Vermittlung durch das Arbeitsamt nach Schweden

Tipps und Infos, Fragen und Antworten, Kultur - Menschen - Studium - Leben: Alles über Schweden!
Link zum Portal: http://www.schwedentor.de/land-leute
Fhre Schweden: Mit Stena Line nach Skandinavien: Sassnitz-Trelleborg

Dennis123
Aktives Mitglied
Aktives Mitglied
Beiträge: 54
Registriert: 25. Juni 2007 21:09

Vermittlung durch das Arbeitsamt nach Schweden

Beitragvon Dennis123 » 5. September 2007 17:41

Im Moment bin ich arbeitslos und auf Jobsuche, unter anderem in Schweden. Das ist bei uns schon lange geplant. Arbeitsagentur hat sämtliche daten.
Nun meinen die aber, für meinen und den beruf meines Mannes, er hat mehrere brauchen wir eine Anerkennung. Certifikat of good standing!
Problem 1 : Der Senat will seine berufe nicht anerkennen, wegen zu lange her, nur einjährige Krankenpflegeausbildung, für Ausbildung zum Masseur nicht zuständig, weil Ausbildung in einem anderen Bundesland, und dann gibs da noch ne 3. Ausbildung die " nur staatlich geprüft ist", also lauter Hindernisse die im Wege stehen.
Erst wenn geklärt ist ob unsere Ausbildungen, ich bin Heilerziehungspflegerin, anerkannt werden, wird Eures für uns tätig und vermittelt. Was für eine Bürokratie.
Ich glaube es ist besser sich in Schweden zu informieren!?
Hat jemand erfahrung mit dieser ganzen Bürokratie?
In Schweden bewerben wir uns aber auch bei Arbeitgebern, was auch schon zu kleinen Erfolgen geführt hat.
Für jeden Rat sind wir dankbar.
Gruss von Marika und Uwe

Falls das Thema schon im Forum war, sorry, wir haben nur so viel aufn Zettel.

Storstadstjej

Re: Vermittlung durch das Arbeitsamt nach Schweden

Beitragvon Storstadstjej » 5. September 2007 20:16

Also ohne Anerkennungen werdet ihr an offiziellen und offiziell kontrollierten Stellen definitiv keinen Job finden. Eine Anfrage an das Socialstyrelsen könnte Euch weiterbringen. Allerdings wird bei einer einjährigen Krankenpflegeausbildung kaum viel herauskommen, es sei denn die Person hat lange dokumentierte Erfahrung in dem Bereich.

Das ihr mit Euren direkten Bewerbungen keinen Erfolg hattet ist relativ normal - die Schweden stellen nun einmal am liebsten Schweden an. Da hilft nur Euch nochmals zu informieren, wie eine Bewerbung in Schweden aussehen soll (hier im Forum z.B.) und Euch weiterhin zu bewerben. Hart aber wahr...

Zudem solltet ihr Euch überlegen, ob ihr nicht den Aufgabenbereich wechseln wollt/könnt, es ist in Schweden kein grosser Akt, die Richtung zu ändern.

Was den Papierkram angeht - keine Ahnung.

Dennis123
Aktives Mitglied
Aktives Mitglied
Beiträge: 54
Registriert: 25. Juni 2007 21:09

Re: Vermittlung durch das Arbeitsamt nach Schweden

Beitragvon Dennis123 » 5. September 2007 21:56

Hej, und danke für die Antwort.
Wir haben beide langjährige berufserfahrung im Pflege - und in der Arbeit mit behinderten menschen.
Hab es nicht ganz verstanden, was du meinst mit umorientieren.
Wenn es ein anderer job ist, klar würden wir machen.
Nur wie gesagt, Eures, für uns in Bremen ist eigentlich nicht wirklich hilfreich. Mein Arbeitsberater hier vor Ort hat da heute mal angerufen und nachgefragt, was da eigentlich läuft.
Das die Schweden nur gern auch einheimische einstellen, habe ich anders gehört, kommt wohl auch auf die Region an und natürlich auf die Sprachkenntnisse.
Wer aber mit eures kontakt hatte und darüber berichten möchte, der kann sich gern bei uns melden.
Gruss marika

Storstadstjej

Re: Vermittlung durch das Arbeitsamt nach Schweden

Beitragvon Storstadstjej » 5. September 2007 22:19

Dass Schweden am Liebsten Schweden einställen ist in den meisten Regionen wohl so - habe jedenfalls noch nie etwas gegenteiliges gehört. Und - je dunkler die Hautfarbe des Bewerbers oder je "Nichtschwedischer" der Name klingt umso eher wird er aussortiert. Aber als Deutscher gehört man ja glücklicherweise immer noch zu der Rige des Ausländer erster Klasse.
Schwedisch lernen müsst ihr sowieso - mit Euch wird keiner im Job Deutsch oder Englisch sprechen! Und auf die Sprache wird hier sehr sehr grosser Wert gelegt.
Zurück zu Eurer Jobsuche: Versucht doch mal Stellen im Bereich der Persönlichen Assistenz zu finden - du sagtest ja, ihr hättet Erfahrungen in der Pflege behinderter Menschen. Diese Stellen sind nicht die beliebtesten - da hättet ihr wohl ganz gute Chancen. Auch bei den raren privaten Einrichtungen solltet ihr Euch über die Jobs informieren.

jörgT
Schweden Guru
Schweden Guru
Beiträge: 1794
Registriert: 14. Oktober 2006 14:48
Schwedisch-Kenntnisse: fließend
Lebensmittelpunkt: Schweden

Re: Vermittlung durch das Arbeitsamt nach Schweden

Beitragvon jörgT » 5. September 2007 22:26

Stimmt, aber als Persönlicher Assistent wird besonderer Wert auf Sprachkenntnisse gelegt.
Überhaupt ist es in der Pflege ohne fundierte Sprachkenntnisse kaum möglich, eine Anstellung zu bekommen - es sei denn, man ist Op-Schwester, Hebamme oder MTR ...
Jörg :wink:

Dennis123
Aktives Mitglied
Aktives Mitglied
Beiträge: 54
Registriert: 25. Juni 2007 21:09

Re: Vermittlung durch das Arbeitsamt nach Schweden

Beitragvon Dennis123 » 5. September 2007 22:35

Tja, die Sprache ist bei uwe meinem Mann schon recht gut, telefonieren klappt jedenfalls schon.
Von persönlicher assistenz wissen wir, nur nicht das es ein eher unbeliebter Job ist.
Wsas meinst du mit privaten Stellen, geht es um pflegeheime, die bei euch sowieso rar sind?
Wir haben hier in D. langjährige Berufserfahrung und ich muss sagen, schweden ist schon ein vorreiter får integration behinderter Menschen.
Hier dauert ein antrag auf hilfsmittel manchmal , man glaubt es kaum, manchmal ein jahr.
Gruss Marika

jörgT
Schweden Guru
Schweden Guru
Beiträge: 1794
Registriert: 14. Oktober 2006 14:48
Schwedisch-Kenntnisse: fließend
Lebensmittelpunkt: Schweden

Re: Vermittlung durch das Arbeitsamt nach Schweden

Beitragvon jörgT » 5. September 2007 23:10

Wieso sollten Pflege- oder Seniorenheime (der Übergang ist fliessend!) rar sein?
Bei uns verfügt fast jede Kommun über eine solche Einrichtung und alte Menschen leben dort, auch wenn sie pflegebedürftig werden!
Mit "privaten Einrichtungen" meint storstadstjej wohl eher private Krankenhäuser, die oft, wie überall, gern aus Kostengründen mit zwar erfahrenem, aber (auf dem Papier) weniger ausgebildetem Personal arbeiten. Das könnte eine Möglichkeit sein - ist aber auch an die Sprache gebunden.
Ihr wisst, dass Ihr Eure Ausbildungen beim högskolverket http://www.hsv.se überprüfen lassen könnt? Dafür ist ein Abschlusszeugnis ausreichend, wie Du es nach abgeschlossener Ausbildung bekommst.
Das Formular gibts in Englisch!
Jörg

Benutzeravatar
janaquinn
Alter Schwede
Alter Schwede
Beiträge: 2206
Registriert: 5. Oktober 2006 09:29
Schwedisch-Kenntnisse: fließend
Lebensmittelpunkt: Schweden

Re: Vermittlung durch das Arbeitsamt nach Schweden

Beitragvon janaquinn » 6. September 2007 06:53

Hej Marika,
ich finde es übrigens klasse, das ihr auch mit besonderen Menschen und Kindern arbeitet, es ist eine schwere aber auch wunderschöne Arbeit. Was ich aus 7jähriger eigener Erfahrung weiss. :lol:
Auch die Erfahrungen in Deutschland habe ich zur Genüge gesammelt, bei uns lagen zwischen Beantragung, Bewilligung und Auslieferung auch mind. 1 Jahr manchmal sogar mehr, wenn man in Widerspruch gehen musste. Einige Sachen wurden garnicht genehmigt, mit der Begründung, mein Sohn würde es eh nicht brauchen, da er nie laufen lernen würde ( es ging um Schuhe und Orthesen!)
Aber zurück zum Thema:
Ich weiss, das Persönliche Assistenten händeringend gesucht werden, auch wenn viele Familienmitglieder dies übernehmen, gibt es trotzdem wohl genug offene Stellen.
Natürlich sollten dafür schon Sprachkenntnisse vorliegen, es sei denn, ihr findet eine deutsche Familie oder eine Familie aus dem deutschsprachigen Raum (Österreich oder Schweiz), aber selbst dann braucht ihr sie, da es ja auch um Verhandlungen mit der F-Kassa, der Komune ect. geht.
Eine P.A. hat eine 40h/Woche, kann sich entweder direkt von der Komune anstellen lassen oder sucht sich ein Unternehmen (Pflegedienst), welcher sie anstellt und dann das Gehalt an sie auszahlt. Zahltag ist wohl immer der 20. des Monats, dann wird das Gehalt gutgeschrieben.
Es ist wie ein Pflegedienst, nur das ihr, wenn die Person die genannten 40h/Woche nicht unterschreitet, ausschliesslich für diesen besonderen Menschen zuständig seit.
Wird ein Beschluss über die Stundenzahl durch die F-Kassa geschlossen, ist dieser für 2 Jahre bindend, danach wird wieder geprüft, ob sich die Situation gebessert oder verschlechtert hat.
Ich weiss es so genau, weil meine Schwester und ich seit 2 Tagen bei der Komune Huddinge als Persönliche Assistenten für Yannic angestellt sind, ihm wurden 80h/Woche bereitgestellt. Und das ist für ein knapp 7jähriges Kind schon sehr viel.

Unbeliebte Job? Ich weiss nicht, ich freue mich auf meine Aufgabe, auch in der Schule mit besonderen Kindern arbeiten zu können, denn auch als Mama eines solchen Kindes, hat man anderen Kindern gegenüber noch die eine oder andere Berührungsangst, außerdem ist es eine reizvolle Aufgabe. Ich kann mir vorstellen, sollte die Komune in 2 Jahren die Stundenzahl für Yannic halbieren, also nur noch 40h/Woche genehmigen, weiterhin als P.A. zuarbeiten.

Solltest du weitergehende Fragen zur Materie haben: Bezahlung, Aufgabenbereich ect... melde dich am besten per PN oder Mail!

LG nach Tyskland
JANA :lol:
Gestern ist Vergangenheit. Der Morgen ist ein Geheimnis. Heute ist ein Geschenk

Storstadstjej

Re: Vermittlung durch das Arbeitsamt nach Schweden

Beitragvon Storstadstjej » 6. September 2007 09:01

Ich las letztens in der Zeitung einen Artikel, in dem es über die mangelnden Sprachkenntnisse des Personals im Pflegebereich ging *smile* Fazit - auch mit imperfekten Sprachkenntnissen habt ihr Chancen ABER die Grundzüge müssen sitzen!

@ Jana
Der Job ist nicht so wahnsinnig beliebt, das macht ihn doch nicht schlechter! Es gibt eben verschiedene fokussierende Menschen - die einen streben nach Ansehen und die anderen gehen eben in solchen Aufgaben auf.

Benutzeravatar
janaquinn
Alter Schwede
Alter Schwede
Beiträge: 2206
Registriert: 5. Oktober 2006 09:29
Schwedisch-Kenntnisse: fließend
Lebensmittelpunkt: Schweden

Re: Vermittlung durch das Arbeitsamt nach Schweden

Beitragvon janaquinn » 6. September 2007 09:17

Hejsan, ich weiss, wie du es gemeint hast :lol: ! Es ist eine Aufgabe, der man gewachsen sein muss, in welcher man viel innere Kraft und Stärke braucht. Ich kann mir vorstellen, bzw. ich weiss, das es da draussen ganz viele Menschen gibt, die sich eine solche Arbeit nicht vorstellen könnten, einfach weil Berührungsängste bestehen.
Andere, fremde, Menschen zu füttern, ihnen den Speichel von Kinn und Mund zu wischen und all die anderen Pflegeaufgaben, auf die ich nicht näher eingehen möchte, sind kein Job für jedermann.
Und ich gebe offen zu, ich weiss nicht, ob ich es tun würde, wäre ich nicht bereits in einer solchen Situation.
Bevor Yannic auf die Welt kam, hatte ich andere Träume, habe mir mein Leben anders vorgestellt, wollte in der Internationalen Hotellerie arbeiten, auf die Hotelfachschule gehen und auf Managment gehen, habe geträumt eines Tages General Manager eines 4-5* Hotels zu sein. Aber im November 2000 haben sich meine Prioritäten komplett geändert, auch wenn ich nicht jeden Tag die totale Erfüllung darin finde.
Aber:That´s Life!

LG nach Solna
JANA
Gestern ist Vergangenheit. Der Morgen ist ein Geheimnis. Heute ist ein Geschenk


  • Vergleichbare Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag

Zurück zu „Schweden“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast