Waldorf KiGa und Schule hat jemand Erfahrung?

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blueII
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Re: Waldorf KiGa und Schule hat jemand Erfahrung?

Beitragvon blueII » 22. Oktober 2008 19:24

janaquinn hat geschrieben:
Für unsere Tochter suchen wir auch einen Waldorfkindergarten, da ich denke, dass sie dort gerade mit ihrer Sprachrückstand sehr gut aufgehoben sein wird.

LG JANA


Lustig, das Du das mit der Sprache erwähnst. Wir haben damals in Deutschland mehr zufällig einen Waldorfkiga ausgesucht, es war mehr eine Bauchsache und ich wußte zu der Zeit nicht viel über diese Philosphie.
Waldorf erzieht ja mehr durch "Handeln" und Vorleben als durch lange Erklärungen und Anweisungen.
Unsere Kleine hatte auch riesige Rückstände in der deutschen Sprache.
Als ich bei der Probewoche bemerkte wie "wenig" die Erzieher mit den Kindern sprechen, dachte ich schon einen riesen Fehler gemacht zu haben. Aber ich war überrascht, mit riesen Schritten hat sie in kürzester Zeit fast alles aufgeholt. Und auch hier in Schweden macht sie tolle Fortschritte in schwedisch.
Ich bin auch mal dem Link zu Yannic´s Schule gefolgt, das ist ja wirklich klasse dort. Herzlichen Glückwunsch, dass ihr nun dort einen Platz gefunden habt. So wird sich ja bald alles wieder zum Besten regeln.

Aber ein wenig weine ich dem deutschen Kiga nach. Ein noch so gutes Konzept steht und fällt nunmal mit dem Personal und Eltern. Der hier in Schweden ist zwar auch wunderschön und ich bin grundsätzlich zufrieden, richtig Klasse war der aber in unserem Dörfchen in der Eifel.

Damit komme ich auch zu Sinlalu´s/Silke.
Montessori ist auch ein gutes Konzept und aufgrund der näheren Entfernung habe ich mir hier einen angeschaut. Es war alles toll, aber als plötzlich eine Tür auf ging und den Blick in einen verdunkelten Raum freigab, in dem Kinder vor einem Fernseher saßen, habe ich schnell Abstand genommen.
Das war mir dann doch zu suspekt. Video gucken im Kiga :twisted: und draußen lag der tollste Neuschnee.... :shock:
wie Du schon selber mal gesagt hast, es liegt immer an den Menschen, aus guten Konzepten auch was Gutes zu machen.

Liebe Grüße
Heike

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Re: Waldorf KiGa und Schule hat jemand Erfahrung?

Beitragvon sinlalu » 22. Oktober 2008 19:39

blueII hat geschrieben:Damit komme ich auch zu Sinlalu´s/Silke.
Montessori ist auch ein gutes Konzept und aufgrund der näheren Entfernung habe ich mir hier einen angeschaut. Es war alles toll, aber als plötzlich eine Tür auf ging und den Blick in einen verdunkelten Raum freigab, in dem Kinder vor einem Fernseher saßen, habe ich schnell Abstand genommen.
Das war mir dann doch zu suspekt. Video gucken im Kiga :twisted: und draußen lag der tollste Neuschnee.... :shock:
wie Du schon selber mal gesagt hast, es liegt immer an den Menschen, aus guten Konzepten auch was Gutes zu machen.

Liebe Grüße
Heike


Aua - ist das übel! Das hat nichts mit Montessori zu tun, sondern wohl mit der Faulheit der Erzieherinnen! Ein Fernseher gehört überhaupt nicht in einen Kindergarten!!! :twisted:

Liebe Grüße Silke
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Re: Waldorf KiGa und Schule hat jemand Erfahrung?

Beitragvon Waldorf-Salat » 22. Oktober 2008 21:21

Ach, so ungefähr jede Schule in Schweden ist ja eine Waldorf-Schule, wenn man vom Flummigkeitsgrad und Wischi-Waschi-Faktor und nicht vorhandenen Anforderungen ausgeht. Und gegenüber einer schwedischen Waldorfschule (auf die die Enkelkinder eines guten Freundes gehen) ist ja eine deutsche Waldorfschule (auf der ich selbst war) richtig streng. Hier in Schweden sind die Anforderungen n o c h niedriger. Noch viel niedriger als auf einer normalen Schule in Schweden, falls das überhaupt möglich ist.

Wer nur aus ästhetischen Gründen seine Kinder auf eine Waldorfschule verfrachten will: In Deutschland sind sie schöner und der Adventsbasar ist besser.

Waldorf

Re: Waldorf KiGa und Schule hat jemand Erfahrung?

Beitragvon Waldorf » 22. Oktober 2008 21:35

Hallo

oftmals muss man sich die Frage stellen, ob die Kids trotz oder wegen der Schule im Leben mal zurechtkommen. Manchmal hat man den Eindruck, dass Schultypen nach dem starken Willen der Eltern ausgesucht werdne, und die armen Gören müssen das ausbaden, gefragt werden sie ja eh nicht.

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Re: Waldorf KiGa und Schule hat jemand Erfahrung?

Beitragvon Aelve » 23. Oktober 2008 08:04

Hallo Ihr Waldorf-Angemeldeten,

Manchmal hat man den Eindruck, dass Schultypen nach dem starken Willen der Eltern ausgesucht werden, und die armen Gören müssen das ausbaden, gefragt werden sie ja eh nicht.

Uns hat man eine Waldorfschulbildung unseres Sohnes vereitelt, da der Rektor meinte, wenn er den Test besteht, dann wird er eingeschult - auch gegen unseren Willen.
Ich nehme die Bildung unserer Kinder sehr ernst, wir haben jeden Elternabend besucht, haben alles angeschafft, was von Schule verlangt wurde. Leider mußten wir bei zwei Kindern feststellen, dass in den öffentlichen Schulen Deutschlands die Kinder, die etwas aus dem Rahmen fallen, sträflich schlecht behandelt werden. Und da ich 15 Jahre dem Legasthenieverband angehörte, zuerst als Hilfesuchende und später als ehrenamtliche Helferin, weiß ich wovon ich spreche. Ich könnte Bücher schreiben über die Klagen der Eltern, die sehr engagiert waren, aber bei den Lehrkräften gegen Wände liefen, nur weil sie das System verbessern wollten.

Und ich hatte und habe heute noch oft das Gefühl, dass es Leute gibt, die denken, dass Eltern ab Schulzeit nicht mehr mitzureden haben was die Bildung der Kinder betrifft, aber sie dürfen zuhause die Arbeit der Lehrkräfte erledigen. Lehrkräfte sind der Meinung, dass sie die Kinder am besten einzuschätzen in der Lage sind und das obwohl sie sich oft nicht mal die Namen der Kinder einer Klasse merken können. Es ist egal, ob die Elternteile selber sehr gute Ausbildungen haben, sehr schwere und allgemein anerkannte Berufe ausüben, nein bei den Schülern haben immer die Lehrkräfte Recht. Und ich könnte Seiten schreiben über Lehrkräfte, die nur ihr Privates im Kopf haben und wie sie möglichst ohne viel Arbeit (mit den dummen Kindern von aufmüpfigen Eltern) durchs Leben kommen. Kritik können sie überhaupt nicht vertragen, dafür umso mehr Kritik an ihren anvertrauten Schülern üben.

Ich will aber trotz, dass ich (bis auf die Privatschule) nur schlechte Erfahrungen sammeln mußte, nicht alle Lehrkräfte über einen Kamm scherren, sicherlich gibt es auch Lehrkräfte, die ihrer Aufgabe gewachsen sind, die für ihre Schüler nur das Beste wollen, diese Lehrkräfte achte ich außerordentlich.

Gerade findet in Deutschland wieder die Schuldebatte statt, dass die Bildung in Deutschland sich verbessern muß, im Fernsehen wurde gestern gezeigt, dass Angela Merkel fordert, dass den Kindern in Deutschland bessere Chancen eingeräumt werden sollen. Endlich wird das Problem, was über Jahre so dahin dümpelte, in Frage gestellt und offen zugegeben, dass es ein Fiasko ist.

Selbst mittelständische türkische Mitbürger schicken ihre Kinder in Berlin auf eine Privatschule, damit diese etwas Ordentliches lernen sollen und Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben.
Es wurde im Fernsehen gestern auch gezeigt, wie Schule in den 50 er Jahren lief und wie jetzt, plötzlich sollen Mädchen und Jungen in bestimmten Fächern wieder getrennt werden, um ihren Begabungen gerecht zu werden, denn Jungen trauen sich oft nicht gegen Mädchen zu konkurieren, da ihre Begabungen nicht im sprachlichen Bereich sondern im mathematischen Bereich liegen. Da sieht man wieder, dass viele Dinge, die früher in meiner Schulzeit gut liefen, zugunsten schlecht laufendem Unterricht eingetauscht wurden. Und wenn man als Eltern, die diesen schlechten Unterricht nicht mit tragen wollen, dann für die eigenen Kinder eine bessere Bildung anstrebt, dann ist auch dieses einigen Lehrkräften ein Dorn im Auge, denn wie ich sagte, kritikfähig sind Lehrkräfte im Allgemeinen nicht.
Wie ich schon in einem anderen posting schrieb, denke ich allerdings auch, dass Schüler in Schweden schon individuell gefördert werden, der vorhandene Notendruck wird anfangs nicht ausgeübt. Den Lehrkräften sind die Kinder wichtiger als ihre Moneten, sie arbeiten auch für weniger Geld als ind Deutschland, da muß schon viel Freude und Engagement am Beruf dahinter stecken.

Grüße Aelve
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Re: Waldorf KiGa und Schule hat jemand Erfahrung?

Beitragvon Susan » 23. Oktober 2008 21:11

Hallo!

Natürlich suchen die Eltern die Schule aus. Ein zw. 6 u. 7 Jahren altes Kind zu fragen auf welche Schule es denn gerne gehen möchte, grenzt meines Erachtens an Überforderung des Kindes.

Ich bin schon auch der Meinung daß das Schulssysthem in Schweden dem der Waldorfschule ähnlich ist, mir fehlen aber trotzdem ein paar Dinge so wie z.Bsp. der Rhytmus der Jahreszeiten , die Monatsfeiern und das Eintauchen und die Verbindung mit allen Dingen die gelernt und getann werden.

Es kan auch sein das dieses Gefühl daher rührt, daß wir die Sprache noch nicht so richtig beherrschen. Da geht halt leider auch immer ein bischen verloren.

Waldorf

Re: Waldorf KiGa und Schule hat jemand Erfahrung?

Beitragvon Waldorf » 23. Oktober 2008 21:58

@Aelve

Aelve, ich stimme dir in allem uneingeschränkt zu ausser im letzten Absatz.

Sicher gibt es in S den Anspruch, für alle Kinder individuelle Lehrpläne zu erstellen. In der Praxis geht das leider fast nie. In fast jeder Klasse gibt es 3-5% Kinder, die extreme eigene Probleme haben und die gesamte Aufmerksamkeit der Lehrer beanspruchen. Das nehmen die den anderen Kindern weg. Die Lehrer haben dann einfach keine Zeit mehr, sich um die "normalen" Kinder zu kümmern.

Aus dem Hungerlohn der Lehrer in S was ideales zu stricken im Sinne von die haben idealvorstellungen usw. ist völliger Quatsch. Die Lehrer sind arme überforderte Schweine, die sich in diesem System rumschlagen müssen und das beste draus machen. Und da das Gehalt so niedrig ist, werden nicht unbedingt die besten Leute Lehrer, sondern oft die, die nichts anderes hinkriegen. Ich weiss das aus eigener Erfahrung.

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Re: Waldorf KiGa und Schule hat jemand Erfahrung?

Beitragvon Aelve » 24. Oktober 2008 10:02

Hallo Waldorf,

melde Dich doch hier an, dann können wir uns noch besser austauschen.

Es mag sein, dass in Schweden auch Eltern oder ungelernte Kräfte mit Aufgaben in den Schulen betreut werden. Ich kann es nicht beurteilen, ob das besser oder schlechter ist. Aber ich denke, dass auch praktische Erfahrungen wertvoll sind und kann mir denken, dass es einige Bereiche wie Kochen, Werken oder Handarbeit gibt, die auch von Kräften gelehrt werden können, die kein Studium absolviert haben.
Dass die Schüler in Schweden ein leichteres Leben als in Deutschland vorfinden, mag auch damit zusammenhängen, dass in Schweden eine große Kinderfreundlichkeit herrscht. Anders als hier in Deutschland, wo man einerseits Zuwachs an Geburten haben möchte aber andererseits die Familienfreundlichkeit doch sehr niedrig ist - nicht umsonst sind schon mehrere Urteile für eine besser Familienversorgung vom Bundesgerichtshof ergangen.
In Schweden wird in vielen Bereichen für Kinder und für Familien mehr getan, sei es in Restaurants, wo es für Kinder spezielle Angebote gibt oder bei Vergnügungsparks, wo Kinder einen sehr niedrigen Preis bezahlen. Den Schweden sind Kinder, nach meiner Auffassung, viel wert und das vermisse ich in Deutschland und dazu zählt für mich (auch volkswirtschaftich gedacht) eine gute Bildungspolitik, die alle Kinder mitnimmt und ihnen gute Berufschancen ermöglicht.

Grüße Aelve
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Re: Waldorf KiGa und Schule hat jemand Erfahrung?

Beitragvon janundnicole » 5. Januar 2009 19:08

Vielen Dank Janaquinn dein Link hat mir sehr geholfen. Sind tolle Schulen und Kindergärten dabei.

LG Nicole :wink:
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