viele Fragen zwecks Auswandern, wer kann helfen?

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Biker81
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Re: viele Fragen zwecks Auswandern, wer kann helfen?

Beitragvon Biker81 » 10. September 2007 00:45

Natürlich ist im Urlaub alles Super und toll, da geb ich Dir natürlich Recht. Aber mich erfreuen z.B. solche Tatsachen, das unsere Vermieterin vom Ferienhaus uns helfen möchte. So etwas kenne ich nicht, oder kaum. Bei uns wollen auch immer viele helfen und wenn es soweit ist, dann ist keiner da.
Vielleicht täusche ich mich jetzt auch, aber in Schweden ist alles irgendwie ruhiger und gelassener wie in Old-Germany.

Mal eine doofe Frage.

Warum sind einige hier im Forum so abwertend, wenn es um das Auswandern nach Schweden geht. Wenn es im Vergleich Schweden zu Deutschland keinen
Unterschied macht, warum lebt Ihr dann in Schweden.

Oder habe ich da etwas falsch verstanden?

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janaquinn
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Re: viele Fragen zwecks Auswandern, wer kann helfen?

Beitragvon janaquinn » 10. September 2007 07:17

Hej Thomas,
schön, das ihr einen tollen Urlaub hattet, ihn genossen habt und die Schönheit Schwedens für euch entdeckt habt.

In Schweden ist wirklich vieles ruhiger und gelassener, naja nicht unbedingt im Stockholmer T-Centralen, dagegen ist ein Ameisenhaufen harmlos :lol: !
Nein, im ernst, es geht teilweise schon ruhiger zu, etwas langsamer, manchmal kann einen das aber auch wahnsinnig machen, vorallem wenn man frisch aus D. kommt, den deutschen Stresspegel hat und alles sofort und augenblicklich gehen muss. Nach einigen Monaten hat man das abgestreift, dann kann man damit umgehen, auch wenn es nicht immer leicht ist.

Es gibt Unterschiede zwischen Deutschland und Schweden, aber sie liegen einfach im Auge des Betrachters.
Keiner will sich wirklich abfällig über Schweden äussern, vielmehr darauf hinweisen, das sich Schweden im Alltag anders zeigen kann, als im Urlaub. Ich denke eine gutgemeinte Kritik, ist besser als zusagen, alles ist perfekt in Schweden und euch etwas vorzugaukeln. Ich lebe gerne in Schweden, nach 5 Monaten haben wir einige Höhen und Tiefen erlebt, einige Male auch an dem Schritt gezweifelt, aber das gehört auch zu einer Auswanderung. Es ist kein Umzug von Schkopau nach Halle/Saale, ihr müsst eine neue Sprache lernen, eine neue Mentaliät kennenlernen, und werdet mitbekommen, das die viele, wenn auch nicht alle, Schweden ein Völkchen sind, mit dem man lernen muss zu leben. Im Urlaub sind alle nett, im normalen Alltag kann es, muss aber nicht, schwer sein Freundschaften aufzubauen. Es spielt sich vieles im Familienkreis ab, darein zukommen, kann schwierig werden.
Da ich davon ausgehen, das ihr euren Schritt eher langfristig als kurzfristig plant, und nicht unüberlegt hierher kommt, habt ihr noch ein wenig Zeit das Land kennenzulernen. Vorallem die Gegend, wo ihr euch vorstellen könntet zu leben und zu arbeiten. Ich denke, eine Planphase von 1-1,5 Jahren ist realistisch, sollte euch natürlich ein Jobangebot dazwischen kommen, könnte es schneller gehen.

LG JANA :wink:
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Storstadstjej

Re: viele Fragen zwecks Auswandern, wer kann helfen?

Beitragvon Storstadstjej » 10. September 2007 07:29

Hej Biker81,

ich bin gegenüber Schweden nicht abwertend. Ich lebe hier, bin BEWUSST hierhingezogen und offenbar lebe ich gerne hier. ABER Schweden ist ein Land wie jedes andere auch - hier gibt es seine Nachteile und seine Vorteile.
Natürlich bin ich von der Natur begeistert, aber im normalen Alltag hat man nun wirklich keine Zeit diese ausgiebig zu geniessen. Natürlich ist die Freundlichkeit der Schweden klasse, auch hier in der Grosstadt ist man netter als in einer dt. Grosstadt - Schweden sind geradezu Konfliktscheu und Harmoniesüchtig, sehr nah kommt man über eine lange Zeit nicht an sie heran, im Arbeitsleben ist diese Harmoniesucht dazu auch noch recht verheerend - wenn der Chef zu "feige" ist den Mitarbeitern zu sagen was querläuft, z.B.
Ach ja, die Bankangestellten sind auch nett - vor allem wenn sie täglich nur bis 15 Uhr die Filiale offen halten müssen ;-) Freundlichkeit - ja, Effizienz - eher nicht.
Ja, die Kinderbetreuung ist hier besser organisiert und für Gleichstellung ist gesorgt - dafür sind die schwedischen Frauen auch noch gestresst, schliesslich ist es immer noch gang und gebe, dass man Kinder bekommt. Man kann es sich aber in eher wenigen Fällen leisten, sich der Kindererziehung voll und ganz zu widmen und so hetzen sie zwischen dem Kindergarten und der Arbeit hin und her - egal ob sie von sich aus Karriere und Familie kombinieren wollen, oder nicht.
Dafür aber machte ein grosser Teil der Männer hier die Entwicklung, wie sie in D noch ansteht - nämlich das Begreifen, dass die Frau nicht allein für die Pflege der Kinder zuständig ist.
Ich könnte diese Punkteliste unendlich weiterschreiben - angefangen bei dem allgemeinen Bildungsstand über den höchsterreichbarem Lohn bis hin zur Doppelmoral in der Umweltfrage.
Bevor ich hierhingezogen bin, hatte ich teils wirklich andere Dinge im Fokus, die sind im Laufe meiner Zeit hier teilweise und vollkommen untergegangen. Aber - ich habe meinen Job hier, den ich gern ausführe, ich habe hier meinen sozialen Kreis und jeden Morgen, wenn ich zur Arbeit fahre habe ich ausser den unfähigen Autofahrern auch auf einer Autobahnbrücke den wunderbaren Blick auf's Meer.
Ich spreche also nicht abwertend, sondern bremse eher die Pferde. Nach meinem ersten Besuch in Schweden hätte ich auch am liebsten meine Sachen gepackt - ein Fall platt auf die Nase wäre nicht unwahrscheinlich gewesen.

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Re: viele Fragen zwecks Auswandern, wer kann helfen?

Beitragvon Imrhien » 10. September 2007 08:57

Hej,
ja, es ist nicht einfach so ein Wechsel. Es ist richtig, dass hier immer wieder darauf hingewiesen wird, dass Schweden nicht das Schlafraffenland ist. Das mache ich auch immer wieder mal.
Allerdings beschäftige ich mich auch grade sehr intensiv mit dem Problem der Rosabrille. Es gibt Untersuchungen die belegen, bzw. erklären weshalb Menschen meist grüneres Gras auf der anderen Seite sehen. Dies bezieht sich eben auf Menschen die planen dort hin zu gehen.
Es ist natürlich, dass man sich versucht mit der neuen Lebenswelt zu identifizieren, das erleichtert ja auch die Integration. Dazu muss man aber über Fehler hinwegsehen. Man möchte sich ungern mit etwas identifizieren das Fehler hat. Ausserdem könnte man dann den Entchluss in Frage stellen... Umgekehrt wurde beobachtet, dass Menschen die sich von einer Umgebung verabschieden, plötzlich immer mehr schlechte Dinge sehen. Sie helfen sich selbst, den Abschied zu erleichtern und sich auf die neue Umgebung einzustellen. Dies sind natürlich pauschale Ausssagen und es gibt da viele Graustufen aber die Grundtendenz wurde in Psychologie und Soziologie erforscht. Als ich damals an der Uni davon hörte fand ich das spannend. Ja, ich konnte es teilweise nachvollziehen. Bin ja schon oft umgezogen... Aber seit ein paar Wochen bemerke ich da eine Veränderung an mir... das Haus, in dem ich 2 Jahre glücklich war, es gefällt mir immer weniger. Ich sehe Leute auf der Strasse die mich nur nerven. Ich weiss, dass das meine Überreaktion ist. Ich weiss, dass in Schweden die gleichen Leute rumlaufen und dass das Haus in dem wir da leben werden auch seine Macken haben wird. Aber das will ich grade selbst nicht wahrhaben. Ich weiss das alles ist nicht besser, nur anders in Schweden. Aber wenn ich mir die Frage stelle weshalb ich das dann tue, dann muss ich mir eingestehen, dass ich tief im innern daran glaube, dass es für uns besser ist. Im Detail kann ich gar nicht sagen was das sein wird. Das Gesamtgefühl soll besser sein. Es kann sein, dass das auch bedeutet, dass der Ausflug nur ein paar Jahre dauern soll und dann zum Gesamtgefühl eine Rückkehr nach Deutschland gehört. Aber jetzt, gerade jetzt, 5 Wochen vor dem Umzug nach Schweden, möchte ich, dass in Schweden alles besser ist. Auch wenn mein Verstand mir sagt, dass das Unsinn ist und ich das in ein oder zwei Jahren differenzierter sehe. Verrückt finde ich aber die Tatsache, dass ich so empfinde obwohl ich es besser weiss...
Wir sind hier ganz schön traurig geworden in letzter Zeit. Wir verabschieden immer mehr Leute und Dinge. In Schweden wird alles anders sein. Auch wenn ich mich ganz doll drauf freue und überzeugt bin, dass wir das schaffen, ich habe auch ein wenig Angst. Selbst so banale Dinge wie Einkaufen werden nicht gleich sein. Allein, dass es eine andere Sprache, eben nicht meine Muttersprache ist, zeigt mir das. Aber auch wie die Geschäfte aussehen... eben anders. Ich liebe das, ich freue mich darauf. Aber in 5 Wochen ist das eben erst mal für immer so. Und das wird anders sein als der Spaß den man im Urlaub beim Einkaufen hat. Nicht besser, nicht schlechter, aber anders. Und nur die Zeit wird zeigen was für uns persönlich dabei rausspringt.

Liebe Grüße

Wiebke

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Re: viele Fragen zwecks Auswandern, wer kann helfen?

Beitragvon Skogstroll » 10. September 2007 10:13

Hej,

ich denke, niemand ist abwertend gegenüber Schweden. Nur: Lebt man eine Weile im Land, dann hat man eine bedeutend unromatischere, nüchternere und realistischere Sicht auf die Dinge.
Die Diskussion ist nicht ganz neu, und wir kommen wiedar Mal an den Punkt, an dem wir feststellen, dass es zwei Schweden geben muss: das derer, die hinwollen und das derer, die dort sind.

Ich habe es lange aufgegeben, irgend jemanden warnen oder aufklären zu wollen. Menschen müssen ihre Erfahrungen selbst machen, Fehler eingeschlossen. Wenn jemand meint, seine bisweilen sichere und bequeme Existenz in Deutschland aufgeben zu müssen zugunsten einer idealisierten Vorstellung von Schweden (oder irgendeines anderen Landes) - bitteschön! Ganze Fersehserien leben davon!

Ich bin hier, weil ich hier einen Lebensstil verwirklichen kann, den ich in Deutschland so nicht hätte verwirklichen können. Dafür nehme ich aber auch sieben Monate Winter im Jahr und ein äusserst holperiges Gesundheitssystem in Kauf. Ich weiss nicht, ob ich dass bis an mein lebensende tun werde, wahrscheinlich eher nicht. Irgendwann bin ich nämlich einfach so alt, dass ich es nicht mehr schaffe, ein Haus zu unterhalten. Dann werden wir weitersehen.

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Re: viele Fragen zwecks Auswandern, wer kann helfen?

Beitragvon drudenfuss » 10. September 2007 15:25

Warum sind einige hier im Forum so abwertend, wenn es um das Auswandern nach Schweden geht.


möglicherweise angst vor konkurenz?

wenn du der meinung bist es ist zeit deutschland den rücken zu kehren, dann tu es. wenn es nach schweden gehen soll, dann komm. die sprache in deutschland lernen? vergiss es. an der vhs lernt man nur touristen-schwedisch zweifelhafter qualität und sprachschulen sind zeit- und vor allem kostenintensiv. der sprachkurs für einwanderer ist kostenlos, der unterricht findet halbtags statt, also genügend zeit sich zeitgleich nach nem job umzusehen.
kannst mich gern auch per PN kontaktieren, wenn dir das oberlehrerhafte geschreibsel von einzelnen leuten hier zu viel wird.

mvh
ralf
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Re: viele Fragen zwecks Auswandern, wer kann helfen?

Beitragvon Storstadstjej » 10. September 2007 15:48

drudenfuss hat geschrieben:möglicherweise angst vor konkurenz?


Was für Konkurrenz bitte?
drudenfuss hat geschrieben:wenn du der meinung bist es ist zeit deutschland den rücken zu kehren, dann tu es. wenn es nach schweden gehen soll, dann komm.

Genau .. und fall eventuell auf die Nase.
drudenfuss hat geschrieben:an der vhs lernt man nur touristen-schwedisch zweifelhafter qualität und sprachschulen sind zeit- und vor allem kostenintensiv.

Nicht kostenintensiver als die Folgen mangelnder Sprachkenntnisse. Was die VHS angh hast Du ausnahmsweise Recht.
drudenfuss hat geschrieben:der sprachkurs für einwanderer ist kostenlos, der unterricht findet halbtags statt, also genügend zeit sich zeitgleich nach nem job umzusehen.

Dir ist aber bekannt, dass es ohne Personnummer keinen SFI-Kurs gibt? Und dass man um eine PN zu bekommen nachweisen muss, dass man sich in Schweden versorgen kann? Und es ist offenbar völlig an Dir vorbeigegangen, dass gerade die SFI-Kurse mancherorts mehr als ungenügendes vermitteln!

Ja, ich bin wieder auf 180, wenn ich solche Ratschläge lese...

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Re: viele Fragen zwecks Auswandern, wer kann helfen?

Beitragvon Skogstroll » 10. September 2007 16:56

@Storstadstjej: Auf die Gefahr hin, oberlehrerhaft zu sein: Kann ich nachvollziehen!

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Re: viele Fragen zwecks Auswandern, wer kann helfen?

Beitragvon Storstadstjej » 10. September 2007 17:39

Was ich schrieb? Naja, ist nicht so schwer, denke ich.
Es ist erstunlich, dass manche Leute auch hier in S in einem Vakuum zu leben scheinen.

Ich finde aber persönlich Wiebkes Erklärung für die blau-güldene Brille sehr lesenswert und interessant. ABER bei Wiebke wissen wir ja, wie sie auch selbst bemerkt hat, dass der rationale Teil des Denkens natürlich das, was wir hier anführen kennt und miteinbezieht. Bei vielen ist es dagegen nicht so...

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Re: viele Fragen zwecks Auswandern, wer kann helfen?

Beitragvon Imrhien » 10. September 2007 19:05

@Storstadjej: Ich fühle mich geschmeichelt :oops:

Aber mal im Ernst, ich gehör' trotz meiner eigenen Rosa Brille wohl auch zu den Oberlehrern. Und, ist Euch aufgefallen, dass Ihr Euch schon wieder einig seid, Du und Skogstroll? Man, das ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft würd ich sagen :lol:

@Drudenfuss, ich weiss nicht was mit Dir los ist aber ich finde es schon frech was Du da geschrieben hast, ich fühle mich da glatt angesprochen. Geh doch auf die Wiese wenn Du was zu meckern hast. Dafür haben wir sie ja.

Grüße

Wiebke


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