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Die neunziger Jahre

Das Jahrzehnt vor der Jahrtausendwende hat keine deutlichen Fingerabdrücke hinterlassen. Die neunziger Jahre lassen sich nicht definieren, die Ausdrucksformen sind vielfältig und fließen in alle Richtungen.

Es gibt jedoch eine schwache Tendenz extrovertierter zu schreiben, hier und da ist ein beginnendes gesellschaftliches Engagement zu erkennen. Die Lyrik neigt zur Gestaltung alltäglicher Milieus und weniger zum sprachlichen Experiment. Der Lyriker Göran Greider (geb. 1959) schlug mit seiner Gedichtsammlung När fabrikerna tystnar (Wenn die Fabriken still werden) den Ton an.

Auch in der Prosa wird wieder sozialrealistisch und dokumentarisch erzählt. Robert Kangas (geb. 1951) nimmt mit seinen düsteren sozialpsychologischen Romanen und Novellen eine Sonderstellung unter den Autoren ein, die Ende der achtziger Jahre in Erscheinung traten.

Die Autobiographie und die Bekenntnisliteratur befinden sich im Aufwind. Unter anderem erschien von Peter Kihlgård (geb. 1954), der sich als Meister des Fabulierens einen Namen gemacht hat, Anvisningar till en far (Anweisungen für einen Vater), 1996, eine prosalyrische Schilderung seiner Kindheit und Jugend.

Auch Björn Ranelid (geb. 1949) gibt in Till alla människor på jorden och i himlen (An alle Menschen auf der Welt), 1997, Kindheitserinnerungen wieder. Als einem der wenigen Autoren, die in den achtziger Jahren debütierten, gelang es ihm, einen breiten Leserkreis zu erreichen und gleichzeitig vom Feuilleton anerkannt zu werden.

Zu einigen voneinander sehr verschiedenen Autoren, die bereits früher debütiert hatten und in den neunziger Jahren ihre Positionen festigen konnten, zählt u.a. Sigrid Combüchen (geb. 1942), die mit dem Roman Byron (dt. Byron) bekannt wurde und sich in dem raffiniert angelegten Roman Långa och korta kapitel (Lange und kurze Kapitel) wieder als geistreiche Erzählerin erweist.

Torgny Lindgrens (geb. 1938) legendenhafter und grotesker Roman Hummelhonung (dt. Hummelhonig) trägt Spuren eines seiner früheren Meisterwerke Ormens väg på hälleberget (Weg der Schlange auf dem Felsen) von 1982.

Die Lyrikerin und Dramatikerin Agneta Pleijel (geb. 1940) begann in den achtziger Jahren Romane zu schreiben und war mit dem philosophischen Roman Fungi (Fungi) erfolgreich.

In den letzten Jahren konnte auch Inger Edelfeldt (geb. 1956) ihre Position als bedeutende Autorin festigen. Sie betritt das Bewußtsein schwacher Individuen und zeigt, wie deren innerste Wünsche mit der Wirklichkeit kollidieren. Ihre letzte Novellensammlung Den förunderliga kameleonten (dt. Helenas Freier Tag) erregte große Aufmerksamkeit.

Kerstin Ekmans Händelser vid vatten, 1993, (dt. Geschehnisse am Wasser), das in mehrere Sprachen übersetzt wurde, ist einer der erfolgreichsten und von der Kritik am meisten gelobten Romane der neunziger Jahre.

Herausgegeben vom Schwedischen Institut.

Kommentare  

# Fridhem Skolhuset / Anne-Margarete und Frank 2011-01-21 14:19
"Die Autoren Lars Gyllensten und Tora Dahl, wie auch die Lyriker Majken Johansson, Göran Printz-Påhlson, Folke Isaksson, Bo Setterlind und Sandro Key-Åberg waren in den fünfziger Jahren ebenfalls von großer Bedeutung."

Sandro Key-Åberg (geboren 6.Mai 1922 in Dresden, Deutschland):
ER hat zusammen mit seiner Frau Gudrun (Malerin) lange Zeit in dem alten Schulhaus von der Gemeinde Lönneberga gelebt.
Dieses Haus haben wir 2009 gekauft und zu einem Restaurant mit Bed & Breakfast umgebaut. Neueröffnung war am 25.Juni 2010 (Midsommar)!

Alle, die neugierig sind, wie Sandro und seine Frau hier gelebt haben, Originalbücher von ihm lesen will oder einfach nur die wunderschöne Natur hier geniessen will, ist herzlich eingeladen: [link].

Herzlichste Grüsse aus Schweden senden
Anne und Frank

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Antwort: Hallo Anne und Frank, danke für die Info! Meldet euch doch einfach mal für eine gegenseitige Verlinkung mit dem Schwedentor.
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