Wie sind eure Kinder damit klar gekommen?

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Ollewa
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Wie sind eure Kinder damit klar gekommen?

Beitragvon Ollewa » 2. Oktober 2007 12:38

Hallo,
ich bin neu hier, habe schon sehr viele gute Informationen aus eurem Forum gewonnen.
Mich würde interessieren, wie eure Kinder mit dem Auswandern klar gekommen sind?
Erzählt doch mal, wie alt waren die Kinder, wie viele , und wie ist es ihnen ergangen.


Ollewa

Zschirli

Re: Wie sind eure Kinder damit klar gekommen?

Beitragvon Zschirli » 2. Oktober 2007 13:02

Hi Ollewa,

wir als Patchworkfamilie duerfen mit Stolz auf 4 Kinder schauen. Die Juengsten (fast 2, 4, 8 ) kommen doch erstaunlich gut mit der Auswanderung klar! Im Ernst, in vielen Dingen geht es ihnen hier besser als in Deutschland. Und auch ihre Entwicklung gestaltet sich viel viel positiver als es uns in Deutschland (von Kinderärzten, Psychologen usw.) vorhergesagt wurde! Um nur ein Beispiel herauszugreifen: unser Grosser war in Deutschland in der ersten Klasse immer der Bösewicht, Störfaktor, der Dumme. Das ging so weit, dass er aus der Klasse richtig ausgeschlossen war (kann man da schon von Mobbing reden?) und fuehrte dahin, dass die Lehrer förmlich weggesehen haben, als ihm seine Klassenkameraden den Mittelfinger gebrochen haben (mutwillig oder nicht). Das Lernergebnis war natuerlich klar - und er sollte die 1. Klasse wiederholen.
Das macht er nun seit ein paar Wochen hier. Und, oh welch Wunder, er ist das liebste Kind auf Erden, hat Freunde, lernt, integriert sich, hat Spass an der Schule ... und von seinem (angeblichen) ADHS, auf das er in Deutschland sogar mit Medikamenten behandelt wurde, ist hier rein gar nichts mehr uebrig geblieben. Ich will hier nichts beschönigen, es gibt schon noch so Momente, da :twisted: ... naja, aber die kommen doch ueberall vor, nicht?

Und das Vermissen und das Heimweh nach Oma und Opa hält sich dank Skype und gelegentlichen Päckchen auch mehr in Grenzen, als ich dachte.

Unser ganz grosses (viertes) Patchworkkind (9) hat es da schon schwerer. Der lebt in Deutschland bei seiner Mama - hat er aber auch vorher schon getan. Und dank Skype hält er das auch recht gut aus. Immer mit der Aussicht, die Sommerferien (so komplett wie möglich) hier zu verbringen...

Kurz: ein Auswandern mit Kindern ist nicht einfach, aber durchaus möglich und fuehrt im Endeffekt vielleicht sogar zu einer Verbesserung fuer die Kinder...!
Nichtsdestotrotz sollte man sehr gut und genau darueber nachdenken und sich informieren - ich entneheme deiner Frage hier, dass du aber genau das tust.

Wuensche dir jedenfalls alles Gute!
Nicole

Eva
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Re: Wie sind eure Kinder damit klar gekommen?

Beitragvon Eva » 2. Oktober 2007 18:47

Hallo zusammen!

Ich möchte einmal aus Sicht eines Kindes berichten wie es ist ins Ausland zu gehen. Ich bin selbst gebürtige Schwedin, bin aber mit 7 Jahren nach Frankreich gezogen und dann mit 12 Jahren nach Deutschland aufgrund des Berufes meines Vaters.

Der Umzug mit 7 Jahren nach Frankreich war überhaupt kein Problem; ich habe mich sehr schnell eingelebt, sehr schnell die Sprache gelernt - war alles gar kein Problem. Ganz anders sah es dann mit 12 Jahren aus. Ich habe wahnsinnig lange gebraucht bis ich mich wohl gefühlt habe - ich hatte wahnsinnig heimweh nach meinen Freunden und meinem zuhause - ich habe auch viel länger gebraucht um Deutsch zu lernen wie mein 2 Jahre jüngerer Bruder.

Meine Meinung ist, daß man bis zu einem gewissen Alter überhaupt keine Probleme mit einem eventuellen Umzug ins Ausland hat, aber ab einem gewissen Alter wird es schwierig und man sollte dies als Eltern berücksichtigen und auch mit in die Planung einbeziehen.

Ich habe selbst keine Kinder, hätte ich aber welche, würde ich nur bis zu einem gewissen Alter meiner Kinder ins Ausland gehen - danach nicht mehr oder ich müßte eben im Ausland bleiben, wenn meine Kinder zu alt wären um wieder aus ihrem gewohnten Umfeld wieder herausgenommen zu werden.

Eva.

Manty

Re: Wie sind eure Kinder damit klar gekommen?

Beitragvon Manty » 2. Oktober 2007 19:43

"würde ich nur bis zu einem gewissen Alter meiner Kinder ins Ausland gehen - danach nicht mehr oder ich müßte eben im Ausland bleiben, wenn meine Kinder zu alt wären um wieder aus ihrem gewohnten Umfeld wieder herausgenommen zu werden."

Dem stimme ich zu! Wir haben uns als Grenze gesetzt, spätestens, wenn unser in die Schule kommt, eine Entscheidung darüber zu treffen, ob wir hier bleiben oder zurück nach D gehen, wenn wir dann noch in S sind. Sollten wir dann entscheiden, in S zu bleiben, dann sollte diese Entscheidung auch für eine lange Zeit unserem Kind zuliebe bestehen bleiben.
Des weitern kann ich besteueren, daß unser gegenwärtig mit seinen 20 Monaten prima und sofort mit der neuen schwedischen Umgebung klar kam. Da er sowieso noch kein fließend deutsch spricht, ist es auch mit der Sprache absolut kein Problem. Er kann jetzt sogar schon drei schwedische Worte! :smt026
Er hat allerdings seit seiner Geburt Kontakt zu Schweden gehabt. Ich weiß nicht, ob das bei der Gewöhnung eine Rolle gespielt hat, aber ich denke mal, daß er vielleicht auch noch zu klein ist, um den Unterschied zwischen den Sprachen zu merken.

Storstadstjej

Re: Wie sind eure Kinder damit klar gekommen?

Beitragvon Storstadstjej » 2. Oktober 2007 20:08

Eva hat geschrieben:Meine Meinung ist, daß man bis zu einem gewissen Alter überhaupt keine Probleme mit einem eventuellen Umzug ins Ausland hat, aber ab einem gewissen Alter wird es schwierig und man sollte dies als Eltern berücksichtigen und auch mit in die Planung einbeziehen.


Das unterschreibe ich als mitausgewandertes Kind direkt!
Sehr gut ist es meiner Meinung nach das Kind, egal in welchem Alter, auf die "Kindkultur" des neuen Landes vorzubereiten. Kinderlieder und Geschichten des neuen Landes gibt es ja in Buch und CD-Form. Ist ja blöd, wenn alle Kinder im Kindergarten "Ja må han leva" singen und das eine einzige Kind hat es noch nie gehört.
Und was ich noch für sehr sehr wichtig halte ist die Vorbereitung der Eltern - einfach ein weitestgehendes "sich auskennen" - so gut es vom Heimatland aus geht. Unwissenheit schafft Unsicherheit und davon profitiert sicher kein Kind, im Gegenteil ich finde genau das ist eines der schlimmsten Dinge. Als Kind hat man nur einen Sicherheitsort und das ist die Familie, wenn die "sichere Hütte" wackelt, hat ein Kind es schwer, sich seiner sicher zu werden.
Letzteres habe ich aber glaube ich hier schon oft genug erwähnt :-)

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Re: Wie sind eure Kinder damit klar gekommen?

Beitragvon Skogstroll » 3. Oktober 2007 08:00

Und darunter noch eine Unterschrift!
Kleine Kinder kommen meist sehr gut damit klar, weil sie Sprache - denn die ist der Schlüssel zu fast allem - noch anders verarbeiten und eine neue Sprache in rasantem Tempo lernen. Damit haben sie bei der Integration in ihre Umgebung beste Chancen.
Ab der Pubertät sieht das grundsätzlich anders aus. Da hat sich das Sprachfenster geschlossen, und ich kenne genug Fälle aus dem Bekanntenkreis, wo die grossen Kinder eigentlich nur wieder zurück wollen und dabei auch eine Verschlechterung ihres Lebensstandards gern in Kauf nehmen.
Für kleine Kinder kann es ein echter Gewinn sein (allerdings hat man das Problem mit der Muttersprache, aber dazu wurde schon viel geschrieben), mit Teenies würde ich es sein lassen, wenn die Kinder nicht wirklich stark motiviert sind. Es kann für die Kinder eine schwere Belastung sein, schlechter Schulabschluss inklusive.

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Re: Wie sind eure Kinder damit klar gekommen?

Beitragvon janaquinn » 3. Oktober 2007 13:56

Hejsan,
noch einer der es mit unterschreibt! Unsere Tochter war 16 Monate, Yannic 6 Jahre alt, als wir nach Stockholm kamen. Wäre Yannic ein gesunder 7jähriger gewesen, hätten wir es uns wahrscheinlich 3mal überlegt diesen Schritt zu machen. Ich weiss nicht, wie gross der Schock bei ihm gewesen wäre, wenn er sich mit einem Mal nicht mehr hätte verständigen können. Nun versteht er trotz seiner hochgradigen geistigen Behinderung bereits sehr sehr viel schwedisch und kann seinen Lehrern folgen. Ich bin sehr stolz auf ihn.
Taima kommt auch sehr gut damit zurecht, aber sie wächst in die ganze Sache rein.
Wir trennen die Sprachen strikt, so wird bei uns zuhause ausschliesslich deutsch gesprochen, damit wir den Kindern die Muttersprache erhalten, was ich für extrem wichtig halte. Außerdem ist mein Schwedisch noch lange nicht soo perfekt, das ich es mir zutrauen würde mit meinen Kids schwedisch zu sprechen. Auch Yannic´s Lehrer empfehlen aussdrücklich die GEspräche mit und vor den Kinder ausschliesslich in Deutsch, da der Verlust der Muttersprache schneller geht, als man denkt.
Taima spricht mit dem Papa ausserdem noch Englisch, da beide Kinder Doppelstaatler sind.

Ansonsten kommen beide Kinder mit dem Umzug und der neuen Situation sehr gut zurecht und fühlen sich wohl.

LG JANA
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Manty

Re: Wie sind eure Kinder damit klar gekommen?

Beitragvon Manty » 3. Oktober 2007 14:03

Ja, wir sprechen auch ausschließlich mit unserem deutsch und fahren bisher ganz gut damit.

@Ollewa hast du denn Kinder? Du kannst ja auch mal hier kucken:

http://www.schwedentor.de/forum/zweispr ... ,7802.html

tyska

Re: Wie sind eure Kinder damit klar gekommen?

Beitragvon tyska » 4. Oktober 2007 10:08

Hallo,

möchte mich auch mal zu Wort melden.
Mein Ex-Mann, bei dem unser Sohn (11,5 Jahre) lebt, möchte nach Schweden auswandern. Ich habe da die größten Bedenken, weil man im dem Alter die Sprache eben nicht mehr spielend lernt. Meiner Ansicht nach wäre es besser, wenn unser Sohn bei mir in Deutschland bliebe und hier die Schule abschließen könnte.

Kennt jemand im Internet Quellen, die belegen, dass das Erlernen der Fremdsprache in diesem Alter (dann 12) nicht mehr so einfach ist wie z.B. im Vorschulalter? Je wissenschaftlicher die Belege sind, desto besser.

Gruß
tyska

Storstadstjej

Re: Wie sind eure Kinder damit klar gekommen?

Beitragvon Storstadstjej » 4. Oktober 2007 10:16

Also ich bin mit 12 Jahren nach Deutschland, mit 14 sprach ich akzentfreies Deutsch und kam in der Schule wunderbar mit. In dem Punkt kann ich Dich durchaus beruhigen, auch mit 12 lernt man die Sprache fix.
Wenn Du Gründe suchst, wieso dein Ex nicht mit dem Sohn in ein anderes Land soll, so findest Du eher etwas "handfesteres" auf der psychologischen Schiene - sprich mit einem Kinderpsychologen über Folgen eines internationalen Umzugs unter genau den Aspekten, die dem Kind blüht - wie Job, finanzielle Sicherheit, Wesen des Kindes und so weiter...


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