Zweifel an Facharzt-Kompetenz

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svenska-nyheter
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Zweifel an Facharzt-Kompetenz

Beitragvon svenska-nyheter » 5. Dezember 2013 15:42

Anders als in den meisten EU-Ländern üblich, müssen schwedische Fachärzte nicht ihren Wissenstand regelmäßig auffrischen.

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(Diese Schweden-Nachricht stammt von SR International. Nachdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung von Radio Schweden.)

vibackup
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Re: Zweifel an Facharzt-Kompetenz

Beitragvon vibackup » 6. Dezember 2013 19:34

svenska-nyheter hat geschrieben:Anders als in den meisten EU-Ländern üblich, müssen schwedische Fachärzte nicht ihren Wissenstand regelmäßig auffrischen.

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Das ist doch mal eine coole Initiative!
Seit Jahren versuchen wir, ein Recht für Fachärzte zur Fortbildung zu erreichen... trotzdem haben die Möglichkeiten dazu kontinuierlich abgenommen.
Derzeit liegen diese bei fast null.
Aus ökonomischen Gründen.
Jetzt drehen die Kollegen aus Göteborg den Spieß kurzerhand um und wollen die Ärzte zu einer Fortbildung verpflichten... :danke:
Nicht schlecht, und wahrscheinlich politisch besser durchsetzbar.
Ich erkläre hiermit, dass auch ich ernsthafte Zweifel an der Kompetenz der Fachärzte habe.
:lol:

//M

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Re: Zweifel an Facharzt-Kompetenz

Beitragvon HeikeBlekinge » 6. Dezember 2013 20:17

oh - dann erklärt sich mir einiges.
Und ich bin fast sprachlos :-(
www.lilla-koksgarden.se


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Re: Zweifel an Facharzt-Kompetenz

Beitragvon Infosammler » 6. Dezember 2013 21:59

Inkompetenz eines Facharztes!!!!!
Kenne ich. Habe ich letzte Woche noch erlebt. Allerdings nicht in Schweden sondern in Deutschland. Müssen sich die deutschen Ärzte eigentlich auch weiterbilden?? Würde mich mal interessieren!!! Ich vermute mal nicht.
Gruß Claudia
Var inte för optimistisk, ljuset i slutet av tunnel kan vara ett tåg. Franz Kaffka

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Re: Zweifel an Facharzt-Kompetenz

Beitragvon Speedy » 7. Dezember 2013 09:25

Infosammler hat geschrieben:Inkompetenz eines Facharztes!!!!!
Kenne ich. Habe ich letzte Woche noch erlebt. Allerdings nicht in Schweden sondern in Deutschland. Müssen sich die deutschen Ärzte eigentlich auch weiterbilden?? Würde mich mal interessieren!!! Ich vermute mal nicht.
Gruß Claudia


...wurde doch gerade geschrieben, ich denke schon die muessen sich alle, auch in Deutschland, fortbilden.

Gruss Speedy

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Re: Zweifel an Facharzt-Kompetenz

Beitragvon stavre » 7. Dezember 2013 10:23

Infosammler hat geschrieben:Inkompetenz eines Facharztes!!!!!
Kenne ich. Habe ich letzte Woche noch erlebt. Allerdings nicht in Schweden sondern in Deutschland. Müssen sich die deutschen Ärzte eigentlich auch weiterbilden?? Würde mich mal interessieren!!! Ich vermute mal nicht.
Gruß Claudia


die bilden sich fort. keine sorge darum,claudia. dafür sorgt schon die KV und die pharmaindustrie

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Re: Zweifel an Facharzt-Kompetenz

Beitragvon vibackup » 7. Dezember 2013 12:35

stavre hat geschrieben:die bilden sich fort. keine sorge darum,claudia. dafür sorgt schon die KV und die pharmaindustrie

... und vor allem im letzteren liegt doch das Problem: wenn sich die Gesellschaft rauszieht, und den Ärzten Arbeitszeiten schafft und Bedingungen, die eine Fortbildung erschweren, dann reibt sich natürlich die Pharmaindustrie die Hände. Die aber haben ja neben der Fortbildung noch eine andere Agenda.
Die Frage ist doch: wollen wir als Gesellschaft das?
Wollen wir wirklich, dass unsere Ärzte von der Pharmaindustrie ausgebildet werden?
Wir investieren viel Geld in diese Leute, und mit Recht, denn das sind
- intelligente
- hoch motivierte
- in hohem Maße idealistische
Personen. Aber wenn wir als Gesellschaft diese Leute erst ausbilden, sie dann in eine Situation schicken, in der sie Entscheidungen treffen müssen, die an die Grenzen dessen, was ein Mensch tragen kann gehen, und sie damit im Regen stehen lassen, dann ist das, als wenn wir ein superteures Auto kaufen, es dann aber bei Wind und Wetter draußen stehen lassen, nicht pflegen und damit rücksichtslos fahren. Kein Mensch mit Verstand tut so etwas, aber sowohl die deutsche als auch die schwedische Gesellschaft geht so mit ihren Ärzten um.
Das ist nicht schlau, diese Leute sind in der Anschaffung zu teuer und auch nicht kurzfristig ersetzbar; es kostet, wenn ich die letzten Zahlen richtig im Kopf habe, ca. 1 Mio. Euro, einen Arzt auszubilden, und einen Facharzt auszubilden, dauert in Schweden mindestens 5,5+2+5=12,5 Jahre, in D 6+5=11 Jahre.
Das sind Minimi-, nicht Durchschnittszahlen.
Und diese Leute sitzen an strategischen Stellen in unserer Gesellschaft; deshalb ist es ethisch richtig und ökonomisch schlau, denen die Mittel zu geben, die sie brauchen, um ihren Job zu tun.
Den eigenen Neid muss man einfach schlucken, denn die Frage ist zu wichtig.

Ja, ich bin part i målet: ich bilde Ärzte aus, vom Grundstudium bis zum Facharzt und bin selber (wenn auch nur noch in ganz geringem Umfang) Arzt, habe allerdings aufgrund meiner Stellung kein Problem mit meiner Fortbildung.
Aber ich sehe sehr genau, wie es den anderen Kollegen geht, die eben nicht meinen Luxus haben.
Und bisher begreife ich den Auftrag der Gesellschaft so, dass ich die Pharmaindustrie aus der Ausbildung fernhalten soll und tue das. Aber mehr und mehr werden die Mittel zusammengestrichen. Gleichzeitig bleiben die Forderungen konstant oder steigen.
Und die Pharmaindustrie steht da, freut sich das die Gesellschaft so dumm ist, und wartet. Die winken mit dem Geld und sagen: ja, wir können für deine AT/ST/Studenten eine solche Ausbildung anbieten...
Und jetzt meine Frage an euch: was wollt ihr, was soll ich denen antworten?
Ich weiß, dass ihr hier im Forum kein Mandat habt, mir zu antworten, und natürlich antworte ich "Danke, aber nein danke", aber vielleicht hilft das, das Problem zu verdeutlichen.
Ihr seid die oder besser Teil der Gesellschaft, überlegt euch, was ihr wollt. Und seht dann zu, dass es politisch durchgesetzt wird.

//M

Speedy
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Re: Zweifel an Facharzt-Kompetenz

Beitragvon Speedy » 7. Dezember 2013 14:38

Was wir wollen sind Fachärzte die auf dem neusten Stand der Wissenschaft und Forschung sind und evtl. auch mal alternative Möglichkeiten ins Auge fassen können/duerfen, wenn die Methoden denn helfen.

Aber das bedeutet auch, dass die Patienten nachfragen/nachhaken und nicht darauf vertrauen, das der Arzt der "Halbgott in weiss" ist und alles kann/weiss.

Ich habe neulich bei meinem Arzt soviele Fragen gestellt, das er unsicher wurde. Ich hatte mich vorher im Internet informiert. Ich finde das gehört zum Patiensein auch dazu.

Gruss Speedy

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Re: Zweifel an Facharzt-Kompetenz

Beitragvon vinbergssnäcka » 7. Dezember 2013 15:12

Liege ich falsch, mit meinem Gefühl, das die Pharmaindustrie einen grösseren Einfluss auf das Gesundheitswesen in Deutschland als in Schweden hat? Oder trügt das Gefühl?

Natürlich möchte ich Fachärzte, die auf dem neuesten Stand sind, und zwar nicht auf dem neuesten Stand der Pharmaindustrie....auch wenn das manchmal schwer ist....ich merke ja selber, wie sehr man durch Internetund Reklame beeinflusst wird und wie schwer es ist, unabhängige Studien zu einem Thema zu finden...

Habe gerade versucht, mich in das Thema Cholesterin/Kolesterol einzulesen..verschiedenen Botschaften aus Schweden und Deutschland....und irgendwie wird man den Gedanken nicht los, das hier viel Medizin verkauft werden soll.

"Glaube keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast" 8)
liebe Grüsse

Heike

meine Seite: http://figeholm.jimdo.com

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Re: Zweifel an Facharzt-Kompetenz

Beitragvon knut245 » 7. Dezember 2013 15:43

Solange Verkaufsveranstaltungen mit Wellnessprogamm im Luxushotel als Fortbildung gelten, sollte man sich von der Weiterbildung nicht zu viel erwarten. Wäre mal interessant, ob die beiden Professoren, die die Studie verfasst haben, auch schöne "Forschungsaufträge" aus der Industrie erhalten...
Hier könnte auch etwas sinnvolles stehen, zum Beispiel ein Bier.


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