Hej,
leider ist schon was dran an dem was Du schreibst, auch wenn ich es noch nicht so extrem empfunden habe. Aber wie Du sagst, offen ist die Diskriminierung eh nicht. Ich hatte aber das Gefühl, dass es mir doch etwas leichter gemacht wurde, als manchen anderen (bsp. Iraker). Das fing schon bei der Einstufung für den SFI an ("die Deutschen lernen schwedisch ja recht schnell"). Auch wurde da von den Lehrern bei SFI und SAS deutlich unterschieden. Bei manchen Lehrern, auf keinen Fall bei allen. Aber privat, hintenrum, bekam man dann schon mal zu hören warum ("Ausländer aus manchen Ländern wollen einfach nicht die SPrache lernen, sondern nur Geld erhalten"). Ich merke, dass Deutsche sowohl einen guten als auch einen schlechten Ruf haben. Natürlich sind es weniger die mir ehrlich was über den Schlechten erzählen. Aber hin und wieder merkt man es schon und darüber bin ich fast dankbar. Kollegen machen ihre Scherze und reden stark Maschinengewehrartig, oder es wird über Deutsche Ordnung gescherzt. Sowas in der Art. Alles noch recht harmlos. Andererseits wurde ich auch angesprochen wenn Deutschland was "geleistet" hatte. ALso den Eurovisionssieg oder die Fussballweltmeisterschaft. Sie haben dann schon eher wohlwollend mit mir geredet und so. Gerne gesehen wird man teilweise schon bei Arbeitgebern, zumindest hab ich das oft gehört. Aber ich glaube auch, dass Schweden durchaus vorgezogen werden. Da hast Du Recht. Stehen ein Deutscher und ein Schwede zur Wahl, dann muss der Schwede schon deutlich schlechter sein. Das ist aber vermutlich in Deutschland ähnlich in vielen Bereichen. Leider etwas womit man im Ausland rechnen sollte. Auch wenn es nicht verständlich ist.
Wir haben beide Glück gehabt mit unseren Stellen. Deutsch war eines der Einstellungskriterien. Das macht es deutlich einfacher

Da kann ein Schwede nicht ganz so gut mithalten
Ach ja, tatsächlich sind die meisten Deutschen hier in der Gegend aus dem medizinischen Bereich. Ausser den INgenieuren bei ABB und Bombardier. Aber da habe ich das Gefühl, dass die Schweden da gemischter Auffassung drüber sind. Einerseits erzählen sie es mir immer wenn ich beim Arzt bin ("wir haben übrigens 4 Ärzte/Schwestern aus Deutschland auf dieser Station/Abteilung"). Andererseits hatte ich auch schon das Gefühl, dass es manchen fast zuviel wird (nie laut gesagt aber gefühlt gedacht: "gibt es denn bald nur noch Ärzte aus Deutschland bei uns?").
Auch bei Patienten hält sich da das Glücksgefühl in Grenzen. Kann der Arzt sehr sehr gut schwedisch, ist das echt ok. Hauptsache sie erhalten Hilfe. Aber wenn er mit starkem Akzent spricht, haben ich schon viele Klagen gehört, egal aus welchem Land er kam und das kann ich sogar sehr gut verstehen. Den Arzt möchte man gerne gut und leicht verstehen können.
Grüße
Wiebke