Waffenrecht in Schweden

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olli1000

Re: Waffenrecht in Schweden

Beitragvon olli1000 » 20. Mai 2014 21:17

Also die aussage das nur berufsjäger eine pistole haben dürfen ist mehr als falsch.
ich selber bin waffenhändler.
aber es ist so.
ein jäger darf langwaffen egal ob gezogen oder gedreht " büchse /flinte ohne mindest beschränkung besitzen.
dazu darf er 2 kurzwaffen besitzen.
wobei die kurzwaffen eine zusätzliche eintragung in die wbk und einen berechtigung zum erwerb der munition.
so reicht der jagdschein aus zum erweb jeglicher munition zum verschuss gängiger jagdmunition. auch ohne eintragung.
schweden hat die besonderheit das mit kauf eines grundstückes auch das jagt und fischerei recht übertragen wird,
dieses aber nur in ländlichen gegenden . sprich nord oder mittel schweden. mit mindestens 2 h grundfläche

Shweizer Schütze

Re: Waffenrecht in Schweden

Beitragvon Shweizer Schütze » 24. November 2016 23:43

Ich möchte auch noch kurz Stellung nehmen. In meinem Vaterland, der schönen Schweiz liegt die "Waffen"-Dichte auf 4-5Stück/Einwohner. Sportschützen gibt es ungefähr 250 000, verteilt auf diverse Vereine und Sportarten. Von diesen Sportarten sind die Disziplinen des Ordonnazschiessens (Pistole 25m, 50m und Gewehr liegend 300m) die beliebtesten und gelten bei uns zum Breitensport, auch wenn es ein Nationalkader gibt, das an CISM Wettkämpfen teilnimmt. Dies sogar sehr erfolgreich! Ordonnazschiessen, wie der Name bereits sagt wird mit Ordonnazwaffen, also Dienstwaffen (Militärwaffen) und ex Dienstwaffendes Schweizer Militärs durchgeführt (und Waffen ähnlichem Kalibers (Standardgewehre)). Alle diese Geräte sind, bei den Pistolen meist 9mm Parabellum und bei den Gewehren spalten sich die Verwendeten Geräte in 5,6mm (.223 Remington) und 7,5x55mm Swiss, "Grosskaliber".

In der Schweiz ist es keine Pflicht einen Tresor von Gewicht zu haben, es wird lediglich verlangt seine Geräte wegzuschliessen. Waffen von gewisser Natur (von Baskül bis Halbautomaten diverser Hersteller) kann man mit einem Erwerbschein kaufen. Dieser wird nach Sicherheitsprüfung durch die Polizei zugestellt und bedarf in den meisten Fällen keiner zusätzlichen Unterlagen.
Auch Munition zu diesen Geräten kann zu Hause aufbewahrt werden. Bis auf die Munition der Ordonnazwaffen, diese wird auf dem Schiessstand bezogen und verbraucht (Was aber andere Geräte gleichen Kalibers nicht einschliesst). Dies jedoch nicht aus Sicherheitsgründen, auch wenn dies oft behauptet wird, sondern weil der Bund Hortungen verhindern will, da er fürchtet ihm gehe die Munition aus.

Also haben wir eine Waffendichte wie in den USA, ohne Panzerschrankverwahrung, wie in Deutschland und gepaart mit Munition. Doch gleichzeitig haben wir eine der geringsten Kriminalitätsraten auf dem Planeten. Wieso ist das so?

Ganz einfach, die Schweiz ist ein föderalistischer Staat, was heisst, dass die Entscheidung über jeglichste politischen Belange des Lebens geteilt sind. Von Bürger zu Dorf, von Dorf zu Gemeinde, von Gemeinde zu Kanton, von Kanton zu Bund und von Bund zum Rest der Welt. Dadurch kann jedes Problem des Zusammenlebens geklärt und zur allgemeinen Zufriedenheit gebracht werden. Deswegen haben wir keine grosse Gangkriege oder Mafia-Organisationen. Natürlich auch weil der Bundesnachrichtendienst sehr effizient arbeitet.

Schweden und Deutschland sind sozialistische Staaten, auch wenn dies nicht geschrieben steht. Da wird von einer kleinen, unbedarfter Bürokratengruppe(Staat), weit ab von Rationalität geführt und befohlen. von Oben herab, egal ob Tausende dabei zurückbleiben. Daher brauchen diese Länder solche Gesetzte, um Verzweiflungstaten Einzelner zu verhindern, anstatt das Problem bei der Wurzel zu packen und das eigene System verträglicher zu gestallten.

Es gab kleine Amokläufe in der Schweiz bei denen unter 10 Passanten/Lauf ermordet wurden. Dies ist tragisch und unentschuldbar!

Ich als Sport- und Leistungsschütze bin dafür NICHT verantwortlich! Genauso wie jeder andere Sportschütze auf dieser Welt, in seinem Land. Meine Büchsen sind KEINE Waffen. Sie wurden nie zur Tötung oder Verletzung Anderer genutzt!

Schiesssport erfordert körperliche und psychische Höchstleistung! Jeder Sportler leistet viel um sich seine Leidenschaft zu ermöglichen. Uns dann diskriminirende Gesetze aufzudrücken, die nicht annähernd eine Lösung gegen die Gewalt darstellen und unser Leben zersört, durch Gebühren und Auflagen, die sich kein normalsterblicher Leisten kann, ist böswillig und inakzeptabel! Ja, Tote sind schlimm, aber ich lebe noch und es ist mein natürliches Recht, mein Dasein so zu verbringen wie es meiner Person bedarf! Das ist indiskutabel!

Ein Gerät für Taten von schlechten Menschen zu verurteilen ist schon an sich idiotisch und dann das Ganze auch noch einer komplett anderen Gruppe Menschen aufzulasten, das ist ja wohl die Höhe!

Beobachter

Re: Waffenrecht in Schweden

Beitragvon Beobachter » 7. April 2017 15:54

Werter Schweizer Staatsbürger, ich danke dir für diese klugen Worte. Genau das ist es, es wird in Deutschland von "oben herab" regiert. Es ist mittlerweile eine Scheindemokratie. Anstatt das Übel von Amokläufen zu erkunden und zu "bekämpfen" wird nur auf die Sportschützen gedroschen und Maßnahmen eingeleitet die nur den rechtschaffenden Bürger belasten. Es ist ja auch viel schwieriger und macht Arbeit, unser Sozialwesen zu stärken, Mobbing in de Schule, wie auch immer, zu unterbinden, wieder etwas für die Kinder und Familien zu tun. Unser System ähnelt immer mehr dem amerikanischen System, zumindest in gewissen Ebenen. Unsere Politiker sind faul und interessieren sich nicht für unsere Belange, die Belange des normalen Bürgers. Wir sehen es ja jetzt wieder. Im Wahljahr 2017 werden wieder Perlen vor die Säue geworfen und es wird wieder versprochen und letztendlich gelogen. Es dürfen nur nicht die Kumpels der Politiker, gutbezahlte Manager der oberen Chefetagen, belastet werden. Uns geht es ja soooo gut. Nur sieht von dem Wohlstand kaum einer etwas. Zumindest nicht bei sich selber. Liebe Schweizer, ihr seit auf jeden Fall zu beneiden!

mopsmok

Re: Waffenrecht in Schweden

Beitragvon mopsmok » 19. November 2017 04:28

in D ist als Sportschütze mit grüner Wbk 2 Kurzwaffen und 3 Langwaffen (Halbautomatisch bzw. Selbstladegewehre zugelassen. Mehr Geräte mit Sonderbegründung....Großkaliber oder Kleink ist egal, geht um funktion.
0,2 % der Vebrechen mit Schusswaffen werden von Berechtigten verübt....also eher die Ausnahme.
In Deutschland existieren ca 30 mio illegale Waffen und 10 mio Registrierte bei ca. 80 mio Bürger....
D ist ein Waffenland, (ob gut oder net)...
Die Waffenbesitzer (legal) sind stark geprüft und kontrolliert in D.
Also sehr vertrauenswürdig per Definition de Staates.
Gangster hingegen halten sich nicht an Gesetze --> = weniger legale Feuerwaffen in ziviler Hand = mehr Macht für Übeltäter.
außerdem..Die Waffensachkunde ist Basis als legaler Erwerber...d.h Kenntnis der Gesetze und Funktion bis in das kleinste Detail....
= sachkundig und über dem "normalbürger" gestellt, im Sinne der Strafbarkeit und Verantwortung der Verwendung in jedem Sinne
...Schütze ist gleich Schützer( Herleitung)... schützt also Ungeschütze Menschen aus Prinzip und Verantwortung von widerrechtlichen Geschenen oder Vorkommnissen...aus Überzeugung, Kenntnis und Stolz, auch ohne schusswaffe...also guter Mitbürger...
"lieber haben als brauchen, anstatt brauchen und nicht haben", aber sie sind da..
...die ist der Grundgedanke der Schützenvereine neben der sportlichen Leistung seit hunderten von Jahren in alles Kulturen....im Sinne Ersatzt für Staatsgewalt, aber geanuso kenntlich und meistens besser geschult in der Benutzung und Anwendung..(ehrliche eigene Erfahrung..fragt mich und ich nenne Beispiele)...
Nicht gegen den Staat, sondern für den Staat und Ordnung und Recht eines Jeden....kostenlos und mit Ehre, d.h. kurz gesagt Gutmensch, Schützer, Helfer und Freund für jeden im Falle des Falles....mit und für Gesetzt und für die Grundrechte in dem Land und Verfassung...
Waffenbesitzer sind die meist geprüftesten und kontrolliertesten Personen im Lande... per Polizei, Behörde und evtl Geheimdienste, wie Verfassungsschutz, Anwaltschaft und bundesweit, teilweise europaweit und gesamtheitlich in alles Fasetten....
also besteht bei Bestehen der umfangreichen Checks von keiner Seite Zweifel an der Zuverlässigkeit desjenigen..
es gibt kein Gefährdungspotenzial. Kontrolliertund, und zwar stark ( zurecht)und regelmäßig ( mindestens alle 3 Jahre).
Sschalldämpfer oder "sound suppressor" sind nicht , wie im Film, leise, sondern nur zu Benutzung inner Raums oder außerhalb, ohne hinderlichen Gehörschutz, da das Gehör für Gleichgewichtssinn und orientierung zuständig und relevant für Beherrschung der (jeder) Situation ist...
Es besteht kein "killer-effekt", sondern gesundheitliche Aspekte der Nutzung, ohne Schädigung in belaseten Situationen...Jagdlich, sportlich oder ander weits
....Geltendes Arbeitsgestzt = Gehörschutz verpflichtend ab 80 db....Dämpfer für Kurzwaffe Kal. 9mm para oder Langwaffe im GK > 130 bd....also nicht leise, sondern erträglich...
es besteht kein Tarneffenkt, sondern lediglich der Nutzen für Situation der verantwortungsvollen und haftenden Person,in allen gegebenen und möglichen Szenarien ohne Verlust des Gehörs oder Gleichgewichtssinn ( Steuerung über Gehör)....
Keiner möchte möglichst böse, sondern am besten für Jeden und alles (im einsatzbereich einer Feuerwaffe) sein...zum Zwecke des Guten für Mitbürger und Schutz des eigenen Lebens und unversehrheit, wobei dies an letzer Stelle des Kundigen steht....
immer, aus eigener langjähriger Erkenntnis.
Selbe Prinzipen wie Soldaten nur zivil eingebunden.
"No difference, ."...
Das Leben des undigen Schützen/Besitzer für das Wohle der wehrlosen oder Benachteiligten aus Stolz und Prinzip.

Nicht arrogant, sondern selbstlos,
denn die Polizei klärt Straftaten oder Vergehen NACH geschehen auf, aber der Betroffene ist verantwortlich für den Ausgang der Situation im ersten Schritt.
Die Behörde momentan kann leider wenig verhindern, ohne Abwertung, dafür im besonderen maße stehen Besitzer oder Sachkundige freiwillig und mit Überzeugung ein,
sogar mit dem eigenen Leben,
Gesundheit oder Wohlbefinden.
Es gibt kaum eine höhere Bereitschaft für die Mitmenschen.
Lasst doch die Faszination des Einzelnen nicht den Zweck und Vorteil überwiegen..
gute Menschen respektieren Gesetzte aber Schlechte nicht...wenn keiner mehr etwas in dieser Richtung besitzen darf , sind wir als Ganzes wehrlos und ausnutzbar....
Schützen in jedem Sinne sind nichts Schlechtes, sonder etwas Positives, aber leider nötig, denn Idealismus ist toll und erstrebenswert, aber nicht an der Tagesordnung des Geschehen...
Österreich: --> relativ lockeres Waffengesetzt, weniger Straftaten und Bevölkerung ist geschult...positiver effekt ( eigene Recherche und Erfahrung ..umfangreichund langjährig)!
D. = harte Richtlinien und Bevölkerung entferemdet und reserviert...Steraftaten bleiben gleich und kaum verhinderbar....
Mit schusswaffen, kurz gesagt...der Zuhälter mit Maschinenpistole/ -gewehr hat das sagen, Kontrolle und Macht..nicht das Volk oder Exekutive, da verängstigt, unterdrückt und wehrlos..
Österreichist etwas anders und durch allgemeine "schulung" der Einwohner (kulturell) in Bezug auf Feuerewaffen geschützte und aklimatisierter,(wieder eigene intensive Erfahrung und Recherche)...
Waffen sind nicht schlecht...die Intention und Bildung macht den Unterschied....
...zum Schluss...Sportschützen gibt es seit hunderten von Jahren in fast jedem Dorf/Gemeinde.Damals galten geschulte Benutzer von Waffen (Bogen, Blankwaffen oder Feuerwaffen) als Garant der Unbewaffneten gegen jegliche Bedrogung...
Es ist heute immer noch so unter Schützen jeglicher Art, aber leider verkannt unter der Bevölkerung...Außnahmen sind nicht die Regel, wie Amokläufe oder ähnliche Anomalien duch rechtmäßige Besitzer, sonder bei weitem die Ausnahme.....
Lest die Kriminalstatisik in bezug auf Schusswaffen..ehrlich..jeder beliebigen Stadt...wenige Delikte durch Schusswaffen und eine fast verschwindend geringer Teil durch legale Nutzer ( ca. 0,2 % der Taten) d.h. Bsp. 1000 Vorkommnisse mit Waffen...2 davon mit legalen..(Erbe, Sport, Sammler oder Jagdlich)...
Sorry für Gramatik und Rechtschreibung..es ist spät und es geht um den Inhalt..und ja ich kann richtig schreiben bei Gelegenheit...checkt den Inhalt, nicht unbedingt die Form
Alles gute und bleibt gesund
MOK
PS.: Verzeiht die Verfehlung des Grundthemas, aber es musste mal raus..pech gehabt ;-)

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Re: Waffenrecht in Schweden

Beitragvon Auswanderer » 27. Dezember 2017 12:36

Shweizer Schütze hat geschrieben:Also haben wir eine Waffendichte wie in den USA, ohne Panzerschrankverwahrung, wie in Deutschland und gepaart mit Munition. Doch gleichzeitig haben wir eine der geringsten Kriminalitätsraten auf dem Planeten. Wieso ist das so?

Ganz einfach, die Schweiz ist ein föderalistischer Staat, was heisst, dass die Entscheidung über jeglichste politischen Belange des Lebens geteilt sind. Von Bürger zu Dorf, von Dorf zu Gemeinde, von Gemeinde zu Kanton, von Kanton zu Bund und von Bund zum Rest der Welt. Dadurch kann jedes Problem des Zusammenlebens geklärt und zur allgemeinen Zufriedenheit gebracht werden. Deswegen haben wir keine grosse Gangkriege oder Mafia-Organisationen. Natürlich auch weil der Bundesnachrichtendienst sehr effizient arbeitet.

Schweden und Deutschland sind sozialistische Staaten, auch wenn dies nicht geschrieben steht. Da wird von einer kleinen, unbedarfter Bürokratengruppe(Staat), weit ab von Rationalität geführt und befohlen. von Oben herab, egal ob Tausende dabei zurückbleiben. Daher brauchen diese Länder solche Gesetzte, um Verzweiflungstaten Einzelner zu verhindern, anstatt das Problem bei der Wurzel zu packen und das eigene System verträglicher zu gestallten.


Selten einen solchen Unsinn gelesen. Die USA und Deutschland sind sehr föderal, Schweden und Frankreich sehr zentralistisch. Ob föderal oder zentralistisch hat nichts mit sozialistisch oder kapitalistisch zu tun; man findet alle Kombinationen.
Alla dessa dagar som kom och gick, inte visste jag att det var livet.

---Stig Johansson

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Re: Waffenrecht in Schweden

Beitragvon Petergillarsverige » 27. Dezember 2017 16:52

Stimmt. Ich würde auch nicht in die USA reisen. Ein Land welches Entfernungen in Daumenbreiten, Fußlängen und Schritten misst. Jedes zivilisierte Land misst im metrischen System.
Schweden ist nicht nur ein schönes Land - das ist ein Virus!

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Re: Waffenrecht in Schweden

Beitragvon EuraGerhard » 28. Dezember 2017 23:50

Petergillarsverige hat geschrieben:Ein Land welches Entfernungen in Daumenbreiten, Fußlängen und Schritten misst. Jedes zivilisierte Land misst im metrischen System.

Dann würdest Du also Großbritannien auch nicht als zivilisiertes Land sehen, oder? :wink:

Wobei, zugegeben, seit dem Brexit-Votum habe ich da auch meine Zweifel ... :?

MfG
Gerhard

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Re: Waffenrecht in Schweden

Beitragvon vibackup » 29. Dezember 2017 11:50

Petergillarsverige hat geschrieben:Stimmt. Ich würde auch nicht in die USA reisen. Ein Land welches Entfernungen in Daumenbreiten, Fußlängen und Schritten misst. Jedes zivilisierte Land misst im metrischen System.

Dann geh mal hier in Schweden in einen Baumarkt und kauf Bretter.
Selbstverständlich redet man mit dem Verkäufer über Dimensionen in "tum" (Zoll)....
:smt064

Um aber mal auf das Thema zurückzukommen:
die Waffendichte an sich ist sicher ein Faktor, aber offensichtlich nicht der einzige. Auch die gesellschaftlichen Normen, die man eben nicht gesetzlich vorschreiben kann, spielen eine Rolle; ganz wichtig hier, inwieweit dem Staat als Inhaber des Gewaltmonopols vertraut wird, oder in welchem Ausmass Menschen ansehen, dass sie sich eigenmächtig Recht verschaffen müssen oder dürfen.
Dann haben kleine Länder Vorteile, weil eben Probleme als weniger komplex und leichter lösbar empfunden werden (und es oft ja auch sind), die Entscheidungen näher an den Betroffenen fallen und damit eher mitgetragen werden - was die Entscheidungen nicht notwendigerweise besser macht, aber eben die Loyalität erhöht.
Ein recht wichtiger Faktor ist jedoch die Ungleichverteilung von Vermögen; das Schaffen einer sich weitenden Einkommens- und Vermögensschere aus der Illusion, in der idealen Freiheit des Marktes habe jeder gleiche Chancen produziert leider Menschen, die sich (und nicht immer zu Unrecht) ständig zurückgesetzt fühlen, und von denen dann irgendwann ein Teil den Konsensus, sich an die übereinsgekommenen Regeln zu halten, aufkündigt.
Gleichzeitig ist der Egoismus die wichtigste Triebfeder für Entwicklung, es gilt hier also, einen guten Mittelweg zu suchen.
Einer der wichtigsten Faktoren für das konkrete Verüben von Gewalttaten generell sind jedoch Drogen und an ihrer Spitze Alkohol. Eine leichte Zugänglichkeit erhöht das Risiko, eine begrenzte Zugänglichkeit senkt es.
Radikale politische oder religiöse Gruppen (wie beispielsweise der IS oder die Nordiska motståndsrörelse) haben einen ähnlichen Effekt und können Menschen, die aus dem Gesellschaftskonsens ausgestiegen sind, sammeln.

Und: hinter spektakulären Taten, bei denen Einzelne Amok laufen, mit (Lasermannen) oder ohne Schusswaffen (Drottninggatan 2017) und gezielten Schüssen oder Schusswechseln gegen einzelne und spezifische Personen liegen natürlich in der Regel sehr unterschiedliche Entwicklungen, so dass man nur schwer beides mit vollständig denselben Maßnahmen bekämpfen kann.

Natürlich gibt es, solange es Schusswaffen gibt, keinen Weg, eine absolute Sicherheit vor Gewalttaten mit Schusswaffen zu schaffen; man kann nur die Wahrscheinlichkeit solcher Vorfälle senken.
Diese Senkung kann teilweise mit Hilfe von Gesetzen erreicht werden, aber eben nur teilweise.


//M

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Re: Waffenrecht in Schweden

Beitragvon Sumac » 29. Dezember 2017 16:36

Petergillarsverige hat geschrieben:Ein Land welches Entfernungen in Daumenbreiten, Fußlängen und Schritten misst. Jedes zivilisierte Land misst im metrischen System.

blödsinn!

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Re: Waffenrecht in Schweden

Beitragvon Petergillarsverige » 29. Dezember 2017 21:41

....schon mal was von Humor mit Hintergrund gehört?
Schweden ist nicht nur ein schönes Land - das ist ein Virus!


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