will Restaurant in S eröffnen

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Imrhien
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Re: will Restaurant in S eröffnen

Beitragvon Imrhien » 19. Januar 2009 13:36

Als langfristige Idee könnte ich mir vorstellen, dass man sich erst mal als Koch oder so in einem bestehenden Laden bewirbt und da arbeitet und Geld verdient. Dann kann man in Ruhe die Lage sondieren und findet vielleicht mit der Zeit genau die richtige Marktlücke um so etwas wie die Suppenküche oder was auch immer zu eröffnen. Wer weiss? In Göteborg sind genug Touristen... Die Schweden sind eh schon mehr gewöhnt da, da gibt es mehr Nationalitäten und entsprechend mehr Restaurants. Aber ich würde mich auf alle Fälle vorher absichern. Die Erfolgsquote ist wohl eher niedrig...

Grüße
Wiebke

blueII
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Re: will Restaurant in S eröffnen

Beitragvon blueII » 19. Januar 2009 13:46

Steppenwolf hat geschrieben:Und wenn ihr zudem noch deutsche Imbisswuerste und deutsches Brot anbieten wuerdet wäre das traumhaft. Darueber wuerden sich exildeutsche wie auch Touristen freuen, denn schwedische Wuerste und Brot sind scheusslich.


PRIMA Gedanke, aber ich vote selbstlos für G Ö T E B O R G

Eindeutig der bessere Standort :wink: :wink: :wink:

LG
Heike

NoSuppe

Re: will Restaurant in S eröffnen

Beitragvon NoSuppe » 19. Januar 2009 13:47

In Schweden betrachtet man Suppe nicht als "richtiges" Essen, allenfalls als Vorspeise bzw. donnerstags die klassische "ärtsoppa med fläsk", die ist akzeptiert. Es wird vermutlich noch 5-10 Jahre dauern, bis sich hier in Schweden die Erkenntnis durchgesetzt hat, dass Suppe durchaus eine runde, sättigende, eigenständige und vor allem sehr leckere Angelegenheit sein kann. In Örebro (zentrale Innenstadt) gab es mal ein Suppenlokal (Bettans Matcafé) , wo die ersten Jahre gästemässig ziemliches Schweigen im Walde war. Es gab dort aber auch diverse Kuchen und Kaffee sowie Pies mit Salat, so dass die schwedische Inhaberin nicht sofort pleite ging, denn Fikapaus mit Kaffee und (schwedischem) Kuchen geht ja immer irgendwie, bei richtiger Lage. Nach einiger Zeit wurden jedoch ihre (deftigen, kräftigen, reichhaltigen) Suppen aller Art und Nationalität (dazu Salat, Butter, Brot und Getränke) so beliebt, dass die Leute in der Woche jeden Mittag bis auf die Strasse Schlange standen - Bettans Suppen waren der Renner! Zu recht - denn sie waren köstlich! Leider verliebte sich die Inhaberin in jemanden, der ganz woanders wohnte, zog weg- und wir hatten dann keine Suppe mehr :(

Diese Erfolgsstory halte ich aber für sehr einzigartig und ungewöhnlich. Ich glaube, wenn ich privat einem Schweden nur Suppe vorsetzen würde, würde er nach Hause gehen und sagen, er hätte kein richtiges Essen bekommen und dass ich vermutlich geizig wäre... Ich habe auch mal für grippekranke schwedische Nachbarn (eine sehr leckere und reichhaltige) Hühnersuppe gekocht...die haben sie nicht angerührt. Was der Bauer nicht kennt... - dass "frisst" er nicht - das gilt für Schweden noch VIEL mehr als für Deutschland.

Und die Behörden hier sagen immer zu allem JA und TOLL, denn sie wünschen sich Steuerzahler. Auf die würde ich persönlich nicht viel geben, denn reden ist billig. TUN wäre schön, aber meistens passiert: GAR NIX!

Viel Glück!

Susanne

nysn

Re: will Restaurant in S eröffnen

Beitragvon nysn » 19. Januar 2009 14:10

Für ganz unmöglich halte ich es nicht, die Idee mit den Suppen - zumindest nicht für die "Großstädte".

Die Schweden sind schon leicht zu haben, was neue Trends anbelangt - vor allem, wenn sie aus den USA kommen. Das kleine Suppenlokal in Göteborg richtet sich wohl auch eher danach aus - also Suppe + Bagels + Caffeelatte. Daneben auch Catering.

In New York gab es viele solcher Klein-Küchen - eine Art großer Imbisswagen - die sich vor den großen Bürohäusern um die Mittagszeit aufgestellt hatten und in der halbstündigen Mittagspause strömten massenhaft Angestellte aus den umliegenden Büros herbei, um draußen ihren Lunch zu essen oder abzuholen. Es gab einfach alles - von Sandwiches, über Indisch und eben auch Suppen. Nun ist ja Stockholm oder Göteborg nicht direkt N.Y. - aber doch "fast". :wink:

Schwieriger dürfte es wohl sein mit dem Deutsch-deftigen, Rustikalen - besonders die Würste könnten schwierig sein - auch wenn sie selbst keine guten Würste haben, so haben sie auch nicht den deutschen Geschmack. Sie lieben es einfach weich, cremig und süß in allen Variationen. Und dann mögen sie wohl auch nicht so die Betonung auf "Deutsch" - es sollte eher schick, amerikanisch klingen - also Soup and Pie oder vertraut schwedisch, wie eben "Bettans soppkök" oder "Moster Emmas goda soppor" oder so ähnlich.

S-nina

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Re: will Restaurant in S eröffnen

Beitragvon snoopy » 19. Januar 2009 14:35

Herzlichen Dank für die rege Teilnahme, ich bin total überwältigt. Wie bereits erwähnt werden wir am 19.-23.02.09 zu Euch nach S kommen. Gerne möchte ich Euch anschließend berichten, was wir gezielt erreicht haben.
Auch die superinfo, sich über die Eßkulturen zu informieren, sowie der Link zu Hennet ist total interessant.
Schön daß es Euch in unseren Planungen gibt.

hansbaer

Re: will Restaurant in S eröffnen

Beitragvon hansbaer » 19. Januar 2009 15:10

Die Geschichte von NoSuppe zeigt: als Existenzgründer braucht man vor allem einen langen (finanziellen) Atem, denn so eine Idee zu etablieren ist nicht leicht.

Was das Brot angeht: in den Hötorgshallen gibt es eine Bäckerei, die Brezeln und Sauerteigbrot verkauft. Viele Brotstraßenhändler haben auch ein paar annehmbare Sorten. Hemköp bei T-Centralen verkauft sogar echtes deutsches Bio-Brot. Die Vielfalt und Qualität einer guten deutschen Bäckerei wird aber nirgends erreicht.

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Re: will Restaurant in S eröffnen

Beitragvon knäul » 19. Januar 2009 15:30

Hej Snoopy,
Zu deinem Thema muss ich mich unbedingt melden.Habe vor 3 Jahren mit einer schwedischen Feldküche begonnen hier Suppe zu verkaufen.Registrierung und Genehmigung seitens der kommune ging relativ reibungslos.
Habe sogar starta eget bidrag, also etwas Gelt vom Staat bekommen.Mit Erbsensuppe begann ich auf Märkten.
Ging so la,la. Den absoluten Durchbruch hatte ich mit selbstgemachter Gullaschsuppe.Daher kann ich die bisherigen Meinungen nicht teilen.Nachher haben die Märkte angerufen ob ich mit der Suppenküche nicht auch zu ihnen kommen könnte.Deutsche Wurst hatte ich immer bei , war ein Selbstläufer.Hatte auch Aufträge
von der Pansionärsvereinigung.Haben Gullaschsuppe gebucht, jedesmal.Gibts eben nicht, war echt ne Marktlücke.
Habe vor anderthalb Jahren einen Volltagsjob erhalten und habe schweren Herzens die Suppenküche nun abgemeldet weil ichs nicht mehr schaffe.Habe an meinen durchschnittlichen Verkaufstagen so bei 1500 - 2500
schwedischen Kronen gelegen, hab aber allein gearbeitet.Und übrigens keine kassenpflicht!!

viele grüße Klaus

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Re: will Restaurant in S eröffnen

Beitragvon Franz » 19. Januar 2009 17:06

Hallo Harry

Ich habe mit Begeisterung von Deiner Idee gelesen, und finde sie echt Toll :D
Laß Dich nicht von zu vielen "gut gemeinten" Ratschlägen beeinflussen.Bedenke das Ratschläge auch Schläge
sein können. Ich bin der Meinung das Du es auf jedenfall versuchen solltest. Logisch ist aller Anfang schwer, aber Ihr kennt euch ja in dem Job aus, und wenn Ihr zusammen haltet, dann könnt Ihr euch durchbeißen.
In Schweden gibt es schon sooooviele Ausländer, das Ihr Euch vieleicht Garnicht auf schwedische Kundschaft
Fixieren müßt.
Außerdem ist es doch wichtig es zumindest versucht zu haben seinen Traum zu erfüllen. Sonst sitzt Ihr irgendwann als alte Leut vor`m TV, und guckt Euch Auswanderersoap`s an, und trauert der Zeit hinterher als Ihr noch den Mut und die Kraft hattet solche Abendteuer in angriff zu nehmen.

Meine Frau und ich wüschen Euch ganz viel Erfolg, und drücken Euch die Daumen.(in der Hoffnung mal ne`Suppe abgreifen zu können :lol: )
Gruß Franz

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Re: will Restaurant in S eröffnen

Beitragvon Franz » 19. Januar 2009 17:14

Ach ja, solltest Du noch einen Handwerker für den Ausbau Deines Restaurant`s brauchen. :D
Ich wüßte rein zufällig Jemanden.: Mich!?!

Gruß Franz

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Re: will Restaurant in S eröffnen

Beitragvon janaquinn » 19. Januar 2009 17:41

Ich denke, die Ratschläge kommen aus gutgemeinten Gründen, denn es reicht ja nicht nur ein Konzept zu haben, man muss auch die finanziellen Mittel haben, um
1. das Lokal zu kaufen oder zu pachten
2. Die Küche gastronomisch korrekt auszustatten, nur mit ne´m Eichentisch und einem Campingskühlschrank ist es nicht getan. Die Auflagen sind extrem hoch, so dürfen Fleischwaren, Gemüse und Milcherzeugnisse nicht zusammen gelagert werden. Es muss eine Trockenlager geben, wo die Trockenprodukte sicher sind...
Es muss alles aus Edelstahl sein ect...all das ist mit erheblichen finanziellen Aufwand verbunden.

3. Das Lokal muss eingerichtet werden, es muss ausreichend Besteck, Geschirr ect.. vorhanden sein
4. Die Lebensmittel, gerade Frischgemüse sind in Schweden erheblich teurer als in Deutschland, wenn alles täglich frisch gekocht wird, müssen dementsprechend Waren vorhanden sein, also muss auch Lagerraum vorhanden sein. Man sollte auch einen sehr guten Grosshändler mit vernünftigen Preisen und hoher Qualität haben, auch dass kostet Geld.

5. Das Lokal muss soviel geld monatlich abwerfen, dass die Pacht oder Rate für den Kredit getilgt ist, die laufenden Rechungen, wie Strom, Wasser, Gas und Lieferanten gezahlt werden können

Dann wie gesagt sind die schwedischen Auflagen NOCHMAL höher als die Deutschen Auflagen, die ja kaum zu toppen sind.

Am Ende arbeitet Harry mehr dafür um den Laden und sich über Wasser zu halten, als dass er wirklich was vom Leben hat.

Ein Kompromiss wäre die Idee von Knäul, einfach auch aus Werbetechnischen Gründen: Ne´alte Gulaschkanaone kaufen, z.B.aus alten DDR-Beständen, und damit im Sommer über die Märkte der Region tingeln. Einfach probieren, was kommt an, was eher nicht und wie die Schweden drauf reagieren. Direkt fragen, ob sie es sich vorstellen in ein solches Lokal zu gehen und was es IHRER Meinung bieten sollte.
Schliesslich lebt nur ein Bruchteil Ausländer in Schweden, der Rest sind leider Schweden...naja und die sind nunmal....etwas schwierig beim Essen, schon allein wegen der dutzenden Allergien...

LG JANA
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