Was ist ein angemessenes Gehalt in Schweden?

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janaquinn
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Re: Was ist ein angemessenes Gehalt in Schweden?

Beitragvon janaquinn » 16. Februar 2010 09:11

Hej Hej,
die Frage ist WO ausserhalb von Stockholm wollt ihr wohnen? Man kann es recht günstig haben oder auch sehr sehr teuer, Danderyd z.b. ist nur etwas für Leute, die zuviel Geld haben, auch Lindingö ist eine solche Gegend. Wie weit darf euer Arbeitsweg sein, wo ist eure finanzielle Schmerzgrenze und bringt ihr aussreichend Kapital mit, damit ihr den Eigenanteil bei dem Hauskredit zahlen könnt (liegt bei ca. 15-30% je nach Bank und dem "ich finde euch ganz nett und gebe euch den Kredit auch ohne Steuererklärung"-Faktor.
100% Finanzierungen gibt es nicht mehr in Schweden, soviel ich weiss, nichtmal mehr für Schweden und schon gleich überhaupt nicht für Ausländer mit " zu weisser Weste".

Hier in Järna, ca. 1 Stunde von Stockholm mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln entfernt, sind derzeit einige Häuser für unter 2 Mill. Ausgangspreis im Angebot, allerdings sind es Objekte, wo man früher oder später einiges an Geld investieren muss, um z.B. die Fenster auf den neuesten Stand zu bringen oder auch generell viel Arbeit im Haus haben wird, weil über Jahre nichts gemacht wurde. Andere Häuser, teilweise um die 2,2-2.6 Mill. Ausgangspreis sind top renoviert, werden aber für mind. 3 Mill. verkauft werden..Toplage weil Zentrumsnah und weil eben nicht mehr viel gemacht werden muss.

Mieten? Nunja, für uns nach 3 Anläufen eine Nervenaufreibende Geschichte, wenn man von privat mietet, weil man den Vermietern teilweise wirklich ausgeliefert ist und auch der Mieterschutzbund nicht viel hilft, außer einige mehr oder weniger gute Ratschläge zu geben...wir haben nach 3 jahren und 3 vermietern die Nase voll und bauen selber, damit wir endlich unsere eigenen Herren sind...auch wenn es eine stressige Zeit wird. Generell ist Mieten in Schweden sehr und teuer, schwer weil es wenige Mietobjekte auf dem markt gibt, zumindest Langzeitverträge, meist sind es nur 1 jahresverträge, die dann wahrscheinlich verlängert werden und teuer, weil es wenige Mietobjekte auf dem freien Markt gibt und die Warteschlangen bei den Kommunen heftig lang sind.
Habe von einer Bekannten gehört, nach 20 jahren in der Warteschleife von Stockholm kann man eine Wohnung auf Kungsholmen zu einem guten Preis bekommen..vielleicht sollte ich meine Tochter bereits jetzt anmelden, dann kann sie mit 24 Jahren in eine solche Wohnung ziehen :D :D

40.000 Sek sind ein gutes Gehalt, aber für die Stockholmer Gegend, wo eine Mietwohnung auf dem freien Mietmarkt schonmal an dioe 12-15.000 Sek kosten kann, teilweise ohne Nebenkosten, kann es wirklich eng werden.

Grüsse JANA, die euch nicht entmutigen möchte, aber die Situation nach 3 Jahren im Speckgürtel Stockholm´s recht gut kennt :(
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hansbaer

Re: Was ist ein angemessenes Gehalt in Schweden?

Beitragvon hansbaer » 16. Februar 2010 09:20

janaquinn hat geschrieben:die Frage ist WO ausserhalb von Stockholm wollt ihr wohnen? Man kann es recht günstig haben oder auch sehr sehr teuer, Danderyd z.b. ist nur etwas für Leute, die zuviel Geld haben, auch Lindingö ist eine solche Gegend.


Oja - Nacka ist auch noch so ne Gegend, und auch Täby ein bisschen. Gerade die Orte nördlich der Stadt auf Uppsala zu sind eher teuer, weil für Pendler aus beiden Städten attraktiv. Billiger wird es eher Richtung Süden, also Huddinge und, für Furchtlose, Botkyrka.

Habe von einer Bekannten gehört, nach 20 jahren in der Warteschleife von Stockholm kann man eine Wohnung auf Kungsholmen zu einem guten Preis bekommen..vielleicht sollte ich meine Tochter bereits jetzt anmelden, dann kann sie mit 24 Jahren in eine solche Wohnung ziehen :D :D


Das ist schon ungewöhnlich lange - in der Innenstadt werden Wohnung am häufigsten nach 8 bis 10 Jahren Wartezeit vermittelt. Rekordhalter ist übrigens das kleine Wohngebiet gegenüber von Skansen. Da braucht man über 20 Jahre.

Das mit der Tochteranmeldung geht leider nicht. Man darf erst ab 18 in der Schlange stehen.

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Re: Was ist ein angemessenes Gehalt in Schweden?

Beitragvon totheroots » 16. Februar 2010 10:44

Der "eine" Arbeitsplatz wäre zwischen Danderyd und Täby. Daher nehme ich an, dass es nicht viel Sinn machen wird, in den Süden zu ziehen. Auf der anderen Seite, Stockholm ist klein und von Huddinge bis Danderyd könnte man im Sommer auch radeln (wenn es Radwege gibt). Das sind nur 30 km.

Ich weiß nicht inwieweit es Sinn macht, überhaupt sofort richtig sesshaft zu werden, wenn ich noch nichts zum arbeiten habe. Kann man nicht irgendwie die ersten paar Monate irgendwo zur Untermiete verbringen, und dann mit zwei Jobs in der Hinterhand räumlich-strategisch bei der Haussuche vorgehen?

Wie ist denn der Westen? Järfälla, Färingsö, Ekerö? Das sieht im Luftbild zumindest sehr nach Landschaftsschutz- oder Naturschutzgebiet aus (obwohl mit Golfplätzen wohl eher nicht), und würde mir als Förster gut gefallen, mit ein wenig Kiefer und Fichte in Mono :).

Die qm-Preise in Stockholm zentral sind ja nicht wirklich schön anzusehen. Wir hatten ursprünglich die Idee einer 4 ZKB Altbauwohnung (ähnlich wie jetzt in Berlin), aber das ist wohl preislich nicht zu machen.

@Jana: Das mit euren Mietgeschichten klingt auch nicht gerade verlockend. Habt ihr zufällig ein gutes Immobilienmaklerbüro (für Stockholm) in petto, das vertrauenswürdig ist, und mit dem man auch auf Englisch gut verhandeln kann?

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Re: Was ist ein angemessenes Gehalt in Schweden?

Beitragvon janaquinn » 16. Februar 2010 11:00

Ääähmmm...wie Stockholm ist klein?? Mein Mann fährt zur Arbeit täglich ca. 80km...einfach...also klein ist es bestimmt nicht. Radwege gibt es sicherlich, aber ob ich mit dem Stockholmer Verkehr auf dem Rad anfreunden könnte...eher nicht.
Ekerö ist sehr sehr sehr schön und ebenso teuer, ausserdem ist man teilweise auf Fähren angewiesen. Järfälla kenne ich nicht, aber auch da gibt es sicherlich Gegenden, die man meiden sollte.

Jap und euren Traum von 4ZKB im Altbau könnt ihr zwar weiterträumen, aber soo schnell nicht realisieren. Diese Wohnungen werden meist verkauft und sind immens teuer, ich glaube unter 3-5 Mill. werdet ihr eine solche Wohnung nicht finden....wenn ihr sie überhaupt findet, da solche Wohnungen meist nur in der Innenstadt auf Kungsholmen, Södermalm oder Östermalm zufinden sind....einige der teuersten Gegenden der Stockholmer Innenstadt.

Um die Wahrheit zu sagen, der Stockholmer Wohungsmarkt ist einer der heftigsten, die ich kennengelernt habe..und ich habe 7 Jahre in München gelebt, aber gegen Stockholm ist München ein Mietwohnugstraum...

Mietwohnungen gibt es selten über Makler, die haben sich hier auf den Verkauf spezialisiert. Ein Tip ist www.blocket.se da werden die meisten Wohnungen angeboten..aber man muss sehr sehr schnell sein. bezahlbare Wohnungen sind manchmal schneller weg, als man klicken kann...
Sorry, wenn ich es so offen und ehrlich schreibe, aber es ist nunmal extrem schwer hier in Stockholm

LG JANA
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hansbaer

Re: Was ist ein angemessenes Gehalt in Schweden?

Beitragvon hansbaer » 16. Februar 2010 11:01

totheroots hat geschrieben:Der "eine" Arbeitsplatz wäre zwischen Danderyd und Täby. Daher nehme ich an, dass es nicht viel Sinn machen wird, in den Süden zu ziehen. Auf der anderen Seite, Stockholm ist klein und von Huddinge bis Danderyd könnte man im Sommer auch radeln (wenn es Radwege gibt). Das sind nur 30 km.


Die Region hat ein ziemlich gutes Radwegenetz, auch wenn man das auf den ersten Blick nicht meinen sollte.

Allgemein sollte man seine Standards, was Wege zur Arbeit etc. angeht, ziemlich herabsetzen. Es ist zwar die größte skandinavische Großstadtsregion, aber es ist sehr viel Platz zwischendrin, und da die zentralen Orte unbezahlbar sind, ist langes Pendeln die Regel, nicht die Ausnahme.

Ich weiß nicht inwieweit es Sinn macht, überhaupt sofort richtig sesshaft zu werden, wenn ich noch nichts zum arbeiten habe. Kann man nicht irgendwie die ersten paar Monate irgendwo zur Untermiete verbringen, und dann mit zwei Jobs in der Hinterhand räumlich-strategisch bei der Haussuche vorgehen?


Das scheint mir sinnvoll. Erst einmal langsam etablieren und sich einen Überblick verschaffen.

Wie ist denn der Westen? Järfälla, Färingsö, Ekerö? Das sieht im Luftbild zumindest sehr nach Landschaftsschutz- oder Naturschutzgebiet aus (obwohl mit Golfplätzen wohl eher nicht), und würde mir als Förster gut gefallen, mit ein wenig Kiefer und Fichte in Mono :).


Järfälla ist nicht gerade die schönste Ecke, hat aber gute Infrastruktur (u.a. IKEA) und den Pendeltåg - grün ist dort aber schon ziemlich. Ekerö (zu dem auch Färingsö gehört) ist bislang sehr ländlich und nur über Busse an den Rest der Region angebunden. Das wird sich aber vielleicht in 10 Jahren schlagartig ändern, denn die Umgehungsstraße Förbifart Stockholm wird unter Ekerö durchlaufen. Die Gemeinde wird auch einen Anschluss kriegen und so eine direkte Verbindung zu Kungens Kurva und dem Nordwesten kriegen.

Die qm-Preise in Stockholm zentral sind ja nicht wirklich schön anzusehen. Wir hatten ursprünglich die Idee einer 4 ZKB Altbauwohnung (ähnlich wie jetzt in Berlin), aber das ist wohl preislich nicht zu machen.


Der Vergleich mit Berlin ist hier ganz gefährlich, denn Berlin hat für europäische Großstadtverhältnisse einen ziemlich günstigen Wohnungsmarkt.

Schon länger nicht mehr aktualisiert worden, aber insgesamt noch einigermaßen stimmig, ist das, was ich zum Wohnungsmarkt hier geschrieben habe: http://delengkal.de/auswandererguide/


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