Zahl der Euro-Gegner nimmt ab

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nysn

Re: Zahl der Euro-Gegner nimmt ab

Beitragvon nysn » 3. November 2008 16:26

Hier in Schweden werden wir bald auch zu spüren bekommen, was es heißt, eine kleine unabhängige Währung zu haben. Der Welthandel findet in Euro und Dollar statt, und die schwedische Krone ist massiv abgesackt. Das wird auf die Inflationsrate durchschlagen.


Das kann ich schon jetzt bestätigen - hatte letzte Woche in Deutschland mit meiner schwedischen Bankkarte 200 Euro abgehoben - von meinem schwedischen Konto wurden 2004 SEK abgezogen - ein Euro kostet also mehr als 10 SEK.

Außerdem - off topic - konnte bei meinem letztwöchigen Deutschlandbesuch auch wieder feststellen - Deutschland ist, was Lebensmittel betrifft, BILLIGER als Schweden. Sogar eine Leberkässemmel auf Münchens teuerstem Markt - Viktualienmarkt - kostete nur 1,60 Euro - für 16 SEK bekommt man in Schweden noch nicht mal die Semmel!

S-nina :D

hansbaer

Re: Zahl der Euro-Gegner nimmt ab

Beitragvon hansbaer » 3. November 2008 16:32

Krümel7 hat geschrieben:Hej,
vielleicht müssen sich die Schweden in einigen Jahren keine Gedanken mehr darüber machen, ob sie den Euro haben werden, da der Euro dann vielleicht nicht mehr existiert???
Angesichts der weltwirtschaftlichen Lage und der schwachen wirtschaftlichen Leistung einiger Länder, welche den Euro bereits haben, könnte auch dieser Fall eintreten!
Lassen wir uns überraschen was kommen mag, denn Einfluss haben wir darauf ja eh keinen.
Krümel


Also bitte - nicht in absurde apokalyptische Theorien verfallen. Der Euro ist stabiler durch die letzten Krisen gekommen, als jemals jemand erwartet hätte. Ins Schlingern gekommen sind vor allem Länder, die den Euro nicht haben: GB, USA. Als besonders illustratives Beispiel kann man Island nehmen. Gerade die hohe Anzahl von wirtschaftlich soliden Ländern im Euro-Raum geben dem Euro mehr Stabilität als jede der Einzelwährungen vorher gehabt hätte.

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Re: Zahl der Euro-Gegner nimmt ab

Beitragvon Skogstroll » 3. November 2008 16:51

Vergessen wir doch nicht, dass die momentan schwache Krone der schwedischen Wirtschaft auch ein wenig über die Krise hilft. LKAB z.B. hat zwar einerseits wegen des fallenden Stahlpreises niedrigere Gewinne, kann das aber über die schwache Krone nahezu ausgleichen. Für die Exportwirtschaft ist eine schwache Landeswährung immer gut, und das wiegt wahrscheinlich schwerer als der teurere Auslandsurlaub.
Was die Inflationsrate betrifft, so war die auch im letzten Jahr bei viel stärkerer Krone sehr hoch.

Dass ein System, in dem Geld Geld verdient, irgendwann platzen musste, kommt selbst für mich als Nichtökonom nicht wirklich überraschend. Man kann auf Dauer nicht Geld verdienen, ohne einen Gegenwert zu schaffen. Ganz besonders funktioniert das nicht, wenn es das Geld, das man für sich arbeiten lassen will, eigentlich gar nicht gibt.

Also sitzen wir die Krise aus und warten, bis sich unsere lieben Finanzjunkies wieder eingekriegt haben.

Skogstroll

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Re: Zahl der Euro-Gegner nimmt ab

Beitragvon Skogstroll » 3. November 2008 16:53

hansbaer hat geschrieben:Also bitte - nicht in absurde apokalyptische Theorien verfallen.


Warum eigentlich nicht? Es gibt ja die berühmten Fragen von Max Frisch. Eine davon lautet (sinngemäss):

"Die Dinosaurier haben 160 Millionen Jahre gelebt. Glauben Sie an 160 Millionen Jahre Wirtschaftswachstum?"

:wink: Skogstroll

hansbaer

Re: Zahl der Euro-Gegner nimmt ab

Beitragvon hansbaer » 3. November 2008 16:59

Bestimmten Branchen hilft das sicherlich, aber solche Kursschwankungen haben natürlich auch ihre Grenzen, denn viele Rohstoffe müssen ja dann auch teuer aus dem Ausland eingekauft werden.

Die aktuelle Finanzkrise ruft natürlich auch die Wirtschaftsphilosophen auf den Plan - nicht zu unrecht. Das System funktioniert nur mit stetigem Wachstum, und irgendwie wissen wir alle, dass es ewiges Wachstum nicht geben kann. Zu welchen Absurditäten das führt, kann man in Filmen wie "We feed the world" schön sehen.
Man kann nur hoffen, dass die ganze Finanzbranche durch die Geschichte auf dem Boden zurückgeholt wird und die Banker einmal begreifen, dass sie nur Geldverwalter sind. Manche von denen glaubten ja, sie sind die wichtigsten im ganzen Produktionskreislauf.

nysn

Re: Zahl der Euro-Gegner nimmt ab

Beitragvon nysn » 3. November 2008 17:21

Zu welchen Absurditäten das führt, kann man in Filmen wie "We feed the world" schön sehen.


Der Film ist echt empfehlenswert - läuft seit 30.10.08 in D im Kino - unter dem Namen
„Let’s make Money“.

Hier ein Link: http://www.tagesspiegel.de/kultur/Finan ... 72,2634204

S-nina

hansbaer

Re: Zahl der Euro-Gegner nimmt ab

Beitragvon hansbaer » 3. November 2008 17:28

Kleine Verwechslung - "We feed the World" ist schon älter, aber "Let's make money" ist vom selben Filmemacher.

nysn

Re: Zahl der Euro-Gegner nimmt ab

Beitragvon nysn » 3. November 2008 17:43

Kleine Verwechslung - "We feed the World" ist schon älter, aber "Let's make money" ist vom selben Filmemacher.


Hej hansbaer,

Danke - habe ich kurz nach meinem Posting auch bemerkt. Der neuere Film handelt speziell von der Finanzkrise.

Den anderen Film kannte ich nicht, schaue ich mir bei Gelegenheit aber auch mal an.

Nehme auch an, dass man keinen der beiden Filme wohl in Schweden zu sehen bekommt - von einem Österreicher erwarten sich die Schweden sicher keinen "Blockbuster".
Sollte ich mich da täuschen, bitte gerne Hinweis wo/welches Kino.

S-nina

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Re: Zahl der Euro-Gegner nimmt ab

Beitragvon sinlalu » 3. November 2008 21:08

Hej zusammen,

@Hansbaer und Glada: Ihr habt ja Recht, aber ich hätte mir trotzdem gewünscht, dass es auch in Deutschland zu diesem Thema ein Referendum gegeben hätte. Ich denke, dass die Gegner des Euro übergangen wurden. Und das waren sehr viele. Klar haben wir gewählte Vertreter - und die durften ja WIR wählen. In diesem Fall fühlte ich mich schlicht schlecht vertreten.

Aelve, ich gebe Dir wieder mal Recht. Sicher gibt es den Euro nicht erst seit gestern. Darum wäre es nicht gerechtfertigt, ihn allein für die gestiegenen Preise verantwortlich zu machen. Zu den jetzigen Preisen und ihrer Entwicklung haben viele Faktoren beigetragen. Die Preissteigerungen nach der Einführung des Euro waren jedoch empfindlich. Und Hansbaer: Deine Argumentation ist mir zu theoretisch. Das klingt zwar alles richtig - aber eben in der Theorie. Was Du sagst klingt für mich wie aus dem Lehrbuch und nicht wie aus dem Leben :sorry: Es hat eine Steigerung der Preise gegeben, für die es aus ökonomischer Sicht keinen Grund gab. Es hat - so empfinde ich das - auch eine Preisspirale gegeben. Auf Schlag war vieles teurer und einer schob es auf den anderen, Restaurants auf Lebensmittel etc. Und das ganz ohne Engpässevon Salat & Co.

Sicher, man denkt schon in sentimentaler Weise an die DEUTSCHE MARK. Aber das ist doch verständlich. Mit der DM ging es vielen - und wenn nur subjektiv - besser. Auch ich :oops: rechne immer noch um - manchmal. Manche Preise erscheinen mir einfach schwindelerregend hoch, und sind es auch, verglichen mit ger guten alten DM-Zeit.

Liebe Grüße Silke
Eine Umarmung ist ein großartiges Geschenk - passend für jede Größe...

hansbaer

Re: Zahl der Euro-Gegner nimmt ab

Beitragvon hansbaer » 3. November 2008 21:28

sinlalu hat geschrieben: Und Hansbaer: Deine Argumentation ist mir zu theoretisch. Das klingt zwar alles richtig - aber eben in der Theorie. Was Du sagst klingt für mich wie aus dem Lehrbuch und nicht wie aus dem Leben :sorry: Es hat eine Steigerung der Preise gegeben, für die es aus ökonomischer Sicht keinen Grund gab. Es hat - so empfinde ich das - auch eine Preisspirale gegeben. Auf Schlag war vieles teurer und einer schob es auf den anderen, Restaurants auf Lebensmittel etc. Und das ganz ohne Engpässevon Salat & Co.

Sicher, man denkt schon in sentimentaler Weise an die DEUTSCHE MARK. Aber das ist doch verständlich. Mit der DM ging es vielen - und wenn nur subjektiv - besser. Auch ich :oops: rechne immer noch um - manchmal. Manche Preise erscheinen mir einfach schwindelerregend hoch, und sind es auch, verglichen mit ger guten alten DM-Zeit.


Hallo Silke,

ja, ich bin nach mehreren Diskussionen in der letzten Zeit im vollen Spektrum dieses Themas etwas bewandert :-)

Eine Marktwirtschaft funktioniert einfach so - keiner kann Preise nach Belieben bestimmen, und auch wenn wir alle nicht immer streng wirtschaftsorientiert verhalten, so ist doch letztendlich die Kassenschlange bei dem Discounter mit dem billigsten Preisen am längsten.

Die eigentliche Krux bei der Umrechnerei ist, dass wir diesen blöden Kurs von 1:2 hatten. Die letzten werden noch in 10 Jahren so umrechnen, und das befeuert erneut die Nostalgie. Klar gabs Lutscher für 10 Pfennig, als ich klein war, aber das war eben damals. Bei einem Kurs von 1:0,58 oder so hätte sich das nie so ergeben, weil man im Kopf gar nicht so umrechnen kann.

Grüße,

Fabian


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