag legt, sich für andere einsetzt, sich in andere hineindenken kann und hilfsbereit ist. Alle diese Tugenden wie Hilfsbereitschaft, Nächstenliebe, Teamarbeit und gute Zusammenarbeit spielen auch eine sehr große Rolle im Berufsleben und in Schweden sicherlich mehr als in Deutschland, wo der Verdrängungswettbewerb viel krasser ist. Zu meiner Schulzeit wurde für Fleiß und für Betragen noch eine Zensur erteilt, heute ist das nicht mehr, sondern es zählt nur das Wissen, was aber nicht unbedingt dazu führt, dass man es im Arbeitsleben damit weit bringt.
Ein Beitragsschreiber hat hier richtiggehend gemeint, dass man gar nicht alles in einem Forum beschreiben und diskutieren kann, was zu einer guten oder schlechten Schulsituation oder Schulkarriere führt. Damit gehe ich konform, hier im Forum können nicht alle Dinge einfließen, dafür ist es zu defizil. Aber wenn hier Mütter aus ihrem Leben berichten und sind mit ihrer Schulsituation in Deutschland derart unzufrieden, dass sie sogar nach Schweden deshalb auswandern wollen, dann ist es meines Erachtens nicht sehr hilfreich, es so darzustellen, als wenn ihre Kinder in D Probleme hatten, weil sie nichts lernen wollen oder weil sie überfordert waren, weil auch Kinder mit besten Voraussetzungen in Deutschland wegen der schlechten Schulpolitik der Länder diese Probleme haben, das kann ich bestätigen, weil ich mit sehr vielen Eltern zu tun hatte, die sehr engagiert waren aber bei Lehrkräften auf taube Ohren stiessen.

Da ich selber nicht mehr unter dem Druck stehe, die Schulsituation unserer Kinder lösen zu müssen, sondern es aus gebührlichem Zeitabstand schreiben kann, bin ich der Meinung, dass ich auch meinen Senf dazugeben kann, wenn hier Eltern ihr Leid klagen. Denn ich weiß selber, in welcher Zwickmühle ich war, weil ich die Schuld lange Zeit bei mir suchte, bis ich durch andere Erfahrungsberichte dann beruhigt wurde und auch die Kraft fand, die richtige Entscheidung für unsere Kinder zu fällen.

Grüße Aelve
Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun.
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janaquinn
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Re: Die supertolle schwedische Schule

Beitrag von janaquinn »

Hej Christa,
was soll denn das schon wieder? Ich glaube den Berichten sehr wohl, aber trotzdem kann ich auch eine eigene Meinung zum Schulsystem haben. Wenn Krümel97 über ihren Sohn in der 1. Klasse berichtet und dessen Schwierigkeiten, dann glaube ich dies. Ich habe keinem Forumsteilnehmer gesagt, dass er faule Kinder hat, die nicht lernen wollen. Ich habe einzig geschrieben, dass auch der beste Lehrer keinen Schüler zum lernen bekommt, der es nicht selber will....diese Aussage war nie und in keinster Weise auf irgendjemanden aus diesem Forum bezogen, sondern eine allgemeine Aussage, dass es durchaus solche Schüler gibt. Ich habe keinem Kind irgendeines FOrumsteilnehmer unterstellt, es würde trinken oder rauchen, auch dies war eine allgemeine Aussage, weil es eben solche Menschen gibt. Warum drehst du wieder Postings ins verkehrte oder stellst sie einfach um? Darf ich nicht eine eigene Meinung haben, was gut oder schlecht für MEINE Kinder ist? Ich sehe ihre Ausbildung nunmal so, ich möchte es eben ein wenig härter, als andere. Deswegen bin ich doch kein schlechterer Mensch oder eine schlechtere Mutter. Wieso beziehst du alle Postings, die ein wenig kritischer geschrieben sind, immer sofort auf dich und deine Kinder?
Manchmal verstehe ich dich wirklich nicht mehr, auf der einen Seite wird ausgeteilt und Seitenhiebe verpasst,auf der anderen Seite beziehst du jedes Posting sofort auf dich, deine Kinder, deine Freunde und sonst wen. Wenn sich jemand mit dem schwedischen Schulsystem wohlfühlt, dann soll er dies, wenn seine Kinder darin glücklich sind, umso besser und wenn sie dort auch vernünftig lernen ist es perfekt. Aber gesteh mir bitte auch zu, dass ich mit 33 Jahren meine eigene Meinung zur Schulbildung meine Kinder habe und wie sie gestaltet werden soll. Ich überlege auch nicht erst seit gestern, wo und welche Schule meine Tochter besuchen wird, sondern mache mir bereits seit fast 3 Jahren einen Kopf, damit sie die beste Schulbildung bekommt, die man bekommen kann. Dieses Recht habt ihr für eure Kinder sowie die anderen Fori´s auch, aber ich lasse mir nicht die Worte im Mund verdrehen bzw. lasse zu, dass man mir Dinge in den Mund legt, die ich so über Foris oder deren Kinder gesagt haben soll.

Grüsse JANA
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Re: Die supertolle schwedische Schule

Beitrag von Aelve »

Liebe Jana,

ich will Dir keineswegs Dein Recht absprechen, Euer Leben so einzurichten, wie Ihr wollt und für nötig erachtet. Wozu sollte ich das?

Hier in diesem Threat geht es um Schule, es wurden Argumente gegen das schwedische Schulsystem aufgeführt und es wurde in dem Zusammenhang auch von Forumsteilnehmern geschrieben, dass ihre Kinder mit dem schwedischen Schulsystem bestens zurechtkommen, die Kinder wieder glücklich zur Schule gehen usw. Nur darauf bezogen sich meine postings, dass es in der Tat in Deutschland so schlecht laufen kann, dass ein Ausweichen auf ein anderes Schulsystem für das Kind erfolgversprechend war. Wie in jedem Beitrag gibt es Befürworter für ein System und es gibt Gegner. Mein Bericht ist deshalb darauf bezogen, dass ein humanes Schulsystem für ein Kind, welches in D nur Schwierigkeiten hat, sehr wohl die richtige Wahl sein kann. Das System muss nicht zwangsläufig für alle Kinder richtig und gut sein. Wenn ich in dem Zusammenhang dann davon schrieb, dass ich fast nur mit unfähigen Lehrkräften zu tun hatte, dann hat das mit unserer Situation zu tun, es beruht darauf, dass unsere Kinder eine Schwäche hatten, die in Schweden keinen Grund darstellt, ein Kind als dumm abzustempeln, denn es gibt Kinder, die sehr intelligent sind, aber eine andere Lehrmethode benötigen.
Wenn Du dann meinst, dass hier von Foris über Lehrkräfte geschimpft wird, ja dass das sogar peinlich ist, dass ja die Lehrkräfte schon genug zu tun haben, trinkende und randalierende Kinder zu bändigen, dann finde ich, dass das gar nicht zu den vorhergegangenen postings paßt. Man kann zwar sagen, dass Lehrkräfte generell überfordert sind, weil sie sich mit diesen ganzen Problemen auch befassen müssen. Aber wenn es in diesem Zusammenhang und wie von Dir aufgeführt geschrieben wird, dann kann schon der Eindruck entstehen, dass die Schreiber hier gemeint sind, man kann das wohl in einer Hin- und Herschreiberei sehr schlecht trennen, ob Du nun nur die Probleme der Gesellschaft aufzeichnen willst oder ob Du der Ansicht bist, alle Eltern und Kinder, die in D in der Schule nicht zurechtkommen, würden diese Probleme selber geschaffen haben.
Ich will Dich genauso wenig angreifen, wie Du ja jetzt auch schreibst, dass Du niemanden gemeint hast. Ich weiß, dass Du sehr engagiert bist und Dich für eine gute Bildung stark machst. Mir liegt auch nicht daran, das System in Schweden für alle Kinder als das Nonplusultra zu sehen, aber für Kinder mit Schwächen wie Legasthenie oder Aufmerksamkeitssyndrom wird es auf jeden Fall besser sein, da mehr Rücksicht auf Kinder mit Schwächen in Schweden genommen wird und nicht diese Chancenlosigkeit wie in Deutschland praktiziert wird.
Deine Erfahrungen mit Schule waren andere als die, die ich oder Krümel oder Heike gemacht haben, aber wenn es bei uns schief lief, dann muss das nicht daran liegen oder gelegen haben, dass die Eltern versagten sondern aufgrund der Tatsache, dass Kinder nicht individuell gesehen werden und dass in D die Kinderfreundlichkeit erschreckend gering ist.

Ich finde es generell gut, dass sich Eltern in Deutschland sowie in Schweden für eine gute Bildung einsetzen. Aber lasst uns doch davon abgehen, die Schuld für ein Versagen eines Schülers nur immer beim Kind zu suchen. Das Kind ist ein Teil unserer Gesellschaft, wie soll ein Kind daran schuldig sein, dass Erwachsene die Gesellschaft nicht in den Griff bekommen. Es gibt wahrscheinlich kein System, was allen Schülern hundertprozentig gerecht wird, jeder muss deshalb selber für sich die richtige Schulwahl treffen, das mag für den einen in Deutschland sein und für den anderen in Schweden.

Grüße Aelve
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janaquinn
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Re: Die supertolle schwedische Schule

Beitrag von janaquinn »

Weisst du Christa, ich habe in meiner Schulzeit auch keine tollen Erfahrungen gemacht, aber ich weiss im Rückblick, dass vieles, sogar sehr vieles, an mir und meinem Elternhaus gehangen hat. Ich habe einige unfähige Lehrer gehabt, ich habe viele motivierte Lehrer gehabt und ich ebenso viele motivierte Lehrer gehabt, die irgendwann einfach keine Lust mehr hatten, weil wir Schüler so waren, wie wir waren. Wir haben nicht mitgearbeitet, wir haben Zeitungen gelesen und wir haben Blödsinn angestellt, wenn das Kind dann in den Brunnen gefallen war,haben wir geheult und auf die Lehrer geflucht, weil DIE uns NICHTS beigebracht haben, obwohl wir diejenigen waren, die nicht gelernt haben. Ich spreche hier wiederrum von meiner eigenen Schulzeit, nicht das wieder ein Irrtum aufkommt.

In einer Klasse mit einem Lehrer und 30 Schülern, wie soll es da möglich sein, dass eine Person auf 30 weitere individuelle Persönlichkeiten eingeht. Es ist doch rein rechnerisch nicht möglich.
Was allerdings auch absolut und unbestreitbar unmöglich ist sind Gutachten von Lehrern, die Schülern fehlende Inteligenz, fehlende Leistungsbereitschaft ect. bscheinigen, obwohl dies nicht mal stimmt, vielleicht weil das Kind eine Lernschwäche hat oder weil es in einem Fach eben versagt, in einem anderen aber wiederum nicht. Ich war in den naturwissenschaftlichen Fächern eine Null, bin ich bis heute und dazu stehe ich. Bio, Chemie und Mathe ect. sind und waren für mich immer Bücher mit sieben Siegeln und kein Lehrer hat es geschafft mich dafür zu begeistern. Dafür lagen mir Geschichte, Literatur und andere Fächer, da hatte ich Spass und habe gelernt. Im Rückblick, wenn ich mich tiefer in die naturwissenschaftliche Sparte reingekniet hätte, mehr Interesse gezeigt hätte und mehr gelernt hätte, wäre vieles anders gekommen und ich hätte mir viele Lebensträume erfüllen können, berufliche, die ich mir selber verbaut habe.
Was ich sagen will , ist folgende Sache, man kann die Schuld nicht nur bei den Lehrkräften suchen, schlechte Lehrer oder Leute, die es widerwillig waren ausgeschlossen, sondern auch am System, teilweise bei den Elternhäusern, nicht bei denen irgendwelcher anwesenden Forenteilnehmer, und den Schülern, ebenfalls nicht von hier anwesenden Forenteilnehmern. Das System ist veraltet und nicht mehr auf die heutigen Generationen zugeschnitten.
Es gibt Schüler, welche sich mehr für Handy´s, I-Pod´s und den täglichen Klatsch interessieren, als dafür wer der Deutsche Bundespräsident ist und tatsächlich denken, Malle ist das 19 Bundesland Deutschland und München Italiens nördlichste Stadt. Es gibt Eltern, denen ihre Bierflasche in der Hand wichtiger ist als die Schulbildung ihrer Kinder oder die ihre Karriere auf den Rücken der Kinder austragen, ihre Kids aber in der Schule hoffnungslos versagen, weil die Eltern der Meinung sind, die Schule müsse dies richten. Grundsätzlich muss es eine Änderung im Schulsystem geben, sowohl im Deutschen als auch im Schwedischen System, dass deutsche System kämpft mit teilweise hoffnunglos überlasteten Lehrern, die ihren Beruf nicht mehr als Beruf sehen (können) sondern als Belastung, eben wegen der von mir angesprochen Probleme und ebenso mit unfähigen Lehrern, die es ohne zweifel gibt und schon immer gab und auch immer geben wird.
Das Schwedische System muss/sollte etwas härter werden, bereits ab der 3-4 Klasse, dann sollte es Noten geben, aber wirkliche Noten und nicht "Wir haben uns alle lieb"-Noten und "das nur keiner durchfällt"-Noten. Es kann ja weiterhin individuell sein, dass ist nicht das Thema, aber es sollte für jeden Schüler individuell sein, nicht nur für die schwächsten, sondern auch für die Stärkeren, denn gelangweilte Kindern stören den Unterricht und im schlimmsten Fall verweigern sie sich gänzlich, denn nicht nur die schwächeren Schüler brauchen ein Erfolgserlebniss, auch die stärkeren Schüler brauchen Erfolgserlebnisse und die Möglichkeit sich, eben auch vor den anderen, weiterzubilden.

Eine Lehrerin, eine sehr gute Lehrerin, hat mir mal ein Zitat ins Poesiealbum geschrieben

Lernen ist wie Rudern
gegen den Strom. Hört man damit auf, treibt man zurück. (Laotse, chin. Philosoph, 4 - 3 Jhd. v.Chr.)

Und darin steckt mehr als nur ein Fünkchen wahrheit.

Grüsse JANA
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So sind sie

Re: Die supertolle schwedische Schule

Beitrag von So sind sie »

Tja so ist das! Wenn man hier Moderator ist darf man anscheinend alles. Auch Threads zum eigenen Vergnügen kaputtschreiben!
Aber wehe es wird irgendwo anders mal aufgemuckt, schon kommt es auf die Wiese.

Und Tschüss, ich tummel mich auch lieber in anderen Foren. Da darf noch geschrieben werden, ohne das alles gelöscht wird!

hejdå

Tommy3

Re: Die supertolle schwedische Schule

Beitrag von Tommy3 »

Jana,

lass dir deine Ansprüche an ein resultatorientiertes Schulsystem nicht wegschwafeln!
Auch die schwedischen Schüler müssen mal raus in den Beruf und da ist das Kuscheln zuende. Meine Kinder erfahren das jetzt selber schmerzhaft am eigenen Leibe.

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janaquinn
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Re: Die supertolle schwedische Schule

Beitrag von janaquinn »

zumindest habe ich, auch als Mod., soviel Mumm in den Knochen, dass angemeldet schreibe und mit meinem Namen unterschreibe, was man von einigen Gästen nicht behaupten kann. Anonym mosern kann jeder, mit seinem Guten Namen dafür gerade stehen, fällt manchen Leuten scheinbar schwerer.

@Tommy: Danke, ich hoffe allerdings, dass es deine Söhne nicht ganz so schwer haben werden und sie trotzdem erfolgreich Fuss fassen im Berufsleben.

Grüsse JANA
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Älven
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Re: Die supertolle schwedische Schule

Beitrag von Älven »

@ So sind sie

ist für uns auch besser wenn du deine dummen sprüche in anderen foren zum besten gibst.

noch nie habe ich einen schweden solche sprüche klopfen gehört, ob das wohl ein grund ist das wir deutschen überall so beliebt sind ? :roll:

hejdå
älven
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Sonderschule

Re: Die supertolle schwedische Schule

Beitrag von Sonderschule »

Hej,
Aelve hat geschrieben: denn es gibt Kinder, die sehr intelligent sind, aber eine andere Lehrmethode benötigen.
Genau. Und die kommen dann auf eine andere Schule, wo diese Lehrmethode angewandt werden kann, ohne die anderen Kinder in ihrem Lernen zu beeinträchtigen.
Eigentlich kein Problem - solange nicht das Ego der Eltern verletzt wird.

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