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Hej, es gibt tatsächlich sowas, wobei das "Kind" überall andere Namen trägt. Manchmal heisst es Vorbereitungsklasse oder Integrationsklasse oder sonst wie. Hintergrundgedanke ist, dass die Kinder erst mal in Ruhe Schwedisch lernen, ohne direkt mit den Muttersprachlern in Kontakt zu kommen, um den Einstieg dort zu vereinfachen. Deutsche Kinder sind da aber eher selten. Es geht da oft um Kinder aus Ländern mit schwierigem Hintergrund (Krieg, Asyl...). Da versucht mal oft auch Kinder einer ähnlichen Sprache zu sammeln, damit sie es einfacher haben. Vor allem Kinder, die eine ganz andere Schriftsprache haben, profitieren davon. Ob es im Einzelfall sinnvoll ist, muss mal selber abwägen. Es von vorherein als unnötig zu betiteln, finde ich nicht besonders hilfreich, denn es gibt Kinder, die das tatsächlich brauchen.
Und was die Aussage betrifft, dass man nach einem halben Jahr keinen Unterscheid mehr zu den schwedischen Kindern hört, das halte ich für sehr oberflächlich und zu pauschal. Meine Kinder kamen mit 1,5 und 3,5 Jahren nach Schweden und bei meinem Grossen hört man bis heute (7) noch was. Dabei spricht er gut, kann alles was er braucht, kommt in der Schule supi mit und so weiter. Aber trotzdem ist er eben kein Schwede und das hört man. Ausserdem fehlt ihm, und wird ihm noch eine Weile fehlen, der Wortschatz. Das bestätigen mir Leute, die mit Kindern von Auswanderern arbeiten. Das dauert Jahre, vor allem wenn man daheim nicht schwedisch spricht. Es fehlt einfach das Vokabular von daheim. Und wie gesagt, meine Kinder sprechen sehr gut Schwedisch und wir auch. Meine Tochter, die ja deutlich jünger war, hat keine Probleme. Das Alter macht schon einen Unterschied und ich finde, auch die Begabung für Sprachen darf man nicht ausser Acht lassen. Natürlich geht das fix und auch mein Grosser hat so schnell gesprochen, dass ich es kaum glauben konnte. Er fühlt aber selber auch noch einen Unterschied in der Sprache. Wenn er wählen darf, dann wählt er deutsch. Ausser, wenn er spielt manchmal... Spielsprache ist oft schwedisch. Ich weiss, dass die meisten Kinder das schnell schaffen und ich will auch keinem Angst machen. Aber ich möchte auch davor warnen, das zu blauäugig zu sehen. Nicht alle Kinder sind gleich und die die es dann schwerer haben, brauchen eben auch mehr Hilfe. Da gerät man schnell unter Druck, wenn man selber und alle anderen erwarten, dass es nach einem halben Jahr getan ist. Lasst Euch und Euren Kinder die Zeit die es braucht und gebt ihnen die Hilfe die sie brauchen. Zur Not auch eine solche Integrationsklasse. Das ist ja nichts von Dauer. Wenn man da ein paar Wochen schwedisch lernt, schadet es sicher nicht.
Grüsse WIebke
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