"Wir sind dann mal fort" +Unterschiede Schulsystem

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Nyckelpiga
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Re: "Wir sind dann mal fort" +Unterschiede Schulsy

Beitragvon Nyckelpiga » 8. Februar 2008 15:03

Äh ziemlich heiße Diskussion muß ich sagen,
aber auch für mich hoch Interressant und sehr informativ.

Trotz alle dem ist Schweden für mich immer noch eine Auswanderung-Wert, ich muß nur noch mehr an der Ausführung feilen... ! :lol:
Aber ich hab da noch ne Frage gehabt, auf die ich in Euren Texten leider keine Antwort finden konnt.
Vielleicht könnte sie mir ja noch Jemand beantworten...? :roll:
Wie ist die Zusammenarbeit mit Lehrern im Allgemeinen bei Euch?

Liebe Grüße Nyckelpiga

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Re: "Wir sind dann mal fort" +Unterschiede Schulsy

Beitragvon Skogstroll » 8. Februar 2008 15:30

Die Zusammenarbeit von Eltern mit Lehrern oder von Lehreren untereinander?
Eigentlich ist es egal, wie woanders auch hängt das stark von der jeweiligen Schule und vom individuellen Lehrer ab, nicht vom Land, in dem die Schule steht.
Mit der Klassenlehrerein unserer Tochter an besagter Dorfschule ist das überhaupt kein Problem, an dem Gymnasium, an dem meine Frau arbeitet, eher eine Katastrophe. Dazwischen ist alles möglich.

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Re: "Wir sind dann mal fort" +Unterschiede Schulsy

Beitragvon Aelve » 8. Februar 2008 16:22

Hallo Anja,

ja, die Diskussion wird wirklich langsam heiß und ich vermisse auch mal in deutsch verfasste Links über die so schlechte Situation in Schweden. Schließlich sind wir hier ja im deutschen Schwedenforum.

Und auch ich könnte beispielsweise sagen, wozu schreiben hier frustrierte Lehrkräfte, die nach Schweden ausgewandert sind über die ach so schlechte Situation in dem Land, welches sie sich selbst ausgesucht haben. Schade, dass hier so wenige schwedische Lehrer vertreten sind, die ihr Schulsystem mal aus ihrer Sicht darstellen.

Hier nun mal ganz aktuell ein Link zur gestrigen ZDF Sendung über Schule:

http://maybritillner.zdf.de/ZDFde/inhal ... 66,00.html

In der Sendung waren sich fast alle einig, dass Schüler in Deutschland kein kindgerechtes Leben mehr haben.

Ist das auch in Schweden so, dass Kinder keine Zeit mehr für Spiel, Spaß und Freizeit haben und auch keine Zeit mehr, außerhalb der Schule einem Hobby nachzugehen?



Grüße Aelve
Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun.
( Goethe)
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Re: "Wir sind dann mal fort" +Unterschiede Schulsy

Beitragvon nysn » 8. Februar 2008 16:41

"Ist das auch in Schweden so, dass Kinder keine Zeit mehr für Spiel, Spaß und Freizeit haben und auch keine Zeit mehr, außerhalb der Schule einem Hobby nachzugehen?"

Hallo Aelve,
das kannst du dir jetzt ganz nach Belieben aussuchen - hier mal die Zeiten, die mein Sohn in der 7. Klasse in der Schule verbringt - Hausaufgaben werden dort übrigens nicht mehr gemacht, in seinem Alter gibt es kein "Fritids" mehr, die machen wir dann abends:

An 3 Tagen die Wo: 8.10 bis 15.30 Uhr
1 Tag/Wo: 8.00 - 16.00 Uhr
1 Tag/Wo: 8.00 - 13.30 Uhr

Jetzt kannst du noch Fahrzeiten von und zur Schule dazu rechnen - also z. B. von Älvsered nach Falkenberg morgens/abend ca. + 30 Minuten?

Übrigens, bin keine frustrierte Lehrerin - nur Mutter und ganz zufällig hier in Schweden gelandet. Mit dem Dagis und der Betreuung im Fritids bis zur 4. Klasse war ich übrigens sehr zufrieden.

Man darf auch nicht vergessen, die allermeisten Kinder kommen nach Hause und beide Elternteile sind dann noch in der Arbeit. Freizeitaktivitäten finden daher meistens in konzentrierter Form am Wo-Ende statt - für berufstätige Eltern eine wahre Erholung.

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Re: "Wir sind dann mal fort" +Unterschiede Schulsy

Beitragvon HeikeBlekinge » 8. Februar 2008 17:00

"Ist das auch in Schweden so, dass Kinder keine Zeit mehr für Spiel, Spaß und Freizeit haben und auch keine Zeit mehr, außerhalb der Schule einem Hobby nachzugehen?"


Nein, bei uns nicht.
Und das auch aufgrund dessen, das sie nach der -zugegeben teilweise recht langen- Schulzeit wahrscheinlich nicht mehr stundenlang und frustriert über Hausaufgaben sitzen müssen.
Meine Jungs haben neue Hobbys gefunden: Drechseln, kochen (sehr zur Freude ihrer Mutter-grins), sind den Pfadfindern beigetreten, angeln und jagen. Und sie sind begeisterte Fußballer.

Somit sind sie, neben Besuchen von oder bei ihren Freunden, freizeitmäßig gut und zufrieden ausgefüllt. Und zudem mit recht sinnvoller Beschäftigung denke ich.
Das erste was Bekannte oder Familienangehörige bei einem Besuch in D über sie meinten - nach ein paar Monaten an der schwedischen Schule:
"Sie erscheinen aber sehr ausgeglichen, ja sozusagen fast glücklicher als früher!"

So unsere persönliche Erfahrung.

Hälsningar
Heike

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Re: "Wir sind dann mal fort" +Unterschiede Schulsy

Beitragvon glada » 8. Februar 2008 20:23

Es kann in diesem Beitrag der Eindruck enstehen, dass manche in Schweden lebenden Deutsche durchweg unzufrieden mit den schwedischen Schulen sind. Das liegt meines Erachtens jedoch daran, dass versucht wird, ein Gleichgewicht zu den teils völlig überzogenen Vorstellungen, die hier manchmal im Forum geäußert werden, herzustellen. Um das deutlich zu machen: Unsere Kinder fühlen sich an ihrer Schule sehr wohl. Es gibt vieles, was ich schlicht toll findet, an andere Dinge kann ich mich stören aber damit werde ich leben müssen. Ich bin aber genauso überzeugt, dass sich unsere Kinder an einer deutsche Schule wohlfühlen würden. Auch da gäbe es sicherlich Dinge, die mich stören würden, mit denen ich aber auch leben müsste.

Mein Sohn plagt gerade die große Angst, weil eine Klassenkameradin vor kurzem wieder zurück nach Deutschland ziehen musste, denn die Eltern haben auch gehört, dass in Schweden alles viel besser ist ohne sich genauer zu informieren. Als sie dann nach einem halben Jahr wieder kleinlaut abgezogen sind, mussten vor allem die Kinder darunter leiden. So auch unser Sohn, dem wir nun immer mal wieder bestätigen müssen, dass wir nicht so einfach wieder zurückkehren werden.

Es ist also nicht nur naiv, sondern auch schlicht unverantwortlich, mit überhöhten Vorstellung zu posaunen, wenn man sich nicht wirklich gründlich informiert hat.

Was ist jedoch kaum nachvollziehen kann ist, warum man sich bei weitreichenden Frustrationen hinter Rentenansprüchen verstecken muss, wenn man doch so viel herrlicher in Schweden leben kann. Mir wäre meine Gesundheit um mein Wohlbefinden doch sehr viel wichtiger als Geld. Sonst wäre ich wohl auch nie nach Schweden gezogen...


Oliver

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Re: "Wir sind dann mal fort" +Unterschiede Schulsy

Beitragvon gundi » 8. Februar 2008 20:49

Ich kann deinem Beitrag nur zutimmen Glada, denn jede Madaille hat zwei Seiten und es ist nicht zu vergessen, dass in jeder Gruppe und sei es diesesmal die Schule, jeder Einzelne seinen Beitrag dazu leisten kann, damit das Leben in dieser Gemeinschaft gelingt.
Und jeder Mensch der Auswandern will, egal wohin auf diesem Erdball hat eben auch ein Stueck Verantwortung, damit es gelingt.
Ich fuer mich kann nur sagen, mir ist die Natur und die Ruhe mehr wert als jedes Geld.
Liebe Gruesse aus dem Bergslag Skogen
Gundi

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Re: "Wir sind dann mal fort" +Unterschiede Schulsy

Beitragvon Nyckelpiga » 8. Februar 2008 21:46

Also vielen Dank ihr Lieben für eure Reaktionen auf meine Frage.

Als Resüme ziehe ich daraus, das es mit den Lehrern genauso ist, wie bei uns.
Das ist doch mal nen Wort.
Wobei ich auch bei uns nicht alles schlecht finde und bei uns am Gym. nach den schon erzählten anfänglichen großen Schwierigkeiten, jetzt vieles besser läuft.
Auch ich habe immer noch vor in Schweden einzuwandern.
Ich habe mich einfach in Land und Leute verliebt schon nach meinem ersten Aufenthalt - bin also voll infiziert... :lol:
Und freue mich sehr auf den Sommer in Halland.
Dank euch, und da bin ich jetzt mal ganz ehrlich, habe ich jetzt keine rosarote Brille mehr auf, und weiß auf was man alles achten muß !
( bin aber keine von denen die ohne Job, Sprache einach mit 2 Kindern auf gut Glück eingewandert wäre, so naiv nun doch nicht :smt045 )
Ganz liebe Grüße an die Schweden und ich frag bestimmt immer mal wieder was nach ;-))
Nyckelpiga

Aurora

Re: "Wir sind dann mal fort" +Unterschiede Schulsy

Beitragvon Aurora » 9. Februar 2008 22:14

Aelve hat geschrieben:Hej Vinbär (och Storstadstjej),

leider oder glücklicherweise bin ich keine Lehrkraft, wie sollte ich da wohl einen Studienbesuch ein einer schwedischen Schule bewerkstelligen? Vielleicht kannst Du mir an Eurer Schule eine Teilnahme am Unterricht ermöglichen, in Deutschland kannst Du nicht mal als Eltern hospitieren, auch wenn das Schulgersetz etwas anderes aussagt. :P

Meinst du nicht, du übertreibst hier ein wenig über die deutsche Schule?
Natürlich kann man sich auch, ohne Pädagoge zu sein, eine schwediche Schule anschauen. Ferner ist es eifach gelogen, dass man als Elternteil nicht hospitieren kann.In Absprache mit dem Schulleiter und Fachlehrer ist es immer möglich, nur ob es dir was bringt, ist die Frage. Erwartest du von Schweden ein Schlaraffenland? Plötzlich haben deine Kinder dann keine Probleme mehr und werden die besten Schüler, oder wie? Warum sind sie denn auf dem Gymnasium nicht klar gekommen oder haben die geforderten Leistungen evtl. nicht erbracht und mussten auf eine andere Schule? Hast du sie vielleicht überschätzt oder falsch erzogen? Positives und Negatives wirst du an jeder Schule finden. Es gibt keine "nur schlechten" oder "nur guten" Schulen.Natürlich wird durch die ständigen Kürzungen die Arbeit der Lehrer und Sonderpädagogen auch nicht einfacher. Aber das ist schon wieder ein neues Thema. Nichts für ungut, aber überdenke mal deine Aussagen und Schwindeln bringt so wie so nichts.

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Re: "Wir sind dann mal fort" +Unterschiede Schulsy

Beitragvon Aelve » 9. Februar 2008 22:54

Hallo Aurora,

ich bin der Meinung, dass Du schnell über andere Urteile fällst, ohne die Hintergründe zu kennen. Weißt Du, was wir an Schulen erlebt haben? Meine Kinder waren nicht überfordert, aber an vielen Schulen versuchen Lehrkräfte, es den Eltern einzureden, da die Klassen überfüllt sind und sie in der Orientierungsstufe versuchen, die Klassenstärke erheblich zu reduzieren. Unsere Kinder waren bestens erzogen, nur sie waren zu ruhig und bescheiden, taten sich nicht so hervor wie vielleicht andere es tun. Dadurch wurden sie total unterschätzt. Hinzu kam, dass unsere Tochter durch Mittelohrentzündungen leicht schwerhörig war, die Lehrkräfte wußten dieses, setzten sie aber trotzdem weit nach hinten. Sie hatte aufgrund dieser Schwerhörigkeit als Kind einen Sprachfehler, dieses legten die Lehrkräfte als Dummheit aus. Unser Sohn wiederum war Legastheniker, aber die Lehrkräfte merkten es nicht. Wahrscheinlich konnte er es aufgrund sehr guter Förderung durch uns seit frühester Kindheit soweit kompensieren, dass es erst in der 5. Klassenstufe auffiel. Die Lehrer waren aber nicht bereit, den in Schleswig-Holstein gültigen Legasthenieerlaß anzuwenden und die Rechtschreibleistungen außen vor zu lassen. Obwohl Legasthenie eine Sache ist, die schulischerseits durch Förderunterricht zu lindern ist, sind die Schulen weiterhin auch nicht bereit, diesen Förderunterricht zu gewähren, lieber versuchen sie, diese Schüler auszusortieren.
Unsere Kinder sind jetzt Mitte Zwanzig, haben ein sehr gutes Abitur hingelegt auf einem Privatgymnasium, bei dem sie von extermen Prüfern in allen Fächern geprüft wurden - ohne dass Vorzensuren herangezogen wurden. Jetzt können hier wieder einige, die glauben, dass sie trotz persönlicher Beleidigung meinen, einen nicht angreifen zu wollen, ihre Sprüche loslassen. Da wir trotz schwerster Voraussetzungen, es geschafft haben, unseren Kindern eine begabungsgerechte Bildung zukommen zu lassen, stehe ich über diese Anfeindungen und falschen Darstellungen einiger weniger aus dem Forum. Was wir erlebt haben, können einige leider nicht nachvollziehen, weil sie es selbst nicht erlebt haben und einige wollen es auch nicht. Ich möchte aber den Eltern, die aufgrund erheblicher Schulprobleme eine Möglichkeit suchen, eine besser Schulzeit für ihre Kinder zu finden, Zuspruch geben, denn es gibt diese Möglichkeit in einem Land, welches keine Vorurteile gegen Legasthenie oder hörgeschädigte Kinder hegt. In Schweden werden Legastheniker nicht vorverurteilt und in Schweden geht die Bevölkerung auch mit Behinderungen von Schülern, sei es in körperlicher Form oder in einer Form, die nicht auf den ersten Blick zu sehen ist, sehr viel anders als Deutschland um.
Vielleicht liegt es an der Mentalität der Schweden, diese Probleme besser verarbeiten zu können, ich finde es beschämend für ein Land, Personen mit einem kleinen oder großen Handikap ins Abseits zu stellen.

Grüße Aelve
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