"Wir sind dann mal fort" +Unterschiede Schulsystem

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Sabine

Re: "Wir sind dann mal fort"

Beitragvon Sabine » 29. Januar 2008 20:51

:oops: Meinte natürlich-"bildungsfern"!
Sorry

Storstadstjej

Re: "Wir sind dann mal fort"

Beitragvon Storstadstjej » 29. Januar 2008 21:21

Jetzt habe ich doch eine richtig nette Diskussion verpasst :-(

Ich muss glada an der Stelle recht geben - im Ausland, im welchen auch immer, regnet es keine Bonbons, auch wenn es gewisse Leute immer wieder proklamieren. Den einzigen Zusammenhang, dem ich haltlos zustimmen würde ist - ein Leben im Ausland ist in gewissen Situationen für einen gewissen Menschen besser - für manchen Schweden in Deutschland, für manchen Deutschen in Argentinien und ... für manchen Deutschen einfach nur in Deutschland, auch wenn der Alltag problembehaftet ist - das wäre er woanders in einem noch höheren Maße. Ich muss an der Stelle Jana anführen (ich darf doch? :) ) - ihrer Familie geht es auf Grund ihrer Konstellation in Schweden besser, einem Wirtschaftswissenschaftler würde es dagegen auf Grund der verschiedenen Lohnniveaus in Deutschland zumindest finanziell besser gehen. Diese Aufzählung lässt sich mit einer Menge Personen und einer Menge Länder gut weiterführen.
In Aelves Fall scheint es der EINZELPERSON besser zu passen, wenn die schwächeren Kinder mitgezogen werden, im Fall einer anderen Person X wird aber die Gewichtung eher auf tadellose, qualitativ hohe Ausbildung der eigenen Kinder wert gelegt - letzterer würde über dem Schwedischen Schulsystem vollkommen verzweifeln. Und wer hat nun recht?
Soviel damit klar ist, dass ich keinem grundlos von einer eventuellen Auswanderung.
Doch finde ich, man sollte die Tatsache Bedenken, dass Deutschland euer Heimatland ist und da man eh in jedem Falle kämpfen muss (ja, hin und wieder muss man während und nach einer Auswanderung kämpfen!), ob es nicht überlegenswird ist, an Ort und Stelle zu versuchen, etwas zu bewegen, anstatt einfach abzuhauen.

glada

Re: "Wir sind dann mal fort"

Beitragvon glada » 29. Januar 2008 21:34

In Aelves Fall scheint es der EINZELPERSON besser zu passen, wenn die schwächeren Kinder mitgezogen werden, im Fall einer anderen Person X wird aber die Gewichtung eher auf tadellose, qualitativ hohe Ausbildung der eigenen Kinder wert gelegt - letzterer würde über dem Schwedischen Schulsystem vollkommen verzweifeln. Und wer hat nun recht?


Genau damit benennst du das Problem des schwedischen Schulsystems. Und ich sage jetzt einfach mal, dass ich in diesem Zusammenhang kein Afrikaner mit Bauanweisungen für Iglus bin.

Oliver

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Re: "Wir sind dann mal fort"

Beitragvon HeikeBlekinge » 29. Januar 2008 21:47

... anstatt einfach abzuhauen.


Allein wegen dieser Formulierung kann ich deine Argumente nicht ernst nehmen! Ein wenig mehr Einfühlungsvermögen in die Umstände anderer täte dir sicher nicht schlecht.
Ich kann auch nicht nachvollziehen wo hier jemand ständig proklamiert im Ausland, bzw. Schweden wäre es durchweg besser!?
Desweiteren habe ich den Eindruck, das die allerwenigsten nach Schweden auswandern weil sie einzig und allein dem schnöden Mammon hinterherlaufen - eher im Gegenteil - zum Glück!
Ich kenne keinen einzigen Deutschen der nach Schweden auswandert(e) weil er hier ein besseres Einkommen erwartet(e)!
Es gibt tatsächlich Menschen, die eine ganz andere Ansicht von Lebensqualität an sich haben!
Noch was: Heimat ist da, wo man sich zuhause fühlt! Und das Gefühl kann man niemanden nehmen, geschweige denn aufdrängen!

Hälsningar
Heike

Marvin

Re: "Wir sind dann mal fort"

Beitragvon Marvin » 29. Januar 2008 21:52

......äh.....



...ich bin dann mal fort. Ist sehr deutsch hier.
Ich schaffs auch so.









Gehabt Euch wohl und Danke Bild

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Re: "Wir sind dann mal fort"

Beitragvon Aelve » 29. Januar 2008 22:04

@Glada

Jeder legt seine Prioritäten anders. Ich lege sehr großen Wert auf eine tadellose Ausbildung. Aber ich bin dagegen, dass Kinder in eine Schublade gesteckt werden und dass im Alter von 10 oder 11 Jahren darüber entschieden wird, welchen Bildungsweg sie zu gehen haben. Da gefällt mir das System in Schweden besser, in dem man sich erst mit 15 oder 16 Jahren dafür entscheidet, ob man eine höhere Ausbildung ansteuert oder nicht.

Ich habe hier nirgends gelesen, dass jemand gezwungen wird, nach Schweden auszuwandern, um dort ein Schulsystem in Kauf zu nehmen, was ihm nicht genehm ist. Es kann aber für eine Familie ein Grund sein, in ein Land überzusiedeln, in dem die Aussicht auf eine humane Schulbildung
besteht.

Jedem steht es frei, sich ein Zuhause in dem Land zu suchen, in dem er glaubt, dass dort bessere Chancen bestehen. Mir ist unklar, warum dieses einigen hier ein Dorn im Auge zu sein scheint.

Grüße Aelve

glada

Re: "Wir sind dann mal fort"

Beitragvon glada » 29. Januar 2008 22:28

Da gebe ich dir recht, dass in Deutschland im der vierten Klasse über den weiteren Lebensweg entschieden wird, ist nicht in Ordnung. Das ist aber kein Problem deutscher Schulen, sondern schlicht eine Frage der Mentalität. Nach wie vor hält ein Großteil der Deutschen an diesem Schulsystem fest. Ich gebe dir auch recht, dass Schweden die kinderfreundlichere Gesellschaft ist. Aber auch das ist eine Mentalitätsfrage.

Die Kehrseite ist aber, dass die meisten Kinder in Schweden im schulischen Bereich auf einem niedrigeren Niveau sind als deutsche Schüler. Und da beißt sich dein Anspruch optimaler Ausbildung für Kinder und deine Vorstellungen vom schwedischen Schulsystem. Der nicht vorhandene Druck, so schön er für die Kinder ist, führt auch dazu, dass man sich nicht sonderlich bemüht.

Meine Erfahrungen mit deutschen Eltern ist, dass das nach gewisser Zeit bemängelt wird. Man sollte nicht davon ausgehen, dass sich die eigene Mentalität ändert, weil man in ein anderes Land geht.

Oliver

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Re: "Wir sind dann mal fort"

Beitragvon Dietmar » 29. Januar 2008 23:52

Joerg hat geschrieben:Warum beschränkt ihr euch nicht auf das was dieses Forum immer wollte. Auf Fragen antworten nach besten Wissen und Gewissen, ohne eigene Wertung über die Beweggründe des Fragenden.

Jörg, das könnte von mir sein :D
So oder ähnlich hatte ich das mal formuliert, und dafür ist das Forum tatsächlich gedacht!

Vor allem die Absicht zu helfen ohne Wertung hast Du gut erkannt! Daran sollten wir uns hin und wieder erinnern. Und uns vielleicht selbst mal zurück pfeifen, wenn wir in Versuchung geraten, unsere Meinung mit Äußerungen wie "unglaublich dämlich", "blinde Polemik", "Deine Daseinsberechtigung?" zu würzen.
Eine fundierte Meinung hat dieses Sprachniveau nämlich nicht nötig um gehört zu werden...

So, jetzt Gute Nacht an alle!

Liebe Grüße,
Dietmar

PS @Marvin-Gast: Sicher schaffst Du das! Wir wünschen Dir jedenfalls Glück.

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Re: "Wir sind dann mal fort"

Beitragvon Skogstroll » 30. Januar 2008 08:25

glada hat geschrieben:Die Kehrseite ist aber, dass die meisten Kinder in Schweden im schulischen Bereich auf einem niedrigeren Niveau sind als deutsche Schüler. Und da beißt sich dein Anspruch optimaler Ausbildung für Kinder und deine Vorstellungen vom schwedischen Schulsystem. Der nicht vorhandene Druck, so schön er für die Kinder ist, führt auch dazu, dass man sich nicht sonderlich bemüht.


Unterschrieben und bestätigt!
Meine Tochter z.B. ist in Mathe nicht schlecht, aber bestimmt kein Überflieger. Die Kinder arbeiten relativ selbständig in ihren Lehrbüchern und sollen das einigermassen synchron tun. Die Folge: Sie bekommt regelmässig einen "Stopp" in Mathe, d.h. sie muss warten, bis die letzten (und es sind schon nur 12 in der Klasse) hinterhergekommen sind. Neulich war sie eine Woche krank. Nachdem sie zwei Tage wieder in der Schule war: Stopp!
Ihr glaubt nicht, wie demotivierend das ist!
Und es stimmt: In der schwedischen Grundschule fehlt jeglicher Druck. Und das führt bei bestimmt einem Drittel der Schüler zu einer "Scheissegal"-Einstellung, die dem Geamtniveau überaus abträglich ist.
Das ganze ist die Folge einer schwedischen "alle-sind-gleich"-Philosphie, die regelmässig in Gleichmacherei ausartet und im Jantelagen gipfelt.

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Re: "Wir sind dann mal fort"

Beitragvon Aelve » 30. Januar 2008 09:49

Hej Skokstroll,

ich kann es gut nachvollziehen, dass Unterforderung genauso schlimm ist wie Überforderung, da wir genau diesem Problem ausgesetzt waren.
Unser Sohn war wegen eine Legasthenie im Lesen und Rechtschreiben gehändikapt, aber seine Intelligenz war sehr hoch (durch zwei spätere Intelligenzgutachten erwiesen). Von seiten der Lehrkräfte wurde aber nur seine Minderleistung in Rechtschreibung gesehen, dass er ein Mordsgedächtnis hatte und schnell alles kapierte, wurde dabei übersehen.
Wir mußten jahrelang gegen die Voruteile der Lehrkräfte gegen Legastheniker kämpfen. Erst auf einem Privatgymnasium wurde erkannt, dass unser Sohn in naturwissenschaftlichen sowie mathematischen Fächern sehr gut war. Hätten wir ihn nach Meinung der Lehrkräfte der öffentlichen Schule auf eine niedrigere Schulform geschickt, so wäre sein hohes Potential verloren gegangen.
Wenn ich von guter Schulbildung spreche, dann meine ich auch damit humanes Lernen, humanen Umgang mit den Schülern, motiviertes Lernen.
Wenn Lehrkräfte es schaffen, den schwierigen Grad der Unter- oder Überforderung auszuloten, dann wäre es der Idealfall. Hier helfen wohl nur Gespräche mit den Lehrkräften, in denen darüber gessprochen wird, dass auch eine Unterforderung für einen geistigen Überflieger zum absoluten Problem werden kann.
Grüße Aelve :lol:


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