Auswandern nach Schweden in Betracht gezogen

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Clown Fisk
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Auswandern nach Schweden in Betracht gezogen

Beitrag von Clown Fisk »

Hej alle zusammen,

also ich weiß es gibt hier ja schon einige Posts im Web aber ich dachte mir ich fange auch mal an.
Zu mir ich bin 23 komme aus Hessen habe meine Ausbildung fertig und meinen Logistikmeister absolviert. Nun ich will nicht sagen das es mir hier schlecht geht ich verdiene gutes Geld fahre ein schönes Auto dennoch ist die gesamt Situation etwas unzufrieden und der Job macht nicht mehr wirklich Spaß . Natürlich den Job wechseln wäre wohl am einfachsten , dennoch fasziniert mich Schweden seit meiner Kindheit und spätestens nach dem Urlaub (14 Jahre alt) natürlich ist es ein unterschied Urlaub zu machen oder zu arbeiten . Im Moment will ich erstmal nach Work and Travel angeboten schauen um erstmal 6-12 Monate meine Erfahrung zu sammeln. Mein Schwedisch begrenzt sich mittlerweile leider noch auf die Grundkenntnisse aber ich bin dran.

Wie sieht die Einstellung der Schweden zu uns deutschen aus? Wie habt ihr beruflich angefangen? Habt ihr schnell etwas gefunden? Da in Schwede ja viel mit Software und IT gesucht wird bin ich nicht sicher wie meine Chancen stehen.
Wie sind die Leute bzw. Habt ihr schnell Anschluss gefunden (bin eine offene Person und finde zumindest in DE schnell Anschluss ) .

Vielen Dank im Vorraus

LG

vinbergssnäcka
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Re: Auswandern nach Schweden in Betracht gezogen

Beitrag von vinbergssnäcka »

Hallo Clown Fish,

Zurzeit ist ja gerade nicht die günstigste Zeit zum Auswandern, wg Corona und weil gerade eben viele Menschen arbeitslos werden, bzw das gerade hier doch unsicher ist....hier gilt immer noch „zuletzt rein, zuerst raus“. Logisiker werden sicher auch normalerweise hier gebraucht, wie das mit deinem Meister aussieht weiss ich nicht, denn Meisterausbildung wie in Deutschland gibt es hier nicht (vielleicht mit Ausnahmen?)
Ich würde die Zeit mal nutzen, 1. schwedisch zu lernen, 2. mich über das Land informieren (auch gerne alle Nachteile im Vergleich mit Deutschland in betracht ziehen, 3. Beruflich Erfahrung sammeln und vielleicht auch ein Kontaktnetzwerk aufbauen....mit Schwerpunkt Norden....auch mal nen Blick auf unsere Nachbarn werfen.
Grundsätzlich, das weiss ich aus eigener Erfahrung ist es sehr schwer mit Bewerbungen aus Deutschland eine Stelle zu bekommen....sehr vieles geht hier über....ich kenn da einen! Viele Gute Stellen werden garnicht ausgeschrieben....weiss auch aus eigener Erfahrung, das es schwer ist in Schweden über eine Stellenanzeige gute Fachkräfte zu bekommen.

Ich wünsche Dir viel Erfolg...
liebe Grüsse

Heike

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vibackup
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Re: Auswandern nach Schweden in Betracht gezogen

Beitrag von vibackup »

Leider muß ich vinbergssnäckas Beschreibung zustimmen: schlechter Zeitpunkt generell. Logistik weiss ich nicht.
Besser du kommst mit einem Vertrag her, auch was deinen Status (Aufenthaltsrecht) und Fragen um die Krankenversicherung etc betrifft.
Und: schwedisch solltest du in der Regel auf B2-, besser C1-Niveau können
Was Kontakte betrifft: natürlich ist das individuell und regional unterschiedlich, aber generell würde ich sagen:
- es ist leicht, oberflächlich-freundliche Kontakte zu bekommen, leichter als in Deutschland
- es ist schwer (und nach meiner Auffassung schwerer als in Deutschland), Freundschaften zu bauen. Das liegt teilweise, aber nicht nur am Einwandererstatus, auch Bekannte, die innerhalb Schwedens umgezogen sind (und keine Einwanderer sind) beschreiben das.

//M

rappa
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Re: Auswandern nach Schweden in Betracht gezogen

Beitrag von rappa »

Im Moment schwierig mit Jobs. Es werden Leute entlassen im Moment. Wenn die Kurzarbeiterreglungen auslaufen, dann wird es sicherlich noch mehr Entlassungen geben. Momentan sind es bereits 13% offen Arbeitslose. Unter Einwanderern, Schulabgänger ohne Gymnasiumsabschluss ist die Zahl bei 20%. Tendenz steigend. Gesucht weiterhin alle Pflegeberufe.

Ohne eigenes Netzwerk ist die Jobsuche so gut wie unmöglich. Das Arbeitsamt hier, ist schon lange keine Arbeitsvermittlung mehr, sondern der staatliche Verwalter der Arbeits/-beschäftigungs-/-qualifizierungsprogramme usw.

Mit den Kontaktaufnahmen ist es ein wenig wie in den USA. Meist recht oberflächlich, alle scheinen sehr interessiert, und da sich ja alle duzen, haben Deutsche häufig einen falschen Eindruck von der Herzlichkeit, was dann wieder zu Enttäuschungen führt. Ein Gradmesser für die Freundschaft: Du hast es geschafft, wenn Du zum TV Schauen in den Allrum zugelassen wirst. Bis dahin musst Du allerdings das Sprachproblem überwunden haben, weil in der Freizeit gibt sich keiner mit Dir auf englisch ab. (Deutsch sprechen nur noch ein paar Alte)

rappa

Clown Fisk
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Re: Auswandern nach Schweden in Betracht gezogen

Beitrag von Clown Fisk »

Hey ihr ,

Ersteinmal vielen Dank für eure antworten.
Ja mit dem Zeitpunkt habt ihr wohl recht der ist nicht grade so Prickelnd.
Auf der anderen Seite habe ich auch nicht vor die Sache zu überstürzen und in den nächsten 3 Monaten auszuwandwandern.
Ich werde sicherlich ersteinmal die Sprache hier so gut es geht lernen, dann habe ich über eine Sprachreise oder eben eine Art work and Travel nachgedacht um die Sprache natürlich noch besser zu beherrschen. Und wenn ich dann immernoch Sicher bin würde ich es umsetzen.
Das mit dem Job versuche ich intern zu regeln da ich bei einem Weltweitvertretenen Automobilzulieferer arbeite der auch einen Standort in Schweden hat.

Ansonsten wie habt ihr es gemacht?
Ich meine mit finanziellen Rücklagen auswandern sich einrichten und dann anfangen einen Job zu suchen wenn man ja schon in Schweden wohnt?
Also wenn man genug Geld gesichert hat das man erstmal im schlimmsten Fall einige Monate ohne Einkommen überleben könnte. Ist natürlich auch sehr Riskant denke ich.

LG

vinbergssnäcka
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Re: Auswandern nach Schweden in Betracht gezogen

Beitrag von vinbergssnäcka »

Hmm, da ich auch, in Deutschland, in der Automobilzulieferbranche gearbeitet habe, bei wem? Haben die ein Werk hier, oder nur Vertretung? Wenn ersteres wär es ja die Beste Chance es darüber zu versuchen. Kontakt knüpfen mit den Kollegen in Schweden!
liebe Grüsse

Heike

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Re: Auswandern nach Schweden in Betracht gezogen

Beitrag von vibackup »

Clown Fisk hat geschrieben:
28. Juni 2020 15:43
Ansonsten wie habt ihr es gemacht?
  1. Schweden kennengelernt (Urlaube etc, war vor Corona)
  2. Sprache gelernt
  3. Job gesucht und bekommen
  4. Umgezogen
1 und 2 dauerten 14 Jahre. 3 war ein Zufall, 4 dann die Konsequenz.

//M

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Re: Auswandern nach Schweden in Betracht gezogen

Beitrag von Engelefeu »

Hej, ähnlich wie bei Vibackup, nur ohne Job und mit viiiiiel längeren Zeiten bis zum Umzug.
Erst mal das Land kennengelernt, einige Freund waren schon vor 50 Jahren ausgewandert, Familienmitglieder hatten , auch damals schon ein Ferienhaus. Zu der Zeit konnte man noch keine Grundstücke erwerben, nur das Haus.
Dann habe ich gewartet , bis ich meine Praxis endlich abgeben und dann als alte Tante endlich herkommen konnte.
Das waren mehr als 50 Jahre vom Wunsch zur Realisierung.Für das Haus im Wald fern jeder Zivilisation war ich dann zu alt, habe aber dennoch mein Traumhaus gefunden.
Ta hand om dig Gaby

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tjejen
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Re: Auswandern nach Schweden in Betracht gezogen

Beitrag von tjejen »

Klar ist es einfacher vor Ort einen Job zu finden, aber ich würde dennoch im Internet anfangen und mögliche Arbeitsplätze bewachen. Auch um zu sehen, was gesucht und gefordert wird. Mit der richtigen (=gefragten) Kompetenz hat man immer eine Chance. Vielleicht findest du sogar eine Stelle bei der du mit deiner dt. Erfahrung punkten kannst.

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Re: Auswandern nach Schweden in Betracht gezogen

Beitrag von Elelch »

Clown Fisk hat sich seitdem nie wieder gemeldet.
Aufgepasst, es gibt sie überall. RTL&CoAG saßen mal wieder zusammen und haben für eine ihrer nächsten Serien fürs Arbeitslosen.TV ein paar Informationen an Daten zusammengesammelt, wie was, wo geht.......
Echte Auswanderungspläne sehen dann doch anders aus.

Schönes Rest-WE dann noch.

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