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Schweden
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 Betreff des Beitrags: Wasserwerfer der schwedischen Polizei
BeitragVerfasst: 8. Oktober 2010 11:08 
Schwedenfreund
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Hallo zusammen,

ich wollte mal wissen, was für ein Land Schweden ist, falls ich mal neugierig einer Volksmenge in einem schwedischen Park beiwohne. Ich lebe ja schließlich hier. Also geht mich das an. Manchmal kann man ja zwischen friedlicher Demonstration, Volksfest und Volksaufstand nicht eindeutig unterscheiden. Und plötzlich ist man mittendrin im Geschehen, jedenfalls in Deutschland.

Man braucht hier in Schweden keine Angst haben, von einem Wasserwerferstrahl sein Augenlicht zu verlieren. Laut http://sv.wikipedia.org/wiki/Vattenkanon hat Schweden in den 50er Jahren einen einzigen Wasserwerfer angeschafft, der nie zur Anwendung kam und seit 1972 im Polizeimuseum steht.

Es geht in Schweden auch ohne diese Dinger, egal ob damit nur gedroht wird oder ob sie tatsächlich zum Einsatz kommen. Ein Wasserwerfer kostet derzeit übrigens 900.000 Euro. Mit diesem Geld könnte man zum Beispiel einen Sozialarbeiter oder Polizeibeamten nach meiner groben Schätzung über 10 Jahre lang beschäftigen, der hilft im Vorfeld Konflikte zu vermeiden.

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viele Grüße
Volker

"Om något kan gå sönder kommer det att göra det, vid sämst tänkbara tidpunkt." (Murphy´s lag)

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 Betreff des Beitrags: Re: Wasserwerfer der schwedischen Polizei
BeitragVerfasst: 8. Oktober 2010 12:45 
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Demonstrationen gehen in Schweden tatsächlich sehr friedlich von statten.
Ausnahme war wohl eine Demonstration in Göteborg in Zusammenhang mit einem EU-Treffen, wo viele Randalierer vom Ausland eingereist waren, und die schwedische Polizei an die Grenzen ihrer Möglichkeiten brachten. In diesem Zusammenhang ist dann auch auf einen Chaoten geschossen worden, das war ein ziemlich grosser Prozess.

Zum Wasserwerfer: Ich bin da geteilter Meinung. Prinzipiell verurteile ich den Einsatz von Gewalt bei Demonstrationen. Vor allem vermummte Chaoten die Steine werfen kann ich nicht ab, weiss aber auch, dass schon friedfertige Demonstrationen mit Wasserwerfern aufgelöst wurden.
Wenn man aber mal nachdenkt, dann ist es wohl doch so, dass erst richtige Krawalle die Öffentlichkeit mobilisieren und Politiker zum Umdenken zwingen, oder? Traurig, aber wahr!

Grüße,

Paul


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 Betreff des Beitrags: Re: Wasserwerfer der schwedischen Polizei
BeitragVerfasst: 8. Oktober 2010 13:00 
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Nein, falsch. Krawalle bewegen gar nichts. Gewalt erzeugt Gegengewalt. SO auch wenn die Polizei Wasserwerfer einsetzt und danach noch mehr auf die Strasse gehen. In dem Fall von Stuttgart zum Glück friedlich.

Aber Wasserwerfer bringen tatsächlich nichts. Für mich gibt es keinen Unterschied zwischen Demonstranten, die mit Steinen werfen und Polizisten, die mit Gas oder Wasser "werfen". Das Ergebnis ist Gewalt und das sollte vermieden werden.
Und die Rechnung ist vermutlich richtig. Das würde aber von Langsicht zeugen... Und so ein Wasserwerfer macht doch mehr her als ein einfacher Sozialarbeiter oder ein Polizist. Den kann man nicht schön vorzeigen und sagen: schau mal wie gut ich mich um die Sicherheit und die Demokratie im Lande kümmere. Den Wasserwerfer kann ich vorzeigen und hoffen, dass damit bewiesen ist, wie gut ich mich als Politiker kümmere. Das ist wie die Datenspeicherung im Internet und die Kampagne gegen Kinderpornos im Netz. Bringen tut es nichts aber als Politiker steht man super da, man hat ja was getan.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wasserwerfer der schwedischen Polizei
BeitragVerfasst: 8. Oktober 2010 15:26 
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Imrhien hat geschrieben:
Nein, falsch. Krawalle bewegen gar nichts. Gewalt erzeugt Gegengewalt. SO auch wenn die Polizei Wasserwerfer einsetzt und danach noch mehr auf die Strasse gehen. In dem Fall von Stuttgart zum Glück friedlich.

Aber Wasserwerfer bringen tatsächlich nichts. Für mich gibt es keinen Unterschied zwischen Demonstranten, die mit Steinen werfen und Polizisten, die mit Gas oder Wasser "werfen". Das Ergebnis ist Gewalt und das sollte vermieden werden.
Und die Rechnung ist vermutlich richtig. Das würde aber von Langsicht zeugen... Und so ein Wasserwerfer macht doch mehr her als ein einfacher Sozialarbeiter oder ein Polizist. Den kann man nicht schön vorzeigen und sagen: schau mal wie gut ich mich um die Sicherheit und die Demokratie im Lande kümmere. Den Wasserwerfer kann ich vorzeigen und hoffen, dass damit bewiesen ist, wie gut ich mich als Politiker kümmere. Das ist wie die Datenspeicherung im Internet und die Kampagne gegen Kinderpornos im Netz. Bringen tut es nichts aber als Politiker steht man super da, man hat ja was getan.


Soweit die Theorie. Ich nehme an wir sprechen vom Land, in dem Wasserwerfer angewandt werden: Deutschland.
Aber denken wir mal nach:
Was passiert in D nach einer friedlichen Demonstation? Sie wird in den Medien erwähnt, und dann gleich wieder vergessen. Mit welcher Wirkung?
Was passiert dagegen nach Krawallen?
O ja - plötzlich sehen sich Politiker gezwungen Ursachenforschung zu treiben, Wogen werden geglättet, Zugeständnisse gemacht und Kompromisse gesucht. Keiner soll behaupten, dass es anders aussieht, oder?
Traurig, aber so ist es doch.

Nicht falsch verstehen, ich bin definitiv KEIN Befürworter von Gewalt,
aber man muss schon der Realität ins Auge sehen. Siehe auch Sendezeiten, bzw. Platz in den Medien. Was wird mehr/länger gesendet, worüber wird mehr gesprochen? Was setzt Politiker letztendlich mehr unter Druck?

Und Polizisten/Tränengas/Wasserwerfer auf die gleiche Stufe zu stellen mit steinewerfenden Chaoten ist doch schon etwas sehr gewagt, oder?
Du ignorierst hier das Verursachungsprinzip. Ohne Steinewerfer keine Wasserwerfer - siehe Schweden. Hier funktionieren (noch!) die gewaltfreien Demonstrationen, weil die Tatsache an sich, dass so viele Menschen wegen irgendetwas auf die Strasse gehen, so peinlich ist, dass sich die Politiker zum Handeln gezwungen sehen. In Deutschland müssen erst Sach- und Personenschäden her, damit was passiert.

Nicht böse gemeint, :goodman:

Paul


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 Betreff des Beitrags: Re: Wasserwerfer der schwedischen Polizei
BeitragVerfasst: 8. Oktober 2010 18:39 
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Also das habe ich heute per Zufall gefunden und ist typisch für Schweden. Wie befreit man eine beheizte öffentliche Tiefgarage im Winter von herumlungernden Alkoholikern (und Drogenabhängigen)? Schlagstöcke, Tränengas, Wasserwerfer, Abführen in Handschellen?

http://www.nt.se/nyheter/artikel.aspx?articleid=6339487

Man lässt klassische Musik lautstark abspielen. In Nyköping hat es schon mit Erfolg funktioniert. Aber einige der nachfolgenden Kommentare finden selbst dies unmenschlich. Auf der Seite gibt es gleich eine Online-Umfrage, um herauszufinden, welcher Musikstil am schrecklichsten ist.

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Volker

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 Betreff des Beitrags: Re: Wasserwerfer der schwedischen Polizei
BeitragVerfasst: 8. Oktober 2010 18:46 
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Das wäre doch mal eine tolle Sache. Ob das auch beim Bahnhofsbau funktioniert? Ob die Bauarbeiten vielleicht gestoppt werden, wenn man den Verantwortlichen den ganzen Tag Musik vorspielt? Hehe, ich stells mir grade vor, die Verwirrung.

Und ich seh schon, dass mein Vergleich gewagt ist. Für mich ist es aber schon so. Die Frage ist ja auch warum man die Wasserwerfer einsetzt. Bei friedlichen Schülern und alten Leuten, die am Rande stehen und nicht mal wissen wie ihnen geschieht, finde ich, dass das die gleiche Stellung hat wie die Steinewerfer, die so was provozieren. Wobei man ja sagen muss, dass es anscheinend in Stuttgart gar keine Steinewerfer gab. Provokationen ja, Kastanien und Beschimpfungen. Aber da sollte die Polizei eigentlihc entsprechend geschult sein und da muss man nicht gleich mit Tränengas kommen.
Aber vermutlich kann man da geteilter Meinung sein.

Grüße
Wiebke


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 Betreff des Beitrags: Re: Wasserwerfer der schwedischen Polizei
BeitragVerfasst: 8. Oktober 2010 22:22 
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Es gibt einige Gründe, warum hier in Schweden keine Wasserwerfer zum Einsatz kommen. Der Bürger hat großes Vertrauen in den Staat, durch den er sich vertreten fühlt. Die parlamentarische Demokratie wird nicht als die Fortsetzung der Adelsherrschaft mit anderen Mitteln erlebt, sondern als dessen Gegenpol, der sich für die einfachen Leute und Bauern einsetzt. Leibeigenschaft gab es übrigens nie in Schweden. Durch das Allemansrecht hat man eine etwas andere Einstellung zum Eigentum, bei der mehr die soziale Verantwortung betont wird. Dazu kommt noch das Öffentlichkeitsprinzip, welches unter http://www.sverige.de/lexi/lexi_oeff.htm erklärt ist.

Natürlich gibt es auch Mauscheleien in Schweden, aber die sind in der Regel vergleichsweise harmlos. Da kommt mal ein Minister in Schwierigkeiten, weil er eine Art Sozialwohnung gemietet hat und eine Ministerin musste gehen, weil sie nie TV-Gebühren bezahlt hatte. Dies alles erklärt die manchmal für Deutsche so naiv wirkende Haltung der Schweden zu ihrem Staat. Was ich hier anfangs nicht verstehen konnte, war, dass sehr viele schwedische Politiker tatsächlich auch an das glauben, was sie sagen. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Kein Mensch würde sich doch in Deutschland der Frage nachgehen, ob der Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Herr Mappus, seine TV-Gebühren bezahlt hat oder nicht. So eine Frage würde man als Witz oder unpassende Nebensache oder plumpes Ablenkungsmanöver verstehen. In Deutschland geht es doch ganz anders ab, wie es die nachfolgende Parodie des SWR zeigt: http://swrmediathek.de/player.htm?show= ... 26b975f2e6 Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Aber die Bitterkeit und Resignation, aus der diese Komik entspringt, würde kaum ein Schwede verstehen, weil er nicht weiß, dass Demokratie in Deutschland sich noch immer weit weg vom Bürger abspielt.

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 Betreff des Beitrags: Re: Wasserwerfer der schwedischen Polizei
BeitragVerfasst: 8. Oktober 2010 22:34 
Hej,
... in Göteborg läuft zurzeit der grösste Korruptionsskandal, bei dem die ganze Kommune irgendwie gemauschelt hat ... Nur weil man in Schweden nicht so viel darueber hört, heisst das nicht, dass es nicht vorkommt. Die Berichterstattung ist hier anders - irgendwie dem System angepasst.
Friedlicher geht es hier auch nicht zu. Man reagiert nur nicht darauf. Das Vertrauen der Schweden in ihren Staat kann auch einfach Desinteresse sein.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wasserwerfer der schwedischen Polizei
BeitragVerfasst: 11. Oktober 2010 08:49 
Schwedenfreund
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Hallo zusammen,

Desinteresse und blindes Vertrauen sind die Stichworte. So war das jahrzentelang auch in Stuttgart und teilweise in ganz Baden-Württemberg. Den Menschen im Musterländle ging es wirtschaftlich einfach sehr gut. Ohne groß nachzudenken machte der Wähler deshalb sein Kreuzchen immer brav bei der übermächtigen CDU. Im Laufe der Zeit entwickelte sich eine "Maultauschen- oder Spätzle-Connection", wie dort die innige Verflechtung zwischen Parteipolitikern und Vertretern von Wirtschaft und Industrie genannt wird. Der Wähler hat es hingenommen, so lange es ihm wirtschaftlich gut ging, Vollbeschäftigung garantiert war, er sein Häusle abbezahlen konnte und der Daimler als Jahreswagen garantiert war. Dass bei diesem Ränkespiel die Regionalzeitungen sich mehr und mehr zu Hofberichterstattern entwickelten, hat nur ein paar "Aufmüpfige" interessiert. Jetzt hat der Bürger "im Ländle" quer durch alle Schchten die Erfahrung gemacht, dass seine Arbeitsplätze nicht mehr so sicher sind, die Gemeinden und Städte an allen Ecken und Enden Sparmaßnahmen einführen, öffentliche Verkehrsmittel schlecht gewartet sind und die Bahnhöfe auf dem Land heruntergekommen sind. Wenn dann noch Politiker den Bezug zum Alltagsleben des Normalbürgers verloren haben, kritische Gutachten für Großprojekte jahrelang unter Versschluss gehalten werden, ja dann ist irgendwann der Break-even-point erreicht und es gehen immer mehr Bürger auf die Straße.

Warum soll es in Schweden im Prinzip nicht viel anders sein. Wie gesagt hat der Schwede großes Vertrauen in sein Staatswesen und viele können sich nichts anderes vorstellen also Sozialdemokraten zu wählen, komme was da wolle. Das schwedische Öffentlichkeitsprinzip nützt nur dann etwas, wenn es von kritischen Bürgern und Journalisten auch angwendet wird. Diese Leichtgläubigkeit ist natürlich der Nährboden für Korruption.

Aber es gibt doch einen auffallenden Unterschied zwischen der deutschen und schwedischen Mentalität. In Deutschland richtet sich die Kritik hauptsächlich auf das Versagen einzelner Politiker. "Mappus muss raus" und "Rech muss wech" skandieren die Demonstranten in Stuttgart. Die Politiker selbst legen noch eins drauf und sparen dann auch nicht mit polemischen Sprüchen und titulierten die Demonstranten anfänglich als "grüne Lifestyle-Demonstranten ohne jeglliches politisches Interesse".

Im konfliktscheuen Schweden ist der Glaube am Guten im Menschen allerdings immer noch sehr ausgeprägt. Persönliche Anfeindungen vermeidet man dadurch, dass man die Schuld hauptsächlich auf die "systemfel", also Systemfehler schiebt und versucht die Prozesse und Abläufe zu verbessern. Dies halte ich auch im Grunde für sehr vernünftig, denn wenn man eine Struktur nicht verbessert, wird nur ein korrupter Politiker durch einen anderen ausgetauscht. Ich würde mich auch in kein Flugzeug setzen, wenn Fehler der Flugsicherung nur in den Fluglotsen und nicht hauptsächlich in den Arbeitsabläufen gesucht werden würden. Und eine Demokratie funktioniert in jedem beliebigen Land nur dann, wenn der Wähler auch sein Land mit kritischen Augen betrachtet.

Dass man nicht alles auf Systemfehler schieben kann, spürt inzwischen aber auch der Schwede. Sonst hätte SVT nicht 13 Folgen von "Starke man" ( http://svtplay.se/t/136476/starke_man und http://svt.se/2.120405/start ) abgedreht. Diese humoristische Serie handelt von einem vertrottelten und depperten Kommunalpolitiker in Småland und seinen Missgeschicken. Das Outfit dieses Menschen ist übrigens in den 80er Jahren stehengeblieben, also zu einer Zeit, als die unangefochtene schwedische Sozialdemoktratie noch Symbol des schwedischen Modelstaates war.

Ein gerissener Machtmensch ist er jedoch nicht, sondern nur jemand, der die Zeichen der Zeit nicht mitbekommen hat. Lacht da der Zuschauer vielleicht unbewusst über sich selbst?

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 Betreff des Beitrags: Re: Wasserwerfer der schwedischen Polizei
BeitragVerfasst: 17. Oktober 2010 14:51 
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Pink_Panther hat geschrieben:
Und Polizisten/Tränengas/Wasserwerfer auf die gleiche Stufe zu stellen mit steinewerfenden Chaoten ist doch schon etwas sehr gewagt, oder?
Du ignorierst hier das Verursachungsprinzip. Ohne Steinewerfer keine Wasserwerfer - siehe Schweden. Hier funktionieren (noch!) die gewaltfreien Demonstrationen, weil die Tatsache an sich, dass so viele Menschen wegen irgendetwas auf die Strasse gehen, so peinlich ist, dass sich die Politiker zum Handeln gezwungen sehen. In Deutschland müssen erst Sach- und Personenschäden her, damit was passiert.

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Paul



Man sollte dabei auch bedenken, dass die Polizisten jeglichen Einsatz von Pfefferspray oder Wasserwerfern ankündigen... Wer dann nicht geht, muss die Konsequenzen einkalkulieren.
Es gibt nun mal kein "allemansrätten" in Deutschland und Anzeigen wegen Hausfriedensbruch sind ja auch keine Seltenheit. Ähnlich ist es mit Platzverweisen ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: Wasserwerfer der schwedischen Polizei
BeitragVerfasst: 17. Oktober 2010 15:51 
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Pink_Panther hat geschrieben:
Demonstrationen gehen in Schweden tatsächlich sehr friedlich von statten.

Prinzipiell verurteile ich den Einsatz von Gewalt bei Demonstrationen.

Paul

Hej Paul,

ich sehe das ähnlich wie Du uns auch einige andere hier. Meiner Meinung nach liegt es auch daran das Demonstrationen in Schweden ruhiger von statten gehen wie in Deutschland weil das schwedische Volk erst mal von vorne herrein nicht ich sage mal so streitlustig ist wie das Deutsche. Dann liegt es auch mit Sicherheit daran das die Schweden insgesamt viel zufriedener sind wie die Deutschen.
Mir ist aufgefallen das die Schweden bis auf vielleicht wenige Ausnahmen glücklicher, geduldiger, friedfertiger, tolleranter und gelassener sind.
Ich hab manchmal das Gefühl das die Bevölkerung in Deutschland gennerell über alles meckern muß und durch diese Enge, Hektik und Stress dort sowieso auf vieles unzufrieden und aggressiv reagiert.
Einen großen Unterschied merkt man nämlich schon, wenn man in Deutschland in einen ländliche Gegend z.B. nach Bayern oder Niedersachsen geht, dort sind die Leute auch zufriedener, ruhiger und gelassener.
Ich kann mir gut vorstellen das auch die Einwohner in den Großstädten Schwedens etwas anders und gereizter reagieren wie die auf dem Land. Ich denke das Menschen auf Vorgänge und Ereignisse unterschiedlich reagieren liegt viel an der Gesinnung und den Lebensumständen der Menschen.

Viele Grüße aus Småland :flagge:
Harald

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Man muss dem Leben nur gelassen folgen und ihm ein Höchstmaß an Freude entnehmen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wasserwerfer der schwedischen Polizei
BeitragVerfasst: 17. Oktober 2010 17:25 
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Beiträge: 249
Wohnort: Jämtland
Imrhien hat geschrieben:
Wobei man ja sagen muss, dass es anscheinend in Stuttgart gar keine Steinewerfer gab. Provokationen ja, Kastanien und Beschimpfungen. Aber da sollte die Polizei eigentlihc entsprechend geschult sein und da muss man nicht gleich mit Tränengas kommen.
Aber vermutlich kann man da geteilter Meinung sein.

Grüße
Wiebke


Nein - eigentlich sollte das schon so sein, wie du schreibst. Es ist allerdings unerhört schwierig, objektive Informationen zu bekommen. Jeder schreibt etwas anderes. Es scheint jedenfalls immer die Unschuldigen zu treffen, und das meine ich jetzt nicht ironisch.

Grüße,

Paul


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