wer redet auch mal was positives

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Nyckelpiga
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Re: wer redet auch mal was positives

Beitragvon Nyckelpiga » 14. November 2008 19:07

Ich habe jetzt erstmal alle Posts durchgearbeitet, und klar waren eure Stimmen in der letzten Zeit sehr kritisch.

Aber gerade diese Ehrlichkeit habe ich hier sehr schätzen gelernt.
Mir sind die augen geöffnet worden, und mein so geliebtes Schween sehe ich jetzt mit anderen Augen.
Ich habe die liebe zu Schweden nicht verloren,aber ich sehe vieles kritischer... das habt ihr, die schon lange oder nur kurz ausgewandert seid, mit gezeigt...gesagt.
Schweden ist und bleibt für mich ein Traumland, gerade das was Wiebke und Heike schrieben, deswegen.
Natur und das Erlebnis, was man Kindern damit vermitteln kann. :lol:
Die Freundlichkeit der Schweden Kindern gegenüber :wink:

Gerade das ist es, was unser Forum so wertvoll macht..
Hier gibt es Kritische Stimmen, die nur die Augen öffnen wollen, um vom Bullerbü denken "wegzukommen".
Unsere Ausgewanderten die mit viel Herzblut :heart: dabei, und stehen jedem mit Rat und Tat zur Seite.

ich danke euch von Herzen dafür...
Macht so weiter :danke:

Liebe Grüße Anja :smt006
Mit einem Lächeln im Gesicht geht alles gleich viel leichter ... !

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Rwitha
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Re: wer redet auch mal was positives

Beitragvon Rwitha » 14. November 2008 19:58

Nyckelpiga hat geschrieben:Gerade das ist es, was unser Forum so wertvoll macht.


Da hast Du natürlich recht!

Aber ab und zu auch mal was Positives und Schönes zu lesen, macht auch Spass (und anderen vielleicht auch ein bisschen Mut)!

Ich find's gut :elch: :smt023
Darüber, wer die Welt erschaffen hat, läßt sich streiten. Sicher ist nur, wer sie vernichten wird. (George Adamson)

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july
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Re: wer redet auch mal was positives

Beitragvon july » 14. November 2008 20:10

Hallo Anja,

ich kann Dir nur recht geben. :smt023
Mir haben die Beiträde schon häufiger die Augen geöffnet. Und ich bin sicher, dass ich jetzt relativ sicher mein Abenteuer Auswanderung beginnen kann. Wenn ich mir überlege, dass ich vor einem Jahr ohne diese Infos und Vorbereitungen gegangen wäre, neeee eigentlich will ich mir meine Depressionen und Entäuschungen :smt089 nicht vorstellen.

Auch von mir :danke:

Gruß Julia
wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist

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Imrhien
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Re: wer redet auch mal was positives

Beitragvon Imrhien » 14. November 2008 20:42

Danke, Ihr seid süß.
Und bei all dem Gemecker, man muss ja schon zugeben: Wir sind ja auch glücklich hier, gelle Heike?
Meckern tut halt manchmal auch gut. Gerade wenn man sich an Kleinigkeiten reibt (oder auch mal Großem) das man nicht ändern kann oder einfach nicht versteht. Dann tut es gut zu meckern. Wenigstens mal kurz. Es ist wie ein Gewitter. Das reinigt. Hinterher überlegt man ja, was ist es denn weshalb ich trotzdem hier bin? Und das fällt einem ja ein.
Ich stehe dazu: Jetzt ist nicht der einfachste Zeitpunkt auszuwandern. Schweden ist kein Schlaraffenland und hat manchen Fehler.

Just nu ist es aber trotzdem meine Heimat und ich fühle mich sehr wohl da (mit allen Fehlern und Schwächen und auch mit dem was mir vielleicht aus Deutschland fehlt, das gehört für mich dazu).

Grüße
Wiebke

blueII
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Re: wer redet auch mal was positives

Beitragvon blueII » 14. November 2008 23:12

Ich schließe mich an und sage Danke dass ihr uns nicht allzu böse seid, wenn wir mal die große Keule schwingen. :shock:
Und ja Wiebke, man muß sich halt mit einigem Auseinandesetzen aber im Umkehrschluß heißt es ja nicht, das wir alles bereuen. :wink:

Man muß auch folgendes bedenken, so geht es mir jedenfalls.
Ihr, das Forum seit auch soetwas, wie die Verbindung - die Brücke zur alten Heimat.
Wenn der Schuh drückt, Ängste und Sorgen einen Quälen müssen die raus, sucht man nach Gleichgesinnten.

Im aktuellen Fall bin ich halt nach Orientierung für die richtige Schullaufbahn.

Ich fühle mich noch nicht so verstanden, mit meinen vielleicht noch sehr "deutschen" Ansichten bei meinen neuen schwedischen Bekannten.
Die alten Freunde in D können oder wollen es im Detail gar nicht so nachvollziehen.
Sie messen meistens nur mit deutschen Maßstäben, die mir hier Vorort sehr wenig helfen, geschweige denn, dass sie von eigenen Erlebnissen profitieren könnten.
Hier im Forum findet man Menschen in der gleichen oder ähnlichen Situation oder mindestens Leute, die sich so eingehend mit Schweden beschäftigen, dass man sich mit ihnen darüber auseinandersetzen kann und das ist - für mich jedenfalls - dringend notwendig.

Schließlich bin ich kein abenteurlustiger Aussteiger, der seelig sein Häuschen repariert und geduldig darauf wartet, das der erste Kohlkopf zum Ernten gewachsen ist. :roll:

Nein, wir sind eine Familie mit Kind und engen Angehörigen in Deutschland.
Wir müssen hier, auf noch teilweise sehr unbekannten Terrain, unsere Existenz sichern, im Heute und für die Zukunft der Kinder.
Da kann das Kartenhaus mal ganz schön ins Schleudern geraten, wenn gewohnte Handlungen wie Kinderarztbesuch, Schulwahl oder sonst so belanglose Alltäglichkeiten, aufeinmal sich zur scheinbar riesen Hürde verwandelt. :shock:
Da tut es einfach mal gut seinen Frust, sein Unverständnis, seine Hilflosigkeit loszuwerden, an einem Ort, an dem man mit ein wenig Glück Gehör und Rat oder auch nur die Bestätigung der gleichen Sorge findet, nämlich hier im Forum.

Danke an Alle, die das mit Ausbaden müssen und natürlich toll, wenn man dem ein oder anderen damit auch einige Überaschungen erspart.
Danke an Alle für Ihr Geduld immer wieder zu posten und zu lesen. :D
Auf weitere tolle Auseinandersetzungen, die mir helfen vorort Probleme zu lösen, die vielleicht in D keine für mich wären. :smt006

LG
Heike

vinbär
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Re: wer redet auch mal was positives

Beitragvon vinbär » 15. November 2008 16:58

Heike: das war schön geschrieben und trifft es genau!!!
Ich habe noch was Positives: zum ersten Mal hat unser Juengstes einen Papa, der mittags mal zum Mittagessen nach Hause kommt, der die inskolning im Kindergarten machen wird, der beim Schwimmbadbesuch in der Herrenumkleide eine Wickelkommode vorfindet, der mit den Kindern während der Arbeitszeit zum Zahnarzt und zum Impftermin geht, der mal das fiebernde Kind umsorgen kann, während ich arbeiten gehe und der zum Schulabschluss im Sommer beim Erdbeertorteessen dabei sein wird, wie die meisten schwedischen Väter auch. Das ist fuer den Augenblick auch gewonnene Lebensqualität.

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Re: wer redet auch mal was positives

Beitragvon Imrhien » 15. November 2008 18:15

Liebe Heike,
danke!!! Du hast genau das in Worte gepackt, was ich fühle. Irgendwie wusste ich es nicht richtig aber als ich es gelesen habe, wurde es mir klar. Das ist es!
Ich habe viele Freunde in Deutschland, die mir weiterhin zur Seite stehen. Manches verstehen sie aber einfach nicht.
In der Theorie ist das eben was anderes, wenn ich über süßes Brot jammere. Jemand der das höchstens (wenn überhaupt) aus dem Urlaub kennt, kann es einfach nicht nachvollziehen, um mal bei einem ganz simplen Beispiel zu bleiben.
Jemand der aber die gleiche Erfahrung gemacht hat und sei es mit was anderem als Brot, der versteht was ich empfinde. Und der kennt vielleicht die Schweden und wie sie ticken. Und die Leute hier im Forum kennen ja nicht nur die Schweden und wissen wie sie ticken, sie sind oft selber deutsche und wissen wie wir so ticken. Das ist ein schönes Gefühl sich da austauschen zu können, ja, jammern zu können.
Und wenn es schon so Kleinigkeiten wie süßes Brot sind, wie fühlt man sich dann bei der Schulwahl oder einem Problem im Kindergarten, mit dem Arbeitgeber, den Nachbarn...
Mit deutschen Maßstäben kann man da doch gar nicht rangehen. Gute Ratschläge aus Deutschland helfen da oft nur bedingt. Man muss schon wissen was hier überhaupt praktikabel ist oder das Gefühl selbst erlebt haben.

Grüße
Wiebke

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Re: wer redet auch mal was positives

Beitragvon janaquinn » 15. November 2008 20:47

Hej Heike,
ich schliesse mich meinen Vorschreibern an, dass hast du wirklich toll geschrieben, denn es ist die Wahrheit.
Ich gehöre zu den Leuten, die mit Herz und Seele zu dem Schritt Auswanderung stehen, die es jederzeit und sofort wieder machen würden. Einfach weil es richtig war und es sich auch absolut und immer wieder richtig anfühlt. Ich gehöre auch zu den Leuten, die eher ungern nach Deutschland fliegen, weil es mir dort einfach zu stressig, zu unruhig und hektisch zugeht, ich liebe diese Ruhe hier draussen auf dem Land einfach.
Und eigentlich vermisse ich reingarnicht an Deutschland, eben nur liebe Menschen, die mir im laufe der Jahre sehr ans Herz gewachsen sind und mich immer wieder aufgefangen haben, in tiefen Krisen und Momenten, in den es mir nicht gut ging.
Leider sind eben diese Menschen nun einige tausend Kilometer entfernt, der Kontakt ist nicht mehr soo eng wie früher, weil jeder sein eignes Leben mit eignen Problemen führt. Man telefoniert, man schreibt sich Mail´s, aber man beginnt in 2 verschiedenen Sprachen zusprechen, damit meine ich aber nicht, deutsch, schwedisch oder englisch. Sondern schlicht und ergreifend die Tatsache, das sich die Prioritäten verschoben haben, weil man in 2 verschiedenen Ländern lebt.
Anfangs dachten viele Freunde, wir leben nun im perfekten Sozialstaat, in dem alles so läuft, wie man es in den Zeitungen liest. Allein die Tatsache, dass es eben nicht soo ist, dass es in Schweden eben auch Probleme gibt, man genauso Sorgen hat und dann auch eine Sprachbarriere überwinden muss, dass man sich anfangs sehr sehr einsam fühlen kann, weil die beste Freundin nicht mehr um die Ecke wohnt oder der Babysitter nicht mehr der gleiche ist, wie die letzten 3 Jahre, dass ist manchmal nicht leicht.
Natürlich ändert sich auch viel, wenn man nur innerhalb Deutschland´s umzieht, die gewohnte Umgebung zurücklässt, manchmal auch eine neue Sprache lernen muss :lol: :lol: ,aber man ist immer noch in Deutschland und auf gewohnten Gebiet.
Auch die Erwartungshaltung der Familie, der Freunde und Bekannten ist manchmal nicht leicht zu ertragen: Schaffen sie es oder kommen sie mit eingezogenen Schw.... mit nach Deutschland zurück?

All diese Dinge, kann man manchmal in der "Anonymität" des Internets leichter verarbeiten als in einem Face-to-Face-Gespräch, wo der Gegenüber die Mimik und Gestik sehen kann, wo es nicht leicht ist, Frustration und Einsamkeit verbergen kann.

Denn auch das gehört zu einem Umzug ins Ausland, man muss sich mit sich selber auseinandersetzen, seine eignen Stärken und Schwächen erkennen. Da helfen die virtuellen Freunde manchmal mehr als ein Gespräch mit der besten Freundin, denn die hören manchmal einfach nur zu und das kann mehr helfen als tausend Worte und sind sie auch noch so lieb.

LG JANA, die manchmal auch ein offenes Ohr und eine starke Schulter zum ausheulen braucht :danke: :danke: :danke:
Gestern ist Vergangenheit. Der Morgen ist ein Geheimnis. Heute ist ein Geschenk


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