"Wir sind dann mal fort" +Unterschiede Schulsystem

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Marvin

Re: "Wir sind dann mal fort"

Beitragvon Marvin » 29. Januar 2008 17:40

Und da hängt dann noch gleich ein anderer interessanter Link dran:

http://www.welt.de/fernsehen/article887 ... ollt_.html

Ich habs schon angesprochen:
Wenn auf Sendern, die vorzugsweise die bildungsferne Basis bedienen, bildungsferne Abenteurer mit der Kamera begleitet werden, hat das immer einen Hype bei den bildungsfernen Zuschauern zur Folge.

Nur entgehen die in der Konsequenz dort ihrem Schicksal nicht.
Und wer zwischen den Zeilen liest ("Marias Jobaussichten haben sich verbessert" > immer noch keine Arbeit...."Peter tut sich mit der Sprache schwer"> ein Jahr im Land und immer noch kein Wort Englisch...) sieht schnell, wessen Geistes Kinder da glauben, woanders wäre immer alles besser.
Immer untermalt von planlosem Tun und schlechter Vorbereitung.
Z.B. keine Kohle, aber erst mal ein Riesenkredit für ein eigenes Haus und ein 200 PS-Auto.
Und die mitgebrachte Harley wird dafür als Sicherheit gegeben.
Ich schäme mich ehrlich für viele von diesen Leuten, die das Bild der Deutschen im Ausland prägen.
Fast keiner von denen würde hier in Deutschland zu meinem Bekanntenkreis gehören.

Aber ich sehe nicht den Zusammenhang zu den Leuten hier im Forum.
Da scheint es mir von den Fragenden eher realistisch zuzugehen.

Und mich persönlich interessiert das im Ausland zu verdienende Geld nur insoweit, als daß ich es zum Leben brauche.
Mein Antrieb, das Land zu verlassen, ist eher politisch und sozial begründet.
Und da kann ich mir jedes Land vorstellen, wenn es gewisse Basisansprüche an Sicherheit und Kultur bietet. Nicht nur Schweden.

Und an den, der meint, er müsse jetzt die Political-Correctness-Keule schwingen oder das Kerner´sche Gutmenschentum bemühen...ich pfeif drauf. Ein Grund mehr für mich!

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Joerg
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Re: "Wir sind dann mal fort"

Beitragvon Joerg » 29. Januar 2008 17:51

Huhu,
genau das sind die Kommentare die ich meine. Das Wissen über Deutsche wird aus Auswandersoaps (und andere unfehlbare Quellen) bezogen. Und so sind dann die Deutschen. Olli, du machst Dich darüber lustig, dass man seine Kollegen in Schweden nicht versteht, weil die kein schwedisch können. Bei uns hier werden im Musikunterricht türkische Lieder gesungen, damit die türkischen Kinder sich integriert fühlen. In dem Konzern in dem ich gearbeitet habe wurde eine Moschee errichtet, damit die Moslems einen Raum zum Beten haben. Aber es gab keine Evangelische Kirche oder eine katholische auf dem Firmengelände. Und ich bin schon wirklich tolerant, lasse mich also nicht in die rechte Ecke stellen. Wer hier nicht lebt, der sollte mit seiner Meinung vorsichtiger sein. Und wenn die deutschen Mitbürger ihr Wohl im Ausland suchen, dann ist das völlig in Ordnung. Und jetzt kann ich nur von mir sprechen, ich erwarte nicht, das Milch und Honig von den Wänden fließen. Und ich behaupte, das erwartet hier keiner. Jeder hat die eigene Wahl, will ich was ändern, oder will ich ja sagen. Wer den Mut hat was zu ändern, der überlegt sich sicherlich auch was er ändert. Und wenn man für sich entscheidet, nicht gegen Windmühlen zu kämpfen, sonder man geht den Weg des weggehens, dann ist das auch richtig. Es ist einfach schade, immer solche Besserwisser zu haben, die glauben alles madig machen zu müssen. Und wenn ihr die Forumsbeiträge mal genauer lesen würdet, so ist der größte Teil hier bereit mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Es sind aber nur 4-5 Leute da die alles schlecht reden. Da wäre ich ja fast auch geneigt zu sagen, vielleicht haben sich diese 4-5 ihr Umfeld selbst so geschaffen wie es ist und jetzt sind sie unglücklich. Aber in dem Fall wären es ja die schlechtesten Ratgeber. In diesem Sinne

Gruß Jörg
Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten.
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Re: "Wir sind dann mal fort"

Beitragvon Imrhien » 29. Januar 2008 17:54

Hej,
mein Senf fehlt ja auch noch :lol:
Ich denke, dass die ganze Diskussion ums Auswandern viel zu sehr aufgebauscht wird. Ja, es gehen viele Fachkräfte und Akademiker. Ja, es ist vieles in Deutschland nicht so wie man es sich wünscht. Aber oh Wunder, wie Oliver so schön treffend bemerkt hat, auch hier in Schweden und auch nicht sonst wo auf der Erde, fliessen Honig oder Brause in den Flüssen oder wird einem alles geschenkt. Schlaraffenland ist eben nicht auf dieser Erde zu finden.
Ich finde, dass auch Storstadtjej recht hat, wie jeder hier teilweise.
Es ist eben immer ein anderer Blickwinkel den man auf das Thema legt.
Es gehen viele weg ohne selber was an Ihren Problemen zu tun und glauben, dass das in Schweden jemand für sie übernimmt. Da hat sie recht. Es sind aber nicht alle so. Jeder hat eben eigene Gründe. Und manch einer geht gar nicht weil es in Deutschland schlecht war oder es in Schweden besser ist. Mancher will einfach mal nur was anderes machen. Nicht besser oder schlechter, nur anders.
Und ob es einem gefällt ist doch schon sehr subjektiv.
Es ist ja auch nicht so als käme keiner mehr zurück. Viele wollen doch gar nicht für immer bleiben. Ich kenne selber so viele die Deutschland verlassen haben (kaum jemand nach Schweden) und viele haben es nur für ein paar Jahre geplant. Dafür kenne ich mindestens ebenso viele Fachkräfte und Akademiker aus anderen Ländern die nun liebend gerne in Deutschland leben wollen. Im SFI treffe ich hier auch Menschen von überall her. Ihre Gründe sind so verschieden wie man nur denken kann. Manche können nicht anders, andere wollen nicht anders....
Und Auswandererwellen gab es immer wieder. Insgesamt denke ich, dass es sich über die nächsten hundert Jahre einfach mehr mischt und ausgleicht. In 100 Jahren will vielleicht keiner mehr nach Schweden, dann gehen eben alle nach China oder Kasakstan. Wer weiss?
Ich rege mich jedenfalls nicht mehr so über solche Statistiken auf und ein schlechtes Gewissen lasse ich mir auch nicht dadurch machen.
Ach ja, ich habe schon noch Ahnung von der Welt und von Deutschland. Fragt mich in 30 Jahren, dann vielleicht nicht mehr. Aber nach in meinem Fall ein paar Monaten und bei anderen ein paar Jahren ist Deutschland nicht grundsätzlich anders geworden. Man kennt ja auch noch Leute da und kann auch durchaus die deutsche Zeitung lesen, wir haben gar eine Aboniert.

Liebe Grüße

Wiebke

P.S.: Ich habe noch vergessen zu erzählen, dass ich mittlerweile erstaunlich viele Schweden kenne, die in Deutschland leben, gelebt haben oder da mal leben wollen...
Und letzte Woche ist ein Kollege meines Mannes nach Dänemark, da hat sich niemand drüber aufgeregt....

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Re: "Wir sind dann mal fort"

Beitragvon Aelve » 29. Januar 2008 18:01

Hallo,

Dein Beitrag, Marvin, trifft den Nagel auf den Kopf. Auch wir haben schon oft gesagt, wenn wir die Auswandererserien gesehen haben, dass es so nicht klappen kann. Die zeigen doch im Fernsehen keine langweiligen Sendungen, in denen alles klappt und in denen alles solide ist. Das sieht man auch schon bei den Sendungen Müttertausch, das scheint uns alles gestellt zu sein, was da manchmal gezeigt wird.
Auch ich glaube, dass viele hier im Forum doch eher überlegt sind, sie fragen sich hier durch, sie planen und sie versuchen die Auswanderung gut vorzubereiten. Wir werden nicht ganz nach Schweden ziehen, aber wir wollen sehr viel Zeit dort verbringen. Dafür haben wir vorgesorgt und uns dort bereits ein passendes Haus gekauft.
Ich würde ja niemanden überreden, das Land zu verlassen, wenn er sich hier wohlfühlt und Arbeit hat. Aber es bleibt doch jedem überlassen, sich sein Leben so einzurichten, wie man es möchte. Deshalb gehen die Unterstellungen von manchem Forumsteilnehmer , man sei republikflüchtig an mir vorbei. So wie ich mir meine Bekannten danach aussuche, ob sie zu uns passen, kann ich mir auch meinen Wohnort danach aussuchen, wie ich es gerne hätte. Ich finde es besonders erstaunlich, dass bereits Ausgewanderte die noch in Deutschland lebenden von einem Zuzug nach Schweden abhalten wollen. Man ist ja nicht so blauäugig, dass man denkt, dass einem in Schweden die gebratenen Tauben in den Mund fliegen.
Es gibt aber genug Gründe wie z.B. bessere Vereinbarkeit von Beruf und Kindern, besserer Gleichberechtigungsgedanken, bessere Landschaft und nicht so hohe Bevölkerungsdichte, dass man der Heimat den Rücken kehren will. Ich finde es in Ordnung, wenn auch die Nachteile, die es in Schweden gibt, aufgezählt werden, aber nicht nachvollziehen kann ich es, wenn Auswandererwillige gleich als Versager gesehen werden.

Grüße Aelve

Coopy
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Re: "Wir sind dann mal fort"

Beitragvon Coopy » 29. Januar 2008 18:05

Hi Marvin,

ja, diese Sendung habe ich auch gesehen und bei mir gedacht: Wenn diese Leute das Bild der Deutschen im Ausland prägen, dann "gute Nacht".

Genau wie Du denke ich, die wirklichen Gründe hier aus Deutschland rauzugehen, sind (noch) nicht die wirtschaftlichen Aspekte, sondern vielmehr die politischen (was haben wir mal wieder für ein tolles Wahlergebnis am Wochenende gehabt) und/oder der von Jana angesprochene Zugewinn an Lebensqualität.

Was viele Leute, die ins Ausland gehen, vermutlich nicht bedenken: Probleme gibt es überall. Und wenn ich schon in seiner Heimat Probleme habe, potenzieren die sich im Ausland um so mehr, alleine, weil es Sprachbarrieren gibt.

Die derzeit so beliebten Auswandererdokus hier in Deutschland vermitteln das Gefühl, man habe es schon geschafft, wenn man im Ausland eine Mietwohnung und einen Kredit bekommen hat. Aber dann fangen die Probleme doch erst richtig an.

Es stimmt, wir hier in Deutschland jammern sehr gerne auf hohem Niveau. Aber selbst mir, die ich eigentlich ein sehr otimistischer Mensch ist, wird Bange, wenn ich an die (sozial)politische Entwicklung hier in Deutschland denke. Der biometrische Ausweis und die Telefonüberwachung auch ohne schwerwiegenden Grund sind vermutlich nur den Anfang. Aber was mich am meisten ängistig: Es stört offenbar kaum jemanden. Statt dessen wird in der Presse über das Dschungelcamp gesprochen (für alle nicht Deutsches-Fernsehen-Schauer: Da werden Stars und Sternchen in einem Camp ausgesetzt und müssen alle möglichen wiederlichen Aufgaben erledigen: ich sag nur: Kakerlakenbad...)

Viele Grüße, Tina

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Re: "Wir sind dann mal fort"

Beitragvon Gottfried » 29. Januar 2008 18:22

Hej Jörg!

Es sind aber nur 4-5 Leute da die alles schlecht reden. Da wäre ich ja fast auch geneigt zu sagen, vielleicht haben sich diese 4-5 ihr Umfeld selbst so geschaffen wie es ist und jetzt sind sie unglücklich.


Ich denke Du solltest jetzt einfach mal die Namen nennen der Unglücklichen und diese (und ich natürlich) auch, steigen dann aus dem Forum aus und dann sind doch alle so kuschelig glücklich.......

glada

Re: "Wir sind dann mal fort"

Beitragvon glada » 29. Januar 2008 18:31

Olli, du machst Dich darüber lustig, dass man seine Kollegen in Schweden nicht versteht, weil die kein schwedisch können. Bei uns hier werden im Musikunterricht türkische Lieder gesungen, damit die türkischen Kinder sich integriert fühlen. In dem Konzern in dem ich gearbeitet habe wurde eine Moschee errichtet, damit die Moslems einen Raum zum Beten haben. Aber es gab keine Evangelische Kirche oder eine katholische auf dem Firmengelände.


Hallo Jörg,

ich weiß nicht genau, worauf du die obige Aussage beziehst. Ich will aber weder dir noch irgend jemand anderem ausreden, nach Schweden zu kommen. Ich habe nur meine Ansicht geäußert.

@Aelve:
Du triffst Aussagen zu Deutschland und sprichst anderen ab, dir zu widersprechen, weil sie angeblich den Bezug zu Deutschland verloren haben. Einer deiner Kritikpunkte ist das deutsche Schulsystem. Gleichzeitig erklärst du, dass du Schweden paradiesisch findest. Darf ich fragen, was du über das schwedische Schulsystem weißt? Fragt doch mal im Forum, wie es ist. Vielleicht wirst du im Vergleich feststellen, dass das deutsche wirklich schlechter ist. Es besteht natürlich aus das Risiko, dass du von deiner Meinung abweichen wirst. Es liegt an dir, das Risiko einzugehen.

Oliver

Marvin

Re: "Wir sind dann mal fort"

Beitragvon Marvin » 29. Januar 2008 18:39

Schade, daß dieser gute Startbeitrag jetzt durch foreninternes Geplänkel verwässert wird.








:roll:

Sabine

Re: "Wir sind dann mal fort"

Beitragvon Sabine » 29. Januar 2008 19:23

Kontrovers diskutieren sollte erlaubt sein!Allerdings sollte dabei auch jedem seine Meinung gegönnt werden-ohne persönlich Angriffe!
Grüße
Sabine

P.S. Übrigens find ICH den Ausdruck "Unterschicht" herabwürdigend !

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Re: "Wir sind dann mal fort"

Beitragvon Aelve » 29. Januar 2008 19:33

Hej Glada,

ich spreche Dir Deine Meinung nicht ab, wenn Du eine gute Meinung zu Deutschland hast, dann steht es Dir frei, dort glücklich und zufrieden zu leben. Aber ich spreche jemanden ab, über andere zu entscheiden, ob sie in Deutschland bleiben wollen oder nicht und ob sie Gründe haben, auszuwandern oder nicht.
Ich kenne genügend Leute, die bereits seit 2 bis 5 Jahren in Schweden leben, und die ich nach den Schulbedingungen in Schweden befragt habe. Alle haben übereinstimmend gesagt, dass das Schulsystem in Schweden sehr viel besser ist als in Deutschland, es ist humaner und zielt darauf ab, auch Kindern mit einer Schwäche eine Chance zu gewähren bzw. die Schüler positiv zu beeinflussen. Das Aussortieren von Schülern, was hier in Deutschland an der Tagesordnung ist, hier habe ich speziell von Schleswig-Holstein sehr viele negative Kenntnisse, finde ich persönlich mehr als kurzsichtig. Jeder hat seine Erfahrungen, meine Erfahrungen hinsichtlich Schule sind wirklich krass, da spreche ich Leuten, die behaupten, es liege an einem selbst, die Kompetenz dafür ab, das zu beurteilen.
So wie ich keinem vorschreiben würde, ob der in Deutschland glücklich lebt, so erwarte ich auch, dass mir keiner vorschreibt, was ich zu lassen und zu tun habe. Nur weil jemand aus schlechten Erfahrungen heraus ein Land verlassen will oder wegen besserer Bedingungen für seinen Bereich das Land wechselt, muß nicht blauäugig sein oder versagt haben.
Ich finde, dass diese Formulierungen zu allgemein gehalten sind und würde mir wünschen, dass man versucht, sich in die Lage anderer zu versetzen, anstatt die Negativbeispiele von Fernsehsendungen heran zu führen.
Vorhaltungen wie, jemand der in ein anderes Land zieht, würde im eigenen Land nicht zurecht kommen, halte ich für wenig hilfreich. Anders hört es sich an, wenn man an konkreten Beispielen die Nachteile, die sich in Schweden ergeben, aufzeigt ohne jemanden zu nahe zu treten.
Grüße Aelve


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