Wie geht es der TV-Auswanderer-Familie in Lessebo

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Volker
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Wie geht es der TV-Auswanderer-Familie in Lessebo

Beitragvon Volker » 15. November 2007 14:38

Hallo zusammen,

vor zwei oder drei Jahren gab´s einen bemerkenswerten Auswandererfilm einer jungen süddeutschen Familie, die während ihrer Sommerferien in Lessebo bei Växsjö in Småland ganz spontan ein Haus kaufte und dann 6 Wochen später in nicht zu überbietender Blauäugigkeit auch dort hinzog und in Deutschland alles aufgab. Dies alles ohne einen Brocken Schwedisch zu können oder überhaupt eine Ahnung von Schweden zu haben. Die Jobsuche wurde dann auch zum Fiasko. Das Geld reichte für 8 Monate und die Frau zeigte sich empört vor der Kamera, weil eine Kommunalangestellte ihr im besten Englisch dringend nahegelegt hat, Schwedisch zu lernen. Sie haben dann auch einen SFI-Kurs (SFI = Svenska För Invandrar = Schwedisch für Einwanderer) besucht und fanden das recht amüsant.

Leider habe ich nie wieder was von der Familie gehört. Weiß jemand, wie die Geschichte weitergegangen ist oder war die Story mehr oder weniger für die Kamera gestellt?

Storstadstjej

Re: Wie geht es der TV-Auswanderer-Familie in Lessebo

Beitragvon Storstadstjej » 15. November 2007 14:54

Darf ich mich der Anfrage anschliessen? Was ist aus Heiko, dem Gänsebräter aus Lappland geworden? Genau - die Familie mit dem Kleinzoo, die in einer atemberaubend chaotischen Aktion nach Lappland gezogen ist... War eine der ersten Schwedenauswanderungssendungen und kam soweit ich mich entsinnen kann auf vox.

jörgT
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Re: Wie geht es der TV-Auswanderer-Familie in Lessebo

Beitragvon jörgT » 15. November 2007 16:34

Soweit ich mich erinnere, war die Lappland-Aktion komplett getürkt!
Skogstroll hatt die "Auswanderer" mal getroffen. Und Heiko war mit seiner Produktionsfirma an der Erstellung des Beitrages nicht unerheblich beteiligt ...
Musst mal die Suchfunktion bemühen, es gab einen ausführlichen Thread darüber!
Jörg

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Re: Wie geht es der TV-Auswanderer-Familie in Lessebo

Beitragvon Skoghult » 15. November 2007 17:19

Hej,

die Familie aus Lessebo hatte zwischezeitlich einen Back-Shop in Växjö eröffnet. Dort wurde Brot nach deutscher Rezeptur verkauft, ebenso Wurst nach deutscher Rezeptur - hergestellt auf der Insel Öland.

Das Geschäft ist seit Anfang Juli geschlossen. Auf der Internetseite findet man darüber eine Information.

Hier nachzulesen: http://www.brezelshop.se
Gruss Marie-Luise

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Re: Wie geht es der TV-Auswanderer-Familie in Lessebo

Beitragvon Skogstroll » 15. November 2007 17:21

Kann leider nicht mit neuen Sensationen dazu beitragen, wir sind eher selten in der Gegend. Bei hitta.se findet man jedenfalls noch einen Heiko Muller (Muller, nicht Müller) samt Telefonnummer. Wenn jemand mal anrufen möchte - bittesehr. Ich bin nicht sooo heiss drauf.

Skogstroll

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Re: Wie geht es der TV-Auswanderer-Familie in Lessebo

Beitragvon Volker » 15. November 2007 19:08

Danke, Barbara für den Hinweis.

Schade, ich hätte es mir lieber gewünscht, die Familie Gründert hätte eine zweite Filiale aufgemacht.

Auch wenn es mir in Schweden sehr gut gefällt und ich mir ein Leben in Deutschland nicht mehr vorstellen möchte, so vermisse ich doch manchmal sehr die badische oder schwäbische Gastronomie. Wenn es doch nur hier einen gemütlichen Gasthof im Fachwerkhausstil gäbe, wo man sich bei einem Viertele Trollinger oder Lemberger einen saftigen Zwiebelrostbraten mit Spätzle und Rahmsoße bestellen kann. Und als Nachtisch gemischtes Eis mit Schlagsahne und ein Espresso zum Abschluss. Ich vergehe schon alleine bei dem Gedanken.

Ich denke, so ein Gaststätte nach meiner Vorstellung würde auch nur in Großstädten funktionieren. Die Esskultur ist hier mehr "ergebnisorientiert", das will heißen, man kehrt unterwegs ein, um den Hunger zu stillen. Dies erklärt vielleicht, warum viele Pizza-Buden eher den Charme einer heruntergekommenen Betriebskantine verbreiten. Gewöhnungsbedürftig ist auch, dass manche Schweden recht laut beim Essen permanent schmatzen, was hier toleriert wird. In Deutschland wäre das in dieser Form ein Tabu, wie vergleichsweise beim Essen in der Nase bohren. Das Thema Alkohol ist ein Kapitel für sich und will ich hier garnicht erwähnen.

Übrigens bezeichnen die Schweden Spätzle in beinahe plasphemischer Weise als "Pasta". In einem Supermarkt in Söderköping wurde Spätzle als typisch elsässische Spezialität angeboten. Hier gibt es also noch viel Aufklärungsarbeit.

Inzwischen habe ich was in Brevens bruk http://www.hitta.se/SearchCombi.aspx?va ... evens+bruk gefunden. Die Preise sind "Schwarzwald-Niveau". Mir hat es jedenfalls geschmeckt.

XY Ungelöst

Re: Wie geht es der TV-Auswanderer-Familie in Lessebo

Beitragvon XY Ungelöst » 20. Januar 2008 19:41

Die Fam. Gruendert hat den Brezelshop wieder aufgegeben.Herr Gruendert arbeitet jetzt in einer Fensterfirma in Lenhovda :)

Die TV-Familie aus Lessebo

Re: Wie geht es der TV-Auswanderer-Familie in Lessebo

Beitragvon Die TV-Familie aus Lessebo » 2. Juni 2008 18:58

Super, dass doch anscheinend alle so toll über uns informiert sind :lol: - auf die Idee, dass bei der Reportage über uns vieles - um nicht zu sagen alles - falsch zusammengestellt und zusammenhangslos zusammengeschnitten wurde - kommt wohl keiner von Euch :twisted: - schade!

Wir sind nie mit der Vorstellung hierher gekommen, nach 3 Tagen einen Job zu finden und uns nur auf Deutsch zu verständigen....... we love to entertain you - kapiert!!!

Na, ja so ist das eben, wenn man sich zugegebener massen blauäugig vom Verstand und nur vom Bauchgefühl her in ein Abenteuer wagt....

Also, an alle, die meinen es besser zu wissen, besser zu können, besser zu machen - go for it!

Wir sind jedenfalls noch in Schweden, zwar ohne Brezelshop, aber dennoch glücklich!

In diesem Sinne - es sind immer die Abenteurer, die grosse Dinge vollbringen, wie Montesquieu schon wusste :smt006

Familie Gündert, Lessebo, Småland, Schweden

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Re: Wie geht es der TV-Auswanderer-Familie in Lessebo

Beitragvon Volker » 3. Juni 2008 13:15

Hallo zusammen,

Super, dass doch anscheinend alle so toll über uns informiert sind :lol: - auf die Idee, dass bei der Reportage über uns vieles - um nicht zu sagen alles - falsch zusammengestellt und zusammenhangslos zusammengeschnitten wurde - kommt wohl keiner von Euch :twisted: - schade!


Dann will ich mich mal als Themenstarter zu Wort melden. Man lese nur mal meinen letzten Satz im ersten Posting. Dann wird klar, dass der Wahrheitsgehalt solcher Auswandererfilme hier von allen angezweifelt wird. Und deshalb stellt man sich hier im Forum auch die Frage, wie die ganze Geschichte wirklich war, und zwar nicht zur allgemeinen Belustigung, sondern weil es hier viele Mitleser und Forenmitglieder gibt, die sich wegen einer bevorstehenden Auswanderung gründlich informieren wollen. Für eine sachliche Gegendarstellung, welche an all jene gerichtet ist, die es wirklich interessiert, bietet dieses Forum eine willkommene Gelegenheit.

Also, an alle, die meinen es besser zu wissen, besser zu können, besser zu machen - go for it!


Auf jeden Fall vorher gründlich Schwedisch lernen. Das wurde hier schon Tausend mal gepredigt. Aber schwedische Vokabeln büffeln ist halt leider mal nicht so spannend. Nur als Tourist kommt man mit Englisch durch. Außerdem gibt es hier jede Menge Mitglieder, die einem bei der Auswanderung konkret weiterhelfen.

In diesem Sinne - es sind immer die Abenteurer, die grosse Dinge vollbringen, wie Montesquieu schon wusste :smt006


Wie soll man denn das verstehen? Abenteuertypen, die "große Dinge vollbringen", kommen hier überhaupt nicht an. Gerade als Einwanderer möchte man möglichst nicht auffallen und Teil dieser homogenen schwedischen Gesellschaft sein. Der Schwede mag es z.B. nicht, wenn sich Leute brüstend in den Mittelpunkt drängen, aber er mag sein Fertighaus von der Stange, so wie es die Nachbarn ringsherum auch haben. Klingt vielleicht langweilig, aber das ist eben schwedischer Alltag. Außerdem sind die meist überversicherten Schweden Sicherheitsfanatiker (trygghetsnarkomaner), bei denen obendrein immer alles durchorganisiert werden muss, um Stress zu vermeiden. Unter einer spontanen Einladung versteht man in Schweden, wenn man jemanden am Donnerstag für Samstag Abend zum Grillen einlädt. Das Wort "äventyra" bedeutet gefährden, aufs Spiel setzen. Also mit Abenteuertypen können die Schweden nichts anfangen.

Ich wollte hier nicht als besservisser (das hat man aus dem Deutschen genommen) http://www.woxikon.de/swe/besservisser.php abschweifen, aber vielleicht konnte ich hier doch verständlich machen, dass die schwedische Sprache auch der Schlüssel zur schwedischen Denkweise ist.

TV Familie

Re: Wie geht es der TV-Auswanderer-Familie in Lessebo

Beitragvon TV Familie » 3. Juni 2008 14:07

Hallo Volker,

da geb ich Dir recht - der Schlüssel überhaupt von Mensch zu Mensch ist die Sprache schlechthin, denn ohne Verständigung (und zwar absolut und ausnahmslos in der jeweiligen Landessprache) läuft langfristig gar nichts.

Mit den "grossen Abenteurern" war eigentlich gemeint - besser etwas wagen, etwas riskieren, sich etwas getrauen als im "Alten" im "Bekannten" im "Vertrauten" unglücklich sitzen zu bleiben und sich über die Misstände in Deutschland aufzuregen.

Ja, die Beschreibung der Schweden teile ich mit Dir :lol:

Ich finde, wenn sich jemand mit vollem Einsatz engagiert und versucht seinen Lebenstraum wahrzumachen, kann er NUR gewinnen, allein schon wegen der Erfahrung- egal ob rückwirkend positiv oder negativ bewertet - aber es ist doch meist so, dass uns nur die Erfahrung im Leben weiterbringt.

Ihr solltet mit den sogenannten Auswandererfamilien nicht so "hart ins Gericht" gehen, finde ich, denn vieles sieht nach Aussen (wie im Film oft verdreht dargestellt wird) anders aus, als es tatsächlich ist! :)

Wünsche Euch allen im Forum noch einen schönen, sonnigen Tag.

Dorothee Gündert


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