Was sind oder waren eure Gründe nach Schweden zu gehen?

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Torgum

Re: Was sind oder waren eure Gründe nach Schweden zugehen?

Beitragvon Torgum » 25. Oktober 2006 07:51

Die Geschichte mit der Schule hat aber auch zwei Seiten ;) Is ja nicht nur so, dass die Schüler keinen Bock haben (das auch), aber selbst wenn, grade auf den "abgelegeneren" Dörfern und so. Bei einer KOllegin meiner Frau fallen irgendwie 50 % der Geschichtsstunden (oder war's geo?) ihres Sohnes aus. GROSSARTIG :)

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janaquinn
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Re: Was sind oder waren eure Gründe nach Schweden zugehen?

Beitragvon janaquinn » 25. Oktober 2006 08:03

Hej Torgum, warum fallen denn die Stunden aus? Gibt es von Seiten der Schule irgendeine Begründung? Aber wie bereits geschrieben, in der heutigen Zeit muß man sehr Optimist sein auf Lehramt zu studieren. Das ein Lehrermangel in Deutschlandn herrscht, steht ausser Diskussion, aber es kann nicht sein, daß unter einem solchem Aspekt, Lehrer aus dem Job gezahlt werden und danach nicht wieder arbeiten dürfen, zumindest nicht an öfentlichen Schulen. Irgendwas läuft da grundlegend falsch. Oder wie ist das schöne sprichwort: Es ist was faul im Staate Dänemark/ Deutschland!

LG JANA
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Torgum

Re: Was sind oder waren eure Gründe nach Schweden zugehen?

Beitragvon Torgum » 25. Oktober 2006 08:38

Lehrermangel. du hast's selbst gesagt. is ein lehrer krank oder gibt vertretung . blub. war schon bei uns in der Schule ähnlich und das is inzwischen 10 Jahre her :P

Fischkopf

Re: Was sind oder waren eure Gründe nach Schweden zugehen?

Beitragvon Fischkopf » 25. Oktober 2006 12:36

Hallo Leute!

Habe Eure Berichte gelesen und mußte feststellen, das unsere Gründe genau so sind. Wir hatten eigentlich noch keine Zweifel, was das Auswanderen angeht. Ich selber kenne Schweden seit 1974 und habe mich dort eigentlich schon immer wohl gefühlt. Ihr habt ja schon viel über unser Schulsystem geschrieben, ich halte mir immer vor Augen was unsere Kinder nach der Schule machen sollen. Eine Ausbildung in Deutschland ist in manchen Bundesländer undenkbar. Mein Sohn ist 16 Jahre und ebenfalls 70 % Behindert, zur Zeit besucht er eine Behindertenschule. Dieses wird ihm schon zum Verhängnis bei der Suche nach einem Praktikumsplatz, man liest nur die Schulherkunft und damit hat sich die Frage schon erledigt. Schade das er sehr selten die Möglichkeit bekommt, zu zeigen was er wirklich kann.
Ich denke wenn man den Schritt zur Auswanderung nicht macht, wird man irgendwann ein schlechtes Gewissen haben.
Mein Lebensgefährte zählt zu den Mindestlohnverdienern, wir mußten nebenbei noch Hartz IV beantragen, um unseren Lebensunterhalt zu sichern. MUß ARBEIT ARM MACHEN?Da man an der Schule meiner Kinder die Betreuung aus Kostengründen eingestellt hat, ist an ein Mitarbeiten meinerseits nicht mehr zu denken. Ich weiß jetzt sagen einige, was ist mit einer Halbtagsstelle. Diese gibt es sehr selten auf Steuerkarte, meistens nur 400,00 Eurobasis davon darf ich dann ganze 180 Euro behalten, das andere holt sich der Staat. Damit könnte ich dann gerade die Stadtwerke ( Strom/Gas=150,00 Euro) bezahlen, der Rest bleibt dann für uns. TOLL oder? Was ist aber wenn Schulstunden ausfallen, wo die Kinder lassen? Alleine zu Hause, dann kommen die Herren und Damen von Jugendamt und sagen Dir das es so nicht geht. Dabei zeigen uns die jüngsten Fälle der Kindermorde hier in Deutschland, wo das Amt tatsächlich sein sollte oder?
Wir werden das Vorhaben Auswandern ganz fest im Auge behalten und diese Chance nutzen.

Bis dann
Fischkopf :smt091

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Re: Was sind oder waren eure Gründe nach Schweden zugehen?

Beitragvon jolina » 25. Oktober 2006 20:29

Betr.MUß ARBEIT ARM MACHEN?

Hallo Fischkopf,
da kann ich auch mitklagen.Ich habe zwei Kinder(2 und 5 ) .Da ich ein als Pflegedienstleitung gearbeitet habe, habe ich mir immer nur 1 Jahr Elternzeit bei beiden Kindern genommen, und anschließend wieder voll eingestiegen. Mein Lohn ca. 1300 Euro. Da die Tagesmutter mich ca. 700 Euro gekostet hat,der Kindergaten mit den erweiterten Öffnungszeiten 194 Euro , habe ich jetzt meinen Job aufgegben, weil es sich für uns einfach nicht mehr gelohnt hat.
Ich könnte mir vorstellen das ich in Schweden mit der Kinderbetreung etwas günstiger bei weggekommen wäre. Noch dazu bin ich meinem Beruf sehr gerne nachgegangen. Na ja das ganze hat in sofern was gutes, ich bin jetzt Nachtwache auf einer ganz ruhigen Station und kann schön Schwedisch lernen.
Gruß Jolina

Torgum

Re: Was sind oder waren eure Gründe nach Schweden zugehen?

Beitragvon Torgum » 26. Oktober 2006 08:28

Hehe. wir alles besser *nick* Mit dem großartigen Elterngeld.
und nach einem Jahr is der Staat dann raus und . ich tu das Kind. Öhm. wohin eigntlich? Ahja. in eine Schachtel!

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Re: Was sind oder waren eure Gründe nach Schweden zugehen?

Beitragvon janaquinn » 26. Oktober 2006 09:45

Hej Zusammen, zum Thema Kinderbetreuung in Deutschland gibt es nur ein Wort: Katastrophe! Krippenplätze: Kaum zu finden! Hast du dann doch einen gefunden, ist er kaum bezahlbar oder aber du bekommst in nicht, weil du keinen Arbeitsvertrag vorweisen kannst oder so ungünstige Öffnungszeiten, daß ein arbeiten keinen Sinn macht. Kindergärtenplätze: vorhanden, aber kaum zahlbar. Dann wieder Öffnungszeiten, bei denen man sich an den kopf fasst und wenn man sein Kind zu spät abholt, auch noch ne´Strafe zahlen muß :twisted: :smt076 ! In der Schule geht es weiter: Hortplätze: Mangelware und kaum zahlbar! Macht es da Spaß und Sinn Kinder zu bekommen? NÖÖÖÖ! Denn Kinder haben den Nachteil, daß man sie tagsüber nicht einfrieren und abends wieder auftauen kann ( Achtung Ironie!) Wagt man doch das Abenteuer ein bzw. 2 oder erschreckender Weise 3 Kinder zu bekommen, ist man von der Gesellschaft abgestempelt, vom Staat verlassen und für den Arbeitsmarkt nicht mehr geeignet. Im ersten halben Jahr nach der Geburt bekommt man ja noch Erziehungsgeld, aber wehe man verdient danach 1,50 € zuviel schon ist das auch wieder weg! Also was macht Mann/Frau, kauft alles was die Kinder brauchen, und selbst ist ab dem 15. nur noch Kartoffeln und Nudeln. Ganz schlimm wird es, wenn die Kinder wachsen: Klamotten kaufen oder Knoten in die Beine machen, ist dann die Frage. Man entscheidet sich für erstes und kauft für 200,.-€ Klamotten, 2 Hosen, 2 Pullover und eine Strumpfhose, denn mehr bekommt man heute nicht mehr dafür, obwohl es umgerechnet 400,-DM sind. Schlimm wird es wenn die Schuhe zu klein werden, vernünftige Kinderschuhe : 30-50,- €, hallo(?) soviel bezahle ich für 4 Paar.
Und dann der alljährliche Alptraum aller Eltern: Schulanfang: 500,.€ für Bücher und Hefte, 200,-€ für einen vernünftigen Schulranzen. Von Weihnachten will ich garnicht erst reden.

Unterm Strich: Wer heute in Deutschland noch Kinder bekommt, ist entweder stinkreich, sehr abenteuerlustig, wahnsinnig oder leicht selbstmord gefährdet. Letzters trifft auf alle zu, welche ein "normales" deutsches Einkommen haben und am Ende des Geldes noch sehr sehr viel Monat übrig haben.

Entschuldigt bitte, dieses Posting tropft nur so vor Satire und Ironie, aber die meisten, die Kinder haben werden mir zustimmen. Ich bin mittlerweile sehr deutschland müde und kann es teilweise kaum unterdrücken.

Frustrierde Grüße

Jana
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Torgum

Re: Was sind oder waren eure Gründe nach Schweden zugehen?

Beitragvon Torgum » 26. Oktober 2006 10:04

Nicht nur die, die kinder haben, sondern auch die, die welche bekommen wollen . Damit mein ich meine Frau und mich :) Nach allem, was ich gehört habe, ist die Gesamtsituation hierzu in Schweden deutlich besser .

vielleicht kann man das erörtern? Oder jemand zeigt mir ein posting, wo das erörtert wurde?
Welche möglichkeiten hab ich für mein Kind? Ich denke mal, wenn alles klappt, wird das Kind so 2-3 Jahre alt sein, wenn's soweit ist, da wir später nicht gehen wollen, weil ein kind sich auch an ein Umfeld gewöhnt.

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Re: Was sind oder waren eure Gründe nach Schweden zugehen?

Beitragvon janaquinn » 26. Oktober 2006 10:14

Hej Torgum, schau mal hier:

http://www.sweden.se/templates/cs/Commo ... _3817.aspx

Da kannst du alles nachlesen, ist auf deutsch und sehr informativ.
Ich kann dir von uns berichten, unsere Tochter Taima wird nächsten Monat 1 Jahr alt, ist also zum Zeitpunkt des Umzugs nach Schweden ca. 11/2 Jahre alt, sie wird nach einer Eingewöhungszeit von ca. 3 -4 Wochen auf jeden Fall in die Kinderbetreuung gehen, da ich meinen Schwedisch-Kurs weitermachen will und nebenbei auf Jobsuche gehen werde. Leider habe ich nicht soviel Referenzen, durch die langen Ausfälle, aber vielleicht kann ich für den Beginn zumindest zu beginn putzen oder so. Hauptsache wieder arbeiten. Kellnern kann ich auch, bin ausgebildetet Hotelfachfrau.

LG JANA
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solros

Re: Was sind oder waren eure Gründe nach Schweden zugehen?

Beitragvon solros » 26. Oktober 2006 13:20

Hallo zusammen,

mein erster Beitrag, deshalb kurz zu meiner Person: ich bin 29, Studentin im Abschluss (habe davor eine Ausbildung gemacht). Vor 1,5 Jahren war ich für ein Semester in Uppsala.

Mein Freund und ich reden viel über genau diese Dinge, über die ihr hier debattiert. Meines Erachtens hat sich Deutschland in Sachen Arbeitslosigkeit und Sozialabbau in einen Teufelskreis hineinmanövriert. Es ist wirklich nicht mehr schön, was da abgeht. In 3 Monaten hab ich meinen Abschluss (ja, ich bin eine der "nichtbenötigten" Geisteswissenschaftler), meine Zukunftsangst begleitet mich durch meine Abschlussarbeit. Oft habe ich Visionen von "von der uni in Hartz IV". Nun, ich habe meinen Studium frei gewählt und wußte worauf ich mich einlasse. Das Problem ist eher, dass meine Bekannten, die in diesem Bereich Arbeit haben Arbeitsbedingungen vorfinden, die nciht mehr schön sind. Die meisten sind zwangsselbständig. Die bekommen 11,50 EURO die Stunde, davon geht alles ab: Steuer (und wenn man Pech hat im nächsten Jahr Umsatzsteuer), Versicherung, Fahrtgeld.
Meine Überlegungen mich mit einem weiteren Abschluss weiter zu qualifizieren steht im Moment vor dem Studiengebührenproblem.

Torgum hat geschrieben:Nicht nur die, die kinder haben, sondern auch die, die welche bekommen wollen

Dito. Ich machen meinen Abschluss zu Ende, bevor ich mit den Gedanken an Kindern spiele - und dann? Wann ist ein "richtiger" Zeitpunkt gefunden? Können mein Freund und ich uns irgendwann Kinder leisten? Die Antwort wird wahrscheinlich nein heißen. Kinderbetreuung? Pffff.
Mir ist damals in Schweden auch sehr deutlich aufgefallen, dass Kinder anders behandelt werden, die Schweden einfach Kinderfreundlicher sind.

Ich spiele (noch) nicht mit dem Gedanken an Auswandern, zumal mein Freund sich das schwer vorstellen kann. Aber mir fehlt in diesem Land der Respekt vor den Menschen.

Lieber Gruß
solros, die erst mal etwas überrascht war von den ganzen Auswanderwilligen hier im Forum


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