Zunehmendes Problem: Ungewollte Kinderlosigkeit

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svenska-nyheter
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Zunehmendes Problem: Ungewollte Kinderlosigkeit

Beitragvon svenska-nyheter » 30. Mai 2011 08:14

Die Zahl der ungewollt Kinderlosen steigt in Schweden stetig an. Mindestens 15 Prozent aller Paare, die sich Nachwuchs wünschen, bleiben amtlichen Schätzungen nach kinderlos. Ein von der Europäischen Union mitfinanziertes schwedisch-dänisches Projekt macht ab nächster Woche auf die Problematik aufmerksam und möchte Anregungen geben, was dagegen getan werden kann – im Großen wie im Kleinen.

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(Diese Schweden-Nachricht stammt von SR International. Nachdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung von Radio Schweden.)

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Imrhien
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Re: Zunehmendes Problem: Ungewollte Kinderlosigkeit

Beitragvon Imrhien » 31. Mai 2011 09:42

Hat man nicht in den 70er die Gesetzeslage geändert, so dass die Frauen wegen des Fachkräftemangels, gezwungen wurden zu arbeiten? Damals hatte man doch die Steuergesetze so geändert, dass die Frauen plötzlich vollzeit arbeiten mussten, damit die Familie sich noch ernähren kann. Das hatte man dann Emanzipation genannt. Nun, heute kann man die Gesetze doch wieder ändern, damit die Frauen rechtzeitig daheim bleiben dürfen, trotzdem abgesichert sind und wieder früher als 40 sein können und wollen, wenn sie ihr erstes Kind bekommen.

Kopfschüttelnde Grüsse
Wiebke

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Re: Zunehmendes Problem: Ungewollte Kinderlosigkeit

Beitragvon jörgT » 31. Mai 2011 09:56

Hej Wiebke,
ich glaube, Du machst es Dir zu einfach, wenn Du das Problem "Ungewollte Kinderlosigkeit" darauf begrenzt, dass die Frauen in Schweden arbeiten (müssen). Dahinter stecken eher sowohl medizinische als auch psychosoziale Probleme und um diese geht es.
In Schweden gibt es dagegen günstige Voraussetzungen, ein Kind zu bekommen und trotzdem seinen Arbeitsplatz zu behalten, wie Dir bekannt sein dürfte. Oder gibt es auch hierbei so große Unterschiede zwischen Stadt und Land? :wink:
Dieses Phänomen ist aus allen entwickelten Industrieländern bekannt und nicht spezifisch "schwedisch". Medizinisch wird diskutiert, ob die jahrelange Anwendung hormoneller Verhütungsmethoden damit etwas zu tun hat ...
Viele Grüße nach Västerås!
Jörg

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Re: Zunehmendes Problem: Ungewollte Kinderlosigkeit

Beitragvon Imrhien » 1. Juni 2011 19:44

Hej Jörg,
natürlich ist mir bewusst, dass es mehrere Gründe, auch medizinischer Art gibt, für dieses Problem. Trotzdem sehe ich auch, dass viele Frauen später Kinder bekommen wollen, weil es vorher "nicht geht". Und das auch weil sie sozial schlechter abgesichert sind. Zumindest höre ich auch immer wieder Unzufriedenheit bei schwedischen Frauen. Der Stress, dass man das Studium schnell abbrechen muss und irgendeine Arbeit anfangen muss, damit man wenn man plötzlich schwangner ist, auch noch das Elterngeld bekommt. Also mehr als die 180 kr am Tag. Und soweit ich weiss, sind die Kinder nicht in der Steuerberechnung mit drin. Immer mehr Frauen möchten gerne länger daheim bleiben, beim Kind. Sie nehmen dafür eben auch in Kauf, dass sie schlechter verdienen und eine geringere Rente haben. Ich sage gar nicht, dass das in Deutschland besser ist. Aber zusätzlich kämpfen die Frauen hier mit dem Vorurteil, dass eine Frau, die gerne daheim sein möchte, ja dumm sein muss, oder einen reichen Mann hat oder sonst wie merkwürdig geartet. Ich kenne hier einige Frauen, die sich darüber beklagen, dass sie sich dafür rechtfertigen müssen. Ich kann mir schon vorstellen, dass das auch ein Grund dafür ist, dass sich manche Frauen länger überlegen ob sie ein Kind wollen. Und ab 35 wird es eben auch schwerer.
Wie gesagt, ich weiss, dass das in Deutschland auch nicht optimal ist. Aber gerade weil Schweden immer so als Vorzeigeland gehandelt wird, wollte ich anmerken, dass es auch hier gemachte Probleme sein können.

Grüsse Wiebke

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Re: Zunehmendes Problem: Ungewollte Kinderlosigkeit

Beitragvon der-streeck » 2. Juni 2011 19:39

Ich kann mir gut vorstellen, dass der hohe Milchkonsum in Schweden eine Rolle spielt.

http://www.milchlos.de/milos_0403.htm

http://www.sein.de/koerper/ernaehrung/2 ... htbar.html

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Re: Zunehmendes Problem: Ungewollte Kinderlosigkeit

Beitragvon HeikeBlekinge » 3. Juni 2011 09:58

Du bist mir ja ein Witzbold :lol: :lol: :lol:

Woher weisst du, das der Milchkonsum in Schweden so gross ist?


LG Heike
... die nur etwas Milch in den Kaffee tut, ab und dann einen griechischen Joghurt macht, u.a. weil sie der Meinung ist das Milch ein Nahrungsmittel ist, und kein Getränk und den Konsum aller möglichen Milchprodukte heutzutage schlichtweg bescheuert findet ;-)
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Re: Zunehmendes Problem: Ungewollte Kinderlosigkeit

Beitragvon der-streeck » 3. Juni 2011 10:19

Aus eigenen Beobachtungen. In Deutschland wurde während der Arbeitszeit nicht soviel Milch getrunken.

Ok, Schweden scheint im Durchschnitt zu liegen.
http://www.meine-milch.de/artikel/privater-verbrauch
http://www.meine-milch.de/artikel/nahru ... -und-heute

Ich sehe auch, dass milchlos.de auf den ersten Blick nicht gerade wissenschaftlich seriös wirkt, habe aber schon viel über dieses Thema gelesen und meine das mit der Milch wirklich ernst.

Ich glaube, dass viele Menschen Milch nicht vertragen. Entweder haben sie eine Laktoseintoleranz oder sie vetragen eines der 5 Milcheiweisse nicht. Da letzteres keine Darmbeschwerden verursacht, merken es die meisten nur nicht oder denken bei Beschwerden nicht an die Milch.

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Re: Zunehmendes Problem: Ungewollte Kinderlosigkeit

Beitragvon Sápmi » 3. Juni 2011 10:30

Imrhien hat geschrieben:Aber zusätzlich kämpfen die Frauen hier mit dem Vorurteil, dass eine Frau, die gerne daheim sein möchte, ja dumm sein muss, oder einen reichen Mann hat oder sonst wie merkwürdig geartet. Ich kenne hier einige Frauen, die sich darüber beklagen, dass sie sich dafür rechtfertigen müssen. Ich kann mir schon vorstellen, dass das auch ein Grund dafür ist, dass sich manche Frauen länger überlegen ob sie ein Kind wollen.


Glaubst Du im Ernst, dass eine Frau, die wirklich bereit ist, Mutter zu werden, wegen der (mutmaßlichen) Meinung Außenstehender darauf verzichtet oder das Ganze auf später verschiebt? :wink:
Ehrlich gesagt denke ich, dass diejenigen, die sich von sowas tatsächlich beeinflussen lassen, das Kinderkriegen auch wirklich besser bleiben lassen sollten (oder eben auf später verschieben, für den Fall, dass sie sich bis dahin entsprechend weiter entwickelt haben).
Was nicht heißt, dass ich es besonders toll fände, wenn Frauen und/oder Männer noch in fortgeschrittenem Alter Eltern werden; andererseits sollte das doch jede(r) selbst entscheiden können - also eben so lange, wie es die Natur noch zulässt.
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(aus A.O. Schwede: Lars Levi Laestadius - Der Lappenprophet)

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Re: Zunehmendes Problem: Ungewollte Kinderlosigkeit

Beitragvon HeikeBlekinge » 3. Juni 2011 11:09

Ich glaube, dass viele Menschen Milch nicht vertragen. Entweder haben sie eine Laktoseintoleranz oder sie vetragen eines der 5 Milcheiweisse nicht. Da letzteres keine Darmbeschwerden verursacht, merken es die meisten nur nicht oder denken bei Beschwerden nicht an die Milch.


In den asiatischen Ländern ist das ja genetisch bedingt wirklich so, Ich meine es waren 90% der Bevölkerung die eine eine angeborene Laktoseintoleranz besitzen. In den europäischen Ländern nimmt es immer mehr zu, obwohl der Europäer an sich nicht so vorprogrammiert ist. Hier ist es mit zunehmenden Alter so das viele eine Laktoseintoleranz enwickeln. Der Ursache ist man noch auf der Spur, aber es soll tatsächlich an überhöhten Milchkonsum liegen, die Darmzotteln sind wohl nur auf eine bedingte Zahl an Jahren fähig sie zu verarbeiten.
Bei dem Konsum an Milch und Milchprodukten - die uns ja tagtäglich als das Nonplusultra untergejubelt werden - finde ich das sehr bedenklich. Denn durch die Zerstörung der Zotten kommt es als Folgeerscheinung zur Mangelerkrankungen, ich nenne da mal nur Vit-B 12...

Aber zurück zur ungewollten Kinderlosigkeit.
Mir erscheint der Versicht vieler junger Frauen auf fetthaltige Lebensmittel, insbesonders tierischer Art, einer der bedeutenden Knackpunklte zu sein! Für einen ausgewogenen Östrogenspiegel bedarf der menschliche Körper ausreichend Colesterin woraus er sich das Östrogen "basteln kann".
Niedriger Colesterinspiegel=niedriger Östrogenspiegel.
Vereinfacht gesagt: Merkt der Körper das Mangelzeit ist, schaltet er automatisch auf "Nichtkinderkriegenwollen".
Verbunden mit evtl. wirklich zu erhöhtem Milchkonsum, zumeist noch unnatürlich auf "light" getrimmt, kann es also tatsächlich eine ernährungsbedingte Ursache sein!
Mal ehrlich, wenn ich die heutigen Mädchen und jungen Frauen so sehe gruselt es mir - ich kann sie mir nicht schwanger vorstellen! Dem steinzeitlichem gebärfreulichem Doni-Ideal entsprechen sie nun wirklich nicht mehr ;-)

LG
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Re: Zunehmendes Problem: Ungewollte Kinderlosigkeit

Beitragvon HeikeBlekinge » 3. Juni 2011 11:13

...und!

Ich sehe auch durchaus einen Zusammenhang mit Wiebkes Vermutungen! Spätgebären ist in Mode! Ja Sampi! Viele gehen insbesondere in Schweden mit der Mode!
Und Spätgebären bedeutet meiner Meinung nach mit erst an die 30 Mutter zu werden. Da hat der Körper, wenn er nicht zuvor schon mal schwanger war, schon umgeschaltet. Verbunden mit jahrelanger Fehl/Mangelernährung haben wir den hausgemachten Schlamassel!

LG
Heike
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