auto-beladen-anreise-schwedenMit dem Auto nach Schweden - Tipps zur Anreise

Schweden gilt in Deutschland mittlerweile als beliebtes Reiseziel und viele Touristen zieht es im Urlaub in das skandinavische Urlaubsland. Neben urtümlicher Natur erwarten den Besucher eine besondere Offenheit und Herzlichkeit sowie tolle Städte wie Göteborg oder Stockholm.

Laut einer Statistik von Nutek.se aus dem Jahr 2011 ist die Zahl der touristischen Übernachtungen 2010 im Vergleich zum Vorjahr um 3,0% auf 52,5 Millionen gestiegen. Davon wurden knapp 2,6 Millionen Übernachtungen von Touristen aus Deutschland gebucht. Schweden verzeichnet auch deshalb eine so große Beliebtheit, weil man das Land von Deutschland aus relativ bequem mit dem Auto bereisen kann.

Reisezeit – wann sollte man am besten nach Schweden reisen?

Wer einen Urlaub in Schweden plant, sollte sich für seine Reise idealerweise eine der beiden extremeren Jahreszeiten aussuchen.
Der Sommer ist gerade aufgrund der dann vorherrschenden milden Temperaturen interessant. Besonders bietet sich dabei eine Reise über den Zeitpunkt der Sommersonnenwende, die in der Nacht vom 21. auf den 22. Juni stattfindet, an. Die Schweden feiern dieses Naturschauspiel, bei dem die Sonne auch nachts nicht untergeht, als Ankunft des Sommers.

Der Winter hat in Schweden dagegen eine ganz eigene und besondere Faszination. Das Klima ist zu dieser Zeit – abhängig von der jeweiligen Region Schwedens – größtenteils ungewöhnlich mild. Gerade in Südschweden fallen die Temperaturen nur selten in den Bereich zweistelliger Werte unter null Grad Celsius. Somit bietet vor allem der stark frequentierte Süden im Winter angenehme klimatische Rahmenbedingungen.

Eine Anreise mit dem Auto bietet sich zu beiden Jahreszeiten an und verschafft die nötige Flexibilität, um die schönsten Flecken Schwedens auf eigene Faust zu erkunden. Dabei sind jedoch nicht nur im Winter besondere Vorkehrungen notwendig.

Reisevorbereitungen

Ähnlich wie in Deutschland, wo seit dem Jahr 2010 eine Winterreifenpflicht besteht, dürfen Autos in Schweden zwischen dem 1. Dezember und dem 31. März jedes Jahres bei winterlichen Straßenverhältnissen nicht mit Sommerreifen unterwegs sein. Wer während der Wintermonate eine Reise nach Schweden plant, sollte daher bereits vor Abreise geeignete Reifen aufziehen lassen. In Nord-Schweden sind im Winter sehr viele Autos mit Spikes unterwegs, um voranzukommen. Wer also auf Nummer sicher gehen möchte, sollte sich über die Möglichkeit einer entsprechenden Nachrüstung informieren.

Besonders weiter nördlich muss man in Schweden mit Rentieren auf der Fahrbahn rechnen. Foto: © Karin Jähne - Fotolia.comDa gerade in der Nordhälfte des Landes die Wintertemperaturen hin und wieder doch recht extrem sein können, können sich am nächsten Morgen Probleme beim Starten des Wagens ergeben. In Schweden wird dies recht geschickt gelöst, denn es gibt an vielen Parkplätzen entsprechende Steckdosenleisten. Dort können Kabel für sogenannte Motorvorwärmer eingesteckt werden. Diese sorgen dafür, dass der Wagen sich auch bei niedrigen Temperaturen am Morgen starten lässt. Während solche Motorvorwärmer in Schweden zum Standard gehören, müssen sie in Deutschland nachgerüstet werden. Gute Modelle gibt es online jedoch bereits für 80-120 Euro zu kaufen. Wer hier nachrüstet, vereinfacht sich den Winterurlaub in Schweden mit dem eigenen Auto ungemein.

Grundsätzlich sollte das Auto vor Fahrtantritt zudem einem Rundum-Check unterzogen und notwendige kleinere Reparaturen vorgenommen werden, um eine sichere Anreise zu gewährleisten und eine Panne unterwegs zu vermeiden.
Darüber hinaus sollte man vorab den Versicherungsschutz des eigenen Autos noch einmal überprüfen, denn auch in Schweden ist eine Kfz-Haftpflichtversicherung Pflicht. Das Mitführen der grünen Versicherungskarte, durch die ein gültiger Schutz nachgewiesen werden kann, ist zwar nicht vorgeschrieben, wird jedoch von Experten immer wieder empfohlen.

Beachtet werden sollte auch, dass maximal 10 Liter Kraftstoff in einem Reservekanister zollfrei nach Schweden eingeführt werden dürfen. Die Spritpreise in Schweden bewegen sich in etwa auf dem Niveau in Deutschland, können mitunter jedoch sogar etwas günstiger ausfallen. Trotzdem empfiehlt es sich, den eigenen Wagen vor Grenzüberschreitung noch einmal vollzutanken.

Die Tipps zur Reisevorbereitung für Schweden im Überblick:

  • Winterreifenpflicht zwischen dem 01.12 und dem 31.03 eines Jahres bedenken
  • Rundum-Check des Wagens vor Reiseantritt durchführen lassen
  • Für den Winterurlaub in Nord-Schweden eventuell Spikes nachrüsten
  • Ein Motorvorwärmer vereinfacht das Reisen im winterlichen Nord-Schweden
  • Versicherungsschutz überprüfen (Pflicht einer Kfz-Haftpflicht gilt auch in Schweden)
  • Grüne Versicherungskarte hilft beim Nachweis des Versicherungsschutzes
  • Reservekraftstoff darf nur in kleinen Mengen (10 Liter) zollfrei eingeführt werden

Anreise

Bei der Anreise mit dem Auto stehen verschiedenen Möglichkeiten zur Verfügung. So verkehren Fähren auf verschiedenen Routen zwischen Deutschland und Skandinavien. Die bekannteste Route dürfte dabei die sogenannte Vogelfluglinie sein. Diese verkehrt zwischen Puttgarden auf Fehmarn und Rödby auf der Insel Lolland. Von dort geht es dann auf dem Landweg durch Dänemark weiter nach Schweden. Mit knapp 100 Euro pro Fahrt liegen die Kosten dabei auf einem vergleichsweise günstigen Niveau.

Zudem gibt es Fährverbindungen zwischen Travemünde und Trelleborg, die allgemein als die TT-Linie bezeichnet wird, sowie zwischen Kiel nach Göteborg, die zwar eine schnelle Überfahrt garantiert, dafür jedoch auch mit deutlich höheren Kosten verbunden ist.

Neben der Anreise per Fähre lässt sich auch die Öresundbrücke nutzen

Eine attraktive Alternative zur Überfahrt mit der Fähre besteht in der Nutzung der sogenannten Öresundbrücke, die im Jahr 2000 fertiggestellt wurde. Die Brücke ist 7.845 Meter lang und verbindet die dänische Hauptstadt Kopenhagen mit dem schwedischen Malmö. Für die Überfahrt ist zwar eine Maut zu entrichten, die je nach Fahrzeug zwischen 40 und 200 Euro beträgt, es lässt sich jedoch viel Zeit einsparen, weil keinerlei Verladung notwendig ist und man schneller vorankommt als mit einer Fähre.

Die Anreisemöglichkeiten nach Schweden im Überblick:

  • Vogelfluglinie von Puttgarten nach Rödby und durch Dänemark
  • TT-Linie von Travemünde nach Trelleborg
  • Fährlinie von Kiel nach Göteborg
  • Nutzung der Öresundbrücke von Kopenhagen nach Malmö

In Schweden drohen Autofahrern teils empfindliche Strafen. Foto: © benjaminnolte - Fotolia.comMit dem Auto in Schweden unterwegs – was muss man beachten?

Schweden verfügt über ein sehr gut ausgebautes Straßennetz, so dass selbst Fahrten zu entlegeneren Orten kein größeres Problem darstellen. Dabei sollte man jedoch unbedingt auf Warnschildern vor Elchen achten. Auch wenn diese Schilder hierzulande Kultstatus besitzen, sollte man die Warnung durchaus ernst nehmen. Der Zusammenstoß mit einem solchen Tier kann schwere Folgen haben und mitunter sogar tödlich enden.
Gelbe Linien am Fahrbandrand signalisieren zudem ein absolutes Park- und Halteverbot, das bei Nichteinhalten mit Ordnungsgeldern bestraft wird.

Welche Besonderheiten gibt es hinsichtlich der Verkehrsregeln in Schweden?

Die Verkehrsregeln in Schweden unterscheiden sich etwas von denen in Deutschland. Es gilt zwar ebenfalls ein Rechtsfahrgebot, die Geschwindigkeitsbegrenzungen sind jedoch deutlich strikter: Innerorts gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h, außerorts in vielen Bereichen ein Tempolimit zwischen 70 und 90 km/h. Auf Autobahnen und Schnellstraßen sollte der eigene Wagen eine Geschwindigkeit von 110 km/h nicht überschreiten.

Zudem gilt in Schweden eine Alkoholgrenze von 0,2 Promille am Steuer, wobei Fahren unter Alkoholeinfluss sehr empfindlich bestraft wird.
Darüber hinaus ist es in Schweden ganzjährig Pflicht, auch tagsüber das Abblendlicht einzuschalten.

Eine weitere Besonderheit: Das Telefonieren mit dem Handy während der Fahrt ist in Schweden bisher nicht ausdrücklich verboten. Solange sich daraus also keine unmittelbare Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer ergibt, hat man als Fahrer kein Bußgeld zu befürchten. Sollte sich aufgrund fehlender Aufmerksamkeit während des Telefonierens am Steuer jedoch ein Autounfall ergeben, kann dies mitunter merkliche Folgen haben.

Die wichtigsten schwedischen Verkehrsregeln im Überblick:

  • Striktere Geschwindigkeitsbegrenzungen als in Deutschland
  • Gelbe Linien am Fahrbahnrand markieren ein Park- und Halteverbot
  • Promillegrenze von 0,2 Promille am Steuer
  • Abblendlicht ist auch tagsüber Pflicht
  • Telefonieren am Steuer ist nicht ausdrücklich verboten

Bußgelder in Schweden – Verstöße werden hart geahndet

Wer als Tourist in Schweden mit dem Auto unterwegs ist, sollte sich genau an die Verkehrsregeln halten. Verstöße werden mitunter nämlich mit hohen Bußgeldern geahndet. So kann eine Geschwindigkeitsüberschreitung von 20 km/h gut und gerne 200 Euro Bußgeld kosten. Fahren ohne Licht wird laut Bußgeldkatalog auch am Tag mit 40 Euro geahndet. Wer hingegen mit mehr Blutalkohol als den erlaubten 0,2 Promille am Steuer erwischt wird, muss mit einer Strafe von mehreren Tagessätzen ab 30 Euro rechnen.

Verstöße und Bußgelder im Überblick:

  • Geschwindigkeitsübertretung ab 20 km/h ab 200 Euro
  • Fahren ohne Abblendlicht 40 Euro
  • Alkohol am Steuer (über 0,2 Promille) ab 30 Euro Tagessatz

Allgemeine Fragen

Neben den zu beachtenden Verkehrsregeln gibt es weitere Aspekte, die bei einer Autoreise nach Schweden mitunter Fragen aufwerfen können. Wichtig dabei vor allem: Der Versicherungsschutz des eigenen Pkw im Ausland.

Muss ich meine Kfz Versicherung vor der Reise informieren?

Grundsätzlich besteht keine Pflicht dazu, die eigenen Kfz Versicherung über eine Reise nach Schweden zu informieren. Es wird jedoch dazu geraten, im Vorfeld die grüne Versicherungskarte anzufordern, die die Versicherungsgesellschaften auf Anfrage kostenfrei zur Verfügung stellen und mit deren Hilfe sich im Fall der Fälle die bestehende Kfz Haftpflicht schnell und einfach nachweisen lässt.

Hat mein Kfz Versicherungsschutz bei einem Unfall in Schweden?

Wer unverschuldet in einen Unfall verwickelt wird, hat Anspruch auf Schadenersatz durch die gegnerische Kfz Haftpflichtversicherung. Da diese in Schweden zur gesetzlichen Pflicht gehört, stellt der Schadenersatz in der Regel kein größeres Problem dar.
Wer selbst einen Unfall verursacht, benötigt eine Vollkaskoversicherung, um die Schäden am eigenen Fahrzeugt ersetzt zu bekommen.
Die Kfz Versicherung kann jedoch auch mit einem zusätzlichen Schadensschutz für das Ausland ausgestattet werden. Wer darüber hinaus Mitglied in einem Automobilclub ist, sollte sich bereits zu Hause die Kontaktdaten des jeweiligen Notfalldienstes im Urlaubsland notieren.
Der europäische Schadens- bzw. Unfallbericht hilft außerdem bei der Abwicklung eines Unfalls. Ein solcher Bericht kann zum Beispiel auf den Seiten des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) oder des ADAC heruntergeladen und als Ausdruck im Fahrzeugt mitgeführt werden. Durch die europaweite Vereinheitlichung des Formulars, stellt der Unfallbericht ein unverzichtbares Hilfsmittel dar und hilft im Falle eines Unfalls dabei, alle notwendigen Informationen zu erfassen.

Die wichtigsten Fakten zum Versicherungsschutz im Überblick:

  • In Schweden ist eine Kfz Haftplicht verpflichtend
  • Bei Unfall mit Fremdverschulden ist der Versicherungsschutz gewährleistet
  • Mit einer Vollkaskoversicherung auch bei Selbstverschulden Versicherungsschutz genießen
  • Zusätzlicher Schadensschutz im Ausland verbessert die Leistungen
  • Mitgliedschaft in einem Automobilclub gerade bei Auslandsreisen sehr hilfreich

Fazit

Gerade aufgrund der geografischen Nähe zu Deutschland bietet es sich an, den Schwedenurlaub mit dem Auto anzutreten. Allerdings erfordert eine solche Autoreise nach Schweden eine gewisse Planung und Vorbereitung – nicht nur in Bezug auf die Reiseroute. Neben einem umfassenden Vorab-Check des Autos, sollte man sich bereits vor Reiseantritt mit den Besonderheiten des schwedischen Straßenverkehrs vertraut machen.

Da einige Verkehrsregeln deutlich strikter ausgelegt sind als in Deutschland und Verstöße mitunter mit hohen Bußgeldern geahndet werden, ist hier Vorsicht und Aufmerksamkeit geboten. Wer sich zudem bereits im Vorfeld bei seiner Kfz Versicherung über den bestehenden Versicherungsschutz informiert und sich eine grüne Versicherungskarte zuschicken lässt, ist mit dem eigenen Auto sicher und vor allem flexibel in Schweden unterwegs.

 

Redaktioneller Hinweis

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