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Männer und Gleichstellung

Die Gleichstellung betrifft sowohl Frauen als auch Männer. Die Gleichstellung der Geschlechter ist nicht durch Maßnahmen zu erreichen, die ausschließlich auf Frauen ausgerichtet sind.

Seit Mitte der 80er Jahre unternimmt die Regierung Schritte in diese Richtung. Vor einigen Jahren wurden Modellversuche in Form besonderer Vatertrainingsprogramme in fünf der 21 schwedischen Provinzen im Rahmen der bereits vorhandenen Elterntrainingsprogramme durchgeführt, die beide Elternteile über die physischen und psychischen Folgen der Elternschaft informieren sollten. Väter und werdende Väter trafen sich in von Männern geleiteten Gruppen, um die Bedürfnisse und Interessen von Männern im Zusammenhang mit der Geburt eines Kindes zu diskutieren. Sie wurden über Fragen rund um die Geburt informiert, über ihr Recht auf Elternurlaub, darüber, wie sich ihre Rolle in der Familie nach der Geburt ihres Kindes verändern kann und über mögliche Konfliktsituationen, die nach einer Geburt entstehen und sich auf die Familie auswirken können. Auswertungen zufolge erfreuten sich diese Treffen großer Beliebtheit und die teilnehmenden Väter nahmen im Durchschnitt einen längeren Elternurlaub als Väter, die nicht diese Gruppengespräche besucht hatten. Langfristig sollten sich die Vatertrainingsprogramme zu einer natürlichen Ergänzung der vorhandenen Elterntrainingsprogramme entwickeln, was jetzt in einigen Gemeinden auch erreicht worden ist.

In Schweden wurden auch männliche Rollen und die Gleichstellung der Geschlechter auf internationaler Ebene diskutiert. 1995 fand in Stockholm eine nordeuropäische Konferenz über Männerfragen statt. Ergebnis dieser Konferenz war ein Bericht mit dem Titel Towards New Masculinities (Zu neuen Männlichkeiten). Zur Vierten Weltfrauenkonferenz in Peking im Jahre 1995 veröffentlichte die schwedische Regierung eine Anthologie mit dem Titel Men on Men (Männer über Männer). In diesem Buch legen acht schwedische Männer ihre Sicht auf Frauen- und Genusfragen sowie Elternschaft dar.

Im Rahmen der schwedischen Ratspräsidentschaft in der Europäischen Union veranstaltete die schwedische Regierung im Europäischen Parlament ein Seminar über Männer und die Gleichstellung der Geschlechter. Ferner wurde zum gleichen Thema eine Konferenz für die Mitgliedstaaten und Beitrittsländer der EU durchgeführt.

Abgesehen von der Bewilligung von Mitteln für einige wenige Provinziallandtage zur Unterstützung von Projekten über Männer und Gleichstellung, stellte die Regierung Gelder für ein Zweijahresprojekt mit Beginn im Juni 1999 bereit, das Hindernisse für das Engagement der Männer in der Gleichstellungsarbeit aufdecken sowie entsprechende Maßnahmen entwickeln sollte, durch die Männer für eine solche Arbeit gewonnen und zur Teilnahme an Konferenzen und an der öffentlichen Debatte bewegt werden konnten. Das Projekt wurde im Juni 2001 abgeschlossen.

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