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Schweden
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Schweden und Norwegen - Fähre, Urlaub, Reisen & Meer

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 Betreff des Beitrags: "Wir sind dann mal fort" +Unterschiede Schulsystem
BeitragVerfasst: 28. Januar 2008 13:35 
Schwedenfreund
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Hallo zusammen,

habe folgenden Artikel zum Thema auswandern gefunden. Mal eine etwas andere Sichtweise.

"Wir sind dann mal fort"
von Wolfram Weimer

Alle vier Minuten verlässt ein Deutscher sein Land.

Alle vier Minuten verlässt ein Deutscher sein Land. An jedem Tag verliert Deutschland ein ganzes Dorf, womit die Zahl der Auswanderer Dimensionen erreicht wie seit 120 Jahren nicht mehr. Man muss kein Pessimist sein, um in der Massenflucht ein Misstrauensvotum gegen die Zukunftsfähigkeit des Landes zu erkennen.
Was die Angelegenheit so heikel macht: Es sind die Besten und Jüngsten, die genug haben und gehen. Im Gegensatz zu den Auswanderungswellen des 19. Jahrhunderts verlassen nicht etwa Analphabeten, Bauern und verzweifelte Arbeiter das Land. Wir erleben keine Elendsflucht, sondern einen Exodus des gebildeten Mittelstands. Das Durchschnittsalter unserer Auswanderer beträgt 32 Jahre, es sind junge Ärzte und Ingenieure, Wissenschaftler und Facharbeiter, Handwerker, Techniker und ehrgeizige Dienstleister. Nach Angaben der OECD verliert derzeit kein anderer Staat so viele Akademiker.
Inzwischen gibt es kaum eine Familie mehr, die nicht betroffen ist, kaum ein Fernsehabend mehr ohne Serien wie „Umzug in ein neues Leben“ (Kabel 1), „Goodbye Deutschland“ (Vox), „Die Auswanderer“ (Pro7) und „Deutschland ade“ (RTL). Nach einer Allensbach-Umfrage würde jeder fünfte Deutsche es den Fernsehvorbildern gerne gleichtun.
Der Migrationsforscher Klaus Bade warnt unmissverständlich: „Wir befinden uns in einer migratorisch suizidalen Situation.“ Während unser Sozialstaat Hunderttausende Unqualifizierter aus den Randzonen Europas anzieht, fühlen sich die jungen Vertreter des Leistungsmittelstands hierzulande immer fremder. Der Handwerksmeister, der in Australien nicht vom Bürokratenstaat bedrängt wird, der Arzt, der in Norwegen nicht zum Medizinbeamten degradiert wird, der Wissenschaftler, der in den USA bessere Forschungsbedingungen hat, die Hotelfachfrau, die in der Schweiz das Doppelte verdient und dabei auch noch weniger Steuern zahlt, der Bauingenieur, der in China sein Können vergoldet bekommt – die Motive wechseln. Aber eines eint sie alle: Anderswo geht es ihnen besser als daheim.
Das ist für die Deutschen, die sich jahrzehntelang als die Wirtschaftswunder-Klassenbesten gefühlt haben, eine schockierende Erfahrung. Auf einmal arbeiten sie als Gastarbeiter in fremden Ländern, und wenn die Wirtschaftselite der Welt sich in Davos trifft, dann sind die Hotelkellner die Deutschen.
Man spürt bei Auslandsreisen, dass die Dinge sich anderswo besser entwickeln als bei uns, dass unser zivilisatorisches Vorsprungsgefühl verloren ist. Man muss nicht gleich von „Ausbluten“ und „Argentinisierung“ schwarzmalen, aber beim Mittelstand verfestigt sich doch der Eindruck, das Land sei langsam geworden und seine Substanz erodiert.
Die Überlegenheitsgewissheit, die jeden Urlaub im Süden zu einem Selbstbestätigungs-Event gemacht hat, ist verschwunden. Avantgarde spürt man nicht mehr daheim, sondern in der Fremde. Doch damit sind die Kategorien der Orientierung für die nächste Generation der Talentierten vertauscht. Die Fremde wird zum Ort der Verheißung.
Wenn die Autobahnen in Andalusien inzwischen besser sind als im Ruhrgebiet, unsere Schulen neben denen in Skandinavien wie Baracken aussehen, wenn ein deutscher Krankenhausarzt nur noch so viel verdient wie ein Pförtner in Dubai, wenn eine Facharbeiterfamilie so hohe Steuern und Sozialabgaben zahlt, dass ihnen weniger übrig bleibt als einem Koch in Zürich, dann gehen sie eben. Immer mehr Menschen merken, dass ihnen Deutschland immer weniger bietet.
Während die Politzirkel Berlins noch selbstgefällig über Zuwanderungsquoten streiten, ist die Abwanderungsquote das eigentliche Problem. Wohlstandswahrung in der Globalisierung heißt vor allem, Intelligenz zu binden. Deutschland gelingt das immer schlechter. Alleine 16000 Ärzte haben das Land verlassen. Ihre teure Ausbildung ist damit zu einer Subvention der Schweiz, Norwegens, Englands, der USA geworden.
Während wir endlos über die Extreme von oben (Topmanager und deren Gier) und unten (Mindestlohn-Empfänger und gewalttätige Migrationsjugendliche) diskutieren, vollzieht sich ein Bruch der Gesellschaft in der Mitte. Man erörtert über Jahre, wie man den Wohlstandskuchen noch ein bisschen gerechter verteilen könnte, doch unterdessen flüchten diejenigen aus der Küche, die den Kuchen backen sollen. Unser Problem sind nicht 100 maßlose Manager oder 100000 türkische Familien in vermeintlicher Armut. Es sind die Millionen der Mittelschicht, die die Gesellschaft tragen, sich aber von ihr zusehends weniger getragen fühlen. Sie zahlen immer höhere Abgaben, erleben Wohlstandsverluste, werden bevormundet, müssen ihre Kinder in schlechte Schulen schicken und werden dem Wettbewerbsdruck der Globalisierung mit viel weniger Schutz ausgesetzt als die ganz unten und ganz oben.
Die Flucht aus der Heimat ist eine Volksabstimmung mit den Füßen geworden, ein Alarmsignal aus der Mitte der Gesellschaft. Die Auswanderer revoltieren nicht und krakeelen nicht, sie haben keine Gewerkschafts- oder Partei-Kampagne hinter sich, sie gehen einfach still und leise fort. Leider."

Ausdruck von http://www.cicero.de/259.php?ress_id= &item= 10532


LG frasimi7

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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 28. Januar 2008 13:53 
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Dem ist (leider) nichts hinzuzufuegen!

Die Vier
Susanne

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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 28. Januar 2008 14:08 
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frasimi74 hat geschrieben:

Alle vier Minuten verlässt ein Deutscher sein Land.


Und wie viele kommen alle vier Minuten nach Deutschland?

jag undrar bara
Richard


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 28. Januar 2008 14:10 
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Was für eine unglaublich dämliche, kurzsichtige bis blinde Polemik! Warum schenkt der Autor nicht einfach allen Deutschen ein Ticket in das Ausland der Wahl - also dahin, wo das Gras grüner erscheint? Schon die Anzahl der Rückkehrer würde den gesamten Artikel entrüsten und seinen polemischen Grundton offenbaren.
Ich streite nicht ab, dass es in Deutschland unzählige Probleme gibt (davon, dass es sie in der einen oder anderen For auch in anderen Ländern gibt will ich hier nichtmal anfangen), eines davon, ein riesiges ist das Vogel Strauss bzw das Antilopen-Verhalten der Deutschland. Entweder man schimpft laut und vergräbt seinen Kopf im Sand oder... man versucht abzuhauen. Dass dieses Verhalten zu nichts Positivem führt dürfte auch einem Dagiskind klar sein.
Übrigens exisiteren auch hier in Schweden solche reisserischen Artikel, schon erstaunlich, wo es ja offensichtlich tausende Deutsche nach Schweden zieht.

*kopfschüttelnd*[/b]

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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 28. Januar 2008 14:14 
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Zur Info ein paar Zahlen:
https://www-ec.destatis.de/csp/shop/sfg ... p&pagenr=1

Mvh
Richard


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 28. Januar 2008 14:42 
Neuling
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Unglaublich, wie treffend der Eingangsartikel geschrieben ist.


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 28. Januar 2008 16:30 
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Seht ihr die Polemik wirklich nicht?

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http://video.google.com/videoplay?docid ... 9293309352

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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 28. Januar 2008 16:58 
Schwedenfreund
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Hej!

Doch! Aber lohnt es sich wirklich auf so ein Geschreibsel zu reagieren?

Ich denke eher nicht........... :patsch: :sagnix: :patsch: :ohnemich:


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 28. Januar 2008 18:31 
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Wozu sich aufregen? Das Thema findet sich doch mit Variationen fast täglich wieder. Alle wollen Mobilität und das vereinte Europa und freie Arbeitsplatzwahl, und wenn die Leute das Geschwafele plötzlich ernst nehmen, ist der Jammer gross. Das ist wie mit Nokia: Alle propagieren das freie Europa und den freien Markt, der angeblich alles so prima regelt, und wenn Nokia plötzlich damit ernst macht, sind selbst ach so Freie Demokraten vergnatzt.
Nicht nur, dass man die Geister nicht mehr loswird, man will sie plötzlich auch gar nicht erst gerufen haben.
Meinen die, das merkt keiner?

Skogstroll


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 28. Januar 2008 22:12 
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Wie gross ist eigentlich der tatsächliche Anteil der Rückkehrer. Gibt es da irgendwo Statistiken zu?


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 28. Januar 2008 22:24 
hier

Ist aber nur eine Seite von Vielen...obs stimmt...keine Ahnung.

Andrea


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 28. Januar 2008 23:56 
Sieht doch nicht schlecht aus.
Aber unabhängig davon ist für eine Beurteilung eine quantitative Tabelle wenig hilfreich.
Bei einigen Sendungen, die ich über das Thema gesehen habe, hatte ich bei den gezeigten Personen den Eindruck, daß sie schon in Deutschland finanzielle und soziale Probleme hatten.
Die Auswanderung stellt aber diesbezüglich, unabhängig vom Zielland, immer eine höhere Hürde dar, als das Leben zuhause.
Wer es hier nun gar nicht gebacken bekommt, sollte nicht meinen, daß ihm woanders die Steine aus dem Weg geräumt werden.

Typischer Irrglaube.



Marvin


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 29. Januar 2008 09:45 
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Hallo,

ich sehe in dem Artikel viel Wahres. Auch wir würden lieber heute als morgen nach Schweden auswandern, aber da wir bald Rentner sind, müssen wir noch etwas hier ausharren. Ich selber bin auch mit Deutschland mehr als unzufrieden, da ich bessere Zeiten kenne und auch seit längerem sehe, dass es immer mehr bergab geht.
Und Ihr könnt mir glauben, dass es bei uns nicht deshalb ist, weil wir hier nicht klarkommen oder finanzielle Probleme haben. Auch ich sehe sehr stark den Mittelstand gefährdet, warum soll dieser sich ausnehmen lassen, wenn er es woanders besser haben kann.

Grüße Aelve


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 29. Januar 2008 10:14 
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Aelve, wieso versuchst Du als Unzufriedener denn nicht zusammen mit anderen Unzufriedenen nicht einfach etwas zu ändern? Und JA, das kann geht, man kann natürlich nicht von heute auf morgen einen zufriedenstellenden Zustand auf allen Ebenen erreichen - das geht nicht, in der Demokratie geht es nun einmal darum, dass es der MEHRHEIT gut geht und nicht jedem Einzelschicksal, aber gewisse Dinge lassen sich derfinitiv beeinflussen und verändern. Man muss es nur anpacken.
Wenn alle vor Jahrzehnten so gedacht hätten - ÜBERALL, hätten wir heute keine Gewerkschaften (gut, über die kann man sich HEUTE streiten, für die Entwicklung waren sie unabdingbar), keine 40-Stunden Woche, keinerlei andere RECHTE im Arbeitsverhältnis. Darüber sollte man nachdenken, finde ich. "Einfach abhauen" ist eine egoistische und beiweitem keine sichere Lösung.
Ich will damit nicht gegen das Auswandern sprechen, sondern gegen die Passivität der Unzufriedenen.

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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 29. Januar 2008 11:03 
Schweden Guru
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Hallo Storstadstjej,

wie ich sehe, wohnst Du in Schweden. Bist Du der Meinung, dass Du so gut weißt, warum viele Deutsche so unzufrieden sind? Meinst Du, dass Du es einschätzen kannst, was hier so abgeht?

Ich selber habe mich jahrelang ehrenamtlich eingebracht in die Sache, die uns in Deutschland am meisten zu schaffen gemacht hat - die überaus schlechte Bildungspolitik. Dabei mußte ich die bittere Erfahrung sammeln, dass keine Veränderung möglich ist, man rennt gegen eine Wand, wenn man für Kinder eine bessere Zukunft wünscht und diese besteht meines Erachtens wesentlich aus einer guten Bildung. Ich mußte erfahren, dass Deutschland eine reine Bananenrepublik ist, dieses hätte ich mir früher nie träumen lassen.

Nun will ich nach über vierzigjähriger Doppelbelastung durch Arbeit, Haushalt, Pflege der Mutter und 17 Jahren Kampf mit Schule und Lehrkräften sowie involvierte Behörden meine erarbeiteten Groschen in Ruhe verleben. Schweden ist für mich wie ein Paradies, ich fiebere jedem Aufenthalt entgegen. Auch kenne ich viele ausgewanderte deutsche Familien, die zwar nicht die absolute Glückseeligkeit in Schweden gefunden haben, aber immens glücklicher in Schweden als vorher in Deutschland sind
Grüße Aelve 8)


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 29. Januar 2008 11:24 
@Storstadstjej

Du träumst.

Hast Du nur ansatzweise eine Ahnung, wieviel Jahre Ärger und Verdruß nötig sind, um einen normal lebenden und arbeitenden Bürger, der dazu noch eher mäßig politisch interessiert ist, dazu zu treiben, sich in dieses Forum zu begeben?
Ich finde Deine Vorwürfe wirklich hammerhart.

Was glaubst Du wieviel Zeit in der Woche einem im Handwerk Selbständigen neben Betrieb, Familie und der Nachtruhe bleibt, um sich politisch zu "verwirklichen"? 10 Stunden? Oder mehr? *LOL*

Und:
Was hast Du denn persönlich schon in Deutschland zu Deinen Gunsten geändert?

Du unterstellst uns "Einfach abhauen"?
Im Sinne von "Fahnenflucht"? Ich hör wohl nicht recht!

Wenn Du eine Daseinsberechtigung in diesem Forum haben möchtest, klär die Leute über die Unterschiede zwischen den beiden Staaten auf, wenn Du dazu was beizutragen hast. Ich höre mir auch Unangenehmes an, wenn es der Wahrheit entspricht.
Jeder, der hier postet, weiß, das eine Auswanderung nie ein leichtes Ding ist und braucht die Hilfe von Leuten aus dem Zielland, die mit ihrer deutschen Herkunft die Unterschiede besser sehen und erklären können, als die Einheimischen.
Und sei es nur zu dem Zweck, sich dann doch ein anderes Land zu suchen, weil man sich Schweden unter falschen Erwartungen ausgesucht hat.

Ansonsten unterlaß bitte Deine Polemik.

Marvin


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 29. Januar 2008 11:33 
Schwedenfreund
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Aelve hat geschrieben:
Hallo Storstadstjej,

wie ich sehe, wohnst Du in Schweden. Bist Du der Meinung, dass Du so gut weißt, warum viele Deutsche so unzufrieden sind? Meinst Du, dass Du es einschätzen kannst, was hier so abgeht?


Ja, meine ich - ich bin noch nicht einmal so lange in Schweden, habe weiterhin sehr gute Kontakte nach Deutschland und bin in der Lage mich zu informieren, d.h. sowohl über Fakten (Entscheidungen, Gesetzesentwürfe), als auch über die "Stimmung".

Aelve hat geschrieben:
Ich selber habe mich jahrelang ehrenamtlich eingebracht in die Sache, die uns in Deutschland am meisten zu schaffen gemacht hat - die überaus schlechte Bildungspolitik. [.....]


Ja, ich stimme Dir zu, und ich kenne diese Wand, habe mir oft genug die Nase daran zerrieben, ist wohl ein Hobby. Wobei auch diese Wand erfahrungsgemäss an einigen Stellen bröckelt. Wobei das Problem der Bildung in D nicht ausschliesslich in der BildungsPOLITIK sondern unter Anderem in der BildungsWERTSCHÄTZUNG - insbesondere in gewissen Schichten, begründet liegt. Die vom Volk ausgehende Veränderung ist leider kein einfaches Ding, es ist ein grosses, oft frustrierendes Projekt.
Um auf Schweden im Speziellen zurückzukommen - mich wird hier ständig das Gefühl nicht los, die schwedischen Schulabgänger haben eine weitaus schlechtere Grundbildung als die Deutschen, jeden Tag kann man neues über schlecht funktionierendes Schulsystem lesen, über unzureichenden Lehrplan an gewissen Unis, über Probleme an freistehenden Schulen, das alles zeigt mir - vielleicht ist das Bildungssystem an der linken oberen Ecke besser, an der unteren rechten aber weitaus schlechter als das Deutsche - also unter dem Strich nicht wirklich besser.

Aelve hat geschrieben:
Schweden ist für mich wie ein Paradies, ich fiebere jedem Aufenthalt entgegen.


Urlaub ist immer schön - ich habe die herrlichsten Urlaube meines Lebens in Italien verbracht, nicht als Touri im Hotel, sondern quasi "im Schoss meiner zweiten Familienhälfte". Auch wenn ich mich immer nach dem nächsten Aufenthalt sehne, so sehe ich auch die Probleme, grosse, allumfassende und schwer überwindbare. Sie betreffen mich als Urlauber nicht. Dazu ist ein Urlaub da.

Aelve hat geschrieben:
Auch kenne ich viele ausgewanderte deutsche Familien, die zwar nicht die absolute Glückseeligkeit in Schweden gefunden haben, aber immens glücklicher in Schweden als vorher in Deutschland sind


ICH persönlich bin hier auch in vielen Zusammenhängen glücklicher/zufriedener, das hat aber wenig bis gar keine politisch beeinflussbare Gründe. Unzufriedenheit mit der "Gesamtsituation" in D war für mich nie ein Grund umzuziehen. Und um ehrlich zu sein, was mir hier ziemlich fehlt - ist der Rahmen für Veränderung, der mir hier als Einwanderer zur Verfügung steht.

So, ich entschuldige mich für OT :-) *nicht schlagen bitte*

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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 29. Januar 2008 11:58 
Schweden Guru
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Beiträge: 1464
Wohnort: 23858 Reinfeld
jeden Tag kann man neues über schlecht funktionierendes Schulsystem lesen, über unzureichenden Lehrplan an gewissen Unis, über Probleme an freistehenden Schulen

Hallo Storstadstjej,

deine Entschuldigung ist angenommen. Ich finde es ist ein Unterschied, ob ich über nicht funktionierende Dinge berichte und dann versuche, diese Mängel abzustellen oder ob diese Mängelaufstellung von Eltern kommt, die aber eine Besserung nicht zustande bringen können, weil Schule nicht mitspielt. Mir ist es lieber, man spricht Defizite an und versucht sie zu beheben, als schlechte Dinge unter den Teppich zu kehren. Ich habe leider erlebt, dass Lehrer in Deutschland nicht bereit sind, sich mehr einzubringen als nötig oder sie können es nicht anders, da sie einen Maulkorb vorbekommen, so habe ich oft schon gedacht. Ich glaube, dass die Wertschätzung von Kindern in Schweden eine andere ist als in Deutschland. Mich stört hier immens, dass man an den Schulen versucht, die Kinder von klein an auszusortieren anstatt zu fördern. Dabei wird vielen spät entwickelten Kindern unrecht getan. Wenn es wirklich danach gehen würde, wie Du schreibst, dass die Bildungswertschätzung entscheidend ist, dann hätten wir einen roten Teppich ausgerollt haben müssen, denn gerade Bildung hat für uns oberste Priorität, ich habe leider festgestellt, dass gerade engagierte Eltern bei Lehrkräften unbeliebt sind. Sicherlich ist es bei mir so, dass ich durch meine jahrelange ehrenamtliche Arbeit in einem Selbsthilfeverein viele Eltern kennen gelernt habe, die ebenfalls nur negative Erfahrungen trotz bester Voraussetzungen im Elternhaus erlebt haben.
Es mag sein, dass man nicht alles Gute zusammen hat und dass das Niveau etwas niedriger wird, wenn man versucht, auch den schlechtesten Schüler mitzunehmen. Hier würde ich mir wünschen, dass man individueller vorgeht und die Anforderungen entsprechend den Bedürfnissen der einzelnen Schüler anpaßt, was sicherlich schwer für die Lehrkräfte ist, keine Frage. Aber sehr kurzsichtig ist, wenn man ein hohes Potential an Schülern weg wirft, weil man diese von einer guten Bildung fern hält, nur weil sie evtl. später entwickelt sind oder weil eine kleine Schwäche vorhanden ist.


Grüße Aelve :wink:


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 29. Januar 2008 12:06 
Schwedenfreund
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Registriert: 27. November 2006 20:51
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Da sind sie wieder die Besserschweden die Deutschland als das gelobte Land den Rücken gekehrt haben um unter Demuthaltung und verarmt den rauhen Wetter des Nordens trotzend in Schweden ausharren müssen. Irgendwie fühlte ich mich davon angezogen der Gedanke von Freiheit, Elchfleisch am Lagerfeuer grillend mit Plumsklo um das Nachts Bären und Wölfe kreisen. Den Kindern Abens Pippi vorlesen und mit Karlson um den Häuserblock fliegen. Und deshalb mache ich auch den Schritt und komme ab März auch nach Schweden. Ich werden mein Warmes schönes Nest in Deutschland verlassen (natürlich ohne Vorbereitung und die Sache durchdacht zu habe) und gehe nach Schweden. Ich hoffe das ich nachher nie vergessen werde aus welchen Stall ich gekommen bin und wünsche allen die den selben Schritt wagen viel Glück und gutes gelingen.
Gruß Haui

PS: Mehr wird zu diesem Thema von mir nicht mehr kommen.
,,Ich bin dan mal weg,,

_________________
BildMan muss nicht jeden Berg selber besteigen,
aber man muss Wissen wer einen die Aussicht beschreibt


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 29. Januar 2008 12:49 
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Beiträge: 169
Wohnort: Sahrendorf / Rosenfors
Mann Mann Mann,
so oft habe ich mich zu solchen Themen geäußert, mich aus dem Forum zurückgezogen und schaue trotzdem immer wieder mal rein. Aber geändert hat sich nichts. Hier versuchen Afrikaner Eskimos zu erklären wie man ein Iglu baut. Ich hatte dieses Forum mal so verstanden, dass Leute die sich entschieden haben nach Schweden zu gehen hier erkundigen können, bei Leuten die diesen Schritt gemacht haben. Einfach, damit die gleichen Fehler nicht immer wieder gemacht werden. Statt dessen findet man hier Leute, die 700 - 2000Km von Deutschland weg leben, manchmal schon seit vielen Jahren, und die wollen denen die jetzt hier leben und weg wollen Deutschland erklären. Ihr redet von Leuten, die nur wegen einer positiven Urlaubsstimmung nach Schweden wollen, habt aber über Deutschland auch nicht mehr wissen als ein Urlauber. Warum beschränkt ihr euch nicht auf das was dieses Forum immer wollte. Auf Fragen antworten nach besten Wissen und Gewissen, ohne eigene Wertung über die Beweggründe des Fragenden. Der Fragende wird meistens nicht all seine Beweggründe nennen, was auch nicht alle etwas angeht. Und sich das Recht rausnehmen, aus wenigen Einzelheiten ein Urteil über die Rechtmäßigkeit zu erlauben ist mehr als anmaßend. Es wird dann auch immer schön von den "Überschweden" alles verallgemeinert. Da heißt es schnell:"Das ist so in Schweden." Auch ich habe ein Haus in Schweden, auch ich gehe dieses Jahr ganz nach Schweden mit meiner Familie, auch ich kann noch nicht perfekt schwedisch, und trotzdem haben wir bereits dort Bekannte und Freunde,aber was hier geschrieben wurde, habe ich nicht so erlebt. also kann man doch nicht schreiben, das ist so in Schweden, sondern nur :"Das habe ich so erlebt." Denkt mal darüber nach.

Gruß Jörg

_________________
Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten.
Bild


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 29. Januar 2008 13:13 
Schwedenfreund
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Registriert: 24. November 1999 15:54
Beiträge: 908
Wohnort: früher Schweden, jetzt Mittelfranken
Das ist cool...... Bild
Zitat:
Es wird dann auch immer schön von den "Überschweden" alles verallgemeinert.


Wer ist nun der bessere "Überschwede"....................
Eigentlich weiss ich, dass mein Beitrag völlig sinnlos, überzogen und unnütz ist. Aber manchmal will das Schwein halt fliegen........


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 29. Januar 2008 13:19 
Schweden Guru
Schweden Guru

Registriert: 14. Oktober 2006 15:48
Beiträge: 1544
Wohnort: Orsa
Schön gesagt, Jörg!
Und es ist schade, dass Du nicht mehr im Forum schreibst - vielleicht würde dann weniger "Grossstadtssicht" auf viele Themen vermittelt ...
Und noch etwas: Ich finde den Artikel durchaus interessant und gut, deckt er sich doch mit vielen Informationen, die ich aus Deutschland bekomme.
Wenn Du mal Hilfe brauchst - Du weisst ja, wo Du mich findest ...

Und Gottfried: Es gibt sie schon, diese "Überschweden", die alles, aber auch wirklich alles besser wissen (oder es meinen ...)!

Jörg


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 29. Januar 2008 14:13 
Alter Schwede
Alter Schwede
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Registriert: 5. Oktober 2006 10:29
Beiträge: 2204
Wohnort: Järna
Hej Hej,
nun werde ich wohl doch mal wieder zu Wort melden, obwohl ich diese Art von Disskussion eigentlich meiden wollte.
Ich finde diesen Artikel gut, denn er beschreibt nicht Auswanderer XY, sondern genau diese Leute, wie wir sie auch im Forum haben: Ärzte, Lehrer, IT´ler....Fachkräfte. Sie verlassen das Land, in welchem sie geboren wurden, wo sie gelebt haben. Warum? Weil sie in der wirtschaftlichen Situation Deutschland´s für sich und ihre Familie keine Zukunft mehr sehen. Die Regierung in Berlin bekommt eine "Watsch´n" nach der anderen, bei den Wahlen. ABER sie lernt nicht daraus. Jeder hier im Forum hatte seinen eigenen Gründe Deutschland den Rücken zu kehren und die allermeisten haben es bis heute nicht bereut. Wir sind beinahe ein Jahr hier, wir haben uns mit harter Arbeit ein anderes Leben aufgebaut und wir sind glücklich und zufrieden. Es könnte uns kaum besser gehen. Aber es könnte uns schlechter gehen....wären wir in Deutschland geblieben.
Wir haben es geschafft, ein wunderschönes Haus 50km ausserhalb von Stockholm zu mieten, ein winzig kleiner Ort mit gerade mal knapp 1700 Einwohner, dort wo sich Reh und Elch "Gute Nacht" sagen, wo Kinder noch absolut frei aufwachsen können. Vor knapp 2 Jahren haben wir nicht mal davon träumen können. Waren wir unzufrieden in Deutschland? Defintiv JA, und wir waren total frustriert, weil wir unseren Kindern nicht bieten konnten. OBWOHL wir beide gut verdient haben, aber wenn Vater Staat fast alles haben will, dann bleibt nicht mehr viel über.

Für mich war persönlich folgender Satz am Artikel der Beste:
"Die Flucht aus der Heimat ist eine Volksabstimmung mit den Füßen geworden, ein Alarmsignal aus der Mitte der Gesellschaft. Die Auswanderer revoltieren nicht und krakeelen nicht, sie haben keine Gewerkschafts- oder Partei-Kampagne hinter sich, sie gehen einfach still und leise fort."

Denn es sind nicht irgendwelche Leute, die weggehen: Es ist der, früher, gesunde Mittelstand, welcher das Land verlässt. Menschen, die Deutschland zu dem Land gemacht haben, dass es mal war.

LG JANA

_________________
Man muss 1000 Dinge machen um zu beweisen wie toll man ist.. Aber nur einen Fehler begehen, um nichts mehr wert zu sein !


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 29. Januar 2008 14:57 
Hej,

gestern abend war ich auch kurz davor etwas zum Autor und dessen Publikationen zu sagen ;-) naja, die sollte man auch mit etwas Abstand betrachten.
Allerdings beinhaltet jegliche Polemik auch einen großen Teil Wahrheit!
Den Artikel nur als Polemik, und deswegen als angeblich nicht beachtenswert abzutun, das ist ein Ding der Unmöglichkeit!

Jörg :smt023 und auch Jana!
Das hast Du sehr auf dem Punkt gebracht, Jörg. Ich erlebe mit der Zeit immer mehr deutsch(stämmige) in Schweden, die selbst nach 20 Jahren noch "bestens Bescheid wissen", was in Deutschland so los ist, anderen klarmachen wollen wie sie sich dort zu verhalten haben und natürlich selber niemals einen Grund hatten das Land zu verlassen.
Ich denk dann nur: Schön für sie! Hoffentlich wissen sie für die "schwedischen Probleme" auch immer so gute Lösungen und bringen diese regelmäßig in Politik und Gesellschaft ein. [Ironie AUS]

Hälsningar
HeikeinBlekinge
(die sich heut nicht einloggen konnte-Sorry-Hilfe Dietmar!)

PS @Storstadstjej:
Sag mal schreibst du unter Kaffeetante in einem anderen Forum?


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 29. Januar 2008 17:33 
Auch ich werde meinem Vorsatz, mich aus solchen Diskussionen fernzuhalten, untreu. Ich möchte nun doch gerne zu diesem Thema meine Meinung sagen.

Ich weiß nicht, ob der Vergleich mit dem Eskimo, der sich vom Afrikaner den Bau eines Iglus erklären lässt sehr weit bei den Haaren herbeigezogen ist. Schließlich vergisst man nicht so schnell, außerdem haben wohl die meisten Kontakte durch Familie und Freunde nach Deutschland und erfahren - wenn nicht über die Medien - was sich so abspielt.

Mein Eindruck ist jedoch vielmehr, dass einige, um nicht zu sagen, sehr viele Deutsche notorische Schwarzmaler und Nörgler sind. Ich gucke eigentlich kein deutsches Fernsehen, bei unserem letzten Urlaub habe ich mir jedoch Teile einer Auswanderersoap angeguckt. Unter anderem war eine Familie zu sehen, die nach Kanada ausgewandert ist. Der Mann war Koch und hatte nach kurzer Zeit einen Job. Er fühlte sich jedoch gemobbt und kündigte nach eineinhalb Monaten, ohne Aussicht auf eine neue Arbeit. Was danach folgte: Gejammer über die Bedingungen im Land. Ich hatte so den Eindruck, dass in jedem Beitrag - mal mehr, mal weniger - gemault wurde. Und dieses Maulen erkennt man doch sehr schnell wieder, wenn man sich mit Deutschen, die ebenfalls ausgewandert sind über Schweden unterhält. In der Sache ist es vielleicht oftmals richtig aber interessant ist, dass immer nur über die Missstände, weniger jedoch über die positiven Dinge gesprochen wird.

Wenn ich so lese, wie hier manches Mal über Deutschland gesprochen wird - es tut mir leid - aber da kann ich nur noch lachen. Bananenrepublik, paradiesische Schweden, etc. Da stecken doch offenbar ganz andere Probleme (oder eben der Mangel an wirklichen Problemen) dahinter.

Vergeudet doch das Leben nicht damit, alles nur negativ zu sehen. Ihr werdet nämlich dann schnell entdecken, dass es auch im Ausland keine Bonbons regnet und Brause in den Flüssen fließt. Genießt das Leben lieber ein bisschen mehr. Und das kann man überall, wie uns spätestens Roberto Benigni in "Das Leben ist schön" gelehrt haben sollte.

Oliver


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 29. Januar 2008 17:52 
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Bild Danke Oliver!
Einen Beitrag den ich (ausnahmsweise) völlig verstehe. Bild

_________________
Viele Grüsse

:smt024 Gottfried :smt024

Den Himmel überlassen wir den Engeln und den Spatzen. (Heinrich Heine)


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 29. Januar 2008 17:54 
Das habe ich übrigens gerade noch zum Thema gefunden:

Welt - Auswandern

In dem Artikel, in dem auch eine Quelle genannt wird, hört sich die Sache doch schon ganz anders an.

Oliver :wink:


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 29. Januar 2008 17:58 
Schwedenfreund
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Wohnort: früher Schweden, jetzt Mittelfranken
OK...guter Artikel ohne Polemik.

ÄHHH...... ich bin übrigens nicht mehr in Schweden, habe nur noch ein Haus, kein Boot und keine Pferde und bin seit 4 Monaten wieder in der alten und so ungeliebten Bundesrepublik. :wink:
Deutschland ist übrigens nur die Summe seiner Bewohner...... :wink: :wink:


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 29. Januar 2008 18:04 
Und das schöne ist, Gottfried, dass du nicht mehr befürchten musst, demnächst nur noch von ungelernten Osteuropäern, die deine Sprache nicht verstehen, umgeben zu sein. Die ganzen hochqualifizierten deutschen Spitzenkräfte, die ins Ausland abgehauen sind, kommen schon bald alle wieder...

Das ist doch beruhigend zu wissen, oder? :wink:

Oliver


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 29. Januar 2008 18:28 
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Hej Oliver und Gottfried,
bitte versteht mich nicht falsch, wenn ich schreibe, das es uns in Deutschland schlechter gehen würde. Ich meinte damit, rein unsere persönliche Familiensituation. Wir haben einfach mehr Zeit füreinander, etwas was in Deutschland einfach nicht gewesen ist. Ich sehe in Schweden sicherlich nicht das Land in dem Sahne und Milch fliessen und die Strassen mit Gold gepflastert sind.
Wir haben eine Chance genutzt, die sich geboten hat und das beste drauss gemacht. Nun leben wir in Schweden, es hätte aber auch Amerika sein können, wenn wir unsere Pläne 2001 verwirklicht hätten.

Ja, wir waren frustiert in Deutschland, haben aber trotzdem immer wieder versucht, dass beste aus der Situation zumachen. Es hat irgendwann einfach nicht mehr geklappt, so haben wir einen anderen Weg eingeschlagen und sind glücklich und zufrieden damit.

In diesem Sinne
JANA

@Gottfried: Herzliche Grüsse nach Deutschland, hörst du sehr gut und entspannt an. Hoffe es geht euch allen gut. :wink:

_________________
Man muss 1000 Dinge machen um zu beweisen wie toll man ist.. Aber nur einen Fehler begehen, um nichts mehr wert zu sein !


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 29. Januar 2008 18:40 
Und da hängt dann noch gleich ein anderer interessanter Link dran:

http://www.welt.de/fernsehen/article887 ... ollt_.html

Ich habs schon angesprochen:
Wenn auf Sendern, die vorzugsweise die bildungsferne Basis bedienen, bildungsferne Abenteurer mit der Kamera begleitet werden, hat das immer einen Hype bei den bildungsfernen Zuschauern zur Folge.

Nur entgehen die in der Konsequenz dort ihrem Schicksal nicht.
Und wer zwischen den Zeilen liest ("Marias Jobaussichten haben sich verbessert" > immer noch keine Arbeit...."Peter tut sich mit der Sprache schwer"> ein Jahr im Land und immer noch kein Wort Englisch...) sieht schnell, wessen Geistes Kinder da glauben, woanders wäre immer alles besser.
Immer untermalt von planlosem Tun und schlechter Vorbereitung.
Z.B. keine Kohle, aber erst mal ein Riesenkredit für ein eigenes Haus und ein 200 PS-Auto.
Und die mitgebrachte Harley wird dafür als Sicherheit gegeben.
Ich schäme mich ehrlich für viele von diesen Leuten, die das Bild der Deutschen im Ausland prägen.
Fast keiner von denen würde hier in Deutschland zu meinem Bekanntenkreis gehören.

Aber ich sehe nicht den Zusammenhang zu den Leuten hier im Forum.
Da scheint es mir von den Fragenden eher realistisch zuzugehen.

Und mich persönlich interessiert das im Ausland zu verdienende Geld nur insoweit, als daß ich es zum Leben brauche.
Mein Antrieb, das Land zu verlassen, ist eher politisch und sozial begründet.
Und da kann ich mir jedes Land vorstellen, wenn es gewisse Basisansprüche an Sicherheit und Kultur bietet. Nicht nur Schweden.

Und an den, der meint, er müsse jetzt die Political-Correctness-Keule schwingen oder das Kerner´sche Gutmenschentum bemühen...ich pfeif drauf. Ein Grund mehr für mich!


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 29. Januar 2008 18:51 
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Huhu,
genau das sind die Kommentare die ich meine. Das Wissen über Deutsche wird aus Auswandersoaps (und andere unfehlbare Quellen) bezogen. Und so sind dann die Deutschen. Olli, du machst Dich darüber lustig, dass man seine Kollegen in Schweden nicht versteht, weil die kein schwedisch können. Bei uns hier werden im Musikunterricht türkische Lieder gesungen, damit die türkischen Kinder sich integriert fühlen. In dem Konzern in dem ich gearbeitet habe wurde eine Moschee errichtet, damit die Moslems einen Raum zum Beten haben. Aber es gab keine Evangelische Kirche oder eine katholische auf dem Firmengelände. Und ich bin schon wirklich tolerant, lasse mich also nicht in die rechte Ecke stellen. Wer hier nicht lebt, der sollte mit seiner Meinung vorsichtiger sein. Und wenn die deutschen Mitbürger ihr Wohl im Ausland suchen, dann ist das völlig in Ordnung. Und jetzt kann ich nur von mir sprechen, ich erwarte nicht, das Milch und Honig von den Wänden fließen. Und ich behaupte, das erwartet hier keiner. Jeder hat die eigene Wahl, will ich was ändern, oder will ich ja sagen. Wer den Mut hat was zu ändern, der überlegt sich sicherlich auch was er ändert. Und wenn man für sich entscheidet, nicht gegen Windmühlen zu kämpfen, sonder man geht den Weg des weggehens, dann ist das auch richtig. Es ist einfach schade, immer solche Besserwisser zu haben, die glauben alles madig machen zu müssen. Und wenn ihr die Forumsbeiträge mal genauer lesen würdet, so ist der größte Teil hier bereit mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Es sind aber nur 4-5 Leute da die alles schlecht reden. Da wäre ich ja fast auch geneigt zu sagen, vielleicht haben sich diese 4-5 ihr Umfeld selbst so geschaffen wie es ist und jetzt sind sie unglücklich. Aber in dem Fall wären es ja die schlechtesten Ratgeber. In diesem Sinne

Gruß Jörg

_________________
Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten.
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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 29. Januar 2008 18:54 
Alter Schwede
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Hej,
mein Senf fehlt ja auch noch :lol:
Ich denke, dass die ganze Diskussion ums Auswandern viel zu sehr aufgebauscht wird. Ja, es gehen viele Fachkräfte und Akademiker. Ja, es ist vieles in Deutschland nicht so wie man es sich wünscht. Aber oh Wunder, wie Oliver so schön treffend bemerkt hat, auch hier in Schweden und auch nicht sonst wo auf der Erde, fliessen Honig oder Brause in den Flüssen oder wird einem alles geschenkt. Schlaraffenland ist eben nicht auf dieser Erde zu finden.
Ich finde, dass auch Storstadtjej recht hat, wie jeder hier teilweise.
Es ist eben immer ein anderer Blickwinkel den man auf das Thema legt.
Es gehen viele weg ohne selber was an Ihren Problemen zu tun und glauben, dass das in Schweden jemand für sie übernimmt. Da hat sie recht. Es sind aber nicht alle so. Jeder hat eben eigene Gründe. Und manch einer geht gar nicht weil es in Deutschland schlecht war oder es in Schweden besser ist. Mancher will einfach mal nur was anderes machen. Nicht besser oder schlechter, nur anders.
Und ob es einem gefällt ist doch schon sehr subjektiv.
Es ist ja auch nicht so als käme keiner mehr zurück. Viele wollen doch gar nicht für immer bleiben. Ich kenne selber so viele die Deutschland verlassen haben (kaum jemand nach Schweden) und viele haben es nur für ein paar Jahre geplant. Dafür kenne ich mindestens ebenso viele Fachkräfte und Akademiker aus anderen Ländern die nun liebend gerne in Deutschland leben wollen. Im SFI treffe ich hier auch Menschen von überall her. Ihre Gründe sind so verschieden wie man nur denken kann. Manche können nicht anders, andere wollen nicht anders....
Und Auswandererwellen gab es immer wieder. Insgesamt denke ich, dass es sich über die nächsten hundert Jahre einfach mehr mischt und ausgleicht. In 100 Jahren will vielleicht keiner mehr nach Schweden, dann gehen eben alle nach China oder Kasakstan. Wer weiss?
Ich rege mich jedenfalls nicht mehr so über solche Statistiken auf und ein schlechtes Gewissen lasse ich mir auch nicht dadurch machen.
Ach ja, ich habe schon noch Ahnung von der Welt und von Deutschland. Fragt mich in 30 Jahren, dann vielleicht nicht mehr. Aber nach in meinem Fall ein paar Monaten und bei anderen ein paar Jahren ist Deutschland nicht grundsätzlich anders geworden. Man kennt ja auch noch Leute da und kann auch durchaus die deutsche Zeitung lesen, wir haben gar eine Aboniert.

Liebe Grüße

Wiebke

P.S.: Ich habe noch vergessen zu erzählen, dass ich mittlerweile erstaunlich viele Schweden kenne, die in Deutschland leben, gelebt haben oder da mal leben wollen...
Und letzte Woche ist ein Kollege meines Mannes nach Dänemark, da hat sich niemand drüber aufgeregt....


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 29. Januar 2008 19:01 
Schweden Guru
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Hallo,

Dein Beitrag, Marvin, trifft den Nagel auf den Kopf. Auch wir haben schon oft gesagt, wenn wir die Auswandererserien gesehen haben, dass es so nicht klappen kann. Die zeigen doch im Fernsehen keine langweiligen Sendungen, in denen alles klappt und in denen alles solide ist. Das sieht man auch schon bei den Sendungen Müttertausch, das scheint uns alles gestellt zu sein, was da manchmal gezeigt wird.
Auch ich glaube, dass viele hier im Forum doch eher überlegt sind, sie fragen sich hier durch, sie planen und sie versuchen die Auswanderung gut vorzubereiten. Wir werden nicht ganz nach Schweden ziehen, aber wir wollen sehr viel Zeit dort verbringen. Dafür haben wir vorgesorgt und uns dort bereits ein passendes Haus gekauft.
Ich würde ja niemanden überreden, das Land zu verlassen, wenn er sich hier wohlfühlt und Arbeit hat. Aber es bleibt doch jedem überlassen, sich sein Leben so einzurichten, wie man es möchte. Deshalb gehen die Unterstellungen von manchem Forumsteilnehmer , man sei republikflüchtig an mir vorbei. So wie ich mir meine Bekannten danach aussuche, ob sie zu uns passen, kann ich mir auch meinen Wohnort danach aussuchen, wie ich es gerne hätte. Ich finde es besonders erstaunlich, dass bereits Ausgewanderte die noch in Deutschland lebenden von einem Zuzug nach Schweden abhalten wollen. Man ist ja nicht so blauäugig, dass man denkt, dass einem in Schweden die gebratenen Tauben in den Mund fliegen.
Es gibt aber genug Gründe wie z.B. bessere Vereinbarkeit von Beruf und Kindern, besserer Gleichberechtigungsgedanken, bessere Landschaft und nicht so hohe Bevölkerungsdichte, dass man der Heimat den Rücken kehren will. Ich finde es in Ordnung, wenn auch die Nachteile, die es in Schweden gibt, aufgezählt werden, aber nicht nachvollziehen kann ich es, wenn Auswandererwillige gleich als Versager gesehen werden.

Grüße Aelve


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 29. Januar 2008 19:05 
Neuling
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Hi Marvin,

ja, diese Sendung habe ich auch gesehen und bei mir gedacht: Wenn diese Leute das Bild der Deutschen im Ausland prägen, dann "gute Nacht".

Genau wie Du denke ich, die wirklichen Gründe hier aus Deutschland rauzugehen, sind (noch) nicht die wirtschaftlichen Aspekte, sondern vielmehr die politischen (was haben wir mal wieder für ein tolles Wahlergebnis am Wochenende gehabt) und/oder der von Jana angesprochene Zugewinn an Lebensqualität.

Was viele Leute, die ins Ausland gehen, vermutlich nicht bedenken: Probleme gibt es überall. Und wenn ich schon in seiner Heimat Probleme habe, potenzieren die sich im Ausland um so mehr, alleine, weil es Sprachbarrieren gibt.

Die derzeit so beliebten Auswandererdokus hier in Deutschland vermitteln das Gefühl, man habe es schon geschafft, wenn man im Ausland eine Mietwohnung und einen Kredit bekommen hat. Aber dann fangen die Probleme doch erst richtig an.

Es stimmt, wir hier in Deutschland jammern sehr gerne auf hohem Niveau. Aber selbst mir, die ich eigentlich ein sehr otimistischer Mensch ist, wird Bange, wenn ich an die (sozial)politische Entwicklung hier in Deutschland denke. Der biometrische Ausweis und die Telefonüberwachung auch ohne schwerwiegenden Grund sind vermutlich nur den Anfang. Aber was mich am meisten ängistig: Es stört offenbar kaum jemanden. Statt dessen wird in der Presse über das Dschungelcamp gesprochen (für alle nicht Deutsches-Fernsehen-Schauer: Da werden Stars und Sternchen in einem Camp ausgesetzt und müssen alle möglichen wiederlichen Aufgaben erledigen: ich sag nur: Kakerlakenbad...)

Viele Grüße, Tina


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 29. Januar 2008 19:22 
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Hej Jörg!

Zitat:
Es sind aber nur 4-5 Leute da die alles schlecht reden. Da wäre ich ja fast auch geneigt zu sagen, vielleicht haben sich diese 4-5 ihr Umfeld selbst so geschaffen wie es ist und jetzt sind sie unglücklich.


Ich denke Du solltest jetzt einfach mal die Namen nennen der Unglücklichen und diese (und ich natürlich) auch, steigen dann aus dem Forum aus und dann sind doch alle so kuschelig glücklich.......


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 29. Januar 2008 19:31 
Zitat:
Olli, du machst Dich darüber lustig, dass man seine Kollegen in Schweden nicht versteht, weil die kein schwedisch können. Bei uns hier werden im Musikunterricht türkische Lieder gesungen, damit die türkischen Kinder sich integriert fühlen. In dem Konzern in dem ich gearbeitet habe wurde eine Moschee errichtet, damit die Moslems einen Raum zum Beten haben. Aber es gab keine Evangelische Kirche oder eine katholische auf dem Firmengelände.


Hallo Jörg,

ich weiß nicht genau, worauf du die obige Aussage beziehst. Ich will aber weder dir noch irgend jemand anderem ausreden, nach Schweden zu kommen. Ich habe nur meine Ansicht geäußert.

@Aelve:
Du triffst Aussagen zu Deutschland und sprichst anderen ab, dir zu widersprechen, weil sie angeblich den Bezug zu Deutschland verloren haben. Einer deiner Kritikpunkte ist das deutsche Schulsystem. Gleichzeitig erklärst du, dass du Schweden paradiesisch findest. Darf ich fragen, was du über das schwedische Schulsystem weißt? Fragt doch mal im Forum, wie es ist. Vielleicht wirst du im Vergleich feststellen, dass das deutsche wirklich schlechter ist. Es besteht natürlich aus das Risiko, dass du von deiner Meinung abweichen wirst. Es liegt an dir, das Risiko einzugehen.

Oliver


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 29. Januar 2008 19:39 
Schade, daß dieser gute Startbeitrag jetzt durch foreninternes Geplänkel verwässert wird.








:roll:


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 29. Januar 2008 20:23 
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Kontrovers diskutieren sollte erlaubt sein!Allerdings sollte dabei auch jedem seine Meinung gegönnt werden-ohne persönlich Angriffe!
Grüße
Sabine

P.S. Übrigens find ICH den Ausdruck "Unterschicht" herabwürdigend !

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(S.L.)


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 29. Januar 2008 20:33 
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Hej Glada,

ich spreche Dir Deine Meinung nicht ab, wenn Du eine gute Meinung zu Deutschland hast, dann steht es Dir frei, dort glücklich und zufrieden zu leben. Aber ich spreche jemanden ab, über andere zu entscheiden, ob sie in Deutschland bleiben wollen oder nicht und ob sie Gründe haben, auszuwandern oder nicht.
Ich kenne genügend Leute, die bereits seit 2 bis 5 Jahren in Schweden leben, und die ich nach den Schulbedingungen in Schweden befragt habe. Alle haben übereinstimmend gesagt, dass das Schulsystem in Schweden sehr viel besser ist als in Deutschland, es ist humaner und zielt darauf ab, auch Kindern mit einer Schwäche eine Chance zu gewähren bzw. die Schüler positiv zu beeinflussen. Das Aussortieren von Schülern, was hier in Deutschland an der Tagesordnung ist, hier habe ich speziell von Schleswig-Holstein sehr viele negative Kenntnisse, finde ich persönlich mehr als kurzsichtig. Jeder hat seine Erfahrungen, meine Erfahrungen hinsichtlich Schule sind wirklich krass, da spreche ich Leuten, die behaupten, es liege an einem selbst, die Kompetenz dafür ab, das zu beurteilen.
So wie ich keinem vorschreiben würde, ob der in Deutschland glücklich lebt, so erwarte ich auch, dass mir keiner vorschreibt, was ich zu lassen und zu tun habe. Nur weil jemand aus schlechten Erfahrungen heraus ein Land verlassen will oder wegen besserer Bedingungen für seinen Bereich das Land wechselt, muß nicht blauäugig sein oder versagt haben.
Ich finde, dass diese Formulierungen zu allgemein gehalten sind und würde mir wünschen, dass man versucht, sich in die Lage anderer zu versetzen, anstatt die Negativbeispiele von Fernsehsendungen heran zu führen.
Vorhaltungen wie, jemand der in ein anderes Land zieht, würde im eigenen Land nicht zurecht kommen, halte ich für wenig hilfreich. Anders hört es sich an, wenn man an konkreten Beispielen die Nachteile, die sich in Schweden ergeben, aufzeigt ohne jemanden zu nahe zu treten.
Grüße Aelve


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 29. Januar 2008 21:51 
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:oops: Meinte natürlich-"bildungsfern"!
Sorry

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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 29. Januar 2008 22:21 
Schwedenfreund
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Registriert: 24. Juli 2007 16:02
Beiträge: 977
Wohnort: Norr om Stockholm
Jetzt habe ich doch eine richtig nette Diskussion verpasst :-(

Ich muss glada an der Stelle recht geben - im Ausland, im welchen auch immer, regnet es keine Bonbons, auch wenn es gewisse Leute immer wieder proklamieren. Den einzigen Zusammenhang, dem ich haltlos zustimmen würde ist - ein Leben im Ausland ist in gewissen Situationen für einen gewissen Menschen besser - für manchen Schweden in Deutschland, für manchen Deutschen in Argentinien und ... für manchen Deutschen einfach nur in Deutschland, auch wenn der Alltag problembehaftet ist - das wäre er woanders in einem noch höheren Maße. Ich muss an der Stelle Jana anführen (ich darf doch? :) ) - ihrer Familie geht es auf Grund ihrer Konstellation in Schweden besser, einem Wirtschaftswissenschaftler würde es dagegen auf Grund der verschiedenen Lohnniveaus in Deutschland zumindest finanziell besser gehen. Diese Aufzählung lässt sich mit einer Menge Personen und einer Menge Länder gut weiterführen.
In Aelves Fall scheint es der EINZELPERSON besser zu passen, wenn die schwächeren Kinder mitgezogen werden, im Fall einer anderen Person X wird aber die Gewichtung eher auf tadellose, qualitativ hohe Ausbildung der eigenen Kinder wert gelegt - letzterer würde über dem Schwedischen Schulsystem vollkommen verzweifeln. Und wer hat nun recht?
Soviel damit klar ist, dass ich keinem grundlos von einer eventuellen Auswanderung.
Doch finde ich, man sollte die Tatsache Bedenken, dass Deutschland euer Heimatland ist und da man eh in jedem Falle kämpfen muss (ja, hin und wieder muss man während und nach einer Auswanderung kämpfen!), ob es nicht überlegenswird ist, an Ort und Stelle zu versuchen, etwas zu bewegen, anstatt einfach abzuhauen.

_________________
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http://video.google.com/videoplay?docid ... 9293309352

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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 29. Januar 2008 22:34 
Zitat:
In Aelves Fall scheint es der EINZELPERSON besser zu passen, wenn die schwächeren Kinder mitgezogen werden, im Fall einer anderen Person X wird aber die Gewichtung eher auf tadellose, qualitativ hohe Ausbildung der eigenen Kinder wert gelegt - letzterer würde über dem Schwedischen Schulsystem vollkommen verzweifeln. Und wer hat nun recht?


Genau damit benennst du das Problem des schwedischen Schulsystems. Und ich sage jetzt einfach mal, dass ich in diesem Zusammenhang kein Afrikaner mit Bauanweisungen für Iglus bin.

Oliver


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 29. Januar 2008 22:47 
Schweden Guru
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Registriert: 4. Januar 2008 21:20
Beiträge: 1221
Wohnort: Ronneby
Zitat:
... anstatt einfach abzuhauen.


Allein wegen dieser Formulierung kann ich deine Argumente nicht ernst nehmen! Ein wenig mehr Einfühlungsvermögen in die Umstände anderer täte dir sicher nicht schlecht.
Ich kann auch nicht nachvollziehen wo hier jemand ständig proklamiert im Ausland, bzw. Schweden wäre es durchweg besser!?
Desweiteren habe ich den Eindruck, das die allerwenigsten nach Schweden auswandern weil sie einzig und allein dem schnöden Mammon hinterherlaufen - eher im Gegenteil - zum Glück!
Ich kenne keinen einzigen Deutschen der nach Schweden auswandert(e) weil er hier ein besseres Einkommen erwartet(e)!
Es gibt tatsächlich Menschen, die eine ganz andere Ansicht von Lebensqualität an sich haben!
Noch was: Heimat ist da, wo man sich zuhause fühlt! Und das Gefühl kann man niemanden nehmen, geschweige denn aufdrängen!

Hälsningar
Heike


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 29. Januar 2008 22:52 
......äh.....



...ich bin dann mal fort. Ist sehr deutsch hier.
Ich schaffs auch so.









Gehabt Euch wohl und Danke Bild


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 29. Januar 2008 23:04 
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Beiträge: 1464
Wohnort: 23858 Reinfeld
@Glada

Jeder legt seine Prioritäten anders. Ich lege sehr großen Wert auf eine tadellose Ausbildung. Aber ich bin dagegen, dass Kinder in eine Schublade gesteckt werden und dass im Alter von 10 oder 11 Jahren darüber entschieden wird, welchen Bildungsweg sie zu gehen haben. Da gefällt mir das System in Schweden besser, in dem man sich erst mit 15 oder 16 Jahren dafür entscheidet, ob man eine höhere Ausbildung ansteuert oder nicht.

Ich habe hier nirgends gelesen, dass jemand gezwungen wird, nach Schweden auszuwandern, um dort ein Schulsystem in Kauf zu nehmen, was ihm nicht genehm ist. Es kann aber für eine Familie ein Grund sein, in ein Land überzusiedeln, in dem die Aussicht auf eine humane Schulbildung
besteht.

Jedem steht es frei, sich ein Zuhause in dem Land zu suchen, in dem er glaubt, dass dort bessere Chancen bestehen. Mir ist unklar, warum dieses einigen hier ein Dorn im Auge zu sein scheint.

Grüße Aelve


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 29. Januar 2008 23:28 
Da gebe ich dir recht, dass in Deutschland im der vierten Klasse über den weiteren Lebensweg entschieden wird, ist nicht in Ordnung. Das ist aber kein Problem deutscher Schulen, sondern schlicht eine Frage der Mentalität. Nach wie vor hält ein Großteil der Deutschen an diesem Schulsystem fest. Ich gebe dir auch recht, dass Schweden die kinderfreundlichere Gesellschaft ist. Aber auch das ist eine Mentalitätsfrage.

Die Kehrseite ist aber, dass die meisten Kinder in Schweden im schulischen Bereich auf einem niedrigeren Niveau sind als deutsche Schüler. Und da beißt sich dein Anspruch optimaler Ausbildung für Kinder und deine Vorstellungen vom schwedischen Schulsystem. Der nicht vorhandene Druck, so schön er für die Kinder ist, führt auch dazu, dass man sich nicht sonderlich bemüht.

Meine Erfahrungen mit deutschen Eltern ist, dass das nach gewisser Zeit bemängelt wird. Man sollte nicht davon ausgehen, dass sich die eigene Mentalität ändert, weil man in ein anderes Land geht.

Oliver


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 30. Januar 2008 00:52 
Admin
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Registriert: 9. Juli 1998 18:00
Beiträge: 2084
Wohnort: Koblenz am Rhein
Joerg hat geschrieben:
Warum beschränkt ihr euch nicht auf das was dieses Forum immer wollte. Auf Fragen antworten nach besten Wissen und Gewissen, ohne eigene Wertung über die Beweggründe des Fragenden.

Jörg, das könnte von mir sein :D
So oder ähnlich hatte ich das mal formuliert, und dafür ist das Forum tatsächlich gedacht!

Vor allem die Absicht zu helfen ohne Wertung hast Du gut erkannt! Daran sollten wir uns hin und wieder erinnern. Und uns vielleicht selbst mal zurück pfeifen, wenn wir in Versuchung geraten, unsere Meinung mit Äußerungen wie "unglaublich dämlich", "blinde Polemik", "Deine Daseinsberechtigung?" zu würzen.
Eine fundierte Meinung hat dieses Sprachniveau nämlich nicht nötig um gehört zu werden...

So, jetzt Gute Nacht an alle!

Liebe Grüße,
Dietmar

PS @Marvin-Gast: Sicher schaffst Du das! Wir wünschen Dir jedenfalls Glück.


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 30. Januar 2008 09:25 
Schweden Guru
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Registriert: 30. August 2006 12:42
Beiträge: 1380
Wohnort: Gällivare / Lappland
glada hat geschrieben:
Die Kehrseite ist aber, dass die meisten Kinder in Schweden im schulischen Bereich auf einem niedrigeren Niveau sind als deutsche Schüler. Und da beißt sich dein Anspruch optimaler Ausbildung für Kinder und deine Vorstellungen vom schwedischen Schulsystem. Der nicht vorhandene Druck, so schön er für die Kinder ist, führt auch dazu, dass man sich nicht sonderlich bemüht.


Unterschrieben und bestätigt!
Meine Tochter z.B. ist in Mathe nicht schlecht, aber bestimmt kein Überflieger. Die Kinder arbeiten relativ selbständig in ihren Lehrbüchern und sollen das einigermassen synchron tun. Die Folge: Sie bekommt regelmässig einen "Stopp" in Mathe, d.h. sie muss warten, bis die letzten (und es sind schon nur 12 in der Klasse) hinterhergekommen sind. Neulich war sie eine Woche krank. Nachdem sie zwei Tage wieder in der Schule war: Stopp!
Ihr glaubt nicht, wie demotivierend das ist!
Und es stimmt: In der schwedischen Grundschule fehlt jeglicher Druck. Und das führt bei bestimmt einem Drittel der Schüler zu einer "Scheissegal"-Einstellung, die dem Geamtniveau überaus abträglich ist.
Das ganze ist die Folge einer schwedischen "alle-sind-gleich"-Philosphie, die regelmässig in Gleichmacherei ausartet und im Jantelagen gipfelt.

Skogstroll


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BeitragVerfasst: 30. Januar 2008 10:49 
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Hej Skokstroll,

ich kann es gut nachvollziehen, dass Unterforderung genauso schlimm ist wie Überforderung, da wir genau diesem Problem ausgesetzt waren.
Unser Sohn war wegen eine Legasthenie im Lesen und Rechtschreiben gehändikapt, aber seine Intelligenz war sehr hoch (durch zwei spätere Intelligenzgutachten erwiesen). Von seiten der Lehrkräfte wurde aber nur seine Minderleistung in Rechtschreibung gesehen, dass er ein Mordsgedächtnis hatte und schnell alles kapierte, wurde dabei übersehen.
Wir mußten jahrelang gegen die Voruteile der Lehrkräfte gegen Legastheniker kämpfen. Erst auf einem Privatgymnasium wurde erkannt, dass unser Sohn in naturwissenschaftlichen sowie mathematischen Fächern sehr gut war. Hätten wir ihn nach Meinung der Lehrkräfte der öffentlichen Schule auf eine niedrigere Schulform geschickt, so wäre sein hohes Potential verloren gegangen.
Wenn ich von guter Schulbildung spreche, dann meine ich auch damit humanes Lernen, humanen Umgang mit den Schülern, motiviertes Lernen.
Wenn Lehrkräfte es schaffen, den schwierigen Grad der Unter- oder Überforderung auszuloten, dann wäre es der Idealfall. Hier helfen wohl nur Gespräche mit den Lehrkräften, in denen darüber gessprochen wird, dass auch eine Unterforderung für einen geistigen Überflieger zum absoluten Problem werden kann.
Grüße Aelve :lol:


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 30. Januar 2008 10:59 
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Hej,
ich denke, beiden Schulsystemen fehlt einfach das "Gesunde Mittelmass"! In Deutschland herrscht zuviel Druck und in Schweden zuwenig. Ich kann ja, leider, nur aus der Position einer Mutter eines Kindes in einer Särsskola sprechen, somit bin ich nicht wirklich kompetent, was den "normalen" Schulalltag betrifft. Yannic kommt mit dem System sehr gt zurecht, vorallem aber mit dem Kontakt zu Kindern, welche keinerlei Behinderung haben. Es tut ihm sehr sehr gut und er lernt sehr viel von ihnen. Und ich denke, umgekehrt ist es ähnlich, da in der Schule ein sehr enger Kontakt besteht.
Wie es in 3-4 Jahren aussieht, wenn auch meine Tochter in die Schule geht, weiss ich noch nicht. Ich hoffe aber, dass wir unserer Tochter eine sehr gute Ausbildung bieten können.

Das Bild der Deutschen im Ausland und in den speziellen Auswanderer-Sendungen wurde schon mehrfach besprochen. Sicherlich gibt es einige positive Beispiele darunter, aber mindestens genauso viele negative Beispiele. Leider sind es mehr negative Beispiele, was aber, in meinen Augen, schlicht und ergreifend mit der Mentalität der Deutschen "Fernsehkultur" zutun hat. Schaut man in die deutsche Fernsehlandschaft hat man dann so "Spitzensendungen" a´la "Dschungelcamp", "Frauentausch" oder " Deutschland sucht den Deutschen Supertrottel" (Sorry). Anspruchsvolle Sendungen findet man kaum noch, wenn dann muss man schon Sender wie Arte oder 3 Sat sehen, fernab der privaten Sender schauen. Und wenn man sich dann die Quoten anschaut, führen nicht die Sendungen von 3Sat oder Arte die Tabelle an, sondern meist die privaten Sender. Aber fragt man nach, so hat es keiner geschaut....aber alle reden darüber. Ich gebe zu, als ich vor 3 Monaten in Deutschland bin ich auch an den Auswanderersendungen hängen geblieben und habe zu 90% nur den Kopf geschüttelt über soviel Naivität und Blauäugigkeit. Aber gut jeder ist seines eigenen Glückes Schmied, wenn man glaubt, dass die eigenen Probleme in Deutschland bleiben während man selber irgendwo anders auf der Welt lebt, der wird nirgendswo glücklich. Diese Menschen würden überall nörgeln und meckern, selbst im Schlaraffenland. Schweden ist kein Paradies, aber man kann es sich zum eigenen kleinen Paradies machen, wenn man den Blick auf die Probleme nicht verliert.

Und wie hat Heike so schön geschrieben:
Heimat ist, wo man sich zuhause fühlt. Für uns ist es Schweden, wir haben hier eine Heimat UND ein Zuhause gefunden, aber nicht den Blick auf die Realität verloren.

In diesem Sinne
JANA

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Man muss 1000 Dinge machen um zu beweisen wie toll man ist.. Aber nur einen Fehler begehen, um nichts mehr wert zu sein !


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 30. Januar 2008 11:02 
Skogstroll hat geschrieben:
Unterschrieben und bestätigt!
Meine Tochter z.B. ist in Mathe nicht schlecht, aber bestimmt kein Überflieger. Die Kinder arbeiten relativ selbständig in ihren Lehrbüchern und sollen das einigermassen synchron tun. Die Folge: Sie bekommt regelmässig einen "Stopp" in Mathe, d.h. sie muss warten, bis die letzten (und es sind schon nur 12 in der Klasse) hinterhergekommen sind.

Skogstroll


Hej Skogstroll,

das ist an unserer Schule aber anders :shock: . Wir wurden letzthin in die Schule bestellt (Grundschule, 17Schueler), weil unser Sohn in Mathe den anderen voraus ist. Die Lehrerin wollte uns einfach nur fragen, ob es denn in Ordnung wäre, wenn er dann einfach schon mal mit den Materialien der Klasse 2 weitermacht - eben damit er nicht unterfordert ist und sich nicht langweilt ...
Ich war schon ganz irritiert, weil ich von Deutschland noch gewohnt bin, dass da einfach gemacht wird und man meisst nicht mal ne Information kriegt.
Dafuer schwächelt unser Sohn noch etwas in Lesen, Schreiben usw. (sprachbedingt) und dafuer bekommt er jetzt extra Hilfe und zusätzlich wurde sowas wie eine Lernpatenschaft mit einer begabten Schuelerin gebildet.

Insofern sind meine Erfahrungen mit einer schwedischen Grundschule doch andere, als du beschreibst. Ich finde, dass sich hier jemand wirklich Gedanken macht und sich bemueht, mein Kind in jede Richtung optimal und vor allem human zu fördern! Und ... man fragt mich sogar, ob mir das recht wäre ... DAS bin ich nun aus Deutschland wirklich anders gewöhnt und DESHALB (unter vielem anderem) sind wir hier.
Nun - hab ich besonderes Glueck und die einzige Schule in ganz Schweden erwischt, die es anders und kinderfreundlich tut?

Ich jedenfalls bin zufrieden, mein Sohn uebrigens auch.
LG Nicole


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 30. Januar 2008 14:58 
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Zum Thema Schule kann ich auch nur sagen, dass wir sehr zufrieden sind, bis jetzt. Auf die Kinder wird eingegangen, man hat einmal im Halbjahr ein "utvecklingssamtal", wo der Leistungsstand im Gespräch zwischen Eltern Lehrer und Schüler besprochen wird. Die Methode gefällt mir bedeuten besser als eine Zensurenbewertung in so niedrigen Klassen. Die Lehrer gehen individuell auf die Kinder ein, brauchen sie mehr Hilfe dann bekommen sie auch schon mal etwas Zeit mit der "speciallärare", wo sie entweder einzeln oder zu zweit verstärkt das üben, wo es schwächelt. In der ersten Klasse brauchte unsere Tochter mehr Hilfe, bekam 4 x 45 Minuten in der Woche Einzelunterricht, damit sie von Anfang an auf dem gleichen Niveau wie die anderen in der KLasse bleibt. Der Einsatz hat sich voll gelohnt, der Unterricht hat ihr sehr viel gegeben und ohne den hätte sie den Anschluss verpasst, sich aufgegeben und wäre heute in der zweiten Klasse nicht so gut in der Lage, ohne extra Hilfe auszukommen.
Wo bekommt man denn das in Deutschland? Wir sind zwar schon viele Jahre aus Deutschland fort und sind dort nur indirekt mit Schule in Kontakt gekommen nachdem wir sie selber beendet haben (und das ist ja doch schon ein paar Jahre her ;) ). Wir haben aber viele Freunde mit Kindern, und hören daher doch etliches über die Schulsituation dort. UUnd von solchen Möglichkeiten habe ich nichts gehört, aber vielleicht gibt es das ja auch in Deutschland? :)
Besonders gut gefällt mir auch, dass die Lehrer hier jederzeit ansprechbar sind. Als erstes bekommt man die private Telefonnummer und Handynummer sowie Mailadresse, egal in wlecher Altersstufe (also auch wenn man als Erwachsener z:B. Komvux besucht). Und man darf auch gerne anrufen ;) . Der enge Kontakt zwischen Lehrer und Elternhaus kommt ja letztendlich den Kindern zu Gute.

Ich bin mit unserer Schule sehr zufrieden, aber es gibt hier ganz klar auch andere Schulen und es gibt nicht nur Vorteile mit dem schwedischen Schulsystem. Ich denke nicht, dass ich blind bin für die Nachteile, hier ist bei weitem nicht alles Gold was glänzt, aber hier fühlen wir uns zu Hause :) . Und das ist für uns das Wichtigste :)


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 30. Januar 2008 15:41 
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Skogstroll geschrieben:

Zitat:
Meine Tochter z.B. ist in Mathe nicht schlecht, aber bestimmt kein Überflieger. Die Kinder arbeiten relativ selbständig in ihren Lehrbüchern und sollen das einigermassen synchron tun. Die Folge: Sie bekommt regelmässig einen "Stopp" in Mathe


Darauf kann ich genau dasselbe antworten wie Nicole!
Mein Jüngster ist in Mathe sehr weit, war er schon in der förskola. Er bekam/bekommt regelmäßig Zusatzaufgaben oder darf schon mal ein paar Kapitel vorarbeiten. Auch ist die Art des Unterrichts nicht so, das wenn andere noch zurück sind, diejenigen die weiter sind ohne etwas zu tun in der Gegend herumsitzen und sich langweilen.
Genau das mag ich an der schwedischen Schule - die Selbstständigkeit, mit der die Schüler lernen. Da sitzt nicht die ganze Klasse in Reih und Glied und vorne trägt die Lehrkraft vor, wer nichts mitbekommt hat halt Pech gehabt...
Und ergänze: Ich jedenfalls bin zufrieden, mein 3 Söhne uebrigens auch.

Nicole, ihr habt also nicht besonders viel Glück gehabt - außer unsere Kinder gehen zufällig in dieselbe Schule? :-)

Vielleicht sollten wir hier spaßeshalber eine Art Schulliste erstellen, aus der hervorgeht, welche man besonders meiden sollte, oder welche zu empfehlen ist?
Scherz beiseite. ;-)

Ich finde es nicht ganz fair durchweg zu behaupten das Kinder an schwedischen Schulen zu wenig lernen, unterfordert sind. Vielleicht braucht man hier einfach keinen Druck! Die Kinder lernen mit Freude und nach eigenem Tempo. Ich kann einfach nicht feststellen, dass meine Kinder zu wenig lernen! Wenn man in der ersten Klasse nach einem halben Jahr langsam lesen kann und anfängt zu schreiben empfinde ich das z.B. als absolut zeitgerecht und ausreichend.
Wenn meine Älteren in ihren Tests durchweg 85-95% der benötigten Punktzahl erreichen und sie das weiter anspornt ist das doch ok! Ich glaube auch nicht, dass da ein schwedischer Lehrer z.B. einen Mathetest "schönreden" könnte!
Ich empfinde es absolut nicht als Gleichmacherei, wenn im Gegensatz zu D auch noch auf den letzten Schüler eingegangen wird und man halt so lange weitermacht bis auch er die Aufgabe verstanden hat. Das die ganze Klasse auf ihn warten muss, habe ich hier nicht erlebt, nicht bei 3 Kindern, nicht in 3 unterschiedlichen Stufen!
Das Gegenteil hatten wir in D: Wie demotivierend es sein kann, wenn man eine 5 nach der anderen schreibt, nachhängt, irgendwann nicht mehr mitkommt -ganz einfach deshalb, weil der Lehrstoff ohne Rücksicht durchgezogen wird! Das will ich auch nicht mit Überforderung betiteln, sondern mit schlechtem Unterricht, überforderten Lehrkräften, überholten Methoden, die einfach nicht mehr zeitgemäß sind.
Die jetzigen nachweisbaren Lernerfolge und -fortschritte meiner Kinder an der schwedischen Schule, ihre Begeisterung und Freunde daran zur Schule zu gehen, sind für mich schlichtweg Grund genug!

Eine Kleinigkeit noch - habe mal wieder mehr geschrieben als vorgehabt:
Ich stehe dazu, dass meinen Kindern an der schwedischen Schule Rücksicht auf andere vermittelt wird. Es macht mich stolz, wenn sie nachvollziehen können, das man nicht der bessere Mensch ist nur weil man vielleicht schneller, schlauer oder immer der Beste ist.
Andere mögen da andere Prioritäten setzen.
Dann kann es durchaus zutreffen, dass eine schwedische Schule nicht das richtige ist!

Hälsningar
Heike


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 30. Januar 2008 16:12 
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Hej Heike, Nana und Nicole,

da habe ich ja doch von meinen Bekannten in Schweden die richtigen Informationen erhalten und Ihr sprecht mir direkt aus dem Herzen. Ich bin auch der Meinung, dass das Soziale nicht zu kurz kommen darf, nicht umsonst ist Deutschland zu einer Ellbogengesellschaft verkommen. Ist es einem nicht angeboren, dass man einem Schutzbedürftigen helfen will und dass man einen Schwächeren stärkt? Genauso ist meine Auffassung dazu, obwohl unsere Kinder mittlerweile längst aus dem Schulalltag raus sein, höre ich doch sehr oft hier, dass der Unterricht hier nicht gut vorbereitet ist. Es erfolgen Zeitvorgaben, die kaum ein Schüler einzuhalten vermag und die Eltern haben kaum noch ein Familienleben, da alles nachgelernt werden muß, was im Unterricht zu kurz kommt.
Bereits unsere Kinder bekamen oft bei Klassenarbeiten nur 10 Minuten Zeit, um mehrere Fragen zu beantworten. Unseren Kindern fiel soviel ein, dass sie es von der Menge her gar nicht schaffen konnten, obwohl sie bestimmt nicht trödelten, das sah ich zuhause bei den Hausaufgaben.
Aber Nachdenken und das Wichtige rausfiltern, dauert eben seine Zeit.
Es ist in meine Augen fatal, wenn die Kinder nur auf Schnelligkeit getrimmt werden anstatt auf Genauigkeit und auf die Möglichkeit der Kontrolle der Aufgaben.
Mir fehlt hier in Deutschland das Individuelle, was Ihr anschneidet, dass man die Begabungen eines Kindes hervor holt und nicht nur nach den Fehlern schaut.
Wünsche Euch für die weitere Schulzeit in Schweden nur positive Erlebnisse.
Liebe Grüße Aelve :smt008


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 30. Januar 2008 16:44 
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Jetzt sind wir zwar gründlich off topic, aber egal.
Ganz so laut kann ich das Loblied der schwedischen Schule nicht singen. Andere offenbar auch nicht, sonst würde in Schweden nicht jede (!) Woche eine Schule brennen.
Um es vorweg zu nehmen: Prinzipiell sind wir mit der Schule hier auch zufrieden. Aber: Das, was unsere Tochter kann, ist - verglichen mit deutschen Schülern - eher wenig. Klar, auch hier gibt es Sonderaufgaben, aber die Schlechtesten in der Klasse schaffen es, das Gesamtniveau deutlich zu drücken.
Nochmal Aber: Wir leben auch in einer Oase, sprich: Einer der letzten überlebenden Dorfschulen, wo es kleine Klassen gibt, ein fast familiäres Klima und akzeptable Anfahrtwege. Der schulpolitische Kahlschlag tobt überall, und wir zittern und bangen, dass unsere Tochter bis zum Ende der 6. Klasse (sie ist in der 2.) dort bleiben kann, danach muss sie sowieso weiter fahren. Die Nachbarkommune Överkalix hat schon alle Dorfschulen plattgemacht, Kalix ist dabei, mehrere Schulen auch in grösseren Ortschaften schliessen. Damit sterben die Dörfer, und dahinter steht eine "Beton- und Zentralisierungspolitik". Der Begriff ist nicht von mir, der stammt aus dem "Norrbotens Kuriren" von gestern.
An grossen Schulen mit grossen Klassen aber funktioniert die individuelle Förderung - bisher DIE starke Seite des schwedischen Systems - aber bedeutend schlechter oder gar nicht mehr. Nicht umsonst ist Schweden in der PISA-Studie denn auch dramatisch abgestürzt, auch wenn man das sicherlich vorsichtig bewerten sollte.
Es ist traurig, aber im Moment wiederholt Schweden alle Fehler, die man in Deutschland schon vor Jahren gemacht hat.

Skogstroll


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 30. Januar 2008 16:55 
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Ich denke, dass sich beim Thema Schulsystem die Geister bzw. die Eltern scheiten. Eltern, deren Kinder sehr schnell lernen und wo die Lehrer dies erkennen und fördern, werden mit dem Schulsystem zufrieden sein. Bei Eltern wie Skogstroll und seiner Frau, deren Tochter schnell lernt und dabei aber gestoppt wird, werden wie die Tochter eher unzufrieden sein, da es sich negativ auf die Motivation des Kindes auswirkt.
Eltern, wie mein Mann und ich, mit einem ganz besonderen Kind, sind glücklich mit dem System, den in Deutschland wäre Yannic niemals integrativ beschult worden, sondern in einer Spezialschule gewesen, wo es nur Kinder gibt, die ähnlich schwere Behinderungen haben.
Yannic´s jetzige Schule ist eine kommunale Schule, wir sind sehr zufrieden damit. ABER die neue Schule ist eine Freie Schule, welche sich auf das Waldorfprinzip stützt, worüber ich sehr glücklich bin. Welchen Unterschied es geben wird, werde ich in einigen Monaten sehen.
Bei Taima habe ich die Befürchtung, dass sie in der Schule unterfordert sein könnte, da sie wahnsinnig schnell lernt....vorallem Blödsinn.... :lol: ...nein sorry, war OT!
Ich habe aber mittlerweile schon von einigen Seiten gehört, dass sich das Schulsystem verschlechtert haben soll, nur leider habe ich keinen Vergleich dazu.

LG JANA

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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 30. Januar 2008 19:24 
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Aelve, völlig OT

Ich heisse NANNA, mit doppel "N" in der Mitte :D
Das war der absolut ausschlagebende Grund um auszuwandern, meinen Namen bekommen die Deutschen NICHT auf die Reihe, nicht mal wenn er buchstabiert wird :evil: :wink:
Aber hier fragt man nicht nach und schreibt ihn trotzdem richtig :D

Und JA, ich heisse auch IRL so, bin sogar so getauft, es ist kein Spitzname (auch so ´ne typische Frage in Deutschland). :P


Nichts für ungut :)


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 Betreff des Beitrags: Svenska skolan är kass
BeitragVerfasst: 31. Januar 2008 11:57 
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aus der SMP Donnerstag zur schwedischen Schule:
Jan Björklund: Utbilda riktiga lågstadielärare
Växjö i går 12:26 | Uppdaterad i dag 07:48

Svenska skolan är kass, ibland sämst i världen. Så kan det inte fortsätta. Ett budskap från utbildningsminister Jan Björklund när han besökte Växjö på onsdagen.

Jan Björklund håller tal om den svenska skolpolitiken i Växjö konserthus. En av de största omdaningarna inom svensk skola någonsin är på gång, enligt Björklund.

Jan Björklund (fp) är en skicklig retoriker och sparar sällan på krutet. I den svenska skoldebatten lyckas han nästan ta ära och heder av den svenska lärarkåren utan att få några hårdare motthugg.
Hans tal på Växökonferensen inför drygt 400 personer, lärare, skolpolitiker och annat skolfolk, var inget undantag. Även om han aldrig sa flumskola rakt ut.
Han ägnade en stor del av tiden åt att kritisera det gamla och en knappt lika stor del åt det som komma skulle. Ett systemskifte i svensk skolpolitik. Här följer några exempel:

* Svenska elever är dåliga på matte och på att läsa samtidigt som elever i andra länder höjt sin förmåga.
* I vissa kunskapsmätningar är Sverige sämst i världen.
* Svenska elever har låg kreativitet.
* Ordningen och disciplinen i den svenska skolan är usel.
* Antalet elever som hoppar av skolan och/eller inte klarar målen är högst i världen, så kallad "drop out-faktor".

– Vissa försöker förklara bort den låga kunskapsnivån med att vi har många invandrare i Sverige, men det argumentet håller definitivt inte, sa Björklund.
Han vände sig också mot den så kallade gemensamma studiegången, att alla elever anses ha liknande förutsättningar och ska klara skolan på samma tid.
– Det finns inga alternativ för dem som vill gå fortare fram. Det har funnits en rädsla att peka ut elever.
Jan Björklund anser att denna rädsla måste arbetas bort.
Vad vill då Björklund med den svenska skolan? Jo, bland annat:

* Återupprätta lågstadiet. Detta innebär att de största resurserna satsas på att lära barn i tidig ålder att läsa, skriva och räkna. Därmed ska hjälpinsatserna flyttas från gymnasieskolans individuella program.
Björklund vill att det utbildas "riktiga" lågstadielärare, "proffs" på lågstadiebarn, allt för att komma bort från dagens system där lärare kan undervisa i stort sett vilken grundskoleklass som helst.
– Politikerna ska inte bestämma vilka metoder som ska användas i lärandet, det ska pedagogerna själva göra.
* Återinför speciallärarna i skolan.
– Läraryrkets status har blivit allt lägre genom åren. Statusen måste höjas. Idag har vi knappt en sökande per plats till lärarutbildningen. I Finland är det tio sökande per plats, säger han.
Betyg ska införas från årskurs sex.
– Betyg är en sporre, som får eleverna att skärpa sig.
Björlund vill också se fler betygssteg än i dag.


Meiner Meinung nach taugt das schwedische Schulsystem bestenfalls für Schüler, die im deutschen Schulsystem hinten über fallen (würden), so traurig dies für BEIDE Systeme ist.


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 31. Januar 2008 12:15 
Schweden Guru
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Hallo Vinbär,

es wäre sehr nett, wenn Du den Artikel ins Deutsche übersetzen würdest, da hier viele Forumsteilnehmer mitlesen, die der schwedischen Sprache nicht mächtig sind.

Meiner Meinung nach taugt das schwedische Schulsystem bestenfalls für Schüler, die im deutschen Schulsystem hinten über fallen (würden), so traurig dies für BEIDE Systeme ist.

Woher hast Du Deine Kenntnisse, bist Du in Schweden zur Schule gegangen?


Vielen Dank und viele Grüße Aelve :?:


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 31. Januar 2008 13:24 
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Hallo,

ich habe auch mal etwas gegoogelt und interessante Seiten passend zum Thema Bildung in Deutschland und Schweden gefunden.

http://library.fes.de/pdf-files/do/03957.pdf

http://www.mckinsey-bildet.de/html/04_b ... ussion.php

http://www.mckinsey-bildet.de/html/05_k ... ege_05.php
Kinderbildung in Schweden
Agneta Karlsson, Staatssekretärin im Schwedischen Bildungsministerium

Weit vorne im PISA-Leistungsvergleich lag Schweden. Laut der Studie hat Schweden das demokratischste Schulsystem in Europa. In keinem anderen Land gelingt es so gut, Kindern aus sozial schwachen Familien zu hohen Schulabschlüssen zu verhelfen. Was macht das skandinavische Land anders? Was können wir in Deutschland davon lernen?

Dem schwedischen Modell, das bereits in den 70er Jahren reformiert wurde, liegt der Grundsatz des lebenslangen Lernens zu Grunde. Allen Kindern soll schon früh eine gleich hochwertige Bildung zuteil werden. Bereits 41% der unter Einjährigen haben Zugang zu einer öffentlichen Betreuungseinrichtung, bei den 2- bis 3-Jährigen sind es 82%, bei den 4- und 5-Jährigen 89%. Eine Kindergartenpflicht gibt es nicht. Doch jedes Kind hat ein Recht auf einen Betreuungsplatz. Der hohe Grad der Versorgung ist ein Spiegel der schwedischen Familienpolitik, die beiden Elternteilen eine Erwerbstätigkeit ermöglichen soll. Die Gebühren sind auf eine Obergrenze beschränkt.

Die Einrichtungen genießen große Gestaltungsfreiräume, doch alle folgen sie einem zentral vom Bildungsministerium vorgegebenen Curriculum. Wichtigstes Element: das spielerische Lernen.

Die Zufriedenheit mit der frühkindlichen Bildung in der Bevölkerung ist sehr hoch. In einer jährlichen Umfrage schneiden die Kindertagesstätten regelmäßig am besten von allen staatlichen Angeboten und Einrichtungen ab. Doch trotz des hohen Niveaus gibt es auch in Schweden noch Verbesserungsbedarf. Um die Qualität weiter zu steigern, strebt die Regierung eine Senkung des Betreuungsschlüssels an. Künftig sollen sich drei Vollzeitkräfte um 15 Kinder kümmern. Heute liegt das Verhältnis bei 1:5,4. Auch sollen Eltern stärker in die Arbeit der Einrichtungen einbezogen und Programme konzipiert werden, die noch stärker der zunehmend multikulturellen Gesellschaft Schwedens gerecht werden.


CV Agneta Karlsson

Finde ich doch sehr aufschlußreich für die Diskussion, in welchem Land Bildung höher angesiedelt ist.

Grüße Aelve :lol:


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 31. Januar 2008 14:32 
Schwedenfreund
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Es bestreitet keiner, Aelve, dass das Schulsystem in Schweden für gewisse Kinder "besser" ist. Aber jede Medaille hat auch ihre Kehrseiten. Es ist den auf dem einen oder anderem Gebiet schwächeren Kindern zwar ein Gefallen, die fehlende Möglichkeit herausragend zu sein, ist am Ende aber nachweislich nicht weniger schädlich, als das "auf der Strecke bleiben" (im deutschen System).
Eine Gesellschaft, die ausschliesslich aus Akademikern besteht funktioniert genauso wenig, wie eine Gesellschaft gänzlich ohne. Diese Feststellung hat nichts mit fehlendem Einfühlvermögen zu tun, sondern einfach mit dem Begreifen der Tatsache, dass wir alle mehr oder minder unterschiedliche Voraussetzungen haben, was so auch sehr gut ist.

_________________
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http://video.google.com/videoplay?docid ... 9293309352

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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 31. Januar 2008 14:56 
Schweden Guru
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Registriert: 14. Januar 2008 12:20
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Hej Storstadstjej,

es scheint so, als wenn Du der Meinung bist, dass in Schweden die Bevölkerung nicht so gut ausgebildet ist wie in Deutschland und dass das Niveau an den schwedischen Schulen deutlich niedriger ist als an deutschen Schulen. Und gerade da gehen unsere beiden Meinungen sehr auseinander, denn ich bin gerade der Ansicht, dass die Schulbildung in Deutschland zu schlecht ist und sie deutlich besser sein könnte. Ich bin auch nicht wie Du evtl. glaubst der Meinung, dass das Niveau sehr niedrig sein sollte, ganz das Gegenteil ist der Fall, ich bin für ein hohes Niveau an Schulen. Das Niveau muß aber von den Lehrkräften gegeben sein und nicht so, dass Schüler trotz Unterrichtsausfall, trotz immer mehr Kürzungen in allen Bereichen den Stoff beherrschen sollen, der vorher nicht oder nur unzureichend gelehrt wurde. Ich habe mich deshalb auch geärgert, dass der Satz kam, Aelve möchte, dass ihren schwachen Kindern geholfen wird, denn es ist gerade anders herum, der Unterricht an den öffentlichen Schulen, die unsere Kinder durchlaufen haben, war teilweise grottenschlecht, schlecht von den Lehrkräften vorbereitet und war zum Teil durch unlesbare Vorlagen gekennzeichnet.
Ich erwarte deshalb nur, dass die Lehrkräfte qualitativ hochwertigen Unterricht abliefern, was ich von Deutschland aus leider nicht in hohem Masse erfahren durfte.
Hier schiessen Nachhilfeeinrichtungen wie Pilze aus dem Boden, alleine heute hat mein Mann mir eine Zeitung gezeigt, in der auf zwei Seiten nur Werbung von Nachhilfe-Instituten erschienen. Das finde ich nicht mehr normal, dass der Unterricht jetzt von Eltern oder Nachhilfeeinrichtungen erbracht werden muß, weil Schule es nicht zu leisten vermag.
Meine Kenntnis über Schweden ist die, dass die Schweden den Deutschen weit überlegen sind und nicht umgekehrt. Auch hierüber könnte ich jede Menge ergoogeln. Auf jedes Kind eingehen oder versuchen, jedem Kind gerecht zu werden, muß ja nicht zwangsläufig bedeuten, dass das Niveau ganz unten ist. Da ich nur auf andere Aussagen angewiesen bin, mag es teilweise stimmen, ich halte auch in Deutschland von Gesamtschulen nicht so sehr viel, auch dort soll das Niveau niedriger sein als an anderen Schulen, habe ich mir sagen lassen. Aber das in Schweden insgesamt das Lernniveau niedriger als in Deutschland sein soll, vermag ich nicht nachzuvollziehen, sprechen doch auch Statistiken eine andere Sprache.

Ich denke eher, dass die Schweden mit ihrem Wissen nicht so angeben und es auch gar nicht nötig haben.


Grüße Aelve


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 31. Januar 2008 15:06 
Hallo Aelve,
tut mir leid, übersetzen werde ich den Zeitungsartikel aus Zeitgründen nicht (muss mich um die frühkindliche Förderung kümmern).
In Schweden wird also mehr Kindern ein "höherer" Schulabschluss ermöglicht. Ist die Frage, wie man "höher" definiert. Schwedisches Gymnasium ist nicht gleich deutsches Abitur. In Schweden gehen fast alle auf´s Gymnasium. Alle sind gleich. Auf das Fordongymnasium, das Bauerngymnasium, auf´s Friseurgymnasium....Merkwürdig, in meinen Augen, warum trotzdem in Schweden die Abgangsquote der Schüler ohne Abschluss erschreckend hoch ist. Ich erkläre mir das durch die laue schwedische Stimmung an den Schulen. Kein Druck, kein Anspruch, keine Disziplin. Jetzt ist das Niveau schon so niedrig und trotzdem schaffen die Schüler den Abschluss nicht. Beunruhigend.
Frühkindliche Bildung, klar, wenn fast alle Einjährigen in Kitas gehen, so will man "das Beste" an Betreuung für die Kleinen. Die Kindergartenerzieher sind meiner Meinung schon höher qualifiziert, als deutsche Kindergärtnerinnen. Kindergartenpflicht braucht es nicht, wenn zumeist beide Elternteile arbeiten gehen. Die Pflicht ergibt sich da von selbst.
Dafür sieht es dann bei den Grundschullehrern schon schlechter aus. Schlechter gesellschaftlicher Status, schlechte Ausbildung, niedriger Lohn, das alles führt nicht dazu, dass wirklich begabte, befähigte Lehrer sich um die frühschulische Bildung der schwedischen Grundschüler kümmern. Im Gegensatz zur Lehrerausbildung in Finnland. Dies führt dazu, dass vielen Lehrern die Befähigung dazu eigentlich fehlt. Es gibt kein adequat ausgebildetes Personal. Kleine Klassen alleine sind nicht der Schlüssel zum Glück, wenn vor den Schülern irgendwer steht.
Aber, wie gesagt, das schwedische System fängt gewiss viele Kinder auf, die in D einer ungewissen unschönen Schulkarriere entgegengeblickt hätten, allen anderen Kindern, die aus irgendwelchen Umständen heraus in Schweden die Schule durchlaufen, kann ich nur wünschen, dass sie mehr lernen als lesen und schreiben. Ich würde eine Annäherung beider Systeme aneinander sehr begrüssen.
:D vinbär


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 31. Januar 2008 15:16 
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Aelve hat geschrieben:
Weit vorne im PISA-Leistungsvergleich lag Schweden.


Darf ich mal fragen wo Du das gefunden hast?
2006 lag Schweden auf Platz 22 oder so und Deutschland auf Platz 13.
Deutschland lag 2003 wenn ich es richtig gesehen habe auf Platz 18 und Schweden auf Platz 15. Schweden hat sich laut Pisa aulso deutlich verschlechtert, Deutschland ein wenig verbessert. Allerdings ist das die Aussage von Pisa. Ob man daran glaubt ist jedem selbst überlassen. Ich kann jedoch nicht finden wo steht, dass Schweden ganz weit vorne war... Finnland ja, Schweden? Nein. Man muss bei den Vergleichen der Jahre noch berücksichtigen dass es 3 neue Länder in der zwischenzeit gibt, die aber so weit ich weiss alle besser als Schweden und Deutschland sind.
Slowenien, Taiwan und Estland. Ach, und China. Die sollen doch eh die neue Weltmacht werden. Wer also nur (und ich meine jetzt nur) nach der Schulbildung gehen will und seinen Kindern die beste (Karriere) Zukunft bieten will, der sollte doch mal überlegen ob China das richtige Land ist. :roll:

Aber mal ehrlich, wieso streiten wir eigentlich so? Anscheinend hat zu der Frage jeder eine sehr subjektive Meinung und jemanden der glaubt, dass die Schulen in Schweden besser sind, wird man nicht bekehren und umgekehrt wohl auch nicht. Einigen wir uns doch einfach darauf, dass beide Systeme für bestimmten Menschen, Kinder, Familien und deren Situation besser sind als das andere, dass aber beide Systeme ihre Fehler haben und insgesamt eher schlechter denn besser werden.
Wäre das ein Konens oder ist es dann zu langweilig?


Grüße Wiebke

Ich habe noch vergessen, man kann googeln was man will. Gib mir den Auftrag zu jedem beliebigen Thema nur pro oder nur contra zu finden und gib mit etwas Zeit. Man findet was man sucht...


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 31. Januar 2008 15:58 
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Zitat:
Einigen wir uns doch einfach darauf, dass beide Systeme für bestimmten Menschen, Kinder, Familien und deren Situation besser sind als das andere, dass aber beide Systeme ihre Fehler haben und insgesamt eher schlechter denn besser werden.


Eine Aussortierung in jenes oder dieses Land?
Nein - stimme ich nicht zu!
Auch nicht dem durchklingenden Gerücht hier, das "schwächere" Kinder besser in Schweden aufgehoben sind. Das ist eine Aburteilung denen gegenüber, die wegen der Schule Deutschland verlassen haben und schlichtweg in Schweden zufriedener sind.

Ich habe eben mal meinem Ältesten (7.Klasse) ein wenig erzählt was hier so manche denken über die schwedische Schule, weshalb "Kinder wie er" laut einigen in diesem Thread in S besser klar kämen weil die Ansprüche nicht so hoch sind, das seine Probleme in Schweden besser aufgefangen würden. Desweiteren das angeblich Disziplinslosigkeit an den Schulen herrscht, viele Schüler unmotiviert sind etc.
Wißt ihr, was dieser 14-jährige prompt reagierte!?
"Haben die eigentlich Kinder die zur Schule gehen?"

Ich antwortete: "Kommt mir nicht so vor. Aber um den Mangel der persönlichen Erfahrung auszugleichen, werden gerne Statistiken, Politikerwahlkampfreden und die gute Pisa Studie zitiert."

Für mich ist das hier jetzt eine absolut fruchtlose Diskussion geworden.
Es läßt einen recht sauer aufstoßen, durch die Blume gesagt zu bekommen das seine "schwachen" Kinder deshalb in S besser aufgehoben sind, weil bla, bla...

Wäre wirklich mal schön, wenn hier persönliche Erfahrung geschätzt wird! Und nicht als Schönmalerei oder Anspruchslosigkeit unter Zuhilfenahme von den oben erwähnten Statistiken etc. verdreht wird!

mh
Heike


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 31. Januar 2008 16:13 
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Streiten wir uns? Ich denke, wir diskutieren einfach, daran kann ich nichts Schlechtes finden. Abgesehen davon haben/hatten wir schon Forumsmitglieder (von denen ich allerdings lange nichts gehört habe), die ernsthaft das schwedische Schulsystem als Auswanderungsgrund (aus Deutschland nach Schweden) gesehen haben, und das mit Kindern im Gymnasialalter. Das halte ich für gefährlich bis unverantwortlich.
Ansonsten schliesse ich mich vinbär(in) weitgehend an. Der Status der Lehrer ist in Schweden unter aller Sau (wobei das in D nicht grundlegend anders ist). Jeder Bergarbeiter mit 9-Klassen-Abschluss lacht nur über das Gehalt eines Gymnasiallehrers, der ausserdem noch seinen studielån abstottern muss. Da ist es nicht verwunderlich, dass niemand Lehrer werden will. Die Folge: Lehrermangel, damit verbreiteter Einsatz unausgebildeter Lehrer, damit weitere Abwertung des Berufs. Momentan ist da keine Änderung in Sicht, trotz vollmundiger Erklärungen auf politischer Ebene. Smakar det så kostar det, und das darf es natürlich nicht, nicht eine Krone.

Skogstroll


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 31. Januar 2008 16:28 
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Hej Heike!


1.Ich bin bestimmt nicht wegen dem Schulsystem nach Schweden ausgewandert.
2. Ich habe ein Kind von der 6 Klasse bis zum Gymnasiumabschluss in der schwedischen Schule gehabt.
3. Ich, wir haben eigene Erfahrungen in SFI und reichlich Komvux und Universitäten in Schweden.
4. Ich werde nicht über mein Kind öffentlich im Forum sprechen.
Ich teile im Großen und Ganzen die Einsichten von Skogstroll.

PS: Wir sind auch nicht wegen dem Schwedischen Schulsystem zurück nach Deutschland gegangen.
[quote][/quote]


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 31. Januar 2008 17:37 
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HeikeBlekinge hat geschrieben:
Auch nicht dem durchklingenden Gerücht hier, das "schwächere" Kinder besser in Schweden aufgehoben sind.


Ehm, DU bist, diejenige, die Kinder in schwache und starke einteilt, nicht ICH.
Ich sage lediglich, dass es UNTERSCHIEDLICHE VORRAUSSETZUNGEN gibt. Ein Kind, das eine Rechtschreibschwäche hat wird in D, wie Aelve schon treffend beschrieben hat "auf der Strecke" bleiben, meinetwegen hat es auch EINE Schwäche, es ist aber keinesfalls "schwach"! Ein hochintelligenes Kind kann auch höchst labil auf den "deutschen Druck" reagieren, ist es deswegen schwach? Ist ein mittelmässig begabtest aber überaus strebsames Kind zwangsweise "stark"? EINE Schwäche macht keine globale Schwäche aus!

Ich habe das Gefühl, Du fühlst Dich auf irgendeiner persönlichen Ebene angegriffen, wahrscheinlich, weil Du denkst, man würde Kinder, denen es an einer schwedischen Schule offenbar gut/besser geht, als schwach bezeichnen oder annehmen, sie seihen es. Für meinen Teil kann ich Dich mit dem oben Geschriebenen beruhigen, ich habe auch sonst nirgendwo in diesem Thread lesen können, dass jemand von "global schwachen" Kindern gesprochen. Was Du allerdings hineinintrepretierst ist Deine Sache, gehört aber unwahrscheinlich in eine vernünftige Diskussion.

Ansonsten muss ich kurz dem zweiten Teil von Skogstrolls letztem Posting vollständig zustimmen.

_________________
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

http://video.google.com/videoplay?docid ... 9293309352

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 31. Januar 2008 17:42 
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Hallo Aelve,
jetzt bin ich aber wirklich extrem neugierig und muss mich mal in die Diskussion einklinken. Mich würde interessieren in welchen Bereichen Schweden überlegen ist? Okay, der Nobelpreis wird in Schweden auch nur verliehen und irgendeine Kleinstadt ist angeblich Europas grünste Stadt, aber sonst? Dankbar für mehr fundierte Informationen.


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 31. Januar 2008 18:08 
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Hej Heike,
ich wollte niemanden aufteilen und auch kein Kind egal ob in Schweden oder Deutschland als besser oder schlechter bezeichnen. Mir ging es eigentlich darum klarzustellen, dass dieses Thema nicht auf diese Weise angegangen werden kann, bzw. dass es hier wohl keinen wirklichen Konsens geben wird. Dafür sind die Erfahrungen und Meinungen auf beiden Seiten zu unterschiedlich und zu verhärtet.
Ich habe auch das Gefühl, dass manche das Ganze sehr persönlich nehmen. Nicht jedes Kind das nach Schweden in die Schule geht ist deshalb dümmer oder schlechter. Die in Deutschland nicht schlauer. Es gibt Unterschiede. Diese sind aber auch innerhalb beider Länder gravierend. Man versuche mal eine Schule in Hamburg mit einer in München zu vergleichen. Die gleiche Diskussion wie hier wäre die Folge (habs schon erlebt) mit teilweise den gleichen Argumenten. Ich schätze das wird in Schweden nicht anders sein, lasst uns doch mal jemanden aus dem Norden berichten und stellen eine Schule im Süden dagegen...
Wirklich objektiv ist doch hier kaum einer.
Was das mit den Kindern angeht, nein ich gebe zu, meine sind zu klein, weshalb ich mir ja auch nur bedingt ein Urteil erlaube :)
Ich habe in Deutschland allerdings sehr eng mit Schulen, Lehrern und da oft mit gerade unterpriviligierten Kindern zusammen gearbeitet und weiss, zumindest von drei Bundesländern wie da gearbeitet wird.
Meine Erfahungen in Schweden werde ich selber machen müssen wenn meine Kinder noch etwas älter sind.

Grüße
Wiebke


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 31. Januar 2008 18:14 
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Skogstroll hat geschrieben:
Streiten wir uns? Ich denke, wir diskutieren einfach, daran kann ich nichts Schlechtes finden.


Nein, am Diskutieren kann ich auch nichts schlechtes finden. Allerdings glaube ich, dass es in manchen Fällen einfach kein gutes (weil für alle akzeptables) Ergebnis bringt. Klar, man kann auch einfach so diskutieren ohne auf ein Ergebnis hinzuarbeiten.
Ich habe aber weiterhin das Gefühl, dass gerade dieses Thema auch recht emotional angegangen wird. Schnell vergleicht man sich und seine Kinder mit Tabellen, Statistiken und den Aussagen anderer. Das bringt nichts ausser Wut, Unverstädnis und damit Missverständnisse, die am Ende hier auf der Trollwiese enden und manch einer geht dann vielleicht enttäuscht. Es hat dann auch nur noch wenig mit dem Ausgangsthema des Beitrags und vor allem des Forums zu tun.
Das und nichts sonst war das was ich versuchte zu sagen.
Ich fänds halt schade, wenn sich jemand persönlich angegriffen fühlt, das ist, glaube ich, nicht die Absicht der Leute die hier schreiben.

Grüße
Wiebke


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 31. Januar 2008 18:21 
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Imrhien hat geschrieben:
Es hat dann auch nur noch wenig mit dem Ausgangsthema des Beitrags und vor allem des Forums zu tun.


Das ist freilich wahr, auch wenn ich es nicht ganz so furchtbar wichtig finde, in einer Diskussion immer sklavisch beim Ausgangsthema zu bleiben. das macht ja auch manchmal den Reiz der freien Diskussion aus.

Skogstroll


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 31. Januar 2008 19:05 
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Hallo,

natürlich ist die Diskussion jetzt sehr subjektiv, kann es ja auch wohl deshalb nur sein, weil jeder seine subjektiven Erfahrungen zu berichten weiß.
Trotzdem würde ich gerne von Storstadstjej wissen, wie dieser Satz zu verstehen ist, bevor ich hierzu meine - selbstverständlich persönliche und subjektive) Meinung äußere

Eine Gesellschaft, die ausschliesslich aus Akademikern besteht funktioniert genauso wenig, wie eine Gesellschaft gänzlich ohne. Diese Feststellung hat nichts mit fehlendem Einfühlvermögen zu tun, sondern einfach mit dem Begreifen der Tatsache, dass wir alle mehr oder minder unterschiedliche Voraussetzungen haben, was so auch sehr gut ist.

Grüße Aelve


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 31. Januar 2008 19:44 
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Skogstroll, ich weiss, dass das schön und erfrischend an Diskussionen ist, wenn man abschweift.... das solltest Du wissen, ich neige selber zu OT.
Aber darum ging es mir ja nicht. Es ging mir doch darum, dass dieses Thema einfach recht emotional ist und werden kann...
Aber macht ruhig weiter. Ich werde mich vielleicht ein wenig zurückziehen, da es für mich nicht mehr sinnvoll erscheint. Muss aber ja nicht für andere so sein (und das soll nun auch keine Wertung sein, reine Feststellung)

Grüße Wiebke


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 31. Januar 2008 20:21 
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Hallo Imrhien,

nun zu Deiner Aussage, dass die Deutschen bei der letzten Pisa Studie besser als Schweden abgeschnitten haben. Da mußt Du auch dabei schreiben, nur in naturwissenschaftlichen und mathematischen Fächern. Anders sieht es beim Lesen aus:

http://onlinewoche.blogspot.com/2007/11 ... leich.html

Für mich ist Lesen und Schreiben auch ein wichtiger Teil des Lernens und da sehen die Schweden nun mal besser aus, wie Du obigem Ländervergleich entnehmen kannst.
Aber ich finde, dass diese Statistiken natürlich auch hinken und manipuliert worden sein können. Ich bin deshalb mit Heike einer Meinung, dass jeder seine eigenen Erfahrungen hat und diese kann er auch nur hier darstellen, evtl. noch durch einige Berichte verstärkt, die man übers Internet findet und die man auch selbstverständlich, wie hier bereits angeklungen, je nachdem raussuchen kann. Deshalb kann es auch durchaus sein, dass in Bayern die Schulbildung Spitze ist und in Schleswig-Holstein extrem mies. Gerade kürzlich habe ich in der Zeitung gelesen, dass Schlesw.-Holstein mit bei den Schlußlichtern bei der Bildung ist, genau das habe ich nun zufällig auch so erlebt.

Nun noch ein Link zu meiner Aussage, dass die Schweden uns voraus sind:

http://www.jjahnke.net/system.pdf

Bekannte, die seit 50 Jahren in Schweden Verwandte haben, sagten mir schon lange, dass die Schweden uns mit der Entwicklung, mit neuen Techniken und auch mit IT weit voraus sind. Ich selber habe auch Augen im Kopf und kann sehen, dass z.B. in der Mode Schweden oft Vorreiter ist. Ich könnte tausend Dinge aufzählen, die in Schweden besser geregelt sind als hier in Deutschland, wie z.B. Internetbanking.

Darf ich trotzdem die bereits Ausgewanderten einmal fragen, warum sie in ein Land ziehen, von dem sie nicht überzeugt sind, dass es dort im Großen und Ganzen besser ist?

Grüsse Aelve :yawinkle:


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 31. Januar 2008 21:02 
Schwedenfreund
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.....also dass die Schweden mit der Mode vorraus sind, ja, leider habe ich auch Augen im Kopf und muss mir das tagtäglich anschauen. Um es neutral zu formulieren, Geschmacksache. Wenn meine Frau anfängt schwedisch auszusehen, dann nimmt sie aber hoffentlich die Klinke von aussen in die Hand.... :lol:


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 31. Januar 2008 21:25 
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Liebe Aelve,
ja Du hast Recht, mea culpa. Es sind die Naturwissenschaften in denen Deutschland Schweden so weit voraus sind und ansonsten ist Schweden überall besser.
Mensch, das ist doch genau das was ich meinte. Man kann sich streiten und streiten bis man schwarz wird. Jetzt könnten wir ne Diskussion darüber anfangen ob denn nun Lesen oder Chemie wichtiger für die Zukunft ist. Bringt das was?
Ich habe doch sowieso nie behauptet, dass eines der beiden Länder besser ist als das andere. Mir ging es darum, dass Du den Pisavergleich aufgebracht hattest. Jetzt sagst Du, dass man sich lieber auf eigene Erkenntnisse verlassen soll.
Es ist mir doch völlig egal ob das Bildungssystem hier oder da so oder so ist. Ich habe mich entschlossen hier zu leben mit allen fürs und widers.
Wenn ich in ein paar Jahren feststelle, dass die Schule so wichtig für mich ist und ich sie so schlecht finden sollte, dann kann ich ja wieder umziehen.
Das Bildungssystem war nie mein Beweggrund für einen Umzug nach Schweden. Ich wollte nicht aus Deutschland raus weil es meiner Meinung nach da so schlecht wäre. Ich habe mich da in den letzten 32 Jahren meines Lebens recht wohlgefühlt. Ich wohne jetzt in Schweden weil ich gerne einmal in einem anderen Land leben wollte. Es hätte auch leicht Italien oder eher noch Frankreich werden können. Wir haben uns für Schweden entschieden weil es uns einfach besser gefallen hat. Ganz ehrlich, ich habe dabei keinen Vergleich der Bildungssysteme vorgenommen. Einige andere Dinge waren mir dabei auch egal.
Ein Grund für den Umzug, einer unter vielen, war auch, dass die Kinder mehrsprachig aufwachsen sollten.
Ich wollte doch genau das verhindern, dass man weiter streitet. Wir können uns noch bis zum Sanktnimmerleinstag gegenseitig viele viele links schicken und uns "beweisen" dass die eigene Meinung die richtige ist.
Ich bin aber immer noch davon überzeugt, dass wir am Ende alle recht haben. Denn jeder findet nun mal, dass die eigene Meinung die richtige ist. Und warum manche noch hier wohnen, obwohl sie das Bildungssystem nicht gut finden? Nun, es ist nicht der einzige Grund irgendwo zu leben. Manchmal können Menschen nicht anders. Oder es gibt so viele Gründe die das wieder gut machen. Und das muss doch jeder für sich selbst entscheiden was ein Negativpunkt und was ein Positivpunkt ist und wie sie sich die Waage halten oder nicht. Da können uns Statistiken nicht helfen.
Sorry für den Sarkasmus am Anfang aber ich hatte mich etwas geärgert, dass Du meine Vermittlungsversuche anscheinend nicht verstanden hattest. Wollte mich ja eigentlich ausklinken aber wenn ich schon mal direkt angesprochen werde...
Ich hoffe Du hast nun verstanden, dass ich gar nicht streiten mag welches Land besser ist. Du hast Deine Gründe zu glauben was Du glaubst und das ist Dein gutes Recht. Andere glauben was anderes und ich habe zu diesem Thema noch gar keinen Glauben :)

Grüße
Wiebke


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 31. Januar 2008 22:25 
Manche Aussagen sind mir doch ein wenig zu verblendet und nur mit dem Blick eines Touristen zulässig. Deshalb sollten wir hier vielleicht auch versuchen, dass ein bisschen zu trennen. Aussagen, wie "Bekannte haben mir erzählt" finde ich für mich, der hier nun seit gut 2 1/2 Jahren wohnt, wenig überzeugend. Auch "tausend Dinge, die besser sind als in Deutschland" tragen nur zur Polarisierung bei. Und da schon das Onlinebanking angesprochen wird: Man sollte vielleicht in diesem Zusammenhang auf den in Schweden nicht vorhandenen Datenschutz hinweisen. Da ist es sicherlich einfacher, bestimmte Dienstleistungen unbürokratischer zu gestalten.

Vielleicht solltest du dir die Mühe machen, Aelev, auch ältere Beiträge im Forum durchzulesen, dann kannst du dir ein Bild darüber machen, aus welchen Beweggründen die Menschen hier im Forum nach Schweden gezogen sind. Und du wirst erfahren, dass das Geschrieben nicht nur bloße Polemik sondern fundiertes Wissen ist, das sich nach vielen Jahren im Land angeeignet wurde.

Oliver


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 31. Januar 2008 22:58 
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Wohnort: 23858 Reinfeld
Hallo Wiebke, hallo Oliver, hallo Ihr anderen,

ich gebe Dir Recht, liebe Wiebke, dass das Thema schnell emotional abrutscht. Ich fühle mich von Dir auch überhaupt nicht angegriffen, denn Du schreibst sehr sachlich. Im Grunde geht es ja um das Austauschen von Erfahrungen und um Aussagen zu Gründen warum man ein Land vorzieht oder vorziehen würde. Jeder sieht sein Glück anders oder setzt andere Prioritäten und kein Land ist vollkommen, dass man sagen könnte, da wäre nichts, was man nun nicht mehr bemäkeln oder nicht noch verbessern könnte. Hinzu kommt, dass man das vorherige Schlechte dann auch schnell vergißt und das Gute was man gerade hat, auch nicht mehr so schätzt. Vielleicht bekommt man durch diesen Austausch doch mal wieder ein Gefühl dafür, dass es doch Positives in jedem Land gibt, wenn andere es auch so sehen.
Und, lieber Oliver, als Tourist fühle ich mich nun wirklich nicht mehr so ganz, da wir in Schweden mehrere Ferienhäuser haben und deshalb auch mit den Problemen die sich daraus ergeben, vertraut sind und uns mit vielen Sachen auseinander setzen müssen. Bevor ich hier irgend etwas vom Stapel lasse über die Dinge, die für mich in Schweden besser laufen, habe ich schon mit zig Leuten (die auch bereits seit 5 oder 3 Jahren in Schweden leben) gesprochen und auch Behördenkram mit dem Bürokratismus in Deutschland verglichen. Auch hier ist nun nicht alles nur schlecht, aber die Vielzahl der Dinge, die ich persönlich in Schweden besser finde, sagt mir doch, dass das Leben dort angenehmer ist.
Aber ich lasse Dir, Oliver, gerne Deine Meinung, dass auch in Schweden einiges im Argen ist. Tatsache ist, dass man sich an das Gute schnell gewöhnt und der Alltagstrott dann doch Überhand gewinnt.
Es machte doch Spaß, mal zu lesen und zu erfahren, wie bereits Ausgewanderte über das selbst gewählte Land binnen kurzer Zeit denken.
Zur Not könnt Ihr ja immer wieder nach Deutschland zurück kommen, denn wenn weiterhin soviele auswandern wie in dem Artikel, der diesem Threat zugrunde liegt, beschrieben, dann hättet Ihr ja auch hier wieder richtig Platz und werdet bestimmt mit Kußhand wieder im guten Deutschland aufgenommen.

Es grüßt Euch - immer noch in Deutschland ausharrend-
Aelve
:lol: :D


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort" +Unterschiede Schulsy
BeitragVerfasst: 1. Februar 2008 08:06 
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Hej,
nun gut, breche ich mal wieder mit meinem eignen Vorsatz und melde mich zu Wort.
Ich sehe, dass mal wieder das Thema "Schulsystem" die Forumsgeister spaltet, wie jedes Mal, wenn es angeschnitten wird.
Und wie immer, in solchen Situationen kommt irgendwann der Satz:"Wenn es euch hier nicht gefällt, dann geht doch einfach zurück nach Deutschland!" Warum? Warum dürfen sich bereits Ausgewanderte nicht kritisch äussern zu dem Land in welchem sie tagtäglich leben, mit den normalen Alltagsproblemen konfrontiert sind und sich damit auseinandersetzen müssen. Ist es ein Privileg der noch in Deutschland lebenden, Deutschland und sein System in Grund und Boden zu stampfen, alles nur schlecht zu sehen und in Schweden das Geheiligte Land zu sehen? Kaum einer, welcher schon ausgewandert ist, denkt wirklich an eine Rückkehr nach Deutschland und wenn doch, so hat es sicherlich fundierte Gründe. Ich habe es schon mal geschrieben, wir fühlen uns pudelwohl in Schweden, sind sehr glücklich mit unserem Leben und bereuen unseren Schritt in keinster Weise, und trotzdem stehen wir dem System nicht kritiklos gegenüber. Sollte dies einzig und allein den Schweden vorbehalten sein und die Eingewanderten sollten alles mit einer Blau-Güldenen Brille sehen und nicht aufmucken, wenn ihnen was nicht passt? Unsere Gründe nach Schweden zu gehen waren vielfältig, aber wir sind nicht nur gegangen, weil alles schlecht in Deutschland war, auch wenn es uns nicht gut ging in diesem Land. Wir werden nicht nach D. zurückgehen, zumindest kann ich es mir nicht vorstellen. ABER wir hatten auch richtig viel Glück und sicherlich eine ganze Armee an Schutzengeln, die über uns gewacht haben. Das Leben, welches wir jetzt führen haben wir uns selbst erarbeitet in harter Kleinarbeit.
Ich geben zu, es gab vor unserer Auswanderung auch solche Gedanken bei mir:Wenn es euch nicht gefällt, warum lebt ihr dann in Schweden?"
Mittlerweile allerdings weiss ich, warum man nicht immer kritiklos einem Land gegenüber steht, in welches man freiwillig gezogen ist. Denn nur im alltäglichen Lebem erkennt man die kleinen oder grossen Probleme im Land. Ich sehe tagtäglich, was die Regierung Rheinfeldt aus dem Land macht, auch wenn es andere vielleicht anders sehen, aber sie zerstören viel von dem, was Persson und seine Vorgänger aufgebaut haben. Es herrscht ganz klar eine "Stockholm-gefällige"-Politik, der Rest des Landes wird gerne vergessen. Sparmassnahmen an den Schulen, Krankenhäusern usw. führen nicht unbedingt dazu, das diese Regierung beliebter wird. Es wird immer mehr von unten nach oben verteilt, auch wenn es noch nicht so graviernd auffällt, wie in Deutschland.
So muss hier leider beenden, da ich meine Kinder fertig machen muss.

Ich weiss, dass ich wahrscheinlich gesteinigt werde für meine Meinung, daher gleich folgender Satz:
NEIN WIR GEHEN NICHT NACH DEUTSCHLAND ZURÜCK!

Grüsse JANA

_________________
Man muss 1000 Dinge machen um zu beweisen wie toll man ist.. Aber nur einen Fehler begehen, um nichts mehr wert zu sein !


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort" +Unterschiede Schulsy
BeitragVerfasst: 1. Februar 2008 09:59 
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Janaquinn

Ich stimme Dir vällig zu, ich finde auch nicht, dass man keine Kritik äussern darf, nur weil man freiwillig weggezogen ist. Für uns käme Deutschland als Wohnort überhaupt nicht mehr in Frage, das heisst aber auch nicht, dass hier alles perfekt ist. Genau wie in Deutschland gibt es Sachen, die uns stören, mit dem Unterschied, dass es hier andere Sachen gibt, die diese Nachteile aufwiegen. Die hatten wir in Deutschland damals nicht mehr :)
Ich finde es okay, wenn man sich auch als Einwanderer in einem Land auch kritisch zu dem Land verhällt, nicht alles in rosarot sieht. Wobei ich da dann das Wort kritisch betonen möchte. Es geht also om realistische Einschätzungen und nicht ums Nörgeln, weil manches hier anders funktioniert als in Deutschland. Damit muss man ja rechnen und aus genau dem Grund, dass hier manches anders ist, sind zumindest wir weggezogen. Sonst hätten wir ja auch in Deutschland bleiben könne. Aber gegen Genörgel bin ich allergisch, egal ob von meinen Kindern oder von deutschen Bekannten :P . Wir haben ja diese Wahl immerhin freiwillig gemacht. Und nur, weil man auch Nachteile an einem Land erkennt und kritisch darüber diskutiert, heisst das doch lange nicht, dass man nach Deutschland zurück will oder sollte? Mit der Auswanderung habe ich ja nicht unterschrieben, dass ich jetzt alles dankbar an- und hinnehme? So lange es bei Kritik und nicht Nörgeln bleibt, finde ich das in Ordnung.
Und wo auf der Welt wird man z. B. ein perfektes Schulsystem finden? Jedes Schulsystem wird von Menschen gesteuert und Menschen machen Fehler, auch wenn einige Fehler sicherlich geschehen während man der Meinung ist, dass man das Beste tut.

Und was die Regierung angeht, gebe ich Dir völlig recht :(


Nanna


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort"
BeitragVerfasst: 1. Februar 2008 10:10 
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Aelve hat geschrieben:
Trotzdem würde ich gerne von Storstadstjej wissen, wie dieser Satz zu verstehen ist,
Eine Gesellschaft, die ausschliesslich aus Akademikern besteht funktioniert genauso wenig, wie eine Gesellschaft gänzlich ohne. Diese Feststellung hat nichts mit fehlendem Einfühlvermögen zu tun, sondern einfach mit dem Begreifen der Tatsache, dass wir alle mehr oder minder unterschiedliche Voraussetzungen haben, was so auch sehr gut ist.


Ich verstehe leider nicht ganz, was an dieser Aussage Missverständlich sein sollte. Die Aussage lässt sich aus meiner Sicht nicht anders interpretieren, als dass eine Gesellschaft, theorethischerweise für sämtliche schaffende Begabungen Platz hat - sowohl für Denker, als auch für Praktiker - also Forscher UND Handwerker. Ein Praktiker im handwerklichen Bereich ist also genauso notwendig, wie der hochtheorethische Forscher. Wer würde denn den Dreck in einer Gesellschaft, die ausschliesslich aus ... sagen wir mal .. Physikern und Mathematikern besteht, aufräumen? Natürlich ist der Bedarf im realen Leben vom Markt stark gesteuert, das Grundprinzip, also die vielfalt von (Aus-) Bildungsarten ist aber nach wie vor unabdingbar.
Und wie das in die Schuldiskussion passt? Ganz einfach - ist das Kind ein praktiker, dessen Stärke nuneinmal nicht im Lernen und Begreifen komplexer mathematischer Formeln liegt, ist es ein recht sinnloses Werk, das Kind durch das Abitur oder gar auch noch durch ein BWL-Studium durchzuprügeln - während man zu Schulzeiten und im Studium noch Repititoren für das "Kind" anheuern kann wird ihm im Job keiner helfen.

Und ja, wir haben ein Problem des gesellschaftlichen Attitüde, die in bestimmten Fällen unverständlicherweise einen verda... schlechten BWLer als höherwertiger ansieht, als einen Schreiner mit goldenen Händen. Da hilft nichts anderes als seine Kinder frei von solchen Gedanken zu erziehen und hoffen, dass die dies weitertragen.

So ich hoffe es ist verständlicher geworden.

Übrigens, was den Fortschritt in Sachen IT angeht hast Du zweifelsohne Recht, es war für mich einer der wichtigen Gründe hier leben/arbeiten zu wollen. Nach einer Weile hier muss ich aber sagen - der Technologisierung ein hoch, aber wo ist der Datenschutz... Aber das muss ich hier nicht erörtern.

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http://video.google.com/videoplay?docid ... 9293309352

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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort" +Unterschiede Schulsy
BeitragVerfasst: 1. Februar 2008 10:14 
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Hej Nanna,
cooler Name übrigens, ist mein Spitzname den ich von meinem Neffen bekommen habe, als er meinen Namen noch nicht aussprechen konnte, und er ist einfach an mir hängengeblieben :lol: !

Du bist viel länger als wir in Schweden und hast wahrscheinlich noch mehr Einblick in die schwedische Gesellschaft, zumal du die Persson-Regierung miterlebt hast.
Ich stimme dir zu, wenn du schreibst das es einen Unterschied zwischen Nörgelei und gesunder Kritik gibt. Kritiker haben einen gesunden Blick auf die Geschehnisse um einen selbst, Nörgler dagegen werden überall unzufrieden sein. Und ich habe in dieser gesamten Disskussion keinen Ausgewanderten erlebt, welcher nörgelt sondern vielmehr seinen Standpunkt darlegt. Viele leben schon seit einiger Zeit in Schweden, kennen das Land aus jahrelanger Urlaubserfahrung und fühlen sich trotzdem allem sehr wohl.
Wir leben hier, weil wir uns freiwillig dafür entschieden haben, weil wir bereit waren, hier zu leben, weil wir Schweden lieben mit all seinen Macken, Problemen und auch der guten Seiten.

Kurz und knapp geschrieben: Ich unterschreibe dein Posting sofort!

LG JANA

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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort" +Unterschiede Schulsy
BeitragVerfasst: 1. Februar 2008 10:21 
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Nanna hat geschrieben:
Und was die Regierung angeht, gebe ich Dir völlig recht :(


Dem würde ich mich ja glatt anschliessen, nur - welche Alternative haben wir denn? Schulpolitik ist eine kommunale Angelegenheit, und in den straff roten Kommunen Norrbottens sieht es eher noch schlechter aus. Wegen der katastrophalen Zustände am hiesigen Gymnasium war schon vom "Lex Gällivare" die Rede, und in Kalix sind es sozialdemokratische Kommunalräte, die die Dorfschulen schliessen wollen. Deren Politik ist vielleicht nicht so auf Stockholm fixiert, aber doch sehr zentralistisch. Und gerade in Gällivare ist es eine moderate Schulpolitikerin, die die vernünftigsten Ansichten formuliert. Wobei sie sie mangels Regierungsverantwortung allerdings auch nicht finanzieren muss.
Also die Wahl zwischen Pest und Cholera? Ich weiss es nicht. Die nächste Kommunalwahl wird mir wohl einiges Kopfzerbrechen bereiten.

Ein ratloser Skogstroll


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort" +Unterschiede Schulsy
BeitragVerfasst: 1. Februar 2008 11:00 
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Hallo,

mit den Akademikern sehe ich es doch etwas anders. Natürlich kann nicht jeder Akademiker sein, da jeder eine andere Begabungsstruktur hat.
Trotzdem ist es heute so, dass jeder in seinem Beruf ein hohes Wissen und Können mitbringen muß, ob nun als Kfz-Handwerker, Gärtner, Büroangestellter oder als Lehrer. Aber es muß hier doch nach Begabung des einzelnen gehen und nicht danach, welche Voraussetzungen jemand von Zuhause her hat. Hier schrieb jemand, es gibt eben Leute mit besseren Voraussetzungen, das finde ich paßt nicht in das Land Schweden, in dem Chancengleichheit sowie Gleichberechtigung groß geschrieben wird. In Deutschland ist es tatsächlich so, dass die Bildung ganz stark von der Herkunft abhängt, wer reich aber nicht intelligent genug ist, wird hinten geschoben und vorne gezogen, zur Not kann man ja noch mit Bestechung nachhelfen. Das finde ich einfach ätzend, dass man im 20. Jahrhundert immer noch danach geht, ob die Eltern Akademiker sind oder eben nur "Handwerker". Wer sagt denn, dass der Handwerker nicht mindestens genauso schwer arbeitet wie der Akademiker? Und wer sagt denn, ob die Kinder eines Arbeiters nicht genauso intelligent, strebsam und dizsipliniert sind wie ein Akademikerkind?

Mir liegen diese Werte:
Gleichberechtigung, Chancengleichheit, gleiches Recht für alle sehr am Herzen, da geht mein Gerechtigkeitssinn mit mir durch und da stehe ich auch zu.
Es geht hier im Threat nicht darum, dass Ausgewanderte keine Kritik an Schweden äußern sollen, aber ich finde es auch nicht sehr hilfreich, wenn Aussagen erfolgen wie:
der Auswanderungswillige solle doch erstmal versuchen, im eigenen Lande etwas zu ändern oder gar aufs Geradewohl gesagt wird, er käme auch in Schweden nicht zurecht. Wenn natürlich die persönlichen Meinungen so gar nicht zu dem Land passen, welches man sich ausgesucht hat, dann ist es erklärlich, dass man dort scheitern muß und auch dort sich unverstanden fühlt. Man sollte sich also doch vor einer Übersiedelung damit aus einander setzen, ob ein Sozialstaat wie Schweden für einen geeignet ist, wenn man die Menschen so wie in Deutschland in eine 2 Klassengesellschaft pressen möchte.
Grüße Aelve


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort" +Unterschiede Schulsy
BeitragVerfasst: 1. Februar 2008 11:12 
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Na ja, wenn Du Schweden noch als Sozialstaat mit Gleichberechtigung und Chancengleichheit ansiehst, dann solltest Du Dir vielleicht aktuellere Informationsquellen besorgen? Wir schreiben das Jahr 2008.
Klassengesellschaft herrscht in Schweden auch, nicht offener aber bestimmt auch nicht weniger ausgeprägt als in D.


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort" +Unterschiede Schulsy
BeitragVerfasst: 1. Februar 2008 11:51 
Hej Aelve!

Zitat:
.....Wenn natürlich die persönlichen Meinungen so gar nicht zu dem Land passen, welches man sich ausgesucht hat, dann ist es erklärlich, dass man dort scheitern muß und auch dort sich unverstanden fühlt.......


Meinst Du nicht, dass Du in Deinen Urteilen und Unterstellungen nicht auch manchmal etwas vorschnell bist........ Du unterstellst, dass alle die nicht vorbehaltlos Schweden gaaaaaanz toll finden gescheitert sind und sich unverstanden fühlen? Ich denke, der mündige Bürger sollte sich sowohl in Deutschland wie in Schwede kritisch mit dem Land und seine Mitbürgern auseinandersetzen dürfen, so er er es will. Na denn.......


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort" +Unterschiede Schulsy
BeitragVerfasst: 1. Februar 2008 13:34 
Meine Beobachtung ist doch eher die: Es drohen nicht die zu gescheitern (wenn man dieses Wort denn überhaupt verwenden darf), die mit kritischen Augen auf die Dinge blicken, sondern die, die mit allzu idealistischen Vorstellungen nach Schweden gezogen sind. Einen solchen Fall hatte ich vor einigen Wochen im beruflichen Umfeld mit einer Familie mit 2 kleineren Kindern, die nach ½ Jahr wieder kleinlaut zurück gegangen sind. Nahezu dramatisch war, wie sich das Ganze für die Kinder abspielte.

Oliver


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort" +Unterschiede Schulsy
BeitragVerfasst: 1. Februar 2008 16:25 
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Wenn diese Familie nach einem halben Jahr aufgab, war sie doch noch gar nicht richtig da!? Das als gescheitert zu bezeichnen naja...welche Gründe waren denn die Hauptursache?

Zitat:
Du unterstellst, dass alle die nicht vorbehaltlos Schweden gaaaaaanz toll finden gescheitert sind und sich unverstanden fühlen?

Und wird hier nicht denjenigen, die ebenfalls schon eine ganze Weile in Schweden sind und durchaus positive Erfahrungen haben, unterstellt sie wären zu idealistisch?
So soll vehement, ohne wenn und aber, die Aussage stehen bleiben, das z.B. das Schulsystem in S schlecht ist, schlechte Schüler, unqualifizierte Lehrer etc. ?
Demjenigen, der da widerspricht wird Blauäugigkeit vorgeworfen, oder er nehme Dinge zu persönlich!?
Ich nehms euch übrigens nicht persönlich wenn ihr gerne schreiben möchtet ich nähme es zu persönlich ;-) *lol*

Es ist wirklich schade, das ihr solche negativen Erfahrungen mit Schweden, spez. anscheinend dem Schulsystem, macht. Wir haben damals übrigens unsere Konsequenzen daraus gezogen solch schlechte Erfahrungen mit Deutschland machen zu müssen. Nach sehr vielen Kämpfen und fruchtlosem Gerenne gegen Wände zieht man irgendwann die Möglichkeit in Betracht einem System, das einem seine Kinder so unglücklich macht, den Rücken zu kehren.

Diese Option, und die Möglichkeit eigene Erfahrungen machen zu dürfen, sollte man jedem zugestehen.

Stürmische Grüße
Heike


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort" +Unterschiede Schulsy
BeitragVerfasst: 1. Februar 2008 17:19 
Zitat:
Wenn diese Familie nach einem halben Jahr aufgab, war sie doch noch gar nicht richtig da!? Das als gescheitert zu bezeichnen naja...welche Gründe waren denn die Hauptursache?


"Scheitern" habe ich nur als Zitat gewählt, weil ein anderer Schreiber in diesem Beitrag bereits diesen Begriff angewendet hatte. Deshalb auch der Kommentar in Klammern.
Über deren Gründe weiß ich nicht so sehr viel. Besonders den Kindern ist es schwer gefallen, sich zu verabschieden und jetzt in Deutschland in der Schule Fuß zu fassen, da mit dem Umzug ein Wechsel von der Vorschule in eine Grundschule einherging. Ich bitte aber um Verständnis, dass ich mich dazu aber nicht weiter öffentlich im Forum äußern möchte.

Oliver


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort" +Unterschiede Schulsy
BeitragVerfasst: 1. Februar 2008 18:45 
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Hallo,
da hier ja so gerne diskutiert wird, habe ich mal gegoogelt, welche Gründe die Leute zum Auswandern aus Deutschland antreibt:

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/23/23918/1.html

Übrigens finde ich es auch nicht schlimm, wenn jemand aus Schweden zurück nach Deutschland geht, weil es ihm doch nicht so gut dort gefällt oder ihn andere Gründe zurück gehen lassen. Auch innerhalb Deutschlands wird ja oft umgezogen, warum soll es innerhalb der EU anders sein? Die Gründe für eine Auswanderung können viele Ursachen haben, genauso wie umgekehrt eine Rückkehr. Auch ich kenne einige Personen, die sich in Schweden doch nicht so wohl gefühlt haben, denen es zu ruhig dort war, zu langweilig oder die sich mehr erhofft haben. Ein Umzug muß ja keine Sackgasse sein.

Warum ich in meinen postings Leute angegriffen haben soll, nur weil ich auf Angriffe reagiert habe, ist mir ein Rätsel. Meine Devise lautet eher leben und leben lassen, aber es gibt in allen Foren Leute, die zwar austeilen können aber nicht einstecken.

Grüße Euch Aelve
:roll:

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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort" +Unterschiede Schulsy
BeitragVerfasst: 4. Februar 2008 13:51 
Habe mit Interesse diesen Strang gelesen und es scheint sich wieder einmal zu bestätigen - wer aus welchen Gründen auswandert, es ist immmer individuell. Man kann wohl nicht generell sagen, dass das schwedische Schulsystem besser ist oder Schweden allgemein im Vergleich zu Deutschland.
Leben seit 15 Jahren mit einem schwedischen Mann hier in Schweden in der Nähe von Göteborg und habe auch ein Kind in der Grundschule. Was die Schule anbelangt, so muss ich feststellen, dass das Niveau viel nieriger ist als eine vergleichbare Schule in Süddeutschland. Das ist auch ein Grund, warum wir noch in Schweden sind - eine Rückkehr wäre für uns jetzt aus Rücksicht auf unser Kind nicht möglich, da er im deutschen System auf jeden Fall zurückgestuft werden würde - hier in Schweden zählt er allerdings zu den Klassenbesten.
Was die "Gleichheit" der Gesellschaft anbelangt, das kann ich auch nicht bestätigen. Göteborg und Umgebung ist zum Wohnen/Leben sehr teuer, wenn man in den richtigen "Stadtteilen" leben möchte. Die "richtigen" Stadtteile sind dann wieder wichtig, wenn es darum geht, später ein Gymnasium zu wählen. Es herrschen auch in der schwedischen Schule klare Abgrenzungen - es ist wichtig, wo man zur Schule geht, dass man in der Schule die richtigen Markenkleidung trägt, damit man dazu gehört, den richtigen Hintergrund zu haben usw. Die Schweden unterscheiden sehr wohl - und Migrantenhintergrund ist meistens nicht gerade von Vorteil!

Also - wenn man meint nach Schweden auswandern zu müssen, weil hier alles so nett und freundlich oder lebenswert ist, der hat sich geirrt. Das gilt möglicherweise auf dem Land - in den Großstädten wie Göteborg oder Stockholm ist die Konkurrenz am Arbeitsmarkt auch hart und wer am besten ausgebildet ist - den richtigen Hintergrund hat (am besten Schwedisch), der bekommt den Job. Eine Ausnahme sind wohl die Berufsgruppen, wo es zurzeit einen Mangel gibt, das sind dann vor allem Ärzte und die sind in Deutschland ja auch Akademiker mit guten Arbeitschancen.

Meiner Meinung nach, jammern die Deutschen viel zu viel - dabei ist in Deutschland vieles auch verda... gut und das Gras ist anderswo nun einmal nicht grüner!

S-nina


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort" +Unterschiede Schulsy
BeitragVerfasst: 4. Februar 2008 14:43 
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Hej S-nina,

treffender kann man das kaum sagen. Bei uns in Gällivare kommt noch dazu, dass man auf einen Zahnarzttermin 5 Jahre (kein Witz, sondern offizielle Aussage der folktandvård) wartet.
Schweden hat seine Vorzüge. Es ist z.B. ein kinderfreundliches Land, weil die gesellschftliche Akzeptanz von Kindern grösser ist. Die Vorstellungen potentieller Auswanderer sind aber schon manchmal recht realitätsfern. Aber das ist ein Prozess, den ich selbst durchlaufen musste, und ich bleibe heute in Schweden nicht mehr aus den gleichen Gründen, aus denen ich hergezogen bin. Einer davon ist auch bei mir der, dass meine Tochter, die hier die Schule schon ein Jahr später begonnen hat, in D sicher ein weiteres Jahr zurückgestuft würde.

Skogstroll


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort" +Unterschiede Schulsy
BeitragVerfasst: 4. Februar 2008 14:48 
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Aelve hat geschrieben:
Hallo,
da hier ja so gerne diskutiert wird, habe ich mal gegoogelt, welche Gründe die Leute zum Auswandern aus Deutschland antreibt:

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/23/23918/1.html



Danach kann man aber auch nicht in der EU bleiben. Was bleibt dann noch? Gods own country, George-W-Land? Asien? Afrika?
Oder sollte man gleich den Planeten wechseln?

Daraus kann man eigentlich nur eins lernen: Das irdische Paradis ist noch unentdeckt. Bis dahin müssen wir - wo auch immer - mit der einen oder anderen Unzulänglichkeit leben.

Skogstroll


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort" +Unterschiede Schulsy
BeitragVerfasst: 4. Februar 2008 14:50 
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Wenn das nicht mal ein schönes Schlusswort wäre! Und so richtig noch dazu.

Skogstroll hat geschrieben:

Daraus kann man eigentlich nur eins lernen: Das irdische Paradis ist noch unentdeckt. Bis dahin müssen wir - wo auch immer - mit der einen oder anderen Unzulänglichkeit leben.

Skogstroll


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort" +Unterschiede Schulsy
BeitragVerfasst: 4. Februar 2008 15:31 
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Zumal: Wer will schon im Paradies leben? Wenn man der Bibel oder war es die Bild(?) glauben darf, haben es Adam und Eva getan und sich trotzdem nicht wohlgefühlt. (auch wenn sie es später, lt. nicht bestätigter Zeitungsberichte, auf die Schlange geschoben haben :lol: :lol: )
Der Link war interessant, aber es waren auch extrem viele Stammtischparolen dabei, teilweise von Mensche, die wahrscheinlich noch nie über die Stadtgrenze ihres Heimatortes waren oder einfach nur notirische Nörgler sind.

In diesem Sinne
JANA

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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort" +Unterschiede Schulsy
BeitragVerfasst: 4. Februar 2008 15:40 
Hallo Skogstroll!

Danke für deinen Kommentar. Ich denke halt nach einiger Zeit legt sich ja auch eine gewisse anfängliche Euphorie in dem neuen Land und man merkt recht schnell, dass das, was man zurückgelassen hat, durchaus nicht nur negativ war.

Stimme dir auch zu, dass die Akzeptanz von Kindern hier höher ist und ich habe es auch geschätzt, dass ich meinen Sohn problemlos in einen Kindergarten geben konnte, wo er gut versorgt war und er sich wohlgefühlt hat.

Mittlerweile ist er ein Teenager und wir merken nun auch, dass es nicht mehr so einfach ist, wie im jüngeren Kindesalter. Er muss sich jetzt intensiver um Freundschaften kümmern und wenn man nicht gerade Sport als Lieblingsbeschäftigung hat, dann ist das halt etwas schwieriger. Auch kommt nun langsam der "Leistungsdruck" in der Schule auf ihn zu - er hat noch 2 Jahre bis zum Gymnasium und die guten Gymnasien in Göteborg verlangen im Abgangszeugnis der Grundschule in fast allen Fächern MVG oder VG, damit man eine Chance hat, dort aufgenommen zu werden.

Daher kann ich auch nicht unbedingt sagen, das schwedische System wäre besser oder gerechter - der Leistungsdruck kommt einfach etwas später und dann wird hier in den Gymnasien genauso "aussortiert" wir in D.

Musste erst einmal nachschauen, wo Gällivare eigentlicht liegt. Und mit Schreck habe ich gesehen, das ist ja wirklich ganz weit im Norden - ist es bei Euch eigentlich jetzt am Nachmittag auch schon wieder hell?

Ich denke, das wäre auch noch ein Tipp für mögliche Auswanderer, sich erst einmal genau anzusehen, wohin man in Schweden geht. Mein Leben hier in Göteborg unterscheidet sich sicherlich nicht wahnsinnig von dem z. B. in Norddeutschland. Dagegen stelle ich mir Lappland doch etwas schwieriger vor, oder?

Hast du denn auch manchmal Heimweh?

:)


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort" +Unterschiede Schulsy
BeitragVerfasst: 4. Februar 2008 16:15 
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Hej S-nina,

ja, wir wohnen ein wenig weiter nördlich. So bis gegen vier ist es schon wieder hell bis dämmrig, und die Sonne sehen wir auch schon wieder. Aber es gibt Leute, die von hier nach Skåne gezogen und zurückgekehrt sind, weil sie die Dunkelheit im Süden nicht ertragen haben. Dank der (sehr!) geschlossenen Schneedecke ist es hier selten wirklich stockdunkel.
Klar, Gällivare ist anders als Göteborg. Ganz anders. Es hat Vor- und Nachteile. Bis jetzt konnte ich mich mit beidem arrangieren.
Nein, Heimweh habe ich eigentlich nicht. Nur ab und zu ein bisschen Kultur wäre schon nicht schlecht, danach muss man hier wirklich suchen.

Skogstroll


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort" +Unterschiede Schulsy
BeitragVerfasst: 4. Februar 2008 16:16 
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Hallo,

vielleicht liegt bei einigen Auswanderwilligen oder bereits Ausgewanderten auch der Grund vor, dass man es immer anders haben möchte, als man es hat. Da man ja immer wieder Ziele haben muss, ist es oft so, dass man nun gerade das haben möchte, was man bisher nicht hatte. Das ist eine ganz normale Sache. Hat man dann sein Ziel erreicht, ist es plötzlich gar nicht mehr so erstrebenswert als man glaubte. Wir haben unsere Probleme mit Schule, mit Leistungsdruck (allerdings als die Kinder noch klein waren und sehr sensibel), die Probleme mit der Pupertät der Kinder hinter uns gebracht, so dass wir sicherlich genügend abgehärtet sind, nun auch die skandinavischen Nachteile in Kauf zu nehmen. Nun ist unser erklärtes Ziel, dass wir uns im Ruhestand die Rosinen rauspicken können und mal dort und mal dort sein können. Auch ich sehe es so, dass man nicht alles Gute zusammen hat, aber man kann versuchen, für sich das Erstrebenswerte möglich zu machen und sich sein Leben nach seinen Prioritäten einzurichten.
Und wenn auch in der Liste der Gründe viele sind, die für uns nicht zutreffen, so könnte ich doch jede Menge aufzählen, die für uns gelten würden. Ebenso gibt es eine Liste der Gründe, die Leute haben, um nicht auszuwandern. Wenn jedoch der Leidensdruck so groß ist, dass man es nicht aushält, dann halte ich einen Neubeginn im anderen Land für eine gute Sache.
Grüße Aelve :flagge:

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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort" +Unterschiede Schulsy
BeitragVerfasst: 6. Februar 2008 23:52 
Hey S - nina, skogstroll und Aleve,
kann eure threads total nachvollziehen. Stimme euren Meinungen ganz zu. Lache nur, wenn deutsche Pädagogen nach Schweden reisen müssen, um deren Bildungsform zu studieren, haben sie diese doch von uns übernommen.
Zu "janaquinn`s" Meinung möchte ich mich doch eher der Stimme enthalten.


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort" +Unterschiede Schulsy
BeitragVerfasst: 7. Februar 2008 08:46 
Alter Schwede
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Wohnort: Järna
Hej Aurora,
man kann ja nicht immer gleicher Meinung sein, oder? Bei welchen meiner Postings hast du denn ein Problem? Vielleicht kann man ja drüber sprechen. zumal die 3 genannten User komplett unterschiedliche Meinungen haben.

LG JANA

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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort" +Unterschiede Schulsy
BeitragVerfasst: 7. Februar 2008 22:24 
Schwedenfreund
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Registriert: 4. Februar 2008 15:19
Beiträge: 514
Hallo ihr Lieben,
meine Tochter ist jetzt gerade aufs Gymnasium gekommen. Sie ist 10 und wir haben das erste halbe Jahr mit viel Tränen am Anfang und viel Lernen zu gebracht. :twisted:
Dazu kam das unser Klassenlehrer ( ich sag schon unser tse,tse,tse... der von meiner Tochter) wohl noch keine 10 Jährigen hatte. Also der Anspruch an die Kinder war imens Hoch, kaum zu bewältigen. Ich bin da auch an meine Grenzen gekommen, konnte schon in der fünften Klasse nicht mehr helfen - aber wir Eltern haben uns zusammen getan, und da ich Elternsprecher bin, habe ich ein sehr Intensives anstrengendes Gespräch mit dem Klassenlehrer geführt. Jetzt läuft es viel besser,und es wird auch mehr Rücksicht genommen.
Die Kids lernen jetzt das Lernen und die Umstellung von heimeliger Grundschule auf´s grooooße Schulzentrum ! Klar weiß ich das Kinder auf dem Gym. ordentlich lernen müssen, aber man kann den Übergang auch viel viel besser Gestalten und den Kinder ein tolles Gefühl und Spaß am Lernen dabei geben.

Ich denke aber ,das man vom schwedischen Schulsystem viel Lernen kann und das die Kinder mehr nach ihren Möglichkeiten gefördert und gefordert werden. Hier ist alles mit Kampf verbunden und immer wenn man etwas durchsetzten muß oder möchte, muß man aufpassen das die Kids nicht hinterher ungerecht behandelt werden...
Ist das bei euch auch so?
Wie ist die Zusammenarbeit mit den Lehrern?
Es gefällt mir auch bei euch das die Kids so lange in ihren Klassenverbänden bleiben.
Knuddelige Grüße Nyckelpiga


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort" +Unterschiede Schulsy
BeitragVerfasst: 8. Februar 2008 09:39 
"Ich denke aber ,das man vom schwedischen Schulsystem viel Lernen kann und das die Kinder mehr nach ihren Möglichkeiten gefördert und gefordert werden."

Auch Schweden ist eine Leistungsgesellschaft - die meisten "Schweden" wohnen in und um die "großen" Städte wie Malmö, Göteborg und Stockholm.
Damit du dort die "ideale" Schule findest, musst du am richtigen Ort wohnen, d. h. in den Stadt-/Kommunteilen, wo es größtenteils gut verdienenenden Menschen gibt. Das "Einkommen" spiegelt oft die Qualität der Schule wieder.
So ist das jedenfalls hier, wo wir wohnen - laut Wikipedia im "Speckgürtel" von Göteborg. Meine Nachbarn sind hier bereit 3 x so viel für ein kleines, hellhöriges Reihenhäuschen auszugeben als für ein schönes großes Haus mit Garten etwas außerhalb auf dem "Land" und nur, weil sie möchten, dass die Kinder hier in die Schule mit dem "guten Ruf" gehen können, d. h. mit einem großen Anteil an schwedischen Kindern, möglichst aus "Akademikerfamilien".

Die Möglichkeiten der Eltern sind also auch hier weitgehend ausschlaggeben für die Möglichkeiten der Förderung der Kinder.


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort" +Unterschiede Schulsy
BeitragVerfasst: 8. Februar 2008 10:03 
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Hej Anja,

Du sprichst mir aus der Seele. Auch ich bin der Meinung, dass der Unterschied von der Grundschule zum Gymnasium zu krass gehandhabt wird. Gerade so, als ob die Lehrkräfte es drauf anlegen, jedes 2. Kind vom Gymnasium auf eine niedrigere Schulform zu bugsieren. Laut Schulgesetzt soll der Übergang so nicht gestaltet sein, denn die Kinder müssen sich erst an das intensivere Lernen, an die Menge der Hausaufgaben und selbständiges Arbeiten gewöhnen. Vielen Dank auch noch Dir für die Mitteilung, dass Prinzessin Viktoria ebenfalls legasthen ist und die Schule trotz dieser Schwäche gut gemeistert hat. Du siehst, es ist eine Vererbungssache, an der niemand eine Schuld trägt und die man bei verständnisvollen Lehrkräften auch gut kompensieren kann. Wir mußten dafür 7 Jahre lang ein Privatgymnasium bezahlen, was mir zwar wegen des dafür von uns aufgewendeten Geldes nicht leid tut, aber die Tatsache, dass Legasthenikern in Deutschland eine begabungsgerechte Schulbildung nicht ermöglicht wird, ist für mich ein sehr großes Manko an der deutschen Bildung. Auch mir würde es besser gefallen, wenn die Lehrkräfte versuchen würden, die Kinder nicht zu früh zu sortieren, es gibt nun einmal Spätzünder, warum sollen die nicht die Möglichkeit einer gymnasialen Bildung erhalten? Ich kenne ebenfalls eine Arzthelferin, die jetzt mit ihrem Sohn große Probleme hat, sie ist sehr engagiert aber kommt auch mit der Schule unseres Wohnortes nicht zurecht, da dort bei Legasthenie und ADS von seiten der Lehrkräfte keinerlei Hilfe zu erwarten ist. Soweit ich vom schwedischen Schulwesen gehört habe, sind die Lehrkräfte dort sehr viel bessere Ansprechpartner. Die Kinder unserer Bekannten bekamen am Beginn der Einschulung in Schweden nach der Übersiedelung sogar Einzelunterricht in Schwedisch, hierfür wurde extra eine Lehrkraft abgestellt. Diese Rücksichtnahme, Hilfe und Verständnis seitens Schule habe ich hier in Deutschland in sehr hohem Masse vermisst, nein sogar schlimmer, es wurden uns nur Steine in den Weg gelegt.

Für unseren Sohn, für den ich damals in der 5. Klasse des öffentlichen Gymnasiums außerschulischen Förderunterricht beantragte, nachdem die Legasthenie von den Lehrkräften viel zu spät entdeckt wurde, mußten wir dieses beim Gesundheitsamt prüfen lassen. Die Mitarbeiterin dieses Amtes rief mich dann an, um mir im Vertrauen mitzuteilen, dass der Rektor des Gymnasiums dort angerufen habe, um zu sagen, dass uns dieser Förderunterricht versagt werden sollte. Er war der Meinung, dass wir unseren Sohn nur überfordern wollten, was er nicht gut hieß. Unser Sohn war aber nur deshalb überfordert, weil in der Schule seiner Schwäche in keiner Weise Rechnung getragen wurde. So sollte versucht werden, sich einer unliebsamen Mehrarbeit zu entledigen.
Dieses ist nur ein kleiner Teil aller unserer negativen Erfahrungen, deshalb kann ich nachvollziehen, wie schwer man kämpfen muß für eine Sache, die man selbst als selbstverständlich ansieht - gute Bildung.
Grüße Dich herzlich Aelve

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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort" +Unterschiede Schulsy
BeitragVerfasst: 8. Februar 2008 10:30 
"... sie ist sehr engagiert aber kommt auch mit der Schule unseres Wohnortes nicht zurecht, da dort bei Legasthenie und ADS von seiten der Lehrkräfte keinerlei Hilfe zu erwarten ist. Soweit ich vom schwedischen Schulwesen gehört habe, sind die Lehrkräfte dort sehr viel bessere Ansprechpartner."

Hallo Aelve,
genau das kann dir in Schweden auch passieren - man sollte nicht immer pauschalieren und generalisieren - Schweden ist nicht überall gleich - es gibt immense Unterschiede, besonders in den Grossstäden - fahr mal hin und schau dir doch eine Schule in den Stockholmer Vororten Rinkeby/Vällingby usw. an - oder komm zu uns nach Göteborg, ins schöne Bergsjön, Hjällbo oder Biskopsgården. Und frag mal nach, welche besondere Förderung du für dein Kind bekommen kannst ....

Glaub nicht alles, was du "hörst" - fahr hin und mach dir ein eigenes Bild davon und entscheide dann individuell für dich.

In Schweden gibt es zwar nicht so ein ausgeprägtes Privatschulensystem wie in Deutschland - hier kommt es vielmehr auf den Wohort/die Kommune an und auch da gibt es Unterschiede. Frag mal die Schweden, die dort wohnen und wo sie am liebsten ihre Kinder hinschicken.

Ich kann dir auch versichern, dass viele gerne ihre Kinder in die gleiche Schule schicken würden, in die auch die Kronprinzessin gegangen ist - doch leider werden dort auch nicht alle Kinder gleichberechtigt angenommen. Voraussetzung ist, dass du es dir leisten können musst, in diesem Staddteil zu wohnen oder dein Vater ist von Beruf König oder du hast anderweitig Kontakte.


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort" +Unterschiede Schulsy
BeitragVerfasst: 8. Februar 2008 11:02 
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Hallo Nina-S,

ich glaube Dir gerne, dass es auch in Schweden teilweise snobistisch zugeht. Die Menschen wollen sich unterscheiden, es geht ja auch gar nicht, dass jeder das gleiche Einkommen hat, denn Anstrengung muß sich ja auch lohnen. Insofern unterscheide ich auch danach, dass es bessergestellte Personen gibt und Personen, die sich mehr einschränken müssen (niedrigere Ausbildung), sonst hätte Schweden ja den Kommunismus und da haben wir ja gerade erst gesehen, dass das System auch nicht klappen kann. Nicht gut finde ich aber, wenn es trotz größter Anstrengungsbereitschaft, trotz höchster Intelligenz es einigen Personen nicht vergönnt sein soll, sich hochzuarbeiten und später auch mehr zu verdienen. Hundertprozentige Gleichberechtigung (auch zwischen Frauen und Männnern) gibt es bestimmt auch in Schweden nicht, davon bin ich überzeugt. Aber wenn es wenigstens so ist, dass es einigermaßen gerecht zugeht, dann finde ich das schon sehr gut. Mein persönliches Wissen über schwedische Schulen habe ich überwiegend von Leuten aus Deutschland, die in kleinern Orten in Schweden leben, daher nur meine Kenntnis von kleineren Gemeinden und deren Schulen. Unsere Bekannten sind mit den dörflichen Schulen sehr zufrieden, sie erzählen auch, dass es in den Großstädten wie Göteborg nicht immer so gut mit Schule dort bestellt ist. Wir haben unsere Häuser unweit von Göteborg (ca. 70-80 km), dort ist noch Friede, Freude, Eierkuchen und die Schule in Älvsered soll sogar prämiert worden sein wegen hervorragender Ausstattung.
Trotzdem kann ich Dir sagen, dass wenn ich nur die Probleme gehabt hätte zu wählen zwischen einer dörflichen Schule oder Großstadtschule, dann wäre das für mich wie im Paradies gewesen. Wir hatten die Probleme in unserem kleinen Wohnort genauso wie in Lübeck, das zieht sich durch alle Bundesländer Deutschlands. Wobei ich natürlich auch weiß, dass man Glück haben kann und an eine kompetente Lehrkraft geraten kann, leider hatten wir dieses Glück dann erst auf dem Privatgymnasium.
Viele Grüße nach Göteborg, wenn ich bald wieder in Schweden in Torestorp in unserem Haus bin, dann winke ich zu Dir rüber.
Grüße Aelve :flagge:

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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort" +Unterschiede Schulsy
BeitragVerfasst: 8. Februar 2008 11:23 
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Hallo,
stimme den in Schweden lebenden Vorschreibern zu. Der Wohnort spielt bei der Qualität der Schule zumindestens in unserer Stadt eine grosse Rolle. Da fährt man die Kinder gerne in einen anderen Stadtteil,sofern man nicht das Glueck hat dort wohnen zu duerfen, oder stellt sich in die jahrelange Warteliste einer Friskola mit vermeintlich besserem Ruf/qualifizierteren Lehrern/höherem Niveau.... Heute ist wieder ein riesen Artikel ueber Mobbing in der Schule in der Zeitung. Die Anzahl an Jugendlichen, die in Schweden in der Kinder -und Jugend Psychiatrie vorstellig werden hat sich uebrigens in den letzten Jahren vielerorts verdoppelt. Gestern wurde ueber die geplante Einfuehrung des neuen Notensystems berichtet, mit geteilten Ansichten. Geschlossene Klassensysteme haben wir nur in einer Grundschule gehabt. Sonst waren es offene Gruppen mit Vikarien, die sich im wochentakt die Klinke in die Hand gaben. Die fehlende Kontinuität ist auch im Schulwesen oft bemängelt. Was ADS angeht, so wird sich hier ja meist an dem schwächsten Glied der Kette orientiert. Weniger speziell gefördert. Wird spannend wie weit es hier bergab gehen muss ehe sich was verbessert.Ich bin nicht wegen meines Kindes nach Schweden gezogen, aber es wäre aus schulischem Aspekt ein Grund wieder wegzuziehen, was wiederum auf Grund des niedrigen Niveaus fast aussichtslos erscheint, aber das Leben besteht auch hier aus mehreren Facetten...
Ein schönes Wochenende wuenscht
vinbär


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort" +Unterschiede Schulsy
BeitragVerfasst: 8. Februar 2008 11:33 
Hallo Aelve,

Ja, du vergleichst "Äpfel mit Birnen" würde ich mal sagen, genauso wie Älvsered nicht repräsetativ für Schweden ist, ist Bayern nicht repräsentativ für Deutschland!

Älvsered ist eine winzige Gemeinde (Dorf) in the "middle of ... ". Dass die Schule dort gut ist, bezweifle ich keine Sekunde - kann sein, der Ort ist ja auch nicht besonders groß und der Zuzug aus Göteborg, das ca. 100 km entfernt ist, ist meines Wissens nach nicht besonders hoch. Es soll allerdings sehr beliebt sein, dort hinzufahren um billig einzukaufen, nach Ullared ...

Wenn du, wie in deinem Fall beschrieben, eine besondere Art von Betreuung für dein Kind wünscht, dann kann dir die Schule in Älvsered sicherlich auch keine individuell, für dich passende Lösung anbieten. Aller Wahrscheinlichkeit nach würdest du letztendlich auch nach dem Motto " wenn dir unser Unterricht hier nicht passt, dann geht doch woanders hin" - behandelt werden. Du wirst keinen Spezialisten für ADHD oder ähnliches bekommen. Das halte ich für ein Gerücht.


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort" +Unterschiede Schulsy
BeitragVerfasst: 8. Februar 2008 11:34 
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Aelve hat geschrieben:
Mein persönliches Wissen über schwedische Schulen habe ich überwiegend von Leuten aus Deutschland, die in kleinern Orten in Schweden leben, daher nur meine Kenntnis von kleineren Gemeinden und deren Schulen. Unsere Bekannten sind mit den dörflichen Schulen sehr zufrieden, sie erzählen auch, dass es in den Großstädten wie Göteborg nicht immer so gut mit Schule dort bestellt ist.


Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Klar, in den kleinen Dorfschulen geht es meist geradezu familiär zu. Aber erstens gibt es selbst dort Disziplinprobleme, selbst in der zweiten Klasse und obwohl gerade mal 12 Schüler in der Klasse sind. Und zweitens gibt es wohl nur noch wenige Dorfschulen, die nicht von der Schliessung bedroht sind. In Norrbotten praktisch keine. Lieber karrt man die Kinder zwei Stunden täglich übers Land. Für viele Dörfer ist das der endgültige Todesstoss, weil sie für junge Familien immer unattraktiver werden.
Auch unsere Tochter ist in so einer Dorfschule. Es gibt dort nur låg- und mellanstadiet, ab der 7. Klasse muss sie sowieso 30km fahren. Wir zittern und hoffen, dass die Schule wenigstens bis dahin bestehen bleibt.

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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort" +Unterschiede Schulsy
BeitragVerfasst: 8. Februar 2008 11:59 
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Hallo Ihr Lieben,

sicherlich sind das große Probleme, denen Ihr in Schweden ausgesetzt seid, wenn Ihr extra ein paar Kilometerchen fahren müßt, damit eure Kinder in eine priviligierte Schule mit Akademikerkindern zusammen gehen können. Ich sehe das so, als wenn jemand der zwar genügend Geld hat, aber auch seine Probleme hat, wohin er nun fahren muß: soll er das 10. Mal nach Jamaika fliegen, oder soll es diesmal eine hochkarätige Safari nach Kenya sein oder wäre vielleicht ein Aufenthalt in St. Moritz in diesem Jahr angebrachter? Dagegen hat ein anderer das Problem, dass er wegen eines Minigehalts überhaupt nicht in Urlaub fahren kann und seine Ferien im Strandbad des Wohnortes verbringen muß, wobei er allerdings Mühe hat, die für seine Verhältnisse hohen Eintrittsgelder des Freibades zu bezahlen und eine zweite Arbeitsstelle dafür annehmen muß.

Unsere Kinder mußten in Deutschland schon zum öffentlichen Gymnasium 25 km weit fahren, erst Zug dann Bus, so dass sie bereits eine gute Stunde Fahrzeit Hin- sowie auch Zurück in Kauf nehmen mußten.
Ein Transport, auch an den weit abgelegensten Orten wie in Schweden, ist in D nämlich nicht vorgesehen. Als unsere Kinder aufgrund des Mobbings auf dem öffentlichen Gymnasium dann zur Privatschule gingen, war der Weg noch weiter, wir bekamen keinen Fahrtkostenzuschuß mehr und auch keine Lehrbücher gestellt.
Ich denke deshalb, dass Ihr den Vorzügen Schwedens in Sachen Bildung ziemlich blind gegenüber steht, die Ihr das andere System nicht kennen gelernt habt. Dieses soll kein Vorwurf darstellen, aber Euch bewußt machen, dass das gute Schulsystem in Schweden eine sehr hohe Errungenschaft ist. Wenn es jetzt auch in Schweden damit bergab geht, dann bedauer ich das sehr, mobilisiert andere Eltern und zeigt ihnen die Negativbeispiele aus Deutschland.

Grüße Euch Aelve :?

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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort" +Unterschiede Schulsy
BeitragVerfasst: 8. Februar 2008 12:50 
Schwedenfreund
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Registriert: 14. Juli 2007 08:39
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Hej Aelve, mach Dir bitte keine Sorgen, welchen Problemen mancher der in Schweden lebenden ausgesetzt sind. Ich denke wir packen das, auch wenn die Urlaubsplanung schon anstrengend ist.
Fahren muss ich z.B mein hochbegabtes Kind in die sehr gute Privatschule nicht, weil sie dank zentralem Wohnen im priviligiertem Viertel nur wenige hundert Meter entfernt liegt. Da haben wir es richtig toll. Aber die Realität im gesamten Land sieht leider bildungstechnisch verda... anders aus. Der Schulbus bringt die Kinder in Schweden auch nur zur Einzugsschule. Wählst Du was anderes, so ist der Schulweg wie in D Privatsache. Wären Deine Kinder auf dem Gymnasium geblieben, so hätte es auch Fahrtkostenzuschuss gegeben, oder?
Warum argumentierst Du denn nur so fuer die schwedische Schule ohne sie nur ein bisschen zu kennen? Wie kannst Du, ohne jeglicher Erfahrungen in Schweden von den hohen Errungenschaften des guten schwedischen Schulsystems sprechen? Hast Du es denn kennengelernt, wie Du es von den in Schweden lebenden erwartest?
Wie wär´s mit einem Studienbesuch?
Gruesse
vinbär


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort" +Unterschiede Schulsy
BeitragVerfasst: 8. Februar 2008 13:57 
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vinbär hat geschrieben:
Warum argumentierst Du denn nur so fuer die schwedische Schule ohne sie nur ein bisschen zu kennen? Wie kannst Du, ohne jeglicher Erfahrungen in Schweden von den hohen Errungenschaften des guten schwedischen Schulsystems sprechen? Hast Du es denn kennengelernt, wie Du es von den in Schweden lebenden erwartest?
Wie wär´s mit einem Studienbesuch?


Darf mich anschliessen? Antworten auf diese Fragen interessieren mich sehr!

_________________
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

http://video.google.com/videoplay?docid ... 9293309352

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort" +Unterschiede Schulsy
BeitragVerfasst: 8. Februar 2008 14:05 
Schwedenfreund
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Registriert: 14. Juli 2007 08:39
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an Storstadstjej
jätte gjärna!
Hej då


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort" +Unterschiede Schulsy
BeitragVerfasst: 8. Februar 2008 14:10 
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Hej Vinbär (och Storstadstjej),

leider oder glücklicherweise bin ich keine Lehrkraft, wie sollte ich da wohl einen Studienbesuch ein einer schwedischen Schule bewerkstelligen? Vielleicht kannst Du mir an Eurer Schule eine Teilnahme am Unterricht ermöglichen, in Deutschland kannst Du nicht mal als Eltern hospitieren, auch wenn das Schulgersetz etwas anderes aussagt.

Bist Du denn der Auffassung, dass ein Schüler eines Privatgymnasiums, welcher dort nur hingeht, weil das öffentliche Schulsystem ihm keine adäquate Schulbildung zukommen lassen will oder kann, keinen Anspruch auf Fahrtkosten besitzt? Deine Bemerkung, dass unsere Kinder ja auf einer normalen Schule hätten bleiben können, zeigt mir, dass Dir nicht bewußt ist, wie verfahren das Schulsystem in Deutschland ist und welche Wege Eltern hier gehen müssen, wenn sie ihrem Kind eine begabungsgerechte Bildung zukommen lassen wollen.
Für Euch wäre eine Eliteschule im Ausland vielleicht wirklich besser geeignet, wenn ich so höre, wie Ihr Schule in Schweden einschätzt. Wenn Eure Kinder unterfordert sind, dann liegt es auch mit an Euch, die Anforderungen höher zu stellen.
Ich habe viele Sendungen über das schwedische Schulwesen in Schweden gesehen und weiß, dass die Mehrzahl deutscher Lehrkräfte Schweden eine hervorragende Bildung nachsagt. Da mir, und ich kenne eine Menge Leute, die in Schweden wohnen, vom schwedischen Schulsystem bisher nur Gutes berichtet wurde, weiß ich nicht, weshalb ich daran zweifeln sollte.
Grüße Aelve :P

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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort" +Unterschiede Schulsy
BeitragVerfasst: 8. Februar 2008 14:53 
Alter Schwede
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Immer noch nicht weiter?

Aelve, lich glaube Du hast da was falsch verstanden. Es sagte niemand, dass Deine Kinder auf der "normalen" Schule bleiben sollen. Es gab eine Aussage nach der Du in Schweden genauso keinen Schulbus bekommst, wenn Dein Kind in einer andere Schule gehen soll als die die vom Bus angesteuert wird. Nichts anderes wurde gesagt. Die Frage war ob Deine Kinder in der anderen Schule Fahrtkosten bekommen hätten. Es ging darum Dir aufzuzeigen, dass sich hier Schweden und Deutschland nicht unterscheidet. Wer sich für sein Kind eine andere Schule aussucht muss für den Fahrtweg selber aufkommen.

Und ich schliesse mich an, ich wüsste auch gerne wieso Du anderen absprichste über das deutsche System bescheid zu wissen nur weil sie in Schweden leben. Du weisst doch auch alles über das schwedische System obwohl Du noch in Deutschland bist.
Falls es imm noch nicht angekommen ist, hier ist niemand der sagt dass das schwedische Schulsystem nur ganz und gar im ganzen Land grottenschlecht ist. Aber es gibt kritische Aussagen die versuchen das Rosarote Astrid Lindgren Schweden ein wenig ins rechte Licht zu rücken.
Niemand bestreitet, dass Du und andere in Deutschland nicht zufrieden seid. Nun, das gilt für beide Länder.

Grüße
Wiebke


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort" +Unterschiede Schulsy
BeitragVerfasst: 8. Februar 2008 14:55 
Die Frage von vinbär und storstadstjej an Aelva ist im Verlauf dieser Diskussion schon häufiger gestellt und bewusst ignoriert worden.

Bei mir kommt dazu eine ganz andere Frage auf: Bist du sicher, Aelva, dass du das richtige Forum gesucht und gefunden hast? Das ist nämlich kein Forum für frustrierte Eltern... Argumente von in Schweden lebenden Deutschen nimmst du nur dann an, wenn sie mit deinen Vorurteile überein stimmen, ansonsten streitest du gegenan und wirst dabei in deinem Ton - wie ich zumindest finde - oftmals sehr persönlich.

Oliver


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort" +Unterschiede Schulsy
BeitragVerfasst: 8. Februar 2008 14:56 
Schwedenfreund
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Hallo Aelve,
ein Studienbesuch ist hier ohne weiteres möglich, melde Dich gerne.
Du fehlinterpretierst allerdings manchmal meine Postings. Ich habe nie gesagt, dass Deine Kinder auf der Schule XY hätten bleiben sollen. Ist doch toll, dass es eine Alternative gab. Ich hatte nur Deine Aussage aufgenommen, dass schwedische Kinder in die Schule gebracht wuerden, und das trifft eben wie in D auch nur fuer die Einzugsschule zu. In Schweden kommt auch kein Bus und bringt Deine Kinder zur Schule Deiner Wahl. Du hast Deine Kinder auf das Privatgymnasium gefahren und musstest dafuer selber aufkommen, nicht anders wäre es hier gewesen. Mein Kind geht hier nicht auf die kommunale Schule, mein Problem. Was die Unterforderung an der Schule und die Förderung durch die Eltern angeht, so musst Du Dir da auch keine Sorgen machen. Wir sind jetzt zufrieden. Man tut, was man kann. Bin bloss auch keine Lehrkraft, die Privatunterricht geben kann, um die Defizite in allen Fächern auszugleichen. Was soll denn so eine Bemerkung? Wenn Deine Kinder in der Schule ueberfordert waren, so hättest Du sie vielleicht mehr fördern muessen, damit sie auf dem normalen Gymnasium klar kommen. Wäre das okay zu sagen? Ich sage nein. Deine fundierten Kenntnisse ueber das schwedische Schulsystem begruenden sich also in deutschsprachigen Dokumentationen ueber das schwedische Schulwesen? Wir haben so eine Sendung unseren schwedischen Freunden, u.a. auch Lehrern gezeigt, die lachten und fragten, wo so ein realitätsferner Propagandastreifen gedreht wurde. Ja, nachgesagt wird vielen viel. Welches Land wuerde schon eine Dokumentation publizieren, in dem es öffentlich im Nachbarland bekanntgibt, dass es in einem Bereich am Scheideweg steht? In den Zeitungen wird hier uebrigens gerade ganz viel ueber das Benotungssystem und die Lehrlingsausbildung in D geschrieben, in höchsten Tönen. Das ist genauso schräg.
Weisst Du, ich kann nur meine langjährigen persönlichen ureigenen Erfahrungen in beiden Systemen vergleichen und darueber reflektieren. Ich lebe und arbeite hier seit mehreren Jahren, kenne auch eine Menge Schweden, komisch, irgendwie sind die hier aber auch ueberall.
Ist ja okay, zu denken, dass in Schweden alles glänzt, aber da sollte man es nicht als die gelöffelte Weisheit verkaufen, wenn man selber keine eigene Ahnung hat und sein Halbwissen aus Fernsehsendungen und vom Hörensagen zusammenstrickt. Du hast auch keinen Anlass daran zu zweifeln. Bist ja nicht involviert. Schicke doch Deine Enkelkinder dann zur Ausbildung hierher oder wie gesagt komme zum Studienbesuch.
Letztendlich sind Deine Kinder doch alle gut auf den Weg gekommen, oder?
Gruesse
vinbär


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort" +Unterschiede Schulsy
BeitragVerfasst: 8. Februar 2008 15:13 
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Hallo Wiebke,

ich spreche weder Dir noch den anderen Forumsteilnehmern ab, ihre Meinung zu dem Schulsystem in Deutschland oder Schweden zu verteidigen. Geht es hier nicht um Erfahrungsberichte einzelner Forumsteilnehmer? Ich kann nur von meinen eigenen Erfahrungen berichten und von dem, was ich hier in Deutschland über Schule erfahre, das Gleiche gilt für Schweden. Ich höre aber von Deutschland nur schlechte Erlebnisse und von Schweden nur gute Berichte, wieso sollte dann meine Meinung eine andere sein? Ich behaupte ja nicht, dass flächendeckend in Schweden nun alles Gold ist, was glänzt. Aber, wenn bereits 80 % der Eltern mit der Schuldbildung in Schweden zufrieden sind und hier in Deutschland vielleicht nur 40 %, dann ist das doch wohl ein Unterschied oder sehe ich das falsch? Natürlich gibt es kein System, was für ALLE Leute ideal ist. Und wegen dem Fahrgeld das habe ich schon richtig verstanden, aber einige Forumsteilnehmer wohl noch nicht so ganz. Einige scheinen hier verstanden zu haben, dass wir nicht gezwungen waren, unsere Kinder auf das besagte Privatgymasium zu schicken und da spreche ich Euch tatsächlich ab, dass Ihr das beurteilen könnt, wie unser Fall gelagert war. In Schweden hätte ich es gar nicht nötig gehabt, meine Kinder auf eine andere Schule als die zuständige zu schicken, denn ich bin sogar 100%ig überzeugt, dass sie dort bestens betreut worden wären. Und Aussagen über das gute Schulsystem habe ich nicht nur über kleine Orte wie Älvsered sondern auch über größere Orte wie Falkenberg, selbst diese weiten Stecken werden fahrkostenmäßig in Schweden vom Staat übernommen, das finde ich enorm.
Wer sagt Euch, dass Ihr in Deutschland mit der Schule zufrieden gewesen wäret, lest und informiert Euch doch, wie Eltern hier kämpfen müssen, schlimmer als in D gehts nimmer.
Ihr könnt Eure Meinung ruhig beibehalten, unsere Kinder sind erwachsen, wir müssen weder das eine noch das andere System mehr erdulden.
Schreibt doch mal konkret, was außer einer angeblichen Unterforderung noch in Schweden nicht so ist, wie Ihr es Euch vorstellt, damit man mal einen Vergleich hat.
Grüße und schönes, freies Wochenende
wünscht Aelve

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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort" +Unterschiede Schulsy
BeitragVerfasst: 8. Februar 2008 15:42 
Alter Schwede
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Da haben wir es doch wieder. Doch, Du sprichst es uns ab zu wissen wie es in Schweden ist, wenn Du sagst, informiert Euch doch mal :)
Weisst Du, manche sind noch nicht vor allzu langer Zeit ausgewandert und wissen schon noch wie es war. Und wieder einmal, es sagt doch auch keiner, dass es in Deutschland in allen Schulen so toll ist.
Es hat auch niemand gesagt, dass Deine Kinder nicht in einer andere Schule gemusst haben. Aus Eurer Sicht mussten sie das und das will Dir doch keiner nehmen. Du kannst aber nicht behaupten, dass das in Schweden anders gewesen wäre. Doch behaupten kannst Du es, Du kannst es sogar glauben. Nur wissen kannst Du es nicht.
Das hängt nämlich in Deutschland wie in Schweden vom Wohnort und der Schule ab. Ich behaupte einfach mal dagegen, dass Du Deine Kinder in einer anderen Gegend in Deutschland nicht auf eine Privatschule hättest schicken müssen. Ich kenne ein paar ausgezeichnete Schulen in Deutschland die sich sehr gut um die Schüler kümmern. Und zwar egal ob sie benachteiligt sind oder nicht. Ob sie ADHS oder LRS haben. Ich habe meine Kinder da nicht gehabt, die sind zu klein. Ich habe aber an den Schulen gearbeitet, mit den Kindern und den Lehrern zusammen. Ich kenne nicht alle Schulen in Deutschland und ich weiss, dass viele sehr sehr schlecht sind. Aber von denen an denen ich gearbeitet habe, kann ich sagen, dass sie gut sind. Das sind meine Erfahrungen!
Du siehst, es kann in beiden Ländern solche und solche Erfahrungen geben. Und nichts anderes versuche ich zu sagen. Ich habe allerdings das Gefühl, dass es nicht ankommt...

Grüße Wiebke


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort" +Unterschiede Schulsy
BeitragVerfasst: 8. Februar 2008 16:03 
Schwedenfreund
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Äh ziemlich heiße Diskussion muß ich sagen,
aber auch für mich hoch Interressant und sehr informativ.

Trotz alle dem ist Schweden für mich immer noch eine Auswanderung-Wert, ich muß nur noch mehr an der Ausführung feilen... ! :lol:
Aber ich hab da noch ne Frage gehabt, auf die ich in Euren Texten leider keine Antwort finden konnt.
Vielleicht könnte sie mir ja noch Jemand beantworten...? :roll:
Wie ist die Zusammenarbeit mit Lehrern im Allgemeinen bei Euch?

Liebe Grüße Nyckelpiga


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort" +Unterschiede Schulsy
BeitragVerfasst: 8. Februar 2008 16:30 
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Die Zusammenarbeit von Eltern mit Lehrern oder von Lehreren untereinander?
Eigentlich ist es egal, wie woanders auch hängt das stark von der jeweiligen Schule und vom individuellen Lehrer ab, nicht vom Land, in dem die Schule steht.
Mit der Klassenlehrerein unserer Tochter an besagter Dorfschule ist das überhaupt kein Problem, an dem Gymnasium, an dem meine Frau arbeitet, eher eine Katastrophe. Dazwischen ist alles möglich.

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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort" +Unterschiede Schulsy
BeitragVerfasst: 8. Februar 2008 17:22 
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Hallo Anja,

ja, die Diskussion wird wirklich langsam heiß und ich vermisse auch mal in deutsch verfasste Links über die so schlechte Situation in Schweden. Schließlich sind wir hier ja im deutschen Schwedenforum.

Und auch ich könnte beispielsweise sagen, wozu schreiben hier frustrierte Lehrkräfte, die nach Schweden ausgewandert sind über die ach so schlechte Situation in dem Land, welches sie sich selbst ausgesucht haben. Schade, dass hier so wenige schwedische Lehrer vertreten sind, die ihr Schulsystem mal aus ihrer Sicht darstellen.

Hier nun mal ganz aktuell ein Link zur gestrigen ZDF Sendung über Schule:

http://maybritillner.zdf.de/ZDFde/inhal ... 66,00.html

In der Sendung waren sich fast alle einig, dass Schüler in Deutschland kein kindgerechtes Leben mehr haben.

Ist das auch in Schweden so, dass Kinder keine Zeit mehr für Spiel, Spaß und Freizeit haben und auch keine Zeit mehr, außerhalb der Schule einem Hobby nachzugehen?



Grüße Aelve

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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort" +Unterschiede Schulsy
BeitragVerfasst: 8. Februar 2008 17:41 
"Ist das auch in Schweden so, dass Kinder keine Zeit mehr für Spiel, Spaß und Freizeit haben und auch keine Zeit mehr, außerhalb der Schule einem Hobby nachzugehen?"

Hallo Aelve,
das kannst du dir jetzt ganz nach Belieben aussuchen - hier mal die Zeiten, die mein Sohn in der 7. Klasse in der Schule verbringt - Hausaufgaben werden dort übrigens nicht mehr gemacht, in seinem Alter gibt es kein "Fritids" mehr, die machen wir dann abends:

An 3 Tagen die Wo: 8.10 bis 15.30 Uhr
1 Tag/Wo: 8.00 - 16.00 Uhr
1 Tag/Wo: 8.00 - 13.30 Uhr

Jetzt kannst du noch Fahrzeiten von und zur Schule dazu rechnen - also z. B. von Älvsered nach Falkenberg morgens/abend ca. + 30 Minuten?

Übrigens, bin keine frustrierte Lehrerin - nur Mutter und ganz zufällig hier in Schweden gelandet. Mit dem Dagis und der Betreuung im Fritids bis zur 4. Klasse war ich übrigens sehr zufrieden.

Man darf auch nicht vergessen, die allermeisten Kinder kommen nach Hause und beide Elternteile sind dann noch in der Arbeit. Freizeitaktivitäten finden daher meistens in konzentrierter Form am Wo-Ende statt - für berufstätige Eltern eine wahre Erholung.


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort" +Unterschiede Schulsy
BeitragVerfasst: 8. Februar 2008 18:00 
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Wohnort: Ronneby
Zitat:
"Ist das auch in Schweden so, dass Kinder keine Zeit mehr für Spiel, Spaß und Freizeit haben und auch keine Zeit mehr, außerhalb der Schule einem Hobby nachzugehen?"


Nein, bei uns nicht.
Und das auch aufgrund dessen, das sie nach der -zugegeben teilweise recht langen- Schulzeit wahrscheinlich nicht mehr stundenlang und frustriert über Hausaufgaben sitzen müssen.
Meine Jungs haben neue Hobbys gefunden: Drechseln, kochen (sehr zur Freude ihrer Mutter-grins), sind den Pfadfindern beigetreten, angeln und jagen. Und sie sind begeisterte Fußballer.

Somit sind sie, neben Besuchen von oder bei ihren Freunden, freizeitmäßig gut und zufrieden ausgefüllt. Und zudem mit recht sinnvoller Beschäftigung denke ich.
Das erste was Bekannte oder Familienangehörige bei einem Besuch in D über sie meinten - nach ein paar Monaten an der schwedischen Schule:
"Sie erscheinen aber sehr ausgeglichen, ja sozusagen fast glücklicher als früher!"

So unsere persönliche Erfahrung.

Hälsningar
Heike


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort" +Unterschiede Schulsy
BeitragVerfasst: 8. Februar 2008 21:23 
Es kann in diesem Beitrag der Eindruck enstehen, dass manche in Schweden lebenden Deutsche durchweg unzufrieden mit den schwedischen Schulen sind. Das liegt meines Erachtens jedoch daran, dass versucht wird, ein Gleichgewicht zu den teils völlig überzogenen Vorstellungen, die hier manchmal im Forum geäußert werden, herzustellen. Um das deutlich zu machen: Unsere Kinder fühlen sich an ihrer Schule sehr wohl. Es gibt vieles, was ich schlicht toll findet, an andere Dinge kann ich mich stören aber damit werde ich leben müssen. Ich bin aber genauso überzeugt, dass sich unsere Kinder an einer deutsche Schule wohlfühlen würden. Auch da gäbe es sicherlich Dinge, die mich stören würden, mit denen ich aber auch leben müsste.

Mein Sohn plagt gerade die große Angst, weil eine Klassenkameradin vor kurzem wieder zurück nach Deutschland ziehen musste, denn die Eltern haben auch gehört, dass in Schweden alles viel besser ist ohne sich genauer zu informieren. Als sie dann nach einem halben Jahr wieder kleinlaut abgezogen sind, mussten vor allem die Kinder darunter leiden. So auch unser Sohn, dem wir nun immer mal wieder bestätigen müssen, dass wir nicht so einfach wieder zurückkehren werden.

Es ist also nicht nur naiv, sondern auch schlicht unverantwortlich, mit überhöhten Vorstellung zu posaunen, wenn man sich nicht wirklich gründlich informiert hat.

Was ist jedoch kaum nachvollziehen kann ist, warum man sich bei weitreichenden Frustrationen hinter Rentenansprüchen verstecken muss, wenn man doch so viel herrlicher in Schweden leben kann. Mir wäre meine Gesundheit um mein Wohlbefinden doch sehr viel wichtiger als Geld. Sonst wäre ich wohl auch nie nach Schweden gezogen...


Oliver


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort" +Unterschiede Schulsy
BeitragVerfasst: 8. Februar 2008 21:49 
Teilnehmer
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Registriert: 17. November 2007 14:36
Beiträge: 43
Wohnort: Schweden
Ich kann deinem Beitrag nur zutimmen Glada, denn jede Madaille hat zwei Seiten und es ist nicht zu vergessen, dass in jeder Gruppe und sei es diesesmal die Schule, jeder Einzelne seinen Beitrag dazu leisten kann, damit das Leben in dieser Gemeinschaft gelingt.
Und jeder Mensch der Auswandern will, egal wohin auf diesem Erdball hat eben auch ein Stueck Verantwortung, damit es gelingt.
Ich fuer mich kann nur sagen, mir ist die Natur und die Ruhe mehr wert als jedes Geld.
Liebe Gruesse aus dem Bergslag Skogen
Gundi


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort" +Unterschiede Schulsy
BeitragVerfasst: 8. Februar 2008 22:46 
Schwedenfreund
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Registriert: 4. Februar 2008 15:19
Beiträge: 514
Also vielen Dank ihr Lieben für eure Reaktionen auf meine Frage.

Als Resüme ziehe ich daraus, das es mit den Lehrern genauso ist, wie bei uns.
Das ist doch mal nen Wort.
Wobei ich auch bei uns nicht alles schlecht finde und bei uns am Gym. nach den schon erzählten anfänglichen großen Schwierigkeiten, jetzt vieles besser läuft.
Auch ich habe immer noch vor in Schweden einzuwandern.
Ich habe mich einfach in Land und Leute verliebt schon nach meinem ersten Aufenthalt - bin also voll infiziert... :lol:
Und freue mich sehr auf den Sommer in Halland.
Dank euch, und da bin ich jetzt mal ganz ehrlich, habe ich jetzt keine rosarote Brille mehr auf, und weiß auf was man alles achten muß !
( bin aber keine von denen die ohne Job, Sprache einach mit 2 Kindern auf gut Glück eingewandert wäre, so naiv nun doch nicht :smt045 )
Ganz liebe Grüße an die Schweden und ich frag bestimmt immer mal wieder was nach ;-))
Nyckelpiga


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort" +Unterschiede Schulsy
BeitragVerfasst: 9. Februar 2008 23:14 
Aelve hat geschrieben:
Hej Vinbär (och Storstadstjej),

leider oder glücklicherweise bin ich keine Lehrkraft, wie sollte ich da wohl einen Studienbesuch ein einer schwedischen Schule bewerkstelligen? Vielleicht kannst Du mir an Eurer Schule eine Teilnahme am Unterricht ermöglichen, in Deutschland kannst Du nicht mal als Eltern hospitieren, auch wenn das Schulgersetz etwas anderes aussagt. :P

Meinst du nicht, du übertreibst hier ein wenig über die deutsche Schule?
Natürlich kann man sich auch, ohne Pädagoge zu sein, eine schwediche Schule anschauen. Ferner ist es eifach gelogen, dass man als Elternteil nicht hospitieren kann.In Absprache mit dem Schulleiter und Fachlehrer ist es immer möglich, nur ob es dir was bringt, ist die Frage. Erwartest du von Schweden ein Schlaraffenland? Plötzlich haben deine Kinder dann keine Probleme mehr und werden die besten Schüler, oder wie? Warum sind sie denn auf dem Gymnasium nicht klar gekommen oder haben die geforderten Leistungen evtl. nicht erbracht und mussten auf eine andere Schule? Hast du sie vielleicht überschätzt oder falsch erzogen? Positives und Negatives wirst du an jeder Schule finden. Es gibt keine "nur schlechten" oder "nur guten" Schulen.Natürlich wird durch die ständigen Kürzungen die Arbeit der Lehrer und Sonderpädagogen auch nicht einfacher. Aber das ist schon wieder ein neues Thema. Nichts für ungut, aber überdenke mal deine Aussagen und Schwindeln bringt so wie so nichts.


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort" +Unterschiede Schulsy
BeitragVerfasst: 9. Februar 2008 23:54 
Schweden Guru
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Hallo Aurora,

ich bin der Meinung, dass Du schnell über andere Urteile fällst, ohne die Hintergründe zu kennen. Weißt Du, was wir an Schulen erlebt haben? Meine Kinder waren nicht überfordert, aber an vielen Schulen versuchen Lehrkräfte, es den Eltern einzureden, da die Klassen überfüllt sind und sie in der Orientierungsstufe versuchen, die Klassenstärke erheblich zu reduzieren. Unsere Kinder waren bestens erzogen, nur sie waren zu ruhig und bescheiden, taten sich nicht so hervor wie vielleicht andere es tun. Dadurch wurden sie total unterschätzt. Hinzu kam, dass unsere Tochter durch Mittelohrentzündungen leicht schwerhörig war, die Lehrkräfte wußten dieses, setzten sie aber trotzdem weit nach hinten. Sie hatte aufgrund dieser Schwerhörigkeit als Kind einen Sprachfehler, dieses legten die Lehrkräfte als Dummheit aus. Unser Sohn wiederum war Legastheniker, aber die Lehrkräfte merkten es nicht. Wahrscheinlich konnte er es aufgrund sehr guter Förderung durch uns seit frühester Kindheit soweit kompensieren, dass es erst in der 5. Klassenstufe auffiel. Die Lehrer waren aber nicht bereit, den in Schleswig-Holstein gültigen Legasthenieerlaß anzuwenden und die Rechtschreibleistungen außen vor zu lassen. Obwohl Legasthenie eine Sache ist, die schulischerseits durch Förderunterricht zu lindern ist, sind die Schulen weiterhin auch nicht bereit, diesen Förderunterricht zu gewähren, lieber versuchen sie, diese Schüler auszusortieren.
Unsere Kinder sind jetzt Mitte Zwanzig, haben ein sehr gutes Abitur hingelegt auf einem Privatgymnasium, bei dem sie von extermen Prüfern in allen Fächern geprüft wurden - ohne dass Vorzensuren herangezogen wurden. Jetzt können hier wieder einige, die glauben, dass sie trotz persönlicher Beleidigung meinen, einen nicht angreifen zu wollen, ihre Sprüche loslassen. Da wir trotz schwerster Voraussetzungen, es geschafft haben, unseren Kindern eine begabungsgerechte Bildung zukommen zu lassen, stehe ich über diese Anfeindungen und falschen Darstellungen einiger weniger aus dem Forum. Was wir erlebt haben, können einige leider nicht nachvollziehen, weil sie es selbst nicht erlebt haben und einige wollen es auch nicht. Ich möchte aber den Eltern, die aufgrund erheblicher Schulprobleme eine Möglichkeit suchen, eine besser Schulzeit für ihre Kinder zu finden, Zuspruch geben, denn es gibt diese Möglichkeit in einem Land, welches keine Vorurteile gegen Legasthenie oder hörgeschädigte Kinder hegt. In Schweden werden Legastheniker nicht vorverurteilt und in Schweden geht die Bevölkerung auch mit Behinderungen von Schülern, sei es in körperlicher Form oder in einer Form, die nicht auf den ersten Blick zu sehen ist, sehr viel anders als Deutschland um.
Vielleicht liegt es an der Mentalität der Schweden, diese Probleme besser verarbeiten zu können, ich finde es beschämend für ein Land, Personen mit einem kleinen oder großen Handikap ins Abseits zu stellen.

Grüße Aelve

_________________
Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun.
( Goethe)
http://www.traumhausschweden.de


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort" +Unterschiede Schulsy
BeitragVerfasst: 10. Februar 2008 00:39 
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@Aelve:
Als ich die Zeilen Auroras las, dachte ich das darf ja wohl nicht wahr sein!
Meiner Meinung nach hätte folgender Satz von dir vollkommen gereicht:

Zitat:
Hallo Aurora,

ich bin der Meinung, dass Du schnell über andere Urteile fällst, ohne die Hintergründe zu kennen.


@Aurora:
Du fällst mir persönlich mit deiner Art zu schreiben nicht zum ersten Mal (unangenehm) auf. Ich habe nicht das Gefühl, das du auf Diskussion aus bist, sondern vielmehr auf Provokation!
Unterstellungen wie jemand würde lügen oder schwindeln unterstreichen diese Art von Artikulation!
Des Weiteren sind deine unterschwelligen Unterstellungen - die beispielsweise speziell in diesem Thread auf eine angebliche Unfähigkeit zur Erziehung hinweisen wollen – meiner Meinung nach absolut unangebracht und unangemessen!

Ich finde: Überdenke bitte Du deine Äußerungen!

Hälsningar
Heike


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort" +Unterschiede Schulsy
BeitragVerfasst: 10. Februar 2008 00:46 
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Heike, ich stimme Dir völlig zu. Aelve bemüht sich zumindest sachlich zu bleiben (Lob dafür!) und Aurora wird persönlich und angreifend. Zumindest empfinde ich den Ton in den letzten Beiträgen so :(

Nanna


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort" +Unterschiede Schulsy
BeitragVerfasst: 10. Februar 2008 01:11 
Hallo Aelve,

weißt du, ich glaube du solltest versuchen, dich in der schwedischen Schulpolitik zu engagieren. Ja im Ernst, wenn du hier gemeldet bist, dann kannst du ja auch als Ausländer auf Kommunalebene wählen und hast Mitspracherecht.

Probiers doch mal und mach dich stark dafür, dass das schwedische Schulsystem in ganz Europa als das BESTE anerkannt wird.

Du wirst sicher viel zu tun bekommen, denn zurzeit wird in Schweden wieder mal heiß darüber diskutiert, wie man die Schule verbessern kann. Auch wenn du für deine eigenen Kinder ja zweifelsohne viel erreicht hast, vielleicht kannst du mit deinem Feuereifer ja auch noch anderen helfen.

Vielleicht wirst du dann nicht gleich am Anfang zu Carl Gustaf und Silvia eingeladen, aber die Herzogin von Halland ist Prinsessan Lilian - und mit der brauchst du noch nicht mal perfekt Schwedisch zu sprechen, die redet immer nur auf Englisch - und das seit 1976!

:wink:


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort" +Unterschiede Schulsy
BeitragVerfasst: 10. Februar 2008 11:09 
S-nina hat geschrieben:
Vielleicht wirst du dann nicht gleich am Anfang zu Carl Gustaf und Silvia eingeladen


In dem Zusammenhang könnte sie Carl Gustaf, der ja selbst Legastheniker ist, ein paar Förderstunden geben... Dann könnten die von den hervorragenden Leistungen engagierten deutscher Eltern partizipieren...

Oliver :biggrin:

PS: Natürlich ist der Ton nicht immer in Ordnung; aber mal ehrlich, wenn die Dinge hier derart schwarz-weiß beschrieben werden, kann man ein wenig Verständnis dafür bekommen. Habt ihr euch die Beiträge denn wirklich richtig durchgelesen? Wie z.B.:
Aelva hat geschrieben:
In Schweden werden Legastheniker nicht vorverurteilt und in Schweden geht die Bevölkerung auch mit Behinderungen von Schülern, sei es in körperlicher Form oder in einer Form, die nicht auf den ersten Blick zu sehen ist, sehr viel anders als Deutschland um.


Wovon wird hier gesprochen? Vom Paradies? Oder aber auch hier:

Aelva hat geschrieben:
Bekannte, die seit 50 Jahren in Schweden Verwandte haben, sagten mir schon lange, dass die Schweden uns mit der Entwicklung, mit neuen Techniken und auch mit IT weit voraus sind. Ich selber habe auch Augen im Kopf und kann sehen, dass z.B. in der Mode Schweden oft Vorreiter ist. Ich könnte tausend Dinge aufzählen, die in Schweden besser geregelt sind als hier in Deutschland, wie z.B. Internetbanking.


So wimmelt es in den Beiträgen von Vorurteilen, und wenn man auf die Idee kommt, zu widersprechen, wird einem über den Mund gefahren und jegliche Kompetenz abgesprochen. Dann ist man frustrierter Auswanderer, der alles in Schweden bemängelt. DAS ist keine Diskussionsgrundlage.

Das noch am Ende meiner Diskussion in diesem Beitrag: In meiner langjährigen Arbeit mit Menschen in verschiedensten Zusammenhängen habe ich gelernt, dass Eltern einen nicht unerheblichen Teil der Schulkarriere ihrer Kinder prägen. Die Schulzeit kann nur dann erfolgreich sein, wenn die Eltern willig und fähig sind, mit der Schule konstruktiv zusammenzuarbeiten.


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort" +Unterschiede Schulsy
BeitragVerfasst: 10. Februar 2008 13:06 
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Beiträge: 1221
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@s-nina
Fällt dir auch etwas konretes zum Thema ein, oder möchtest Du dich weiter über das Engagement anderer lustig machen?

@glada
Wenn der Ton also nicht immer in Ordnung ist, darf man ausfallend und verletzend weitermachen?

Das Du wenig Verständnis für die Sicht und Erfahrung anderer aufbringst hast Du schon wiederholt bewiesen. Wenn man deiner Ansicht wiederspricht, oder sie anhand anderer Beispiele und sogar eigener Erlebnisse abschwächen kann, malt man gleich schwarz-weiß oder erzählt vom Paradies?

Dieser Argumentation von dir entbehrt ebenfalls jeglicher Diskussionsgrundlage.
Auf Teufel komm raus seine Sicht verteidigen und dann beleidigend werden... nee! Wenn jemand so vorgeht, dann verliert er in meinen Augen jegliche Glaubwürdigkeit.

mh
Heike


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort" +Unterschiede Schulsy
BeitragVerfasst: 10. Februar 2008 13:49 
Hallo Heike,

es ist nicht meine Absicht mich über andere "lustig" zu machen. Gebe aber durchaus zu, dass ich meine Probleme damit habe, das Engagement von Aelve zu verstehen. Ich habe eigentlich in der ganzen Diskussion noch nicht herausfinden können, für was sich Aelve eigentlich konkret engagiert.

Die Botschaft, die ich aus all den langen Beiträgen herauslesen konnte, war - so meine höchspersönliche Interpretation - die, dass
am besten ALLE, die in irgendeiner Weise Probleme mit Deutschland haben, speziell auf dem Bereich Schule/Förderung von Legasthenikern nach Schweden AUSWANDERN sollten.

Dagegen habe ich auch ABSOLUT NICHTS einzuwenden - ich wollte eigentlich nur mit meinen vorherigen Beiträgen meine Sicht der Dinge mitteilen, und zwar die Erfahrungen, die ich in Schweden in den letzten 13 Jahren täglich hinsichlich Schule und dem gesellschflichen Leben hier sammeln konnte.

Und zu dieser Aussage:
"Ich möchte aber den Eltern, die aufgrund erheblicher Schulprobleme eine Möglichkeit suchen, eine besser Schulzeit für ihre Kinder zu finden, Zuspruch geben, denn es gibt diese Möglichkeit in einem Land, welches keine Vorurteile gegen Legasthenie oder hörgeschädigte Kinder hegt. In Schweden werden Legastheniker nicht vorverurteilt und in Schweden geht die Bevölkerung auch mit Behinderungen von Schülern, sei es in körperlicher Form oder in einer Form, die nicht auf den ersten Blick zu sehen ist, sehr viel anders als Deutschland um. "

fällt mir bei Gott nichts mehr anderes ein. Da stoße ich bei mir an meine Grenzen. :roll:

Mein Motto: Jeder ist seines Glückes Schmied und habe auch nicht vor, mich noch weiter zu speziell diesem Thema Schule/Schweden zu äußern.


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 Betreff des Beitrags: Re: "Wir sind dann mal fort" +Unterschiede Schulsy
BeitragVerfasst: 10. Februar 2008 14:02 
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Registriert: 9. Juli 1998 18:00
Beiträge: 2084
Wohnort: Koblenz am Rhein
Hallo Leute,

alle paar Monate kommt es vor, dass ein Thema etwas aus dem Ruder läuft, und die Beiträge sich dann unter dem hier gewohnten Niveau bewegen.

Ich meine damit keine themenbezogenen Beiträge; die sind jederzeit willkommen.
Aber NICHT in dieses öffentliches Schwedenforum gehören z.B.: persönliche Angriffe, das Unterstellen schlechter Absichten um andere Teilnehmer zu diskreditieren, unnötiger (und oft unverstandener!) Sarkasmus, eine Diskussion über den Charakter der anderen Diskussionsteilnehmer, bewußte Provokationen etc.

Das können wir doch besser :roll: Stichwort: Diskussionskultur!
Ironie sollte übrigens SEHR sparsam benutzt werden, da sie in Foren meist falsch rüberkommt.

Der Thread wird hiermit geschlossen. Wer Probleme mit dem einen oder anderen Teilnehmer hat, möge diese bitte per PN klären, oder sie einfach hinter sich lassen.
Sachliche Diskussionen (auch über das Schulsystem), sind natürlich jederzeit in einem neuen Thema möglich!

Allen noch einen schönen Sonntag!
Dietmar


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