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Schweden
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Schweden und Norwegen - Fähre, Urlaub, Reisen & Meer

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 Betreff des Beitrags: Wie schnell habt ihr euch eingelebt?
BeitragVerfasst: 10. Januar 2010 00:59 
Hallo ihr Lieben!!

Bin neu hier im Forum! Weiß gar nicht, warum ich schon eher zu euch
gestoßen bin? :roll:

Ich bin im März 09 nach Schweden ausgewandert.
Der Grund war mein schwedischer Freund!
Ich habe vorher in Hamburg gelebt und bin dann zu
ihm nach Mjölby gezogen. Mjölby ist ne verda... kleine
"Stadt" und hat mir gar nicht gefallen.
Trotz SFI hatte ich keinen Kontakt zu anderen Leuten, was
vielleicht auch daran liegen mag, dass die meisten SFI Schüler aus
Ländern mit einer ganz anderen Kultur kommen (ca. 80% Araber).

Wir sind dann in die nächstgrößere Stadt Motala gezogen, in der
Hoffnung, dass ich einige Leute kennenlerne und mich besser
einleben kann.
Jedoch habe ich auch hier wahnsinnige Probleme Kontakte zu
knüpfen. Das kenne ich überhaupt gar nicht.
Ich habe in Deutschland viele Freunde und überhaupt nie
Probleme gehabt auf Menschen zuzugehen.
Hier sind sie sehr verschlossen und unter sich.
Vorallem die Mädels! Ich hab das Gefühl, dass die ihren Mund
nur dann aufkriegen, wenn Alkohol im Spiel ist-das hört sich
verurteilend an, ist aber wirklich so.
Ich muss dazu sagen, dass ich Schwanger bin und natürlich nichts trinke, aber
muss ich deswegen auf soziale Kontakte verzichten??
Ich dachte mir okay, im Geburtsvorbereitungskurs wirst du sicherlich
jemanden kennenlernen, Schwangere haben sich eigentlich immer
etwas zu erzählen, aber nein, falsch gedacht!
Die Männer waren imer fleißig und lustig am plappern und die Frauen haben
kaum ein Wort herausgebracht (mit mir haben die schon gar nicht geredet).
Mein Freund sagt, sie sind halt etwas schüchtern hier, aber verda... noch mal, ich würde versuchen, ein Mädel aus einem anderen Land zu integrieren, in die Gruppengemeinschaft aufzunehmen.
Wenns klappt, ist doch toll und wenn es nicht klappen sollte, hat man es zumindest versucht!

Ich fühle mich wirklich sehr sehr einsam und weiß nicht, ob ich das noch lange aushalte.
Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?
Lebt vielleicht sogar jemand von euch in Motala oder Umgebung??
Freu mich über jede Antwort!!

Ha det fint!!!!
:danke:
mio


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie schnell habt ihr euch eingelebt?
BeitragVerfasst: 10. Januar 2010 08:55 
Schwedenfreund
Schwedenfreund
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Registriert: 27. November 2006 20:51
Beiträge: 881
Wohnort: Snogeröd
Hej mio
Schade das du dich noch nicht im
Forum angemeldet hast, somit bist
du noch gar nicht im Forum sondern
Nutzer. Dadran kann es evtl. auch in
Schweden liegen. Du gehst zwar überall
hin aber gehörst eigendlich gar nicht dazu.
Was ich damit sagen möchte werde doch
einfach Mitglied durch eine Anmeldung.
Gehe den Schritt und zeige den Leuten
das du dazu gehören möchtest, auch hier
im Forum. Es wird bestimmt eine Kichen-
vereinigung geben, Chor oder Veriein.
Werde Mitglied
Gruss Haui

_________________
BildMan muss nicht jeden Berg selber besteigen,
aber man muss Wissen wer einen die Aussicht beschreibt


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie schnell habt ihr euch eingelebt?
BeitragVerfasst: 10. Januar 2010 10:41 
Ich war damals in genau der selben Situation, wie Du heute. Schwanger, ohne Freunde und vielen Fragen und Unsicherheiten.

Allerdings hatte ich ein bißchen Kontakt mit Leuten aus meinem SFI-Kurs.

Am schlimmsten war für mich, dass ich zum Thema SS und Kind so viele Fragen hatte und sie mir aber niemand so richtig beantworten konnte.

Ich hoffe, dass Du Dich schnell einlebt.

Aber spätestens mit den Krabbelgruppen sollte sich das ändern ;-) Wann ist es denn soweit?


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie schnell habt ihr euch eingelebt?
BeitragVerfasst: 10. Januar 2010 11:33 
susan_EiS hat geschrieben:
Schwanger, ohne Freunde und vielen Fr....................

Erst Lesen dann schreiben! Sie hat einen Freund!

susan_EiS hat geschrieben:
Am schlimmsten war für mich, dass ich zum Thema SS ...................

Mit dem Thema SS,NS,KZ hätte ich auch so meine Probleme!


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie schnell habt ihr euch eingelebt?
BeitragVerfasst: 10. Januar 2010 11:50 
@qwert: Es wird es langweilig mit Dir. Laß Dir doch mal was neues einfallen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie schnell habt ihr euch eingelebt?
BeitragVerfasst: 10. Januar 2010 15:29 
Schwedenfreund
Schwedenfreund

Registriert: 21. Dezember 2006 18:10
Beiträge: 436
Wohnort: Nässjö-Flisby
Hej!

Ich wohne in einem kleinen Dorf und ich muß sagen das es mir sehr gut gefällt.
Hier ist die Kontaktaufnahme mit Nachbarn einfacher, wie in einer großen Stadt.
Fühle mich hier sehr wohl und besuche viele Aktivitäten die hier statt finden.
Wie man dir schon geraten hat schließe dich irgendwo an, gibt genug Vereine und Einrichtungen.

Hälsning

Fischkopf


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie schnell habt ihr euch eingelebt?
BeitragVerfasst: 10. Januar 2010 17:20 
Stiller Beobachter

Registriert: 7. Januar 2010 16:02
Beiträge: 2
:schwedentor2: Hallo!
Ich lebe in Schweden seit 31 Jahren. Mein Mann ist Schwede und wir haben mittlerweile 2 erwachsene Kinder die ausgeflogen sind.
Wir haben immer in etwas kleineren Orten gewohnt und es war für mich gar nicht schwierig Freunde zu bekommen. Ich habe mich (ausser wenn ich Heimweh zu Eltern und Schwester hatte) immer willkommen und wohl gefühlt hier. Ich hoffe es gelingt Dir auch bald. Wenn Dein Kind erstmal da ist wirst Du schon Kontakt zu anderen Müttern mit ihren Kindern bekommen.
Alles Gute!
MarionN


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie schnell habt ihr euch eingelebt?
BeitragVerfasst: 10. Januar 2010 18:31 
Liebe Mioletta,

was Du beschreibst, ist wohl bekannt und schon vielen Einwanderern passiert. Es ist eine Realität: Viele Schweden sind tatsächlich häufig sehr reserviert und Kontakten gegenüber wenig bis gar nicht aufgeschlossen, das bemerken sogar Schweden, die lange im Ausland gelebt haben, dann wieder zurückkommen und plötzlich vereinsamen! Viele Einwanderer halten das auf Dauer nicht aus und gehen wieder zurück in ihr Heimatland. Der einzige Weg, Kontakte zu knüpfen, führt in Schweden, wie von den Vorschreibern schon aufgeführt, meistens über die Mitgliedschaft in einem Verein. Das daraus Freundschaften entstehen, ist aber auch nicht gesagt. In Schweden hält man sich an die Familie.

Einfach mal Leute in der Kneipe, im Café oder am Arbeitsplatz näher kennenlernen - das läuft in Schweden nicht oder höchsten ins den 3 Großstädten. Und wie Du ganz richtig beobachtet hast, sind in Schweden ganz besonders die Frauen reserviert.

Das von Dir genannte Problem ist schon so häufig (auch von Schweden selbst) beschrieben worden und von führenden schwedischen Psychologen und Soziologen in zahlreichen Artikeln bestätigt und in Büchern verewigt, daß Du Dir auf keinen Fall einreden lassen solltest, die Kontaktunwilligkeit der Schweden sei Dein individuelles Problem. Das ist es nicht! Sicher freut man sich mit allen, die in Schweden andere Erfahrungen machen - das ist aber die Ausnahme und nicht die Regel.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie schnell habt ihr euch eingelebt?
BeitragVerfasst: 10. Januar 2010 20:10 
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hejsan,
nicht die hoffnung aufgeben.
die schweden brauchen etwas länger, aber wenn du sie dann auf deine seite hast, ist es auch für ewig :D
in meinem winzigen örtchen hat es eigentlich sehr schnell geklappt, aber geh nie davon aus das es so ist wie in DE.
für mich persönlich ist es kein problem, da ich gerne nach einem stressigen arbeitstag meine ruhe geniese :D

liebe grüsse
älven
:smt006

_________________
Människans bästa vän ha fyra ben och kallas.....sofa


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie schnell habt ihr euch eingelebt?
BeitragVerfasst: 10. Januar 2010 20:23 
Älven hat geschrieben:
für mich persönlich ist es kein problem, da ich gerne nach einem stressigen arbeitstag meine ruhe geniese :D


Dem kann ich mich nur anschließen...die Bewirtungskosten meine Nachbarn für Ihre Freunde und Verwandte möchte ich nicht haben.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie schnell habt ihr euch eingelebt?
BeitragVerfasst: 10. Januar 2010 20:23 
Hej hej!! Danke für die Antworten!
Scheint ja recht bunt gemischt zu sein und zum Glück
haben nicht alle diese Probleme.
Dass die Schweden doch ein eher reserviertes Völkchen sind, wusste
ich vorher ehrlich gesagt nicht!
Ich war oft zu Besuch hier und da ging man viel aus und gönnte
sich ein paar Gläser Wein und die Gespräche waren sehr nett.
Das war allerdings halt nur Besuch...

Mein Freund hat fast nur männliche Freunde und da kann ich auch
nicht immer mitmischen (die finden es auch nicht sooooo interessant, wenn ich
über meine Schwangerschaft, Babykleidung usw. spreche :lol: )

Ich warte eigentlich jeden Tag auf mein Baby, Termin soll am
15.1. sein.
Ich hoffe wirklich, wirklich dass es etwas ändern wird!
Möchte nicht, dass mein Kind eine depressive Mutter hat, denn das
werde ich so langsam :cry:

Werd mich hier auch gleich mal anmelden!!

Tack alla


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie schnell habt ihr euch eingelebt?
BeitragVerfasst: 10. Januar 2010 20:28 
Mioletta hat geschrieben:
H

Mein Freund hat fast nur männliche Freunde und da kann ich auch
nicht immer mitmischen (die finden es auch nicht sooooo interessant, wenn ich
über meine Schwangerschaft, Babykleidung usw. spreche :lol: )


Auch wenn es nicht das selbe ist... ;-) Für diese Themen gibt es sicherlich auch ein forum. :lol:


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie schnell habt ihr euch eingelebt?
BeitragVerfasst: 10. Januar 2010 21:17 
Schwedenfreund
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Registriert: 8. April 2008 16:31
Beiträge: 809
Wohnort: Stockholm
Wie von den meisten Vorrednern genannt ist die Mitgliedschaft in Vereinen ein guter Weg ... Allgemein Engagemang würde ich sagen. Oder ein Kurs an der Folkhögskola.

Mir wurde bei meiner Ankunft erklärt die Schweden wären wie Ketchupflaschen, man muss sie schütteln um was raus zu bekommen. Nach meiner Erfahrung sogar mehrmals und nie zu doll ;)

Freundschaften werden hier vorsichtig geknüpft, ein paar mal Fika vorschlagen, dann mal ne Dinnereinladung und so im Laufe der Zeit merkst du ob es eine Freundschaft ist. Im Nachhinein immer brav bedanken und betonen dass es "skoj" war. Das nächste Treffen auch erst nach dem abgeschlossenen Treffen planen um ja niemanden unter Druck zu setzen. Da du mit einem Schweden zusammen bist bieten sich für euch auch Paardinnereinladungen an und die kann ja dein Freund organisieren :)

Allgemein empfiehlt es sich auch sich Bekannte zu suchen, die selber einmal im Ausland gelebt haben. Die sind oftmals aufgeschlossener. Grössere Chancen auch bei denen die weniger Freunde haben. Klingt simpel ist aber so.

Ich hab die Erfahrung gemacht, dass manche Schweden Interesse zeigen sobald ich erwähne dass ich aus D bin, da hat man plötzlich ein Gesprächsthema. Natürlich muss Schweden immer als ein wenig besser am Ende dastehen ;)

Im Internet gibts auch Seiten auf denen man sich um neue Kontakte kümmern kann. Ich war damals bei http://www.nyavanner.nu angemeldet hab aber seit der Umstellung nicht mehr reingeschaut. Gibt auch bestimmt noch andere ähnliche Seiten.

_________________
Gnäll suger, handling duger.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie schnell habt ihr euch eingelebt?
BeitragVerfasst: 12. Januar 2010 14:19 
Falls Du Dich entschließen solltest, Dich doch noch zu registrieren, könnte ich vielleicht eine Art Kontakt herstellen. Eine junge deutsche Frau, die ebenfalls in Mjölby wohn (aus Deutschland).


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie schnell habt ihr euch eingelebt?
BeitragVerfasst: 14. Januar 2010 19:52 
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Registriert: 8. Januar 2008 13:10
Beiträge: 282
Wohnort: Schweden/Småland
@ Mioletta:
Ich empfehle Dir, dass Du Dich in einem schwedischen Forum umschaust. Dort werden auch öfter lokale Treffen veranstaltet und es gibt eine Seite, in der man Kontaktgesuche aufgeben kann. Dort sind überwiegend Frauen, meist Mütter, es gibt für Schwangere eine eigene Seite, wo nur Schwangere sind, die für den gleichen Monat berechnet sind usw. Ein sehr gutes Forum, in dem ich schon seit vielen Jahren Mitglied bin. Schau mal bei www.alltforforaldrar.se rein. Oder nutze www.familjeliv.se, die Seite funktioniert ähnlich. Auch wenn Du nicht die Sprache perfekt beherrscht, bist Du dort willkommen :)

Viel Glück mit der Schwangerschaft!

Nanna


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie schnell habt ihr euch eingelebt?
BeitragVerfasst: 15. Januar 2010 19:31 
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Registriert: 26. April 2008 22:05
Beiträge: 270
Wohnort: Rosenfors (Småland)
Hejsan,

sicher ist es in einem fremden Land nicht einfach einen Neuanfang zu machen und sofort gut klar zu kommen. Vieles liegt an einem selbst, wie man es anpackt und den Einheimischen begegnet.
Wir haben uns eigentlich recht schnell und gut eingelebt und kommen auch gut klar. Wir sind jetzt im Februar zwei Jahre hier in Schweden. Wir haben erst zwei Wochen privaten Schwedisch Unterricht gemacht und danach im Mai 2008 mit dem SFI „B" Kurs angefangen. Wir sind dann im Juni in den „C" Kurs gekommen und mußten dann leider im Dezember 2008 den SFI Kurs abbrechen weil meine Frau Arbeit in einer Molkerei bekommen hat. Sie hat im Dezember 2009 nach zwei halbjählichen Zeitarbeitsverträgen eine Festanstellung bekommen. Die Arbeit ist gut bezahlt und macht Ihr großen Spaß. Da ich Frührentner bin brauche ich nicht mehr zu arbeiten und das Thema hat sich für mich erledigt.

Wir haben viele Bekannte und Freunde gefunden aber auch festgestellt was andere auch hier schon geschrieben haben das viele Schweden zwar nett und freundlich aber auch genauso stur und zurückhaltend sind. Wir haben aber auch festgestellt das je besser unser Schwedisch wird sich die Sache ändert und die Schweden auch ehr auf einen zukommen, wenn sie merken das man sich bemüht die Sprache zu lernen und sich zu integrieren. Aber man merkt das die Schweden halt nicht so schnell sind mit Freundschaften schließen und einiges länger brauchen.
Aber ich denke es liegt auch viel an anfänglichen Sprachproblemen und an einem selbst wie man den Schweden begegnet. Die Schweden, die meisten jedenfalls mögen es nämlich überhaupt nicht, wenn man großspurig und laut auftritt, sie sind ehr zurückhaltend und ruhig und das verträgt sich scheinbar nicht.
Wir fühlen uns auf jeden Fall hier in Schweden richtig wohl und wollen hier mit Sicherheit nicht mehr weg. Mit der Zeit wird es bestimmt auch noch mehr Bekanntschaften und Freundschaften mit Schweden geben. :wink: Es braucht halt alles seine Zeit.

Viele Grüße aus Småland :flagge:
Harald

_________________
Man muss dem Leben nur gelassen folgen und ihm ein Höchstmaß an Freude entnehmen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie schnell habt ihr euch eingelebt?
BeitragVerfasst: 19. Februar 2010 21:48 
@Haro: So hab ichs in den ersten Jahren auch gesehen: Man muss sich nur bemühen, sprachlich z.B., dann klappts auch mit dem Kontakt. Inzwischen hab ich (für mich) festgestellt, dass das ein Trugschluss war. Ich kann nicht richtig den Finger drauf legen, was es eigentlich ist. Nicht Zurückhaltung oder "Kühle" jedenfalls, die stört mich persönlich überhaupt nicht, eher im Gegenteil. Ich finde einfach, hier finden allzu oft zwar Begegnungen statt, aber letztlich kein Kontakt. Man bewegt sich aneinander vorbei. Es "funkt" nichts (das meine ich jetzt nicht erotisch!). Aber ganz ohne Ironie wünsch ich natürlich jedem Zugewanderten, dass sie/er da andere Erfahrungen macht.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie schnell habt ihr euch eingelebt?
BeitragVerfasst: 20. Februar 2010 10:44 
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Registriert: 15. Januar 2010 13:18
Beiträge: 19
Wohnort: Kalmar län
Hej,

ich möchte das "Problem" mal von meiner Warte aus schildern:

als wir 1991 unser Ferienhäuschen hier kauften, mit ausschließlich schwedischen Nachbarn hatten wir das Glück auf einer Seite Schweden zu haben, die selbst aus dem Norden hierher gezogen waren. Diese hatten die gleichen Probleme Anschluss zu finden!!! Da war das Anfreunden kein Problem, auch wenn es länger dauerte, als man dafür vll in D braucht. Grundsätzlich habe ich nach so vielen Jahren den Eindruck, dass Schweden in erster Linie auf ihre Familie zählen.
Seit wir uns zusätzlich in einer Stadt weiter nördlich niedergelassen haben, hat sich dieser Eindruck verstärkt. Dort haben wir (zufällig vorher über das Internet) ein Ehepaar kennengelernt, das bereits seit über 25 Jahren in Schweden lebt, sie ist Schwedin, er stammt aus Deutschland. Das Befreundetsein lief auch da mehr über die "deutsche Seite". Von diesem Ehepaar aus bekamen wir dann ganz automatisch weitere Bekannte oder Freunde, teils Schweden, teils Deutsche.

So war das bei uns. Ohne diese Zufälle sähe es sicher ganz anders aus, obwohl wir in drei Vereinen tätig sind und über jede Menge Freizeit verfügen. Ich sage das pauschal nicht so sehr gerne, aber wie mir scheint ist man gut beraten sich Freunde zu suchen, die zumindest "teilweise" aus D sind, für den Anfang und um einen einfacheren Einstieg zu haben.

lg Svenja

_________________
Det är inte i medvind utan i motvind vingarna stärks (Helena Langenhed)


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie schnell habt ihr euch eingelebt?
BeitragVerfasst: 21. Februar 2010 12:49 
Ja, wie schon von einem Vorschreiber gesagt, hilft es nicht wirklich, die schwedische Sprache noch so gut zu können, das ändert ja nichts an der schwedischen Mentalität. Dieser Hoffnung sollte man sich also besser nicht hingeben, sie ist ein Trugschluß. Man kann auch noch so nett und freundlich sein, das ändert ebenfalls nichts an der schwedischen Mentalität. Schweden halten sich an die Familie und vielleicht noch an ein paar alte Sandkastenfreunde und das war's so ziemlich. An gewissen Dingen kann man halt nichts ändern. Die Annahme: "Wenn ich nur tüchtig Schwedisch lerne und immer nett bin, dann geht's aber los mit den Freundschaften " ist sicher liebenswert, aber unrealistisch. Man sollte sich vielmehr mit dem Gedanken anfreunden, dass es im grossen und ganzen bleibt, wie es ist. Denn ein Hej hej hier und ein Hej Hej dort macht noch lange keine Freundschaft, auch kein freundliches Nicken oder "Hur är det? Bara bra, tack!" Aber dabei bleibts ja oft. Wenn es anders kommt, kann man froh sein. Selbstverstädlich ist das aber absolut nicht, egal wie nett man ist oder wenn man auch noch so perfekt schwedisch spricht. Das ist übrigens nichts gegen "die Schweden" (unter denen es sicher auch ein paar Ausnahmen gibt), das ist einfach ein Akzeptieren der Realität. So isses hier nun mal.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie schnell habt ihr euch eingelebt?
BeitragVerfasst: 21. Februar 2010 13:26 
Ich kann mich meinem Vorschreiber nur anschliessen. Wobei es nicht nur darum geht, dauerhaft Freunde zu finden, sondern eben auch im täglichen Leben das Gefühl zu haben, es mit "lebendigen Menschen" zu tun zu haben. Das fehlt mir hier oft. Wie heisst es heute in der Sonntagsbeilage der Dagens Nyheter im Leitartikel (es geht darum, dass eine Schwedin jetzt extra ein Buch übers Flirten veröffentlicht, weil sie findet, das haben die Schweden bitter nötig):

"Sverige är ett torftigt land när det gäller lekfulla ögonblickskontakter mellan männsikor. Vi verkar helt ha tappat den färdigheten." (Etwa: "Schweden ist ein dürftiges Land, was spielerische Augenblickskontakte zwischen Menschen angeht. Offenbar haben wir diese Fertigkeit total verloren"). So ist es, leider...


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie schnell habt ihr euch eingelebt?
BeitragVerfasst: 21. Februar 2010 15:13 
Schwedenfreund
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Registriert: 14. August 2008 14:02
Beiträge: 336
Auch ich muss meinen Vorschreibern in Vielem recht geben, leider. Mein Mann ist Schwede, wir leben seit fast 20 Jahren in der Nähe seines Heimatdorfes. Er hat wenige, aber sehr gute Freunde. Wir haben Kinder, die hier aufgewachsen sind und trotzdem irgendwie kommt man nicht über die letzte Schwelle.
Ich habe nette Arbeitskollegen mit denen ich auch privat verkehre, habe "Freundinnen" von der Elterngruppe während der Schwangerschaft, habe Pendlerkollegen, die ich täglich treffe und mit denen ich ebenfalls privat verkehre, aber trotzdem, es fehlt was.
Das hat mir anfangs, die ersten 5 Jahre, einige Probleme gemacht, ich war sehr deprimiert. Aber dann kam plötzlich die Wende, ich habe einfach akzeptiert, dass das so bleiben wird und siehe da, irgendwie hat es sich für mich gelöst. Es passiert immer noch oft, dass ich alleine zu Veranstaltungen gehe und mich wie ein Mauerblümchen fühle.
Aber ich habe auch richtige und gute Freunde, auch wenn ich es in meinen depressiven Perioden nicht sehen will. Mir fehlt nur eine richtige Busenfreundin.

Kopf hoch, auch du wirst so weit kommen. Bist du nicht in einer Elterngruppe über die BVC? Die Bekanntschaften waren für mich Gold wert. Da konnte man sich über alles ausreden von Windelwahl über Stillprobleme. Das waren auch die Mädchen in der Gruppe, die dann gemeinsam tanzen gegangen sind und sich einen Kinoabend gegönnt haben. Wir haben sogar versucht ein Strickkränzchen zu bilden (ausser mir konnte niemand stricken, aber als Vorwand für einen gemütlichen Plausch war es ja ok).

Die offene Vorschule war auch ein recht netter Platz, um andere Eltern zu treffen. Dann erst im Kindergarten, da traf ich dann auf Eltern mit ähnlichen Interessen. Sei nicht schüchtern und nimm alle Möglichkeiten neue Leute kennenzulernen wahr.

Lycka till und lass dich nicht unterkriegen gut Ding braucht eben Weile.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie schnell habt ihr euch eingelebt?
BeitragVerfasst: 15. September 2010 14:42 
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Teilnehmer
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Registriert: 14. September 2010 09:04
Beiträge: 13
Wohnort: Malmö
Hej

habe gerade den Beitrag von Mioletta gelesen und ehrlich gesagt kenne ich Motala auch nicht anders. In der Anfangszeit (Ende 2005) sind wir immer in ein und die gleiche Bar gegangen und haben versucht irgendwelche Kontakte zu knüpfen mit unseren schwedisch bzw. englisch. Aber man konnte machen was man wollte es waren immer nur kurze Gespräche und am nächsten Tag hat man sich nicht mehr erkannt. Das blieb dann auch die Jahre so, ausser 3-5 Leute mit dem man regelmässig Kontakt hatte, wenn man sich getroffen hat. Aber das erging uns allen 3 Deutschen genauso, also war ich kein Einzelfall. Es ist sehr sehr schwer in Motala sozialen Kontakt zu pflegen. Ja und SFI habe ich erst am Ende(2009) meiner Motalarzeit besucht, und das ist auch nicht ganz anders als in Mjölby 80%Araber und dann mal vereinzelt ein Italiener, ein Engländer und ab zu ein - zwei deutsche. Also wenn man da Kontakt sucht, sollte man schon arabisch sprechen! :roll:

Was ich noch sagen, wollte, vielleicht liegt das auch an der Geschichte der Skandinavier, das man so Kontaktarm ist.Typ Vikinger Also ist hier eher normal, obwohl jeder 2 in irgendein Club Mitglied ist!

Ich bin mal gespannt, wie es dann in Eslöv bzw. in Malmö ist. Ich suche vorsichtshalber jetzt schon einmal ein paar Leute dort. Ich würde mich freuen, wenn jemand in Malmö oder in Skane lebt und sich bei mir meldet!

:danke:

Lets Rock

Olli


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie schnell habt ihr euch eingelebt?
BeitragVerfasst: 16. September 2010 17:46 
Aktives Mitglied
Aktives Mitglied

Registriert: 21. April 2010 10:28
Beiträge: 66
susan_EiS hat geschrieben:
Am schlimmsten war für mich, dass ich zum Thema SS ...................

qwert hat geschrieben:
Mit dem Thema SS,NS,KZ hätte ich auch so meine Probleme!

Hm, in welcher Weise habt ihr Probleme? Mir fällt auf, dass Schweden im allgemein weniger detailliert drüber Bescheid wissen. Aber das ist ja auch nicht verwunderlich, dass in D besonders intensiv alles ausgebreitet wird. Dazu kommt, dass vielmehr über Nazis, Hitler, etc. gescherzt wird, aber da weiß ich dann immer nicht, ob das jetzt daran liegt dass wir Deutschen sehr verkrampft sind in der Hinsicht, oder an mangelnder Bildung ihrerseits. Als drittes mögliches Problem fiele mir nur ein dass man als Deutscher irgendwie gleich in eine Nazi-Ecke gestellt wird, aber das ist mir persönlich noch nie passiert.

Also, was meint ihr damit?


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie schnell habt ihr euch eingelebt?
BeitragVerfasst: 7. Oktober 2010 20:04 
Hallo!!!


Ich bin seit laaaaangem mal wieder im Forum und muss gestehen nicht alle Antworten gelesen zu haben :oops:
Aber mein Baby kam dazwischen :wink:
Meine Situation ist nicht besser geworden :cry:
Ich hatte meine ganze Hoffnung auf Die Schwangerschaftsgruppe gesetzt, aber das war ein
Schuss nach hinten:
Die Mädels haben ihren Mund nicht aufbekommen. Sie haben so gut wie gar nicht geredet und mit mir schon gar nicht.
Das hat mich so traurig und wütend gemacht, mittlerweile resigniere ich nur noch...
Krabbelgruppen habe ich hier nicht auffinden können und Babyschwimmen fängt jetzt erst an, wo mein Baby schon 8 Monate alt ist.
Mal sehen, ob das was wird, aber ich habe mittlerweile keine Hoffnung mehr...
Es ist schlimm! Aber ich weiß, dass es zumindest nicht an mir liegt.
Ich halte mich an meine deutschen Freunde fest und muss halt immer warten, bis ich auf Heimatbesuch bin.

Den "Rassismus" habe ich auch schon gespürt!
Ich hab schon miterlebt, dass man als Deutsche nicht willkommen ist :(

Sehr fortschrittlich muss ich sagen :?

Was solls, ich schlag mich irgendwie durch und lenk mich durch meinen Engel ab, aber manchmal - so wie heute- hab ich schlimmes Heimweh/Freundesweh


Hej alla


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie schnell habt ihr euch eingelebt?
BeitragVerfasst: 7. Oktober 2010 22:09 
Schweden Guru
Schweden Guru

Registriert: 10. Februar 2009 20:40
Beiträge: 1396
Hejsan und erst mal Glückwunsch zum Nachwuchs!

Das ist natürlich immer noch eine blöde Situation und ich würde mir wünschen, dass es besser läuft für Dich.

Schau' mal, das hier hab ich im Internet auf die Schnelle gefunden: http://www.motala.se/sv/Invanare/Barnom ... orensberg/

Dienstag, 13-15 Uhr: Babycafé für Eltern mit Kindern 0-1 Jahr

Das wär doch vielleicht was, oder?

Es ist nicht so ganz einfach, engen Kontakt mit Schweden zu bekommen, aber in Deinem Fall scheint ja leider auch kein "oberflächlicher Kontakt" wirklich zustande zu kommen. Da hilft nur: Weiterhin mit viel frohem Mut an die Sache ran - langsam aber sicher. Nicht zuviel erwarten - vielleicht bist Du selber zu schweigsam oder aber zu aufdringlich? Den Vergleich von tjejen weiter vorne mit der Ketchup-Flasche: "immer wieder mal schütteln, aber nicht zu doll", fand ich sehr passend :)

Viel Erfolg!
:smt006


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie schnell habt ihr euch eingelebt?
BeitragVerfasst: 7. Oktober 2010 22:18 
Hej,

Mioletta, ich fürchte, es wird nicht besser wereden.Die ersten Jahre hatten wir einige wenige kontakte durch die Kinder. Jetzt sind die gross, da sind nurnoch die Arbeitskollegen da, und die sind alle sehr nett und wir haben auch einige Kontakte, aber das ist nie was spontanes. Ehrlich gesagt, denken die auch irgendwie anders als wie wir, und man fühlt sich selten so richtig mit in der Gemeinschaft.
Wir haben das akzeptiert und haben unser Berufsleben. Als Rentner wollen wir hier sofort weg.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie schnell habt ihr euch eingelebt?
BeitragVerfasst: 8. Oktober 2010 09:57 
Alter Schwede
Alter Schwede
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Registriert: 6. Dezember 2006 11:31
Beiträge: 3154
Wohnort: Västerås
Hej Mioletta,

schön wieder von Dir zu hören/lesen. Grattis zum Kind.
Ich kenne Deine Probleme und kann gut verstehen, dass Du daran knabberst. Wie viele andere hier sagen, es wird nicht überall automatisch besser. Und nicht immer reicht es, sein Verhalten anzupassen. Es ist ein schöner Gedanke, dass man nur selber schuld sei und sich einfach mehr Mühe geben muss. Das denken viele, denne man berichtet, dass es anders als in Deutschland und schwerer ist. Aber das stimmt nicht. Man kann sich manchmal noch so sehr integrieren wollen, wenn man nicht gelassen wird...
Man kann hier aber auch unglaublich viel Glück haben und super gute Freunde finden.
Am Anfang wollte ich natürlich möglichst Schweden treffen und das klappte ein wenig. Aber nie besonders tiefgründig.
Irgendwann hab ich mich damit abgefunden, dass ich einen höheren Anteil an ausländischen Freunden haben werde. Die Mischung ist recht bunt. Amis, Japaner, Deutsche, Schweden, Schweizer, Russen, alles vertreten.
Aber mit der Zeit kamen eben auch die Schweden. Das dauert einfach länger. Mit den anderen geht es deshalb schneller weil alle im gleichen Boot sitzen. Nach 3 Jahren bezeichne ich unsere Nachbarn als Freunde. Wobei,auch da ist es immer noch anders als es in Deutschland wäre, würde ich dort Freunde zu Nachbarn sagen. Trotzdem. Ich glaube, wir kommen dem was die selber unter Freundschaft verstehen, sehr nah. Zumindest machen wir sehr viel miteinander und versuchen uns viel zu helfen und so. Ausserdem rückt man auch mehr und mehr Privates raus, wenn man sich unterhält. Das hat wie gesagt, 3 Jahre gedauert. Am Anfang war das nur Wetter und Haus oder Kinder. Aber jetzt wird es anders und das ist schön.
Motala liegt leider sehr weit weg. Sonst hätte man sich mal treffen können. Aber schau mal ob Du andere Ausländer findest? Vielleicht sogar Deutsche? Oder Du machst mit den Sprachkursen weiter. Je weiter Du kommst, desto höher wird der Prozentsatz an anderen Ausländern und teils sogar Schweden, die da Kurse nachholen müssen. Also Sas und sas a und sas b. Damit hast Du dann die Hochschulreife für Schwedisch und da lernst Du sicher auch andere Leute kennen.
Aber leider ist es wirklich schwerer...
Gibt es in Deiner Nähe eine Öppna Förskola? Ich hatte da totales Glück. Immer wieder hingehen und sich dämlich und fehl am Platz fühlen. Nach einer Weile, kannten die mich und nun bin ich akzeptiert. Oder war es, denn ich hab grad kein Kind in dem Alter... wird aber wieder so sein, bald. :)

Ich drücke Dir die Daumen.

Liebe Grüße
Wiebke


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie schnell habt ihr euch eingelebt?
BeitragVerfasst: 9. Oktober 2010 15:58 
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sams83: danke, für den link!
werde ich mir mal anschauen, obwohl ich wirklich mittlerweile schon "angst" habe an soetwas teil zu nehmen :roll:
hab angst vor zurückweisungen, aber wir sehen und ich werd berichten.

vielen dank an alle für die aufmunternden worte!!!
:danke:


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie schnell habt ihr euch eingelebt?
BeitragVerfasst: 9. Oktober 2010 20:34 
Mioletta hat geschrieben:
Hallo ihr Lieben!!

Lebt vielleicht sogar jemand von euch in Motala oder Umgebung??
Freu mich über jede Antwort!!

Ha det fint!!!!
:danke:
mio


Ich wohne ca 6 mil nördlich von dir. Wenn du Lust auf männliche Bekantschaft legst meld dich. Kanske Bil Museum i Haven?

Ha de bra så länge

De gamla gubbe


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie schnell habt ihr euch eingelebt?
BeitragVerfasst: 9. Oktober 2010 21:20 
Schwedenfreund
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Hallo zusammen,

wie man in Schweden Freunde und Bekannte findet, daran sind schon viele gescheitert und fast verzweifelt. Weil dies schmerzt und niedergeschlagen macht, möchte ich etwas aufmuntern.

Ich will es mal, teils scherzhaft, teils ernsthaft formulieren. Vor allen Dingen geht man nicht in die Kneipe, um dort einfach so Leute anzuquatschen und um Kontakte zu finden. Um es mal krass zu sagen: Das machen in der Regel Alkoholiker oder sonstwie Gestörte, würde ein Schwede denken. Vergesst es einen Schweden einfach so zum Kaffee einzuladen, um zu plaudern. Um Himmels Willen, was soll man denn mit einem Menschen grundlos bereden, zumal man diesen nicht kennt. Das löst beinahe Panikreaktionen aus.

In Deutschland gibt es bestimmte Rituale, wie und über was man mit einem fremden Menschen eine Unterhaltung beginnt, um gegenseitige Stimmungen, Interessen und Haltungen abzuchecken. Diese Rituale hat der Schwede nicht gelernt, es sei denn er hat eigens dafür einen Kurs über interkulturelles Verhalten besucht. Da lernen die schwedischen Teilnehmer dann, dass man ab und zu einem Franzosen ins Wort fallen soll, um Interesse am Gespräch zu bekunden. Also meine dumme Angewohnheit reinzuquatschen, was ich mir versuche vergebens in Schweden abzugewöhnen, müssen die Schweden erst hart trainieren!

Ihr kommt aber in Kontakt durch gemeinsamme Hobbies, Vereinsaktivitäten oder sonstige gemeinsame zielgerichtete Aktivitäten, gemeinsame Interessen, gegenseitige Hilfsbereitschaft, jahrelange Geduld, eigene anfängliche Zurückhaltung. Vermeidet kontroverse Diskussionen aus der reinen Lust der Dialektik. Der Schwede sucht die Gemeinsamkeit und das Einvernehmen, und kein intellektuelles Streitgespräch, was er auch noch persönlich nehmen würde. Und in Schweden braucht man immer einen bestimmten Grund sich zu treffen, meist sachlicher Natur, kann aber auch das traditionelle Besäufnis auf der Betriebsfeier sein. Da gibt es dann ein Unterhaltungs-Programm, damit man sich nicht durch Gespräche die Zeit totschlagen muss. Der Alkohol erledigt dann den Rest.

Typische Fehler: Lasst dieses aufdringliche Händeschütteln und dieses ernste Gesicht deutschen Durchsetzungsvermögens. Besonders deutsche Frauen haben es gut drauf ein abweisendes Mach-mich-nicht-an-Gesicht permanent zu zeigen. Das mag vielleicht in Deutschland angebracht sein, aber in Schweden macht man ein freundliches Gesicht, weil das alle so machen. Das gilt auch "für die Herren der Schöpfung". Und nicht zu viel mit den Händen gestikulieren. Das wirkt wie grundlos aufgeregt sein. Die Schweden gehen auch nicht Essen, um sich zu unterhalten. Der geflügelte Satz "Maten tystar munnen" wird von Google 352 Mal gefunden. Essen dient hauptsächlich der Nahrungsaufnahme.

Es dauert Zeit und es gibt Hoffnung. Nach vier Jahren hat ein Schwede angefangen mit mir darüber zu diskutieren, welche Partei er den wählen soll und verraten, was er bisher immer gewählt hat. Das Eis bricht schon mit den Jahren. Übrigens hätte er auch gerne mehr Kontakt mit Menschen, die seine Interessen teilen.

Abgesehen davon ist es in Schweden von Vorteil ein Mensch zu sein, der es genießen kann ab und zu alleine zu sein. Ein Mensch, der ständig gerne neue Leute kennenlernen möchte, wird es in einer schwedischen Kleinstadt nicht leicht haben. Wenn ihr Euch in Schweden einsam fühlt, seid ihr nicht alleine. Die meisten Schweden fühlen sich auch einsam, es sei denn sie haben durch Ehe, Beruf, Familie, Kinder, Verwandte, Gartenarbeit, Hausrenovierung und Hobbies keine Zeit darüber nachzudenken.

Meine Lösung als jemand, der sich gerne selbst reden hört, habe ich auch gefunden: Ich halte in meinem Verein Kurse und Vorträge ab, was mir riesigen Spaß macht. Hätte ich mir anfangs überhaupt nicht auf Schwedisch zugetraut. Also es ist oft nur eine Frage der Zeit, um sich hier geborgen zu fühlen.

_________________
viele Grüße
Volker

"Om något kan gå sönder kommer det att göra det, vid sämst tänkbara tidpunkt." (Murphy´s lag)

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 Betreff des Beitrags: Re: Wie schnell habt ihr euch eingelebt?
BeitragVerfasst: 10. Oktober 2010 13:13 
Schweden Guru
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Klasse Volker, Du hast wieder einmal den Nagel auf den Kopf getroffen! Kann ich voll unterschreiben!
Nach gut 7 Jahren bin ich schon einen Schritt weiter, aber ich habe es genau wie Du erlebt.
Aber ist es in Bayern wirklich anders? Es ist schon so: In Deutschland kennt man die gängigen Rituale, in Schweden muss man genau die erst erlernen ...
Jörg


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie schnell habt ihr euch eingelebt?
BeitragVerfasst: 10. Oktober 2010 20:22 
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Oh je!!
Hätte ich die Frage mal gestellt, bevor ich nach Schweden auswandere. Aber Mio hat mal wieder zu voreilig gehandelt "wird schon gut gehen" dachte ich mir "hatte ja niemals Probleme andere Menschen kennen zu lernen"
Also ganz ehrlich, hätte ich das alles vorher gewusst... :cry:

Habe mich durch viele Beiträge dazu entschieden mit SAS weiter zu machen, in der Hoffnung ausländische Bekanntschaften zu machen...

Schade, dass mein Sambo kein Deutsch spricht, ich würde ihm so gerne die Beiträge lesen lassen.
Er meint nämlich, dass es meine Schuld sei, ich würde nicht initiativ genug sein...
Er glaubt mir nicht, dass die Schweden so auf mich reagieren. :|

Bis bald!! und danke!!


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie schnell habt ihr euch eingelebt?
BeitragVerfasst: 11. Oktober 2010 10:19 
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[quote][/quote] gamla gubbe

kann man dir keine PN schicken??


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie schnell habt ihr euch eingelebt?
BeitragVerfasst: 11. Oktober 2010 19:26 
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Hej Mio,

PN kannst Du nur jemandem schreiben, der selber angemeldet ist. Weiss nicht ob das in dem Fall so ist..
Was Deinen Sambo angeht, ich finde es nicht besonders nett, dass er so eingestellt ist. Gerade das macht es doch noch schwerer. Leute die sagen, bist selber schuld. Das machen auch viele Deutsche, am ehesten noch wenn sie selber noch in Deutschland wohnen. SO nach dem Motto: Wie es in den Wald schallt ... und so weiter.
Ich finde, man kann das nicht so pauschal sagen. Klar stimmt das auch. Aber wer in Deutschland nie Probleme hatte Menschen zu treffen, verändert sich doch nicht und wird auf einmal unfreundlich oder so.
Es ist tatsächlich eine andere Situation. Was viele auch total unterschätzen ist, wie schwer und anstrengend sogar smalltalk auf schwedisch ist, wenn man die Sprache noch am Lernen ist. Am Anfang hatte ich Abends Kopfschmerzen und war total fertig. Teils gar körperlich, ohne Arbeit. Das war einfach die Psyche, die sich an die Veränderungen gewöhnen musste. Und das Hirn kommt teils kaum nach mit den vielen neuen Infos. Das braucht Zeit. Und vor allem auch Hilfe und Geduld vom Umfeld. Und wie Du dich im urlaub hier gefühlt hast, ist nicht vergleichbar. Ich kenne leider andere bei denen das nicht geklappt hat. Da ist der Schwede letztenendes mit nach Deutschland, weil sie hier total unglücklich und einsam war. Obwohl sie eine der aufgewecktesten und offensten Personen ist, die ich kenne. Hab sie spontan im Flieger kennen gelernt und wir wurden gute Bekannte. Wir haben uns oft getroffen, so lange sie noch in Schweden waren.
Selbst er meinte, dass er in Deutschland mehr Freunde bekommen hat als sie hier.
Ich drück Dir die Daumen. Wird schon schief gehen. Viele andere haben es auch geschafft.

Liebe Grüße
Wiebke


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie schnell habt ihr euch eingelebt?
BeitragVerfasst: 28. August 2011 23:52 
Distanzbleibt hat geschrieben:
"Wenn ich nur tüchtig Schwedisch lerne und immer nett bin, dann geht's aber los mit den Freundschaften " ist sicher liebenswert, aber unrealistisch.


Die letzten 10 Jahre hat sich viel in Schweden verändert. Damals hätte ich dem widersprochen mit zahlreichen Beispielen wie nett und unvoreingenommen und freundlich die Menschen sind, beinahe überall und immer und jederzeit. Ich hatte schnell viele Bekannte, die auch auf mich zu gingen, ohne selbst danach gesucht zu haben. Auf Bildern haben wir in Deutschland und Schweden viel Spass gehabt. Inzwischen macht mir die versteckte Fremdenfeindlichkeit in Schweden zu schaffen. Es ist viel wichtiger wie man aussieht - nicht Kleidung sondern Gesicht - wichtiger als wer man als Mensch ist und wie man sich verhält. Ist ja nicht so dass ich dumm angelabert werde oder angegriffen oder als Europäer deutlich anders aussehe, aber regelmässig behandelt zu werden wie Luft oder Mensch 2ter Klasse während andere mit Freunlichkeit umworben werden, tja, das lernt man nach Jahren immer genauer zu deuten. Irgenwann wirkt sich das so aus, dass man damit rechnet anders behandelt zu werden und dann wird man sich wenig später auch als Mensch 2ter Klasse fühlen. Als Tourist merkt man nicht, dass sich Schweden anders zu Einheimischen verhalten, gerade wenn man aus Deutschland kommt wo der Umgangston rauher ist wird man die zarten Zeichen erstmal nicht herauslesen. Ich bin weder dunkelhäutig noch arabisch noch besonders optisch auffällig um Rassismus anzuziehen, jedoch mein Aussehen reicht aus in die Kategorie Nicht-Schwedischer gesteckt zu werden. Ich bin mir auch sicher dass die wenigsten Schweden das bemerken oder bösartig meinen. Hat man Pech gehabt wenn man auch in Schweden wohnen will, richtig Pech wenn man die schwedische Mentalität mag und sich eigentlich zuhause fühlt.

Auf die Strasse in Jogingklamotten traue ich mich gar nicht mehr raus aus Angst in die falsche Kategorie gesteckt zu werden... ist jemand unfreundlich zu mir dann vermute ich automatisch er hat mich als Einwanderer erkannt... ein freundliches Wort zu Unbekannten lasse ich aus Angst dass er sich belästig von mir fühlt... abends weggehen ist eine Qual weil man sich Orte suchen muss wo die Bedienung nicht "freundlich-ignorant" zu einem ist oder erträgt es und sucht später Ausreden warum man da nicht mehr hin gehen möchte... neue Leute kennenlernen was ein Stress wenn die Hälfte einen nicht mal beim Essen anschaut und das Gefühl gibt man sei unerwünschter je mehr man in seinem nicht-perfektem-Schwedisch etwas zu sagen bemüht... frage ich jemand Fremdes um Hilfe erwarte ich grundsätzlich dass er ablehnend ist um nicht entäuscht zu werden... eine Einladung nach Hause von Schweden da wundere ich mich tagelang über welchen dankbaren Umweg ich dazugefunden habe. Krass.

Dabei baumelt das alte Schweden immer vor der Nase: Wenn ich innerhalb einer Gruppe Schweden weggehe oder mit einem deutschen Freund der blond und-oder hübsch ist und dann sehe wie freundlich der behandelt wird "wie du bist gar nicht aus Schweden, das hätte ich gar nicht gedacht von dir".... oder ab und zu wenn Leute einen einfach unverhoft wieder ganz normal behandeln und die schönen Erinnerungen von früher zurückkommen. Trivs ni i Sverige? Hängt davon ab wie man aussieht und ob man gleich als Nicht-Schwede erkannt wird. Zukunft in Schweden....? Kann ich momentan nicht beantworten. In Deutschland war auch nicht alles perfekt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie schnell habt ihr euch eingelebt?
BeitragVerfasst: 29. August 2011 08:23 
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Hi,

das hast Du gut geschrieben. Genauso empfinde ich es auch.

Unsere Nachbarin und gleichzeitig Vermieterin spricht mit mir kein Wort, erwartet aber immer das ich sie freundlich gruesse ansonsten beschwert sie sich bei meinem Mann. Der ist Schwede und mit ihm wird immer gerne "Smalltalk" gemacht, auch ueber mich. Ich frage mich immer warum fragt sie mich nicht selber??? Aber das hat wohl etwas mit mir als Ausländer und dann auch noch deutsche zu tun. Deutsch und deutsche mag sie nähmlich nicht, hat sie mal gesagt.

Eingelebt in Schweden habe ich mich unter diesen Umständen natuerlich nie.

Gruss Speedy


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie schnell habt ihr euch eingelebt?
BeitragVerfasst: 29. August 2011 13:02 
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Beiträge: 35
Hallo :schwedentor2:
habe das auch schon in Schweden erlebt-eigentlich hat man nur Kontakt zu anderen "Ausländern".
Leider hatte ich damals kein Forum ,denn darüber kann man doch gute Kontakte finden.
Habe einmal ein Ferienhaus in Småland gehabt.Das übernächste Haus wurde als Ferienhaus vermietet.Wir deutsche Nummernschilder,die Feriengäste aus D.Ich habe freundlich gegrüßt,aber die haben uns zu 80%völlig übersehen.Also Deutsche wollten in Schweden mit Deutschen nichts zu tun haben. :roll:
Aber ob´s ihr glaubt oder nicht.Bin mit einem Österreicher verheiratet und nach Ö ausgewandert.
Da ist es genauso wie in Schweden.Ich bin Ausländer,keinen besonderen Kontakt,zu anderen Frauen auch nicht,alles oberflächlich,den Humor verstehe ich auch nicht,an der Wand neben meinen Spind bei der Arbeit hat ein Komiker "Piefges raus"gekritzelt. :smt064
Also es kann einem überall so gehen-es liegt vielleicht am Horizont der Leute.Viele wollen immer nur die eigene Kirchturmspitze sehen,können sich nicht vorstellen irgendwo anders zu wohnen.
Und "wir"Auswanderungswillige sind einfach Fremdlinge,Eindringlinge und passen so gar nicht ins "Schema".
Ich habe mir ein dickes Fell zugelegt,ignoriere das völlig und mache meinen eigenen Kram.Mein Mann kümmert sich um den Rest :lol: sprich:Behördengänge,Elternsprechtage....
Unsere "Alterszeit"werden wir aber wieder in S verbringen :D
Puntigamer gibts beim Systembolaget in Värnamo :lol: -so spricht nichts mehr dagegen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie schnell habt ihr euch eingelebt?
BeitragVerfasst: 29. August 2011 13:24 
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Einwandern in einem Land ist immer mit gewissen Problemen verbunden, die aber umso grösser werden, wenn man die "Identität" seines alten Landes mitbringt. Man muss vollkommen neu beginnen, denn wenn man die ersten beiden Jahre "den Anschluss" verpasst, so wird es sehr schwierig die verlorenen Kontaktmöglichkeiten wieder einzuholen und bleibt "der Fremde".

Jemand, der in ein anderes Land auswandert, sollte sich daher vorher mit der Mentalität des Landes auseinandersetzen, vorher die Sprache lernen, vorher bereits die gröbsten Eigenheiten des neuen Landes erkunden, denn sonst riskiert man für immer der Ausländer zu bleiben. Auswandern sollte sehr gut vorbereitet werden, was viele vergessen.

Dann muss man natürlich auch unterscheiden zwischen den verschiedenen Charakteren der Menschen, die man trifft, denn so mancher "Idiot" ist nicht gegen Ausländer, sondern gegen alle und jeden. In der Strasse, in der ich wohne, leben auch zwei "Vollidioten" und ein "Halbidiot", und wenn ein Ausländer an sie gerät oder gar das Haus neben ihnen kaufen würde, so käme der Einwanderer schnell auf den Gedanken, dass es sich bei den Personen um Ausländerhasser handelt, aber die sind zu allen so und waren dies auch während der letzten 40 Jahre. Natürlich spricht man mit ihnen, grüsst sich usw. (so lange man kein Einwanderer ist), da man sich nun mal sehr häufig sieht, aber man wird diese Personen nie einladen, wird dort nicht eingeladen und ohne ihr Beisein sind sich alle einig, dass es sich eben um "Idioten" handelt. Wenn man als Einwanderer an solche Leute gerät, so hat man natürlich nicht diese Vorkenntnisse, sondern neigt leicht dazu, dies als Ausländerfeindlichkeit zu sehen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie schnell habt ihr euch eingelebt?
BeitragVerfasst: 29. August 2011 16:20 
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Hallo zusammen,

durch eine Reihe von Landreformen haben noch vor wenigen Generationen die allermeisten Schweden verstreut auf einsam gelegenen, kleinen Bauernhöfen gewohnt. Ohne Auto war es zum nächsten Nachbarn weit. Das Leben beschränkte sich deshalb gezwungenermaßen auf den engsten Familienkreis. Andere Verwandte und Nachbarn traf man nur gelegentlich bei bestimmten Anlässen wie auf Märkten und bei bestimmten Festtagen. Seine Nachbarn kannte man zwar, obwohl man sie nur alle paar Monate gesehen hatte und man half sich auch gegenseitig. Man half sich auch dann, wenn man sich nicht besonders mochte. Dies war auch überlebensnotwendig in der kargen Einsamkeit. Geselligkeit und Freundschaften nach deutschem Verständnis, die Stammkneipe und der Verein um die Ecke konnten sich nicht entwickeln, da die dörfliche Nähe, wie man dies in Deutschland zur Regel hat, fehlte. Aus diesem Grunde konnte sich auch keine rechte Gesprächs- und Diskussionskultur entwickeln, wie sie der Deutsche erwartet.

Schweden können zum Beispiel überhaupt nicht verstehen, warum z.B. Spanier sich während der Arbeit pausenlos unterhalten können und warum ihnen nie die Themen ausgehen. Sie müssen erst lernen, dass es vordergründig nicht um die angesprochenen Themen geht, sondern darum, wie die Gesprächspartner emotional mit kleinen Provokationen und Sticheleien umgehen, um entsprechend mit Humor und Witz zu reagieren, um auf diesem Wege das Zusammengehörigkeitsgefühl zu fördern. Was für Spanier nette Unterhaltung ist, wirkt dann auf Schweden wie ein handfester Streit. Vieles, was wir als Witz und Wortspielerei meinen, nehmen die Schweden wörtlich. Und dann hat man schon ein Problem.

Humor kennen Schweden auch. Nicht ganz ohne Stolz bringe ich die Schweden auch zum Lachen, aber bitte fragt mich nicht, wie ich das mache. Ich weiß es selbst nicht. Es ergibt sich meistens aus der Situation heraus. Am besten lacht man über seine eigenen Missgeschicke, die man zugibt und dann lachen die Schweden mit.

Ich habe mal gelesen, das viele Schweden abgesehen von der familiären Bande keinen großen Wert auf Freundschaften legen, da ja zumindestens in der Vergangenheit sich der Staat um die soziale Sicherheit allumfassend gekümmert hatte. Erst in den letzten Jahren erkennen immer mehr Menschen, wie wichtig ein soziales Netzwerk und damit Freundschaften sind.

Viele Schweden fühlen sich auch tatsächlich zuhnemend einsam. Scheidung, Wegziehen der eigenen Kinder und Verwitwung sind häufige Gründe. Sie suchen dann nach Kontakten, wissen aber nicht so recht, wie sie es anstellen sollen, weil dazu der kulturelle Unterbau fehlt. Diese Einsamkeit wird auch gerne in schwedischen Filmen thematisiert. Eine typische Figur z.B. ist die Rolle des Kommisar Beck http://de.wikipedia.org/wiki/Kommissar_Martin_Beck

Aber inzwischen gibt es ja das Internet mit seinen zahlreichen Kontaktbörsen, die bereits nach Zielgruppen sortiert sind. Die allermeisten suchen dann dort wieder ihr Glück in der Zweisamkeit und nicht etwa in einem netten Freundeskreis. Es reicht doch, wenn man ein paar nette Nachbarn und Arbeitskollegen hat, ist die schwedische Lebenshaltung.

Wer nach Schweden auswandern will, sollte sich vergegenwärtigen, das Schweden ein anderer Planet ist. Hier ist einfach fast alles anders oder umgekehrt. Das fängt ja mit der gesalzenen Butter und dem gesüßten Brot schon an.

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viele Grüße
Volker

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 Betreff des Beitrags: Re: Wie schnell habt ihr euch eingelebt?
BeitragVerfasst: 29. August 2011 16:58 
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Registriert: 24. August 2011 13:48
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Hej Volker,

ich weiss ja nicht wie lange Du schon in Schweden lebst, aber an Vorurteilen mangelt es Dir jedenfalls nicht. In Schweden gibt es nicht nur gesüsstes Brot, die freundschaftlichen Bande gibt es wie in jedem Land und sind auch eng (Es ist als Einwanderer nur schwierig daran teilzunehmen). Der Humor hier mag anders sein, aber ich habe bisher keinen Manel an Lachen und Lustigkeit erlebt, da man auch hier in Schweden sehr viel mit Freunden unternimmt und sehr herzlich lachen kann. Einsamkeit ist hier nicht grösser als in anderen Ländern.

Der einzige Punkt, in dem ich Dir zustimme ist, dass man hier "auf einem anderen Planet" ist, aber das ist ein Auswanderer auch in Italien, in Frankreich oder in Spanien ... von Asien ganz zu schweigen.

Ein echtes Problem ist, meiner Meinung nach, dass sich Einwander nicht vorher über Schweden erkundigen und oft auch die Sprache nicht lernen bevor sie hier ankommen. Viele verzichten auch auf die Aktivitäten nach der Arbeit, weil sie eben - wie in Deutschland - schnell nach Hause eilen wollen, aber genau so etwas verhindert die Integration.

Einwanderer, die hier bereits als Familie mit festen Meinungen ankommen, müssen am gesellschaftlichen Leben scheitern, zumindest überwiegend, denn eine Beziehung wächst auch in Schweden langsam und in keinem Land wird man Einwanderer bevorzugt behandeln. Wenn sie nach Schweden kommen, so ist es ihre Aufgabe sich anzupassen, nicht umgekehrt. Wir, das heisst meine ganze Familie zwischen Malmö und Haparanda, haben auch nur beruflichen Kontakt zu Deutschen, obwohl meine Tochter bei Schenker arbeitet und ich im Tourismus und als Journalist aktiv bin. Dies liegt aber nicht daran, dass wir etwas gegen Deutsche haben, denn wir haben Kontakt zu mehreren Nationalitäten, sondern es liegt daran, dass sich, nach persönlichen Erfahrungen, nur sehr wenige Deutsche die Mühe geben Schweden anders als über Pippi Langstrumpf, Wallander oder Bergman zu sehen, aber das ist NICHT Schweden. Wer dadurch etwas verpasst, das sind allerdings nicht die Schweden, sondern die Einwanderer, die dann die schwedische Mentalität nur am Rande streifen.

Als kleinen geschichtlichen Hinweis: In Schweden gab es nicht nur Land, sondern bereits ab dem Jahre 1000 sind auch mehrere Städte vorhanden gewesen, selbst in Nordschweden gab es schon sehr früh Städte. ... Du musst nur einmal nachsehen welche Städte Gustav II Adolf im 17. Jahrhundert dann gegründet hat oder warum geschichtlich im 14. und 15. Jahrhundert Städte abbrennen konnten, wie die Handelswege im 12. Jahrhundert aussahen usw. usw. Wenn Du dann bedenkst, dass Schweden vor 12.000 Jahren noch unter Eis lag, so hat sioch hier die Zivilisation weitaus schneller entwickelt als im südlichen Europa. Du musst die schwedische Geschichte so differenziert betrachten wie die deutsche und ein Land, das grösser als Deutschland ist nicht als einheitlichen Brei ausgeben.

Ich frage mich bei Deinen Erklärungen eigentlich nur, ob Du vor allem in deutschen Büchern und auf deutschen Sites Informationen suchst, oder ob Du Dich ernsthaft für die schwedische Warte - auf Schwedisch - interessierst. Ich fand Deine Erklärungen leider nicht sonderlich zum Lachen und frage mich, ob Du Dich in Schweden auch wirklich wohl fühlst.

Entschuldige, wenn meine Worte etwas agressiv klingen, aber ich würde es mir nie erlauben so oberflächlich über Deutschland zu argumentieren wie Du es Dir über Schweden erlaubst, denn Vorurteile sind schnell verbreitet und schaden der Integrationenmehr als man denken kann.

Grüsse aus Göteborg

Herbert


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie schnell habt ihr euch eingelebt?
BeitragVerfasst: 29. August 2011 17:07 
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wir haben ca. 3 Jahre gebraucht bis wir sagen konnten, wir haben uns eingelebt. Die Sprache war gerade bei mir das Hauptproblem, mittlerweile spreche ich gut schwedisch, nicht fehlerfrei, aber ich spreche flüssig und verstehe 99%. Meine Kinder gehen hier zur Schule, gestern hatten wir 6 Kinder im Haus, davon waren 4 nicht unsere und die hatten riesig Spass. Die Nachbarschaft hat keine Probleme mit uns oder unserer Nationalität, eigentlich ist es ihnen egal, dass wir Deutsche bzw. Amerikaner sind. Eigentlich trat man uns hier von Anfang an ohne jegliche Fremdenfeindlichkeit oder ähnlichen entgegen, also hier in Järna, wir quatschen mit den Nachbarn über den Gartenzaun, unsere Tochter wird zu Kindergeburtstagen eingeladen und ab und an taucht auch mal ein weitläufigerer Nachbar auf und es wird gequatscht...nein, wir haben keine Probleme hier und fühlen uns wohl. Die Anfangsprobleme traten nur auf, weil die Sprache nicht sass und keine Verständigung möglich war.

Grüsse JANA

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Man muss 1000 Dinge machen um zu beweisen wie toll man ist.. Aber nur einen Fehler begehen, um nichts mehr wert zu sein !


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie schnell habt ihr euch eingelebt?
BeitragVerfasst: 29. August 2011 18:21 
Denkt ihr dass ihr auf der Strasse als Nicht-Schweden überhaupt erkannt werdet?
Ich vermute dass die eigenen Erfahrungen sehr davon abhängen werden.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie schnell habt ihr euch eingelebt?
BeitragVerfasst: 29. August 2011 20:25 
Hej,
Schweden ist vielerorts tiefste Provinz und die Mentalität ist zumeist bieder, kleinbürgerlich und provinziell. Leider auch in den Städten. Es gibt ja nur eine einzige Grossstadt, der Rest sind Kleinstädte (inkl. und besonders Göteborg!). Vergleichbar ist das, als wenn man in ein kleines Dorf nach z. B. Bayern zieht. Dort dauert es auch Jahre bis man akzeptiert wird oder bis man gar Freunde findet.
In unserer heutigen globalisierten Gesellschaft ist das natürlich kein Vorteil. Leider wird es aber noch Jahre dauern, bis auch die Schweden einsehen werden, dass das Fremde auch normal sein kann und es durchaus Vorteile haben kann, einen internationalen Umgang zu pflegen. Schweden ist ganz und gar nicht so modern, wie es sich nach außen gerne vermarktet. Daher wird es noch eine ganze Weile dauern, bis die Fremdenfeindlichkeit abnimmt. Von politsch korrekt bis wirklich weltoffen ist leider ein langer und langsam fortschreitender Prozess.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie schnell habt ihr euch eingelebt?
BeitragVerfasst: 29. August 2011 21:19 
Schwedenfreund
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Registriert: 27. Februar 2007 20:43
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Wohnort: Östergötland
Hallo Herbert,

dein Tonfall ist aber völlig untypisch für Schweden und führt regelmäßig zur Ausgrenzung, denn die Schweden vermeiden die Konfrontation und ziehen sich zurück. Auf dem Land, wo ich wohne, ist ja genug Platz dafür.

Ich habe nie behauptet, die Schweden hätten keinen Humor. Der ist nur anders, und ist mir sehr angenehm. Dass es es in Schweden schon im Mittelalter Städte gab, weiß doch jeder. Und dass vor 200 Jahren etwa 90% der Bevölkerung Bauern waren, ist Schülerwissen. Also stammt fast jeder von Bauern ab. Ich übrigens auch. Mit solchen Wiederholungen wollte ich hier niemanden langweilen.

Ich bin mit einem pensionierten Lehrer für Schwedisch, Geschichte und Ahnenforschung sehr eng befreundet. Und das ist genau auch seine Einschätzung, die ich in meinem letzten Beitrag wiedergegeben habe. Außerdem habe ich schon vor 30 Jahren als Student auf einem schwedischen Bauernhof gearbeitet. Der Sohn des Bauern, mit dem ich seitdem befreundet bin, hat mich dann vor ein paar Jahren auf seiner zweiten Hochzeit eingeladen. Das schwedische Landleben mit seinen ölverschmierten Fingern vom Reparieren der Traktoren und die Verzweiflung bei einer verregneten Getreideernte habe ich nicht aus Büchern, sondern hautnah miterlebt.

Ich bin nicht so anmaßend zu behaupten der allwissende Schweden-Guru zu sein. Ich habe keine Ahnung von Göteborg, Malmö oder Stockholm - nur das, was in der Zeitung steht, aber meine Ecke in Schweden kenne ich. Und deshalb fühle ich mich hier wohl und geborgen in meiner schwedischern Nachbarschaft, die auf unsere Katzen aufpassen, wenn wir mal verreist sind.

Wie Jana schon schrieb, sollte man in Schweden ein paar Jahre Geduld mitbringen. Die Schweden brauchen Zeit, um aufzutauen. Ich bin übrigens auch nicht jemand, der schnell Freundschaft schließt. Ich brauche auch Zeit. Und Schwedisch lernt man nicht über Nacht. Die Schweden haben dafür Verständnis. Auch nach vielen Jahren lernt man immer noch was dazu. Man muss nicht akzentfrei und fehlerfrei Schwedisch können, nur fließend sollte es mit der Zeit werden, um integriert zu werden. Und wenn das Herz auf dem richtigen Fleck sitzt, geht das um so leichter.

Vor allen Dingen sollte man sich die schwedische Bescheidenheit anlegen und diese deutsche Besserwisserei und Aufschneiderei ablegen. Das mögen Schweden überhaupt nicht. Es gibt Kurse für international tätige schwedische Projektleiter, wie man mit Franzosen, Deutschen und so weiter umgeht. Da lernen sie, dass man den Franzosen ab und zu ins Wort fallen soll, um sein Interesse zu zeigen. Da lernen sie auch, dass man mit Deutschen knallhart verhandeln muss und sich anmaßendes Verhalten nicht gefallen lassen darf. Ich hoffe ich habe mich deutlich ausgedrückt.

_________________
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Zuletzt geändert von Volker am 29. August 2011 21:48, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Wie schnell habt ihr euch eingelebt?
BeitragVerfasst: 29. August 2011 21:48 
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Volker hat geschrieben:
Vor allen Dingen sollte man sich die schwedische Bescheidenheit anlegen und diese deutsche Besserwisserei und Aufschneiderei ablegen.

Ein Satz, den ich nicht dick genug unterstreichen kann!!! :smt023
Max :smt006
PS. Deine Beiträge, Volker, lese ich nach wie vor und immer wieder mit dem größten Vergnügen! :danke:

_________________
Gut leben statt viel haben! (Felix Ekardt)


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie schnell habt ihr euch eingelebt?
BeitragVerfasst: 29. August 2011 21:56 
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Mioletta hat geschrieben:
Oh je!!
Hätte ich die Frage mal gestellt, bevor ich nach Schweden auswandere. Aber Mio hat mal wieder zu voreilig gehandelt "wird schon gut gehen" dachte ich mir "hatte ja niemals Probleme andere Menschen kennen zu lernen"
Also ganz ehrlich, hätte ich das alles vorher gewusst... :cry:

Habe mich durch viele Beiträge dazu entschieden mit SAS weiter zu machen, in der Hoffnung ausländische Bekanntschaften zu machen...

Schade, dass mein Sambo kein Deutsch spricht, ich würde ihm so gerne die Beiträge lesen lassen.
Er meint nämlich, dass es meine Schuld sei, ich würde nicht initiativ genug sein...
Er glaubt mir nicht, dass die Schweden so auf mich reagieren. :|

Bis bald!! und danke!!


Hej Mioletta,

als ich zufällig deinen Kommentar hier im Forum gefunden habe, habe ich genau eines meiner eigenen Probleme gesehen! Es ist wirklich nicht einfach am Anfang, wenn man nach Schweden kommt Kontakte zu knuepfen! Zuerst ein mal ist die Sprache ein grosses Hinderniss. Wobei ich da nur den Tipp geben kann, einfach weiter zu kämpfen.

Ich hoffe dass es gut fuer dich ging im SAS kurs. Ich bin vor einem halben Jahr mit meinem SAS B kurs fertig geworden. Ich weiss nicht, es war toll so viel schwedisch reden zu können, aber leider war das Niveu bei SAS B nicht so wie ich es mir vorgestellt hatte. Es gab Leute dort, die schon 9 Jahre lang in Schweden waren und man dennoch raten musste, was sie da eigentlich genau sagen. Aber ich hoffe dass es bei dir besser war.

Ich selbst wohne jetzt seit 2 Jahren in Schweden und habe mir nach viel hin und her, das Herz genommen und bin einem Volleyballclub beigetreten. Und nach ca. einem halben Jahr kann ich sagen, dass ich ein bisschen Kontakt zu anderen Schweden bekommen habe - keine richtigen Freunde, aber ich bin ein Teil der Gruppe und werde auch so behandelt. :-) Freundschaften zu knuepfen ist nicht ganz so leicht hier, aber man muss es hier glaube ich sehr langsam angehen und immer weiter kämpfen. Ich behaupte sogar fast, dass es leichter ist mit dem Papst eine Audienz zu bekommen als dass eine Schwedin mal Zeit hat etwas mit einem zu unternehmen. Aber ich habe das auch unter den Schweden festgestellt. Deshalb wuerde ich sagen, dass man sie wohl so nehmen muss wie sie sind und einfach versuchen muss jede Chance zu nutzen, so weit es geht Kontakt mit anderen Schweden zu knuepfen. Also nie aufgeben!

Zu deinem Sambo: Ich finde es sehr ungerecht, dass er sagt, dass es deine Schuld ist, da es wirklich nicht so einfach ist am Anfang. Er sollte dich lieber unterstuetzen und mit dir Aktivitäten machen, wo ihr gemeinsam neue schwedische Bekanntschaften machen könnt - sozusagen als unterstuetzung. Wenn du willst kann ich dir ein paar der anderen Kommentare uebersetzen, damit er sie lesen kann. ;-)

Ich hoffe du hast inzwischen Anschluss gefunden!

Ha det bra!

Andrea

http://schwedischerschwabe.spotlife.se/


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie schnell habt ihr euch eingelebt?
BeitragVerfasst: 30. August 2011 00:10 
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Beiträge: 53
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Hej Volker,

falls ich Deine Erklärungen falsch verstanden haben sollte, so entschuldige bitte, aber ich habe alles mehrmals gelesen und finde nur Allgemeinaussagen und pauschale Werte. Es gibt nicht DIE SCHWEDEN und es gibt nicht DEN SCHWEDISCHEN HUMOR usw. Wie Du selbst schreibst, falls ich nicht wieder etwas falsch verstanden habe (da ich leider nicht jede Feinheit der deutschen Sprache kenne) so kennst Du Deine Gegend, aber nicht Schweden. Meine Verwandten wohnen zwischen Karlskrona, Göteborg, Kiruna und Haparanda, so dass ich denke, dass ich durch die vielen Besuche dort, die Reisen durch ganz Schweden und meine Zusammenarbeit mit den Verkehrsbüros nahezu des ganzen Landes doch einen Unterschied machen kann zwischen Skåne und Norrbotten. Und gerade deshalb, weil es hier in Schweden sehr unterschiedliche Mantalitäten gibt, fühle ich mich von deutschen Pauschalaussagen betroffen.

Wer Schweden kennen will, muss das ganze Land kennen oder er lebt in einem kleinen Kreis, der eben nicht Schweden repräsentiert, sondern nur ein Län oder auch eine Region. Man kann sich dort wohl fühlen oder nicht, aber es ist nicht SCHWEDEN, weder mit den verschiedenen Mentalitäten, noch mit den verschiedenen sprachlichen Eigenheiten, noch findet man die gleiche Natur oder einen sterotypen Schweden. Ich glaube nicht, dass Du einen Schwaben, einen Bayern, einen Norddeutschen und einen Rheinländer ähnlich pauschel beschreiben würdest wie einen Schweden, denn vermutlich kennst Du da die Unterschiede. Das Land Schweden und die Schweden sind ebenso unterschiedlich, wobei hier sogar mehr unterschiedliche Sprachen gebräuchlich sind als in Deutschland.

Ich möchte jetzt auch Deine Aussage zu den Bauern als Vorfahren nicht weiter ausführen, aber die ersten Schweden, und auch die ersten Deutschen, waren keine Bauern, da es mehrere Tausend Jahre gedauert hat bis die Menschheit lernte Landwirtschaft zu betreiben. Dazu braucht man keinen ehemaligen Lehrer in der Nachbarschaft um dies zu wissen, denn das steht in jedem Geschichtsbuch. Ich kenne die schwedische Geschichte von Beginn bis heute und kann leider relativ wenig über die deutsche Geschichte sagen, ausser den Epochen in denen sie mit der schwedischen kollidiert, aber für einen Einwanderer ist es nicht wichtig die Details zu kennen, aber man sollte sie auch nicht verfälschen, denn in Schweden haben verschiedene Bauweisen, verschiedene Traditionen und selbst unterschiedliches Essen eine Geschichte.

Ich habe in Schweden seit Ende der 60er Jahre immer wieder mit deutschen Einwanderern zu tun. Ein Teil wurde schwedisch, ein Teil ist nach 20 Jahren noch wie ein Fremder und andere kehrten zurück nach Deutschland, weil sie hier scheiterten. Die Gründe waren vielschichtig, aber Schweden wirklich verstanden haben eigentlich nur jene, die entweder schwedische Partner hatten oder über ihre Kinder Zugang zur Mentalität des Landes bekamen. Ich bin im übrigen auch einer der Coaches, die Einwanderern bei der Integration und der Firmengründung helfen, die Du mir (meine Interpretation!) zwischen den Zeilen anraten willst. Leider sind deutsche Einwanderer daran weitaus weniger interessiert als andere Einwanderer. Die Gründe kenne ich nicht, aber vielleicht liegt es daran, dass man in Deutschland glaubt alles zu wissen und in Schweden weiss man, dass man nie alles wissen wird. Aber das ist natürlich nur meine persönliche Einstellung und Erfahrung.

Auch dass es Jahre dauert bis, wieder ganz allgemein, DIE SCHWEDEN auftauen, das hängt doch von der Gruppe ab mit der man zu tun hat, von den Arbeitskollegen, von der Gegend, von den Sprachkenntnissen und wie man sich den Schweden nähert. Wer nach Schweden auswandert, kann diesen Anschluss, Sprachkenntnisse vorausgesetzt, über Kindergarten oder Arbeitsplatz in wenigen Monaten haben oder auch nie, aber das hängt nicht von den Schweden ab, sondern von der eigenen Annäherung und der Bereitschaft sich zu ändern und zu entwickeln.

Ich war in mehreren Ländern in der Entwicklung von Tourismus aktiv und habe festgestellt, dass gerade Deutsche sehr häufig schwedisches Essen kritisieren, Vorfeste kritisieren, das Verhältnis zum Alkohol, die Doppelmoral zur Prostitution und anderes mehr, während ein Franzose oder ein Spanier versucht zu verstehen. Wer hier einwandert, wandert nicht in ein Traumschweden ein, sondern in ein Land, dass sich über Jahrhunderte zu dem entwickelt hat was es heute ist und bei dem die Bewohner nur eines fordern, nämlich dass man die Eigenheiten dieses Landes akzeptiert und es nicht ändern will. Ich bin bei weitem nicht mit jedem Gesetz, mit jeder Bestimmung und jeder Eigenheit des Landes einverstanden und kein Schwede wird alles gut finden, aber ich akzeptiere diese Dinge, weil sie von der Mehrheit so entschieden wurden. Und wenn ich gegen Kernenergie bin, so werde ich nicht, wie in Deutschland, zu Blockaden oder ähnlichem aufrufen, sondern bei Wahlen meine Stimme geltend machen und in der Presse entsprechende Artikel veröffentlichen.

Schweden ist ein einzigartiges Land bei dem ein Leben nicht ausreicht alles zu sehen und zu entdecken, aber ich reagiere grundsätzlich negativ auf DAS SCHWEDEN, DIE SCHWEDEN und ähnliche verallgemeinerte Aussagen, die zeigen, dass man Schweden bisher nicht wirklich verstanden hat. Ich kenne Deutschland kaum, da ich im Jahr maximal eine Woche dort verbringe, aber ich habe beruflich sehr viel mit Deutschen zu tun und kenne daher eine ganze Menge an Vorurteilen, die manche mitbringen und dann auch weiterverbreiten. Ich meine dabei jedoch nicht nur Einwanderer, sondern auch Touristen, die in Schweden dann unbedingt eine Bratwurst essen wollen.

Ich hoffe, dass ich mich verständlich und korrekt ausgedrückt habe, aber mein Deutsch ist etwa 35 Jahre alt und kann bei meinen kurzen Aufenthalten dort kaum modernisiert werden.

Grüsse aus Göteborg

Herbert


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie schnell habt ihr euch eingelebt?
BeitragVerfasst: 30. August 2011 00:23 
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Registriert: 24. August 2011 13:48
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@miolette

Ich wollte nur zu Deiner folgenden Aussage etwas sagen:

"Schade, dass mein Sambo kein Deutsch spricht, ich würde ihm so gerne die Beiträge lesen lassen.
Er meint nämlich, dass es meine Schuld sei, ich würde nicht initiativ genug sein...
Er glaubt mir nicht, dass die Schweden so auf mich reagieren."

Dass Dein Sambo nicht Deutsch spricht, das ist eigentlich nicht so wichtig. Im Gegenteil, denn dadurch kannst Du weitaus schneller Schwedisch lernen, da Du die Sprache ja rund um die Uhr verwenden musst.

Deine Schuld ist es bei weitem nicht, denn wie sollst Du die schwedische Mentalität kennen? Es wäre aber doch viel einfacher, wenn Dir Dein Sambo eben erklärt was man in der Gegend unternimmt, in der Ihr lebt, wenn er Dir die Eigenheiten einfach erklärt, damit Du eben einen besseren Einstieg in das schwedische Leben bekommst. Natürlich musst Du Initiative zeigen, aber Du musst erst einmal wissen wie Du Dich Schweden näherst.

Das die Schweden Deiner Umgebung so auf Dich reagieren wie Du beschreibst ist zwar merkwürdig und sicherlich beruht das auf irgendwelchen Vorurteilen, denn dass Du in einer ausländerfeindlichen Ecke wohnen solltest, das wäre doch merkwürdig, oder Dein Sambo hätte es wissen müssen. Ich denke, dass in diesem Fall wirklich nur Dein Sambo helfen kann, indem Ihr eben eine gemeinsame Position bei der Nachbarschaft einnehmt. Dein Sambo sollte Dir dabei eher helfen als Dir die Schuld geben.

Grüsse aus Göteborg

Herbert


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie schnell habt ihr euch eingelebt?
BeitragVerfasst: 30. August 2011 11:53 
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Registriert: 7. Oktober 2010 20:18
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Liebe Leute,

nach langer Zeit schaue ich wieder in das Forum und lese meinen Beitrag.

Ich lebe noch und ja! ich lebe noch in Schweden.
Der Kampf war sehr anstrengend und es sind viele Tränen geflossen, aber nun
bin ich tatsächlich soweit, dass ich in Schweden bleibe, sogar, falls mein Sambo
und ich uns trennen sollten. Ich habe die Vorzüge Schwedens kennengelernt, besonders
die, wenn man Kinder hat.
Nach wie vor habe ich noch keine großartigen Freundschaften geschlossen, mache aber
eine schulische Ausbildung und freue mich über den schüchternen Kontakt, den ich dort
zu meinen "Mitschülern" habe. Den Rest der Zeit widme ich meinen Sohn und Sambo+seiner Familie.
Ich muss auch gestehen, das leben fällt mir hier ETWAS leichter, seitdem ich besser Schwedisch sprechen
kann, das war ein großes Manko, welches mich sehr zurückhaltend leben lies.

So richtig glücklich bin ich aber noch nicht, aber das liegt daran, dass ich ein Großstadtmensch bin
und mit dem schwedischen Kleinstadtleben nicht zurecht komme, ich vermisse hier das kulturelle und freizeitliche Angebot. DAS werden wir aber auch ändern-mein Sambo hat es endlich begriffen-nach der Ausbildung gehts nach Linköping. Ist zwar für uns Deutsche keine Großstadt, aber hier gilt sie als solche :lol:
Und ich denke, wenn es dann auch noch mit der Arbeit klappt, wird alles tutti.
An die schwedische Mentalität habe ich mich größtenteils(!) gewöhnt, bzw. muss sie halt akzeptieren.
Die Schweden sind halt so :smt064

Ich danke euch für eure Beitrage, Tipps, Ideen und seelische Unterstützungen!
Hat mir sehr geholfen! :danke:

Ha det så bra alla!


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie schnell habt ihr euch eingelebt?
BeitragVerfasst: 30. August 2011 17:13 
Schwedenfreund
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Hallo Mioletta,

zufällig wohne ich auch in der Nähe von sei einer Kleinstadt hier in Östergötland. Das ist ganz normal, dass junge Leute aus den Kleinstädten hier gleich nach dem Abi (studenten) den Wunsch hegen, nach Norrköping oder Linköping umzuziehen. Dort ist einfach mehr los als in so einem "Kaff". Und die Immobilien- und Mietpreise sprechen ja für sich, wo die Leute am liebsten hinziehen möchten. Bei uns stehen 300 Mietwohnungen leer, die Stadt hat schon Baugrundstücke für eine Krone angeboten, ein Werbefilm wurde gedreht, ein Spaßbad wurde gebaut, eine Fußgängerzone gibt es jetzt mit Straße-Cafe, ein neues Krankenhaus kommt in den nächsten Jahren hinzu, in der Innenstadt gibt es kostenlose Parkplätze im Überfluss. Nutzte alles nicht viel. Selbst die etwa 300 bis 400 Pendler, die hier arbeiten, fahren lieber eine Stunde, um in Norrköping oder Linköping wohnen zu können, obwohl ein Haus hier halb so viel kostet wie in Linköping.

Linköping ist schon recht groß für Schweden und hat als Uni- und Verwaltungsstadt eine angenehme Atmosphäre. Leider ist die Architektur vieler dieser Städte oft austauschbar, jedenfalls nach meinem Geschmack. Ich denke, ihr werdet Euch dort auf jeden Fall wohlfühlen, wozu ich Euch viel Glück und Erfolg wünsche. Wenn Euch das Stadtleben nicht mehr gefällt, könnt ihr ja wieder aufs Land ziehen. Das ist ja alles relativ einfach.

Mein Katze musste ich mal nach Linköping in die Tiernotaufnahme kutschieren. Eine andere Möglichkeit gab es nicht. 70 km hin und 70 km wieder zurück. Die Fahrt hatte ihr überhaupt nicht gefallen und sie war dann drei Tage lang richtig sauer auf mich.

_________________
viele Grüße
Volker

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 Betreff des Beitrags: Re: Wie schnell habt ihr euch eingelebt?
BeitragVerfasst: 31. August 2011 19:37 
Alter Schwede
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Ich mache mir in letzter Zeit viele Gedanken um alles mögliche, Schweden, meine Integration und die Sprache betreffend.
Dabei merke ich, dass ich manchmal dazu neige, Dinge negativ zu sehen. Dies liegt unter anderem daran, dass ich einfach manche Dinge/Personen aus Deutschland vermisse. "Meine" Stadt dort vermisse. Das wird immer so bleiben, aber ich kann Schweden nicht die Schuld daran geben. Denn hier bin ich auch glücklich und die Entscheidung habe ich ja selber getroffen. Mein Problem ist eher, dass ich etwas zerrissen ist. Ich möchte gerne in Deutschland, in meiner Stadt leben, aber ich möchte mein Schweden nicht verlassen. Beides geht aber leider nicht. Das macht einen Teil meines Problemes aus. Dann bin ich recht perfektionistisch veranlagt was die Sprache angeht. Es ist mir wichtig mich ausdrücken zu können, meine Gefühle äußern zu können, möglichst ohne viele Stolperer. Daher auch meine Unzufriedenheit mit der Sprache, obwohl ich objektiv gut spreche.
Die Integration hat hier ein wenig gedauert. Oberflächlich ging es super schnell. Auch heute hab ich unglaublich viele Bekannte, aber wenige Freunde. Zu den Freunden kann man eher andere Ausländer zählen. Denk ich immer so. Aber wenn ich mal ehrlich richtig nachdenke, dann merke ich, dass sich das so langsam verschiebt. Die Beziehungen zu den Schweden werden intensiver, offener, enger... Gerade meine Nachbarin und ich verstehen uns immer besser und es werden so langsam auch mal die intimeren Dinge erzählt. Dinge eben, die man nicht jeder Bekannten aufs Auge drückt, sondern einer Freundin. Das freut mich sehr und ich fühle mich dadurch wieder noch ein Stück mehr integriert.
Arbeitsmäßig sind wir angekommen. Mein Mann hat eh ne recht gute Stelle und ich hab mit meinen drei Stellen auch Glück. Durch 2 Stellen lerne ich unglaublich viele tolle Menschen kennen und mache viele Erfahrungen. Das sind die Stelle bei der medborgarskolan und als Touristenführerin. Das macht beides Spaß, wobei ich keines von beidem für immer machen wollte. Oder als Vollzeitjob. Da ich aber noch zu 80% im Büro arbeite, geht das gut. Und auch da hab ich total Glück. Berufsfremd rein gerutscht, werde ich nicht deutlich schlechter bezahlt als andere mit der Arbeit und ich hab so viel Freiheit wie eigentlich kaum jemand den ich kenne. Meine Arbeitszeiten kann ich mehr oder minder selber gestalten und auch ob ich von daheim oder im Büro arbeite. Was natürlich größtenteils daran liegt, dass mein Chef und ich uns verstehen und er mir vertraut. Da bin ich also gut integriert. Dass mein Mann und ich bei der gleichen Firma arbeiten, macht es noch mal angenehmer. Dann noch die 3 Kinder, die ja auch in Kindergarten und Schule integriert sind und Freunde haben. Wir haben zu tun :)

Fazit: Jetzt, nach 4 Jahren, kann ich sagen, dass wir richtig eingelebt sind und wohl auch erst mal ne Weile bleiben. Wie lange weiß man ja nie... Aber ich fühle mich wohl und lebe gern hier. Da muss ich nur noch lernen mich mit den Dingen zu arrangieren, die ich nicht mag. Das wäre aber wohl in jedem Land so.

Grüße (die sich zwar auf den Ofen freut, den wir bald bekommen, aber schon Angst vor dem vielen Schnee hat...)
Wiebke


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie schnell habt ihr euch eingelebt?
BeitragVerfasst: 31. August 2011 22:35 
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:goodman:
irgendwie muss ich dich mal knubbeln, Wiebke


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie schnell habt ihr euch eingelebt?
BeitragVerfasst: 7. September 2011 10:50 
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Danke Heike,
so was tut gut!
Meine Stimmung schwankt auch ein wenig, abhängig vom Wetter. Aber der Ofen ist leider immer noch nicht da, ich denke, dass der meine Stimmung im Winter deutlich bessern wird. Was gibt es schöneres, als nach einem kalten Ausflug im Schnee oder einem Arbeitstag im Dunkeln, rein in die warme Stube zu kommen und sich gemütlich eine Tasse Tee vor dem Feuer zu gönnen? Ich freu mich schon so dauf. Holz haben wir auch schon, fehlt also nur noch der Ofen, der im September kommen soll... Mal sehen, sind ja noch 4 Wochen :)

Liebe Grüsse
Wiebke


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie schnell habt ihr euch eingelebt?
BeitragVerfasst: 7. September 2011 11:26 
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Hallo Wiebke,

ja, bei deinen Worten erkennen sich wohl viele selbst wieder.

So ein Ofen ist toll, gemütlich und spart auch noch Geld. Wir heizen abgesehen vom Keller das ganze Haus mit einem einzigen Ofen, der im Wohnzimmer steht. Das geht auch bei -25° C. 10 löskubik reichen uns für ein Jahr. Falls das Holz im letzten Winter geschlagen wurde und erst in diesem Frühjahr gespalten wurde, würde ich ein paar Kartons irgendwo im Haus lagern, denn eigentlich ist es noch nicht trocken genug. Erst mit Holz, das mindestens 1,5 Jahre gelagert wurde, funktioniert der Ofen richtig gut. 7 Monate Trockenzeit für gespaltenes Holz ist eigentlich das Minimum. Sei froh, dass du den Ofen nicht im Hochsommer bekommst, wie das bei uns wahr. Das macht das Warten auf die Heizperiode dann schon richtig grausam.

Am Anfang stinkt der Ofen vielleicht noch ein paar Tage nach verbrannten Öl. Das ist normal. Heize den Ofen am Anfang ein paar Mal langsam und vorisichtig auf und lasse ihn auch langsam abkühlen. Wenn du einen nagelneuen Ofen gleich mit voller Leistung fährst, kann er anfangen zu knacken, was dann ewig bleiben kann. Unser fing nämlich an zu knacken. Wir haben dann nach zwei Jahren anstandslos einen neuen bekommen. Ich beziehe mich auf einen Ofen (braskamin) der aus Blechteilen zusammengeschweißt ist. Ein Ofen aus Gusseisen ist da nicht so empfindlich.

_________________
viele Grüße
Volker

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 Betreff des Beitrags: Re: Wie schnell habt ihr euch eingelebt?
BeitragVerfasst: 7. September 2011 11:58 
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Ja, genau Volker zustimmen, erkenne ich mich wieder. Mir fehlt besonders München, aber auch Berlin, weil ich enge freundschaftliche Beziehungen dorthin habe. Ich habe es dieses Jahr zum 1.Mal richtig genossen in Deutschland zu sein, habe mich riesig auf die Zeit dort gefreut und sie auch sehr genossen. Natürlich habe ich auch immer wieder über die Landung in Arlanda gefreut und wieder in "meinem" Stockholm bzw. Järna zu sein, weil ich hier einfach zuhause bin und mich wohlfühle. Aber nach 4 Jahren fühle ich mich endlich nicht mehr, wie ein Wandler zwischen den Welten, sondern weiss genau, wo ich eigentlich zuhause bin, nämlich in Schweden. Daher kann ich Deutschland wahrscheinlich wirklich so geniessen, auch den Trubel und den Lärm, das Essen, die Leute, die Stimmung ect...ich fand es einfach toll. Ein Rückzug nach D. ist trotzdem ausgeschlossen.
Leider macht mir die Sprache, wenn auch soviel besser wie vor einem Jahr, ab und an einen Strich durch die Rechnung, aber es ist in Ordnung, ich arbeite täglich dran und es wird immer besser und fehlerfreier. Natürlich muss man sehen, wie der Herbst und vorallem der Winter werden, aber kurze Fluchten nach Deutschland oder nach England sind ja fest eingeplant und werden auch durchgeführt, damit es keinen Schwedenkoller gibt.
Ob wieder eine tiefere Krise kommt? Weiss ich nicht, aber ausschliessen sollte man solche Sachen generell nicht, aber aktuell geht es uns gut, wir geniessen das frisch renovierte Haus und richten aktuell Küche und Bad neu ein, sind also gut beschäftigt.

JANA

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Man muss 1000 Dinge machen um zu beweisen wie toll man ist.. Aber nur einen Fehler begehen, um nichts mehr wert zu sein !


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie schnell habt ihr euch eingelebt?
BeitragVerfasst: 7. September 2011 21:03 
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Registriert: 6. Februar 2010 15:36
Beiträge: 117
ich weiß,
ich bin jetzt ein wenig off-topic, aber das fällt mir beim lesen des threads so ein.
ich bin vor 10 jahren aus der großstadt aufs land gezogen. da ging es mir fast genauso.
alles war total fremd, fast wie in einem anderen land und wenn alle um einen dann ganz schnell platt kürten, dann war das auch wie im ausland. viele gepflogenheiten sind mir heute noch fremd und ich weiß auch, dass ich in gewisse kreise als zugezogene auch nicht reinkomme.
ich glaube alles neue ist ungewohnt und man muss erst heimisch werden.
wenn ich jetzt in die großstadt komme, genieße ich das warenangebot, den kleinen delikatessenladen an der ecke, wo man wein und käse genießen kann oder seinen espresso trinken.
die buchhandlung in der was in den regalen steht und man nicht alles bestellen muss.
trotzdem möchte ich nicht zurück oder nur unter ganz bestimmten utopischen bedingungen.
emily


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie schnell habt ihr euch eingelebt?
BeitragVerfasst: 8. September 2011 14:15 
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Registriert: 16. Juni 2011 12:15
Beiträge: 35
Da kann ich meinen Vorrednern nur zustimmen.Nun sitze ich in Österreich und finde die hier auf dem Dorf auch sehr gewöhnungsbedürftig.Bekannte habe ich genug,echte Freunde nur 1 und sie sitzt in Deutschland.Die Bekannten sind auch alle Serben,Kroaten,Ungarn,Engländer....Die Schwedenzeit hat mich aber trainiert.Ich nehme das nicht mehr persönlich,was ich in S am Anfang schon getan habe.Die sind mir jetzt hier völlig wurscht-ich mache meine Sachen-aus.Eine "nette"Arbeitskollegin aus Ö schrie mich bei der Arbeit an-da hats mir gereicht und ich habe sie als blöde Kuh beschimpft.Nun grüßt sie mich,vorher wurde ich ein halbes Jahr ignoriert.Ich habe mal auf dem Platten Land in Schleswig-Holstein gewohnt -kurz vor Dänemark-und wollte auf einem Hof Eier kaufen.War ja ein Schild dort-Eier zu verkaufen.
Niemand auf dem Hof zu sehen,also habe ich an der Tür geklingelt,eine Frau macht auf und schaut mich an als ob ich Canabis kaufen wollte,sagt nichts und macht die Tür wieder zu.Ich blieb stehen und wartete einige Minuten ich wollte ja Eier und dachte sie bringt welche.Nach ein paar Minuten geht die Tür wieder auf und 10!Mann stehen da und glotzen mich stumm an.Dann bin ich gegangen und habe meinem kl.Sohn erklärt.hier gibts keine Eier.
Dort hat man auch keine Freunde so auf die Schnelle bekommen.
Die Schweden beobachten einem ganz genau und wissen was man macht.Wir hatten ein Ferienhaus in Småland-sehr schön wie Bullerbü.Dann bin ich auf die Idee gekommen,da bleibe ich .habe meine Kinder in der Schule angemeldet-aus.Da ich islandpferde habe brauchte ich Land und Stall -das war nämlich nicht dabei.Den Sommer standen sie bei Falkenberg und ich wollte sie im Winter holen.Wiesen und leere Ställe gabs mehr als genug.Hatte auch einen Tip bekommen und fragte den Bauer nach dem Stall,der jahrelang leer stand.
Nö,Pferde wollte er da nicht haben,mein Geld auch nicht .Hm.mein sohn hatte sich mit einem Andreas angefreundet und er war soooo froh ,als er später noch auf dessen Geburtstag eingeladen war.
Ich habe ihn abgeholt und Andreas Mutter stand an der Tür mit dem Handy in der Hand und meinte ich solle warten,sie will mir noch was zeigen.Setzte sich zu mir ins Auto und sagte ich solle dort und da hinfahren und siehe da ich kam an dem leeren Stall an.Und voller Stolz zeigte sie mir ihre 2 neuen Pferde -den Stall und die 4 ha Wiese habe sie gerade gepachtet.
Andreas hat mit meinem Sohn nie mehr gespielt oder eingeladen.
Und das soll man nicht persönlich nehmen? :roll:


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie schnell habt ihr euch eingelebt?
BeitragVerfasst: 8. September 2011 14:24 
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Registriert: 16. Juni 2011 12:15
Beiträge: 35
PS:Habe vergessen zu erwähnen,dass mein Mann und ich trotzdem unsere Rente in S verbringen werden.Wird generalstabsmäßig geplant,mein Sohn und Schwiegertochter schauen sich schon die Gegenden an.Stall,Wiese sind dann dabei-mehr wie 2-3 Isis gehen dann nicht mit.Kinder aus dem Haus,kein bellender Bordercollie,altes Auto,Gammelklamotten-dann dürften wir kein Dorn mehr in den Augen unserer Nachbarn sein.Am besten überhaupt keine Nachbarn.Arbeitsplatz nehmen wir auch nicht weg-also könnte das dann doch noch was werden.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie schnell habt ihr euch eingelebt?
BeitragVerfasst: 9. September 2011 22:26 
Neuling
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Registriert: 2. September 2011 10:05
Beiträge: 9
Wohnort: Småland/Schweden
Wir haben uns durch unseren Elternkooperativen Kindergarten in die Gemeinschaft eingelebt. Da werden die Eltern gebraucht, man macht viel zusammen (Fixhelger, föräldrainsaster, styrelsemöten, mm), das hat uns ungeheuer geholfen, Anschluss zu finden.


Hälsningar

/Eva :smt006


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie schnell habt ihr euch eingelebt?
BeitragVerfasst: 10. September 2011 22:44 
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Registriert: 30. August 2011 19:12
Beiträge: 50
Wohnort: Smoland
KeinindividuellesProblem hat geschrieben:
Liebe Mioletta,
Ich habe eigentlich Glück gehabt, das ich in eine Region von Smoland gezogen bin, also am Ende Richtung Norden, wo wenig Deutsche Leben. Auch muß ich sagen, das meine Nachbarn Deutsch kannten und ich als einer der Ihren akzeptiert worden bin. Es gab keine Berührungspunkte zwischen uns und Heute bin ich einer der Ihren. Aber ich muß auch sagen, das mein Schritt zum Einwandern 8 Jahre gedauert hat. Heute bedaure ich diesen Schritt nicht und würde diesen Schritt immer wieder vollziehen.
Was hat sich aber in meinen Leben geändert. Ich Lebe Heute in der Natur, habe ein Haus 200m von einen See entfernt, der mir als Angler, das Non Plus Ultra ist und der 15 km lang ist. Was will ich also mehr. In Deutschland hätte ich mir diesen Traum nie erfüllen können.
Auch wenn ich bedenke, was ich für mein Haus hier in Schweden bezahlt habe, so ist es ein Lacher zu Deutschland. Wenn ich also hier schreibe, so sind viele Dinge zu beachten. Ich bin Rentner und habe gegenüber noch Arbeitnehmern einen kleinen Vorteil.All diese Dinge muß man beachten. Es ist auch nicht so leicht, in ein anderes Land zu verschwinden?
Gerade sehe ich es auch bei meinen Sohn, der nach Norwegen auswandert. Er hat sich das etwas anders vorgestellt. Zumal die Preise in Norwegen sehr hoch sind. Habe gerade seinen Dacia in Deutschland gekauft. Ein Einführen in Norwegen würde ihn 8.000 Euro kosten.
Viele Dinge muß man eben vorher Klären?
Was will ich also mit meinen Beitrag sagen, man muß sich schon im Voraus erkundigen, was mich im neuen Land erwartet.
So blauäugig, wie in vielen Sendungen im TV, das kann man vergessen. Diese Sendungen sind gestellt und man sieht schon, wenn man richtig hinschaut, haben alle Auswanderer
Viel Geld.
LG derkleinebarsch
was Du beschreibst, ist wohl bekannt und schon vielen Einwanderern passiert. Es ist eine Realität: Viele Schweden sind tatsächlich häufig sehr reserviert und Kontakten gegenüber wenig bis gar nicht aufgeschlossen, das bemerken sogar Schweden, die lange im Ausland gelebt haben, dann wieder zurückkommen und plötzlich vereinsamen! Viele Einwanderer halten das auf Dauer nicht aus und gehen wieder zurück in ihr Heimatland. Der einzige Weg, Kontakte zu knüpfen, führt in Schweden, wie von den Vorschreibern schon aufgeführt, meistens über die Mitgliedschaft in einem Verein. Das daraus Freundschaften entstehen, ist aber auch nicht gesagt. In Schweden hält man sich an die Familie.

Einfach mal Leute in der Kneipe, im Café oder am Arbeitsplatz näher kennenlernen - das läuft in Schweden nicht oder höchsten ins den 3 Großstädten. Und wie Du ganz richtig beobachtet hast, sind in Schweden ganz besonders die Frauen reserviert.

Das von Dir genannte Problem ist schon so häufig (auch von Schweden selbst) beschrieben worden und von führenden schwedischen Psychologen und Soziologen in zahlreichen Artikeln bestätigt und in Büchern verewigt, daß Du Dir auf keinen Fall einreden lassen solltest, die Kontaktunwilligkeit der Schweden sei Dein individuelles Problem. Das ist es nicht! Sicher freut man sich mit allen, die in Schweden andere Erfahrungen machen - das ist aber die Ausnahme und nicht die Regel.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie schnell habt ihr euch eingelebt?
BeitragVerfasst: 11. September 2011 12:41 
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Registriert: 27. Februar 2007 20:43
Beiträge: 417
Wohnort: Östergötland
Hallo zusammen,

gerade habe ich in einer schwedischen Zeitung gelesen, dass aus medizinischer Sicht Einsamkeit im Alter ebenso gefährlich wie Alkohol und Rauchen sei. Dabei würde schon eine einzige Bezugsperson das Risiko drastisch senken. Und ein Hund hätte auch denselben positiven Effekt.

Das Bedürfnis nach zwischenmenschlichen Kontakten ist hier schon sehr weit unten angesiedelt. Schweden hat wirklich eine andere Mentalität. Naja, wir haben schon zwei Katzen, was mindestens dem Kommunikationspotenzial von einem einzigen Hund entspricht.

_________________
viele Grüße
Volker

"Om något kan gå sönder kommer det att göra det, vid sämst tänkbara tidpunkt." (Murphy´s lag)

http://schweden.pl7.de


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie schnell habt ihr euch eingelebt?
BeitragVerfasst: 11. September 2011 21:19 
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Registriert: 30. August 2011 19:12
Beiträge: 50
Wohnort: Smoland
Ich gebe garnichts auf sogenannte Studien und auf Aussagen von Experten. es kommt immer auf den Menschen und seine Umwelt an.
Seit 1991 habe ich mit meinen Sohn im Deutschland allein gelebt. Und seit 1998 habe ich dann in Schweden gelebt und meine Wohnung in Deutschland meinen Sohn zur Verfügung gestellt.
Obwohl ich manchmal hier in Schweden sehr Einsam bin, so habe ich aber mittlerweile 4 Katzen, super Nachbarn und kann mein Haus jederzeit Zuschließen ohne jemanden zu Fragen,
wo ich hinfahre. Es ist schon schwer, einen Partner zu finden, wenn man 20 Jahre allein Bestimmt, was man macht und Entscheidungen nicht erfragen oder teilen muß.
Das Wichtigste ist aber immer noch die Bindung zu meinen Kindern in Deutschland.
Hier in Schweden bin ich auf Nachbarn gestoßen, die mich akzeptieren, so wie ich bin und mittlerweile gehöre ich da zur Familie. Wir Grillen gemeinsam, wir Feiern gemeinsam Weihnachten und auch gemeinsame Geburtstage und ich war bei zwei Hochzeiten der Nachbarskinder dabei gewesen.
Alles ist also eine Frage der Intregation.
Auch Unterstützen wir uns gemeinsam. So helfen wir uns beim gemeinsamen bauen, tauschen
oder helfen uns gemeinsam bei auftretenden Problemen, also Leisten aktiv Nachbarschaftshilfe.
Im Moment bauen wir gerade beim Schwiegersohn einen Traktor, der einen Benzinmotor hatte, diesen auf einen Dieselmotor um.
Auch bekomme ich aktive Unterstützung beim Einführen meines neuen Dacia.
Fazit: Ich bin also in der neuen Umgebung angekommen. Und ich will auf keinen Fall mehr nach Deutschland. Warum nicht: Was soll ich noch in Deutschland oder was verbindet mich noch zu Deutschland. Nichts. Ich habe in Hamburg gelebt. Ich könnte Heute nur noch am Fenster sitzen, die Leute beobachten und das wars eigentlich. Hier in Schweden Lebe ich in der Natur, kann Angeln auf meinen See, der 15 km lang ist, kann bauen, wie ich will. Habe eine super Werkstatt, mit fast allen Maschinen und Werkzeugen. Brauche also nicht vorm Fernseher zu sitzen und mir all diesen Sch... anzuschauen, wie all die Serien, Kochsendungen und auch Sendungen aus dem Zoo? Ein wenig interessiert mich noch die Bundesliga und auch Eurosport, aber das war es mit Deutschland.
Das mal meine Gedanken.
LG derkleinebarsch
Ich bin Rentner, dadurch habe ich weniger soziale Kontakte.
Viele können mein Leben nicht verstehen


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