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Macht und Einfluss

Eines der Ziele der schwedischen Gleichstellungspolitik besteht darin, sowohl individuell als auch generell eine ausgewogene Verteilung von Macht und Einfluss auf Frauen und Männer zu erreichen.

Schwedische Frauen besitzen seit 1921 Wahlrecht. Die Wahlen im Jahr 2002 führten zu einem Anstieg des Anteils der weiblichen Abgeordneten im Reichstag. Von den 349 Reichstagsabgeordneten sind 45,3 Prozent Frauen, verglichen mit 43,6 Prozent bei den Wahlen von 1998 und 40 Prozent in der Legislaturperiode 1994–98. Die Zahl der Frauen im Reichstag hat sich seit 1971 fast verdreifacht. Dies beruht auf der von allen Parteien vertretenen festen Überzeugung, dass die Anzahl der weiblichen Kandidaten erhöht werden muss. Bei den letzten drei Wahlen stellte die größte politische Partei, die Sozialdemokratische Arbeiterpartei, auf ihren Wahlkreislisten systematisch abwechselnd weibliche und männliche Kandidaten auf.

Die wichtigste politische Arbeit im Reichstag wird in den ständigen Ausschüssen geleistet, die zu insgesamt 44 Prozent aus Frauen bestehen. Frauen bilden in fünf Ausschüssen die Mehrheit. In acht der 16 Ausschüsse sind Frauen und Männer fast gleich stark vertreten. Die Regierung besteht aus zwölf männlichen und zehn weiblichen Ministern (April 2003). Von den 27 Staatssekretären, der Rang unmittelbar unter dem Minister, sind 10 Frauen.

Die Situation in den Gemeinden und Provinziallandtagen ähnelt der im Reichstag. 41 Prozent der Gemeinderäte sind Frauen. Am stärksten vertreten (48 Prozent) sind die Frauen in den Provinziallandtagen, die u.a. für gesundheitliche und medizinische Leistungen zuständig sind.

Obwohl schwedische Frauen zugegebenermaßen auf praktisch allen Entscheidungsebenen vertreten sind, erhalten sie meist weniger einflussreiche Aufgabenbereiche und leisten Arbeit, die nicht immer im Blickpunkt der Öffentlichkeit steht. Sowohl die Regierung als auch der Reichstag haben deshalb in den letzten Jahren sehr viel Aufmerksamkeit auf die Unterrepräsentation der Frauen in indirekt gewählten Gremien gerichtet. Durch aktive Anstrengungen ist die Anzahl weiblicher Vertreter in den Verwaltungsräten öffentlicher Behörden von 16 Prozent im Jahr 1986 auf 47 Prozent im Jahr 2001 gestiegen.

Auch wenn Frauen in Schweden eine relativ starke Position in direkt gewählten Organen haben, dominieren doch die Männer nach wie vor fast alle politisch richtungweisenden Organe. Dies gilt für leitende Positionen in Arbeitgeber und Arbeitnehmerorganisationen genauso wie für politische und andere Verbände. Der Anteil der Frauen mit Spitzenpositionen in der privaten Wirtschaft ist sogar noch geringer. Im Januar 2002 wurde die Untersuchungskommission „Frauen in Führungspositionen der Wirtschaft“ gebildet, die eine Analyse der Mitwirkung von Frauen auf Leitungs- und Vorstandsebene in der schwedischen Wirtschaft zur Aufgabe hatte. Die Untersuchung sollte ferner als Bestandsaufnahme des Wissens im Forschungsbereich Geschlecht und Organisation und hier besonders über die die Entwicklung beeinflussenden Hemmnisse und Strukturen dienen. Im März 2003 übergab die Kommission dem schwedischen Wirtschaftsminister den Bericht „Männerdominanz in Veränderung“ (SOU 2003:16). Aus ihm geht hervor, dass die Dominanz der Männer in den Leitungsgremien und Vorständen der Unternehmen trotz einiger seit 1994 stattgefundener Veränderungen weiterhin besteht. Ohne Personalvertreter lag der Anteil der Männer in den Vorständen der privaten Unternehmen mit mindestens 200 Angestellten im Jahr 1994 bei 98, heute bei 92 Prozent.

Im Frühjahr 2003 wurden auf Initiative des schwedischen Ministers für Industrie und Handel verstärkte Anstrengungen zur Erarbeitung von konkreten Vorschlägen über Maßnahmen unternommen, durch die der Veränderungsprozess mit dem Ziel eines höheren Anteils an Frauen in Führungspositionen und in den Führungsgremien privater Unternehmen beschleunigt werden soll. Dazu lud die Regierung Unternehmen aus der privaten Wirtschaft zu Gesprächen am runden Tisch und zur Unterbreitung von Vorschlägen über entsprechende Schritte ein. Eine Auswertung der Untersuchung und der eingegangenen Vorschläge wird für die zweite Hälfte des Jahres 2003 angestrebt.

Aktuelle Statistik

2005 betrug der Anteil der Frauen in leitender Funktion in schwedischen privaten Aktiengesellschaften (mit mehr als einem Mitarbeiter, Direktoren ausgenommen) 25 %, ein Rückgang um sieben Prozentpunkte im Vergleich zu 2004. Die entsprechenden Zahlen für die an der Börse notierten Unternehmen betrug 31 %, ein Rückgang um drei Prozentpunkte. Der Frauenanteil in den Führungsgremien der börsennotierten Unternehmen belief sich auf 12,3 %.

In den politischen Organen fallen die Zahlen höher aus (2007). So stellen die Frauen im Reichstag einen Anteil von 47 %, zehn von 22 Ministern sind Frauen.

Bei den Politikern in den Gemeinden und Provinzialregierungen haben die Fraueneinen Anteil von 41 %.

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