Yes we can

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hansbaer

Re: Yes we can

Beitragvon hansbaer » 23. März 2009 12:03

So schwarz würde ich es nicht sehen. Es ist ja nicht so, dass alle nichteuropäischen Einwanderer ein unterprivilegiertes Proletariat bilden.

Mit Hocharbeiten ist aber in der Tat nicht so viel, zumindest in finanzieller Hinsicht.

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Re: Yes we can

Beitragvon vinbär » 23. März 2009 12:10

Danke Aelve, dass Du (ausgerechnet?) mein Posting zitierst :smt006 .

[quote="Aelve"]Hallo Hansbaer,

dann gingen auch bereits die vor meinem Beitrag geschriebenen postings am Thema vorbei.

Kenne beruflich bedingt einige hochqualifizierte "Ausländer" in Schweden, die keine Chance in ihren Berufen haben. Als Nichtschwede ist es fuer sehr viele verda... verda... hart.

nysn

Re: Yes we can

Beitragvon nysn » 23. März 2009 12:14

So schwarz würde ich es nicht sehen. Es ist ja nicht so, dass alle nichteuropäischen Einwanderer ein unterprivilegiertes Proletariat bilden.


Nein natürlich bilden sie kein "Proletariat" - denn sie bekommen ja in Schweden "bidrag".

In Schweden scheint die Diskriminierung deutlich höher zu sein, wenn ich mir die Wohngebiete der Einwanderer in den größeren Städten anschaue, die dazugehörigen Arbeitslosenzahlen - wundere ich mich schon darüber.
In Stockholm fällt mir da z. B. ein Rinkeby, in Malmö Rosengård, in Göteborg die nordöstlichen Stadtteile, Södertälje usw. - dort gibt es viele Karrieren, die genau in diese "umgekehrte Richtung" gingen.

In Göteborg kenne ich einige Familien aus dem Iran - sehr gut ausgebildete Leute, die eben als Informatiker mit zusätzlichem MBA im hemtjänst arbeiten. Die klagen nicht so sehr darüber - sie schicken ihre Kinder in die bestmöglichen Schulen und versuchen, ihnen ein Studium zu ermöglichen und zwar mit dem Ziel, dass diese dann später mit schwedischem Pass nach England oder Kanada auswandern können, wo eben nicht primär die Herkunft sonder die Ausbildung zählt.

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Re: Yes we can

Beitragvon Aelve » 23. März 2009 12:42

[quote="vinbär"]Danke Aelve, dass Du (ausgerechnet?) mein Posting zitierst :smt006 .


Hallo Vinbaer,

ich kann ja nun nicht alle postings zitieren, die vorher auch bereits am Thema vorbeigingen. Außerdem ist das auch technisch gar nicht möglich.
Aber findest Du es nicht etwas seltsam, dass Hansbaer nun gerade bei mir nun darauf hinweist, dass es am Thema vorbei geht? Ich könnte in jedem Thread postings finden, die noch gravierender am Thread vorbeigehen, aber scheinbar fällt es Hansbaer nun immer direkt in meinen postings auf, dass er Kritik üben kann. Wenn ich bei jedem posting eine Gegendarstellung schreiben würde, weil das Geschriebene nicht paßt oder unrichtig ist, dann würde meine Tastatur schon qualmen.

Hallo S-Nina,

sicherlich ist es mit einer sehr qualitativ hohen Ausbildung in fast jedem Land schwer, einen guten bezahlten Posten in seinem Beruf zu bekommen.
Es sei denn, man wird durch eine Firma, in der man tätig ist, dorthin abgestellt. Warum meinst Du, würde ich in Schweden in meinem Beruf als Steuerfachangestellte und Betriebswirtin keine Aussichten haben? Aber das weiß ich vorher, bei mir mag es ein Grund mit gewesen sein, nicht nach Schweden ausgewandert zu sein. Man muß sich schon vor einer Auswanderung damit auseinandersetzen, ob man mit seinem Beruf in erfolgversprechende Positionen kommen kann oder nicht. Ansonsten bleibt einen nur, dass man versucht, sich anders zu orientieren und eine Arbeitsstelle außerhalb seines erlernten Berufes zu suchen.

Grüße Aelve
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Re: Yes we can

Beitragvon Tulipa » 23. März 2009 12:56

Hallo,
ich freue mich dass ihr so rege diskutiert und finde es auch nicht besonders schlimm, wenn es "am Thema vorbei" geht, solange es konstruktiv bleibt.

Nur zur Klarstellung meines Gedankenganges: Mir ging es überhaupt nicht um Einwanderer und weniger darum, Reichtümer erarbeiten zu können. Sondern ich wollte mein Erstaunen ausdrücken, dass SchwedInnen in schwedischen Berufen so flexibel sind, in Bereichen arbeiten, für die sie in meinen Augen gar keine oder nur eine sehr fadenscheinige Ausbildung haben. Oder in bereits fortgeschrittenem Alter den Aufgabenbereich komplett wechseln. Ob sie dann mehr oder weniger "tüchtig" in ihrer Leistung sind, sei vorerst dahingestellt, kann man natürlich auch diskutieren.

LG
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Re: Yes we can

Beitragvon Imrhien » 23. März 2009 13:16

Hansbaer hat gar nicht gesagt wessen Beitrag am Thema vorbeigeht... er könnte alle gemeint haben? Nicht immer ist die Realität wie sie scheint...

Zum Thema:
Ich kenne einige Schweden die eine völlig anderen Beruf ausüben als den den sie mal gelernt haben. Und das auch noch sehr gut und teilweise ist recht guten Positionen. Aber nur ein paar. In der Regel ist der Schritt schwerer als man denken mag. Allerdings, zugegeben, leichter als in Deutschland.
S-Nina hat aber auch recht, dass dies hauptsächlihc bei den Schweden so ist. Ausländer haben es da noch mal schwerer. Ob das nur daran liegt, dass man Ausländer ist und die das nicht wollen, das möchte ich nun auhc nicht sagen, auch wenn das sicher oft genug der Fall ist.
Es ist aber auch so, dass die mit den ausländischen Ausbildungen oft nichts anfangen können. Da steht: Lehrer. Ja, toll. Aber was lernt denn der Lehrer im Ausland??? Sicher nicht so viel wie hier... (mögen sich manche, wenn auch nicht alle denken). wenn es nun also schon schwer ist mit der Ausbildung aus dem Ausland anerkannt zu werden und im eigenen Beruf einen Job zu finden, wie schwer wird es sein dann mit dieser Ausbildung etwas anderes zu finden? Ein Schwede weiss was ein Schwede kann. Er kann mit dem Lebenslauf was anfangen. So sieht das eigene Leben aus, oder das von Leuten die er kennt. Da kommt dann einer daher mit einem völlig anderen Lebenslauf, den man vielleicht nicht einordnen kann. Dann passt die Sprache nicht mal ganz. Hm, schwer. Sicherlich ist das nicht immer ein Grund für die Ablehung aber sicher nicht unerheblich. Man muss schon sprachlich sehr fitt sein und sich wirklich gut darstellen können (oder das Glück haben, dass grade kein Schwede zur Stelle ist) um nicht das Rennen gegen einen Schweden, auch ohne die passende Ausbildung, zu verlieren. Wenn man schon jemadnen einstellt, der nicht die richtige Ausbildung hat, dann nimmt man doch eher den von dem man denkt, dass er besser passt. Da sind die Schweden nicht anders als wir selber. Und ein Schwede passt zumindest in in einer Hinsicht besser: Er ist Schwede.
Ich selber habe auch gerade eine Arbeit, die nicht meiner Ausbildung entspriicht. Die habe ich aber deshalb weil ich Deutsche bin und das jemand machen muss, der wirklich gut deutsch spricht. Da reichen (zum Glück für mich) ein paar Jahre an der Schule nicht aus.
Insgesamt gibt es diesen Berufswechsel aber durchaus häufiger als man das aus Deutschland kennt. Die Leute dies geschafft haben, ernten dabei eher wohlgefallen als andersrum. Man findet das toll.

Grüisse
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Re: Yes we can

Beitragvon Aelve » 23. März 2009 13:17

Hallo Tulipa,

es ist im Grunde ja auch oft langweilig, wenn man 45 Jahre lang und länger immer im gleichen Bereich arbeiten muß. Es ist doch tatsächlich so, dass vieles nachher zur Routine wird, dass es einen nicht mehr herausfordert, was man täglich zu tun hat. Ich würde es als Vorteil bezeichnen, wenn man nach mehreren Jahren mal eine andere Berufsrichtung einschlagen kann. Ich denke da auch mal an Hausfrauen, was können die alles, wenn sie mehrere Jahre ihren Haushalt geschmissen haben, die Kinder erzogen haben und vielleicht sogar noch die Eltern gepflegt haben. Mit dem ganzen Wissen würden sie doch in mehreren Bereichen gute Kenntnisse vorweisen. Auch in Deutschland ist es oft so, dass einige Leute nach einer gewissen Zeit, den Beruf wechseln, manchmal in ähnlichen Berufen, wie sie erlernt haben aber auch oft in völlig anderem Metier.
Deshalb finde ich auch, dass eine gute Schulbildung hierfür Gold wert ist, denn darauf kann man immer aufbauen. Viele Leute machen doch auch ihr Hobby zum Beruf, weil sie sich damit sehr spezialisiert haben. Ich finde es spannend, wenn man wie Du berichtest in Schweden in verschiedenen Bereichen firm ist und auch in Bereichen arbeiten kann, die man nicht durch eine lange Ausbildungszeit von 3 Jahren erst ausüben kann.
Ich finde es sogar gut, denn manche Berufe werden ja auch teilweise durch neue Techniken überholt oder fallen sogar manchmal weg.

Grüße Aelve
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Re: Yes we can

Beitragvon blueII » 23. März 2009 13:56

Hej

es stimmt, es werden hier oft Berufe gewechselt. Ob das immer von Vorteil ist, sei dahingestellt. Ich habe da bei manchen Berufen meine Probleme mit, weil ich der Überzeugung bin, dass Erfahrung wichtig ist und die wächst nunmal nur mit den Jahren.

Ich beobachte aber zweierlei Versionen.
Einmal die für mich durchaus nachvollziehbare, nämlich aus wirtschaftlichen Gründen. Kein Arbeitsplatz oder zu wenig Lohn.
Ich kenne komischerweise viele EX-Leher, die jetzt zur See fahren, Elektriker sind oder auf Gartenarchitekt "umgesattelt" haben, die Malerin ist jetzt Fröken.
Das scheint in Schweden etwas normaler und einfacher zu sein als in D.

Es gibt aber auch viele "Karriere" Umschuler...
Habe gerade am Wochenende eine geballte Ansammlung von solchen auf einer Party kennen lernen "dürfen". :shock: :twisted:
Da wurde die Telefonisten mal schnell in einem Jahr zur Riskmanagerin ausgebildet und soll jetzt für unzählige öffentliche Gebäude in Göteborg für alle Sicherheitsfragen alleine zuständig sein, eine Krankenschwester wurde zur Pharmareferentin ausgebildet und ein Sachbearbeiter ist jetzt Chef einer wissenschaftlichen Abteilung in einem Chemiekonzern.
Man rühmt sich damit und feiert seine Erfolg und seinen Lohn. Protzt mit Geld und erzählt, dass man ja tolle Ehen führen kann, da man ja abwechselnd dauernd auf Dienstreisen sei und so max. 1 Woche im Monat gemeinsam mit Partner und Kindern verbringt.
Für mich schwer nachvollziehbar solche Altspunte ohne Knowhow an schwerwiegenden Positionen zu plazieren und in der Praxis sieht es auch meist erbärmlich aus. Trotz guter "Positionen" mangelt es nur allzu oft an Entscheidungsfreudigkeit und vor Verantwortung wird sich gerne herum geschlängelt ...alles Anzeichen für mich von mangelnder Kompetenz und wie gesagt zu wenig bis gar keine Erfahrung.....aber in solchen Kreisen gilt es als schick und hipp. :roll: :roll:

Und jetzt - seit mir nicht böse, werde ich noch zynischer - weil ich auf dieser Party Gespäche führen und mitanhören durfte, die wirklich gruselig waren:
Ich habe selten so viel Dummheit in teuren Klamotten verpackt gesehen. :twisted:
Hoffe nur dass diese Begegnungen nicht repräsentativ waren.

Wie gesagt gut finde ich es , was ich auch häufig in dem anderen mir sympathischeren Teil unserer Insel sehe, wenn Berufswechsel möglich sind, weil sonst die Gefahr der Arbeitslosigkeit droht.

LG
Heike

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Re: Yes we can

Beitragvon vinbär » 23. März 2009 14:12

Es leben halt auch viele Ausländer in Schweden, die nicht ganz freiwillig hier gelandet sind, sondern z.B. nach den Krieg im damaligen Jugoslawien oder aus dem Iran, momentan aus Somalien etc in Schweden gestrandet sind. Darunter befinden sich auch Ärzte, Juristen, Chemiker, Mathematiker..., die in Schweden keine Chance auf adequate Anstellung haben. Ich spreche nicht vom ausgewanderten Deutschen, der gut informiert alles ueber sein neues Heimattraumland wusste und gerne sein Diplom an die Wand nagelt und nun im hemtjänst arbeitet.

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Re: Yes we can

Beitragvon blueII » 23. März 2009 14:19

vinbär hat geschrieben:Ich spreche nicht vom ausgewanderten Deutschen, der gut informiert alles ueber sein neues Heimattraumland wusste und gerne sein Diplom an die Wand nagelt und nun im hemtjänst arbeitet.


Wer macht denn sowas?? :patsch:
Gibt´s das?? :gutefrage:


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