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Behinderung und Behinderten-Politik in Schweden

Dass Menschen mit Behinderungen über ihren Alltag selbst bestimmen und ihn beeinflussen können sollen, ist schon seit langem Ziel der schwedischen Behindertenpolitik. Neu sind die Schwerpunkte Demokratie und Menschenrechte. Auch Menschen mit Behinderungen sollen ihre Rechte – und Pflichten – als Bürgerinnen und Bürger wahrnehmen können. Die Behindertenperspektive soll die gesamte Gesellschaft durchdringen und nicht auf den Pflege- und Fürsorgesektor beschränkt sein.

Vom Patienten zum Mitbürger

Seit dem Jahr 2000 verfügt Schweden im Bereich der Behindertenpolitik über einen nationalen Handlungsplan. Der Plan Från patient till medborgare („Vom Patienten zum Mitbürger“) markiert eine Trendwende in diesem Politikbereich.

Ging es in ihm früher vorwiegend um soziale Fragen und Wohlstandsaspekte, werden nun Demokratie und Menschenrechte in den Vordergrund gerückt. Die Behindertenpolitik hat eine klare Bürgerperspektive erhalten.

Deutlich ist auch das Bestreben, nach übergreifenden Lösungen für eine Gesellschaft zu suchen, die unter so vielen Aspekten und für so viele Menschen wie möglich barrierefrei sein soll. Auf diese Weise kann man – oft kostenintensive – Speziallösungen für verschiedene Bevölkerungsgruppen vermeiden.

Ausgehend davon zielt die behindertenpolitische Arbeit darauf ab,

  • Hindernisse für die Gleichbehandlung und die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben zu identifizieren und zu beseitigen,
  • der Diskriminierung vorzubeugen und sie zu bekämpfen sowie
  • Voraussetzungen für die Gleichbehandlung von Jungen und Mädchen, Frauen und Männern mit Behinderungen zu schaffen.

Die Behindertenperspektive soll ein selbstverständlicher Bestandteil aller Politikbereiche und der gesamten öffentlichen Tätigkeit werden. Staatliche Behörden haben begonnen, ihre Räumlichkeiten, ihre Arbeit und ihre Informationen besser zugänglich zu machen. Die Repräsentanten der Gesellschaft sollen zudem ihr Wissen erweitern, damit nicht Unkenntnis und kränkendeBehandlung Menschen mit Behinderungen davon abhalten, ihre Rechte wahrzunehmen.

Die Behindertenbewegung – ein wichtiger Akteur

Die gemeinnützigen Behindertenorganisationen spielen eine wichtige Rolle in der schwedischen Behindertenpolitik. Die Behindertenbewegung hat die Ausrichtung der Politik über fünfzig Jahre lang beeinflusst und auf verschiedenen Ebenen eine Zusammenarbeit mit schwedischen Politikern etabliert.

Die meisten Behindertenverbände engagieren sich in der Arbeitsgemeinschaft der Behindertenverbände (Handikappförbundens samarbetsorgan), um gemeinsam die Entwicklung auf ihrem Gebiet zu beeinflussen.

Die Organisationen vermitteln wichtige Kenntnisse, denn sie berichten über die Lebensbedingungen von Menschen mit Behinderung. Sie tragen außerdem zur öffentlichen Meinungsbildung bei, indem sie Forderungen und Verbesserungsvorschlägen ihrer Mitglieder Gehör verschaffen. Etwa fünfzig Behindertenverbände erhalten für ihre Arbeit staatliche Mittel. Die meisten organisieren sich ausgehend von der Diagnose ihrer Mitglieder. Viele von ihnen haben spezielle Jugendverbände, und einige arbeiten auf der Grundlage einer deutlichen Kinder- und Familienperspektive.

Die Regierung hat außerdem ein Komitee für Behindertenfragen als Forum für Überlegungen und den Informationsaustausch zwischen Regierung und Behindertenorganisationen eingerichtet. 

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