Die Stimmung war sehr unterschiedlich, stark abhängig vom Lehrer und den anderen Mitlernenden.
War ein bisschen so wie in der Schule: Da gab es Lehrer, die sich gar nicht durchsetzen konnten und dementsprechend auch viel "zugelassen" haben, andere Lehrer haben mit Nachdruck darauf geachtet, dass es zum einen generell ruhig war und dass wir Schüler untereinander auch nur schwedisch sprachen. Bei denen lernte man dann auch viel mehr.
Mir hat der Kurs generell schon viel gebracht, wenn ich auch das Meiste meines Schwedischs auf der Arbeit durch Zuhören und Sprechen gelernt habe (war nun einmal die meiste Zeit in der Woche da)
An den zwei Abenden in der Woche beim SFI habe ich zum einen ein bisschen mehr Systematik in die Grammatik bekommen, zum anderen, und das war das wesentliche, glaube ich, viel Scheu verloren, schwedisch zu reden. Es mag zwar ein bisschen böse klingen, aber als ich merkte, dass ich eigentlich gar nicht sooo schlecht war, nämlich besser als viele andere im SFI-Kurs, die schon länger in Schweden wohnten, fiel es mir leichter, die Scheu vor dem Schwedisch-Reden gegenüber meinen Kollegen abzulegen.
Viel gelernt habe ich auch dadurch, dass ich den anderen Schülern (gegen Ende, als ich selber das Kursniveau-Ziel quasi erreicht hatte) viel erklärt/geholfen habe. Ich hatte das Gefühl, dass ich manchmal eher noch die Probleme (z.B. beim Verständnis z.B. von Grammatikregeln) sah als die SFI-Lehrerin, für die halt vieles selbstverständlich war.
Das hat man auch gemerkt, als wir einen Franzosen als SFI-Lehrer (leider nur als Vertretung) hatten, der schon jahrelang in Schweden lebte. Er konnte viele Tipps geben, melodischer zu sprechen, Grammatik richtig zu verstehen, etc., eben weil er dies selber erleben und lernen musste.
Ich habe im ersten Kurs (bin auf C-Niveau eingestiegen) eigentlich nur schwedisch mit den anderen geredet, da dort hauptsächlich Osteuropäer sowie Südamerikaner waren, deren englisch auch nicht viel besser als das schwedisch war. Insofern ideal zum Schwedisch-Sprechen-Lernen!
Im nächsten Kurs (D-Niveau) fehlten mir zum einen nette Mitlerner (gab nur einige wenige, mit denen man in der Pause nett quatschen konnte), zweitens wurde dort auch recht viel auf englisch geredet (sowohl bei den Schülern untereinander als auch mit der Lehrerin, wenn irgendwas nicht verstanden wurde), das fand ich dann nicht so toll (und habe dann auch irgendwann abgebrochen).
Ich hoffe also für Dich, dass Du einen guten Kurs erwischst! Schaden kann es auf jeden Fall nicht.
Generell zum Einleben: Beobachte viel, versuche die "Gewohnheiten" der Schweden zu verstehen (Du wirst ja sicherlich schon von Deinem Freund einiges erfahren und erlebt haben), gehe offen und freundlich, aber nicht aufdringlich auf die Schweden zu. Vielleicht gibt es ja irgendein Hobby, dem Du nachgehen und dadurch Kontakte knüpfen kannst. Bei mir kamen viele gute und nette Kontakte zu Schweden und Nicht-Schweden hauptsächlich durch die Arbeit, den Chor und den SFI-Kurs zustande.
Hui, jetzt habe ich viel mehr geschrieben als ich eigentlich wollte...

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Wünsche Dir auf jeden Fall einen guten Start in Schweden!