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Lidl schreibt weiter rote Zahlen

Verfasst: 14. September 2009 08:48
von svenska-nyheter

Die deutsche Lebensmittelkette Lidl schreibt weiter rote Zahlen in Schweden. Wie die Branchenzeitung Fri Köpenskap berichtet, belief sich das Minus im vergangenen Jahr auf umgerechnet rund 38 Millionen Euro.


>>ganzer Artikel

(Mit freundlicher Genehmigung von Radio Schweden)

Re: Lidl schreibt weiter rote Zahlen

Verfasst: 14. September 2009 10:36
von Tulipa
Trotz des wohl zu Recht schlechten Rufes in D kaufen wir hier gern bei Lidl ein.

Manche Produkte gibt es sonst nirgendwo (Quark, Vollkorntoastbrot); die VerkäuferInnen sind sehr freundlich und wegen der geringen Akzeptanz bei den Einheimischen ist es angenehm leer.

Ich fände es schade, wenn die sich wieder aus Schweden zurückziehen.

LG
Tulipa

Re: Lidl schreibt weiter rote Zahlen

Verfasst: 15. September 2009 07:53
von Samweis
Hallo,

hier in Sollefteå wird die Eröffnung des LIDL seit mehreren Monaten immer wieder verschoben, obwohl das Gebäude fertig ist und auch die Angestellten bereit stehen.
Als Begründung dazu heißt es, dass es "Logistik-Probleme" gebe.
Da fragt man sich: "Nanu? Boykottieren jetzt schon die schwedischen Spediteure LIDL, weil sie sonst keine Aufträge mehr bei den schwedischen Lebensmittel-Oligopolisten bekommen? Oder ist das die Vorbereitung zum Abgang?"

Interessant ist auch, dass LIDL mehr und mehr schwedische Produkte anbietet, also keine "nachgebaute" Ware "hergestellt für LIDL-Stiftung" sondern Produkte von denselben Herstellern, wie man sie auch bei COOP und ICA kaufen kann. Das ist mir eigentlich völlig unverständlich, denn selbst in Frankreich ist LIDL mit Eigenmarken auf dem Markt, z.B. auch bei Käse, und in F herrscht wohl in bezug auf Lebensmittel ein ganz anderer Qualitätsanspruch als in S. Und was will ich beim LIDL, wenn's dort denselben Schrott gibt wie überall sonst auch?

Ansonsten finde ich es immer wieder spannend, wie LIDL hier in S diskutiert wird.
- Das sei "alles eklig", was bei LIDL verkauft wird,
- es enthalte schädliche Stoffe und Konservierungsstoffe (ja, lesen die denn auch mal auf der Verpackung?),
- in Schweden gelten ja soooo hohe Tierschutz- und Umweltschutzvorschriften und man wisse ja nicht, was in Europa so mit den armen Tieren gemacht wird,
- man solle schon wegen der Umwelt und Transportkosten grundsätzlich nicht von ausländischen Firmen kaufen sondern lieber zum ICA gehen (der ebenfalls ein ausländisches Unternehmen ist und vieles z.B. in Belgien herstellt),
- ...
Das alles dann gewürzt mit Kommentaren über Ausländer, die man andernorts der rechtsradikalen Szene zurechnen würde.

Merkwürdig. Sonst habe ich eigentlich eher den Eindruck, dass Schweden eine der Nationen sind, die überhaupt keinen Respekt oder Interesse mehr für Lebensmittel haben. (Wenn einem an der Kasse alles zu Brei zerschlagen wird, z.B. weil die freundliche schwedische Kassiererin den Beutel mit den Pfirsichen mit elegantem Schwung aus dem Handgelenk auf die Packung mit den Eiern gedroschen hat, dann versteht man auch den Kunden in der Gemüseabteilung, der mit ein paar Äpfeln aus 5 Meter Entfernung Basketball "Korbleger" in seinen Einkaufswagen übte).

Merwürdig auch, dass im LIDL oft Leute mit "Migrationshintergrund" einkaufen, für die Lebensmittelqualität noch eine ganz andere Bedeutung hat und die z.B. gewohnt sind, Obst und Gemüse sensorisch zu prüfen - das sie dann stiegenweise aus dem LIDL tragen. Ich jedenfalls hätte mir damals in D niemals träumen lassen, dass ich mal aus Qualitätsgründen zum LIDL gehen würde...

Viele Grüße

Samweis

Re: Lidl schreibt weiter rote Zahlen

Verfasst: 15. September 2009 08:15
von janaquinn
Wir kaufen auch gerne bei Lidl ein, obwohl, teilweise, teurer als andere Supermärkte. ABER ich bekomme vernünftiges Brot, oft kaufen wir mehrere Packungen und frieren dann ein, Quark und grössere Packungen Joghurt. Den "Safari"_Joghurt von COOP ect.. hassen meine Kids mittlerweile, ausserdem ist er zu flüssig und wenn wir die Medi´s für Yannic druntergemischt haben, muss man ihn mit den Strohhalm trinken...nicht so prickelnd.
Beim Gemüse muss ich ehrlich sagen, fahren wir lieber zu den ansässigen Bauern der Umgebung, mehr Auswahl und viel frischer. Hoch im Kurs steht auch die H-Milch, da wir einen sehr hohen Milchverbrauch haben.

Unser Lidl in Södertälje ist eigentlich immer gut voll, was aber wahrscheinlich mit dem abgebrannten Willy´s und Ica in der Nähe zutun haben kann(wird). Allerdings findet man, wie Samweis bereits schrieb, eher Ausländer als reine Schweden dort.
Mir soll es egal sein, ich bekomme dort Sachen, die ich woanders nicht bekomme.

LG JANA

Re: Lidl schreibt weiter rote Zahlen

Verfasst: 15. September 2009 08:49
von Ronja_Rövardotter
Auch wir kaufen gerne im Lidl ein. Allerdings fällt mir auf, dass viele Produkte, die wir gerne gekauft haben (da sie hier so nicht erhältlich sind oder einfach besser schmecken) aus dem Programm genommen worden sind. So gab es zu Lidl-Startzeiten z.B.
- Feine Geflügelleberwurst
- Fleischsalat
- Dessertsosse Waldfrucht/Vanille/Schoko
- Kirschmarmelade
- Schaumfruchtjoghurt ala Gervais
- Alter Gouda
- Glasstreichwurst
- Jagdwurst
Diese Waren sind bei uns schon eine Weile aus dem Programm genommen worden.Ist das auch wieder einmal ein regionales Problem?
Meine schwedischen Nachbarn würden übrigens nie im Lidl einkaufen gehen, denn da gäbe es ja nur uralte Milch (H-Milch) und die Mitarbeiter würden mittels Stasimethoden überwacht, so müssten zum Beispiel weiblichen Angestellten während der Menstruation eine rote Armbinde tragen, damit sie öfter auf die Toilette dürften. :smt082 .
Interressant wäre es, was passiert, wenn es im Lidl Bier und Wein zu deutschen Preisen gäbe, wahrscheinlich eine Schlange von vollvermummten Schweden bis nach Haparanda ....

Re: Lidl schreibt weiter rote Zahlen

Verfasst: 15. September 2009 08:53
von Ronja_Rövardotter
Tulipa hat geschrieben:Manche Produkte gibt es sonst nirgendwo (Quark, Vollkorntoastbrot);


Hallo Tulipa,
bei uns gibt es Quark in zwei verschiedenen Fettstufen unter dem Label "Kesella" in der Kühltheke.

Re: Lidl schreibt weiter rote Zahlen

Verfasst: 15. September 2009 13:05
von abc-xyz
Bei Lidl haben wir früher auch viel eingekauft, doch das hat sich mit der Zeit geändert, weil die einfach zu teuer geworden sind. Die Produkte, die wir kaufen, kriege ich alles auch bei Willy's und die sind auch noch billiger!
Auf H-Milch können wir gut und gern verzichten. Habe ich früher auch immer gekauft. Dann hat mein Kind allergisch darauf reagiert. Nun kaufen wir nur noch frische Milch. Die ist bei weiterm gesünder und schmeckt auch noch viel, viel besser, so wie Milch schmecken sollte.
Manchmal fahre ich bei Lidl noch ran für Toa-Papier und Vollkornbrot, aber das war dann auch schon alles.
Ansonsten kann ich nur bestätigen, daß hauptsächlich Nicht-Schweden bei Lidl einkaufen.

Re: Lidl schreibt weiter rote Zahlen

Verfasst: 15. September 2009 13:36
von tilmann
Hej!

Ronja_Rövardotter hat geschrieben:Meine schwedischen Nachbarn würden übrigens nie im Lidl einkaufen gehen, denn da gäbe es ja nur uralte Milch (H-Milch) und die Mitarbeiter würden mittels Stasimethoden überwacht, so müssten zum Beispiel weiblichen Angestellten während der Menstruation eine rote Armbinde tragen, damit sie öfter auf die Toilette dürften. :smt082 .


Gut informierte Nachbarn hast Du: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/27/27586/1.html

Tilmann

Re: Lidl schreibt weiter rote Zahlen

Verfasst: 15. September 2009 16:08
von Ronja_Rövardotter
tilmann hat geschrieben:Hej!

Gut informierte Nachbarn hast Du: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/27/27586/1.html

Tilmann


Ich glaube nicht, dass es ein Zeichen von "gut informiert" sein ist,
wenn jemand ernsthaft glaubt, dass alle schwedischen Mitarbeiterinnen
von Lidl eine Armbinde tragen müssen, wenn sie menstruieren. Das ist
wohl eher ein Zeichen davon, dass jemand "Nachrichten" nicht richtig
verarbeitet hat bzw. Quellen nicht richtig bewerten kann.

Im Gegensatz zu anderen, bewiesenen Verletzungen des
Persönlichkeitsrechts der Mitarbeiter
http://stuttgart.business-on.de/lidl-mu ... d1949.html
gibt es hierzu nämlich nur eine einzige unbestätigte Quelle, und auch
die spricht nur von einem Einzelfall in einer Filale. Also nix mit "von
oben angeordnet" usw.

Re: Lidl schreibt weiter rote Zahlen

Verfasst: 15. September 2009 18:33
von Samweis
Hallo unbekannt,
abc-xyz hat geschrieben:Die Produkte, die wir kaufen, kriege ich alles auch bei Willy's und die sind auch noch billiger!
Ja, das ist richtig. Laut schwedischen Preisvergleichen liegen LIDL und Willy's preislich etwa gleichauf. Aber ob ich jetzt unbedingt die Billig-Eigenmarken des Axfood-Konzerns kaufen muss? Der schwedische Lebensmittelmarkt wird von ganz wenigen "Größen" dominiert. Ein klassisches Oligopol. Neben Atria, HKScan, ... gehört dazu Axfood und ein bisschen Nestlé (Findus). Mit dem Ergebnis, dass es viele Produkte in S nicht (mehr) gibt und einiges, was man hier aus dem Regal zieht, ganz spannende Inhaltsangaben hat, die für manchen Lebensmittelchemiker sicherlich kreativ befruchtend sein können.
Alles muss durch diese Firmen. Wenn ich z.B. Spezialitäten aus dem Mittelmeerraum möchte, dann muss ich "Ridderheims" kaufen (Atria). Konkurrenz gibt es nicht.
Oder ich gehe zu LIDL.

abc-xyz hat geschrieben:Auf H-Milch können wir gut und gern verzichten. Habe ich früher auch immer gekauft. Dann hat mein Kind allergisch darauf reagiert. Nun kaufen wir nur noch frische Milch. Die ist bei weiterm gesünder und schmeckt auch noch viel, viel besser, so wie Milch schmecken sollte.
Hm, das ist merkwürdig. H-Milch wird lediglich unter Druck erhitzt, neuerdings sogar unter stärkerem Druck nur noch erwärmt. Allergene kommen so nicht hinein. "Gesundheit" geht der Milch auch kaum mehr verloren als beim Pasteurisieren. Ganz im Gegenteil: die Milch wird leichter verdaulich. Wie also die Frischmilch "bei weitem gesünder" wird, ist mir ein Rätsel.
Der Geschmack hat mich früher an H-Milch immer abgestoßen. Aber bei den neuen Verfahren ist ein Unterschied eigentlich nicht mehr festzustellen.

Viele Grüße

Samweis


P.S.: Die Bespitzelung der Mitarbeiter hat's ja auch bei diversen anderen Firmen gegeben: Edeka, Plus, Burger King und - ja wie war das denn möglich? - IKEA. In keinem der Fälle ging es ernsthaft darum, dass die Konzernzentrale diese Aktivitäten angeregt oder gar vorgeschrieben habe. Sie sind also wohl mehr ein Einblick in die Abgründe der menschlichen Seele...