Wieder mehr staatliche Kontrolle über Apotheken

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Wieder mehr staatliche Kontrolle über Apotheken

Beitragvon svenska-nyheter » 17. April 2014 11:56

Die Sozialdemokraten wollen im Falle eines Wahlsiegs im Herbst die staatliche Kontrolle über den Apothekenmarkt stärker ausweiten.

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(Diese Schweden-Nachricht stammt von SR International. Nachdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung von Radio Schweden.)

Speedy
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Re: Wieder mehr staatliche Kontrolle über Apotheken

Beitragvon Speedy » 17. April 2014 17:21

Wenn man dann die verschriebenen Mittel Auch wirklich bekommt und nicht irgendein Billigprodukt mit diversen Nebenwirkungen, wie bei meinem Mann geschehen, habe ich nichts dagegen.

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Re: Wieder mehr staatliche Kontrolle über Apotheken

Beitragvon vibackup » 17. April 2014 18:13

Speedy hat geschrieben:Wenn man dann die verschriebenen Mittel Auch wirklich bekommt und nicht irgendein Billigprodukt mit diversen Nebenwirkungen, wie bei meinem Mann geschehen, habe ich nichts dagegen.

Falls du die prinzipielle Austauschbarkeit der als wirkungsgleich beurteilten Medikamente meinst: nein, das wird sich eher nicht ändern.
Das gab es schon vor dem Ausverkauf des Apotekenmonopols und hat Schweden ein wenig aus der Abhängigkeit von der Pharmaindustrie befreit, weil es eben dadurch wieder Konkurrenz auf dem Markt gab.
Was die meisten nicht wissen: erstaunlich oft sind die "Billigprodukte" exakt dieselben Tabletten, vom selben Hersteller in derselben Fabrik mit den selben Maschinen und demselben Verfahren gemacht, dann umgelabelt und als Genericum verkauft.
Der Sinn für die Pharmaindustrie besteht darin, ihre Produktionsanlagen dennoch anwenden zu können, und Gewinn macht man auch mit den niedrigen Preisen noch.

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Re: Wieder mehr staatliche Kontrolle über Apotheken

Beitragvon meckpommbi » 18. April 2014 10:18

bisher dachte ich das diese generika generell die gleiche zusammensetzung haben ?????
gruss birgit

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Re: Wieder mehr staatliche Kontrolle über Apotheken

Beitragvon stavre » 18. April 2014 10:39

sehr interessant!!!!!!!!!!!!!!!!!

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Re: Wieder mehr staatliche Kontrolle über Apotheken

Beitragvon Gitti » 18. April 2014 10:48

Mir passiert es auch ständig dass ich mal das und mal das Produkt bekomme. Da heißt es dann immer, die wirksame Substanz ist die gleiche. Aber was sonst noch für Sch.. drin ist und was man dann für Nebenwirkungen hat, sagt keiner. Neulich hat mir eine Apothekerin (oder vielleicht nur eine Hilfskraft) abgeraten, den Beipackzettel zu lesen. Naja, irgendwie hat sie ja sogar recht, wenn man die Nebenwirkungen liest. Das beste ist, wenn man keine Medikamente braucht. Übrigens, wenn man zuzahlt, bekommt man das was auf dem Rezept steht. Mitunter sind es nur ein paar Kronen. :wink:
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Re: Wieder mehr staatliche Kontrolle über Apotheken

Beitragvon stavre » 18. April 2014 10:52

Übrigens, wenn man zuzahlt, bekommt man das was auf dem Rezept steht. Mitunter sind es nur ein paar Kronen. :wink:

und man wird dann angeschaut ,als ob man nicht mit dem billigen arzneimittel zufrieden ist :oops:

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Re: Wieder mehr staatliche Kontrolle über Apotheken

Beitragvon vibackup » 18. April 2014 11:23

meckpommbi hat geschrieben:bisher dachte ich das diese generika generell die gleiche zusammensetzung haben ?????
gruss birgit

Nicht immer; manchmal werden bestimmte Hilfsstoffe ausgetauscht, was z.B. zu einer etwas schnelleren oder langsameren Freisetzung im Darm oder ähnlichem führen kann.
Innerhalb gewisser Grenzen gibt es die Auffassung, dass das nicht zu klinisch messbaren Effekten (wenn man vom des Placebo/Noceboeffekt absieht, der ja dadurch hervorgerufen wird, dass der Patient weiß, dass eine andere Tablette verwendet wird) führt.
In Einzelfällen aber, in denen man bei der Freisetzung der Substanz keine noch so kleine Varianz erlauben will (Antiepileptika zur Behandlung der Epilepsie), hat man für meines Wissens ein Präparat die Gleichwertigkeit für diese Anwendung als nicht gegeben beurteilt; dieses Genericum kann nicht automatisch ausgetauscht werden.
Genau wie Gitti schreibt: immer kann der Patient gegen Aufzahlung verlangen, genau das verschriebene Präparat zu erhalten.

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Re: Wieder mehr staatliche Kontrolle über Apotheken

Beitragvon vibackup » 18. April 2014 12:37

Gitti hat geschrieben:Aber was sonst noch für Sch.. drin ist und was man dann für Nebenwirkungen hat, sagt keiner.

Doch, die genaue Zusammensetzung geht sogar sehr einfach zu erfahren:
du gehst auf http://www.fass.se, suchst dein Medikament (bei allmänhet bleiben, nicht zu vårdpersonal wechseln, sonst stimmt die Anleitung nicht) und schaust den Abschnitt "Innehållsdeklaration" an.

Die unter den Studien aufgetretenen oder danach gemeldeten Nebenwirkungen findest du unter "Eventuella biverkningar". Den Sinn dieses Abschnittes an sich kann man kaum bezweifeln, wohl aber dessen Zustandekommen, das zu einer Überschätzung der Gefahren führt.

Warum?
OBS: jetzt folgt eine lange Erklärung


Bei einer Studie muss der Tester alle "adverse events" melden, auch, wenn einem Patienten ein Dachziegel auf den Kopf fällt. Soweit erstmal nicht merkwürdig, der Tester ist ja "blind" dafür, ob der Patient Placebo oder Verum erhalten hat.
Dann wird in einem Schritt beurteilt (das macht noch der Tester "draussen"), wie wahrscheinlich ein Zusammenhang zwischen der Studie und dem "adverse event" ist.
Da der Tester blind ist, wird der natürlich den Bezug zum Verum (dem wirksamen Mittel) herstellen und in der Tendenz die Gefahr überschätzen; mit anderen Worten: alles, was nicht glasklar keinen Zusammenhang haben kann (der Dachziegel), wird als möglich oder wahrscheinlich in unterschiedlichen Graden eingestuft.
Nach der Datensammlung wird der Code gebrochen, das heißt, jetzt wird bekannt, welche Patienten Verum und welche Placebo hatten.
Danach dürfen keine Daten mehr in die Datenbank, alle nicht eingelieferten Daten bis dahin sind verloren.

Jetzt wird ein Versuch gemacht, das Auftreten von Nebenwirkungen zwischen Verum und Placebo zu vergleichen, um eine Auffassung des Effektes des Mittels (und nicht der Tatsache, dass man überhaupt eine Tablette genommen hat) zu erhalten.
Bis hierher finde ich den Gang vernünftig und logisch, mit einer gewissen Gefahrenüberschätzung im ersten Schritt, aber das ist akzeptabel.

Jetzt aber kommen die ökonomischen Interessen der Industrie ins Spiel. Was man auf keinen Fall will (nicht aus Menschenfreundlichkeit, sondern weil das ein Mittel auf dem Markt "töten" kann), ist, erfolgreich verklagt werden zu können.
Man schreibt also alles in diese Listen, was auch nur irgendwie mit dem Mittel zusammenhängen könnte, was zu den bekannten, ewig langen Nebenwirkungslisten führt.
Damit ist man auf der sicheren Seite, denn jetzt liegt ja die Verantwortung beim Verschreiber und nicht mehr bei der Industrie.

Aber: die Pharmavertreter halten sich im Gespräch mit uns nicht an diese schriftlichen Informationen, sondern können durchaus Gefahren herunterspielen, auch wirklich existierende. Die können also durchaus lügen, auch wenn sie oft so schlecht ausgebildet sind, dass ich glaube, dass sie in der Regel nicht verstehen, was sie da sagen, sondern das in Schulungen vermittelte einfach herunterbeten. Ich gehe in der Regel nicht zu solchen Informationen, außer wenn es sich wirklich um eine Neuigkeit handelt oder wenn ich weiß, dass meine Ausbildungsärzte dort sind.
Vorher sehe ich zu, dass ich mich schlau mache, soweit das geht (Pubmed existiert), und ich esse nur, was ich selber bezahle.
Das gibt mir die Freiheit, unartig zu sein; wenn da Informationen auftauchen, die mir unwahrscheinlich erscheinen oder im Kontrast zu den mir verfügbaren Daten stehen, dann beginne ich eine "Diskussion"... es ist manchmal traurig, zu sehen, wie schnell diese Leute an den Rand ihrer pharmakologischen Kompetenz zu bringen sind.

Schade um diese Menschen, aber im Interesse meiner Ausbildungsärzte muss das sein.
Mit anderen Worten: im Direktkontakt mit Pharmareferenten werden Gefahren und Nebenwirkungen in der Tendenz unter- und in der schriftlichen Dokumentation in der Tendenz übertrieben. Beides im Dienste der ökonomischen Interessen des jeweiligen Unternehmens.

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Re: Wieder mehr staatliche Kontrolle über Apotheken

Beitragvon meckpommbi » 18. April 2014 14:03

mmm dann werde ich wohl in zukunft zahlen danke fuer die antwort


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