Was dürfen Kinder in Schweden?

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Imrhien
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Re: Was dürfen Kinder in Schweden?

Beitragvon Imrhien » 4. Mai 2009 12:36

Ich habe mich gerade vor ein paar Tage mit einem Schweden unterhalten, der selber meinte, dass ein großes Problem wäre, dass die Schweden nicht mehr konsequent in der Erziehung ihrer Kinder seien. Darin sieht er das größe Problem. Ich kann dem nur zustimmen und viele unserer Berichte gehen in diese Richtung.
Dann habe ich aber nochmal nachgedacht. Ja, es stimmt. Viele Schweden sind nicht konsequent. Aber sind sie damit einsam?
Als Familienhelferin habe ich auch in Deutschland sehr viele Familien mit genau diesem Problem gesehen. Und das waren jetzt nicht durchweg sozial schwache Familien. Ganz normale Menschen, wie DU und ich. Ich kann mich aber daran erinnern, dass ein Thema in unseren Teamsitzungen immer wieder die mangelnde Konsequenz war. Dies scheint mir als ein globales, zumindest über Schweden und Deutschland übergreifendes modernes Problem zu sein. Warum es uns hier so negativ auffällt? Das könnte daran liegen, dass man mit der Auswanderung und dem Status Ausländer nicht mehr gecshützt in seinem sozielan Umfeld lebt. In Deutschland weiss man wo man hingehört. Das meine ich jetzt nicht negativ. Aber man hat doch automatisch so seine Kreise. Und da ist die SOzialisation, der Habitus ähnlich. Als Ausgewanderter muss man diesen Platz erst suchen und landet automatisch in anderen Kreisen, das soll gar nicht schlecht gemeint sein. Ich versuche nur zu erklären, zu verstehen wie das kommt. Hier muss man eben aufs Neue Gleichgesinnte suchen. Auch in Sachen Erziehung. Da man anders sozialisiert ist, dauert es länger bis man erkennt wie die Menschen gestrickt sind und daher auch rauszufinden wer besser zu einem passt.
Könnte das eine Erklärung sein? Ich glaube nämlich nicht, dass es prozentual wirklich schlimmer sein soll in Schweden. Wie gesagt, vielleicht fällt es uns hier einfach mehr auf. Vor allem weil die Realität einfach nicht dem Bild entspricht, das man sich vorher gemacht hatte. Die Zustände in Deutschland kannte man, da muss man nicht mehr extra drauf achten... Versteht Ihr was ich meine?

Grüße
WIebke

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Re: Was dürfen Kinder in Schweden?

Beitragvon HeikeBlekinge » 4. Mai 2009 14:09

Absolut! Deine Gedanken dazu sind nachvollziehbar.
Während man in Deutschland krampflos mit neuen Bekannten, Mitmenschen umging - weil man ganz einfach weil man deutsch war dazugehörte - denkt man als Ausgewanderter dreimal nach ehe man etwas sagt, sich zu etwas äussert. Man beobachtet die Schweden regelrecht, versucht sie abzuschätzen. Da nimmt man sicher viel mehr wahr als wenn man nur so vor sich hin leben kann. Ist ja auch logisch, das man viel analysiert, denn man möchte ja nichts falsch machen wenn man bestrebt ist sich mit dem neuen Land und den Menschen zu arrangieren. Und dabei sieht man, so wie bei der inkonsequenten Erziehung - halt auch so manche Schattenseite. Was nicht heisst, das es die in D oder anderen Ländern nicht auch gibt.
Trotzdem werde ich das Gefuehl nicht los, das die Schweden damit oberflächlicher oder anders umgehen.
Dabei kommt mir in den Kopf: Leben schwedische Jugendliche nach der Ausbildung (Gymnasium) oder falls sie erwerbslos sind noch lange "bei Muttern"? Sind sie schneller selbstständig, haben zeitig eine eigene Wohnung oder liegen sie den Eltern gern auf der Tasche?
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Re: Was dürfen Kinder in Schweden?

Beitragvon Faxälva » 4. Mai 2009 16:41

...im Grossen und Ganzen ziehen schwedische Jugendliche schon mit dem Besuch des Gymnasiums zu Hause aus... oft wird extra eine Linie gesucht, die weit weg von zu Hause und in der Nähe der grösseren Städte ist... Ausnahmen gibt es natuerlich immer... und es wird einem auch recht leicht gemacht... mein Sohn bekam zum studiebidrag noch einen inackorderingsbidrag, der genau fuer die Miete seiner Wohnung reichte... viele Kommunen bieten studielägenheter zu deutlich guenstigen Konditionen an... am Anfang kommen die Jugendlichen noch jedes Wochenende zum Wäschewaschen und Essenfassen nach Hause, aber das gibt sich sehr schnell wenn dann neue Freunde gefunden sind... tja, und sind sie einmal weg kommen sie selten wieder zurueck... mit 18 Jahren endet die Versorgungspflicht der Eltern... dann ist der Staat zuständig, wenn sie keine Arbeit finden.....
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Re: Was dürfen Kinder in Schweden?

Beitragvon HeikeBlekinge » 4. Mai 2009 16:52

Hab ichs mir doch fast gedacht. Dann habe ich das also richtig mitbekommen ;-)
Neulich las ich in einer Wochenzeitschrift den Leserbrief eines Vaters, der fragte wieviel Pengar sein Sohnemann (20) fuer Kost und Logi löhnen muesse wenn er noch zuhause lebe. Waren so um die 2000 Kronen wenn ich mich recht entsinne.
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Re: Was dürfen Kinder in Schweden?

Beitragvon tjejen » 4. Mai 2009 19:14

Hmm, hier in Stockholm gibt es aber auch unzählige Studenten die mit 24 noch zuhause wohnen.

Kann natürlich auch zum Teil an der hiesigen Wohnsituation liegen. Es ist ja quasi unmöglich eine Mietwohnung ohne eigenes Einkommen zu bekommen. Mal abgesehen von den Wartezeiten. Es gibt allerdings auch einige Wohnungen die speziell für junge Menschen reserviert sind. Die sind auch ein wenig billiger, jedoch nicht in Massen vorhanden.

Die billigsten Studentenkorridorzimmer kosten ab 2500 Sek, dafür muss man aber Mitglied eines angeschlossenen Studentkår sein.
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Re: Was dürfen Kinder in Schweden?

Beitragvon Faxälva » 5. Mai 2009 13:23

...natuerlich ist es von Bedeutung, wo man wohnt... mein Sohn zog mit 16 nach Bispgården und die Wohnung ( 1 Zimmer in einer 2-Raumwohnung mit Kueche und Bad) kostete 2000,-kr, einschliesslich Wasser, el, Wärme.... nun in Luleå bezahlt er 3000,- fuer ein Zimmer im Wohnheim und hat ausser Wasser, El und Wärme auch Bredband frei... wenn man an einer schwedischen Uni studiert, ist bis jetzt die Mitgliedschaft in einem studentkår Pflicht...

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