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Die schwedische Bevölkerung

Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern gründen sich in Schweden die statistischen Angaben zur Bevölkerung auf Eintragungen in dem seit 1686 bestehenden pfarramtlichen Personenstandsregister zur fortlaufenden Erfassung von demographischen Veränderungen innerhalb der einzelnen Gemeinden. Diese pfarramtlichen Register gehen einher mit einem Personenstandsregister, das laufend aktualisiert wird. Die erste auf diesen Registern basierende Aufstellung von demographischen und statistischen Angaben wurde 1749 durchgeführt. Seit dieser Zeit gibt es eine ununterbrochene Reihe von demographischen Angaben, die den Wandel Schwedens von einem selbstversorgenden Agrarland zu einer modernen post-industriellen Gesellschaft widerspiegeln.

 

Die demographische Entwicklung seit 1930

Während der Wirtschaftskrise in den 30er Jahren herrschte eine hohe Arbeitslosigkeit, die Geburtenrate war sehr niedrig. Das Bevölkerungswachstum ging auf 0,3% zurück. Die Aussichten auf einen Rückgang in der Bevölkerungszahl machten das Bevölkerungswachstum zu einem politischen Thema. Man unternahm Schritte zum Aufbau einer nationalen Familienpolitik mit dem Ziel, die Situation der Frauen zu verbessern und die Vereinbarkeit von Arbeit und Familie zu erleichtern. Diese Maßnahmen wurden weitgehend angeregt durch das 1935 erschienene Buch von Gunnar Myrdal über die Bevölkerungskrise (Alva und Gunnar Myrdal, Kris i befolk-ningsfrågan, Stockholm 1935).

Gegen Ende der 30er Jahre nahm die Geburtenrate allmählich wieder zu, bevor auch nur eine der von Myrdals befürworteten Ideen in die Praxis umgesetzt werden konnte. Mitte der 40er Jahre lag die Geburtenrate bei 2,6 Kindern pro Frau, verglichen mit dem Tiefststand von 1,7 im Jahr 1935. Die Geburtenrate nahm auch im darauf folgenden Jahrzehnt zu und entwickelte sich bis Mitte der 60er Jahre mit 2,2 bis 2,5 Kindern pro Frau ziemlich konstant.

Nach der Einführung moderner Verhütungsmittel Mitte der 60er Jahre gingen die Geburtenzahlen wieder zurück und machten eine ähnliche Entwicklung durch wie auch viele andere Länder. Ende der 70er Jahre war die Geburtenrate in Schweden auf 1,6 Kinder pro Frau gesunken, doch dann begann sich das Bild zu ändern. Die Geburtenrate stieg in einer nahezu einzigartigen Entwicklung an, was auch im Ausland Aufsehen erweckte. 1990 betrug die Geburtenrate 2,1 Kinder pro Frau und war somit eine der höchsten in ganz Westeuropa.Dieser Entwicklung liegen viele Theorien über die Beeinflussung der Geburtenrate zugrunde. Schweden ist bekannt als ein Land mit einer ungewöhnlich hohen Frauenerwerbsquote, mit einem hohen Anteil an nicht ehelichen Lebensgemeinschaften und einer relativ hohen Rate an Scheidungen/Trennungen, – alles Faktoren, die nach herkömmlicher Meinung zu einer niedrigeren Geburtenrate beitragen. Ende der 90er Jahre fiel die Geburtenrate zurück und lag 1998 bei 1,5 Kindern pro Frau. Dies ist die bisher niedrigste Geburtenrate in Schweden, obwohl sie über dem europäischen Durchschnitt liegt. 2002 betrug sie 1,65 Kinder pro Frau.

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