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Gleichstellung im Bildungswesen

Grundausbildung

Durch das Ausbildungsgesetz wird das gesamte Schulpersonal vor die Aufgabe gestellt, die Gleichstellung von Schülerinnen und Schülern zu fördern. Eine entsprechende Gesetzgebung gilt auch für die Erwachsenenbildung. Das Ausbildungsgesetz schreibt ferner vor, dass jede Gemeinde für die Erstellung von Berichten über die beabsichtigten Schritte zur Erreichung der nationalen Zielsetzung verantwortlich ist. Mädchen und Jungen weisen Untersuchungen zufolge Unterschiede im Klassenverhalten und bei der Fächerwahl auf. Wenn Lehrer die Gleichstellung fördern sollen, müssen sie deshalb den Einfluss des Geschlechts auf die Lernprozesse begreifen und dies in ihrer pädagogischen Arbeit berücksichtigen.

Ein konkretes Beispiel für Bestrebungen, die Gleichstellung der Geschlechter in der Schule frühzeitig zu fördern, war die Umwandlung von traditionellen Mädchenfächern wie Hauswirtschaft und Handarbeit und traditionellen Fächern für Jungen wie Technik sowie Holz- und Metallbearbeitung in Pflichtfächer für alle Schulkinder. Andere Maßnahmen umfassen Sommerkurse in Technik für Mädchen, Besuche von Frauen mit nicht traditionell weiblichen Berufen in den Schulen, Technik-Workshops für Mädchen und naturwissenschaftlichen Unterricht in reinen Mädchenklassen.

In Schweden ist ein neunjähriger Schulbesuch obligatorisch. Über 97 Prozent aller Schüler – Mädchen und Jungen zu gleichen Teilen – besuchen anschließend die Gymnasialschule (drei Jahre). 1991 wurden in der schwedischen Gymnasialschule 16 Ausbildungsprogramme eingeführt, die zum Teil im Hinblick darauf gestaltet worden waren, eine ausgeglichener Verteilung der Geschlechter zu erreichen, indem traditionell männlich dominierte Sektoren für Mädchen attraktiver gemacht wurden. So entstand beispielsweise durch die Verschmelzung von technischen und naturwissenschaftlichen Programmen ein breiteres Wissenschaftsprogramm, das mehr Schülerinnen anspricht. Dennoch weisen nur sehr wenige Ausbildungsprogramme der Gymnasialschule eine halbwegs gleichmäßige Verteilung von Mädchen und Jungen auf.

Höhere Ausbildung

Mitte der 90er Jahre hatten 27 Prozent aller Frauen und 24 Prozent aller Männer im Alter von 25 bis 64 Jahren einen Hochschulabschluss. Die Zahl der Studienanfänger ist gestiegen, besonders in den technischen und naturwissenschaftlichen Fächern, doch noch immer sind vier von fünf Ingenieurstudenten Männer. In der Pädagogik ist die Situation umgekehrt: vier von fünf Lehrerstudenten sind Frauen. Die geschlechtsspezifische Segregation in der Medizin nimmt hingegen ab; Medizin wird heute zu gleichen Teilen von Frauen und Männern studiert.

Der Anteil der weiblichen Studenten beträgt 60 Prozent, der der weiblichen Doktoranden 40, doch nur 14 Prozent der promovierten Dozenten sind Frauen.

Um die herrschenden Rollenmuster an den Universitäten zu ändern, sind mehrere Reformen durchgeführt worden. Beispielsweise wurden 1997 eine Reihe von Lehrstühlen, Forschungsstipendien für promovierte Wissenschaftler und Doktorandenstipendien für das unterrepräsentierte Geschlecht geschaffen. Ferner richtete man auch sechs Lehrstühle für Geschlechterstudien ein. Von den 32 Lehrstühlen wurden 29 besetzt, alle mit Frauen.

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