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Schweden
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Schweden und Norwegen - Fähre, Urlaub, Reisen & Meer

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 Betreff des Beitrags: Wanderbericht: Schweden 2008: Kebnekaise
BeitragVerfasst: 13. Oktober 2008 16:13 
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Anreise:

Am Donnerstag, den 24. Juli ging’s los, mal wieder mit SAS, zunächst von Frankfurt nach Stockholm. Mein Rucksack wog 21 kg, wurde aber bei der Gepäckaufgabe ohne Probleme akzeptiert. Danach hatte ich noch ziemlich lange Zeit bis zum Abflug.
Als es endlich ans Boarding ging, hatte das Gerät für die Karten irgendeine Störung und wir mussten noch ein bisschen warten, bevor wir in die beiden Busse steigen konnten, die uns zum SAS-Flieger brachten. Auch dort mussten wir noch einige Minuten in dem heißen Bus ausharren, bis wir endlich in die Maschine steigen konnten. Als alle auf ihren Plätzen saßen und es eigentlich nun losgehen sollte, kam die Durchsage, dass noch eine technische Kontrolle abzuwarten sei, da eventuell irgendetwas mit einem Kleinteil (Antenne oder so?) nicht stimmte, aber das müsse man von oben abklären und dazu müsse man erst noch eine Leiter holen, usw. Auf dem großen Flughafengelände dauerte das natürlich auch seine Zeit und im Flieger wurde die Luft immer schlechter, zwischenzeitlich wurde uns Wasser mit Eiswürfeln ausgeschenkt. Man wurde natürlich langsam nervös, da einige Leute noch einen Anschlussflug in Arlanda kriegen mussten, ein Schwede schräg hinter mir verpasste durch die Verspätung z. B. seinen Flug nach Karlstad, konnte dann aber wohl einen späteren bekommen. Mein Flug nach Kiruna ging erst gut 3 Stunden nach der planmäßigen Ankunft, doch ich wurde auch schon unruhig. Letzten Endes stellte sich bei der Ansicht von oben (mit Leiter) heraus, dass doch alles in Ordnung war und wir abfliegen konnten, um etwa 13:20 Uhr statt 12:15 Uhr. Der Flug selbst war auch nicht besonders angenehm, da es wohl ein paar Luftlöcher gab, und die Landung war einigermaßen brutal.
Um 15:15 Uhr (statt 14:15 Uhr) stiegen wir in Arlanda aus und ich musste mein Gepäck holen, um es durch den Zoll zu schleppen. Am Gepäckband kam ich mit ein paar jungen Deutschen ins Gespräch, die auch nach Kiruna weiterflogen und am nächsten Tag nach Nikkaluokta weiterfahren wollten, um dann gleich am selben Tag loszuwandern, in Richtung Abisko. Mit meinem großen Rucksack stapfte ich ins Terminal 4 (Inlandsflüge) und gab ihn dort wieder ab, diesmal als Spezialgepäck, wohl wegen des etwas unförmigen Formats – ich hatte die Isomatte unter der Regenhülle längs an den Rucksack geschnallt. Ich bekam noch einen Stempel auf das Etikett und musste meinen elektronischen Fingerabdruck geben, danach konnte ich noch etwas durch den Flughafen laufen. Ich ging zunächst Geld abheben und Eis essen und klapperte noch ein paar Läden ab, bevor es zum nächsten Boarding ging.
Um ca. 17:10 Uhr stieg ich in den Flieger, wo irgendwie merkwürdig viele Plätze frei blieben. Doch bald stellte sich heraus, dass es auch hier noch ein technisches Problem zu lösen gab :roll: : Zum einen hatte irgendwann die automatische Tür am Flughafen-Ausgang nicht mehr funktioniert, so dass 20-30 Passagiere noch fehlten. Zum anderen gab es am Flugzeug selbst wieder den Verdacht eines Defekts, der eventuell noch zu beheben war. Andernfalls müssten wir in eine andere Maschine umsteigen, wobei noch gar nicht sicher war, ob wir überhaupt eine finden würden. Also hieß es wieder hoffen und bangen und abermals ca. eine Stunde lang im Flugzeug sitzend ausharren, bis es endlich grünes Licht gab und wir um halb 7 (statt halb 6) abhoben. Der Flug war diesmal angenehmer, in der zweiten Hälfte hatte man auf der linken Seite schon ganz nette Aussichten auf die Landschaft. Nachdem ich etwas gedöst hatte, kamen wir um 19:45 Uhr (statt 19 Uhr) endlich in Kiruna an.

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(aus A.O. Schwede: Lars Levi Laestadius - Der Lappenprophet)


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 Betreff des Beitrags: Re: Wanderbericht: Schweden 2008: Kebnekaise
BeitragVerfasst: 13. Oktober 2008 16:15 
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Vom letzten Jahr wusste ich noch, dass es keinen Flughafenbus im Sommer gibt, und so versuchte ich, möglichst viele Leute zum Teilen eines Taxis zu finden. Dabei stellte sich heraus, dass der Bus nach Abisko, der draußen an der Haltestelle stand, auch im Zentrum von Kiruna halten würde, und so kostete mich die Fahrt nur noch ungefähr die Hälfte des Preises, den ich im Idealfall für ein Taxi (d.h. mit 3 weiteren Passagieren geteilt) bezahlt hätte. Die Deutschen von vorher beschlossen kurzerhand, mit dem Bus gleich bis Abisko zu fahren und von dort am nächsten Tag in Richtung Nikkaluokta zu laufen. Im Bus kamen wir mit einer Schwedin namens Sophie ins Gespräch – sie stammte aus Stockholm, wohnte aber in Göteborg, oder war’s umgekehrt? - , die auch zum STF-Hostel fuhr und am nächsten Tag ihre Reise nach Narvik und Tromsø fortsetzte. Beim Aussteigen am Busbahnhof gesellte sich noch eine Deutsche zu uns, die auch zum Wanderheim ging. Sie wollte am nächsten Tag mit dem Bus nach Kvikkjokk fahren und von dort in Richtung Norden wandern. Im Hostel teilte ich das Zimmer mit 2 alleinreisenden Schwedinnen und Sophie. Die Deutsche hatte ein Zimmer auf der anderen Seite des Flurs.
Als wir unsere Sachen in die Zimmer gebracht hatten, liefen wir zu dritt noch durch’s Zentrum und zur Statoil-Tankstelle (die deutsche Wandersfrau brauchte Gas für ihren Kocher) und auf dem Rückweg noch an der Kirche vorbei. Bis wir zurück waren und ich mit Haarewaschen und allem fertig war und ins Bett gehen konnte, war es bereits nach 23 Uhr.

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 Betreff des Beitrags: Re: Wanderbericht: Schweden 2008: Kebnekaise
BeitragVerfasst: 13. Oktober 2008 16:17 
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Nikkaluokta:

Am nächsten Morgen stand ich gegen halb 8 auf und packte langsam alles zusammen. Da ich noch etwas Zeit hatte, gab ich mein Gepäck zunächst an der Rezeption zur Aufbewahrung ab und lief dann los ins Zunächst ging ich zur Tourist-Information, danach kaufte ich noch ein paar Lebensmittel ein und lief zurück zum Hostel, um meinen Rucksack zu holen. Auf dem Weg zum Busbahnhof ging ich kurz bei Wennberg rein, wo ich aber natürlich nichts kaufte. An der Busstation, wo es mitterweile schon ziemlich heiß war, standen schon jede Menge Leute an der Haltestelle „Nikkaluokta“.
Um 11 Uhr war Abfahrt, die Strecke natürlich schön, wobei der Busfahrer an einer Stelle fast ein junges Rentier erwischt hätte. Bei Ankunft um 12 Uhr in dem kleinen, aber sehr touristischen Dorf Nikkaluokta (Gemeinde Gällivare), das nur knapp über 20 einheimische Einwohner zählt, war es schon sehr heiß und auf der Wiese vor dem Hauptgebäude der Fjällanlage Sárri lagen einige Leute halbnackt in der Sonne.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wanderbericht: Schweden 2008: Kebnekaise
BeitragVerfasst: 13. Oktober 2008 16:21 
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Ich ging natürlich zuerst zur Rezeption, stellte im Vorraum den Rucksack ab und fragte nach meiner Hütte. Zunächst sagte man mir, die Hütten seien immer erst ab 14 Uhr fertig, also ließ ich meinen Rucksack dort in der Ecke stehen und machte mich erst mal daran, etwas die Umgebung zu erkunden. Meine Erinnerung an den Aufenthalt vor 11 Jahren war ja schon wieder sehr verblasst, aber irgendwie kam es mir so vor, als sei vor allem der Parkplatz damals doch noch kleiner gewesen, vermutlich ist es auch so. Ich sah mir das ganze Gelände etwas an, spazierte zum „Tor“ des Pfads in Richtung Kebnekaise und dann hoch zu der kleinen Kirche.

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 Betreff des Beitrags: Re: Wanderbericht: Schweden 2008: Kebnekaise
BeitragVerfasst: 13. Oktober 2008 16:26 
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Als ich wieder zur Anlage zurück kam, fragte ich abermals nach der Hütte und es stellte sich heraus, dass mein Häuschen gar nicht direkt auf dem Gelände stand, sondern ca. 500 m vom Parkplatz entfernt, etwas außerhalb, bei Johan Haugli. Dieser vermietet die Hütte(n) eigentlich separat, aber Reservierungen werden auch über die Fjällanlage gemacht und man bezahlt auch dort, das Geld wird dann an ihn weitergeleitet. Die sanitären Anlagen kann man trotzdem nutzen, aber ein Plumpsklo gibt’s auch bei Haugli auf dem Gelände. Ich schleppte also meine Sachen den Weg entlang und meldete mich beim Wohnhaus von Haugli als Gast. Er sprach kein Englisch und meine eigenen Schwedischkenntnisse sind zu bescheiden, aber er konnte mir vermitteln, wo die Hütte steht und dass der Schlüssel außen über der Tür am Nagel hängt. Es war ein idyllisches Hüttchen in Seenähe.

Ich lud meine Sachen ab, sah mir die Umgebung kurz an und lief dann wieder zurück zur Sárri-Anlage. Am Nachmittag sah ich mir noch das Obergeschoß des Hauptgebäudes an (kleine Ausstellung von Kunstgemälden), schlief dort eine Weile auf einem Sessel ein und lief dann abermals noch etwas umher, nochmals zur Kirche, wo gerade eine Messe im Freien abgehalten wurde und danach zum Helikopter-Landeplatz. Als ich zu Haugli zurück kam, kam mir die Idee, ihn mal zu fragen, ob er Samisch spricht, was er auch bejahte, so konnten wir uns doch noch ein bisschen unterhalten. Ich ging bereits gegen 21 Uhr ins Bett, las noch etwas in einem Buch, das ich in der Hütte in einer der Schubladen gefunden hatte („Die Wunderheilerin“ auf Deutsch) und schlief dann bald ein und natürlich sehr gut in der ruhigen Gegend.

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 Betreff des Beitrags: Re: Wanderbericht: Schweden 2008: Kebnekaise
BeitragVerfasst: 13. Oktober 2008 16:30 
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Wandertag 1:

Am Samstag war ich recht früh wach und stand gegen halb 7 auf, um meine Sachen zu packen. Wegen der Hitze wollte ich so früh wie möglich los laufen, vorher aber meinen kleinen Rucksack mit unnötigem Ballast an der Fjällanlage abgeben, wo die Rezeption erst um 8 Uhr öffnete. Bereits kurz vor 8 kam ich dort an, wo einige Wanderer schon am Aufbrechen waren. An der Rezeption holte ich mir den Schlüssel für’s Schließfach, stellte meine Sachen hinein und gab ihn wieder ab. Vor der Tür entdeckte ich noch die Rucksackwaage: 21 kg hatte ich ingesamt zu tragen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wanderbericht: Schweden 2008: Kebnekaise
BeitragVerfasst: 13. Oktober 2008 16:35 
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Um 8:10 Uhr marschierte ich los, bei bereits sonnigem Wetter. Der Weg war gut, am Anfang z. T. sehr breit und ich kam zügig voran.
Mit der Zeit wurde es zunehmend steinig, aber Auf- und Abstiege hielten sich in Grenzen.
Nach knapp 1 ½ Std. erreichte ich bereits die Abzweigung zum ersten Bootssteg am Laddjujávre, ließ ihn aber links liegen und marschierte weiter, nach wie vor weitgehend durch Birkenwald. Mit der Zeit wurde es immer heißer und ich rastete noch einige Male.
Nach der Abzweigung zum hinteren Bootssteg hatte ich nur noch etwas über 8 km vor mir, die letzen 7 km bis zur Fjällstation sind einzeln durch Schilder markiert.

Recht früh war schon das Objekt der Begierde von weitem zu sehen:
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Dateikommentar: alte und neue Brücke über den Darfaljohka
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 Betreff des Beitrags: Re: Wanderbericht: Schweden 2008: Kebnekaise
BeitragVerfasst: 13. Oktober 2008 16:41 
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Ca. 2 km vor der Station wurde endlich die Luft immer besser und es wehte hin und wieder ein kühler Wind, aber in der Sonne war es natürlich trotzdem die ganze Zeit recht mühsam, bis ich um 14:40 Uhr an der Kebnekaise-Fjällstation (690 m) ankam.
Dort war nun wirklich die Hölle los. Natürlich war auch hier Einiges erweitert und umgebaut worden. Mittlerweile soll es hier an die 200 (!) Gästebetten geben. Das Haupthaus links unten hat nun einen großen Vorraum, der komplett mit Wanderschuhen voll stand. Ich stellte meine Schuhe irgendwo ganz rechts hinten an die Wand, um sie hinterher überhaupt noch zu finden. Dahinter geht’s gleich durch die Tür in den Keller, wo sich unter anderem der Gepäckraum befindet.
Nachdem ich mich an der Rezeption als zeltender Gast gemeldet und die 90 Kronen bezahlt hatte, stellte ich meinen Rucksack erst mal runter in den Raum und nahm zunächst nur mein Zelt mit hoch, um es hinter dem weiter oben stehenden Servicegebäude, in der Nähe eines rauschenden Bachs aufzustellen. Danach ging ich etwas die Gegend erkunden, fragte später im Bergführerladen (auch im Servicegebäude) nach Weg, Wetter und Toppstuga. Für die nächsten beiden Tage war jedenfalls Bombenwetter gemeldet, am Gipfel gab’s genügend Schnee, so dass man keine Steigeisen brauchte, und im Durchschnitt sollte man für Auf- und Abstieg inkl. Pausen ca. 12 Stunden rechnen. Von einer Übernachtung in der Toppstuga riet man mir ab, die neue sei völlig kaputt, die alte ginge noch, aber sie sei auch heruntergekommen und man sollte sie wohl lieber nur noch als Notunterkunft benutzen. Naja, ich wollte mir das dann nochmal überlegen, tendierte aber immer noch eher dazu, meine Schlafsachen sicherheitshalber mitzunehmen.
In der Küche kochte ich mir etwas zu essen, hing dann noch etwas zwischen den Gebäuden herum und spazierte abends schon mal ein bisschen den Pfad entlang, bis zur Abzweigung der beiden Aufstiege (Västra und Östra Leden). Schon relativ früh holte ich meine restlichen Schlafsachen aus dem Keller und legte mich ins Zelt.

(Fortsetzung folgt)


Fjällstation vom Westen aus gesehen:
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 Betreff des Beitrags: Re: Wanderbericht: Schweden 2008: Kebnekaise
BeitragVerfasst: 13. Oktober 2008 18:51 
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Sápmi hat geschrieben:
... und im Flieger wurde die Luft immer schlechter, zwischenzeitlich wurde uns Wasser mit Eiswürfeln ausgeschenkt. ...

Da hätte ich zur Beruhigung was anders erwartet. :wink:

Sápmi hat geschrieben:
... Doch bald stellte sich heraus, dass es auch hier noch ein technisches Problem zu lösen gab :roll: : ... Zum anderen gab es am Flugzeug selbst wieder den Verdacht eines Defekts, der eventuell noch zu beheben war. Andernfalls müssten wir in eine andere Maschine umsteigen, wobei noch gar nicht sicher war, ob wir überhaupt eine finden würden.


Das klingt ehrlich gesagt nicht so prickelnd. :shock:

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 Betreff des Beitrags: Re: Wanderbericht: Schweden 2008: Kebnekaise
BeitragVerfasst: 13. Oktober 2008 18:54 
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Sápmi hat geschrieben:
Von einer Übernachtung in der Toppstuga riet man mir ab, die neue sei völlig kaputt, ...


Neu und kaputt? Infolge eines Unwetters oder warum?

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 Betreff des Beitrags: Re: Wanderbericht: Schweden 2008: Kebnekaise
BeitragVerfasst: 13. Oktober 2008 21:42 
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amarok hat geschrieben:
Neu und kaputt? Infolge eines Unwetters oder warum?


Nee, infolge menschlicher Einwirkung. :wink: Keine Ahnung, wer auf solche Ideen kommt, man sollte meinen, in solche Gegenden kommen derartige Idioten nicht. Jedenfalls hatte ich vorher schon gehört bzw. gelesen, dass wohl ein Teil der "Inneneinrichtung" (sprich Holzteile, z. B. Pritschen oder so) von irgendwelchen Schwachmaten verfeuert wurde. Außerdem sah's da drin auch extrem dreckig aus, ein Haufen Müll und so, weiß nicht mehr genau, hab nur kurz reingeguckt, da war schon alles klar. :roll:

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 Betreff des Beitrags: Re: Wanderbericht: Schweden 2008: Kebnekaise
BeitragVerfasst: 14. Oktober 2008 12:34 
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Wandertag 2:

Am nächsten Morgen war es also so weit, ich stand bereits um halb 6 auf, sammelte meine Sachen zusammen und packte den Rucksack. Das Zelt konnte ich stehen lssen, eine große Plastiktüte mit Kochgeschirr und sonstigem Ballast verstaute ich im Gepäckraum, bevor ich um 6:30 Uhr abmarschierte. Zunächst verlief der Weg noch recht eben, stieg nur hin und wieder leicht an und führte direkt in Richtung Kitteldalen. Bald traf ich auf eine Familie mit 2 Teenagern, die recht oft Pausen machte, so dass wir uns immer wieder gegenseitig überholten. Nach und nach kamen immer mehr Wanderer angestapft, die letztendlich fast alle irgendwann schneller waren als ich, vor allem als die Steigungen zunahmen.
Als der Weg nach rechts ins Kitteldalen schwenkte, wurde es zunehmend gerölliger. Nun ging es ein ganzes Stück am Fluss Kittelbäcken entlang bergauf, wobei mehrfach schöne Bäche von rechts herabgeflossen kamen, die sehr leicht zu überqueren waren, an einem habe ich kurz gerastet.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wanderbericht: Schweden 2008: Kebnekaise
BeitragVerfasst: 14. Oktober 2008 12:34 
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Etwas unterhalb des Kittelsjön führt der Weg nach links über den Kittelbäcken, der natürlich etwas breiter ist, so dass sich die Überquerung u. U. etwas schwieriger gestaltet. Ich suchte dann auch nicht allzu lang nach einem geeigneten Übergang, sondern zog die Schuhe aus und watete hinüber. Bei der Hitze war die Abkühlung der Füße recht angenehm. Auf der anderen Seite angekommen, ließ ich mir beim Anziehen der Schuhe etwas Zeit und machte bei dieser Gelegenheit gleich eine kleine Rast. Dabei beobachtete ich ein Ehepaar, das sich gerade an die Flussüberquerung machte. Der Mann mit mittelgroßen Rucksack kam ganz gut mit Schuhen hinüber, die Frau (ganz ohne Gepäck) brauchte ewig, schaffte es dann aber auch irgendwie, ohne die Füße entblößen zu müssen.
Ich lief bald wieder weiter, nun wieder über Geröll und dann sehr steil zwischen den Bergen Tuolpagorni und Vierramvarre hinauf. Oberhalb des Kittelsjön sah ich von weitem einige Zelte stehen. Der Aufstieg wurde dann immer steiler und ging bald über ein Schneefeld, das bis kurz unterhalb des Sattels führte. Es war nach wie vor sehr heiß, ich hatte insgesamt 1,1 Liter Flüssigkeit dabei, die Flaschen bei den Flüssen natürlich aufgefüllt, aber der Durst wurde immer größer. Auf dem Schneefeld mit tiefen Fußstapfen musste ich mehrfach Leute vorbeilassen, da ich mit meinem Gepäck inkl. Schlafsack und Isomatte nur sehr langsam und wild schnaufend an Höhe gewann.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wanderbericht: Schweden 2008: Kebnekaise
BeitragVerfasst: 14. Oktober 2008 12:36 
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Oben angekommen stopfte ich mir erst mal eine Handvoll Schnee in den Mund, da nun unklar war, wann ich meine Flaschen wieder würde auffüllen können. Ich rastete kurz neben dem Schneefeld und kam mit einem Schweden ins Gespräch, der auch gerade dort saß und meinte, er sei sich nicht sicher, ob er es bis zum Gipfel schaffen würde. Er musste auch am selben Tag wieder zurück und am nächsten Tag schon nach Nikkaluokta zurücklaufen und gleich mit dem Bus nach Kiruna weiterfahren. Ich hatte nicht gleich darauf geachtet, aber später stellte sich heraus, dass sein Problem die Schuhe waren, er war tatsächlich in Turnschuhen unterwegs auf den Kebnekaise! Nun ging der Weg weiter auf den Sattel auf ca. 1450 m und von dort nach rechts, abermals über sehr steiles Geröll und z. T. Schotterspuren hinauf auf den Vierramvarre, was an sich schon sehr beschwerlich war und bei der erbarmungslos brennenden Polarsonne richtig unangenehm. Immerhin blies mittlerweile hin und wieder ein kühler Wind. Und einen großen Vorteil hatte das sonnige Wetter natürlich: die gute Sicht! Je höher man kam, desto tollere Aussichten boten sich auf die umliegende Gebirgslandschaft. Kurz vor Erreichen des 1711 m hohen „Gipfels“ bzw. der Kuppe des eher runden Berges nahm die Steigung ab und oben passierte man eine relativ weit verstreute Gruppe von Steinmännchen, bevor es auf der anderen Seite auch erst wieder leicht, dann abermals steil bergab ging.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wanderbericht: Schweden 2008: Kebnekaise
BeitragVerfasst: 14. Oktober 2008 12:40 
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Von hier hatte man natürlich schon eine sehr schöne Aussicht und konnte auf der anderen Seite des Kaffedalen schon die beiden auf ca. 1880 m gelegenen Toppstugas erblicken. Doch zunächst ging es ganze 200 Höhenmeter hinab in das besagte Tal, wieder über Geröll, und nachdem man unten ein ebenes Schneefeld überquert hatte, auf der anderen Seite wieder genauso steil nach oben. Bereits beim Abstieg waren mir die ersten Rückwanderer entgegen gekommen. Nicht weit oberhalb des Talbodens plätscherte rechts aus dem Geröll ein kleines Bächlein, wo ich endlich wieder meine Flaschen auffüllen konnte. Ich war nach wie vor permanent durstig, Hunger hatte ich auch, aber irgendwie, wohl aufgrund der Hitze, nur eingeschränkten Appetit, so dass ich auf dem ganzen Weg kaum mehr als 2 Körner- oder Molkeriegel aß, sondern eher immer mal wieder eine Scheibe Traubenzucker reinschob. Der weitere Aufstieg war nach wie vor beschwerlich, immerhin hatte ich ja meinen Schlafkram auch noch zu schleppen, und oftmals ging ich ca. 10 Schritte und blieb dann zum Verschnaufen stehen. Die Hütten waren zwischendurch wieder aus dem Blickfeld geraten, aber ich konnte mich ungefähr an der Höhe des hinter mir liegenden Vierramvarre orientieren. Ich kam noch mit ein paar Leuten ins Gespräch, der Weg wurde bald etwas weniger steil, und kurz vor Erreichen der Hütte nahm ich mir vor, am Abend, wenn alle weg sein würden (es zeichnete sich schon ab, dass außer mir niemand dort übernachten würde), ein Schneebad zu nehmen – woraus dann natürlich nichts wurde, denn als dann wirklich alle weg waren, hatte ich schon die Fleecejacke an, aber dazu später.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wanderbericht: Schweden 2008: Kebnekaise
BeitragVerfasst: 14. Oktober 2008 12:41 
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Seit dem Abmarsch an der Fjällstation am Morgen hatte ich insgesamt ca. 90 Minuten pausiert, als ich um 13:35 Uhr die neue Toppstugan erreichte. Man hatte mir bereits erzählt, dass paradoxerweise die neue Hütte runtergekommener sei als die alte. Ich warf einen kurzen Blick in den Innenraum und tatsächlich sah es dort ziemlich verwüstet und verdreckt aus. Ähnlich verhielt es sich mit dem direkt davor stehenden Klohäuschen mit 2 Plumpsklo-Öffnungen, die beide so gut wie randvoll waren. Der Geruch war auch entsprechend und die Tür ging nicht richtig zu. Also querte ich auf die gut 5 Minuten entfernt liegende alte Hütte zu, die nachträglich etwas renoviert worden war und einen einigermaßen annehmlichen Eindruck machte. Dass es keine Koch- oder auch nur Heizmöglichkeit gab, war mir ja bereits bekannt. Aber es gab 2 Schlafpritschen, auf denen alte Wolldecken lagen, einen Tisch und noch etwas Kram, und hinter dem Eingang eben leider ein paar Müllsäcke, aber insgesamt ließ es sich dort aushalten. Ich legte Schlafsack und Isomatte auf die eine Pritsche, um mit etwas leichterem und handlicherem Rucksack um 14:15 Uhr in Richtung Gipfel loszuziehen. An der Hütte hielten sich zu der Zeit natürlich auch noch einige Leute auf, und nach wie vor wurde zum Gipfel aufgestiegen. Kurz zuvor war eine geführte Tour zur Stugan heruntergekommen. Von den bereits Abgestiegenen bekam ich unterschiedliche Informationen über die Länge des Aufstiegs, die zwischen einer halben und einer ganzen Stunde variierten. Ich nahm natürlich eher die längere Variante an, was sich dann in meinem Fall auch als richtig erwies.
Hinter der Hütte ging die erste Hälfte der Strecke noch über Geröll, allerdings nicht mehr ganz so steil wie vorher. Hier kam mir der Turnschuh-Wanderer entgegen, der es leider aufgrund des falschen Schuhwerks nicht ganz bis auf dem Gipfel geschafft hatte. Danach begann der letzte, zunächst auch noch nicht sonderlich steile Abschnitt durch den Schnee. Selbst hier oben war dieser aufgrund der hohen Temperaturen mittlerweile sehr weich. Kurz vor dem letzten steilen Aufstieg zum Gipfelgrat wurde es nochmals etwas flacher und ich beschloss, mich nun doch des Rucksacks zu entledigen, und drückte ihn neben der Spur in den Schnee, denn die letzten ca. 50 m erschienen mir doch etwas luftig, also stapfte ich nur noch mit Stöcken und Hüfttasche hinauf. Dort wird es dann auch immer schmaler und kurz vor’m Gipfel musste ich sogar noch kurz „Schlange stehen“, da oben nicht mehr als 4-5 Leute Platz haben.

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 Betreff des Beitrags: Re: Wanderbericht: Schweden 2008: Kebnekaise
BeitragVerfasst: 14. Oktober 2008 12:42 
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Um 15:20 Uhr stand ich endlich auf dem höchsten Punkt Schwedens und genoss die atemberaubende Aussicht über den Grat auf die etwas tiefer gelegene Nordspitze sowie die umliegende Berglandschaft. Außer mir waren noch 3 Gipfelstürmer anwesend, der eine machte sich nun auch gleich an den Abstieg. Ich fing an zu knipsen (analog), und dabei fiel mir ein, dass der Film ja fast zu Ende war und die anderen Filme unten im Rucksack verstaut waren, aber ein paar Fotos konnte ich noch machen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wanderbericht: Schweden 2008: Kebnekaise
BeitragVerfasst: 14. Oktober 2008 12:42 
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Dann schickte ich natürlich ein paar SMS nach Hause und nach insgesamt ca. 15 Minuten stieg ich wieder ab. Vereinzelt kamen immer noch Leute hinaufgekrochen. Am Rucksack angekommen, holte ich die Tüte mit den Filmen aus der Seitentasche und legte gleich einen neuen ein, um hier noch weitere Bilder von der Umgebung zu schießen. Dann zog ich den Rucksack auf, krempelte die Hosenbeine herunter (aufgrund der Hitze hatte ich sie schon vor Stunden bis kurz unter die Knie hochgeschoben) und rutschte recht zügig durch den Schnee bergab.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wanderbericht: Schweden 2008: Kebnekaise
BeitragVerfasst: 14. Oktober 2008 12:46 
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Um 16:20 Uhr erreichte ich die Hütte und stellte meinen Rucksack hinein. Eine Familie hatte sich dort für eine Weile breit gemacht, ich unterhielt mich etwas mit ihnen, bevor sie aufbrachen und den Abstieg in Angriff nahmen. Ich plauderte auch draußen noch mit einigen Leuten, von denen mehrere schätzten, wohl gegen Mitternacht an der Fjällstation anzukommen. Einige Wanderer hatten jedoch ihr Zelt am Kittelsjön stehen und somit einen etwas kürzeren An- und Rückmarsch. Um 18 Uhr legte ich mich schon etwas auf die Pritsche, da ich nun doch recht erschöpft war, draußen wurde es langsam ruhiger und bald war kein Mensch mehr zu hören.
Ich döste wohl etwas vor mich hin, hörte aber nach 20 Uhr plötzlich Schritte und das Klappern von Wanderstöcken auf die Stugan zu kommen. Das machte mich dann doch neugierig und ich stand auf, zog mir die Fleecejacke über und ging nach draußen. Mittlerweile war es hier oben recht frisch geworden, doch leider habe ich vergessen, mein kleines Thermometer nach draußen zu hängen. Etwas unterhalb der Hütte saß ein etwas älterer Mann und aß gerade eine Kleinigkeit. Wir unterhielten uns kurz und es stellte sich bald heraus, dass er zwar Schwede war, aber seit geraumer Zeit in München wohnte, so dass wir auf Deutsch weiter sprachen. Wir unterhielten uns noch eine Weile über’s Fjällwandern und die schöne Aussicht und kurz nach 21 Uhr brach er auf, um über den Östra Leden (!) zur Fjällstation abzusteigen. Ich legte mich um ca. halb 10 wieder in den Schlafsack. Zunächst schlief ich etwas unruhig, wachte mehrfach auf, doch ab ca. 2 Uhr schlief ich endlich richtig durch.

(Fortsetzung folgt)


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Dateikommentar: Blick von der Toppstugan in Richtung STF-Fjällstation
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Dateikommentar: Alte Toppstugan
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 Betreff des Beitrags: Re: Wanderbericht: Schweden 2008: Kebnekaise
BeitragVerfasst: 14. Oktober 2008 15:07 
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Sápmi hat geschrieben:
Um 15:20 Uhr stand ich endlich auf dem höchsten Punkt Schwedens und .... Ich fing an zu knipsen ...


Wirklich atemberaubende Bilder :smt023

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Hej då Rwitha

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Komm wir essen Oma


Satzzeichen können Leben retten! :smt006


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 Betreff des Beitrags: Re: Wanderbericht: Schweden 2008: Kebnekaise
BeitragVerfasst: 15. Oktober 2008 16:37 
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Wandertag 3:

Am nächsten Morgen stand ich um ca. halb 6 auf und stellte beim Blick aus dem kleinen Fenster freudig fest, dass draußen die Sonne schien. Ich schritt vor die Tür und wurde abermals von dem tollen Panorama überwältigt, das ich nun – im Gegensatz zum Vortag – ganz für mich alleine hatte. Weiter unten war noch ein Teil des Tals unter Wolken versteckt, auch ein Stück Tuolpagorni sowie der Sattel waren in Watte gehüllt, die zunächst etwas hochstieg, doch dann langsam nach Osten abzog. Die Aussicht war nun wirklich genial, im Hintergrund diverse Berggipfel, und dazu die Stille. Über Nacht muss es deutlichen Frost gegeben haben, denn der Schnee war überall stark vereist.
Ich packte bald meine Sachen und marschierte um halb 7 los, zunächst hinüber zur neuen Toppstugan, wobei die Fußstapfen vom Vortag auf den Schneefeldern auch ganz glatt gefroren waren, so dass ich nicht ganz so zügig hinüber kam und z. T. auf’s Geröll auswich. 10 Minuten später hatte ich jedoch die andere Hütte erreicht und begab mich nun gleich an den bald steiler werdenden Abstieg.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wanderbericht: Schweden 2008: Kebnekaise
BeitragVerfasst: 15. Oktober 2008 16:38 
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Noch bevor ich die Wasserstelle oberhalb des Kaffedalen erreicht hatte, kamen mir bereits die ersten Gipfelstürmer entgegen. An besagtem Plätscherbach rastete ich ziemlich lange, trank viel und füllte die Flaschen wieder auf. Auf der anderen Seite des Kaffedalen musste ich nun natürlich nochmal 200 Höhenmeter hochkraxeln, was zwar meine Fußsohlen etwas entlastete, mich dafür aber wieder ganz schön aus der Puste brachte, immerhin brannte auch heute wieder die Sonne uneingeschränkt vom wolkenlosen Himmel. Von der anderen Seite kamen nun immer mal wieder Wanderer in Richtung Gipfel entgegegen. Kurz bevor ich wieder die Steinmännchen-Clique erreichte, entdeckt ich noch eine Art „Wasserhahn“ mitten in der Felswüste, den ich am Vortag völlig übersehen hatte. Hier machte ich natürlich abermals eine Trinkrast.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wanderbericht: Schweden 2008: Kebnekaise
BeitragVerfasst: 15. Oktober 2008 16:39 
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Hinter der Bergkuppe wartete dann schon wieder der nächste, extrem steile Abstieg auf meine bereits mittelmäßig geplagten Fußsohlen. Über große Strecken musste an diesen Hängen wirklich jeder Tritt sitzen, auf dem gesamten Weg bin ich dennoch insgesamt 4 mal gerutscht, natürlich immer beim Bergabgehen, 2 mal davon auch mehr oder weniger auf dem Boden gelandet, aber glücklicherweise immer sanft genug und ohne den geringsten Kratzer. Als ich den Sattel erreicht hatte, beschloss ich, nicht über das steile Schneefeld abzusteigen, sondern rechts davon über Fels und Geröll nach unten zu kraxeln – genau genommen verlief auch dort die Wegmarkierung. Stellenweise war diese Variante dann auch ziemlich anstrengend, zwar nicht so steil wie vorher, da man z. T. eher schräg nach rechts queren konnte, aber dafür gab es ein paar heikle Stufen. Am Ende ging es durch etwas leichteres Geröll, nun wieder auf demselben Pfad wie beim Aufstieg, zum Fluss hinunter. Diesmal schaffte ich es, diesen mit Schuhen zu überqueren, ohne dabei allzu nass zu werden.
Nun wurde das Gelände wieder flacher, aber meine Fußsohlen hätten wohl auch nicht mehr viele weitere steile Abstiege mitgemacht. An einem der Seitenflüsse legte ich noch eine gemütliche Pause ein, doch die Hitze war natürlich mittlerweile auch unerträglich. Das letzte Stück zur Fjällstation zog sich dann noch ziemlich in die Länge, aber ich hatte ja genügend Zeit und kam insgesamt wieder auf 90 Minuten Pause.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wanderbericht: Schweden 2008: Kebnekaise
BeitragVerfasst: 15. Oktober 2008 16:41 
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Die Fjällstation erreichte ich um 10 nach 1 und flüchtete gleich unter’s Dach des Servicegebäudes, denn Sonne hatte ich nun wirklich genug abbekommen. Und hier unten im windstillen Tal und um die Mittagszeit brannte der Stern ganz besonders gnadenlos herab. Ich stellte meinen Rucksack ab und zog als erstes die Stiefel aus und die Sandalen an. Meine Isomatte brachte ich schon ins Zelt., danach lief ich hinunter ins Hauptgebäude, stellte meine Stiefel wieder im Vorraum ab und holte meine Tüte aus dem Gepäckraum. An der Rezeption bezahlte ich abermals die Servicegebühr von 90 Kronen, bevor ich alle meine Sachen in den Eingang zur Selbstversorgerküche im Servicegebäude schleppte. Dort konnte ich nun in Ruhe meine Sachen sortieren und begab mich dann als erstes in die Dusche! Bei dieser Gelegenheit wusch ich auch mein Wanderhemd und hängte es zusammen mit dem Handtuch im Trockenraum auf, bevor ich mich ans Essenkochen machte. Diesmal verschlang ich gleich ein ganzes Tütengericht (Spaghetteria oder so) auf einmal.


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Dateikommentar: Zeltplatz
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 Betreff des Beitrags: Re: Wanderbericht: Schweden 2008: Kebnekaise
BeitragVerfasst: 15. Oktober 2008 16:43 
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Ein Ehepaar, das am Vortag noch etwas nach mir zum Gipfel aufstieg (die Frau, die vorher Schwierigkeiten hatte, den einen Fluss zu überqueren) begegnete mir dort wieder. Wir unterhielten uns etwas und es stellte sich heraus, dass sie aus Finnland kamen. Sie erzählten, dass sie letztendlich erst um 3 Uhr morgens die Fjällstation erreicht hatten. Dann hatten sie natürlich nochmal hier übernachtet und würden sich gegen Abend mit dem Helikopter zurück nach Nikkaluokta fliegen lassen.
Als ich mit dem Essen fertig war, deponierte ich meinen Rucksack wieder im Gepäckraum des Hauptgebäudes. Danach machte ich noch einen kleinen Spaziergang zur Brücke „Elsas Bro“ weiter unten, anschließend schnappte ich mir meine restlichen Schlafutensilien und legte mich bereits gegen halb 9 ins Zelt.

(Fortsetzung folgt)


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 Betreff des Beitrags: Re: Wanderbericht: Schweden 2008: Kebnekaise
BeitragVerfasst: 16. Oktober 2008 18:59 
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Wandertag 4:

Am nächsten Morgen maß ich 8 Grad im Zelt und stand bereits um 5:15 Uhr auf, da ich einen einigermaßen straffen Zeitplan für diesen Tag hatte. Ich wollte auf jeden Fall den ersten Bus von Nikkaluokta nach Kiruna bekommen, um noch am selben Tag weiter nach Karesuando fahren zu können. Um dies halbwegs stressfrei zu schaffen, hatte ich beschlossen, den 19 km weiten Wanderweg um gut 5 km abzukürzen, indem ich die Bootsfahrt über den Laddjujávre in Anspruch nahm. Ich begann also gleich, das Zelt auszuräumen, brachte einen Teil der Sachen bereits in den Gepäckraum und nahm dann den Rucksack mit hoch, zog im Vorraum die Stiefel an und deponierte erst mal das ganze Gepäck am Servicegebäude, wo ich auf einer Bank nach und nach alles in den Rucksack packte. Vorher baute ich das Zelt ab, die leicht feuchten Zeltplanen breitete ich auf einem Tisch in der Sonne aus, bevor ich es als Letztes an den Rucksack packte. Auch ein paar vereinzelte andere Wanderer waren schon am Packen und zogen z. T. in die andere Richtung los.
Um 6:45 Uhr schlug ich also den Weg in Richtung Nikkaluokta bzw. in Richtung Bootssteg ein. Schon von Anfang an war es mal wieder zu heiß. Zunächst war ich ganz allein unterwegs, doch bei der zweiten Rast wurde ich schon von ein paar Leuten überholt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wanderbericht: Schweden 2008: Kebnekaise
BeitragVerfasst: 16. Oktober 2008 19:03 
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Schon gegen halb 10 kam ich am Bootssteg an. Dort standen bereits einige Leute am Seeufer und ich hoffte, dass das Schiffchen auch groß genug für alle sein würde, denn nach und nach erreichten immer mehr Wanderer den Steg. Kurz vor 10 kam das Boot an, eine ganze Menge Leute stiegen aus und wir gleich ein – wobei eine Handvoll dann doch zurück bleiben musste, denn das Schiff war inkl. Gepäck bald proppenvoll.
Bei anhaltend blauem Himmel schipperten wir durch die Buchten und dann über den offenen See und kamen kurz nach halb 11 am anderen Ufer an. Mittlerweile war es wirklich sauheiß und die Zeit wurde knapp, da ich nun noch gut 5 ½ km zurückzulegen hatte. Den Rentierburger bei LapDånalds konnte ich mir allerdings trotzdem nicht verkneifen, soviel Zeit musste sein.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wanderbericht: Schweden 2008: Kebnekaise
BeitragVerfasst: 16. Oktober 2008 19:06 
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Dateikommentar: LapDånalds (ganz rechts)
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 Betreff des Beitrags: Re: Wanderbericht: Schweden 2008: Kebnekaise
BeitragVerfasst: 16. Oktober 2008 19:07 
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Doch länger hielt ich mich nicht auf, sondern marschierte bereits um 10:45 Uhr weiter. Ich machte nun nur noch 2 kurze Trinkpausen und um 12:15 Uhr kam ich endlich in Nikkaluokta an. Ich steuerte sofort auf die Rezeption zu, stellte innen den Rucksack ab, holte den Schlüssel für’s Gepäckfach, bezahlte die Aufbewahrungsgebühr, kaufte nebenan noch schnell ein paar Postkarten, lief zum Gebäude mit den Schließfächern hinüber, holte meine Sachen heraus und brachte den Schlüssel wieder zurück. Dann ging ich noch schnell auf die Toilette und füllte am Waschbecken eine Trinkflasche auf, bevor ich den Rucksack wieder aufsetzte und zur Bushaltestelle stapfte. Der Bus stand schon da und war bereits voll. Doch ein zweiter Bus kam kurz darauf an und auch hier stiegen ziemlich viele Passagiere zu, das Warten in der Schlange war aufgrund der Gruselhitze eine echte Tortur.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wanderbericht: Schweden 2008: Kebnekaise
BeitragVerfasst: 16. Oktober 2008 19:11 
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Um 12:40 Uhr fuhr er endlich planmäßig ab und kam etwas nach halb 2 am Busbahnhof von Kiruna an, wo ich mein Gepäck nur noch zur anderen Haltestelle schleppen musste, wo der nächste Bus um 14 Uhr in Richtung Karesuando startete. Zum Glück befindet sich das Busterminal in Karesuando direkt neben dem Hotel, in dem man die Schlüssel für das gegenüberliegende Wanderheim bekommt. Etwas nach 17 Uhr stieg ich dort aus und kurz darauf konnte ich endlich meine Sachen im Zimmer abladen. Ich hatte diesmal ein 4-Bett-Zimmer, aber wie immer war ich dort allein. Es gab allerdings tatsächlich noch mehrere andere Gäste in der Herberge. Ich breitete meine Sachen aus, u.a. wickelte ich die Zeltplanen nochmals auf, da ich diese am Morgen noch halb feucht hatte einpacken müssen. Der nächste Weg ging in die Dusche, dann in die Küche, usw. Alles in allem wurde ich an diesem Abend nicht mehr sonderlich alt, sondern legte mich schon kurz nach 8 schlafen.

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Am nächsten Tag ging die Reise weiter über Finnland nach Kautokeino, wo ich ein paar Tage ausspannte und mich wie üblich mit Rentierfleisch mästen ließ. :lol:

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