Vergleiche D - S

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Aelve
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Re: Arbeitsmoral

Beitragvon Aelve » 8. April 2008 17:34

Hej Wiebke,

sehr gut erklärt, genauso sehe ich die Sache auch.

Nun meine Frage, wie hat der Apfelkuchen Dir gemundet, hoffentlich war kein fauler Apfel dabei.
Aber Spaß beiseite, uns geht es ähnlich. Wir sind nicht total unglücklich in D und wissen auch, dass in S nicht alles optimal ist.
Aber, wenn man lieber Birnen mag und fast immer nur Äpfel bekommt, dann freut man sich umso mehr, wenn man dann wieder Birnen greifen kann. So geht es uns, wenn wir nach Schweden fahren dürfen.

Liebe Grüße
Aelve :schmusen:
Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun.
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Re: Arbeitsmoral

Beitragvon karlskronit » 8. April 2008 18:11

@vinbär geschrieben:
Im Moment wird diskutiert, ob man nicht das Kindergeld fuer einen Grossteil der Familien streichen sollte. Das Erziehungsgeld soll ebenfalls gekuerzt werden.

hallo vinbär, das gilt aber nur fuer die familien die UEBER einer gewissen einkommensgrenze liegen, also nicht die von denen wir hier reden... :wink:

nysn

Re: Arbeitsmoral

Beitragvon nysn » 8. April 2008 18:37

das gilt aber nur fuer die familien die UEBER einer gewissen einkommensgrenze liegen, also nicht die von denen wir hier reden...


Diese "Einkommensgrenzen" sind in S nie besonders hoch: wenn ich mich recht erinnere, dann diskutiert man derzeit eine Grenze von 27.000 SEK als monatliches Durchschnittseinkommen der Partner. Das Durchschnittseinkommen von Medel-Svensson liegt bei ca. 25.000 SEK/Monat.

Das Kindergeld ist sowieso niedriger in Deutschland - derzeit 950 SEK und wird nur bis 18 Jahre bezahlt, auch wenn die Kinder studieren sollten.

Von meinem "weiss/blauen" Traumplaneten (Bayern/B-W) habe ich da andere Zahlen im Kopf:

Mittel-Huber verdient ca. 3.000 Euro durchschnittlich im Monat und bekommt 150 Euro Ki-Geld/Monat, wenn das Kind studiert bis zum Alter von 27 bzw. 25 Jahren.

S-nina

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Re: Arbeitsmoral

Beitragvon janaquinn » 8. April 2008 19:37

Hej Nina,
ich möchte dich ja nicht aus deinen Träumen reissen, aber mit 3000,-€ kommst du in München nicht weit. Die Mieten sind, wie ich ja schon angesprochen habe, horrend hoch. Unter 1000€ Kaltmiete bekommst du kaum was und wenn doch, ist es entweder in irgendeinem Viertel, wo du sicherlich ungerne wohnen willst. Oder aber die Wohnung haben einen miserablen Standard. Bekommst du doch eine günstige Wohnung, ist sie meist von einer Wohnungsgesellschaft, bei der du erstmal Anteile kaufen musst, damit du dort leben kannst. AUßerdem kannst du 3 Monatsmieten Kaution einrechnen, dass ist Standard plus eventuell Maklergebühren.
Für den Einkauf einer 4köpfigen Familie kannst du auch ca. 600-700€ rechnen, dann kommt die Monatskarte dazu, falls du mit dem MVV fahren willst/musst: ca:85€. Der Spritpreis liegt z.Z. bei 1.35/l Normalbenzin.
Ein schöner, aber teurer Traumplanet, denn in meine Rechnung sind noch keine Extra´s wie Kino, Essen, Theater ect.... eingerechnet.
Da sind 3000,-€, wenn man denn überhaupt noch soviel bekommt, ein Tröpfchen auf dem heisse Stein.

LG JANA
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Re: Arbeitsmoral

Beitragvon vinbär » 8. April 2008 19:44

Ich habe sowohl in D, als auch nun in S viel mit Asylbewerbern zu tun gehabt, viele derer die ich nun in Schweden treffe, bedauern, dass sie nach dem Krieg in XY nicht nach D, wie viele ihrer Verwandten, sondern nach Schweden gekommen sind. Laut ihnen haben sie es in S viel schwerer integriert zu werden, einen Job zu finden. Weltoffen und toleranter sind die Schweden meiner Meinung nach nicht, waren sie doch meist unter sich, hier gab es keine nennenswerte Vermischung, was man hier nicht kennt, gibt´s nicht. Warum nehmen viele Ausländer schwedische Nachnamen an? Weil die Schweden so tolerant und weltoffen sind? Svensk är bäst

nysn

Re: Arbeitsmoral

Beitragvon nysn » 8. April 2008 20:09

Hej Jana,

die von mir genannten Zahlen sind lediglich Durchschnittswerte - die aufzeigen sollen, dass es einem
normalen Menschen in Bayern statistisch gesehen nicht schlechter geht als einem normalen Menschen in Schweden. In Bayern steht er besser da - rein zahlenmäßig!

Macht man in Schweden künftig das Kindergeld einkommensabhängig und legt die obere Grenze auf 27.000 SEK oder sogar niedriger (es waren auch schon 20.000 SEK im Gespräch), dann würde das für viele Medel-Svenssons eine ökonomische Verschlechterung bedeuten.

Wie passt dies in das Bild des so beispielhaften, familienfreundlichen Staates Schweden?

S-nina

P. S.
Das hat absolut nichts mit meiner persönlichen Situation zu tun.

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Re: Arbeitsmoral

Beitragvon karlskronit » 8. April 2008 20:35

@s-nina geschrieben:
Das Kindergeld ist sowieso niedriger in Deutschland - derzeit 950 SEK und wird nur bis 18 Jahre bezahlt, auch wenn die Kinder studieren sollten.

hast du kinder???
das kindergeld in schweden beträgt 1050 kr im monat.

und hier siehst du auch wie lange. http://www.forsakringskassan.se/privatp ... arnbidrag/

: das kindergeld ist sowieso niedriger als in D...
dafuer muss ich aber auch kein schulbus, kein essen, keine buecher oder schulausfluege bezahlen...o.k.?

Hans

Re: Arbeitsmoral

Beitragvon Hans » 8. April 2008 21:00

Tja, ich weiss nicht.

Soll man sich schämen als Schwede?
Jemand meint Deutschland ist besser- freundlicher-offener-weniger Einwandererfeindlich-
billiger.
Als Schwede schüttelt man den Kopf und fragt sich warum, wieso, weslhalb?
Ich auf jeden Fall habe keine Anleitung irgendwie die Tese zu verfechten dass
Schweden schlechter ist und Deutschland besser. Oder umgekehrt.

Ich frage mich was ist der Sinn dieser Diskussion eigentlich.
Ist jemand entäuscht irgendwie?
Schweden war nicht das Schlaraffenland.

Denn auch die Sonne hat ihre Flecken.
Überall

Mich verwundert auch diese Gelddiskussion.

Kosten hin.
Kosten her.
Billiger da.
Billiger hier.
Billiger in Deutschland
Mieten hin und her.
Usw.
Als Schwede fragt man sich vad är det frågan om?
Grüsst
H :smt006 ans

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Re: Vergleiche D - S

Beitragvon janaquinn » 9. April 2008 06:47

Guten Morgen,
irgendwie drehen wir uns hier im Kreis. Diejenigen, die noch in Deutschland leben schimpfen über Deutschland. Diejenigen, die in Schweden leben, aber wieder nach Deutschland wollen, schimpfen über Schweden. Diejenigen, die ein reales Bild über BEIDE Länder haben, werden entweder nich gehört oder für ihre Meinung kritisiert.
Beide Länder haben Stärken und Schwächen, dass ist nunmal einfach so. Und es liegt im Auge des Betrachters, wie er die Stärken und Schwächen für sich selber auslegt.

In Schweden ist das Kindergeld niedriger, dafür ist aber einiges günstiger oder sogar kostenlos, wie eben die von Karlskronit angesprochnen Schülbücher, Essen ect...
In Deutschland ist das Kindergeld zwar höher, dafür muss man aber eine Menge Geld für Schulbücher, Schulessen ect. bezahlen.
Ist es nicht normal, dass das Gras woanders immer Grüner, die Sonne im heller und das Leben einfacher ist??
Wer in Schweden oder auch in Deutschland das Paradies auf Erden sucht, wird in beiden Ländern enttäuscht und frustriert sein, der wird aber auch ÜBERALL anecken und genervt sein.
Hier im Forum sind viele Leute, die jedes Jahr nach Schweden in Urlaub fahren, aber nicht hier leben möchten, aus den unterschiedlichsten Gründen. Andersrum gibt es sicherlich so einige "Schweden" die sehr gerne nach Deutschland fahren um Familie und Freunde besuchen, aber dort nicht mehr leben wollen, ebenfalls aus den unterschiedlichsten Gründen.

Und ja, Nina, es mag sein das die Bayern rein zahlenmässig besser dastehen, aber Deutschland besteht nunmal nicht nur aus Bayern. Und auch wir haben noch einige Freunde, die in München bzw. Bayern leben und denen es wirklich gut bzw. besser geht. Aber wir haben auch Freunde in NRW, welches sich täglich den Hintern aufreissen und kaum die Miete zusammenbekommen, aber auch kein Anrecht auf Wohngeld oder ähnliches haben. Wir haben Freunde, die teilweise 3-4 Monate kein Gehalt bekommen, weil der AG insolvent ist oder einfach die Löhne nicht zahlt. JA auch das ist Deutschland!!
Frag in Deutschland mal einen Hartz IV Empfänger, wann er das letzte Mal mit seinen Kindern im Kino oder Zoo war, wann er einfach mal so zum Kaffeetrinken oder nur zu McDoof gegangen ist, wann er das Geld hatte, um sich die 10€ Praxisgebühr für den Zahnarzt leisten zu können. Oder frag mal die Eltern mit behinderten Kindern, wie es ist, wenn man über monate auf ein Pflegebett wartet, ein Rollstuhl aus fadenscheinigen Gründen abgelehnt wird oder wie man sich fühlt, wenn die Sachbearbeiterin von der Krankenkasse dir mitteilt, dass das Kind die Spezialschuhe und Orthesen nicht bekommt, weil er eh nie laufen wird, sich die Füsse aber immer mehr verkrümmen und ein Laufenlernen so wirklich unmöglich gemacht wird.

Andersrum sitze ich hier bei Zahnschmerzen stundenlang vor dem Computer, um den günstigsten Zahnarzt zu finden oder muss nach einen abgesagten Röntgentermin, weil mein Sohn krank war, wahrscheinlich bis Herbst warten, bis ich einen neuen habe. DAS wiederrum ist Schweden.
Ich hoffe natürlich, dass der neue Termin früher kommt, weil es wirklich wichtig ist.

Was ich damit sagen will, ist wo Licht da auch Schatten. Und gerade deswegen kann man Schweden und Deutschland, zumindest nicht direkt miteinander vergleichen. Jedes Land hat Vor-und Nachteile, wo eines besser ist, schneidet das andere widerrum schlechter ab.

Das zumindest ist meine Meinung dazu.

LG JANA
Gestern ist Vergangenheit. Der Morgen ist ein Geheimnis. Heute ist ein Geschenk

nysn

Re: Vergleiche D - S

Beitragvon nysn » 9. April 2008 08:10

Hej Jana,
Danke für deine Ausführungen. Mir ist es nicht entgangen, dass es in Deutschland Unterschiede gibt und ich habe vollen Repekt vor und für Menschen, die davon betroffen sind.
Leider scheint doch manchmal der Eindruck vorzuherrschen, dass alle, die in Schweden sind, aus sozialen Gründen das Weite suchen. Dem ist nicht so.

Zu Unterschieden zwischen D und S habe ich mich gerade auch unter dem anderen Thread "Freundschaften in Schweden" geäussert, nachdem mir von schwedischer Seite tiefes Mitleid ausgesprochen wurde.

Ich kopiere das hier nochmals rein, da es anscheinend besser zu diesem Thema "Vergleiche" passt.
Zitat:
Irdengwie liest man die grosse Entäuschung in deinen Zeilen.
Es scheint nicht funktioniert zu haben.


Du brauchst kein "Mitleid" mit mir zu haben - ich schaffe das schon!
Die Enttäuschung hält sich in Grenzen.
Meine "große Müdigkeit" könnte man eher als "große Langeweile" ausdrücken.

Ich habe einfach keine Energie mehr, die große Schönheit in tristen Ziegelfassaden oder Bretterfassaden zu suchen, auf die fast ununterbrochen der graue Regen prasselt. Ich finde es nicht mehr so prickelnd mit Klein- und Kleinststadt-Plätzen, auf denen überall und immer die gleiche Sibylla-Wurstbude steht.
Ich habe keine Lust mehr auf China/Thai- und sonstige undefinierbaren Pizzerien.
Ich habe keine Lust mehr auf Menschen, die mir dauernd erzählen, wie gut sie es haben - die dauernd gestresst mit Handy in der Hand herumrennen, nie Zeit zu einem sinnvollen Gespräch haben. Immer das Gleiche oberflächliche bla, bla, bla .... oder hmn, ja så, aha, oj ....
Die sich hinter einer blinkenden Fassade verstecken, die sich größtenteils auf Schein gründet (alles nur geliehen!).
Ich habe keine Lust mehr auf Produkte, für deren Aldi-Qualität mir Dallmayr-Preise abgenommen werden.

Ich mache mir nichts mehr vor, denn dort, wo ich herkomme, da gibt es auch wunderschöne, abwechslungsreiche Natur, viel Kultur, Tradition und Fortschritt, Heimatverbundenheit und Weltoffenheit, wirtschaftliche Dynamik und menschliches Miteinander, Vielfalt und Abwechslung!

Das darf man auch mal sagen!


Zitat:
Thats it.



Zitat:
Gräset är inte alltid grönare på andra sidan av gärdsgården.


Ja, da hast du zu 100 % Recht - das Gras ist in Schweden definitiv nicht grüner - es gibt vielleicht nur mehr davon!


Zitat:
Sometimes its a shitty life


and "Sometimes its a shitty place"!

Schön, dass sich endlich der Frühling zeigt und wir es alle wieder mal wieder so schön lustig haben können, mit kollektiver "vårstädning".


Zitat:
Dann ist am besten zurück zum Platz wo man sich wohlfühlt.


Da stimme ich dir auch absolut zu - lieber Mercedes als Volvo!



Gruß,
S-nina


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