Wählen in Deutschland warum?

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Skogstroll
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Re: Wählen in Deutschland warum?

Beitragvon Skogstroll » 15. Juni 2009 07:48

Sorry, war ein paar Tage nicht eingeloggt, könnt ihr mich mal auf den neuesten Stand bringen?
Ist das hier noch das Schwedenforum oder ist es inzwischen das Deutschlandfrustforum geworden?
Was haben Wahlen mit der GEZ zu tun? Und was das Dritte Reich mit Verblödungsfernsehen?

Gut, zu letzterem fiele mir schon was ein, aber ansonsten bin ich etwas verwirrt.

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Samweis
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Re: Wählen in Deutschland warum?

Beitragvon Samweis » 15. Juni 2009 09:46

Hallo Peter,
schwedenoma hat geschrieben:Bevor ich nach Deutschland fahre,
ich wünsche Dir eine gute Reise und vor allem, dass Du den Zweck dieser Reise erreichst und schmerzfrei und auch ansonsten gesünder zurückkehrst.
schwedenoma hat geschrieben: das man sich nicht oder zum Teil nur für die deutsche Geschichte interessiert und interessiert hat.
Das kann ich nur unterschreiben! Hattet Ihr auch so einen katastrophalen Lehrermangel in der Schule? Bei uns ist das späte Altertum und das Mittelalter komplett entfallen.
Dabei wäre doch gerade das Mittelalter sehr interessant gewesen für die Bildung einer europäischen Identität. Auch die französische Revolution hätte deutlich mehr hergegeben im Hinblick auf die Zwänge zur Enststehung eines ziemlich konstruierten Nationalbegriffs, der vorher so nicht existiert hat. Die alten Griechen hatten eine gemeinsame Sprache und Kultur, waren aber multiethnisch, und über die Zumutung einer "athenischen Nation" oder "spartanischen Nation" zur Erklärung ihrer Steuerpflicht hätten sie wohl nur den Kopf geschüttelt.
Statt dessen haben wir uns drei Jahre lang mit allen Aspekten des Dritten Reichs beschäftigt.
Das ging soweit, dass nach tagelanger Diskussion über die Erbschuld und die Gnade der späten Geburt die Lehrerin schließlich einen Schüler ansprach, der bisher merkwürdig still gewesen war, ob er sich denn nicht schämen würde für das, was passiert sei. Der Junge war Amerikaner, was sie aber nicht wusste, da er sehr gut deutsch sprach. Er antwortete: "Ich? Wieso ich? Ich bin der Befreier Europas! Ich habe am Strand der Normadie gekämpft, geblutet und meine Kameraden beerdigt, um Ihnen die Freiheit zu bringen." (Das hat ihm aber auch nicht viel gebracht, da die Lehrerin wohl etwas anti-amerikanisch eingestellt war...) :wink:
Aber durch diese einseitige Beschäftigung mit der Geschichte kommt es dann zu einem "umerzogenen" identitätslosen Volk in der Mitte Europas. Identitätslos zwar, aber dennoch spukt in manchen Köpfen ein merkwürdiger "National"-Begriff herum.
schwedenoma hat geschrieben:Auch das es die Arbeiterklasse im dritten Reich war, die Widerstand geleistet hatte. Aber es waren in der Regel Leute, die der kommunistischen Partei angehörten
Dass Graf von Stauffenberg, General Ludwig Beck und Dietrich Bonhoeffer Mitglieder der KP waren, haben die Kommunisten ja bis heute erfolgreich verheimlichen können.
Karl Marx und Friedrich Engels waren sicher auch Arbeiterkinder.
schwedenoma hat geschrieben: Immer noch wird das dritte Reich in vielen Filmen und Dokumentationen verherrlicht. So zum Beispiel in dem Film, das Boot
Nun ist gerade der Film ein ziemlich schlechtes Beispiel.
Es gibt Kriegsfilme und es gibt Anti-Kriegsfilme. Es ist allerdings erschreckend, dass es Menschen gibt, die den Unterschied nicht erkennen können und sich z.B. hinterher darüber amüsieren, "wie es den zerfetzt hat". Moralische und ethische Prinzipien müssen entweder durch den Kopf oder über das Herz umgesetzt werden.
Wenn also jemand die Kriegsverherrlichung und das nationale Heldentum darin entdeckt, dass ein U-Boot-Kapitän nach der Versenkung eines zivilen Frachters Rückwärtsfahrt befiehlt, um die verzweifelt auf das Schiff zuschwimmenden Ertrinkenden ihrem Schicksal zu überlassen (nicht nur unmenschlich sondern auch eine Verletzung der Seekriegskonvention), und dieser jemand darin nicht etwa eine Demonstration der Perversion des Krieges und der damit verbundenen Grausamkeit sieht, muss bei ihm in frühester Jugend wohl etwas gravierend schief gegangen sein. Entweder wurde versäumt, ihm die grundlegenden menschlichen Werte zu vermitteln und seine Ratio zu schärfen, oder aber er leidet unter größeren emotionalen Missbildungen.

schwedenoma hat geschrieben:so habe ich heute in der Regel nur noch Eurosport oder DSF an. Denn ich will mich nicht durch diese Sendungen manipullieren
Hm, in DSF bin ich mal irgendwo auf einem Hotelfernseher hineingeraten. Das ist der Sender, wo immer diese Telefonsex-Nummern eingeblendet werden, oder? Ich habe gehört, dass die zu manchen Sendezeiten dazwischen auch mal Sport bringen. Dazu kann ich aber aus eigener Erfahrung nicht viel sagen.
Allerdings wirft diese Information ein interessantes neues Licht auf die Frage, warum manche Deutsche auf die Frage nach ihrem kulturellen Erbe antworten: "Bayern München".

manipullieren = lat.-dt. umgangsspr. : (manus=Hand, Pulle=Flasche) mit der Flasche in der Hand, besonders sonntags abends.

schwedenoma hat geschrieben:Und wenn ich dann auch Meinungen höre, wir leben nun mal in diesem Wirtschaftssystem, so muß ich mich eigentlich Fragen,
warum tuen wir nichts dagegen?

Diese Fragen würde mich tatsächlich interessieren und ich würde sie gerne mit Dir diskutieren:
- Was tust Du dagegen?
- Welches Wirtschaftssystem scheint Dir geeigneter? Staatlich gelenkte Planwirtschaft? Natürliche Wirtschaftsordnung bzw. Freiwirtschaft? Freie Marktwirtschaft?
(Allerdings passt das vielleicht besser ins Schwedentor-Cafe, denn es hat eigentlich nicht viel mit der Auswanderung nach Schweden zu tun).

Viele Grüße

Samweis

schwedenoma

Re: Wählen in Deutschland warum?

Beitragvon schwedenoma » 1. Juli 2009 19:09

Hallo Samweis,
gerade bin ich wieder aus der Charite Berlin angekommen. Wir haben fast jeden Abend diskutiert. Will aber heute nicht eingehen darauf.
Muß mich erst einmal wieder finden und habe viel Arbeit, alles fast vertrocknet.
Bis bald.
Peter

Samweis
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Re: Wählen in Deutschland warum?

Beitragvon Samweis » 1. Juli 2009 20:23

Hallo Peter,
schwedenoma hat geschrieben:gerade bin ich wieder aus der Charite Berlin angekommen.

Hoffentlich konnten sie Dir helfen!
schwedenoma hat geschrieben:Muß mich erst einmal wieder finden und habe viel Arbeit, alles fast vertrocknet.

Hier auch. Wir sind gerade von einer Fjäll-Tour zurück und haben als erstes die lebensrettenden Schläuche ausgelegt. Im See sind's 24 Grad...

Viele Grüße

Samweis

schwedenoma

Re: Wählen in Deutschland warum?

Beitragvon schwedenoma » 2. Juli 2009 18:36

Hallo Samweis,
ich werde auf dieses Thema nicht mehr schreiben. Es bringt nichts. Meine Erfahrungen gerade in Deutschland im Krankenhaus werde
ich in einem neuen Thema " Berlin vor Ort " mal schildern. 14 Tage in einem deutschen Krankenhaus mit all meinen Gedanken und auch
der Gedanken der anderen Kranken. Es war schon für mich interessant, wie die Deutschen in Deutschland über viele Dinge denken.
Nur noch so viel. Meine Tour nach Deutschland hat mir das gezeigt, was ich schon vor 12 Jahren wußte. Keine Hilfe. Also warten,
das irgendwann der Rollstuhl kommt. Wenn man so etwas weiß, denkt man anders. Und gerade wo ich gelegen habe, auf der
Neurochirogie, liegen fast nur Patienten, die Rückenprobleme und Hirntumore haben. Und gerade bei solchen Problemen, beginnst
Du Dein Leben neu zu Überdenken und am Ende stellst Du fest, das Du in der Gesellschaft nur noch ein Klotz bist.
So weit fürs Erste.
Peter


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