Zweitverwertung schwach strahlender radioaktiver Abfälle

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Volker
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Zweitverwertung schwach strahlender radioaktiver Abfälle

Beitragvon Volker » 1. April 2014 08:11

Neuer Regierungsvorschlag zur Zweitverwertung schwach strahlender radioaktiver Abfälle

Wohl als Wahlgeschenk anlässlich der bevorstehenden schwedischen Reichstagswahl im September ist der neueste Vorschlag der amtierenden bürgerlichen Koalitionsregierung gedacht schwach radioaktiven Abfall schwedischen Villenbesitzern zur Verfügung zu stellen, um die beim radioaktiven Zerfall anfallende Abwärme für Heizzwecke nutzen zu können. Damit möchte die Regierung zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Einerseits wird dadurch das Problem der Endlagerung entschärft, andererseits werden damit fossile Brennstoffe geschont und somit der CO2-Ausstoß gemindert. Anfängliche Sicherheitsbedenken seitens der schwedischen Behörde für Strahlenschutz (strålsäkerhetsmyndigheten) konnten dank des Einsatzes modernster Sicherheitsvorkehrungen ausgeräumt werden.

Um die Umwelt vor den ionisierenden Strahlen zu schützen, welche von den tonnenförmigen Blechbehältern ausgehen, die einst für die Endlagerung unter Tage vorgesehen waren, werden diese relativ dünnhäutigen Blechtonnen in einem luft- und wasserdichten Quader aus Beton und Blei angeliefert, welcher zusätzlich mit einer Schicht kohlefaserverstärkten Kunststoffes umschlossen ist. Innerhalb dieses etwa 3 Kubikmeter großen Containments befindet sich neben dem radioaktiven Material noch ein Wärmetauscher, der mit der Heizungsanlage zu verbinden ist. 6 bis 9 kW Wärmeenergie können solche Einheiten während eines Zeitraums von 30 Jahren kontinuierlich erzeugen. Damit ein Diebstahl radioaktiven Materials ausgeschlossen werden kann, muss dieser Behälter im Garten vergraben werden, womit diese Methode der Energiegewinnung leider nur für Villenbesitzer mit ausreichend großen Gartengrundstücken in Betracht kommt.

Jede Einheit besitzt zudem eine Überwachungselektronik, die über ein wahlweise angeschlossenes Strom- oder Telefonkabel mit Hilfe der Fernabfrage Daten versendet, um im Minutentakt zu überprüfen, ob diese Energieeinheit sich noch an dem registrierten Standort befindet. Die Standorte werden laufend mit Hilfe von GPS und den Laufzeitunterschieden innerhalb des angeschlossenen Kabels überwacht. Nur auf Grund dieser ausgeklügelten Diebstahlsicherung, welche mit teils geheim gehaltenen Tricks arbeitet, begrüßte die miljöparti, die schwedische Umweltpartei, nach anfänglichem Zögern diese neue Technologie der Energieverwertung. Die Technik wurde an der Universität von Limköping in Zusammenarbeit mit der Galet AB entwickelt. Weltweit existieren mit steigender Tendenz über 300.000 Tonnen des radioaktiven Abfalls, welches für diese Technik der Wiederverwertung geeignet welche. Die Entwickler versprechen sich deshalb große Zukunftschancen. Die schwedische Regierung erwartet zudem eine zusätzliche Einnahmequelle, denn die Entsorgung radioaktiven Abfalls wird von den meisten Betreibern kerntechnischer Anlagen sehr gut bezahlt. Diese neue Technologie wird inzwischen als so sicher erachtet, dass sich die meisten schwedischen Versicherungskonzerne dazu bereit erklärt haben eine Haftpflichtversicherung zu übernehmen, falls diese Quader nicht in Grundwasserschutzgebieten installiert sind.

Kaufen können diese „Brühwürfel“ (buljong tärningar), wie sie bereits in Fachkreisen intern scherzhaft genannt werden, interessierte Kunden noch nicht. Es ist vorerst nur eine Miete vorgesehen. Der Mietpreis für die ersten 2500 Einheiten ist noch nicht festgelegt. Besonders große Nachfrage besteht bereits jetzt schon bei Villenbesitzern, welche im Besitz eines Schwimmbeckens sind, um das ganze Jahr über in den Genuss warmen Badewassers zu gelangen. Viele potenzielle Nutzer versprechen sich davon einen wahren Jungbrunnen, denn das Wasser soll durch diese „Brühwürfel“ knapp unterhalb der zulässigen Grenzwerte mit Radon angereichert werden können, falls dies erwünscht ist, womit diese neue Technik an die Tradition der alten Heilbäder anknüpft.

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Re: Zweitverwertung schwach strahlender radioaktiver Abfälle

Beitragvon stavre » 1. April 2014 08:14

gibt es eine internetseite darüber?

oder aber ein aprilscherz?

Volker
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Re: Zweitverwertung schwach strahlender radioaktiver Abfälle

Beitragvon Volker » 1. April 2014 08:41


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Re: Zweitverwertung schwach strahlender radioaktiver Abfälle

Beitragvon EuraGerhard » 1. April 2014 08:51

Hmmmmm ... :wink:









Ich sag besser nichts ...









:lol: :lol: :lol: :lol: :lol:

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Re: Zweitverwertung schwach strahlender radioaktiver Abfälle

Beitragvon Petergillarsverige » 1. April 2014 08:52

Netter Aprilscherz!
In Schweden wohl auch üblich. :-)

Schwach radioaktiver Müll erzeugt keine Wärme.
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Re: Zweitverwertung schwach strahlender radioaktiver Abfälle

Beitragvon Petergillarsverige » 1. April 2014 08:56

Eine Kokille hoch radioaktiver und aufbereiteter Müll hat eine Wärmeleistung von 20 kW. Die Kokillen sind etwa 120 cm hoch und 42 cm Durchmesser. Die wären wirklich ideal als Wärmeerzeuger in einem Haus.
Leider würde das Volumen der für die Genehmigung notwendigen Papiere nicht in ein Haus passen. :-)
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Re: Zweitverwertung schwach strahlender radioaktiver Abfälle

Beitragvon EuraGerhard » 1. April 2014 09:01

Petergillarsverige hat geschrieben:Leider würde das Volumen der für die Genehmigung notwendigen Papiere nicht in ein Haus passen. :-)

Man könnte es ja als Abschirmmaterial für die Alpha- und Betastrahlung verwenden ... :wink:

MfG
Gerhard

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Re: Zweitverwertung schwach strahlender radioaktiver Abfälle

Beitragvon vibackup » 1. April 2014 20:32

stavre hat geschrieben:gibt es eine internetseite darüber?

oder aber ein aprilscherz?

Glaub ich nicht... das muss doch Ernst sein...
;-)

//M

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Re: Zweitverwertung schwach strahlender radioaktiver Abfälle

Beitragvon Krümel7 » 2. April 2014 05:31

Sehr schön!
Ach, was habe ich gelacht. Wunderbar formuliert! So viel Mühe für einen Aprilscherz-köstlich, auch wenn ich ihn erst am 2.4. gelesen habe :D

Danke Volker!!!

Grüße krümel7

:D :D :D :D :D :D :D

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Re: Zweitverwertung schwach strahlender radioaktiver Abfälle

Beitragvon knut245 » 2. April 2014 09:37

Ein schöner Scherz. Aber andere wollen tatsächlich Ernst machen...

http://www.netzwelt.de/news/78637-ab-2013-kleiner-nuklear-reaktor-garten.html
Hier könnte auch etwas sinnvolles stehen, zum Beispiel ein Bier.


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