Was sagen Familie und Freunde dazu?

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jörgT
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Re: Was sagen Familie und Freunde dazu?

Beitragvon jörgT » 9. März 2007 18:36

So ein Schritt polarisiert immer.
Dabei entdeckt man oft, wie sehr sich wirkliche "Freunde" vom Rest unterscheiden. Wir haben weiterhin (auch nach 4 Jahren) Freunde, die nicht zögern würden, nach Schweden zu kommen, wenn wir sie bräuchten.
Aber so ist es im Leben, ich tendiere da zur Auffassung von Martin ...
Jörg

Volker
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Re: Was sagen Familie und Freunde dazu?

Beitragvon Volker » 9. März 2007 20:53

Man macht einiges durch, wenn man auswandert. Enttäuschungen bleiben nicht aus. Darauf muss man gefasst sein. Auch hat Schweden seine Ecken und Kanten. Man verändert sicht durch die neuen Erfahrungen. Manche Freundschaften verfestigen sich dadurch, andere verblassen deshalb, neue kommen hinzu.

Das ist eine natürliche Entwicklung, die sich wahrscheinlich durch das ganze Leben durchzieht. Wenn man das weiß, fängt man an, über den Dingen zu stehen und gewinnt am Ende an Stärke und Reife.

Wer sich mit dem neuen Land auseinandersetzt, kommt nicht herum Deutschland und Schweden zu vergleichen und lernt sich und seine Herkunft dadurch besser kennen. Wer eine lange Reise macht, begnet sich selbst irgendwann mal wieder - so ähnlich lautet ein Sprichwort. Gemeint ist, dass man sich selbst und Deutschland in einem anderen Licht sieht.

Momente des Selbstzweifels und der Unsicherheit sind Gefühle, die einen früher oder später überfallen werden. Das ist eigentlich ein gutes Zeichen. Dernn wer sich durch eine Auswanderung nicht verändert und mit den gleichen Vorurteilen selbstherrlich herumstolziert, hat einen Betonkopf, dessen Träger wahrscheinlich unter einer narzisstischen Persönlichkeistsstörung leidet. Es würde mich aber wundern, wenn ein solcher Besserwisser auswandern würde. Auf jeden Fall würde er hier überall anecken und nach ein paar Jahren wieder die Koffer packen.

Ich habe bestimmt 15 oder 20 Jahre für den Schritt gebraucht auszuwandern. Trotzdem bin ich mir im Klaren, dass man vor Unwägbarkeiten nicht gefeit ist und ich bin in einer Art "aufgeregten Stimmung". Auswanderung bedeutet Stress.

Neulich haben wir ein deutsches Ehepaar getroffen, die vor Jahrzehnten ausgewandert sind. Der Abend mit ihnen war hochinteressant. Das Leben in Schweden war nicht immer rosig und Kritik an Schweden fiel auch. Aber zurück nach Deutschland - undenkbar. Da hält man es nur ein paar Wochen aus. So sehen das die meisten, die ich getroffen habe und seit vielen Jahren in Schweden leben.

Man muss bedenken, dass viele vom Abenteuer Auswandern träumen, es aus Gründen wie auch immer nicht verwirklichen und dann auf uns Auswanderer neidisch reagieren. Denen sei gesagt, das Auswandern besteht am Anfang zum großen Teil aus Umzugskisten packen und auspacken, endlosen Papierkram erledigen und die Sprache büffeln. Die schöne Landschaft hier nehme ich nicht mehr richtig wahr. Missen möchte sie keinesfalls, aber sie gehört zur Standardkulisse. Das muss so sein. So sieht das eben hier aus, wo man wohnt.

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Joerg
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Re: Was sagen Familie und Freunde dazu?

Beitragvon Joerg » 10. März 2007 14:36

@Juni-Olli
sind wir doch mal ehrlich, wirklich gute Freunde, auf die man immer zählen kann hat man wohl nur eine hand voll. aber die bleiben einem "treu" egal was kommt.
Und ich für meinen Teil kann nur sagen, Schweden verbindet. Ich hatte während der Schulzeit einen "besten Freund". wir machten alles zusammen und waren wie brüder. dann, wir waren beide um 18 herum, und entdeckten das andere geschlecht, da haben sich unsere wege getrennt. man wusste zwar immer in etwa was der andere macht, aber das war es auch schon. 20 jahre später entschloß ich mich mit meiner frau nach schweden einzuwandern, und studierte dabei recht viele foren. in einem forum laß ich etwas von einem mann, der ebenfalls nach schweden wollte. und beim lesen dachte ich mir, das könnte dein alter freund sein. dann schaute ich auf seinen benutzernamen (der mensch ist ein gewohnheitstier und warum sollte man als benutzernamen nicht den spitznamen aus kindertagen nehmen) und siehe da, das war der benutzernahme. schnell seine tel nummer rausgesucht und "scheinheilig" da angerufen. nach einem zögerlichen hallo, und einer erklärung meinerseits wie ich gerade jetzt auf ihn gekommen bin, haben wir wieder regen kontakt. wir machen zusammen einen schwedischkurs, übrigens in der gleichen schule, in der wir schon als kinder waren, und beraten uns auch gegenseitig bei fragen. der kontakt ist nach 20 jahren wieder da. und das ist es was ich meine. echte freunde wirst du nie los :lol: :lol: :lol:
Ach ja, der freund ist auch in diesem forum. :?:

Gruß Jörg
Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten.
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Re: Was sagen Familie und Freunde dazu?

Beitragvon Martin » 10. März 2007 14:40

Hej Jörg,

klasse Geschichte. :) :)

Aber es ist so, wie Du schreibst. :wink:

Gruß

Martin
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Re: Was sagen Familie und Freunde dazu?

Beitragvon Haui » 10. März 2007 17:10

Joerg hat geschrieben:Ach ja, der freund ist auch in diesem forum. :?:

Gruß Jörg


@ Jörg Bild
Muss ja ein toller Typ sein der Freund.
Da fällt mir doch glatt das Lied ein:
Ein Freund, ein guter Freund. Das ist das Beste was es gibt auf der Welt.
Gruß Haui
Man muss nicht jeden Berg selber besteigen,
aber man muss Wissen wer einen die Aussicht beschreibt

http://soedrasverige.blogspot.de/


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