Zweite Chance für einen Mörder

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Zweite Chance für einen Mörder

Beitragvon Danskepige » 27. November 2007 13:27

Er hat einen Menschen getötet - aus Hass. Jetzt will er Arzt werden. Am feinen Karolinska-Institut in Stockholm studiert nach seiner Haftentlassung ein junger Mann, der im Land als Mörder und Nazi bekannt wurde. Die Schweden diskutieren: Verdient er eine zweite Chance?

Das Karolinska-Institut in Stockholm ist eine feine Adresse. Einmal im Jahr vergibt sein Komitee den Nobelpreis für Medizin, jedes Jahr lassen sich hier 250 Ärzte examinieren. Es gilt als einer der besten Plätze in Nordeuropa, um Arzt zu werden. Um einen der begehrten Ausbildungsplätze zu bekommen, müssen die Bewerber ein intensives Auswahl-Verfahren durchlaufen.
Jetzt hat das Karolinska einen jungen Ex-Nazi aufgenommen, der vor acht Jahren zusammen mit zwei Komplizen den Gewerkschafter Benny Söderberg ermordet hat - nach dem Mord demonstrierten damals in ganz Schweden Zehntausende Menschen gegen den rechten Terror. Die Polizei fasste den Täter. Im Jahr 2000 wurde er vom Oberlandesgericht in Stockholm zu elf Jahren Haft verurteilt. Im Februar kam er auf Bewährung frei und bewarb sich am Karolinska. In Schweden diskutieren die Menschen jetzt, ob solch ein Mörder Arzt werden darf.

Uwe Ernst
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Re: Zweite Chance für einen Mörder

Beitragvon Uwe Ernst » 27. November 2007 13:48

Die Frage ist ja, wie er jetzt zu seiner Tat steht.
Gibt es da irgendwelche Infos darüber?
Uwe

Danskepige
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Re: Zweite Chance für einen Mörder

Beitragvon Danskepige » 27. November 2007 13:50

Hallo Uwe,
darüber habe ich bisher noch nichts finden können. Aber hier ist der Artikel, den ich zitiert habe: http://www.spiegel.de/unispiegel/studiu ... 82,00.html

Storstadstjej

Re: Zweite Chance für einen Mörder

Beitragvon Storstadstjej » 27. November 2007 13:55

Die Sache ist hier in S schon vollkommen vergessen. ;-)

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Re: Zweite Chance für einen Mörder

Beitragvon Danskepige » 27. November 2007 14:03

Wirklich? Ich dachte es sei aktuell... zumindest ist es erst jetzt bei mir angekommen :wink:

Richard
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Re: Zweite Chance für einen Mörder

Beitragvon Richard » 27. November 2007 14:04

und überhaupt ist er ja auf freiem Fuß, sprich hat seine Sünden hinter sich gelassen laut Gesetz, ist also ein normaler Bürger wie Du und ich und hat damit auch alle rechte wie Du und ich, also gibt's da gar nix mehr zu diskutieren.
/Richard

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Re: Zweite Chance für einen Mörder

Beitragvon Danskepige » 27. November 2007 14:07

Ich finde, eine Grenze muss es geben. Sicherlich benötigen Menschen, die verurteilt worden sind, eine zweite Chance. Dies war aber eine Exekution, kein Beziehungsdrama im Suff oder im Affekt. Es war ein kaltblütig geplanter Mord.

Storstadstjej

Re: Zweite Chance für einen Mörder

Beitragvon Storstadstjej » 27. November 2007 14:27

Dementsprechend gab es eine härtere Strafe. Soweit ich weiss sind die Annahmebedingungen am Karolinska nicht ohne, dazu gehört auch ein psychologischer Wesenstest. Wenn der Mann so fähig ist und die Vorraussetzungen erfüllt, wäre es wahrscheinlich eine Ressourcenverschwendung ihn nicht Arzt werden zu lassen. Ausserdem - wer weiss ob er nicht in die Forschung gehen will?

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Re: Zweite Chance für einen Mörder

Beitragvon Skogstroll » 27. November 2007 17:24

Hm, so richtig wohl fühle ich mich mit so einer Entscheidung nicht. Jetzt mag ich dem Mann bitter Unrecht tun, aber bei der Kombination Nazi + Arzt drängt sich mir der Name Mengele förmlich auf. Und der war wohl auch der Meinung, Forschung zu treiben.
Wie Danskepige schon schreibt, ein später bitter bereuter Mord im Affekt oder Suff ist eine Sache, eine geplante Hinrichtung eine andere. Es fällt mir schwer, da an einen völligen Gesinnungswandel zu glauben. Ich denke nicht, dass ich diesem Menschen Vertrauen entgegen bringen könnte.

Meinetwegen gerne eine zweite Chance, aber muss es gerade Arzt sein, ein Beruf, der wie kein zweiter mit Begriffen wie Ethik, Moral und Vertrauen verknüpft ist?

Skogstroll

Storstadstjej

Re: Zweite Chance für einen Mörder

Beitragvon Storstadstjej » 27. November 2007 17:47

Wäre er dir ein Feuerwehrmann, der bei einem Brand im Asylantenbostad (ist ja tagesaktuell) die Feuerwehrfahrzeuge sabotiert?
Letztendlich kann man in Schweden alles über jeden erfahren, misstraust Du dem Arzt, kannst Du auch zu einem anderen gehen.


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