Wie geht es der TV-Auswanderer-Familie in Lessebo

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nysn

Re: Wie geht es der TV-Auswanderer-Familie in Lessebo

Beitragvon nysn » 3. Juni 2008 16:36

Ich wollte hier nicht als besservisser (das hat man aus dem Deutschen genommen) http://www.woxikon.de/swe/besservisser.php abschweifen, aber vielleicht konnte ich hier doch verständlich machen, dass die schwedische Sprache auch der Schlüssel zur schwedischen Denkweise ist.


Das wäre doch sicher ein spannender, neuer Thread - schwedische Sprache - schwedische Denkweise!

Gruß
S-nina

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Fanny
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Re: Wie geht es der TV-Auswanderer-Familie in Lessebo

Beitragvon Fanny » 3. Juni 2008 17:37

Das finde ich auch.
Es gibt so viele Wörter, die von der Ausdrucksweise "eingeschwedelt" wurden.

Wer macht auf?

:D
Das Glück ist das einzige, das sich verdoppelt, wenn man es teilt. (Albert Schweizer)

Volker
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Re: Wie geht es der TV-Auswanderer-Familie in Lessebo

Beitragvon Volker » 4. Juni 2008 09:10

Hallo Dorothee,

ich sollte vielleicht erklären, warum ich mich damals zugegebenermaßen ziemlich über diesen Film aufgeregt habe.

Zum einem hatten wir es ganz anders angepackt (als im Film dargestellt wurde). Wir waren damals noch in Deutschland mitten in der Vorbereitungsphase des Auswanderns, die sich über 3 Jahre hingezogen hatte. Vorher hatten wir unser Schwedisch intensiv aufpoliert, büffelten Grammatik, schauten uns schwedische Filme auf DVD an, hörten schwedisches Radio übers Internet. Wir sind zu Vorstellungsgesprächen angereist, die scheiterten (eins wurde auf der Fahrt dorthin per Handy abgesagt), sind mehrmals nach Schweden geflogen, Mietwagen genommen, haben ganz Östergötland abgeklappert und waren bei ungezählten Hausbesichtigungen, bis uns dann das ganze Schweden fast zum Hals raushing, bis wir uns dann hier dann doch für die Kleinstadt Finspång entschieden hatten, wo wir dann endlich ein Haus gekauft hatten, mit unseren beiden Katzen und einem Möbelwagen voll Krempel hinzogen sind aber noch keine Jobs hatten. Das Risiko sind wir eingegangen, wussten aber, dass der Arbeitsmarkt hier hervorragend aussah. Damals hatte ich bereits als selbständiger Softwareschulungen in ganz Deutschland und Europa abgehalten, da war es eigentlich fast egal, wo ich wohne, allerdings war ich nicht 100% sicher, wie das meine Kunden auffassen würden. Aber es war dann kein Problem hier eine Firma zu gründen und meine Stammkunden hatten das dann auch akzeptiert. Vielen fanden das sogar spannend. Schließlich ist die Rechnung dann für meine Frau und ich dann doch "planmäßig" aufgegangen und so langsam schleicht sich die Alltagsroutine eine. Abenteuer wollten wir überhaupt nicht, sondern Ruhe. Und hier geht es wirklich gemächlicher zu.

Zum Anderen hatte ich zusammen mit meiner Frau bis Mitte der 90er Jahre etwa 7 Jahre lang eine eigene kleine Filmproduktionsfirma für Werbung und Auftragsfilme der Industrie, recht erfolgreich, ein nationaler Filmpreis sprang auch dabei heraus (Ich will hier nicht angeben, nur sagen, dass wir was davon verstehen oder verstanden haben). Damals war Internet unbekannt und Film war noch was, womit man die Leute hinterm Ofen hervorlocken konnte. Um so mehr hat uns dann die oberflächliche Machart solcher Auswandererfilme entsetzt. Außerdem können wir uns recht gut vorstellen, wie es beim Dreh zugegangen ist. Drehen ist für alle eh schon Stress, viele der "Nebendarsteller" lassen sich nicht gerne filmen, einige benehmen sich exaltiert, andere sind schüchtern oder verkrampfen vor der Kamera. So ein Filmteam ist ja eh schon eine große Ausnahmesituation und dann kommt noch die besondere Situation der Auswanderung hinzu. Ich kann mich nur noch dunkel an den Film erinnern, aber mit hoher Wahrscheinlichkeit mussten einige Szenen mehr oder weniger gestellt und geprobt werden, weil sie sonst so alleine rein technisch nicht machbar gewesen worden wären. Mit Dokumentation im strengen Sinne hat das nichts zu tun. Hauptsache der Film wird vom Auftraggeber abgenommen (technisch, inhaltlich, handwerklich), die Einschaltquote stimmt, der Zielgruppe gefällts und die Serie wird nicht abgesetzt. Zu teuer darfs auch nicht werden. Das Geschäft war früher knallhart und ist es heute bestimmt noch mehr.

Eine filmische Langzeitdukomentation über Auswanderer wäre bestimmt viel interessanter, aber wer lässt sich darauf ein, hält das durch und vor allen Dingen wer bezahlt das und schaut sich das an. Außerdem bietet das Internet mittlerweile dafür viel mediengerechtere (und vor allen Dingen kostengünstigere) Möglichkeiten wie Webblogs, Foren und Internettagebücher. Tiderna har förändrats!

TV Auswanderer Familie

Re: Wie geht es der TV-Auswanderer-Familie in Lessebo

Beitragvon TV Auswanderer Familie » 4. Juni 2008 13:43

Hej Volker,

Bingo - genau so und nicht anders, wie Du es beschrieben hast - läuft das Ganze! Die Sache ist nur die, im voraus weiss man als Laie nicht, wie extrem man "verheizt" wird :?

Den fertigen Film sieht man selber erst im Fernsehen - und dann ist es eh schon zu spät.

Mitspracherecht gleich null - gestellte Szenen, "Szenen" wiederholen - zigmal - bis zum Abwinken :evil: - aber hast Du erst mal "ja" gesagt - tja, dann bleibt oft nur gute Miene zum bösen Spiel :cry: - wobei ich es allen gleich vorneweg sagen möchte, finanziell lohnen tut sich der ganze Aufwand mit Sicherheit nicht!
Und ganz nebenbei gesagt, WIR haben uns über den Film auch aufgeregt :evil:

Sei's drum - wir sind hier und froh hier zu sein, allerdings so blauäugig und naiv würden wir das Ganze (wahrscheinlich) nicht nochmal machen.

Wir hatten viele Deutsche im Brezelshop, die nach Tipps gefragen haben. Ich kann mich Euch nur anschliessen und jedem raten: zuerst Schwedisch lernen und im ganz optimalen Fall vorab noch einen Job organisieren.

Grüsse aus Lessebo Dorothee Gündert

Manty

Re: Wie geht es der TV-Auswanderer-Familie in Lessebo

Beitragvon Manty » 4. Juni 2008 14:15

TV Auswanderer Familie hat geschrieben:
finanziell lohnen tut sich der ganze Aufwand mit Sicherheit nicht!



Mich würde mal interessieren, was die großen TV-Sender für sowas zahlen, wenn man fragen darf.

Familjen från Lessebo

Re: Wie geht es der TV-Auswanderer-Familie in Lessebo

Beitragvon Familjen från Lessebo » 4. Juni 2008 14:42

Hej,

die grossen TV Sender sind es meist gar nicht selbst, sondern der Auftrag wird an kleinere Produktionsfirmen abgegeben.

Mit zwischen 300 - 500 Euro bist du dabei :shock: - that's all! :(

LG D. Gündert

Manty

Re: Wie geht es der TV-Auswanderer-Familie in Lessebo

Beitragvon Manty » 5. Juni 2008 09:11

Familjen från Lessebo hat geschrieben:

Mit zwischen 300 - 500 Euro bist du dabei :shock: - that's all! :(



Na, das ist ja eher ein Witz für den ganzen Aufwand und den Ärger, den man hinterher hat.

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drudenfuss
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Re: Wie geht es der TV-Auswanderer-Familie in Lessebo

Beitragvon drudenfuss » 9. Juni 2008 05:25

Mit zwischen 300 - 500 Euro bist du dabei - that's all!


da kann aber auch nix oskarverdächtiges erwarten, wenn schon bei der gage der hauptdarsteller so geknausert wird. wir haben jedenfalls im vorfeld mehr als nur einmal über diese sendungen gelacht und sind ohne stressiges kamerateam ganz ruhig und entspannt nach schweden umgezogen.
Wer etwas ändern will sucht nach Wegen, alle anderen suchen Gründe

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Re: Wie geht es der TV-Auswanderer-Familie in Lessebo

Beitragvon blueII » 9. Juni 2008 09:54

drudenfuss hat geschrieben:
da kann aber auch nix oskarverdächtiges erwarten, wenn schon bei der gage der hauptdarsteller so geknausert wird. wir haben jedenfalls im vorfeld mehr als nur einmal über diese sendungen gelacht und sind ohne stressiges kamerateam ganz ruhig und entspannt nach schweden umgezogen.


:mrgreen: jooh....gesehen, gelacht und teilweise den Kopf geschüttelt. Als wir mit unseren Umzugsgedanken im Freundeskreis herausrückten, war die erste frage immer "....und welcher Sender kommt zu Euch?"

"Keiner!!!" haben wir geantwortet, "wir sind so gut organisiert dass es bei uns nix zu lachen gibt!!"

Aber wir haben soviel Pleiten, pech und Pannen gehabt und einige Schoten erlebt, die unsere Freunde zum Schießen finden.
Wenn ich im nachhinein darüber lachen kann, habe ich ihnen einiger unserer Anektoden geschrieben und die lachen sich immer krumm.
Aber dass soll, in unserem Fall, nur für ein ausgewähltes Publikum sein und keinesfalls für die gesamte Nation 8)

Volker
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Re: Wie geht es der TV-Auswanderer-Familie in Lessebo

Beitragvon Volker » 9. Juni 2008 10:46

Hallo zusammen,

jetzt erinnere ich mich an einen Film, den ich vor 10 oder 15 Jahren im schwedischen Fernsehen gesehen hatte, in dem eine junge Familie aus dem Ruhrgebiet vorgestellt wurde, die mit ihren 3 bis 4 Kindern ihre hellhörige Mitwohnung aufgab und sich irgendwo in Schweden ein Wochenendhäuschen mit Plumpsklo und ohne Stromanschluss kaufte oder beschaffte. Der Mann war Zimmermann, hatte aber noch keinen Job. Aus Platzgründen lebte die Familie hauptsächlich im Freien, was ja im Sommer noch einigermaßen ging. Meine schwedischen Freunde hatten nur den Kopf geschüttelt und konnten nicht verstehen, was an so einem Leben in Schweden so toll ist. Ich glaube, es war der erste Auswandererfiilm, den ich gesehen hatte. Eigentlich war es ja ein Einwandererfilm.

Ich finde diese abschreckenden Filme eigentlich gut. Die Zuschauer sollen ruhig den Eindruck gewinnen, wie schrecklich das Leben hier ist. Andernfalls kommen mir zu viele.


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